Beiträge von Katharsis

    Guten Morgen Frank :)

    Quicklebendig ist anders, aber ich kann Dich beruhigen: Es ist nach wie vor alles in mir drin.
    Dauerschmerz allein schon von dem blöden Mieder, was mich doch nur stützen und nicht formen soll. Es fühlt sich an, als hätte ich überall fette Prellungen, in die Jemand ununterbrochen seine Fingerknöchel hineinbohrt.
    Sorge wegen der vielen Pillen, die ich noch in mich hineinschaufeln muss. Als Suchtbolzen anderer Art habe ich Medikamente immer weitgehend vermieden.
    Nackte Panik, als ich das erste Mal in meine Badewanne steigen musste, um allein zu duschen. Sobald man nämlich das Mieder abnimmt, fehlt jeder Halt nach dieser kurzen Zeit und man hat Angst, dass man in der Mitte durchbricht.
    Im Krankenhaus war es einfacher: Da hatte ich beschlossen, mich im Notfall in Richtung der roten Reißleine für die Schwestern zu schmeißen, falls ich den Halt verlieren sollte :D.
    Für die meisten Dinge gibt es aber doch eine Lösung und so bin ich halt mit Mieder in die Wanne gekrabbelt, habe es auf dem Schrank deponiert, geduscht und mich abgetrocknet und es danach sofort wieder montiert, bevor ich wieder rausgestiegen bin (macht 5 Punkte :-)).

    Essen mit Lätzchen, weil ich mich noch nicht nach vorn beugen kann. Ich unterscheide also bei Mahlzeiten immer, ob sie Gartentauglich sind oder ob die Konsistenz vorgibt, sie besser in geschlossenen Räumen zu mir zu nehmen ;-).
    Ich würde gern ein paar Schritte laufen bei dem Wetter, aber leider hat in der Zwischenzeit niemand den blöden Hügel abgetragen, auf dem ich wohne. Ich bin noch so schlapp, dass ich mir den Weg allein nicht zutraue und werde geduldig warten, bis mich jemand mitschleppt.
    Sitzen funzt noch nicht so toll und so bleibt liegen und lesen oder TV gucken, letzteres hatte ich mir bereits fast komplett abgewöhnt und es fällt mir schwer, so untätig herumzuliegen. Ein echtes Luxusproblem allerdings.

    Andererseits sind da die Nachbarn, die mir alle Hilfe angeboten haben und so aussehen, als würden sie es auch ernst meinen. Unbezahlbar und ich bin sehr dankbar dafür.
    Ein Freund, der mir gestern tatsächlich noch den Rasen gemäht und für mich gekocht hat, den ich sogar bitten kann, nach meiner Narbe zu sehen. Es ist in letzter Zeit bei anderen Patienten häufiger vorgekommen, dass die Narben sich entzündet haben und ich selbst kann es weder spüren noch kontrollieren und würde es auch noch nicht schaffen, sie regelmäßig von meinem Doc untersuchen zu lassen. Eine absolute Erleichterung.
    Mir ist bewusst, dass der Mensch dazu neigt, alles Andere/alle Anderen zu vergessen, wenn er vor Schmerzen kaum aus den Augen gucken kann. Das ist und war bei mir immer anders.
    Ich denke an junge Mädels, die von einem Tag auf den anderen in einem E-Rollstuhl landen, obwohl sie vorher kerngesund waren. Eine Krankheit, von der unter einer Million Menschen nur einer betroffen ist. Da sie nur in den Staaten zumindest ansatzweise erforscht ist, herrscht hier eher Ratlosigkeit und vor allem Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung.
    Andere haben seit Jahren furchtbare Schmerzen oder sind total verbogen oder liegen bereits Jahrelang in der Klinik auf dem Bauch. Ich wüsste wirklich nicht, ob ich das auch aushalten könnte.
    Du kannst Dir vielleicht vorstellen, dass das, was ich erneut gesehen habe, meine eigenen Probs in eine für mich angemessene Perspektive rücken lässt. So bin ich eher dankbar, dass überhaupt die Möglichkeit bestand, mich zu reparieren und freue mich weiterhin über jede Kleinigkeit, über jeden noch so winzigen Fortschritt, über jeden Menschen, der an mich denkt oder sogar unterstützt. Das Lachen ist nicht verloren, auch wenn es momentan eher auf meine eigenen Ein- und Ausfälle beschränkt ist.
    Das Kochbuch ist durch und ich habe mir gestern die Sitzfläche eines Stuhls abschrauben und unter meinem Mors installieren lassen, damit sich das Mieder nicht um meinen Hals wickeln kann, wenn es sich nach oben verschiebt ;-). Alles wird gut!

