Beiträge von Nys

    Hallo Andreas

    ich schätze Dich garnicht gleichgültig oder kaltherzig ein!
    (Du wirst es nicht glauben--- ich hab mir gedacht, daß "Into the wild" zu Dir passen könnte). Einen Schock wollte ich aber nicht auslösen.
    ....und....wir kennen uns sicher nicht, falls Du überlegt hast.
    Wohne im mittleren Neckar-Raum.

    Für positive Stunden höre ich übrigens total gern Bob Seeger. 8)


    Ich habe Dich hier nur was fragen wollen, was man eben keine Frau fragen kann. Eine Einschätzung über Dich in Bezug auf ..... liegt mir fern.
    Du hast Dich mal mit dem Soldaten verglichen und mir klar gesagt, daß
    das mir nicht länger zu schaffen machen sollte.
    Jetzt habe ich gerade damit zu kämpfen, daß ich meine Bedürfnisse wieder sehr bewußt wahrnehme und da komme ich über dieses
    "Zurückgelassen worden sein" wie ich es erlebt habe - immer wieder ins Grübeln. Hat auch mit einem Termin zu tun, den ich diese Woche mit einem Koll. von XY hatte. Der ist so n bißl salopp und war spontan der Meinung, daß XY zwar unschlüssig zwischen den Stühlen stand, aber im Nachhinein niemals Mitleid mit mir gehabt hätte, nachdem er mich eiskalt im Regen stehen ließ. Ob das nun stimmt sei mal dahingestellt. Sicherlich gab es kein Gespräch im Vertrauen zwischen den beiden. Es hat mir aber trotzdem weh getan. Weil es meinen wunden Punkt traf.
    Mir kommt dabei immer wieder der Gedanke:
    Ich hätte das einfach so nicht fertig gebracht. Einen (angeblich geliebten) Menschen total verwirrt zurücklassen und trotz anderem Versprechen keine Rückmeldung mehr geben. OK 3 Tage später und dann nur zum mal "hallo" sagen. "Tss" bei mir gings um die restlichen Jahre meines Lebens.... (da war nichtmal ein Streit möglich, nur noch Auflegen)...und das wars dann.

    Du hast mal von Dir geschrieben, daß Du mit der Vergangenheit ganz gut klar kommst. Sorry ich habe das auf alle Bereiche bezogen. Und mir überlegt, ob Du Dir ebenfalls leicht damit tust zu sagen: Das war Vergangenheit - nasse Zeit, nicht so gemeint, gut is. .
    Aber offensichtlich bist Du nicht der Typ Mann, der sich gedankenlos abwendet. (Macht Dich sympathisch... äh warst Du eh schon)

    Im Grunde ging es mir mehr um den Gedanken, daß Männer eben anders ticken, - wie Du schon sagst. Und Du der einzige (Mann) hier bist, den
    ich diesbezüglich ansprechen konnte

    mein Satz

    Zitat

    Ich wünschte mir auch - mal so einfach nur an mich denken zu können und zu sagen: Wenn es mir gut geht, dann ist doch alles in Butter.


    bezog sich somit nicht auf Dich, sondern darauf, wie ich mir das anders Ticken vorstelle. Es ist momentan mein Wunsch, mal so denken zu können. Das ist nicht als Ausdruck von Gleichgültigkeit gemeint. Eher so eine Art Lebensgefühl das den Fokus eben auf dem eigenen Empfinden hat und nicht auf Dingen aus der Vergangenheit, die abgeschlossen sind.
    Wozu dieses Grübeln, sage ich mir. Ich habe aufgegeben, Begreifen zu wollen - ich muß aber noch lernen gleichgültig darüber zu sein.
    Das gelingt mir irgendwie noch gar nicht gut :(

    LG (und please don't mind my song in your ear!)
    ein schönes Wochenende Dir auch
    Nys

    Hallo Andreas

    wie geht es Dir? Der Winter ist seit 2 Std. wieder zurück.
    Ich bin grad viel draußen - d.h. am Wochenende stapeln sich die Berge im Büro.

