Beiträge von Nys

    So, nochmal danke Matthias!

    ich laß jetzt mal wieder los und fühl mich im Stande auf die Füße zu kommen. Allein zu stehen und zu laufen.

    Kaleu
    ich wollte weder testen noch ändern. Ich bin einfach nur zum 10000000 Mal reingefallen, auf meinen Optimismus was den Umgang mit ihr betrifft. Ich weiß, daß sie nicht lieben kann und frage deshalb auch nicht danach.
    Ich habe ein ganz anderes Bild von Mutterliebe, als ich jemals von ihr bekommen könnte. Ich habe dieses Bild in mir!
    Ich war nur unvorsichtig genug, mal wieder etwas zu sehr zugänglich zu sein. Was einfach meine Art ist. Vor allem dann, wenn ich jemanden liebe.
    Und auch dann, wenn ich gerade etwas einsam bin, was ich zugegebener Maßen nach der Rückkehr aus der Klinik auch war.
    Ich liebe meine Mutter, so wie sie ist, - und hatte die blödsinnige Idee, sie könnte mir nicht mehr weh tun, weil ich mich inzwischen selbst genug liebe. Sie kann mir aber weh tun, mit ihrer Art, die sie selbst für die ultimative Liebe hält. Sie tut mir deshalb weh, weil sie instinktiv den passenden Moment abwartet, an dem sie eine etwas angeschlagene Nys vor sich hat. Die in keinster Weise mit einem Angriff rechnet. Es tut mir auch weh, daß jede Freude vor ihr verborgen werden muß, denn auch im freudigen Überschwang, kann es passieren, daß ich ihr zu offen begegne.

    Daß mir nach dem Kontaktabbruch was weh tut, liegt daran, daß ich gerne mit ihr in Kontakt geblieben wäre und daran, daß ich selbst leide, wenn ich einen anderen Menschen verletze, den ich liebe. Mein Kontaktabbruch verletzt sie natürlich.

    Aber ich überlebe ihre Art Liebe nicht. Ich kann nicht oberflächlich mit einem Menschen umgehen, den ich liebe. Das gehört vllt. noch zu Dingen die ich lernen muß oder auch nicht. Angeblich hat es was mit Hingabefähigkeit zu tun, sich jederzeit hingeben und auch zurückziehen zu können. Ich kann das aber nicht im 12 Stunden Takt. Hin und zurück.

    Ich empfinde die letzten 42 Jahre mit ihr eben als eine gewisse Verbindung, die schon ein entsprechendes Loch hinterläßt. Wie immer war nicht alles nur schlecht.


    Slowly
    Danke für Dein Interesse und auch für den Buchvorschlag!
    Ich denke den Grundgedanken des Buches habe ich auch in meiner Therapie verstanden, daß man eben nicht aus dem Kontakt gehen soll - sondern in dem Bleiben (im Kontakt) Beziehung entsteht.
    Nur leider sollte man sich für dieses Motto keine beziehungsunfähigen Menschen aussuchen, die einen immer wieder wie ein Depp dastehen lassen. Das gilt für Mütter wie Ehemänner. Auch da habe ich aufgehört halbe Sachen zu machen. Ich muß es nicht akzeptieren, daß andere in meinen Gemüsebeeten Rugby spielen und dann noch um Entschuldigung bitten, wenn ich da eine Zaun drum rum mache.


    schnuffig
    Ach schnuffig, es ist krass, wie gut Du es verstanden hast. Das mit dem Gefühl, - darf ich überhaupt so traurig sein? Mein Therapeut hat mich gebeten, mich nicht mehr in ihre Fänge zu begeben und nur noch SmallTalk mit ihr zu halten. Ich war mir sicher, daß ich das schaffe. Ich war übermütig genug, zu glauben, daß ich auch etwas mehr kann, als SmallTalk - weil so ein bißchen Vertrautheit ja auch ganz schön sein kann.
    Ich habe mich als Versager gefühlt, weil ich nicht lässig genug war, weil ich dieser Frau mal wieder Vertrauen geschenkt habe, obwohl ich doch längst weiß, daß man heiße Herdplatten besser nicht anfassen soll.
    Auch meine Mutter betet jetzt sicher bis zu ihrem Zusammenbruch und die Verwandtschaft hat ein hartes Jahr vor sich. Aber ich habe wenigstens meinen Glauben wieder für mich allein und darf mit meinem Gott so umgehen, wie ich es liebevoll finde. So richtig frei fühle ich mich wohl noch lange nicht. Es wäre einfacher gewesen, wenn ich sie in den respektvollen Abständen mit in mein neues Leben hätt nehmen können.
    Dann wäre Vogelfrei möglich gewesen. Ohne Traurigkeit.