    Für Deine Rückenschmerzen wünsche ich Dir die beste Lösung.
    Nach meiner Erfahrung und dem, was ich wieder gesehen habe, kann man vieles mit gezieltem Training der Muskulatur korrigieren, ohne operieren zu müssen. Das funzt nur schlecht, wenn man voroperiert ist.

    Dir alles Gute und ein Schmerzfreies Wochenende.

    Liebe Grüße
    Katha

    Lieber Tian,

    es hat mich sehr gefreut, dass Du hier vorbeigeschaut hast.
    Über Deinen Kommentar habe ich laut gelacht und die Schmerzen dabei wegen der Wackelei auf dem Kochbuch (das im Übrigen seit gestern eine fette Delle hat *g) habe ich billigend in Kauf genommen :-).

    Was ich bei Dir lesen darf, gefällt mir gut. Ähnlich wie Du unterteile ich Alkoholiker ebenfalls in Kategorien: Die nassen, die pieselig trockenen und die zufrieden trockenen, die eine Gelassenheit ausstrahlen, die auch mein persönliches Ziel ist.
    Genau wie Du reflektiere ich (so gut es geht) und versuche, die Dinge von allen Seiten zu betrachten. Und zwischendurch fällt mir immer wieder ein, was das Wichtigste ist: Es einfach zu leben. Kopf aus, Bauch raus und alles so zu genießen, wie es grad kommt, wenn die Gelegenheit dazu besteht. Das geschieht öfter, als wir zunächst zu vermuten wagen.

    Mir wird wahrscheinlich – wie Matthias - nach ewigen Zeiten der Abstinenz noch auffallen, wenn irgendwo übermäßig viel gesoffen wird, genauso wie mir auffällt, dass Menschen sich einen geschlossenen Strick um den Hals hängen und es „Loop“ nennen, weil das Wort „Schal“ anscheinend mittlerweile so uncool klingt ;-). Für mich ist es also kein Zeichen von nasser Denke, sondern von schlichter Aufmerksamkeit, aber ich bin nicht hier eingefallen, um das gesamte Weltall zu meiner Denkweise zu bekehren.

    Dir wünsche ich ein entspanntes und bereicherndes Wochenende.

    Viele Grüße
    Katha

    *rofl*

    Hallo Matthias,

    ganz lieben Dank.
    Als Kommandeuse bei der Armee tauge ich vermutlich eher weniger.
    Schon wenn ich Leute stramm stehen lassen müsste, würde ich wahrscheinlich kurz darauf abwinken und anmerken: „Ey nee, sieht iwie shice aus. Macht Euch locker und versucht es mal mit Freestyle!“ :D

    Du hast ja offensichtlich auch grad Spaß mit Deinem Ersatzteil, es liest sich auf jeden Fall recht spannend. Deine Einstellung dazu gefällt mir super und ich denke, Du wirst noch ungeahnte Möglichkeiten entdecken :-).

    Ich überlege gerade, mich noch mal ein paar Wochen irgendwo einweisen zu lassen, denn als ich zurück kam, blühte endlich meine Orchidee *staun. Ein echtes Wunder.
    Vielleicht kann meine Nachbarin, das liebe Ömi, auch noch bei anderen Pflanzen Entwicklungshilfe leisten, wenn ich wieder aus dem Haus bin ;-).
    Ich habe gerade drei Punkte erarbeitet plus weitere zwei, weil ich vorher vom Kochbuch wieder runterrutschen konnte, ohne eine Grätsche hinzulegen. Es geht voran! :)

    Liebe Grüße
    Katha

    Guten Morgen :)

    Stützstrümpfe sind out und Häubchen trägt niemand mehr, sonst hätte ich wohl einige Leute wie Papierflieger vom Balkon segeln lassen ;-).
    Soviel Schmerz, Leid, Elend und Verzweiflung und soviel Hoffnung, Mut, Optimismus und Tapferkeit auf einem Haufen habe ich lange nicht mehr miterlebt.