    Was mich mal interessieren würde, wie man das schafft, so grds. positiv wieder zur Tagesordnung übergehen zu können. Mir fällt das oft sehr schwer.
    Ich denke oft nach und dann kommt manches Mal auch etwas Bitterkeit auf, daß XY offensichtlich so gut damit klar kam, mich einfach hinter sich zu lassen.
    So weiter als wär nix gewesen...........?.........
    Hat (Mann) da gar kein Mitleid oder Mitgefühl?
    Ich frag deshalb, weil ich egal in welcher Konstellation - mich immer so wahnsinnig verantwortlich fühle, für das was ich mal gesagt oder gelebt habe. Ich wünschte mir auch - mal so einfach nur an mich denken zu können und zu sagen: Wenn es mir gut geht, dann ist doch alles in Butter.

    LG Nys
    PS, - hoffe das Reptilien-Zeugs - kam für Dich nicht allzu "strange" rüber. Ist im Prinzip das, wie Männer (lt. Grönemeyer) (angeblich) tgl. drauf sind...... :wink:

    Hallo Lindi

    seit gestern will ich Dir antworten.
    Mich drückt nur grad die Arbeit...und Forum = Pause = nachher schwer wieder rein zu kommen.

    War bis 16.00 Uhr im Außendienst und habe jetzt
    so richtig viel Arbeit für das Büro zusammen.... deshalb erst mal nur ein kurzer Gruß.

    Muß mich noch ein paar Std. disziplinieren.

    LG Nys

    hallo Manfred

    ich finde Deine Ausführungen absolut treffend.
    Gerade das mit den Sinnangeboten. Es wird zu so einer Art "Ausweich-Strategie".... da holt man sich seine
    künstlich hochstimmulierten (angenommen und zugehörig Gefühle) ab und vermeidet damit den Weg in die Depression. Andereseits führt genau das zu einer Parallel-Welt und einer Parallel-Gesellschaft, die sich von der normalen Gesellschaft abgrenzt. Die Normal-Gesellschaft darf somit so krank bleiben wie sie ist. Und das ist schade. Fraglich ist auch, in wie weit sich die Mitglieder von dieser Art Sinnangebots-Gruppen im wirklichen Leben ihrem
    "Glauben" gemäß verhalten. Oder ob die Verantwortung für das Wohlbefinden gänzlich an eine höhere Dimension abgegeben wird.

    Nicht falsch verstehen. Ich bin selbst ein gläubiger Mensch, - habe schon oft in Gottesdiensten von Freikirchen oder der ev. Kirche auftanken können. Habe Seminare meines Heilpraktikers besucht, bei denen es auch um innere Heilung ging usw.......... ich sehe aber in der Spiritualität trotzdem die Gefahr der Wirklichkeitsentfremdung und meine, daß sie wohl dosiert eingesetzt werden muß, um nicht in eine ungesunde Parallel-Welt zu rutschen.

    Angenommen sein durch Leistung habe ich in meinem Elternhaus versucht. Durch Ungehorsam wurde ich von diesem Teufelskreis frei.
    Angenommen sein durch Anpassung - wird insbesondere auf dem Dorf gelebt. Die Anpassung wird erwartet, sonst droht Ausgrenzung. Ein sicherlich altes Muster der Gesellschaft und vllt. eine frühzeitliche Art Gesetze für das moralische und menschliche Miteinander allgemeingültig aufzustellen. - Schade daß damit heutzutage auch Menschen ausgegrenzt werden die den Mut haben zu denken, sich selbst ernst zu nehmen und frei zu sein von der "Meinung und Mode" die gerade angesagt ist.

    LG Nys

    Hallo Lindi

    Ich kann's mir einfach gut vorstellen, daß es so ist wie Du beschreibst. Auch ich brauche immer ein Ziel - etwas womit ich mich indentifizieren und wofür ich leben kann. Etwas worin ich sozusagen aufgehe.

