Beiträge von Nys

    Lieber Jonas

    es hat auch finanzielle Gründe weshalb weniger in Gaststätten getrunken wird. (Es gibt ja auch Raucherkneipen). Die Sozialhilfe war früher deutlich höher und zu Hartz IV kommt auch noch der Euro.
    Viele leben von grad mal 180 EUR im Monat. Die Miete wird vom Sozialamt direkt an den Vermieter bezahlt.
    In größeren Städten sind da von 430 EUR Hartz IV nicht mehr viel übrig.

    Siehst Du Dich als trockenen Alkoholiker? Stellst Du Dir manchmal vor was aus Dir selbst geworden wäre, wenn Du mit dem Trinken Deine Gehirn- und Nervenzellen zerstört hättest? Blöde Fragen vielleicht - aber ohne Deinen Entzug hätte das ja passieren können.

    Was mich angeht, so hatte ich heute ein tolles Erfolgserlebnis: Ich habe zum ersten Mal auf dem Balkon gestanden und beim Rauchen nicht an XY gedacht! Sprich ich habe das Ritual beibehalten aber den Bezug geändert. (war früher automatisch miteinander verknüpft). Die Gedanken waren frei. Sehe darin einen Fortschritt meiner Genesung.

    LG und einen schönen Abend noch
    Nys

    Das ist mal ne Diskussion! Sorry wenn ich dem einen oder anderen hier zu anstrengend bin. Es heißt Selbsthilfe-Forum. Ich versuche mir selbst zu helfen. Mehr nicht. Danke jedem der mich dabei unterstützt.

    juergenbausf

    Zitat

    Ich versuche lediglich daran zu arbeiten, daß der Wunsch nach dem Trinken nicht mehr aufkommt und daß ich mein "antrainiertes Fehlverhalten" umtrainiere.


    Jürgen Du sagst was ich anstrebe! Ich will ein normales Leben erlernen und dabei glücklich sein (können). Ohne den Wunsch nach dem Stoff. Finger davon lassen ist gar nicht mehr das Thema. Glücklich sein "ohne" ist das Ziel.

    @alle
    Ist da der Unterschied so groß?

    Mario77

    Hallo Mario

    Danke für das "Jung geblieben" - hat mich echt erheitert! Sehe tatsächlich jünger aus als ich bin.. fragt sich nur wie lange noch :roll:

    Ja die Gefahr für ein(e) Co kommt im Schafspelz. Für den Alkoholiker im Wolfsgewand. Wer besser dran ist bleibt trotzdem die Frage. Meine hartnäckige These ist ja weiterhin: Die Süchte ähneln sich nur der Stoff ist ein anderer. Woher kommt sonst so diese Anziehungskraft von Co's auf Alkoholiker und umgekehrt.

    Zitat

    Warum suchst du dir denn nicht mal einen normalen lieben nicht-Trinker aus? (es gibt solche Leute das weiß ich).


    Du wirst es nicht glauben: Ich bin mit so einem verheiratet. Keine Sorge er weiß und wußte alles zu jeder Zeit. Ich war konsequenter Weise ausgezogen als ich mit XY zusammen war. Du sagst Alkoholiker stoßen Dich ab. Ich hab meine XYe selten als betrunken erlebt. Nicht mal böse. Ich habe nur die Auswirkungen in ihrem Leben erlebt. Mich haben sie (meinem Gefühl nach) tief geliebt und mir sehr viel Geborgenheit Wärme gegeben. ----------- Vielleicht ist es die angenehme Entspannung die ein Mensch ausstrahlt wenn er 2 Bier getrunken hat. XYNr. 2 war auch wie c2h5o ein sehr konzentrierter ruhiger Mensch. Hat seine Arbeit mit unglaublich viel Hingabe gemacht. Das hat mich an ihm fasziniert und zu ihm hingezogen.

    Warum die Faszination nur bei Alkoholikern auftritt und meinem Mann verwehrt bleibt - wie anderen Normalen vor ihm - ist der Grund meiner Recherche.

    LG Nys

    c2h5oh

    Hallo Jonas

    freu mich :D:D:D daß Du hier schreibst!!!

