Beiträge von Nys

    Hallo Andreas

    ich komm grad mal vorbei, um nochmal zu sagen, daß Du mir einen großen Dienst mit Deiner Antwort in meinem Thread erwiesen hast. Warum ich's gerade von Dir so gut annehmen kann weiß ich nicht. - Vllt. gerade weil da so viel selbstkritische Ehrlichkeit dabei war.


    Tief in mir ist es so als hätte ich nun endlich das Ende des Tunnels erreicht und trete ins Freie.

    Irgendwie fühlt es sich zum ersten Mal wirklich frei an. So als wäre das Mitleid die letzte Fessel gewesen, der noch durchtrennt werden mußte.
    Danke für das scharfe Messer, das Du mir geliehen hast! Es gab in der Vergangenheit viele, die mir die Fessel immer wieder anlegten, in dem sie sagten: Ne so ist der nicht! Aber tief drinnen ahnte ich es war aber ziemlich allein mit dieser Ahnung.

    Liebe Grüße Nys

    PS
    Ich kannte diese perfekten Lügen, von Junkies, die ganze Geschichten erfinden, um an Geld zu kommen. Meinst Du man entwickelt als Suchtkranker generell eine besondere Art glaubhaft zu lügen? Ist es vllt. auch der Alk, der einen Alkoholiker selbst glauben läßt was er sagt? Um dann so überzeugend rüberzukommen, daß man immer total überwältigt ist von der Vorstellung die der da so bietet? Oder ist das eher eine ganz bewußte Art, sich wirkungsvoll davor zu schützen enttarnt zu werden? Ich weiß das sind krasse Fragen. Du mußt auch nicht darauf antworten. Ist mir nur heute noch so durch den (freien!) Kopf gegangen.

    Dieser Post sollte einfach nochmal ein DANKE sein.

    Liebe oldie

    ich verstehe Deine Ansicht und will auch nicht steif und fest behaupten, daß ich eine Border-Line Persönlichkeit (Hans mein Igel-Syndrom) habe. Meine Schlüsse, die ich ziehe, sind für mich nicht Diagnose, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn die mit dem Hans mein Igel funktioniert - wunderbar.

    Es gibt eine Liste an Kriterien, die erfüllt sein müssen, um von einer Border-Line-Störung zu sprechen. Meiner pers. Einschätzung nach treffen 4 davon
    auf mich zu. Mein Mann sagt es seien fünf.

    1.) Verzweifeltes Bemühen nicht verlassen zu werden
    2.) Ein Muster instabiler intensiver Beziehungen mit dem Hang zur Idealisierung
    3.) Instabiles Selbstbild (mal Überhöhung mal enorme Selbstzweifel)
    4.) Impulisvität in selbstgefährdender Form (Adrenalin u. a. Süchte)
    5.) Wiederholte Suizidversuche/gedanken

    Wichtig ist für mich nicht die Dianose. Wichtig ist ein Lösungsansatz und der scheint für mich darin zu bestehen:
    Mir hat das Verständnis geholfen, daß ich diese Mutter-Kind-Symbiose
    schmerzlich vermisse. Und daran besteht kein Zweifel. Man heult nicht
    stundenlang über eine Erkenntnis, wenn sie nicht ganz tief sitzende
    Wunden berührt. Damit habe ich eine neue "Entspannungstechnik"
    für mich entwickeln können - die universell einsetzbar ist und mich
    (ganz wichtig! ) von den Sehnsuchtsanfällen nach XY geheilt hat. Die traten sinniger Weise immer dann auf, wenn ich mich überfordert oder
    ängstlich fühlte.

    Auch die Erkenntnis, daß ich ein Vetrauen zu der menschlichen Gemeinschaft aufbauen muß um heilen zu können, hat mir geholfen. Ich habe mir bislang immer nur Einzel-Helden herausgesucht, die ich als "Retter" auserkoren habe. Gegen die Gruppe habe ich mich aus Angst vor
    Ablehnung immer (innerlich) ein Stück abgegrenzt, weil ich mich als irgendwie undefinierbar anders wahrgenommen habe. Ich habe ein tiefes Mißtrauen und fühle mich ganz tief da drinnen auch wehrlos wie ein Tier, wenn ich an die "Menschliche Art" denke. Da ist eine gewisse Angst, die ich mit viel Aktionismus und viel Energie-Aufwand immer betäubt und verdrängt habe. Man muß nicht unbedingt auffallend bösartig sein, um
    von einem eigenen Igelpelz sprechen zu können. Ich glaube es reicht wenn es unter der Oberfläche einen tiefen Groll und ein Mißtrauen gibt, das der gesamten Menschheit gilt.