    Haus und Kind sind neue Wünsche in meinem Leben. Bislang war weder das eine noch das andere für mich interessant. Gut - es lag auch an den Umständen....die man im Offenen nicht schreiben darf...... - aber es war bisher nie schwer, ein Leben ohne Kind zu führen. Jetzt denke ich: Ich wünsche mir, daß mal jemand zu mir Mama gesagt hat...wenn ich dann mal das zeitliche segne. / Das mit dem Haus ist mir bislang immer zu "festnagelnd" gewesen. Einmal finanziell an so ein Objekt gebunden und man kommt nie wieder raus. Auch die Bindung, die man dadurch zwangsläufig als Paar eingeht aufgrund der gemeinsamen Schulden, - war mir unheimlich. Wohl weil ich wußte, daß ich eben nicht so wirklich glücklich war. Jetzt träume ich von einem Haus, das so auf dem Land liegt, daß ich dort umgeben bin von der Natur, die mir schon immer sehr viel bedeutet hat.

    Erst durch XY ist mir bewußt geworden, daß sein Leben mir viel näher liegt als das, das ich gerade führe. Ich bin mit 18 ausgebrochen aus der biederen Welt meiner Familie. Eine Flucht in die Stadt, in die Autonomie, in die Anarchie. Ich wollte auch ein besonderes Leben. Am besten mit einem Künstler, der eben auch anders war. (Mein Mann ist kein Künstler)
    Aber er hat eine Zeit lang in der K.-Szene gearbeitet.

    Durch XY habe ich wieder gespürt, was für ein Landei ich eigentlich bin, und daß ich den Wunsch Mutter zu sein eigentlich ursprünglich auch einmal hatte. Die alt vertrauten Strukturen habe ich irgendwie doch vermißt - wenn auch das Leben meiner Eltern für mich immer noch ein Graus wäre. Aber wie gesagt, das von Onkel und Großvater wär schon ok.
    Es erdet so schön. Landwirtschaft liegt mir. Habe den ganzen Sommer damit verbracht und war ganz in meinem Element.

    Jetzt backe ich wieder kleine Brötchen. Freu mich auf Büromöbel anstatt auf Haus. Arbeite wie bekloppt und ziehe daraus - daß jeder Tag besonders ist und nicht planbar bleibt, wie ich die Menschen antreffe mit denen ich zu tun habe. Freue mich über einen klaren Kopf. Der heute leider etwas unter dem Hufxchmyed-Termin leidet. Kann mir noch nicht abgewöhnen die Erinnerungen da rauszuhalten.

    Daß Dich die Rückkehr nach Deutschland nicht anmacht ist so was von nachvollziehbar. Mensch ich würd Dir gern helfen, wenn ich könnt. Was hilft ist vllt. Neugier auf Deine Fähigkeiten aus NICHTS etwas zu machen.
    Diese Kraft und Energie traue ich Dir zu. Vllt. könnte es was mit Pferden sein. Selbständigkeit ist sicher finanziell eher nicht ratsam, - aber vllt. gibt es eine Stelle - einen Platz an dem Du Dich evtl. einfügen aber auch ausleben kannst.

    LG (Ich muß noch mal zum Arbeiten außer Haus)
    Nys

    Hi Lindi

    wie geht es Dir heute? Hast garnix mehr zu meiner Antwort von gestern geschrieben... hoffe ich hab nichts Falsches gesagt?

    Ich seh in Dir nicht diejenige, die nichts auf die Reihe bringt (wie Du das manchmal darstellst). Im Gegenteil: Du wagst viel und kämpfst für Deine Träume. Aber Du möchtest immer diese Antriebsfeder (von einem Traum) haben. --- so kommt mir das jedenfalls vor. So rein vernunftsmäßig bringt Dich nichts in Wallung. Dann lebst Du den Tag. Auch das ist eine Entscheidung. Aber vllt. hilft die Frage: Warum brauchst Du für Dein aktiv werden ein Ziel das Dich beflügelt? Warum darf es nicht auch mal ein langweiliges Ziel sein, das u.U Überaschungen bereit hält?