    Carl57
    Danke für die Ermutigung

    Renato
    ja, ich habe von Dir und Deiner Mutter das noch gut im Kopf. Bei mir ist es so,daß ich darum kämpfen muß, daß nicht irgendwann das Mitleid mit meiner Mutter über meinen Selbstschutz siegt.
    Vielleicht ist ein Kontakt wieder möglich, wenn ich noch etwas unabhängiger geworden bin. So unabhängig, daß es mir egal ist, ob sie zufrieden ist oder nicht.

    Um ehrlich zu sein, bin ich wahrscheinlich noch zu abhängig von ihrer Meinung über mich, um mit ihr leben zu können. Aber wie kann man jemand lieben und gleichzeitig sagen: Was Du denkst und willst ist mir egal? Ich will sie nicht ändern. Ich hatte nur geglaubt, sie läßt mich endlichsein wie ich bin. Das war ein Irrtum - und mir fehlt jede Vorstellung, damit umzugehen. Der souveränere Schritt wäre gewesen, den Kontakt nicht abbrechen zu müssen. Aber soweit bin ich noch nicht..


    Danke Euch allen, die ihr mitgelesen und mitgedacht habt!

    Liebe Grüße
    Nys

    Ich halte mich grad mal ne Weile in der virtuellen Umärmelung von Matthias auf

    und bin da so ziemlich am ganzesten mit meiner
    Verletzlichkeit

    werd dabei mal schauen, ob schnuffig nicht recht hatte, und da tatsächlich kein schwarzer Fleck ist

    hart will ich nicht werden, dann wäre ich tatsächlich
    ganz weg von mir selbst --- und vielleicht sind damit auch schon die meisten Fragen beantwortet

    .....

    und dann schäme ich mich auch noch dafür

    ....

    ein Mensch zu sein, der damit nicht klar kommt

    eine zu sein die ein (ach wie eklig) Kindheitsproblem hat

    eine zu sein, die den Kontakt zur armen gebrechlichen alten Mutter abbricht


    eine zu sein, die eben einen Makel hat, mit dieser Geschichte


    eine zu sein, die sich für Dinge schämt, die sie nicht selbst verbrochen hat - aber die sie abgebrochen hat

    eine zu sein, diesen schwarzen Fleck niemals los werden wird.

    ....

    ach ja: Und sie hat es geschafft,

    bezieht sich darauf, daß ich jetzt natürlich über sie nachdenke und mich mal wieder abspalten muß,

    von mir, von meinen Gefühlen. Davon daß ich sie eigentlich liebe... aber es keinen Raum dafür gibt. Zumindest keinen
    in dem ich dafür nicht von ihr mißhandelt werde.

    Es wäre wichtig für mich gewesen, eins zu sein mit meiner Gefühlswelt.

    Jetzt ist da wieder nur Trauer und Tränen und wenn ich glücklich sein will, muß ich sie ausblenden.

    Kann man eine Mutter vergessen? ich kann es nicht.

    Aber sie bringt mich um! Mein ganzes Leben lang schon.

    Hallo Trek

    ganz lieben Dank für Deine Worte!! Danke daß Du so einfühlsam geschrieben hast.