    Es hilft mir, mich auf meine Schwäche einzulassen, Verletzlichkeit zuzulassen und der Gemeinschaft, z. B. dem Forum, Vertrauen zu schenken um wie der Igel mit hilfreichen Salben behandelt zu werden.
    Eine passive Form der Hilfe, die man an sich geschehen lassen muß.
    Dieser Gedanke ist auch aus dem Buch und hat mir sehr geholfen.

    Also Diagnose hin oder her ist mir eigentlich egal - hauptsache es geht mir besser damit. Findest Du nicht auch?

    Liebe Grüße und Danke für Deine Gedanken
    Nys

    Liebe oldie

    Zitat

    Kein erwachsener Mensch soll sich derartig in einen anderen Menschen versenken

    Genau das habe ich über dieses Border-Line Buch erkannt: Ich bin in gewisser Weise ein Kind geblieben. Deshalb auch das "Waldkind" in meinem Märchen.
    Ich habe einen Hang zur Symbiose (dieses Versenken) die ich als
    Baby nie erleben durfte. Diese Symbiose versuche ich als Erwachsener
    nachzuholen. Das geht aber nicht mit einem selbständigen Erwachsenen der das nicht sucht. (Weil er es ja hatte und nicht mehr braucht). Das geht nur mit einem Menschen der selbst gerne "in etwas versinkt".

    Das ist meine Sucht, mein Muster, das ich erkannt habe und jetzt endlich
    auch einordnen kann. Das war ein Riesen-Schritt. Ich kann dadurch verhindern, daß es wieder passiert, weil ich weiß was da abläuft und ich kann die bislang unkontrolliert auftretende Sehnsucht nach der Geborgenheit die ich nur bei XY spürte sofort abstellen, sobald ich mir bewußt werde, daß ich eigentlich nicht ihn, sondern die Geborgenheit eines Baby's bei seiner Mutter vermisse. Dieses innere Kind behandle ich gerade sehr liebevoll.

    Weißt Du - ich habe Ablehnung so oft verarbeiten müssen, daß ich es teilweise garnichtmehr gemerkt hab. Meine Sehnsucht nach dem Schutz einer Mutter und dem Angenommen sein ist aber innerlich wie ein Tsunami angewachsen. Als ich das vor einigen Tagen bemerkte, hab ich nur noch geheult.

    Zitat

    akzeptieren, es war wie es eben war

    Gerade eben, weil ich mich jetzt zu meiner eigenen Mutter gemacht hab und dieses innere Kind liebe und beschütze, war es unheimlich schwer die XY Geschichte damit in Einklang zu bringen. Ich glaube auch, daß ich mich
    nie wieder so behandeln lassen würde. Aber jetzt war's ja schon passiert und noch gar nicht so lange her.

    Deshalb habe ich eine Nacht lang versucht das zu bearbeiten. Rausgekommen ist dann das Märchen, - aber da kamen dann alle Gefühle auch gleich wieder mit hoch. Ich glaube das gehört einfach auch zur Aufarbeitung dazu. Und wirklich GOTT SEI DANK
    habe ich Euch und bin mit diesen Gedanken und Gefühlen nicht alleingelassen worden.

    Ich denke wenn ich heile, werde ich auch nichtmehr so was mit mir machen lassen (müssen) die Sucht nach der Symbiose wird schwächer und ich lerne als erwachsener Mensch tasten und fühlen und sehen und merken, daß ich eigentlich ein Ganzes bin, das keine Ergänzung sondern ein Gegenüber braucht. Ich habe schon gemerkt, daß ich meinen Mann und unsere Zweisamkeit in ganz neuer Form wahrnehme. Und ich danke Euch, daß Ihr mir helft das Vergangene zurückzulassen.

    LG Nys

    Liebe Aurora

    Du hast recht und Carpenter hat mir sehr geholfen was das Abschließen dieses Gedankenkreises angeht,
    der mit Mitleid anfängt und mit Bitterkeit endet und anders rum.

