Beiträge von Nys

    Hallo Andreas

    so richtig Zeit hab ich zwar net - aber gerade einfach Lust hier nochmal bei Dir vorbeizuschauen. Und da ich grad so nett zu mir selbst bin, erlaub ich mir das trotz eben erst begonnener Büro-Arbeit. :)

    Daß Du Schwierigkeiten hattest meine Gefühlsachterbahn nachzuvollziehen, kann ich mir gut denken. Manches lies sich im Offenen auch nicht beschreiben, manches ist einfach nicht logisch und trotzdem für mich der richtige Weg. (Wie Du schon sagtest).

    Ich denke Jürgen hat Dir auf jeden Fall den richtigen Rat gegeben.
    Es ist ein riesen Energieaufwand und ein zusätzlicher Risiko-Faktor, wenn man in die Ursachenforschung geht. Das denke ich macht nur Sinn, wenn man ständig Suchtdruck hat. Du hast keinen - warum solltest Du dann danach forschen und Dir Gedanken machen weshalb Du getrunken hast.
    Da kann ich nur zustimmen: Zeit und Energie für was anderes verwenden.

    Bei mir liegt der Fall anders. Ich hatte mich hier angemeldet und war mir sicher, niemals wieder in die Beziehung zu XY zurückkehren zu wollen. Mein erster Ansatz war die beide Süchte zu vergleichen, weil ich Parallelen sah. Jetzt sehe Parallelen in den Risikofaktoren wie Streß, Enttäuschungen und wut-bedingte "Alles-Sch**-Egal"- Momente oder in
    Momenten der gefühlten Hilflosigkeit. Die Bewältigung eines erfüllten Lebens danach fällt mir aber ungleich schwerer. So wie ein Alkoholiker nicht kontrolliert trinken kann, - war ich bislang nicht in der Lage eine Beziehung ohne Rauschzustände und ohne völliges ineinander aufgehen als glückliche Beziehung zu empfinden. Nun kann ein Alkoholiker sagen: Dann trinke ich halt nichts mehr, wenn ich damit nicht umgehen kann. Im Umkehrschluß müßte ich sagen: Dann lebe ich halt konsequent allein (und zwar auch ohne S**Beziehungen) wenn ich mit Beziehungen nicht umgehen kann. Ich bin also in der Situation, daß ich fragen muß, warum ich mit Beziehungen nicht "unabhängig" umgehen kann.

    Dazu war es schon notwendig in die Kindheit zu gehen. Interessant war gestern im Fernsehen zu hören, daß Wagner ein ähnliches Problem hatte und gemutmaßt wird, daß die Dramatik seiner Oper der Ring der Nibelungen eine einzige Darstellung seines Geborgenheits-Defizits aus der Kindheit sei
    :lol: zumindest hat er selbst davon gesprochen ein regelrechtes Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Frau zu haben. :lol: also im besten Fall bringt so ein Defizit regelrechte Kunstwerke hervor.

    Nein im Ernst - es ist alles andere als lustig. Da arbeitet man sich in längst vergessene Schmerzen vor und will aus lauter Schmerz sofort wieder in die Arme dessen, der genauso sehnsuchtsvoll auf der Suche nach Geborgenheit war. - Dann ist das aber keine Flasche, die unschuldig Deinen Weg begleitet hat, sondern ein Mensch mit dem Du Gefühle geteilt und von dem Du Verletzungen erfahren hast. - So dreht sich der Gedankenkreis wieder um die Person, die man loslassen sollte. Also verbietet man sich diese Gedanken und jegliches Gefühl von Sentimentalität oder Liebe. Das geht so lange gut, bis die Verdrängung zum Druck wird. Die Erwartungen an das neue Leben mit meinem Ehemann waren davon geprägt, daß er mir XY ersetzen sollte oder ich einen anderen Lebensinhalt finde, in dem ich meine neue "Zuflucht" habe.
    Wie es nun mal ist, - stellt meine Ehe schon ohne so ein Defizit die Herausforderung dar, daß wir eigentlich ganz verschieden empfinden aber sonst prima miteinander auskommen. Daher der Druck: Es muß doch ein Weg zu finden sein. Da gab es gleich drei Ursachen für Rückschläge:
    Sobald ich meine Kindheitsjahre überdachte
    Sobald ich mir meine intensiven Gefühle und Sehnsucht verboten hab
    Sobald ich mit meiner Beziehungs-Baustelle überfordert war.

    Hey Andreas Du hast mich immer hier mit guten Gedanken begleitet. Ich denke an den Thread Verletzungen. Das war ein regelrechter Befreiungsschlag auch mal die Option mit einzubeziehen, daß XY ganz gut mit der Geschichte leben kann und ich doch jetzt mal nach mir schauen soll. Tja ich dachte damit sei es geschafft. Dann kamen Deine aufmunternden Worte, als das mit dem Hauskauf nicht klappte. Du hast keine Ahnung wie tröstlich das war. Als mich der Kollege von XY so getroffen hatte mit der Aussage, ich hätte XY nie leid getan - warst Du derjenige, der mir Mut machte nicht alles für bare Münze zu nehmen was einer so dahersagt..... ich durfte Dich Löcher in den Bauch fragen, wie Du Deine Vergangenheit mit Frau XY bewältigst.... ich erwartete kein Lob von Dir als ich bei XY angerufen hatte, aber ich wußte, wenn mir einer sanft den Kopf wäscht, dann Du. Also bitte.: Sag nie wieder Du hättest mir nicht geholfen! Du hast danach noch mal bei mir reingeschaut und konntest mir auf logischem Weg nicht weiterhelfen. Ja und? Carl57 hat
    mir was tolles geschrieben und dann kam ich damit weiter. Trifft ungefähr
    das was bei Goggel kam, als ich "intensive Gefühle" eingab. (gehöre zwar leider nicht zu den Hochbegabten.).., es war aber in etwa auch die Aussage, daß man sich mit solchen Gefühlen meist unverstanden fühlt und dabei in erster Linie lernen sollte sie als normal anzunehmen.
    Seit ich mir alle Gefühle erlaube, ist vieles besser.

