So, nochmal danke Matthias!
ich laß jetzt mal wieder los und fühl mich im Stande auf die Füße zu kommen. Allein zu stehen und zu laufen.
Kaleu
ich wollte weder testen noch ändern. Ich bin einfach nur zum 10000000 Mal reingefallen, auf meinen Optimismus was den Umgang mit ihr betrifft. Ich weiß, daß sie nicht lieben kann und frage deshalb auch nicht danach.
Ich habe ein ganz anderes Bild von Mutterliebe, als ich jemals von ihr bekommen könnte. Ich habe dieses Bild in mir!
Ich war nur unvorsichtig genug, mal wieder etwas zu sehr zugänglich zu sein. Was einfach meine Art ist. Vor allem dann, wenn ich jemanden liebe.
Und auch dann, wenn ich gerade etwas einsam bin, was ich zugegebener Maßen nach der Rückkehr aus der Klinik auch war.
Ich liebe meine Mutter, so wie sie ist, - und hatte die blödsinnige Idee, sie könnte mir nicht mehr weh tun, weil ich mich inzwischen selbst genug liebe. Sie kann mir aber weh tun, mit ihrer Art, die sie selbst für die ultimative Liebe hält. Sie tut mir deshalb weh, weil sie instinktiv den passenden Moment abwartet, an dem sie eine etwas angeschlagene Nys vor sich hat. Die in keinster Weise mit einem Angriff rechnet. Es tut mir auch weh, daß jede Freude vor ihr verborgen werden muß, denn auch im freudigen Überschwang, kann es passieren, daß ich ihr zu offen begegne.
Daß mir nach dem Kontaktabbruch was weh tut, liegt daran, daß ich gerne mit ihr in Kontakt geblieben wäre und daran, daß ich selbst leide, wenn ich einen anderen Menschen verletze, den ich liebe. Mein Kontaktabbruch verletzt sie natürlich.
Aber ich überlebe ihre Art Liebe nicht. Ich kann nicht oberflächlich mit einem Menschen umgehen, den ich liebe. Das gehört vllt. noch zu Dingen die ich lernen muß oder auch nicht. Angeblich hat es was mit Hingabefähigkeit zu tun, sich jederzeit hingeben und auch zurückziehen zu können. Ich kann das aber nicht im 12 Stunden Takt. Hin und zurück.
Ich empfinde die letzten 42 Jahre mit ihr eben als eine gewisse Verbindung, die schon ein entsprechendes Loch hinterläßt. Wie immer war nicht alles nur schlecht.
Slowly
Danke für Dein Interesse und auch für den Buchvorschlag!
Ich denke den Grundgedanken des Buches habe ich auch in meiner Therapie verstanden, daß man eben nicht aus dem Kontakt gehen soll - sondern in dem Bleiben (im Kontakt) Beziehung entsteht.
Nur leider sollte man sich für dieses Motto keine beziehungsunfähigen Menschen aussuchen, die einen immer wieder wie ein Depp dastehen lassen. Das gilt für Mütter wie Ehemänner. Auch da habe ich aufgehört halbe Sachen zu machen. Ich muß es nicht akzeptieren, daß andere in meinen Gemüsebeeten Rugby spielen und dann noch um Entschuldigung bitten, wenn ich da eine Zaun drum rum mache.
schnuffig
Ach schnuffig, es ist krass, wie gut Du es verstanden hast. Das mit dem Gefühl, - darf ich überhaupt so traurig sein? Mein Therapeut hat mich gebeten, mich nicht mehr in ihre Fänge zu begeben und nur noch SmallTalk mit ihr zu halten. Ich war mir sicher, daß ich das schaffe. Ich war übermütig genug, zu glauben, daß ich auch etwas mehr kann, als SmallTalk - weil so ein bißchen Vertrautheit ja auch ganz schön sein kann.
Ich habe mich als Versager gefühlt, weil ich nicht lässig genug war, weil ich dieser Frau mal wieder Vertrauen geschenkt habe, obwohl ich doch längst weiß, daß man heiße Herdplatten besser nicht anfassen soll.
Auch meine Mutter betet jetzt sicher bis zu ihrem Zusammenbruch und die Verwandtschaft hat ein hartes Jahr vor sich. Aber ich habe wenigstens meinen Glauben wieder für mich allein und darf mit meinem Gott so umgehen, wie ich es liebevoll finde. So richtig frei fühle ich mich wohl noch lange nicht. Es wäre einfacher gewesen, wenn ich sie in den respektvollen Abständen mit in mein neues Leben hätt nehmen können.
Dann wäre Vogelfrei möglich gewesen. Ohne Traurigkeit.
Carl57
Danke für die Ermutigung
Renato
ja, ich habe von Dir und Deiner Mutter das noch gut im Kopf. Bei mir ist es so,daß ich darum kämpfen muß, daß nicht irgendwann das Mitleid mit meiner Mutter über meinen Selbstschutz siegt.
Vielleicht ist ein Kontakt wieder möglich, wenn ich noch etwas unabhängiger geworden bin. So unabhängig, daß es mir egal ist, ob sie zufrieden ist oder nicht.
Um ehrlich zu sein, bin ich wahrscheinlich noch zu abhängig von ihrer Meinung über mich, um mit ihr leben zu können. Aber wie kann man jemand lieben und gleichzeitig sagen: Was Du denkst und willst ist mir egal? Ich will sie nicht ändern. Ich hatte nur geglaubt, sie läßt mich endlichsein wie ich bin. Das war ein Irrtum - und mir fehlt jede Vorstellung, damit umzugehen. Der souveränere Schritt wäre gewesen, den Kontakt nicht abbrechen zu müssen. Aber soweit bin ich noch nicht..
Danke Euch allen, die ihr mitgelesen und mitgedacht habt!
Liebe Grüße
Nys