    Die Bücher habe ich gekauft, weil Angst vor Zurückweisung ein Titel war, der mich ansprach (Hysterie) und weil ich in dem Border-Line-Buch
    geblättert und teilweise meine Verhaltensmuster wiedererkannt habe. Daß ich Erklärungen für sein Verhalten bekam, war eher ein Zufall - aber auch irgendwie hilfreich, wenn es um dieses verzeihen und annehmen geht.

    Wie Du schon festgestellt hast ist das mit dem Loslassen so eine Sache. Heute denke ich: Ja Carpenter hat mir geholfen. Morgen sehe ich das hoffentlich noch genauso. Nicht umsonst habe ich mich hier als Co angemeldet. Mir ist klar, daß ich mich wahrscheinlich nie wegen dem Alkoholmißbrauch von ihm getrennt hätte - obwohl ich ihm das vom ersten Verdachts-Moment an angekündigt hab. Ich hätte nie den Absprung geschafft wenn er seine Frau verlassen und zu mir gekommen wäre. Ich hätte mich für ewig verantwortlich gefühlt und auch in seiner Schuld. Alle hätten dann irgendwann gesagt, ich sei schuld daß er trinkt und seine Familie verloren hat.

    Ich kann wirklich so was von froh sein. Und das versuche ich jetzt wieder mal auf ein Neues!.

    Bitte entschuldigt diesen XY-Anfall. Ich hab es bisher krampfhaft versucht zu vermeiden. Deshalb
    klangen meine Postings auch manchmal so verkopft. Es einmal durchzukauen war wichtig.
    Der Kaugummi wird nun ausgespuckt, versprochen.

    Und sagt mir bitte, wenn ich ihn wieder zurückhole! :x

    LG Nys

    Nochmal Andreas

    da fällt mir grad ein, - er hat mal gesagt

    (Umformuliert)

    "ich bin viel weniger als Du denkst"

    da hatte er dann wohl doch ein schlechtes Gewissen. (Wegen der Krone)
    Aber er hätte es so leicht haben können:

    Das erste Mal habe ich Schluß gemacht

    Dann hat er das nächste Mal seine Frau entscheiden lassen (gegen mich)

    Da war jedes Mal ein Punkt zum Aufhören ohne daß er was hätte tun müssen!

    Das ist halt meine Verletzung, daß er da keine Ruhe geben konnte. Alles aber auch alles aufs Spiel gesetzt hat - nur wg. einer Spielerei? Unglaublich.
    Aber man muß glaub nicht alles verstehen. :roll:

    Andreas,
    (sorry hab vorher Carpenter geschrieben)

    ja Du hast ihm die Krone schon abgesetzt

    und ich glaube Dir

    wie gesagt, das hilft. Und ich bin wirklich hier um
    mir helfen zu lassen. Keine Lust auf ewiges Leiden!

    LG Nys

    Hallo Carpenter

    oh man VIELEN DANK. Das ist so ehrlich von Dir.

    Ich glaub Du weißt garnicht wie sehr mir das hilft:

    Zitat

    Mitleid für Deinen Soldaten ist überhaupt nicht angebracht, im Gegenteil...Du hast gar keine Ahnung, was für ein Glück Du hattest, das es so gelaufen ist.

    Zitat

    mach Dir bitte um ihn keine Gedanken.

    Ja - wenn ich das so höre. Eigentlich toll. Ich bin froh, wenn Du meinst
    es geht ihm ganz gut damit. Ist zwar ein großer Kratzer an seiner Krone, die ich ihm aufgesetzt hab - aber besser als mich mit Sorgen um ihn
    den ganzen Tag rumzuschlagen.

    Irgendwie gibt mir das Frieden.


    Ich glaube Deine Worte geben mir wieder Freiheit, dankbar anzunehmen daß ich da raus bin. Und den Blick nach vorn zu richten.

    Danke! und Liebe Grüße Nys

    Liebe Renate

    da sind viele wahre Worte dabei.

    Zitat

    Wie gerne hätte ich Ehrlichkeit gehabt,auch wenn das sicher weh getan hätte.

    Ich wäre ihm dankbar gewesen. Aber er konnte/wollte es nicht. Vllt. hat er es sich immer wieder vorgenommen und dann nicht geschafft.