    Ganz am Anfang hast Du mir mal geraten mich jetzt gedanklich mit meinem Mann zu beschäftigen. Auch Tocco 54 meinte, das sei jetzt als erstes dran. Die Reihenfolge konnte ich nicht einhalten. Das heißt aber nicht, daß das deshalb schlechte Ratschläge waren. Nein es war vernünftig und das, was jeder Mensch hätte umsetzen können, der sich unabhängig verhalten kann. Ich habe mir in den letzten Wochen manchmal Deine pragmatische, logische und einfach geradaus-Denkweise
    vorgestellt und damit reflektiert warum das bei mir so nicht funktioniert.
    Ich hätt ja gern Deiner Richtung gefolgt, konnte aber nicht drum rum noch einen Umweg zu machen. Die Richtung sieht trotzdem so aus, daß ich mir gedanklich immer wieder klar mache, warum es XY wahrscheinlich sogar besser geht wenn er nicht an mich denkt und daß ich wie ein trotziges Kleinkind für mich beanspruche, daß er mich doch bitte nicht allein lassen darf..... das sind alles die Zwischenschritte, die ich noch zu gehen hatte, Die Richtung die Du mir vorgeschlagen hast bleibt nach wie vor die, die ich auch nehmen will. ....mit dem Mut zur Ehrlichkeit und zum Scheitern. Ich freue mich immer, wenn Du mir schreibst und zwar deshalb: Ich sehe in Dir einfach einen echten und ehrlichen, mitfühlenden (Forums-)Freund - (wenn ich darf :oops: )

    LG Nys

    Hallo Andreas

    ich hab mich sehr über Deine Antwort gefreut!

    werde dazu noch was antworten, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Nur so viel vorab: Deine Beiträge haben mir schon was geholfen. Aber dazu ander Mal mehr.

    Danke für den Einblick in Dein Leben gerade.

    Bis bald
    LG Nys

    Hallo Miriel

    Zitat

    Er ist nun wieder "da" und das beruhigt mich irgendwie vermutlich.

    da mußte ich gerade an einen trockenen Alkoholiker denken, den ich kenne.
    Der hat seit ca. 10 Jahren einen leeren Kasten Bier im Flur stehen. Die Flaschen sind wirklich vor 9 Jahren abgelaufen nach Haltbarkeitsdatum (er hat sie mir gezeigt). Er behauptet daß dieser Kasten einfach da bleiben müßte. Immer wenn er ihn wegschaffen wollte, bekam er Saufdruck.
    Er braucht diesen leeren Kasten, dann ist alles gut.

    Was ich damt sagen will: Es sind Dinge im Gehirn, die wir nicht ganz verstehen. Schwierig ist nur, wenn Dein "Kasten" irgendwann wieder Macht über Dich gewinnt. In der Form, daß Du an seiner Anwesenheit hängst und damit manipulierbar wirst.

    Daß Du mit seinen Gefühlen recht egoistisch umgehst ist zwar nicht sehr
    rücksichtsvoll - aber er ist dafür verantwortlich seine Grenzen zu ziehen, wenn ihn das kränkt. Da mußt Du Dich nicht verpflichtet fühlen.

    Ich wünschte mir auch manchmal mit XY noch so gut Freund sein zu können und von ihm zu hören, wie es gerade geht. Aber o weh, wenn das in Erfüllung ginge. Ich wäre mit seinen Problemen doch am hirnen.

    Wie könnte Dein Leben einen Flügelschlag in die Freiheit machen?

    LG Nys

    Hallo Mandarine

    also erst Mal: Ich find das ganz toll wie Du Deine Sache gerade angehst!!
    Ich habe noch kaum jemand so neu hier erlebt, der schon so klar und sachlich reflektiert. Du bleuchtest Dich und ihn ohne Wut und ohne Bitterkeit.
    Klar, ein bißchen traurig. Es ist ja so ein schleichender Verlust der eigenen ursprünglichen Persönlichkeit und der ursprünglichen Partnerschaft und gegenseitigen Liebe. Das tut mir richtig weh für Dich. Es ist immer etwas
    Trauriges wenn so Wertvolles verloren geht. Aber es hilft ja alles nichts. Wenn man in der Situation verharrt, wird es nicht einfacher. Sicher ist es einfacher unangenehme Wahrnehmungen erst mal zur Seite zu schieben. Aber dadurch verbessert sich ja nichts und der Weg durch die bewußt gemachte Traurigkeit führt noch eher in eine neue Freude, als die Traurigkeit einfach weg zu schieben.

    Zitat

    Im Moment empfinde ich das aus dem Weg sogar angenehm, es verschafft mir Abstand und Zeit für mich.

    Das finde ich einen guten Ansatz! Weißt Du, ich glaube wenn Du bei Dir selbst mit der Aufarbeitung anfängst und bei der Suche nach den Gründen - dann bist Du erst mal ganz damit beschäftigt und bekommst den notwendigen Abstand um nicht in seinen Strudel hineingezogen zu werden. Seine Situation zu verstehen und das warum er trinkt ist natürlich der Aufhänger, der sich von selbst anbietet und für uns Co eine willkommene Ablenkung von der Sicht auf unsere eigene Persönlichkeit.
    Natürlich möchtest Du ihn trocken und dann auch evtl. zurück. Aber das sind doch Küken aus Eiern von morgen. Hier und jetzt ist er Alkoholiker und Du seine davon betroffene Frau. Bei Dir selbst anzufangen kann unglaublich viel Arbeit sein. Wenn er die Veränderungen bei Dir bemerkt tut sich entweder auch was bei ihm oder nicht. Aber Du hast dann wenigstens Deine Position gefunden für alles was noch kommt. Ihn zu verstehen kann zur Endlos-Spirale werden. Der Co-Gedankenkreisel der unaufhörlich verstehen und die Situation über ein besseres Verstehen beinflussen will. Das ist mir auch vertraut. Ich habe Tage lang klinische Studien über Korsakow-Syndrom usw. studiert, habe gehirnt und gehirnt, warum es so aussichtslos sein muß und ob man da nicht irgendwo her Hilfe bekommen könnte. Es hat mich innerlich immer mehr von mir selbst entfernt. Und das ist der einzige Ort an dem wir tatsächlich was ausrichten können. Würde mich ein Alkoholiker um Hilfe bitten, wäre ich die letzte, die ihn hängen läßt. Aber es kann nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Solange ein Mensch suchtkrank ist geht es nicht um Beziehung. Beziehung ist das Thema danach. Beziehung kann nur mißbraucht werden, wenn die Sucht mitzureden hat. Aber es ist seine Sucht. Seine
    Beziehung zur Flasche, die nur er beenden kann.