    Liebe Viola, Du hattest recht: Geduld ist ein willkommenes Nebenprodukt, das bei dieser Prozedur abfällt. Ich kann jetzt 3 Stunden lang ohne weitere Beschäftigung oder Ablenkung gelbe Wände anstarren und einfach warten. Vielleicht ist dies die Vorstufe zu der Fähigkeit, Schnecken beim Fressen zuhören zu können, vielleicht werde ich jetzt aber auch nur total bekloppt ;-). Ich sitze hier auf einem meiner Kochbücher, das ich auf die Sitzkissen der Couch legen musste und tippsle vor mich hin. Deshalb sehe ich auch das Beklopptsein aus einer völlig neuen, eher entspannten Perspektive.

    Das Schnick-Schnack-Schnuck-Team konnte mit einem verbalen Ausfallschritt am Morgen der OP noch über den Haufen geredet werden. Operiert wurde ich dann glücklicherweise nicht von dem Arzt, der wütend aus meinem Zimmer stürmte, sondern von einem der anderen Künstler. Es hat mir in dieser Situation absolut nichts ausgemacht, brav zu warten, bis ich evtl. mittags doch noch in den OP geschoben werde, da mir vorher bereits angekündigt wurde, dass die OP dann eben wegen der veränderten Umstände komplett verschoben werden müsse.

    Eine blöde Situation, für die so wirklich niemand verantwortlich war. Die Diagnostik erfolgte ja bereits im April und eigentlich war völlig klar, was nun repariert werden sollte. Ich hatte keine Gelegenheit, die Ärzte vorher darüber zu informieren, dass in der Zwischenzeit Taubheitsgefühle in einem Bein aufgetreten waren – ein guter Grund dafür, den Stab auch nach unten hin zu verlängern, wo mir ein Wirbel abdriftete.
    Einige Tage war nicht klar, ob ich überhaupt operiert werden könne wegen meines Lungenvolumens, die Werte lagen bei ca. 37 % lag. Ich habe sie innerhalb von drei Tagen mit verschiedenen Aktivitäten auf 96 % hoch geprügelt und auch meine Medis wieder genommen.
    Freitagnachmittag stand fest: Ich kann gleich nach dem Wochenende operiert werden.
    Da der Oberarzt zwei Tage lang nicht im Haus war, war vorher keine Zeit, die neuen Beschwerden zu erwähnen. Ein anderer Arzt teilte mir mit, dass prophylaktisch nicht operiert wird – eine überaus vernünftige Einstellung, die nur in meinem Fall nicht anzuwenden war, denn ich allein wusste ja bereits, was da noch auf mich zukam.
    Im schlimmsten Fall hätte ich im nächsten Sommer wieder einfallen müssen und wäre dann erneut 6 Monate auf Eis gelegt worden. Reine Zeitverschwendung, die ich mir nicht leisten kann.

    So saß ich dann am Morgen der OP in meinem geblümten Krankenhauskittel mit vorgeschobener Unterlippe da und fragte erneut: „Und was ist mit unten?“ :D
    Ich hab´s ja auch gern, wenn ein Plan funktioniert und kann deshalb verstehen, dass der Doc mit wehendem Kittel genervt aus meinem Zimmer stürmte. Riesenaufstand, Diskussion unter den Ärzten und eine Stunde später kam ein freundlicher Arzt und teilte mir mit, dass zusätzlich zwei neue Stäbe eingesetzt werden, die auch den unteren Wirbel fixieren.
    Ich war komplett platt, aber doch glücklich.