    Hallo R. hallo alle

    Sie = Wurzel = Herkunft = das wo man eigentlich Halt findet

    Ich habe gehofft daß ein oberflächlicher Kontakt zu ihr
    möglich bleibt. Weil dieser Kontaktabbruch schmerzt.
    Ich habe meinen Teil dazu gegeben. Habe auf Absprachen vertraut. Daß sie mich respektvoll und wie einen erwachsenen Menschen behandelt und vor allem nicht mit religiösen Vorwürfen auch noch meine
    eigene Beziehung zum Glauben kaputt macht.

    Es ist schrecklich, wenn jemand Dich kennt, sehr gut kennt und dabei nur auslotet, wie er die Momente in denen Du schwach bist (zB Dich über neue Kontakte und Freunde freust)... dazu ausnutzt, Dir Vorwürfe zu machen.

    Ja und wann hast Du dann mal Zeit mit mir in die Kirche zu gehen?

    Mehr interessiert sie nicht.

    Kein "oh schön, daß Du wieder unter Menschen gehst"
    Kein "ich freu mich, daß Du Dich freust", daß es Dir gut geht.

    Es war schon immer ein Grund für Vorhaltungen, wenn ich lebendig war. Freunde gefunden hatte. Die waren immer alle schlecht oder wenn sie dummerweise aus der Kirche gab es andere Gründe Freundschaften schlecht zu machen, die mir was bedeuten.

    Wenn ich ihr erzähle, daß ich morgens um sechs aufstehe, dann ruft sie um 8 Uhr an und sie kriegt es nicht mit, daß sie grad voll daneben liegt, mit ihren Vorschlägen was ich nun alles christliches von 6 - 8 tun könnte und sollte. Sie kriegt es nicht mit, weil sie loslegt ohne Punkt und Komma.
    Ich stehe am Telefon und würge sie ab. Sie weiß nicht, daß ich an diesem Morgen niedergeschlagen bin, weil mein Noch-Ehemann Geburtstag hat und ich ihm gerade eine SMS geschrieben hab, inder ich sagte wie sehr ich
    bedauere, daß wir nie geschafft haben eine Beziehung zu leben. Und daß ich es nie verstehen werde, wie er die vielen Jahre so gleichgültig meinen Schmerz darüber mitangesehen hat.- daß ich ihm aber wünsche, daß er es mit einer anderen Frau noch schafft, Liebe und Beziehung zu leben und trotzdem den beruflichen Erfolg zu haben, den er so wichtig findet.

    Sie weiß das nicht. Natürlich hab ich ihr das gesagt. Aber es geht maximal durch ihre Ohren. Für sie ist wichtig, daß ich morgens einen christlichen Radio-Sender einschalte und wenn ich das nicht tue, dann bin ich ein schlechter Mensch.Und man hat das Recht, sich Sorgen zu machen und damit das Recht zu den möglichsten und unmöglichsten Tageszeiten in mein Leben zu platzen und Vorschriften zu machen.

    Es geht nicht. Ich habe versucht zu sagen daß es nicht geht. Was das ist doch kein Argument. Wenn eine Mutter das Recht hat sich Sorgen zu machen, dann darf sie alles.

    Jetzt geht es halt mit ihr nicht. Nämlich leben und Leben lernen. Sich freuen am Leben und endlich mal ich sein, mit allem was mich ausmacht. das ging in ihrer Gegenwart noch nie.

    Macht ist verlockend sie zu mißbrauchen.

    Ich bin gerade ziemlich ohne eine Verbindung, die mir vertraut ist. Das hat ihr das Gefühl von Macht gegeben.
    Ich bin kaum 2 Wochen aus der Klinik und sie ist der Meinung, daß es Zeit wird, die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Vor allem die von der Zeit, als ich noch unter ihrem Kommando stand. Ich habe ja jetzt keinen Mann mehr. dann wird es wohl Zeit, daß sie wieder in mein Leben eingreift und da alles in Ordnung bringt.

    Es wurde für mich Zeit, ihr Grenzen zu setzen. Sie fand es nicht wichtig. Hat wohl nicht verstanden, daß es mehr als wichtig war. Sie hat es auch nach zwei deutlichen Telefonaten daß das so nicht geht nicht verstanden.
    Ich bin halt sehr problematisch.