    Wie gesagt, Du bist sehr stark und geordnet. Das verdient allen Respekt!
    Ich hoffe so sehr für Dich daß es Dir bald besser geht!
    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Andreas
    habe grad bei Sternenhimmel von Dir gelesen
    Ich find's toll, daß Du so souverän auf Dein geliebtes Fußball WE verzichtest. Wird dort wohl so ähnlich geartet sein, wie auf den Reit-Turnieren (nicht umsonst der Spruch: Ein Reiter der nicht säuft...). Schade daß man hier nicht mehr viel von Dir liest. Aber Hauptsache Du kommst voran und da frag ich mich sogar manchmal: Wie macht der das eigentlich? Deine Zuversicht und Dein Wohlgefühl bei Deiner Trockenheitsarbeit sind fast beneidenswert.
    Meine innere und äußere Beziehungsarbeit bringt mich immer wieder an Grenzen, bei denen ich mir wünschte, ich hätte mal ein Jahr nichts anderes am Hals. So lasse ich halt die Arbeit schleifen und habe dabei kein so wirklich gutes Gefühl - muß mich aber (nach eigener Überzeugung) einfach mal selber loben, was ich in letzter Zeit alles bewältigt hab. Jahre lang war die Leistung Arbeitsleistung. Jetzt ist es Schwersarbeit am inneren Menschen. Man kann nicht zwei Baustellen gleich gut bewältigen. Das gestehe ich mir jetzt einfach zu. Schöner wär's ich wär so energie-geladen wie Du dabei. Aber es ist ja auch bissl was anderes und zumindest Dein Umfeld scheint für Dich so, daß es "paßt" und kein weiteres Problem darstellt.

    Schönes Wochenende und dabei viel Freude mit Deinem trockenen Leben!

    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Mandarine

    erst mal herzlich willkommen! Schön daß Du hier her gefunden hast.

    Da ich nicht wirklich mit einem Alkoholiker jahrelang zusammengelebt habe, kann ich natürlich nur bedingt aus eigenen Erfahrungen sprechen.

    Vieles, das die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und Versprechen einzuhalten betrifft, kann ich allerdings gut aus der Erfahrung mit einem nassen Alkoholiker einordnen.

    Du hast ihn nachdenklich gemacht und sicher auch irgendwie geschockt, daß das so für Dich nicht weitergeht. Ab jetzt wird sich sein Verhalten sicherlich ändern. Selbst wenn er weiter trinken will, wird er jetzt einen anderen Weg suchen. Entweder heimlich oder wenn offensichtlich, dann wird er Dir Gründe nennen, warum er jetzt trinken muß. Es liegt an der eigenen Persönlichkeit und an dem Schaden den der Alkohol bereits im Gehirn angerichtet hat, wie das dann im einzelnen aussieht. Wie Du an vielen Erfahrungsberichten von Ehefrauen lesen kannst, gibt es da von
    Drohungen bis filmreifen Liebeserklärungen, Agression und Erniedrigungen alles was der menschliche Charakter so auf Lager hält.

    für Dich wird entscheidend sein, wie konsequent Du Deine Grenzen ziehst.
    Du wirst Dir erst mal selbst Limits setzen müssen. Ab wann es reicht und wie lange Du ihm Zeit gibts. Da gibts keine Patentrezepte. Nur das: Laß seins bei ihm. Auch sein Problem, seine Gesundheit und seine Gefühlswelt. Und hinterfrag Dich was Dich an ihm festhalten läßt. Manchmal ist Co-Abhängigkeit stärker als Liebe und hat seinen Ursprung in Defiziten die Dir als Kind mitgegeben wurden. Wenn du weißt was es ist das Dich an ihm hängen läßt ist es leichter diese Abhängigkeit von seiner Person getrennt zu sehen. (Du könntest sie dann bei einem anderen genauso empfinden.)

    Wenn er selbst nicht zufrieden ist mit seiner Situation wird es für ihn die Herausforderung sein eine Entscheidung zu treffen: Sucht oder Leben.
    Das ist nicht die Entscheidung Sucht oder Liebe. Weil Liebe geht nicht ohne Leben. Also ist es sein Leben um das es geht und für das er in erster Linie allein verantwortlich ist. Er kann nicht Dir zuliebe aufhören.
    Und Du bist niemals schuld, wenn er nicht aufhören kann...... es sei denn Du spielst dieses Ringel-Reien mit. Von Streit, Versöhnung, Hoffnung, Suff, Streit, Versöhnung, Hoffnung, Suff. Aber wie gesagt. Die Spielregeln für Dich und Deine Grenzen kannst nur Du selbst ausloten. Und dann konsequent zu sein ist immer noch schwer. Je mehr Gefühle noch im Spiel sind, umso schwerer. Um so leichter ist man zu manipulieren. Ich habe mal einen Thread Manipulation aufgemacht.... da haben sich viele von den Trockenen beteiligt. Wäre in Deinem Fall evtl. das was jetzt verstärkt auf Dich zukommt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß Suchtkranke mit der Zeit immer mehr die Selbsteinschätzung, die Realitätwahrnehmung verlieren aber beinahe übernatürliche Fähigkeiten zur Manipulation entwickeln. Die Lügen durchschauen sie zum Teil selbst nicht mehr, weil immer die Sucht gerechtfertigt und gepflegt werden will.