    LG Nys

    hallo Zimttee

    schon kraß... aber ist es nicht auch irgendwie erleichternd? --- angst hab, vllt. blöde Frage~~

    wenn mal die Wellen durch sind und Ruhe einkehrt
    siehst Du dafür jetzt vieles in einem ganz anderen Licht und kannst noch besser für Dich sorgen, als Du es eh schon die ganze Zeit tust.

    Ob das jetzt unbedingt Dein Prüfungsthema werden muß, weiß ich allerdings auch nicht...

    Wie ist das jetzt - Du mußt die Prüfung nachholen weil Du krankgeschrieben warst? oder?

    LG Nys

    Hallo Manfred

    ich habe mich noch nie zu einer Gruppe zugehörig gefühlt. Selbst dann wenn mir die Gruppe sehr wertvoll war. Dann empfand ich mich als "nicht gleichwertig".

    Dabei ist es sicher ein Ur-Bedürfnis das Menschen zugehörig zu sein - oder?

    Ich finde Deine Fragen dazu sehr interessant. Habe aber leider auch keine Antworten. Sehe darin bei mir persönlich eben diesen kleinen Teil einer Border-Line Persönlichkeit, die immer irgendwie "extra" und "für sich" bleibt - obwohl sie dadurch ihrer inneren Heilung entgegensteht.

    LG Nys

    Es ist zu spät um morgen um sechs fit zu sein.
    Mist.
    Der Tag war rundum ausgefüllt und manche Entscheidung in meinem Job geht mir derzeit mehr zu Herzen als früher.

    Wird wohl mit der gesteigerten "Selbstwahrnehmung" zusammen hängen. Also wieder ein neues Erfahrungsfeld. = wie damit umgehen?- ohne daß es zu einer "butterweichen" Nys führt.

    Leider habe ich vom Zeitdruck und dem Verarbeiten meiner Eindrücke, wieder Lust aufs Rauchen bekommen. (Ich hatte seit ca. 4 Wochen aufgehört.)... heut wieder 2 Zig. konsumiert...allerdings ohne schlechtes Gewissen. Eher um runterzukommen und ganz bewußt mal Pause zu machen.

    Morgen wird's anstrengend und bis 10 Uhr muß ich eine Entscheidung treffen, - die mir nicht besonders leicht fällt. Harte Kante könnte als fies aufgefaßt werden. Gutes Zureden wird aber nix bringen.


    Na dann werd ich mal drüber schlafen. (seufz)

    Hey Lindi

    ne ne... so ist das nicht! Dein Leben ist noch viel zu
    lang um langweilig zu werden.

    Muß Dich da leider enttäuschen :wink: da ist noch viel zu viel Zeit, um
    ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

    Aber ich stecke auch immer mal wieder in diesem Loch, aus dem man nur den oberen Rand und das ewige Blau des Himmels sieht. Und denkt: Mein Gott war das schon alles?

    Es kam mir total doof vor, als ein Psych (grad 1 Jahr älter als ich) zu mir sagte: In Ihrem Leben wird noch so viel Neues passieren. Seien Sie doch mal neugierig drauf und erwarten Sie was vom Leben.

    bähh dachte ich - so viele langweilige Ehen kenne ich - und ich werde jetzt 100%ig auch so enden.

    Na ja. Manchmal denke ich das immer noch. Bin grad auch etwas frustriert. War extra nicht bei den Pferden, weil mit Männe verabredet auf 22 Uhr.... ja und jetzt ist das wieder nix fürs Offene.

    Meine Bedürfnisse kämpfen gegen die Gedanken und anders herum und deshalb bin ich jetzt im Forum. Schön Dich hier zu lesen und eigentlich ein super Ansatz von Dir, jetzt einfach mal von der Seele zu schreiben, was Dich bewegt. Bist halt sonst auch immer so ne Kämpferin. Steht Dir auch gut. Aber die andere Lindi auch - und da könnte es vllt. noch was ganz neues zu entdecken geben. Vllt. fängt das nächste Abenteuer für uns ja "da drinnen" an - nachdem wir "da draußen" immer Vollgas gegeben haben :wink:

    Liebes "Grüßle"
    Nys

    Hallo Time

    das mit dem nicht logisch denken können, ging mir auch ganz lang so. Gerade die Entscheidungen, was tue ich in welcher Reihenfolge, was ist wichtig, was nicht - war unglaublich blockiert. Das Loslassen, das ich erst kürzlich hier beackert habe, hat mich wieder klarer werden lassen. Jetzt merke ich wie viel Energie zuvor einfach in die falschen Kanäle floß - und jetzt wundersamer Weise wieder da ist.