    Deine Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich kann mich ziemlich genau an all das erinnern. Die Worte zu finden fällt mir in diesem Fall aber sehr schwer. Es tauchen auch sofort die Parallelen zur Beziehung mit Ersatzvater Nr. 2 auf. Dem letzten XY. Der hat mehrfach sogar den gemeinsamen Suizid vorgeschlagen....weil er in seiner Ehe unglücklich war und nicht wußte wie damit umgehen.

    Aber zurück zur Frage was ich empfunden habe:
    Beim XY Nr. 1 hat mich fasziniert, daß man so leben kann - ohne sich nach dem allgemeingültigen Muster zu richten: Du mußt arbeiten, anständig sein, ordentlich usw. Er hatte seinen Plan (totsaufen) und zog das durch.
    Daß er eine Andere offensichtlich so viel mehr liebte, war für mich nur der Beweiß, daß er sehr tiefe Gefühle empfinden kann und diese auch dann nicht erlöschen, wenn der Partner weg ist. Damit habe ich vieles entschuldigt. Wie schon bei meinem Vater. Ich habe ihn als wertvoll und verletzlich angesehen. Bei XY Nr. 2 das selbe. Er litt unter der Liebe zu seiner Frau und gleichzeitig unter ihrer Unfähigkeit, mit ihm umzugehen.

    XY Nr. 1 hab ich so akzeptiert und wollte einfach nur bei ihm sein weil er in meinen Augen so "stark" war seinen eigenen Weg zu gehen.

    Bei XY Nr. 2 habe ich gesagt: Jetzt schauen wir erst mal, daß Du wieder glücklich wirst. (Ich hab ja auch was davon = Leidenschaft,... mit dem Suchtstoff) und dann entscheidest Du in aller Ruhe mit welcher Frau Du leben willst. Entschieden hat er sich natürlich nie. Es wurde ein Drama für alle. Denke inzwischen auch nicht mehr daß er wg. der Frau suizidgefährdet ist. Eher wegen dem Alkohol.

    Bei beiden wollte ich zunächst nicht mehr leben, als es vorbei war. Du weißt: (oral) Ich bin was man mir gibt. Ich war einfach gar nix mehr.
    Weil ich vom wichtigsten Menschen nichts mehr bekam. Ich habe aber beim Ringen mit mir und dem Tapetenmesser dieses Mal eine Erkenntnis
    gehabt: Eigentlich bin ich nur sauer, daß ich nicht krieg was ich unbedingt wollte. Und ich bin so sauer, daß mir alle Menschen die mir sonst so viel geben total egal sind. Da habe ich erkannt was für eine egoistische Liebe diese Liebe zu XY ist.

    LG , hoffe von Dir zu hören
    Nys

    Zimttee

    Hallo Natalie,

    habe schon viel im Forum von Dir gelesen. Schön daß Du bei mir reinschaust.
    In Paddy's Thread schreibe ich im co-Bereich - habe mich aber nicht extra vorgestellt. Eine Vorstellung im Co Bereich lasse ich nur deshalb sein, weil ich wenig Zeit hab zu schreiben - und mir die hier bereits geknüpften Kontakte wichtig sind.

    Deine Erklärung mit der physischen Konsequenz die dem trockenen Alkoholiker den Verzicht erleichtert, scheint mir etwas zu einfach. Ich glaube eher, es liegt an dieser Komplexität (Beziehung Alkoholiker & sein Co) die die Beziehung zu einer Substanz (Bierflasche etc.) eben nicht haben kann. Der Alkohol verhält sich berechenbar. Unser Suchtmittel der Alkoholiker verhält sich nicht berechenbar. Dadurch entsteht auch eine gewisse Erwartungshaltung (Spannung) auf die nächste Begegnung. Ich empfinde dadurch ein Magenkribbeln der Ungewißheit. Das ist Adrenalin - ein Stoff der auch süchtig machen kann. Diese Ungewißheit hatte ich früher, wenn ich nach Hause kam. Es konnte immer sein, daß ich unerwartet bestraft wurde, weil ich irgendwas falsch gemacht hab.