    Ich wünsche Dir und Deinem Mann, daß er nicht nur kurz geschockt ist, sondern ernsthaft raus will aus der Sucht. Das merkst du schnell. Dann wird er keinen Zeitaufschub, keine Ausnahmen und keine Gründe suchen, sondern ggf. zusammen mit Dir zum Arzt gehen und die ersten Schritte einleiten. Vorwürfe würde ich ihm nicht machen. Nur ein Zeitlimit setzen und dann mich trennen. Ohne Rücksicht auf Versprechungen. Bei meinem XY konnte man nur auf das zählen was er tat. Was er von sich aus tat. Alles andere war nämlich flexibel und konnte je nach Auslegungsbedarf wieder anders dargestellt werden.

    LG Nys

    Zitat

    ich weiss ebenso wie du, dass die entscheidung für diesen mann die richtige war und deshalb bin ich bereit, das zu unterlassen, was ihn verletzen würde. die sehnsucht danach besteht aber nach wie vor, aber ich kann sie gut aushalten.

    Hallo Liesele

    also ich habe zumindes erkannt warum ich Sehnsucht habe. Ist Dir das bei Dir auch klar? Es hilft zwar nicht unbedingt dagegen, aber ich weiß jetzt warum ich immer in schwierigen Lebenssituationen oder Kränkungen an das Gefühl denke, das ich bei XY hatte. Ich hätte das Gefühl auch gern bei meinem Mann. so was bedarf aber irgendwie eines ähnlich angelegten Bedürfnisses nach Nähe usw. In dieser Hinsicht tun wir uns schwer.

    Vielleicht hast Du ja das was, was das Reden und Psychologisieren ersetzt, daß mit meinem Mann wirklich sehr gut funktioniert. Ich fühle mich verstanden aber trotzdem anders geartet. So auf "einfach andere Männer" Sehnsucht zu haben.... (vllt. hab ich das auch falsch verstanden) das war bei mir nie so. Da brauchte es schon konkret jemand an den ich denke.

    LG Nys

    Hey Maik

    super schön von Dir was zu hören!! Ehrlich!


    Zitat

    Wenn ich zwar an das Positive Glauben möchte, aber nichts positives mehr fühlen kann, dann ist es schwer.

    Vorschlag: Glaub, daß Du bald wieder was positives fühlen kannst. Es muß ja nicht sofort sein. Nichts fühlen, sich schlecht fühlen ist kein angenehmer Zustand. Auch wenn ich solche Medikamente nicht genommen habe, - es ist ein Zustand der einen recht verzweifelt machen kann, - das kenne ich auch.
    Aber es wird besser. Immer wieder. Das ist meine kleine bescheidene Lebenserfahrung. Die Täler sind machmal kein Tal sondern eine Wanderung durch eine dunkle Fels-Spalte hoch auf den Berg.

    Zitat

    Nein nicht müde. Würd das Gefühl als gelähmt bezeichnen

    Als ich das erste Mal mit dem Kollegen von XY arbeiten mußte, ging es mir auch so. Ich konnte danach nur noch ins Bett liegen und mich überhaupt nicht mehr bewegen. Eine riesige Traurigkeit war das. Damals dachte ich, ich hab nicht mal mehr die Kraft zum atmen.

    Weißt Du, unser Gehirn ist ein Körperteil, das sich ganz schön sträubt, wenn es selbst wieder Glücksgefühle erzeugen soll (ohne Hilfmittel)
    Aber das kommt wieder. Langsam. - so wie Muskeln, die lange nicht benutzt wurden und schmerzen, wenn sie wieder gebraucht werden. Irgendwann geht dann die Anstrengung weg und es läuft wieder von selbst.

    Zitat

    Hey Nys, glaubst Du an Gott?

    oh jaaa! - Aber auch mein Glaube ist kein fliegender Teppich, den ich nur besteigen muß und schon geht's bergauf. Weißt Du, ich bete oft nur darum, daß Gott jetzt mit hinengeht in mein Tief. Das gibt mir ein Gefühl von einem Sicherheits-Netz, falls ich richtig falle. Und manchmal denke ich ohne Nachschlagen an den einen oder anderen Bibeltext. ImKontext zu meinem aktuellen Leben. So ist mir gestern wieder eingefallen, daß Jesus die Kranken oft erst mal gefragt hat: Was willst du , daß ich Dir tun soll. oder Willst Du gesund werden? --- Für mich ein eindeutiger Hinweis, daß das Glück nicht aus dem Himmels-Automaten kommt, sondern gewollt werden muß. Hinschauen, was will ich? Hey und danke, daß Du für meine Wünsche beten würdest! Aber nein, es ist nicht so wichtig, ob die Wünsche in Erfüllung gehen. Wichtig ist die Erkenntnis, daß die Kraft gesund zu werden und alles göttliche in uns bereits angelegt ist. Daß die Erfüllung nicht von außen kommt, ist mir etwas Neues. Ich hab es jetzt erst kapiert. Alles was ich vermisse, trage ich in mir. Ich muß nur hinschauen und feststellen daß es gelebt werden kann. Dadurch daß es mich gibt ist es da. ist es in der Welt und kann mit jedem geteilt werden, der teilen will. Ich muß keinem XY oder sonst was hinterher laufen. Ich muß meine Liebe nicht teilen, - wenn keiner da ist - ist die Liebe und das innere Glück trotzdem noch da. Weil ich ja noch da bin. Und so geht's dann einfach weiter und was mir Gott schenkt ist die Sicherheit, daß ich mit allen Fehlern und allem Gemurkse in meinem Leben bei ihm vorsprechen kann. Und meine Sorge um XY habe ich übrigens auch dort abgeladen. Ein guter Ort für Dinge, die man (besser) nicht selbst in der Hand hat.

    Ich wünsch Dir eine gute Nacht
    Nys

    PS in Deinem Wunsch Dich auf so was einzulassen, ist das Einlassen schon enthalten.

    Hallo Varescu

    alles i. O. !!

    ich wollte Dich nicht tadeln. Wollte nur das Thema zur Sprache bringen. Vielleicht hast ja auch Du bezüglich Dir selbst und Deiner Persönlichkeit was dazu beizutragen. Es kommt meist nicht von ungefähr, daß man sich in einen suchtkranken Menschen verliebt.
    Auch wenn Du meinst keine Co-Abhängige zu sein, so
    lohnt sich ein Blick auf sich selbst und das was man im anderen gesucht hat.