    Das mit dem Brief. Ich würde sagen, laß erst los und entscheide dann, ob es das Richtige ist. Ich denke das Loslassen ist wichtiger als das Abschicken.
    Aber das ist grad schwer wenn man von der Zuneigung eines Menschen berührt ist. Aber vergiß nicht, wie Co's sind Meister im rein-Interpretieren.
    Männer und XY#s haben wohl nur manchmal so einen
    sentimentalen Moment wie wir im Dauerzustand durchhalten :wink:

    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Lindi

    diese Aussage hat mich begleitet:

    Zitat

    Das wurde Ernst, sehr Ernst......Boah..... also wenn ich bei mir mal erwaehnte, ich haette mein ganzes Leben nach Intensitaet gesucht...die hatte ich da. Mehr als genug. Und mehr, als ich verkraften konnte!

    schon dramatisch, wenn eine (solche) Beziehung dann mit dem Tod eines Partners endet. Wie kam es, daß Du wieder bei einem XY gelandet bist?
    Ich frag jetzt mal ganz direkt. Du brauchst aber nicht antworten, falls es Dir damit nicht gut geht.

    Komme gerade vom Stall und werde jetzt sofort ins Bett gehen. Wollte eigentlich noch die Post im Büro bearbeiten. (Der Postbote hätte auch gleich seinen ganzen Sack dalassen können....).........aber heut abend geht nichts mehr.

    Liebe Grüße
    Nys

    Hallo Forum

    heute endlich im richtigen Rhythmus angekommen.
    Schlafen und Arbeiten wieder in die richtige Zeitschiene gebracht. Ich freue mich auf die Arbeit außerhalb des Büro's. (War mir schon immer lieber als der Papierkram). Ich hoffe daß ich meine Neuorganisation der Arbeitsabläufe wie geplant durchziehen kann.
    Wir haben neue Vorschriften und damit hielt ich diese Umstrukturierung für notwendig. Manchmal haben Veränderungen den Charme eines Neubeginns.
    Auch wenn Vorschriften oft von Leuten gemacht werden, die keine Ahnung haben. Die Herausforderung besteht darin, sie umzusetzen ohne dabei
    Rückschritte zu machen :?

    Ich wünsche allen eine angenehme, nicht zu kalte Arbeitswoche!
    LG Nys

    Hi Lindi

    bin noch am Büro-Kram erledigen. So werd ich mal kurz antworten:

    XY , die Pferde und ich..........waren so ein Gespann (im wahrsten Sinne des Wortes)......... wär schön wir könnten uns auf einen Kaffee zurückziehen, da gäbe es viel zu erzählen. Leider nicht so geeignet für's Offene.