    Ich habe den Kontakt zu ihr auf Eis gelegt. Bis ich da drüber stehen kann, Ungefähr auf Kamel-Höhe. Ich weiß nicht, ab wann ich so erwachsen bin, daß ich das einfach nur lächerlich finde.

    Ich weiß nicht, ab wann es mir nicht mehr weh tut, daß es sie eigentlich nicht interessiert, wie es mir geht -

    ich weiß nicht ab wann es mir egal ist, daß ich sogar freudige Erlebnisse nicht mit ihr teilen darf, weil sie sonst wieder alles mit ihren Vorwürfen und negativen Beurteilungen kaputt macht

    ich weiß nicht ab wann es mir egal ist, daß sie da ist

    ich weiß nicht ab wann es mir egal ist, daß sie mir nur übertriebene erpresserische Gefühle vorsetzt, bei denen mir die Luft weg bleibt. Sie liebt mich über alle Maßen.... aber Mitgefühl hatte sie nie.

    Sie kann nix dafür. Genauso wenig wie mein Mann, aber ich kann was dafür, wenn ich mich durch solche Menschen verletzen lasse - nur weil ich zu feige bin, ihnen weh zu tun, indem ich sie aus meinem Leben verbanne.

    Ich bin nicht mehr zu feige. Ich kappe die Verbindung.
    Aber schöner wäre es einmal glücklich sein zu dürfen und leben zu wollen, ohne daß man sich damit von denen trennen muß, die andere Familie nennen.

    Nys

    ....

    weiter

    ich habe Angst vor Bitterkeit und Leere. Die Grenze ist wichtig aber sie kostet mich Kraft.

    Ich hätte es lieber mit Lässigkeit, mit IST_MIR_DOCH_EGAL einstellung geschafft.

    Aber ich werde immer noch getroffen, ich bin immernoch verletzlich. Und sie nutzt jeden schwachen Moment.

    Schlag einem Baum die Krone ab, und er treibt neu.

    Ich versuche gerade neue Wurzeln zu schlagen, weil ich sie amputiert habe.

    Ich dachte ich könnt es mit dem Tanzen schaffen, und mit dem Kamel. Einfach drüber stehen, einfach davontanzen, wenn es beklemmend wird. So dachte ich, könnt ich das behalten, was mir wichtig war. Eine Verbindung.

    Ich dacht, ich könnt wenigstens die Grenzen aushandeln und würde ernst genommen.

    Aber wenn man nicht wahrgenommen wird, wird man auch nicht ernst genommen. Ist ja eigentlich logisch.

    Was mich wirklich ärgert, ist, daß sie es jetzt doch noch geschafft hat.... ein Leben mit einer derart gekappten Verbindung, wird mich Energie kosten. Energie die ich dringend für meinen neuen Lebensmut benötigt hätte.

    Aber darum was ich brauche, gings ja nie. Darum was ich soll wäre die für mich gedachte Bestimmung gewesen.

    Eintrag in eigener Sache

    wenn man ein Schaf ist, sollte man sich keine Wölfe im Schafspelz als Haustiere halten.

    Entweder man hört auf ein Schaf zu sein und heult mit den Wölfen oder man heult, weil man eigentlich nie einem Schaf das Fell abziehen wollte, nur um ihm zu zeigen, daß er/sie eigentlich ein Wolf ist.

    Ich werde heute noch ein Bild malen müssen.

    Das mit dem Krokodil aus meinen Kinderträumen.

    Ich bin jetzt ohne Wölfe. Und damit ohne .. ohne... ja was eigentlich... DIE halt. Aber es ist besser als tot zu sein, besser als sich erdrücken und ersticken zu lassen. Besser als die ewigen Angriffe dann, wenn das Lamm lahmt oder wenn es zum Fluß geht für einen Schluck Wasser und dann wieder um sein Leben rennen muß, bis ihm die Zunge aus dem Hals hängt. Und es gibt Freunde, die einem Mut zum Leben machen, Mut machen Grenzen zu ziehen und Mut machen für sich selbst zu kämpfen - auch dann wenn es weh tut.