    LG Nys

    Hallo Varescu

    ich finde es ein bißchen schade, daß das wirklich
    interessante Thema von Manfred gerade etwas in
    den Hintergrund gedrängt wird.

    Es geht ja wohl darum, daß jeder bei sich mal schauen sollte, wo er Anteile hat, die verdrängt werden oder nicht akzeptiert werden. Und darum, daß Diskriminierung in die Sucht führen kann.

    Wäre schön, wenn wir wieder darüber reden.
    LG Nys

    Hallo Liesele

    schwieriges Thema - vor allem weil wir ja im Offenen schreiben.

    So will ich nur mal ein paar Punkte herausgreifen:

    Das intensiv leben wollen und teilweise einfach auch sehr tiefe Gefühle dabei haben - das verstehe ich gut. Auch den Versuch, dies auf ein Normal-Maß
    - auf ein für andere verträgliches Maß zu beschränken.
    Ich habe jetzt entdeckt, daß ich besser nie so lange etwas unterdrücke,
    daß der Druck nachher erst recht eine riesige Explosion wird :lol:
    Seit ich annehmen kann, daß ich da nicht ganz in die Norm passe, finde ich
    Wege in mir selbst solche Gefühle auszuhalten und dankbar zu sein, daß ich sie habe. Vllt. sind sie ja sogar für irgendwen ganz unerkannt spürbar, wenn sie da sind. Und wenn nicht, dann ist es einfach etwas das mich umgibt und das mir selbst ein bewußtes Erlebnis sein kann - wenn ich nicht immer daraus irgendeine Aktion, einen Plan oder sogar eine Selbstverurteilung machen muß. Ich bin ich mit allem was mich ausmacht.

    Thema andere Männer:
    schwierig wie gesagt. Für mich zum Glück nicht so sehr das Problem, da ich in bezug auf XY meinem Mann schon bei der ersten Verliebtheit reinen Wein eingeschenkt habe. Und das mit XY war kein Spaß - das war mir todernst! Mein Mann wußte bescheid, bevor ich XY überhaupt näher kam.
    Ich bin dann auch irgendwann ausgezogen, als ich merkte daß ich voll und ganz XY verfallen war. / Jetzt wo ich ganz bewußt die Rückkehr in unsere Ehe angetreten habe, war und ist es oft schwer, wenn ich merke, daß die beiden Männer einfach sehr verschieden sind. Ich habe mit meinem Mann auch schon sehr offen darüber geredet und es geht dabei nicht ohne gegenseitige Verletzungen ab. Wir wissen aber, daß keiner den anderen verletzen will und daß jeder das Recht auf seine Gefühle hat und sich keiner so verbiegen kann, daß er dem anderen zu liebe unterdrückt was er leben will. Ich habe Wege gefunden, die mir meine Gefühlswelt erlauben, - meinem Mann gegenüber vertretbar sind und doch nicht so angepaßt, daß ich mich verbiegen müßte. Außerdem habe ich die Bereitschaft entwickelt von ihm zu lernen. Er ist so verantwortungsbewußt, so nüchtern und so klar, wenn es darum geht seine Grenzen zu wahren, daß ich in ihm auch Dinge sehe, die ich noch nicht gelebt habe. Dabei geht es mehr um innere Aufstellung/Einstellung weniger um irgendwelche Taten.
    Und was meine Bedürfnisse angeht, so verschweige ich sie nicht. Wenn er mich damit allein läßt, bitte ich ihn halt,mich dann wenigstens eine kurze Zeit auch im Zimmer allein zu lassen. 8) Ein Weg, der für uns beide ok ist und mich nicht frustriert. Sollte uns das eines Tages voneinander entfernen ist das auch ok. Ich habe aber mehr und mehr den Eindruck, daß es genau das ist, was mich zufriedener macht: Ich warte nicht mehr darauf was von ihm kommt und bin gleichzeitig offen für alles was von ihm kommt. Er für sich sieht, wie ich lebe und mein Leben gestalte und das hat schon eine gewisse Anziehungskraft. Wenn man bei sich bleibt und nicht ständig stehen bleibt und fragt: Wo bist Du ? Sich wieder auf den anderen konzentriert und Erwartungen stellt. Überhaupt diese ganzen Erwartungen haben unsere Beziehung sehr unter Druck gesetzt. Das ist jetzt besser. Ich lasse mich auf meinen Mann ein, wenn er da ist. Aber erst dann. Sobald ich merke er ist da, aber gedanklich wo anders, dann bin ich sofort wieder bei mir - und wenn es sein muß auch aus dem Zimmer. Ich habe diese ständige Rufbereitschaft für seine Anliegen aufgegeben, - die mich zum einen frustriert und zum anderen völlig unnötig entkräftet hat.
    Ich bin damit auch nicht mehr so selbstverständlich erreichbar für ihn. Wenn ich was arbeite oder für mich tue - dann muß er halt mal warten oder mich den heutigen Tag sogar ganz entbehren. Früher dachte ich immer: Wenn ich jetzt auch noch mein Ding mache - sehen wir uns garnichtmehr. Ja - und - sollte es so kommen, dann werden wir uns entfremden. Das sieht aber gerade nicht so aus. Ich bin interessanter, seit dem ich nicht mehr wie ein ausgehungerter Tiger auf seine Anwesenheit lauere. Und er fühlt sich besser, weil er sich nicht mit aufgestauten Erwartungen konfrontiert sieht.