    Der Aufenthalt auf der Intensivstation war ein einziger Alptraum. Da ich nicht die Einzige war, die diese Erfahrung machen musste, habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben bei der Krankenhausverwaltung beschwert, um den nächsten Patienten diese Erfahrung zu ersparen.
    Eine Woche lang wurde ich dann mit Paracetadingens gefüttert, was vielleicht ganz hilfreich ist, wenn man einen Pickel auf der Stirn hat, aber wohl nicht ganz das Richtige nach einer Wirbelsäulen-OP dieser Größenordnung. Es hat dann noch 1,5 Wochen gedauert, ein Medikament für mich zu finden, um die Schmerzen einigermaßen zu lindern.
    Insgesamt bin ich also 2,5 Wochen wie ein Nachtwächter jede Stunde auf dem Balkon auf- und abgewackelt. Tagsüber war schlafen nicht drin, weil meine Bettnachbarinnen sich in einem Wellness-Urlaub wähnten und lauthals schnatterten und sich ihren Lieblings-TV-Müll in voller Lautstärke reinzogen.
    Glücklicherweise bekam ich Fieber, fiel halb ins Koma und konnte dadurch fette 4 Stunden durchschlafen :-). Danach fühlte ich mich fast wie ein neuer Mensch. Meine Entlassung musste um einige Tage verschoben werden, ein Arzt äußerte wegen meiner hohen Leukozyten-Zahl noch kurz mal aus der Hüfte den Verdacht auf Leukämie, was er sich nun echt hätte sparen können und jetzt wurde ich endlich liegend nach Hause transportiert.
    Als schlechteste Beifahrerin der Welt graute mir davor, aber Reklamationen sind ziemlich sinn- und wirkungslos, wenn man im Kofferraum festgeschnallt wird xD.

    Dank meiner Sonderwünsche hinsichtlich der OP darf ich nun 6 Monate nicht Auto fahren statt – wie bisher besprochen – nur 3 Monate, aber da ich voroperiert war, darf ich sitzen, eingezwängt in ein raffitückisches Bauch-weg-Mieder, was mich bereits einige Kilos gekostet hat :-). Wie ungeheuer praktisch.
    Es ist eine Erleichterung, dass ich mal die Position wechseln kann, obwohl bisher weder liegen noch sitzen noch laufen so wirklich Spaß macht.
    Ich habe eine „helfende Hand“ (ich nenne sie Faulsaggzange), mit der ich bereits gestern eine Silberzwiebel vom Boden aufnehmen konnte, ohne sie komplett zu zerquetschen. Hätte nicht gedacht, dass ich so etwas mal zu meinen persönlichen Erfolgserlebnissen zählen würde ;-).
    Fällt die Zange allerdings zu Boden, bin ich aufgeschmissen.
    Mit den Schmerzen komme ich klar dank Medis der Schmerzgruppe II, die ich äußerst sparsam verwende, weil die Gefahr besteht, nach wenigen Tagen bereits süchtig zu werden.
    Aber eins nach dem Anderen, denn ich wusste nicht, was auf mich zukommt und konnte mich deshalb ja auch nicht wirklich präparieren. Es ist ein bisschen so, als wäre ich im Sommerkleidchen zu einer Expedition an den Nordpol aufgebrochen und so bleibt es spannend, weil die Herausforderungen so ganz andere sind als noch vor wenigen Wochen (z.B. die Frage, wie ich an das vermaledeite Toilettenpapier herankomme, das in einem geschlossenen Korb unter dem Waschbecken verstaut ist :D. Ich gebe mir 3 Punkte dafür, wenn ich es ohne fremde Hilfe schaffe ;-)).

    So ist im Endeffekt alles so kompliziert und schlecht gelaufen, wie überhaupt möglich, aber nach einem Blick auf meine Röntgenbilder bin ich zunächst nur voller Bewunderung für einen echten Künstler, der es geschafft hat, mir über 7 Wirbel zwei zusätzliche Stäbe inkl. jeweils 2 neuer Schrauben zu verpassen, ohne den voroperierten Stab und die Schrauben oder den Rückenmarkskanal zu beschädigen. Ein echter Sahne-Job!
    Noch habe ich nicht alle anderen Klippen umschifft, hoffe aber, dass die Heilung jetzt ohne weitere Komplikationen voranschreiten darf. Ich werde mich weitgehend schonen, weil ich es mir selbst versprochen habe.