    Hallo Andreas

    nachdem ich nun wieder mehr hier schreibe, wollt ich Dir einfach mal nen Gruß da lassen.

    Was ist denn ein Pferdekuss?
    also im Fußball?... die weichen oder schmerzhaft blau-grünen vom Pferdestall kenn ich ja.

    Schade, daß Du Dein Lauftraining jetzt unterbrechen mußt. Habe gestern schon mal bei Dir nachgelesen, ob Du nicht auch in Freiburg dabei sein wolltest... aber das war Istanbul.

    Hast Du die Steigerung von jew. 2 km mehr geschafft bzw. schon auf die Marathon-Distanz erhöht?

    Ja und wie es Dir sonst so geht, würd mich auch interessieren- obwohl das mit dem Internet und den persönlichen Dingen ja so eine Sache ist.

    Grüße von
    Nys

    Hallo Olli

    meinst Du damit, daß evtl. garkein Interesse besteht (von Seiten des Gesundheits-Systems) eine nachhaltigere
    Behandlung von Alkoholikern zu finden? .... es gingen damit ja auch viele ständig wiederkehrende Patienten verloren?

    Und noch eine Frage:
    Der Grund weshalb Du trocken wurdest, war Dein Überlebenswille. Der muß aber dauerhaft bleiben. Macht es nicht einen Unterschied, erstmal nicht sterben zu wollen - dann aber auch einen triftigen Grund zum Weiterleben und zur Neugestaltung des Lebens zu haben? ... einen Grund, der nicht mit den nächsten Schwierigkeiten wieder zwischen den Fingern zerrinnt?

    Ist dazu nicht eine gewisse Neu-Aufstellung, eine gewisse Sinn-Findung notwendig, damit das Bestand hat? Vielleicht unterscheiden sich eben die Gründe für das Aufhören stark (drohende Scheidung, Verlust von Führerschein und Ansehen, Verlust des Lebens)... aber nicht die Gründe fürs Trocken-Bleiben = Gewinn einer neuen Lebenseinstellung.

    Fragende Grüße einer nicht suchtkranken, aber
    durchaus schon oft lebensmüde gewesenen
    Nys

    ....Böse-Buben-Radar...

    lese ich gerade ...


    KLAR hast Du den !!!

    Ist aber evtl. eh nicht nötig, wenn sich böse Buben einfach nicht mehr angezogen fühlen, weil Lindi nach
    einer Frau aussieht, die total anders drauf ist

    und ihr Leben gerne um was anderes herum gestaltet, als um Probleme, SUPERHOCHs und SUPERTIEFs

    oder um ICH bin die WELT FÜR DICH... geschnösel ;)

    noch n Gruß

    Tag Lindi :)

    Na dann *pieps* ich doch gleich mal noch nen Post ;)


    Genau! Bei den Trockenen lesen. Das bringt mir schon seit Anbeginn hier am meisten.

    Ich hätte niemals eine Thera gemacht, wenn ich nicht bei EKA s und bei Trockenen so viel gelesen hätte, was mich persönlich 1:1 angesprochen und weitergebracht hat.

    Als ich hier her kam, da wußte ich nur eins: Es fehlt mir an Selbstliebe. Bereits vor der Thera habe ich dazu dank wirklich guter Vorbilder (auch im Geschlossenen) einiges gelernt.

    Und jetzt geht es mir wie Dir: Ich fange im Prinzip ich
    wo ganz anders an. Unten möcht ich dazu nicht sagen - aber die Perspektive auf mein Leben hat sich geändert... und auch was meine Beziehungsfähigkeit angeht, stehe ich tatsächlich ziemlich am Anfang.

    Vieles was ich bislang selbstverständlich ansah, ist jetzt anders. Und die Achtsamkeit mit der ich mein Leben ab jetzt bestreiten möchte, hat viel Ähnlichkeit damit, was Trockene tun, um keinen Rückfall zu erleiden.

    Es reicht die pure Überforderung - auch die pure Überdosis an positiven Aktionen... und ich verliere wieder das Gefühl für das was mir (noch) gut tut und was nicht.