    Mein Hobby war mir erst hinterher vergällt, weil ja jeder m² im Stall mich an XY erinnert hat. Jetzt gehört dieser Ort wieder mir und den Pferden. Aber das hat lange gedauert.
    Wie er seinen Job und seine anderen Aufgaben und Arbeiten neben unserer zeit- und kräfteraubenden Beziehung bewältigt hat ist mir noch heute ein Rätsel. Um 5 Uhr raus und um halb elf nach Hause.(dort die Tiere versorgen)...dann noch mind. 4 Bier ........ und abends wieder bei mir sein.
    Das war auch so ein Grund, weshalb ich nicht an seiner Ehrlichkeit zweifelte. Deshalb habe ich auch gerne jeden Tag eingekauft (incl. Bierkisten) mich für ihn umgezogen und gekocht als ob Weihnachten wäre. (so nach dem Motto: Lebe jeden Tag als wär's der letzte). Trotzdem hat es mich manchmal gestört, daß das so selbstverständlich aufgenommen wurde. (Schließlich hatte ich zuvor auch meinen 8 Std. Tag und die beiden Pferde bewältigt.) Nur in der Zuneigung, die mir entgegengebracht wurde konnte ich mich nicht beschweren. Da war es die Intensität die mich über alles andere wegsehen ließ.
    Irgendwie war auf beiden Seiten klar, daß eine gewisse Abhängigkeit bestand. Das hat die Sache auch noch angefeuert. Außerdem hatte ich endlich jemand der sich gerne bekochen und versorgen ließ. Er hatte jemand bei dem er anhänglich und dominant gleichzeitig sein konnte.
    Ein Psychologe hat mir mal erklärt, daß wir auf Charaktere anspringen, die eine gewisse Spannung aufweisen. D.h. wenn jemand Gegensätze in sich vereinigt, wird er generell als anziehender empfunden, als jemand der nur eine Richtung in sich trägt. Bei uns waren auf beiden Seiten die Gegensätze so verteilt, daß es in der Situation immer passte. Ich war die Starke im Auftritt nach Außen unter den Leuten. Ich hatte den Plan und die Vorschläge. Ich war die die ihn tröstete und aufbaute. Er war glücklich, wenn mich seine Zuneigung überwältigte und ich ihm die Kontrolle übergab. Und ich war dann glücklich die Kontrolle abgeben zu können und hatte das Gefühl, daß er endlich der Mann sein konnte, den ich in ihm sah. Das war schon alles sehr harmonisch und steigerte sich gewaltig. Aber es hat mich ausgesaugt und letztendlich war es ein riesen Konstrukt von Lügen und Selbstbetrug. Das im Rückblich ganz gewiß nichts Schönes mehr hat. Einfach weil so vieles gelogen war. Und sei es aus Feigheit. Aber das kindliche Vertrauen das ich ihm entgegenbrachte war das Ergebnis einer Illusion.

    Mein großer Brauner - mit seiner internationalen Menschenkenntnis - war der einzige (von allen Menschen und Pferden) der XY mißtraute. Der hatte durchschaut, daß dies kein Platz von Geborgenheit sondern von Unsicherheit ist. Bei meinem Ehemann ist er total lieb wie ein Schulpferd.
    Bei XY (der für seinen ruhigen Umgang mit Pferden bekannt ist) mußte ich immer dabei sein, - sonst war der Braune furchtbar nervös.

    Also Du kannst gern bei mir auch Sachen von Dir schreiben. Ich dachte
    nur so, daß Du vllt. ganz unabhängig davon berichten könntest, was Dir grad so durch den Kopf geht. Muß ja nicht mit XY zu tun haben. Aber wie gesagt - kannst Du auch gern bei mir reinschreiben. Ich freu mich wenn Du mich besuchst!

    LG Nys

    Liebe Lindi

    Danke für Deine Worte. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben wegen der Frage. Es ist ganz im Gegenteil gerade die Baustelle um die ich noch rumschleiche wie die Katze um den heißen Brei.

    Fragen die man selbst immer bequem umschifft sind die Fragen die eine gewisse Arbeit - ein Hinschauen erfordern. Manchmal auch ein schmerzliches Hinschauen. Klar habe ich geweint als ich die Antworten schrieb und überraschend verklärt kam auch der Gedanke an das Geborgenheitsgefühl bei XY auf. Ist jetzt aber kein Kampf dagegen notwendig - weil ich es ganz bewußt zulasse und objektiv (daran arbeitend) bewußt vergleiche - wie ich dieses Gefühl neu in mein Leben integrieren kann. Unabhängig von XY. Es kommt ja aus mir. Auch die Sehnsucht und die Leidenschaft. Ist ja alles in mir und ich habe es doch in der Hand mit wem ich das lebe. Natürlich war das Spiel von Dominanz und Unterwerfung einfacher mit einem Menschen der mit den gleichen Defiziten und mit den gleichen Gedanken-Mustern unterwegs war. Da lief der Rauschzustand sozusagen automatisch an und ich konnte mir jederzeit sicher sein, daß ich genauso in der Lage war ihn in den 7ten Himmel zu befördern. Der 7te Himmel war also leicht zu erklimmen, - ein reales Leben hätte so ausgesehen, daß ich alle wichtigen Aufgaben und Arbeiten, alle lästigen Entscheidungen und überhaupt alles übernommen hätte - damit dieses Gefühl nie abhanden kommt. Damit wäre ich erpreßbar gewesen. Ich hätte alle Energie in seine Zufriedenheit und die Arbeit auf dem Hof gesteckt. Selber zurückgesteckt und nur für die paar schönen Stunden gelebt. Schrecklich die Vorstellung, was für eine Enttäuschung das geworden wäre - wenn das alles eines Tages selbstverständlich und immer noch ein Grund zum Saufen gewesen wäre.
    Von dem was in einem Alkoholiker-Alltag sonst noch dazukommt mal ganz zu schweigen.