    Ganz herzlich danke ich Euch (ausschließlich Balkenlosen) Weggefährten für Eure lieben Wünsche, Grüße und die Anteilnahme. Es hat mir mehr geholfen, als ich sagen kann und ich habe oft an Euch gedacht *plinzel.

    Auch wenn hier anscheinend nicht mehr Tacheles geschrieben wird, freue ich mich besonders darüber, Frank, dass uns liebenswerte und menschlich wertvolle Mitglieder auch ohne eigenen Thread erhalten bleiben.

    Es ist jetzt Hell-ge-nug, die Sonne kommt heraus und ich quäle mich jetzt mal von dem Kochbuch herunter ;-).
    Euch wünsche ich bereits jetzt ein bezauberndes Wochenende mit bunten Überraschungen und lieben Leuten, gleichgültig, wo Ihr euch zur Zeit befinden mögt.

    Ganz liebe Grüße
    Katha

    Back.

    Nun sollte so langsam mal Schluss sein damit, immer und ewig an ein und demselben Menschen herumzukritteln.
    Meinung äußern (geigen)? Dem Anderen „klar sagen“, worin seine eigenen Anteile bestehen?
    Für mich besteht Selbsthilfe immer noch (ausschließlich) darin, Anderen von meinen Erfahrungen zu berichten und meine Wege zu schildern, nicht mehr und nicht weniger. Mein Gegenüber kann sich davon nehmen, was passt oder auch alles stehen lassen.
    Eine Salve nach der nächsten abzufeuern, erscheint mir absolut Sinnfrei, die Motivation dahinter eher fragwürdig.
    Ein Recht auf eine Antwort/Reaktion habe ich ebenfalls nicht, es sei denn, ich habe hier noch mehr Kleingedrucktes übersehen. Ich gebe, weil ich geben will… so ähnlich wie bei Geschenken, die ich mache.
    Ein Urteil über das Verhalten Anderer steht mir nicht zu.

    Btw: Eine Co-Abhängigkeit kann man sowieso nur ablegen, wenn man an sich und für sich arbeitet, sein eigenes Verhalten reflektiert und dieses dann auch ändert.
    Man befreit sich nicht davon, indem man wieder allein vor sich hinwurschtelt, weil der Alki sich dem „Zugriff“ auf die eine oder andere Weise entzogen hat.
    Da bleibt oft ein Zorn zurück, mit dem man sich stets nur selbst vergiftet.

    Gruß
    Katha

    Moin Eniba,

    herzlichen Dank nochmal für die guten Wünsche.
    Die Sonne bruzzelt hier runter und alles ist tutti.. noch ;-).
    I-Net funzt nur sporadisch, Ihr dürft Euch also auch von mir erholen *g.
    Dir wünsche ich, dass Du aus Deinem Loch rauskrabbeln kannst. Mir ging es oft so, dass ich mich zwingen musste, irgendetwas zu tun, muss ja nix sinnvolles sein. Als der Motor dann holprig ansprang, kam während der Tätigkeit das etwas bessere Gefühl in Bauch und Kopf.

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Jürgen, Spes, Eniba und Lena,

    ganz lieben Dank auch an Euch.

    Heute wurde endlich entschieden, dass ich Montag neu zusammengebastelt werden kann.
    Bis jetzt steht allerdings noch nicht fest, was nun genau operiert werden soll und ich hab im Kopf schon wieder das Bild eines Chirurgenteams, das um mein Bett auf der Intensivstation rumsteht und „schnick-schnack-schnuck“ oder Schere-Stein-Papier spielt :D. Es bleibt spannend.
    Ich habe beschlossen, einen Wellness-Urlaub aus der Chose zu machen, solange es noch geht und so wetze ich vom Schwimmen in die Sauna, anschließend zur Atemtherapie, Badminton, Bogenschießen und Tischtennis und ramme dann die Stöcke in den Asphalt, um den nahen Park unsicher zu machen. Ich habe noch kein einziges Gramm abgenommen, denn das Essen ist extrem lecker :-).
    Drei-Bett-Zimmer. Eine Bettnachbarin darf nicht aufstehen und es laufen den ganzen Tag amerikanische Serien in Überlautstärke mit eingebauten Lachern.
    Zuhause hätte ich dafür ein wenig gemordet und hier kann ich lächeln.
    Ich bin so verdammt gelassen. Das ist neu. Ich genieße es, solange es anhält ;-).