    Bei Dir hört sich das an, als wärst Du so ne Party-Maus, die gern mal hier und da was erlebt und Spaß hat - es aber Deinem Mann zuliebe bleiben läßt. Insofern ist das nicht ganz vergleichbar. Ich würde sagen, daß Du dann generell erst mal für Dich klären solltest, warum Du die Ehe eingegangen bist, wenn die Freiheit eher Dein Ding ist - und ob Du bei Deinem Mann etwas findest, das Dir wichtiger als diese Freiheit ist.
    Wie könnte man das ausbauen, zu einer Beziehung, die nicht nebeneinander gelebt wird? Einerseits erwartet er, daß Du von anderen Männern sprichst - andererseits ist er natürlich eifersüchtig, wenn Du das tust. Wenn er keine offene Beziehung will (was ich gut verstehen kann) dann mußt Du ganz für Dich klären, ob Du damit leben kannst bzw. leben willst - und mußt Dir im Klaren sein, ob das was Du aufgibst nicht am Ende das ist, was Du im Nachhinein mehr vermißt als die Freiheit. Aber da hilft keine Rücksichtnahme. Nur Ehrlichkeit auch wenn sie weh tut.
    Es gibt aber nicht nur 1000 Wege einen Mann zu verlassen sondern auch 1000 Wege bei einem Mann zu bleiben, der hier und heute der richtige ist :!:

    LG Nys

    mmh Liesele, Du sprichst für mich immer noch in Rätseln

    Also der Spaß der meinen Partner verletzen würde wäre für mich kein Spaß. Das ist dann eine ernste Sache die
    eine gewisse Ehrlichkeit verlangt. Sollte er damit nicht
    leben können, solltest Du zumindest so fair sein, daß er die Chance hat sich gegen Dich zu entscheiden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein reiner Spaß
    die Gefühle des anderen verletzt. Also wird es doch
    etwas sein, was für ihn zumindest eine ernste Sache ist oder?

    Sorry - aber wie gesagt, Du sprichst in Rätseln.

    LG Nys

    Hallo Manfred

    echt mal wieder ein super Thema! Danke!

    Zitat

    Ich weiß nicht warum, aber ich war von Beginn meiner Trockenheit an davon überzeugt, dass meine Lebensgeschichte oder meine aktuelle Lebenssituation nichts mit meiner Unfähigkeit Alkohol kontrolliert trinken zu können zu tun haben.

    Das individuelle daran ist sicher die individuelle Reaktion des Gehirns auf die Substanz Alkohol. = Kontrollverlust (oder nicht) je nach Gehirn verschieden.

    Zitat


    Mit der Tatsache, dass ich süchtig geworden bin haben sie allerdings etwas zu tun.

    Das ist der Punkt an dem ich mich mit Alkoholikern vergleiche, obwohl ich bei Alkohol keinen Kontrollverlust erleide. Ich bin in anderer Art und Weise eine Suchtpersönlichkeit. Das hat sich bei mir nur bislang auf wechselnden Ebenen abgespielt und ist deshalb nicht so destruktiv zum Trage gekommen. Ich will halt nur ständig "erfüllt" sein mit irgendetwas und habe in meinem Leben eine ganze Palette von Hilfsmitteln dazu gesucht bzw. entwickelt. Manche Dinge davon sind unschädlich und doch zeigt es, daß auch in mir eine

    Zitat

    eine Abwehr-, Verdrängungs- und Schutzkrankheit

    ist.

    Wobei es bei mir eher um das Bedürfnis nach Vollständigkeit und
    Angenommen-Sein geht/ging. Aber da dieses Bedürfnis nicht in dem Maße von außen gestillt werden kann, wie es in mir angelegt ist - habe ich
    unzählige Wege gesucht, das Bedürfnis zu verdrängen oder mir
    mit einer (ungesund symbiotischen und damit destruktiven) Beziehung zu stillen. Ich habe mich für diese Bedürftigkeit und Sehnsucht geschämt. Auch für das anders sein und anders fühlen als die "Normalen".

    Zitat

    Verdrängung von ..... Anteilen unserer Persönlichkeit.

    in diesem Sinne kann ich Dir zur zustimmen:

    Zitat

    Wenn wir alle etwas mehr Mut hätten unsere gesamten Anteile zu leben, wir alle sozusagen etwas „bunter“ wären, statt uns an den bestehenden Normen (sprich: dem Normalen) zu orientieren, dann gäbe es m.E. auch weniger Suchterkrankungen.

    möchte aber noch dazufügen:

    Es geht ja nicht nur um das leben der Anteile: Ich muß sie ja erst mal aushalten lernen, sie integrieren. Wenn es wie in meinem Fall ein Wunsch nach Erfüllung ist, der mich ein Leben lang begleiten wird, - dann muß ich da ganz schön tief durch mein Innerstes und ganz schön weit hinaus mit meinem geistigen, damit ich das nicht verdränge sondern umforme - in etwas Bereicherndes, Buntes. Der Hang, diese Mutter-Kind-Symbiose nachzuholen mit einem alles erfüllenden Rausch wird mich begleiten wie Dich die Unfähigkeit mit Alkohol kontrolliert umzugehen. Eine Gefahr, die nie schläft. Die aber abnimmt, wenn wir unseren "bunten" Anteilen einen
    Lebensraum einräumen und diesen Lebensraum aus Selbstliebe verteidigen. Gegen Menschen die meinen wir müßten der Norm entsprechen, - gegen Selbstvorwürfe und gegen Verurteilungen.

    Zitat

    willenlose Säufer, die vor dem Leben davon laufen.

    Wer hier schreibt - ob als Co oder als Trockener - war
    am WEGLAUFEN vor sich selbst
    am FLÜCHTEN vor dem Alltag, den andere ohne Suchtmittel bewältigten
    am LÜGEN (und sei es eine Selbstlüge gewesen)

    und ob man dazu gesoffen, eingekauft, gespielt, S** gehabt oder nur einfach nicht gelebt hat (weil man sich leben ließ) das sollte absolut keine
    Rolle spielen.

    Mir geht es hier im Wesentlichen um das was Du mit diesem Thema meinst: Mich selbst finden in allen Facetten und das auch noch gut finden
    und mein Leben damit "erfüllen". Ohne weitere Hilfsmittel und ohne
    weitere Flucht.