    Zitat

    lernt man mal so eine Ehefrau kennen

    wir haben 1 Std. geredet. Ich habe sie gebeten ihn nicht zu verlassen.
    Vieles was er über sie gesagt hatte war wahr. Hat sie selbst zugegeben. Aber vieles was ich vermutet hatte, leider auch. Es gibt auch Gründe warum eine Frau kalt wird. Sie ist menschlich aber auch ein Problemfall - mehr kann ich dazu nicht hier im www schreiben. Aber als ich ihre Fragen an ihn hörte und ihre Vorwürfe, da zeigte sich ein Bild von ihm, das ich nicht
    vergessen sollte. Ich will es mal mit EGOIST und EISKALT bis aufs Blut bezeichnen.


    Da trifft auch dieser eine Satz von Dir zu:

    Zitat

    Einen Menschen so!! zurückzulassen (ohne Schlusswort/mit offener Wunde)ist so unmenschlich ,das man froh sein sollte das dieser Mensch weg ist ,denn er wird sich in anderen Lebenssituationen nicht besser verhalten(verantwortungslos und ohne Rückrat)

    Er hat mich unmenschlich im Stich gelassen (mehrmals !!!)
    Ich hätte zu den guten Zeiten meine Hand ins Feuer gelegt, daß er das
    niemals tun würde.

    Aber Dir gings ja ähnlich. Ich habe bei Deiner Geschichte schon oft Parallelen unserer XY entdeckt.

    Die beiden Bücher zu Hysterie und Border-Line von Hans Peter Röhr haben mir viel Einblick in psychologische Zusammenhänge gegeben.
    Mein XY hat von beidem was. Paßt auch zu seiner Kindheit.

    karsten hat glaub einen Link in meinem anderen Thread dazu gestellt.
    Falls es Dich interessiert, die sind billig und sehr leicht zu lesen. Ergebnis: Es liegt nicht immer alles am Alk wenn sich einer wie ein A.. benimmt. Leider kann man dann manches verstehen und auch nicht mehr so böse auf ihn sein. Sprich meine Abgrenzung hat dann wieder gelitten.

    Trotzdem gilt auch hier einer Deiner wahren Sätze:
    (Man kann sich ja weiterentwickeln)

    Zitat

    wer will findet Wege
    und wer nicht will finde Gründe.


    PS mit dem Prinzen meinte ich meinen Mann. Nicht XY.

    Hallo Rhein

    kurze Antwort Nein dachte ich nie
    Hab ihm gesagt: Deine Flasche ist meine Konkurrenz, nicht Deine Ehefrau. Gegen die Flasche hat keine Frau eine Chance.

    Nys

    Hallo Renate

    also seins zu ihm:
    seine Entscheidung, sein Suff, seine Zukunft

    meins zu mir
    ihn gefunden + für meine Hoffnungen benutzt
    keine klare Abgrenzung, als er sich gegen mich entschied. Da hätte ich dicht machen und dicht bleiben sollen. Kein Mitleid für jemand der keine Verantwortung übernimmt. Vergeben weil auch
    ich nach meinen Mustern gehandelt habe und mir
    von meinem Mann vergeben wurde.

    Bleibt :
    Das Bild wie er mich ansieht. Verloren. Renate
    du sagst es über mich - ich sehe ihn- verloren.

    Frage: Warum triggert mich das?

    habe gerade an Linde66 geschrieben. Weil ich befürchte o.g. Text enthält zu viele Details.

    Oh man ich versuche zu vergessen - Verdrängung was ist das? Ich kann das nicht. Ich verliere mich in der Aufarbeitung. Ich könnte 200 Seiten schreiben und alles völlig unstrukturiert.

    Das Vergangene kommt mir alles wie in einem Krieg vor. Alle Beteiligten handelten in Panik und was raus kam waren viele Verletzungen. Man hat sich ausgesprochen auch über die "Feindes-Grenzen" hinweg. Die Aussprache
    war immer auf den Frieden gerichtet und gleichzeitig ein Verrat an der Liebe die es gegeben hatte. Jetzt: Sprachlosigkeit, Nachdenklichkeit
    jetzt ist die Zeit des Schweigens. Kalter Krieg? Vergessen? Grabes-Stille?