    Euch Allen ganz liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende
    Katha

    Huhu Andreas,

    soooooooo alt sind die Frauen in meiner Umgebung ja nu doch nicht, dass sie auf den ollen Oscar einen Einfluss hätten nehmen können :D
    Pauschalisieren kann man eh nix, aber ab und zu kategorisiere ich auch und hab Spaß dabei ;-).
    Das, was ich aufgezählt habe, ist aber tatsächlich in diesem Umfang nur in meiner Umgebung zu finden und dann muss ich mich doch fragen: Warum ziehe ich es an? ;)
    Es war kein Neid dabei. Es gibt Zeiten und Begleiter für alles im Leben. Ich habe sozusagen ein Projekt, da kann ich vieles davon im Moment grad nicht gebrauchen, woran Andere Spaß haben. Ich wollte auch absolut nicht, dass nun Alle über das reden müssen, was bei mir ansteht, aber ein bisschen mehr Abwechslung hatte ich mir bei Einzelnen dann doch schon erhofft, allein wegen der Ablenkung ;-).
    Ich räume auf. Überall. Als ich kürzlich nach Monaten eine Frau wieder traf, die mir nonstop erzählt hatte, sie würde sich bei mir melden und mir dann sagte, sie würde sich jetzt ja bald schämen, erwiderte ich nur ganz sachlich: „Das kannst Du auch!“
    Peng, da waren wir beide überrascht ;-). Es war nicht mehr wichtig und ich werde sehen, was übrig bleibt.
    Wenn mich Jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich manchmal lächelnd aus Daffke: „Beschi..en!“. Dann labern die fröhlich weiter und stutzen plötzlich: „Äh, wie bitte?“ :D
    Ja, die Lebenskrisen-Typen kenne ich auch, da mache ich jetzt auch irgendwann einen Cut.

    Ich hab schon bemerkt, dass Dir der empfohlene Egoismus für Abstinenzler oft nicht so gefällt, mir geht es ähnlich. Wenn wir immer den zweiten Platz machen, müssen wir dran arbeiten und auch, wenn wir nicht besonders sorgsam mit uns selbst umgehen.
    Losziehen und andere gnadenlos übermangeln, weil die eigenen Bedürfnisse jetzt immer im Vordergrund stehen, ist auch nicht meins. Sooon.. Mittelweg vielleicht ;-).

    Als ich vor vielen Jahren mein doppeltes Rückgrat installiert bekam, starben während meines Klinikaufenthaltes dort eine Handvoll Menschen. Mich begleiten also nicht nur gute Geister.
    Trotz allem sehe ich es ziemlich gelassen, tun, was getan werden muss.
    Klingt bekloppt, aber ich sehe es auch als Chance für ein längst fälliges Rundumpaket, das mir weiterhelfen wird.

    Ich danke Dir ganz herzlich.
    Es freut mich immer, Dich zu lesen und in meinen Augen hast Du die beste Art gefunden, Dich in/mit Deiner Abstinenz einzurichten. Ich kann mir vorstellen, wie sich auch Deine Familie über Deine stetigen Fortschritte gefreut hat und es jetzt genießt.

    Dir liebe Grüße und Euch ein schönes Wochenende.
    Katha

    Hallo Viola,

    ich bin sofort losgeschossen, um zu hören, welches Geräusch die Schnecke beim Fressen macht :-). Da war aber nichts zu hören.
    Ich habe den leisen Verdacht, dass es nicht daran lag, dass hier wirklich jeder Nachbar mit Kettensäge und Rasenmäher bewaffnet ist und gern rund um die Uhr Lärm macht.
    Ich könnte mir aber gerade jetzt vorstellen, dass ich die Schnecke eines Tages auch trotz der Nebengeräusche hören kann, das wäre wunderschön.