    Also wichtige Erkenntnis: Das Glücks-Gefühl gehört mir. Und zwar mir allein. Es kommt aus mir, aus meiner Art zu leben und zu lieben. Ich kann es geben und nehmen. Ich brauche dazu nicht den richtigen Parameter.
    Bzw. ich muß lediglich die Parameter ändern um es auch unabhängig von XY leben zu können.

    In den Parametern die XY mitbrachte liegt der Schlüssel für meine Selbsterkenntnis. Ich muß dort anfangen zu bleuchten. Es hängt mit meiner Kindheit zusammen und auch mit den in mir vorhandenen Mustern. Das ist komplex und natürlich nicht fürs Offene geeignet.
    Ausweglosigkeit ist mir aus meinem Kinderzimmer vertraut und deshalb haben auch meine Alarmglocken versagt, als die Liebe zu XY immer auswegloser wurde.
    Die Traurigkeit die aus dieser Ausweglosigkeit kommt ist ein tief eingegrabenes Gefühl in mir. Trügerisch ist, daß es mir sozusagen
    "heimatlich" vorkommt.

    Was aber auch ein wichtiges Thema ist und mE nach auch bei vielen Co's gleich ausgeprägt: Der Wunsch nach Kontrolle und Abhängigkeit.
    Das mit der Kontrolle paßt ja auch zu Deiner Auto-Fahr-Geschichte.
    Ich wußte, daß mir XY die Kontrolle überläßt, die Führung. Damit verspürte ich "vermeintliche" Sicherheit. Gleichzeitig war er was das
    Männer-Frauen-Bild angeht so traditionell geprägt, daß er damit genau meinen Wunsch nach beschützt und dominiert werden in den Bereichen erfüllte - in denen es mir angenehm war.

    So wie ich von meiner Mutter Trost erwartete, als
    ich die Kellertreppe runter fiel - so habe ich von ihm erwartet, daß ich bei ihm Trost für die "untröstlichen" Kinderjahre finde. Er hat da gut dazu gepaßt, weil er Männern die mich damals trösteten sehr ähnlich war.
    Traditionell geprägte Männer an denen ich aufschaute und bei denen ich gerne gelebt hätte. Ein Nachbar und Nenn-Opa war zB so ein Zufluchtsort.
    Er und sein riesig großer Garten mit dem Fischteich, aus dem er mir die tollsten FischGeschichten von einem Fisch seines Vornamens erzählte.
    Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis. Er war aber ebenfalls Alkoholiker.
    Und ich war immer seine "Verbündete"..... wie das Alkoholiker halt so brauchen. Als ich 11 Jahre alt war, hat er sich das Leben genommen.

    So und jetzt werde ich die Parameter ändern.
    Mein Mann hat mich schon so oft getröstet und ist wirklich für mich da. Wir sind gleichberechtigt auf einer Ebene. Keiner führt, keiner dominiert. Jeder trägt und übernimmt Verantwortung für sich und sein Handeln. Und es ist Verlaß da. Und wenn ich mal die Augen aufmache, dann gibt es noch viele andere Welten zu entdecken. Es muß nicht die Schablone sein, die mir meine Kindheit zurechtgeschnitten hat.