    Ich wünschte ich könnte den Schwamm nehmen und die Tafel neu beschreiben. Ja es hat dieses Tal der Tränen gebraucht, um zu erkennen wie ich bin und warum ich so fühle wie ich fühle. Es hat dieses Tal gebraucht um meinen Baum in einen Mann und meine Ruine in ein warmes
    Zuhause zu verwandeln. Hätte mich XY einmal verabschiedet, wäre alles gut. Hab mal gelesen, daß manche nicht Abschied nehmen können und lieber alle verletzen oder sich "aus dem Staub" machen, weil sie Abschied nie gelernt haben. Ich glaub er ist auch so ein Fall. Für den Frieden wäre
    es wichtig gewesen.

    Hallo Lindi, Sarawen, Renate!

    Lindi
    ja Du hast Recht. Deshalb kämpfe ich ja so um die Aufarbeitung. Ich liebe meinen Mann und er ist wundervoll. Um bei meinem Märchen zu bleiben.
    Er ist der Baum der in der Ruine steht. Ich bin zurück
    und der Baum war ein bis dahin verwunschener Prinz.
    Voller Liebe und Fürsorge für mich. Die Ruine hat nun ein richtiges Dach und aus dem steif da stehenden Baum ist ein lebendiger Mensch geworden.

    Trotzdem stehe ich manchmal am Fenster und sehe hinaus in den Wald und frage mich wie weit mein Soldat mit seinem Selbstmord schon ist. Ich sehe
    wie er frustriert ist und bockig und leidend und gleichgültig. Wie er mich liebte und wollte aber zu jeder mich verletzenden Handlung bereit war, um seine Frau nicht zu verlieren.

    Ich habe ihn so lange zu ihr zurückgeschickt, bis ich nicht mehr konnte. Ihm immer die Wahl gelassen.
    Am Anfang noch versucht seine Ehe zu kitten!
    Erst als alles schon eskaliert war und wir uns nichtmehr sehen durften fing es an, daß ich von ihm abhängig wurde. Daß er mich da hat nicht gehen lassen verstehe ich bis heute nicht. Vor allem, daß er mich (zum auf ihn warten) in die Irre schickte nur um dann zu sagen:
    ??? ??? - sag bitte niemand daß ich hier war... Ich glaube er haßt sich selbst dafür.
    Und ich sehne mich nicht nach ihm - aber ich fühle eine Verbundenheit, die wohl nie ganz weggeht. Und ich hätte so gerne auch so einen Abschluß wie Du in Deinem Traum. Wo man sich trennt und sagt: Ist gut so. Aber vielleicht wäre dann auch wieder die Sehnsucht da?

    Ich mach mir Sorgen um ihn und ich bin verbittert, weil er am Schluß so getan hat, als sei alles einfach "ein Tächtelmächtel" gewesen. Das ist so verletzend. Deshalb habe ich mich auch wortlos abgewandt (s. Märchen)
    ich wußte einfach nicht mehr was ich da noch sagen soll.

    Und auch jetzt wo ich ihm verziehen hab: Ich kann ihm nicht anrufen. Frieden schließen.
    - edit, bitte keine Details von den Angehörigen veröffentlichen, Linde -

    Es beschäftigt mich einfach und ich sehe ihn in der Gosse enden und schuldig fühle ich mich, weil ich ihm auf die Weise nicht helfen konnte.
    Im Gegenteil es ist alles noch schlimmer geworden durch mich. Ich wollte einen Ausweg für ihn und habe ihn in die Verzweiflung geschickt.
    Wie soll ich da mein Leben genießen?

    - edit -

    Hallo Renate

    jetzt habe ich zum dritten Mal angefangen
    Dir zu antworten - und werde immer unterbrochen.

    Ich probiers heut mittag.

    Bin grad nervlich total am Ende. Alles regt mich auf.
    Ich glaub ich komm nicht drüber weg, daß das was
    mal so schön war - so kalt und wortlos geendet hat.

    Die Verletzungen aus der Kindheit habe ich "integriert"
    angenommen und darüber geweint.
    Die Verletzungen im alltäglichen, meine ich gerade auch - ganz gut "behandeln" zu können. Mit Selbstliebe.