    Noch ne Frage an Dich: Was wäre wenn Du nicht mehr Co wärst. Dann könntest Du Deiner Mutter anrufen ohne Folgen - oder? Glaubst Du Co ist heilbar? Wenn ja - wo würdest Du bei Dir ansetzen?

    Hallo Paddy

    was Du schreibst berührt mich, weil ich selbst an diesem Gedanken Punkt war - und das ist noch nicht lange her.

    Mach mehr aus dem was Dir das Leben geben kann. Du bist kein kleiner winselnder Hund. Oder? Ich habe mich auch ertappt bei dieser Verhaltensweise und es hat mich erschreckt.

    Mein erster Schritt dagegen war, mir bewußt zu machen wo ich herkomme.
    Mein Großeltern und Urgroßeltern habe ich auf Bildern. Das sind einfache
    Leute z.T. Bauern und väterlicherseits eine Frau aus einer Fabrikantenfamilie.
    Die Geschichten die ich von ihnen weiß überzeugen durch ihre Menschlichkeit und Kraft in Zeiten der Not und schweren Schicksalschlägen. Die Geschichten erzählen von Härte und Stolz mit dem sie dem Leben die Stirn geboten haben und dabei doch bescheiden und zufrieden geblieben sind. Habe mir überlegt, was die (nun alle schon verstorbenen) zu meinem Verhalten sagen würden. Da sah ich XY zum ersten Mal in einem anderen Licht und hatte wieder selber mehr Stolz. Hat mir geholfen die Grenze besser zu ziehen und mir meinen eigenen Wert vor Augen zu halten. Mir war klar - keine dieser Frauen hätte sich so weit runtergelassen. Habe mir vorgestellt wie sie hinter mir stehen. (Bildlich) das hat mich gestärkt. Ich sagte mir: Das sind Menschen die ich auch habe! Und zwar in meinem Blut. In meinen Genen. Ich bin eine die aus einer starken Ahnenreihe kommt! Alle stehen hinter mir. Das war aber nur der erste Schritt.

    Der Schritt zurück ins Allein-Leben ist glaube ich eine Wanderung. Wichtig ist: Nicht zu oft umdrehen. Lieber die Blumen am Wegrand pflücken.

    Einen schönen Tag
    wünscht Dir Nys

    Habe gleich mit 18 mein Elternhaus verlassen und bin unter Vorwand ("wegen der Ausbildungsstelle") in eine größere Stadt gezogen.

    Direkter Weg ---------- zu denen die öffentlich am Trinken sind. Waren damals noch die Punk Zeiten - also nicht nur Penner da - sondern auch ganz gutaussehende Jungs die ich irgendwie cool fand.

    Ich hatte mit 17 in einem Berlin-Urlaub schon Kontakt mit den Jungs von der Gedächtniskirche gehabt und wollte so ne Clique auch in der anderen Stadt kennen lernen.

    Hätte damals alle Drogen konsumieren können, die man sich vorstellen kann. Habe auch vieles probiert außer Heroin. Da gab es genügend abschreckende Beispiele um mich rum.

    Außer dem Rauchen hab ich aber keine Sucht entwickelt. - na ja und was halt schon dabei raus kam: Die Beziehung zu einem 26jährigen Alko-holiker der seit 10 Jahren trank. Mein "Erster" wie man so schön sagt war er dann auch noch.

    Er wollte keine Beziehung. Er wollte sich tottrinken und das weil er selbst eine Liebe nicht vergessen konnte. Als er eines Tages sagte ich solle ihn in Ruh lassen trank ich bis zur Bewußtlosigkeit.

    Na ja - außer einem Krankenhausaufenthalt ist mir nix passiert--------- und 5 Jahre in denen ich ihn nicht vergessen wollte/konnte. Nach 5 Jahren ein Selbstmordversuch.

    So und heute: Erfolgreich, Träume verwirklicht steh voll im Beruf und in der Öffentlichkeit. Habe aber schon wieder ne Beziehung mit nem Alkoholiker hinter mir. Komisch, daß ich es bei ihm zu anfang nicht wußte und noch zu ihm sagte: Hey das fühlt sich an wie vor 20 Jahren bei XY! Ich hätte nie gedacht wieder so lieben zu können. 20 Jahre und kein bißchen weise - oder?