    Es wird immer Hard-Liner geben, die das brauchen die nassen Alkoholiker oder den XY in eine ganz ganz üble Ecke zu stellen.
    Es gehört für mich zur Toleranz, daß nicht jeder so ein psychologischer
    Tiefenschürfer ist wie ich. Jeder wird aus seiner Erfahrung heraus urteilen und ggf. verurteilen. Ich möchte lieber verstehen. Aber dazu gehört auch die zu verstehen, die andere immer wieder in üble Ecken stellen müssen... :wink:...sympathisch ist mir das trotzdem nicht :wink:

    Hallo Maik

    ich hab noch kurz Mittagspause und komm mal zum Plaudern bei Dir vorbei.
    Mir ging es die letzten Wochen ja auch recht "bescheiden" und ich
    war mir manchmal nicht sicher, ob es nicht besser wäre in eine Psych.-Klinik zu gehen. Hatte lediglich Hemmungen wegen der Arbeit.
    Weil ich mich nun aber gezwungen sehe durchzuhalten, mußte ich einen Weg finden mit dieser lähmenden Traurigkeit und dieser gefühlten Aussichtslosigkeit umzugehen. Was Du da schreibst mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (grau in grau) kommt mir seeehr bekannt vor.
    Ein paar Dinge haben mich jetzt wieder stabilisiert. Ich will sie Dir mal schildern. Vielleicht ist was für Dich dabei. Wenn nicht, dann siehst Du wenigstens, daß jemand anders auch am "rumbasteln" ist. :)

    Witziger Weise hat genau die Situation, daß ich mich neulich angegriffen fühlte, das ausgelöst, daß mir bewußt wurde wie sehr ich mich selbst
    immer wieder verurteile. Daß ich mir selbst immer wieder vorgeworfen habe: Du darfst nicht mehr so fühlen - Du darfst nicht mehr so denken - Du mußt endlich .... - Du solltest jetzt.... usw. Dabei habe ich mich selbst verurteilt und vor mir selbst geschämt und mich schlecht gemacht. Ich bin mit mir so umgegangen wie meine Mutter mit dem Nys-Kind. Es durfte einfach nie so sein wie es war und immer wenn ich mich nicht verstanden fühl(t)e konnte man mich an dieser Achilles-Verse verletzen.
    Es gab Antworten von Menschen, die mir sehr gut getan haben. Die mir gesagt haben, daß es völlig ok ist, - so wie ich bin. Das hat nicht nur gut getan - das hat mich erst mal nachdenken lassen: Ja wie bin ich eigentlich? Ja und warum sollte ich so nicht sein dürfen - nur weil viele andere anders sind? Und wenn mir meine gefühlvolle Art manchmal das Leben schwer macht, warum muß ich dann meine Gefühle bekämpfen? Und damit mich selbst? Warum lerne ich nicht einfach damit umzugehen und es zu durchleben. Auch den Schmerz wegen XY. Wieso den wegmachen? Geht eh nicht. Kein Grund sich dafür zu schämen. Wichtig ist doch nur, wie ich damit umgehe. Ob ich stark genug bin, daß mich dieser Schmerz nicht zu unüberlegten Handlungen treibt. Dazu muß ich nicht den Schmerz weg-denken sondern ihn in der richtigen Form leben lernen.

    Was meine Zukunft angeht, so habe ich jetzt auch da ein bißchen die Tore geöffnet. Ich muß nichtmehr unbedingt ein Ziel oder einen nächsten Plan haben. Ich muß auch nicht heute entscheiden, ob mein Partner der richtige für den Rest meines Lebens ist. Es reicht wenn er heute der richtige ist. Ich werde mich ändern - er wird sich ändern, ich kann nur ehrlich und treu sein, wenn ich mir selbst treu bleibe. Dazu braucht es keine ständige mentale Konditionierung: "Bis daß der Tod und scheidet "/ sondern nur einen ehrlichen und respektvollen Umgang mit mir selbst und mit ihm. Und - Ja ich hätte gern ein Kind, solange ich noch eins bekommen kann. Ja ich hätte gern ein Haus nahe am Wald und einen Garten. Sieht momentan beides nicht so aus, als ob es sich erfüllen würde. Egal. Ich habe trotzdem mal im Kindernamen-Lexikon gewühlt und mal in mich reingehorcht, wie ich denn mein Kind nennen würde und wie ich mir die Mutter-Kind-Beziehung zu einem Jungen und wie zu einem Mädchen so vorstellen würde. Auch dabei habe ich viel über mich selbst entdeckt. Und nebenbei noch bemerkt, daß es nicht so sehr darauf ankommt, ob ich nun Kinder haben werde - sondern mehr darauf ankommt, - ob ich in meinem Leben wirklich ich selbst war und damit auch alles gelebt habe, was in mir ist. Ob ich wirklich HIER war. Das reicht dann auf jeden Fall aus. Dabei habe ich mich innerlich neu erlebt. Erkannt, daß ganz alte Weisheiten in jedem von uns da sind. Oft aber nicht zur Sprache kommen, weil uns der Alltag den Takt und das Maß aller Dinge vorgibt. Oft nicht zu hören sind, weil keiner in sich reinhorcht.

    Die Freude läßt sich nicht erzwingen. Auch bei mir ist sie gerade manchmal sehr weit weg. Aber den inneren Frieden, zu dem habe ich einen besseren Zugang gefunden. Seit dem ich den Moment entdeckt habe. Ich bleibe in diesem Moment. Egal wie er sich anfühlt. Ich gehe erst den nächsten Schritt, wenn dieser Moment von mir bewußt gefühlt und angenommen wurde. Dann weiß ich auch was als nächstes dran ist.
    So bin ich im nächsten Moment offen. Und manchmal kommt dann die Freude unerwartet. Und es sind kleine Dinge, kleine Freuden, die mich
    bis zum nächsten schweren Moment begleiten. Die mir aber Hoffnung geben, daß die Freude immer wieder kommt.

    Das wünsche ich Dir auch
    LG Nys

    Hallo Varescu

    (ist das Tschechisch?) ... erst mal herzlich willkommen im Forum. Du solltest wissen, daß nur derjenige im Vorstellungsbereich lesen kann, der auch für die geschlossenen Bereiche freigeschaltet ist.

    Aber Du hast ja hier auch schon grob umrissen um was es geht.

    Daß Du bislang nichts bemerkt hast ist mM zwei Sachen geschuldet:

    Zum einen glaubt man ja gern, was man glauben will und zum anderen ist ein Mann der seit Jahren trinkt, sicherlich auch in der Lage, die Sucht lange Zeit geheim zu halten. Wenn er sich und sein Verhalten kennt, - auch sein
    Verhalten nach zu viel Alkohol - dann konnte er das sicher bisher gut timen und auf die Zeit Deiner Abwesenheit legen.