    Aber diese Verletzungen aus der Beziehung mit XY sind so anders. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Er hat mich nicht gehen lassen, als ich noch konnte. Er hat mich verleugnet und sogar (verbal) angegriffen.
    Es war so schlimm, daß ich heute noch zittere bei dem Gedanken daran. Ich mußte am Tel. mit anhören wie er gezwungen wurde, mir Dinge zu sagen, die er nicht wollte. Wie er sich wehrte und mich dann doch anschrie. Ich weiß er war verzweifelt aber es ist wie in dem Märchen beschrieben - er hat mich auch irgendwie benutzt und hängen lassen. War das nur der Alk? Es tut einfach weh weil ich ihm wie ein Kind vertraut hab, daß er mir nie weh tun würde. Ich fühle mich vergessen von ihm und sehe, daß auch
    er wie ein Vergessener lebt, (bei seiner Truppe) Aber
    da wird der Schein gewahrt. Und zum Thema Alk gibt es da eine klare Einstellung: Er ist selber groß und wenn er dran stirbt: Bitte. Hauptsache er funktioniert "nach Außen" und tut was man ihm sagt. Dann darf er auch trinken. Man hat eigentlich mit ihm abgeschlossen, aber er wird noch gebraucht.
    Ich bin gut davon gekommen - aber es ist wie ein Trauma. Immer wieder die gleichen Bilder. Die Gespräche. Dieser böse Blick und die Gleichgültigkeit. Es kommt hoch und ist da. Wie ein Standbild. Dann vergebe ich ihm. Verstehe alles - bin froh da raus zu sein. Froh daß es mir gut geht und dann kommt wieder das Mitleid und der Gedanke, daß er ohne mich vllt. nicht so verzweifelt wäre. Mein Kopf ist ein Irrgarten.

    Hallo Forum

    jetzt bin ich doch schneller wieder da, als ich dachte.
    Die letzte Nacht lag ich seit 2 Uhr wach und habe "verarbeitet".
    Nachdem ich in letzter Zeit auf dem Weg zu meinem inneren Kind viele Kindheitserlebnisse
    und Defizite annehmen und sehr gut bewältigen konnte - bin ich gedanklich
    bei der jüngsten Vergangenheit und der Geschichte mit XY angekommen.

    Irgendwie war das was da mit mir und ihm passiert ist schon sehr traumatisch für mich. Dadurch, daß es ja auch noch seine Familie gab -
    hatte das noch mal eine dritte Dimension, die zu der Erkenntnis, daß
    er Alkoholiker ist - dazukam.
    Ich habe heute nacht daraus ein Märchen "gebastelt" und es hier unter Gedichte und Sinnliches eingestellt. (Der Soldat und das Waldkind)
    Es sollen ja keine Personen
    erkannt werden und die Details habe ich deshalb so umgeschrieben, daß
    weder der Ort noch der Beruf etc. mit dem tatsächlichen Geschehen identisch sind.

    Irgendwie paßt das natürlich auch zu den Themen "Größenwahn" und "Liebe?" - aber mir persönlich machen gerade die Verletzungen und
    die Enttäuschungen, die ich dabei davongetragen habe sehr zu schaffen.

    Auch Schuldgefühle und Mitleid mit XY sind dabei und ich möchte Euch einfach nur bitten
    mir eine Hilfestellung zu geben, wie ich damit umgehen kann.
    Habe gerade mal wieder eine Arbeits-Blockade und möchte das alles doch so gerne mal unter die Füße bekommen.

    Danke für Eure Antworten.

    Hallo Renate

    eigentlich hab ich grad Forum-Pause. Dein Thema hat mich aber soooooo beschäftigt!

    Ist ein Alkoholiker in der Lage zu lieben?