    Ich bin vom Laufen auf Nordic-Walking umgestiegen, weil ich mit dem Tanzen um 6 Uhr morgens und dem
    Reiten von 2 Pferden schon genug Power-Training mache. Auch bei der körperlichen Belastbarkeit gibt es (gott sei dank & leider) Grenzen.

    Das Walken hab ich bei der Therapie entdeckt. Dachte garnicht, daß das so gut die Haltung verbessert, wenn man es richtig macht ... und daß das auch so richtig schön die glatte Muskulatur fördert. Neben den Stöcken hab ich mir noch einen
    Gymnastikball, einen Flexibar und Gain-Trainer zugelegt. Durch die intensiven Sportstunden in der Klinik habe ich entdeckt, wie positiv sich gezieltes Muskeltraining auf die Körperspannung beim Reiten auswirkt. Überhaupt, das gesamte Körpergefühl verbessert sich bei mir eher durch Sport, bei dem es um Körperstraffung geht. Es fühlt sich einfach gut an.

    Was ich nach wie vor gut bleiben lassen kann ist das Rauchen *freu*... hin und wieder hatte ich mal kurz das Bedürfnis, wenn ich emotional sehr aufgewühlt war. Aber es lies sich gut abstellen.

    Was noch total spannend wird: Die Zeiteinteilung mit der Arbeit. Sport, Tanzen, Kreativität... alles super gut für den inneren Ausgleich,.... aber es läßt sich nicht so leicht in den Arbeitsalltag integrieren. Ich experimentiere noch mit der Aufteilung, die dann immer wieder neu gestaltet werden muß, weil das Leben eben kein Ponyhof ist... und die Zeit sich nicht verdoppelt, nur weil irgendwas mal wieder länger dauert als gedacht.

    Ich habe vorerst ein halbiertes Pensum zu bewältigen.
    Wie sich das auf Dauer durchsetzen läßt, bleibt trotz ärztlichem Attest ein Fragezeichen. In jedem Fall nehme ich mich und meine Bedürfnisse inzwischen besser wahr und habe nicht mehr die frühere Scheu, für meine Interessen einzutreten... auch dann wenn es für andere egoistisch, faul, hinterhältig oder wie auch immer aussehen mag...

    Nur weil kaum noch jemand auf sich selbst achtet, muß ich nicht den gleichen Blödsinn auch machen.

    Ich brauch keine Genehmigung dafür, ein Mensch zu sein, der sich gegen Ausbeutung wehrt - und sei die Argumentation noch so überzeugend. --- selbständig, muß halt, selber und ständig und überhaupt.... nÖ!

    Grüße *piep*
    Nys

    Hallo Lindi

    ... Fortsetzung

    ...es ist manchmal seltsam, wenn ich was schreiben möchte und dann plötzlich feststelle, daß sich mein
    Mitteilungsverhalten geändert hat. - geht mir beim Reden auch hin und wieder so...

    in diesem speziellen Fall sind es einfach Dinge, die
    ich Dir gern unter vier Augen erzählen - aber nicht hier ins Netz schreiben möchte.

    ... da ist plötzlich dieser Gedanke, daß meine Gefühle im Internet nichts zu suchen haben.

    Fakten, die im Zusammenhang mit anderen Personen meines Lebens stehen - auch nicht.

    So beschränkt sich der Austausch auf Dinge, die sachlich klingen. So wird aus vielem eine beinahe befremdliche Beschreibung.

    Mehrfach habe ich in verschiedenen Threads gelesen und daran gedacht zu antworten. Aber manchmal steht mir gerade dabei meine Wahrnehmung im Weg.

    Ich bin froh, daß Karsten mich weiterhin gerne als Forenteilnehmer(in) beherbergt. Auch wenn ich jetzt keine Verlängerungs fürs Geschlossene beantragt habe.

    Du beteiligst Dich ja nach wie vor stark auch bei den Neuankömmlingen, - was ich immer wieder gern lese.
    Vor allem Deine Art, die Dinge humorvoll auf den Punkt zu bringen.