    Warum hat er dann erst zusammenziehen wollen?
    Ich glaube auch in der Hoffnung auf das "morgen wird alles anders"
    machen sich suchtkranke Menschen gern mal was vor. Sind dann aber nicht sich selbst sondern der Umwelt böse, wenn es nicht klappt. Die Selbstreflektion scheint bei vielen nassen Alkoholikern einfach abgeschaltet. Und Streß oder veränderte Umgebung löst da sicher auch noch zusätzlich ganz eigene suchtbedingte Reaktionen aus.

    Aber wichtig ist doch, daß Du so schnell wie möglich erkennst, daß man
    das Verhalten und das Denken von einem in dieser Weise krankhaft vom Alkohol bestimmten Menschen niemals logisch ergründen kann. Da wirst Du bis zum Sankt Nimmerleins Tag nach Erklärungen suchen.

    Wie kommst Du aus der Nummer raus -und willst Du da raus?
    Das wäre jetzt meine Frage an Dich.

    LG Nys

    Hallo goldband

    eine einfache Frage zu einer schweren Antwort:
    willst Du ein Leben mit oder ohne ihn?

    wenn mit ihm: warum?

    wenn ohne ihn: wie?

    du fragst bei den Alkoholikern nach dem wie man mit so einem Partner klar kommt.

    garnicht - so lange er nass ist.

    es ist also die Frage warum Du damit klar kommen willst. wDu darin weiter zu machen?

    Es mag Gründe geben. Dann frag Dich ob die reichen für das was noch kommt.

    LG Nys

    Hi Lindi

    habe den Auslandsaufenthalt meines Mannes prima nutzen können, um wieder klar zu werden. Ich weiß noch nicht wohin alles führt - aber ich weiß endlich wie mit den einzelnen Schwierigkeiten umzugehen.

    Werde nach einiger Zeit mal berichten, ob meine neuen Ansätze tatsächlich (auch in unserer Beziehung) erfolgreich sind. Erfolgreich in dem Sinn, daß ich ein zufriedenes erfülltes Leben lebe.

    LG Nys

    Hallo babs34

    vielleicht kannst Du mal alles für Dich auf ein Blatt schreiben und dann mit unterschiedlichen Farben markieren, was nun sein Teil der Geschichte ist, und was zu Dir gehört.

    Ich fühlte mich mit meinem XY eine Zeit lang so verbunden, daß ich nichtmehr unterscheiden konnte, was nun sein Schmerz ist und was meiner.

    Das mit dem Mitleid legt sich - aber Du mußt es Dir nicht zwanghaft verbieten. Es reicht, wenn Du wieder beginnst zu spüren, was Du selbst bist und selbst fühlst. Da hilft nur sortieren, sortieren und wieder neu zu sortieren. Nur nicht aufhören. Ein Moment des Gefühls und alles ist wieder durcheinander. Das ist nicht schlimm. Das sortieren wird einfacher, je öfter man es macht. Den Dingen ihren Platz zuweisen ist mal der erste Schritt. Wie im Haushalt.
    Alles braucht mal seinen Platz, dann kann eine Unordnung entstehen und
    ist auch schnell wieder beseitigt. Alles was da ist gehört ja zu Dir und Deinem Leben. Aber es sollte in eine Ordnung kommen in der Du Dich selbst wohlfühlst. Diese Ordnung kannst Du nur selbst schaffen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft dabei!
    LG Nys

    Hallo babs34

    Du fragst was Du tun sollst.
    Meine Frage: Für ihn? Für Dich? für Eure Beziehung? Zur Orientierung hilft es vllt. zu überlegen, was Du Dir vorstellst. Unter einer glücklichen Beziehung mit ihm.
    Was kann er von seiner Seite einbringen solange er trinken will (sind es dann nur Heimlichkeiten, Wegschieben von Verantwortung und Beschwichtigungen mit einzelnen schönen Momenten). Dann die Frage: Entspricht dies Deinen Vorstellungen? Wenn nein - würde sich etwas ändern, wenn nur Du an der Veränderung beteiligt bist? Wenn nur Du versuchst alles hinzubiegen und zu retten? Würde sich nicht viel ändern oder?

    Also sollte die Frage sein, was Dir die Beziehung bringt, wenn er derzeit
    keine Beziehung leben kann. (Max. Dreiecksbeziehung mit Flasche).
    Wer wird dabei auf der Strecke bleiben?

    Wie sieht Dein zukünftiges Leben aus mit ihm - wie ohne ihn?

    Wenn er der Therapeuthin nix sagt vom Alkohol, wird es auch nichts helfen, wenn sie es von Dir erfährt. Willst Du mit ihm zur Therapie gehen
    so als Paartherapie? Dann könntest Du das Problem ansprechen - aber was bringt eine Paartherapie, wenn man bislang keinen gemeinsamen Lebensplan hat? Keine gleichartige Vorstellung? Was gehört da auf die Prioritätenliste als Nr. 1 (Entzug und Abstinenz)? oder? Wer kann das machen Du oder Er?

    Aber was... wenn Prio 1 ist : Zusammenbleiben! (um jeden Preis!)... auch dann wenn er kein Interesse hat seine geliebte Flasche aufzugeben...
    Dann sei ehrlich zu Dir und frag Dich warum? Warum willst Du Dir so eine Zukunft dann antun. Warum willst Du von Hoffnung leben und allein den Karren ziehen? Warum willst Du ihm eine Trennung nicht zumuten, wenn er Dir die Flasche als Konkurrenz zumutet? Warum? Braucht ihr Euch? Warum und Wozu?
    Mit ehrlichen Antworten an Dich selbst kommst Du dann Schritt für
    Schritt weiter siehst, aus welchen Beweg-Gründen Du bleibst, und ob das wirklich Sinn macht, oder ob Du etwas findest das Du ändern kannst.
    Bei Dir nicht bei ihm.

    LG Nys