    Ich habe im Beruf viele Alkoholiker kennengelernt und viel von Ihnen über Ihre Gefühle erfahren.
    Das Gefühl einen Menschen zu lieben haben auch Alkoholiker. Oft empfinden sie sehr
    starke Gefühle und können sich auf dieses Gefühl, jemanden zu lieben auch sehr fixieren.
    Das heißt aber leider nicht zeitgleich, daß sie in der Lage sind dem geliebten Menschen
    - und sei es dem eigenen Kind - eine Liebe zu geben, die der "geliebte Mensch" auch
    als solche empfindet. Wenn ich nachfrage, stelle ich oft fest, daß dieser großen Liebe
    entweder keine oder sogar widersprüchliche Taten entgegenstehen.
    Beim Alkoholmißbrauch verändert sich mit den Jahren die Eigenwahrnehmung. Auch
    die Wahrnehmung der anderen verzerrt sich. Oft verwahrlost der Alkoholiker auch innerlich.
    Ich erlebe Menschen, die sich über die Jahre in scheinbar gleichgültige leere Hüllen verwandeln.
    Etwas nachgebohrt, befindet sich darunter aber immer noch ein sehr ratloser hilfloser Mensch, der immer
    unfähiger wird, logisch zu denken. Einfache Gedankenfolgen aneinander zu reihen und daraus Schlüsse zu
    ziehen ist einfach nicht mehr möglich. Aktion und Reaktion miteinander in Verbindung zu bringen? Geht nicht.
    Ich erlebe aber auch Alkoholiker, die sich bis zuletzt mit der allerletzten Kraft, bis zu ihrem Tod
    im Rahmen ihrer Möglichkeiten um das geliebte Kind, Tier oder den Partner kümmern.
    Ich glaube einem Alkoholiker das Gefühl von Liebe abzusprechen wäre unmenschlich.


    Bei meinem XY hatte ich das Gefühl: Er braucht mich - ich brauche ihn. Wir können nicht ohne einander.
    Das war berauschend für mich. Ich bin co und daher süchtig nach diesem Rausch. Das habe ich erkannt.
    Bei meinem Ehemann habe ich das Gefühl: Er braucht mich, käme aber auch ohne mich klar bzw. ich brauche ihn
    - käme aber auch ohne ihn klar. Das "brauchen" fühlt sich irgendwie anders an. Viel unspektakulärer.
    Auch die Liebe ist irgendwie einfacher. Beinahe selbstverständlich. Keine Langeweile aber auch kein Rausch.

    Ich bin ja grad noch am erlernen von Selbstliebe.
    Komischerweise unterscheidet sich das zarte bißchen Selbstliebe, das sich bei mir gerade entwickelt - nicht
    so sehr von der Liebe zu meinem Ehemann. Es ist eine ganz bewußte Wahrnehmung, ein Beobachten und
    ständiges "Ja"- Sagen. Ja zu mir - Ja zu ihm. Überhaupt erlebe ich die Wahrnehmung des anderen und die
    Wahrnehmung von mir selbst gerade sehr intensiv. Ich habe das Gefühl zum ersten Mal mir selbst
    vorgestellt zu werden. Ich beobachte mich und bin manchmal verunsichert - sage dann aber schnell JA
    zu mir. "Du bist ok!"

    Partnerschaftliche Liebe:
    Einander wahrnehmen und nicht in Frage stellen. Sich gelegentlich selbst hinterfragen und beim Partner Antworten zu bekommen, die aus
    dem Blickwinkel des Gegenübers kommen. - Auch abgleichen, was stört unsere Zweisamkeit? - Sind wir
    noch beieinander oder ist gerade jeder zu sehr nur bei sich selbst? Ein ständiger Dialog ist notwendig. Dazu
    gehört Aufmerksamkeit, Zuneigung und Respekt. Verantwortung trägt jeder für sich, jeder kann sich aber
    auch darauf verlassen, daß er notfalls mal ein Stück "getragen" oder "ertragen" wird.