    Ich bin ein mutiges fröhliches und ein bißchen wildes Kind gewesen.
    Ich werde mir selbst versuchen die Mutter zu sein, die ich gerne wäre.
    Kennst Du Ronja Räubertochter? Die Mutter von Ronja ist mein Ideal.
    Ein Kind das mit so viel Freiheit und Liebe aufwächst, braucht später keinen der es beschützt und wärmt, keinen der nur in gegenseitiger Abhängigkeit leben kann. Die erwachsene Ronja würde sich einen gleichwertigen Partner suchen. Keinen der zuhaus dominiert und im Alltag alle Verantwortung abgibt. Also habe ich mit meinem Mann die richtige Wahl getroffen und werde die erwachsene Ronja mal beobachten. Die Frage ist noch offen: Wieviel Rausch ist ohne Abhängigkeit möglich?

    Was die Jahrestage angeht, so war gerade auch der Jahrestag vom Tod meines Vaters. oh ja. Ich habe ihn sehr sehr geliebt und er mich auch. Und es hat nie einen Gedanken oder einen Wunsch gegeben ihn für sein Verhalten zu bestrafen. Jonas hatte das mal vermutet. Ich habe es gründlich hinterfragt. Ein klares Nein. Ich habe nur gelernt, daß Liebe mit sehr viel Unselbständigkeit und Unfähigkeit in Kombination daher kommen kann. Das hat mich großzügig gemacht. Zu großzügig, wenn es um meinen Selbstschutz geht.

    Und noch was zu Jahrestagen: Ich habe die Geburtstage in den Kalender 2013 übertragen.... und danach gedacht:.....irgendeinen hast du vergessen? Ach ja........den von XY...........habe ich natürlich dann auch weggelassen. Aber witzig war, daß ich erst überlegen mußte.

    Meine Güte ist das jetzt ein Roman geworden. Wer will daaas lesen?

    LG
    Nys


    P.S.: Hey Lindi, ich finde Du hast auch ohne XY-Gefühle genug Stoff zu schreiben. Magst Du nicht doch einen Thread aufmachen? Ich kann ja jetzt auch nichts mehr zur CoAbhängigkeit schreiben - aber eine persönliche Weiterentwicklung ist auf jeden Fall noch drin. Und wie oben gesagt: Es sind manchmal gerade die Fragen von anderen, die einen ein Stück weiterbringen. :wink:

    Als ich sie später mal drauf ansprach und ihr sagte, daß ich wegen so was das Vertrauen zu ihr verloren habe, sagte sie: Ich könne sie einfach nicht verstehen.
    Sie hätte mich geschlagen, weil ich sie so furchtbar geängstigt hätte mit meinem Geschrei. Ich hätte überhaupt keine Rücksicht auf sie genommen und darauf, daß sie im Bügelzimmer keine Ahnung hatte, was passiert sei. Ob ich mir denn nichts dabei gedacht hätte. So zu schreien - da konnte müßte ich doch verstehen, daß sie mich vor lauter Schreck und Wut schlagen mußte.

    Auf solche Sätze sagst Du einfach garnichts mehr.

    Eine Erinnerung

    Wir waren im Bügelzimmer im Keller. Ich wollte hoch in die Wohnung und ging die Kellertreppe hoch.

    Ich war noch zu klein, um an die Türklinke zu kommen, da mußte ich mich auf die Zehenspitzen stellen um die Klinke runterdrücken zu können und bin dabei rückwärts die Kellertreppe runter gefallen.
    (Die letzte Treppenstufe war ja wg. der Tür sehr schmal). Die Treppe war recht steil und lang. Ich glaube ich habe mich fast rückwärts überschlagen.

    Unten hatte ich wohl einen Schock. Ich kann mich nur erinnern, daß ich zuerst keine Luft bekam und dann fürchterlich geschrien habe. Meine Mutter stürzte aus dem Bügelzimmer und hat mich windelweich geschlagen. Grund: Wenn ich schon so eigensinnig sei und allein da hoch gehe, dann dürfte ich auch nicht schreien, wenn mir dabei was passiert.