    Liebe Grüße Nys

    Hallo Mario

    schön, daß Du bei mir schreibst (macht mir Mut).

    Zitat Mario:
    Manchmal (nicht immer, eher selten) habe ich kurze Impulse wenns mal schei~~~ läuft, das etwas Alkohol nun linderung bringen könnte.

    ist bei mir auch so. (Denke vor allem an das Körperliche mit dem Ex). Vor allem wenn ich grad das Gefühl hab, ich komm im Leben nicht ganz klar. Dann würd ich am liebsten flüchten. Abschalten ins Angenehme in den Rausch den mir die Zweisamkeit mit meinem Suchtstoff gegeben hat.

    Meine Strategie ist gerade noch nicht ganz gefunden.
    Teils gehe ich dann ins Forum. Das ist aber nicht immer möglich - Teils
    versuche ich über den Grund meiner Sucht nachzudenken. Jonas hat mir in seinem Thread einen Tipp gegeben, den ich noch innerlich bearbeite.

    Zitat Mario:
    Dummheit ist, immer wieder das Gleiche zu versuchen und dann einen anderen Ablauf der Situation zu erwarten.

    Das habe ich auch schon verstanden. Verhalte mich nur manchmal wie ein
    Tier, das instinktgesteuert unterwegs ist. (z.B. Vogel versucht zum 10ten Mal durch die Scheibe ins Freie zu fliegen.)

    Also versuche ich dieses Mal meine Veranlagung zu hinterfragen, die mich immer wieder in die Falle führt.

    Noch eine Frage an Dich: Hast Du mal hinterfragt warum Du gerade beim Alkohol und nicht in der Spielhalle oder so gelandet bist?

    LG Nys

    Hallo Forum!

    Ich bin Co und schreibe im Alkoholikerforum, weil ich die Gemeinsamkeiten
    der beiden Süchte hinterfragen will. Mir ist aufgefallen, daß die Trockenen viel konsequenter die Gedanken an den "Stoff" abwürgen, als Co's. Schon allein davon profitiere ich wenn ich im Alkoholiker-Forum lese.

    Will aber auch der Frage auf den Grund gehen, ob sich bei den Methoden
    gegen den Suchtdruck anzugehen, Parallelen finden lassen. Ich weiß, das klingt zunächst absurd. Aber beide, Alkoholiker und CoAbhängige haben
    oft eine "oral-fixierte" Persönlichkeit. Beide sind zudem oft sehr Harmoniebedürftig und haben nicht selten eine Kindheit, die der Sucht zugrunde liegt. Sicherlich gibt es auch Alkoholiker die zudem eine Co-Abhängigkeit kennen oder hier über ihre Beziehung zu einem CoAbhängigen schreiben können. Z.B. wie sie den CoAbhängigen erlebt haben.

    Ziel ist: Nicht nur den Alk bzw. XY lassen, sondern die Sucht nicht mehr spüren - sozusagen zufrieden abstinent sein. Wer dazu was beitragen will
    bitte melden.

    Hey das ist super was Du schreibst Jonas!

    Ein wichtiger und sehr richtiger Gedanke. Jetzt hast du mir was mit auf den Weg gegeben - das ich so noch nicht angegangen bin. Es hilft einfach, wenn man auch mal den Mut hat nicht immer nur zimperlich mit sich selbst zu sein, sondern mal gnadenlos dahinterschaut, was man da so macht. Ohne dabei immer hilflos und ohne Schuld rauszukommen.

    Ein neuer Ansatz! Ein neues Instrument für die Arbeit an mir selbst und meiner Persönlichkeit. Ich danke Dir.

    Werde (wenn Linde mir noch sagt wo/ und der Titel nicht zu lang ist) den Thread "Zufriedene Abstinenz von Alk und Co" anfangen.