    Ich bin gespannt von Dir dann im April zu hören, wie alles anläuft!

    Bei mir steht noch kein Umzug an, - ich habe noch nicht das geeignete Plätzchen für die nächsten Lebensjahre gefunden. Eins hätt mir gefallen, wurde aber an jemand anderen vergeben - und die übrigen waren entweder zu klein oder überhaupt nicht mein Fall. Die Wohnungssuche ist mit einer der heftigsten Prüfsteine für meine innere Stabilität.

    Laß von Dir hören. Und alles Gute zum Verlade-Training und dann am 04.04. !!!

    Liebe Grüße
    Nys

    Hi Lindi

    sitze grad im Stall-Outfit am PC und wollt noch schnell reinschauen, ob Du geantwortet hast....

    WOW !!!

    DAS ist ja ne großartige Überraschung! Oh man, ich freu mich so für Dich, daß Du das mit den Papieren hinbekommen hast. BZW hinbekommen hast lassen ;) YiPPIE

    Na und lustig wird es eher nicht.... ja... mag sein, - aber lebendig und es gibt ja auch noch einen Mr. Internet (hoffe ich doch) ... der den Aufprall in Germany etwas "lind-ern" dürfte ;) )
    Manchmal kommen auch Jobs u.a. Dinge schneller auf einen zu, als man glauben mag...und kontaktscheu bist Du ja nicht. Ich will das Probl. nicht kleiner reden als es ist - aber irgendwie hab ich ein ganz gutes Gefühl im Bauch. (Frag mich nicht warum... - ich denke Du schaffst es einfach!!)

    Für Platero's Reise und Eingewöhnung im neuen Umfeld drücke ich jetzt schon die Daumen-- gaanz fest! Ja - Transportgamaschen - ich hoffe er läßt sich noch überzeugen :) :D

    Bitte laß mich wissen, wenn Du da bist und den Nerv hast eine alte Forums-Freundin zu treffen ;)
    Wo auch immer! Eine Einladung zu mir sei hiermit gleich mal ausgesprochen - ich komme aber auch irgendwo hin. Keine Frage!

    ob es mir soweit gut geht?
    Oh weia - welch eine Frage. Ich glaube ich stinke gerade zu sehr nach Stall, um dazu Genaueres schreiben zu können :o

    Ich bin noch in ambulanter Therapie und es scheint recht notwendig zu sein. Mein Therapeut meint jetzt schon, daß 80 Std. wohl nicht reichen werden, um meinen Fall zufriedenstellend abschließen zu können.

    Na dann Mahlzeit. Trotzdem habe ich Fuß gefasst. Das kann ich wohl sagen - aber hallo - der Alltag läßt manche alten Gefühle wieder recht lebendig werden. Seit dem ich mir selbst näher gekommen bin - bin ich mir meiner Verletzlichkeit viel bewußter. Ich schäme mich aber nichtmehr dafür. Im Gegenteil:

    Ich lerne damit souverän umzugehen und habe dabei meinen Seelenfrieden im Auge. Mehr und mehr als jemals zuvor. Das ist mir momentan das Wichtigste.
    Dem ordne ich den ganzen anderen Baukasten unter.
    Denn eigentlich brauche ich nichts und niemanden so sehr wie die Einheit mit mir selbst. Dann kann kaum was aus dem Ruder laufen. Aber manchmal muß ich mich zur Wiederherstellung der Einheit so intensiv um mich selbst kümmern, daß mir klar wird wie sehr ich noch am Anfang stehe und wie wackelig das ganze noch ist.

    Klare Abgrenzung zu halben Sachen (ich hab dabei oft an Helge's Thread Titel gedacht: Keine halben Sachen mehr... ) und/aber Offenheit dem Leben gegenüber.
    Ich übe. Stimmungsschwankungen und übereilte Entscheidungen... alles
    kommt vor. Mut zur Lücke! Auch ich habe das Recht nicht perfekt zu sein

    Doch es wird mit der Zeit einfacher- da bin ich mir sicher... und
    s wär ja auch langweilig, wenn das alles so easy laufen würde.