    Was das Nebenprodukt Geduld angeht, da vertraue ich Dir voll und ganz.
    Ich nenne den Fischteich immer See, weil ich das Gefühl habe, es würde ihm gefallen.
    Neulich saß ich da unter einem Schirm auf einer Bank und sah nur den Regentropfen zu.
    Und jetzt fällt mir auf, dass ich vielleicht meditiere, ohne es bisher bemerkt zu haben.
    Für mich war es gegenüber Menschen immer ein „hinspüren“, Natur habe ich wirken lassen.
    Es wird genügend Zeit sein, darüber nachzudenken.
    Und es ist wichtig für mich: Während andere Menschen Langeweile haben, packt mich eine innere Unruhe und es kribbelt überall. Diese Unruhe sehe ich als gefährlich an und ich werde mich gern darum kümmern, einen Weg zu finden, mit diesem Gefühl umzugehen.
    Ich denke dabei nicht an krampfhafte Beschäftigung, sondern eher an das bereits erwähnte Zulassen, von allen Seiten freundlich betrachten und es dann wieder gehen lassen können.
    Keine Esoterik, sondern praktische Tipps für den Alltag ;-).

    Ich habe mich sehr über Deinen Besuch gefreut.
    Den Himalya-Fasan grüße ich sehr gern von Dir, wenn ich ihn wiedersehe.

    Liebe Grüße und auch Dir ein schönes und entspanntes Wochenende
    Katha

    Liebe Thalia,

    ich glaube fast nicht, dass ich kluge Gedanken in mir fabriziere.
    Ich denke eher, das Leben selbst stülpt sie mir über.
    Man müsste schon ein Vermeider erster Kajüte sein, sich die Ohren zustöpseln und sich einen Sack über den Kopf ziehen, um an manchen Erkenntnissen vorbei zu tänzeln.
    Und so höre ich mich manchmal selbst laut sagen(so mitten rein ins Universum), wenn es ziept und prasselt: „Boah nee, das ist jetzt aber nicht Dein Ernst, oder?! Doch? Verdammt. Hm.. na guuuut..“ :)

    Eine Suchterkrankung brauchen. Der Gedanke kam mir in der Tat ja schon öfter.
    Wenn ich sie als Symptom betrachte, gibt´s da auch eine Ursache.
    Da mal hinzuschauen, kann mir auf meinem Weg, in meinem Leben, doch nur behilflich sein.

    Ich freue mich total für Dich, dass es Dir besser geht als in der Vergangenheit.
    Ist ja alles nicht nur mühselig, sondern auch spannend :-).

    Herzliche Grüße auch an Dich und ein schönes Wochenende.
    Katha

    Lieber Frank,

    Dein Päckchen hat Wirkung gezeigt und ich war in der Lage, mich wieder besser zu sortieren und dabei zu lächeln.
    Du bist ein feiner Mensch und ich danke Dir ganz herzlich.
    Die Gedanken und Worte sind in mir, ja, aber in mir ist auch das Gefühl, dass es manchmal besser ist, meine weiche Stelle innen nicht ganz so offenherzig durch Zunge oder Finger zutage treten zu lassen. Ironie gehört auch zu mir. Andererseits ist es eine Art Prüfstein: Ich gebe Dir von mir und sehe dann, was Du damit anstellst.
    Das kann ich nur, wenn ich in dieser Situation dann auch mit jedem Resultat umgehen könnte. Da ist nicht immer ein Gottvertrauen, denn ich ein bisschen weiß ich halt auch von Menschen ;-).
    Ich werde für mich sorgen. Adagio. Erste Amtshandlung war die Anschaffung eines riesigen Schuhlöffels in einem freundlichen Schwarz und dann bin ich beim Putzen hier ganz gewaltig durch meine Wohnung getanzt :-). Das fällt ja später erst einmal flach.

    Dir wünsche ich ein bezauberndes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Katha

    Dann hat mich mein Gefühl doch nicht getrogen: Du bist da! :)
    Mein Thread trägt seinen Namen ja nicht von ungefähr…
    Du wirst vermisst, nicht nur von mir.
    Alles Liebe und dass Dir niemals der Sinn abhanden kommen möge, Begegnungen mit Menschen, die Dich verstehen oder die Du bereichern kannst und fast alles, was Du dir wünschst. Nicht alles, denn ein wenig muss offen bleiben als Nahrung für die Zukunft.
    Mir egal, ich heul jetzt doch
    (…und gut, dass ich mir in weiser Voraussicht Deine Grüße kopiert und direkt auf meinem Desktop platziert habe..)