    Bei Dir schau ich weiterhin rein - aber dann soll's wieder um Dich gehen. Danke für den Platz, den Du mir hier für meinen Start eingeräumt hast. Und für Deine Mühe die Du Dir mit mir gemacht hast.

    Ich mag Dich
    Nys

    Hey Frank,

    Linde hat mich aufgefordert mit meinem Thema
    einen neuen Thread aufzumachen. (s. Jonas)
    Habe sie noch wg. dem Ort und Titel nachgefragt.
    Werde evtl. parallel zu Deinem einen aufmachen und immer wieder bei Dir rein schauen.

    LG Nys

    @ Linde

    Es soll um die Gemeinsamkeiten gehen, die die beiden Süchte aufweisen und damit auch Trockene mit einbeziehen. Ich sehe darin ein größeres Potential eine zufriedene Abstinenz vom Suchtstoff zu erreichen. Der Austausch mit den Trockenen wäre mir wichtig. Sie machen's irgendwie besser als die Co's.

    Wo soll / darf ich den Thread einstellen?
    Überschrift: Zufriedene Abstinenz von Alk und Co?

    Hallo Frank

    habe auch schon gedacht, ein extra Thread wäre gut.
    Habe Jonas' Thread schon sehr mit meinem Problem überladen - was ich gar nicht vorhatte. Es waren nur so viele Erklärungen nötig um die Gemeinsamkeiten
    darzustellen (zu versuchen).

    Wo wird Dein Thread behandelt? Bei den Co's oder bei den Alkoholikern? Ich hätte gern nen Thread bei den Alkoholikern - weil mich die Gemeinsamkeiten
    im Grund der Sucht interessieren. Und ich besser damit klar komme mich als "trockenen CoAbhängigen" zu sehen anstatt als Ex von XY.

    Finde in der Art wie die Trockenen ihre zufriedene Abstinenz anstreben mehr Hilfe als im Co-Forum. Die Aussage XY ist .... bringt mich nicht von ihm weg. Das wäre wie wenn ein Alkoholiker die ganze Zeit über die Zusammensetzung von Bier nachdenken würde. Dazu kommt dann noch die Frage warum? wie schlimm ist es schon? wie endet er?....alles keine gute Strategie um loszukommen.

    Wie findest Du die Überschrift "Zufriedene Abstinenz von Alk und Co?" (ist nur ein Vorschlag)

    LG Nys

    Lieber Jonas

    ich möchte hier nicht Deinen Thread stören, in dem es grad sehr um mein Problem geht.

    Eigentlich wollte ich Deinen Lösungsansatz für den Suchtdruck mit Dir behandeln. Die Aversions-Strategie. In gewisser Weise hast Du ja schon was dazu geschrieben. Ich müßte mein Vaterbild korrigieren. Aber mit einer Aversion?

    Etwas unbeholfen versuche ich grad dem Suchtdruck nach XY zu begegnen. Du hast eine orale Aversion gegen Fett und Fritiertes. Da es sich bei Alkohol um ein Lebensmittel handelt ist es einfacher gedanklich auszutauschen. Wie geht es bei Dir voran? War Saufdruck inzwischen mal aufgekommen? Vielleicht ist es auch nicht einfach gewesen Deinen Alkoholkonsum aus Deinem alltäglichen Ritual herauszunehmen. Sicherlich gab es für Deine 4 Bier am Tag auch einen bestimmten Zeitpunkt. Machst Du da dann grad was anderes?

    Ich versuche die Uhrzeiten und Gelegenheiten an denen ich mit XY beschäftigt war auch umzustellen.
    Aber da sich meine Sucht sehr stark im Kopf und der Gefühlswelt abspielt, funkt er mir immer wieder rein. Das Forum ist nun mein erster Ansatz um dem Gedankenkarusell auszuweichen. Und zwar in die richtige Richtung. Das ist das Entscheidende.

    Hast Du eine Idee wie die Aversions-Strategie bei mir aussehen könnte?

    LG Nys

    Kurzantwort an Silberkralle
    (Natürlich Hallo erstmal)

    Du hast mich falsch verstanden. Für Jonas ist seine
    Zuflucht in die Ordnung ja sehr gut und nichts dran zu bemängeln!!!