    To be continued :)
    Schlaf gut!
    eine dringend zu duschende Nys

    Hallo Lindi

    wollte einfach mal einen Gruß da lassen. Für Dich - einfach so. Ich hoffe daß es Dir gut geht.
    Auch wenn unser Austausch hier nichtmehr ist, denke ich oft an Dich und hoffe, daß Du Deine weiteren Schritte gehen kannst.

    Liebe Grüße
    Nys

    Hi schnuffig

    zwei Bilder kann ich Dir schicken ;)

    eins ist eine noch ungeübte Tänzerin auf einem Kamel... das gerade im Begriff ist aufzustehen... etwas verwackelt das Ganze, - aber sie lächelt trotz zusammengezogenem Magen und leichter Höhenangst.
    Das Auf und Ab mitnehmen und dabei immer mit in die Bewegung gehen......eigentlich kann es irgendwann auch richtig schön sein. Sofern man nicht zu bescheiden ist und auf die Stützräder ;) verzichtet.

    das zweite Bild ist nicht gerade bunt. Aber beinahe lustig. Räucherstövchen für Naturkräuter haben runde Löcher das gibt einen runden Smilie auf dem Badewannenwasser in der Abend-Dämmerung... und wie der tanzen kann :)

    LG und einen guten Wochen Start
    eine neu in den Alltag startende Nys

    Hi selbstredende schnuffig

    ich hab getont, hab gemalt jetzt 8 Wochen lang
    alles Tiere oder Menschen, die Tierkörper hatten
    eben das was ich immer fühle
    jeder fands toll - für mich war es ich - aber eine
    bereits bekannte Seite

    hab Theater gespielt, das Stück selbst geschrieben.
    Eine toller Auftritt - Lob wie immer - für das was immer schon gelang
    und
    dann hat etwas in mir gefragt?

    Wie wär es jetzt mal mit tanzen?
    Antwort: Du weißt doch daß ich das nicht gut kann
    Das mit dem Rhythmusgefühl - oh weia ...
    Aber warum nicht? Warum nicht gerade hier - wo es nur um mich geht. Wo ich mich fallenlassen kann, ohne
    die Angst verletzt zu werden.

    Ich habe getanzt. Wie ich noch nie getanzt habe.
    Kein Tanz wie in der Disco. Keine Show.
    Bewegung anstatt Erstarren beim Ausdruck meiner Gefühle. Sprünge anstatt Worte, - Atemlosigkeit anstatt Luftnot

    Es ist etwas Neues, es ist der Schlüssel, die Steckverbindung zu Energie, die irgendwo verschlossen, weggesperrt war.

    Es ist etwas menschliches. Etwas das mich auf eine Brücke zu dem Gefühl Mensch-Sein stellt. Es ist nichts fremdes - es ist mehr ich als ich jemals nach außen ich war. Es ist eine neue Farbe - aber ich mußte sie mir holen. Ich mußte die Antwort geben:
    Warum eigentlich nicht?

    Jetzt werde ich Erfahrungen sammeln mit der neuen Farbe. Und das schöne ist, daß ich jetzt schon weiß, daß ich ganz am Anfang stehe. Mit allem was mich ausmacht, mit aller Erfahrung die ich schon mitbringe und doch. Das einzige was ich zurücklasse ist die Erstarrung. Die Angst vor der Vergangenheit und vor den damit verbundenen Gefühlen. Ich kann alles in Bewegung verwandeln. Bewegung ist Leben. Tanz ist Mensch-sein und malen werde ich weiter. Sehr viele Tiere und vielleicht irgendwann mal eine tanzende Frau oder einen Huck Finn der seinen Hut fliegen läßt und dabei einen Freudensprung macht.

    LG Nys

    Hi schnuffig

    das ist's doch irgendwie:

    selbst entscheiden zu können, wieviel Einblick die Außenwelt bekommt.
    Eine selbstverständliche Authentität und eine Stärke
    die durch Zweifel vom Außen nicht angegriffen werden kann. Damit hat man die Freiheit Mensch zu sein. Mit allem was Dich ausmacht.

    LG Nys