@ topas und antiqone
Danke für Eure Beiträge.
Das mit der Selbst-Diagnose bitte nicht falsch verstehen. Natürlich kann nur ein Fachmann das einschätzen und auch da gibt es viele, die einfach nur das sehen was sie sehen wollen. Es ist ja auch so, daß jeder gesunde Mensche eine gewisse Persönlichkeitsstruktur hat, die in die eine oder andere Richtung geht und deshalb nicht sofort krankhaft sein muß. Für mich ist daher erst mal wichtig zu schauen, was mir hilft. Welche Typisierung letztendlich bei mir zutrifft ist dann evtl. später festzulegen. Wenn mir die Beispiele und Vergleiche in einem Buch zu Border-Line beinahe so vorkommen, als ob jemand mich persönlich kennt - dann halte ich das für ein recht deutliches Zeichen und nehme aus dem Buch mit, was mich tröstet und mich selbst besser annehmen läßt. Das ersetzt keine Behandlung. Ich werde sehen welche Fortschritte ich allein schaffe - und sollte ich stecken bleiben, gehe ich in Behandlung. Momentan läuft es ganz gut an. Ich bin halt sehr dünnhäutig geworden, seit dem mir klar ist, daß es viel zu lernen gibt - von dem ich dachte, ich könnte es schon. Es macht gewissermaßen Angst. Ich hatte Krücken und laufe jetzt ohne - so fühlt sich das an.
Mit dem Vergeben habe ich kein Problem. Eltern und XY eingeschlossen.
Klar mal etwas Selbstmitleid, was mir da so angetan wurde - das ist schon drin. Kurz auch mal Bitterkeit darüber - aber das ist nur so ein Moment. Dann seh ich es wieder mit anderen Augen und nehme und achte diese Menschen mit all ihren Fehlern. Mein Vater ist übrigens bereits tot.
Was ich lernen muß, ist: meine Selbstwahrnehmung nicht völlig zu verwerfen, wenn diese nicht mit einer Fremdwahrnehmung übereinstimmt.
Selbstkritisch bin ich mehr als viele andere. Die Fremdwahrnehmung mit der Eigenwahrnehmung zu vergleichen ist auch gut. Man lernt und entwickelt sich weiter. Es kann aber sein, daß mich eine berechtigte Kritik, ein Mißverständnis oder eine abfällige Äußerung oder eine Enttäuschung von jedem Selbstwertgefühl abschneidet.
Ich reagiere verletzt und habe den Wunsch ebenfalls zu verletzen. Äußerlich kann ich mich gut beherrschen. Aber innerlich bin ich dann sehr aufgewühlt und kann mich nur schwer wieder finden. Je näher mir der Mensch steht, der mich verletzt hat um so schwieriger wird die Beherrschung nach außen. Oft ist mein Gegenschlag dann sehr verletzend und trifft mit großer Zielsicherheit die empfindlichste Stelle des anderen.
Ich denke ein Mensch mit Selbstliebe schüttelt sich einmal kräftig und
hat eine nachdenklichen Moment - dann geht er zur Tagesordnung über.
Das ist bei mir nicht so. Ich reagiere heftig und für andere dann oft unverständlich hart. Da ich sonst als friedliebender, immer fröhlicher und hilfsbereiter Mensch bekannt bin, stößt das dann viele vor den Kopf.
Besserungs-Vorschläge willkommen.