    Ich wollte nur zeigen, daß ich auch eine Zuflucht habe,
    meine Zuflucht in die Beziehung zu einem Abhängigen aber nicht gut ist!!! - und ich sehr ratlos bin, weil ich daran so hänge wie Jonas an seiner Ordnung.

    :wink::wink: oh Frank ich muß einfach schmunzeln :wink:

    Ja es ist ein großes Thema. Aber Du darfst mir nicht böse sein, wenn ich mit der "Büchse der Pandorra" etwas vorsichtiger umgehe.

    Du hast völlig recht. Trauerbewältigung und der Ort an dem man verarbeiten muß. Ja. - Du sagst in Deinem Thread, Du wärst nicht Co-Abhängig. Bin mir da nicht so ganz sicher, aber lassen wir es mal so stehen.

    Ich jedenfalls habe den Hang so sehr in meinen Gefühlen zu versinken, daß ich lebens- und arbeitsunfähig werde. Ich kann einen ganzen Tag damit verbringen nur zu fühlen was ich gerade fühle. Da muß ich noch nicht einmal viel dabei denken. Das ist gut. Aber es muß auch mal weiter gehen und darum kämpfe ich hier. Seit Juli ist der Kontakt zu XY abgebrochen. Kein richtiger Schluß - es war kein Gespräch möglich. Nur daß mein Entschluß feststand. Habe die verschiedensten Alb-Träume gehabt in denen ich ihm wieder einmal unerwartet begegnet bin.
    Bin dann daran aufgewacht, weil ich auch im Traum nicht wußte wie ich mich verhalten soll.

    Ich will den Grund seiner Macht über mich begreifen. Vielleicht ist dann auch ein neues Leben möglich. Ich verdränge nichts - ich arbeite auf und versuche die Gefühle dabei außen vor zu lassen bzw. ihre unnatürliche Vormachtsstellung in Frage zu stellen. Wenn sie mir nur schaden, muß ich sie zumindest in Schranken weisen. Dann ist immernoch jede Menge davon da um "normal" zu trauern.

    Frag mich einfach, was Du von meiner Geschichte wissen willst. Ich antworte Dir gerne. Ich glaube Du tickst in vieler Weise gleich wie ich.
    Aber Du sagst ja, Du seist nicht Co.

    Ganz LG Nys

    Paddy

    so einfach ist es auch "trocken" nicht. Mal fühle ich mich wie neu geboren und manchmal ist der Kopf den ganzen Tag verstopft mit Gedanken an ihn.

    Mal denke ich es ist (war) Liebe, mal denke ich - ich fühle ja gar nix mehr...
    Dann wird es keine so große Liebe gewesen sein.

    Habe mich darauf geeinigt es "Suchtdruck" zu nennen, wenn ich mal wieder mehr als ein normaler Mensch an ihn denke. Nenne es Liebe, wenn ich daran denke was ich ihm Gutes wünsche. Die Sehnsucht versuche ich abzuwürgen.
    Sie raubt mir jede Kraft. Manchmal denke ich er hat telepathische Kräfte mich anzubaggern. Dann lese ich im Forum oder schreibe.

    Ich glaub es ist wie bei trockenen Alkoholikern ein langer unsicherer Weg.
    Denn es gibt ja noch andere XYe die einem "passieren" können, wenn man nicht die Krankheit, sondern nur XY los ist.

    Deshalb suche ich nach Wegen der "Heilung" von meiner ganz (von ihm) unabhängigen Abhängigkeit.

    Einen schönen Abend noch!
    LG Nys

    juergenbausf

    schon passiert. Ich bin ohne Kontakt - also auf meine Art "trocken" seit Juli. Aber deshalb nicht von meiner Abhängigkeit geheilt. Deshalb ja die Forenteilnahme hier.

    Ich will nicht rückfällig werden - nicht mit XY und nicht
    mit einem anderen Suchtkranken.

    Suchtdruck habe ich genug - und der ist komplex und hat viele Gesichter. / Deshalb muß ich was an der Fluchtrichtung ändern.