    Wenn ich liebe, dann sollte es zunächst mal eine Liebe sein, die den Partner um seiner selbst willen liebt.
    Ich bin mal so krass und sage: Bedingungslos. In diesem Sinne liebe ich XY noch immer. (Auch als Säufer).
    Wenn ich aber eine partnerschaftliche Liebe möchte, dann sollte auch meine Selbstliebe ein Wörtchen mitzureden haben.
    Ich liebe in einer intakten Partnerschaft nämlich auch, weil es zu mir paßt diesen Menschen zu lieben.
    Es paßt nicht zu mir (meiner Selbstliebe) XY (eine Säufer) zu lieben - weil ich dabei vor die Hunde gehe.
    Bei meinem Ehemann, der mir ein guter Partner ist, würde es zu auch zu mir passen -noch für ihn
    da zu sein und ihn zu lieben, wenn er mal ein Pflegefall ist. Um meiner Selbst willen, und um seiner selbst
    willen würde die Beziehung und die Liebe nicht aufhören. Weil ich diese gute Liebe nicht wieder wegen einer
    Sucht-Liebe / Rausch-Liebe verlieren will, habe ich mich auf die Suche begeben - was der Grund für die massiven
    Gefühle zwischen XY und mir war. Rausgekommen ist: Zwei, die Abhängigkeit mit Liebe verwechseln. Gefühlte
    Symbiose, wie sie nur bei Säugling und Mutter oder bei frisch Verliebten vorkommt. Eine Täuschung. Keine Wahrnehmung
    Auf beiden Seiten keine reale Wahrnehmung. Vllt. heißt es nicht umsonst in der Bibel "....und er erkannte seine Frau"... wenn eine Vereinigung von Mann und Frau im positiven Sinne stattfand. In anderen Fällen hieß es "er wohnte ihr bei" - also fraglich ob er sie wahrgenommen hat. Bei meinem Mann habe ich immer das Gefühl wahrgenommen zu werden. Bei XY hatte ich mehr das Gefühl, er nimmt sich selbst stark - und mich immer nur ganz kurz wahr.

    Liebe Grüße an alle, ganz besonders an Sarawen (Deine Umarmung aus der Ferne hat mir seeeeeeeeehr gut getan!)

    LG Nys
    (ich verschwinde dann mal wieder in den Zuschauer-Raum :wink: )

    Hallo Jonas,
    ich verabschiede mich für geraume Zeit und wollte deshalb mal bei Dir reinschaun.


    Zitat

    Ich habe in mehren Exkursen deutlich gemacht, dass ich meine Existenz verabscheue.


    ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß Deine Einstellung zu Dir selbst niemals die Beziehung Deines Enkels zu Dir und Deine Beziehung zu ihm belastet.


    LG Nys

    Mein Thread hieß "Auf zu neuen Ufern"
    Ich habe Land in Sicht und verlasse für eine erste Landerkundung das Schiff. Danke für Eure Begleitung auf rauher See. Ich werde ab und zu mal reinschaun, in welche Richtung Ihr weiterfahrt.

    Hier poste ich noch meinen Eintrag aus dem geschützten Bereich, damit ich nicht alles noch mal schreiben muß:


    Zitat:
    aber die unendliche Weite das zu sehen was die Natur in sich birgt, was sie uns kostenlos gibt ist in uns angelegt.


    das ist Gott sei Dank so und bei mir stark ausgeprägt.
    Ich bin ein "Waldkind", ich liebe es mit meinen 2 PS die Natur und die Jahreszeiten zu erleben. Und fühle mich dann am wohlsten in meiner Haut, wenn ich über Stoppelfelder fege oder einfach nur im Gras liege und die beiden beim Rupfen und Mahlen des nächsten Grasbüschels belausche.

    Kaffe, Nikotin, Schminke, Fast-Food, etc. - alles darf - nix muß.
    Am liebsten offenes Haar - keine Farben im Gesicht - Jeans und T-Shirt.
    Körperliche Arbeit und ein gutes selbstgekochtes Essen mit frischen Zutaten vom Markt.

    Zum Schluß:
    Zitat:
    Ändern oder Gründe suchen

    Ich habe für mich die Gründe meiner mangelnden Selbstliebe und meiner
    Abhängigkeit von XY gefunden. Ich spüre die Macht dieser Gründe immer wieder dann, wenn ich mich besonders schwach fühle. Aber da ich die Gründe kenne, kann ich etwas ändern. Das ist gar nicht viel, was geändert werden muß. Lediglich das Gefühl unvollständig zu sein werde ich bearbeiten müssen. Mein Mann ist mir dabei ein wertvoller Begleiter. Es ist etwas neues für mich: Als vollständiger Mensch einen anderen vollständigen Menschen zu lieben. Die Verknüpfungen im Gehirn ändern sich sicher langsam. Der Hype der bei 2x unvollständig einsetzte, ist aber jetzt entzaubert und ich bin gespannt und in ganz ungewohnter Weise
    vorsichtig beim Betreten dieses Neu-Lands.

    Ich werde Zeit und Ruhe für die Erkundung brauchen und verabschiede mich deshalb hier auf unbestimmte Zeit. Mir selbst zuliebe.

    Danke Euch allen
    LG Nys