    Dir, Correns, danke ich ganz herzlich für die Übermittlung. Hab´ ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich großartig finde? :)
    Und lasst Euch nicht die Unnerbüxen aus dem parkenden Auto klauen ;)

    Ich bin im Moment unterwegs wie eine kleine Beutelratte, schaffe gerade alles ran und werde mich wohl dementsprechend die nächsten Wochen von Dosensuppe ernähren :-).
    Sobald ich aufhören kann, zu blinzeln wegen Eurer Beiträge, Grüße und Wünsche, setze ich mich in Ruhe hin und antworte Euch gern.

    Ganz lieben Dank, Ihr seid unbezahlbar!
    Katha

    Guten Morgen Atze,

    hach, ich bin zu spät dran, hoffe jedoch, dass Du eine schöne und interessante Zeit hast in Deinem „Arbeitsurlaub“ und vor allem natürlich schönes Wetter, damit Du die anschließend geplante Radtour auch durchziehen kannst.

    Viele Grüße und alles Gute
    Katha

    Liebe Susanne,

    es gibt nichts, rein gar nichts, wofür Du dich entschuldigen müsstest.
    Ich habe große Achtung vor jedem Menschen, der so offen und ehrlich handelt und auch schreibt wie Du und keine Bedenken hat, seine Meinung zu äußern.
    So realistisch und sachlich, wie ich sein kann, so idealistisch bin ich auch.
    In meiner Welt dürfte sich Jeder äußern, wie er mag. Die Vielfalt wäre bereichernd und die Möglichkeiten unendlich.
    Nicht alle Menschen können miteinander verdrahtet werden.
    Daran ist kein Vorteil, kein Nachteil. Es ist.
    Ich hielt mich immer für tolerant. Und denke in letzter Zeit öfter an die, die ich ablehne. Die Intoleranten z.B. :-). Das bringt mich zu der Frage: Wie tolerant bin ich also wirklich?
    Und zu anderen Fragen.

    Die rote Ampel kam mir in den Sinn.
    Da bleibe ich stehen.
    Von jeher schon.
    Es könnte mich ja ein Kind beobachten,
    auch wenn ich selbst es gar nicht sehen kann.
    Irgendjemand wird sich schon etwas gedacht haben,
    als er die rote Ampel plante.

    Dann fiel mir ein, wie ich vor einigen Jahren in Portugal
    an einem sehr heißen Tag vor einem unbeschrankten Bahnübergang stand
    in einem kleinen, staubigen Dorf.
    Mit mir im Auto saßen meine Kinder und mein damaliger Freund.
    Und wir warteten. Weil die Ampel rot war.
    Und warteten. Mehr als eine halbe Stunde lang
    in der Autoschlange. Und es war kaum zum Aushalten bei der Hitze.

    Ein Fahrer scherte plötzlich aus und preschte mit seinem Wagen vor
    bis an das Signalhäuschen, trat die Brettertür ein, verschwand kurz im Häuschen
    und gleich darauf leuchtete die Ampel grün.
    Alle fuhren sofort los über den Bahnübergang. Also.. alle Portugiesen *g.
    Wir guckten erst doof, dann bestürzt, dann grübelnd.
    Und fuhren dann hinterher.
    Ich weiß bis heute nicht, ob die Signalanlage im Eimer war
    und der Mann vor uns im Auto davon wusste,
    weil er das Übel bereits kannte,
    oder es vielleicht nur glaubte,
    ob er eventuell sogar ein Angestellter der Bahnlinie war,
    oder ob Portugiesen generell keine roten Ampeln an Bahnübergängen mögen.

    Ich habe aber den Verdacht, dass wir auch heute noch dort stehen würden,
    wenn ich nicht, wie die Anderen, einfach drüber gefahren wäre. Bei äh.. rot? Grün?
    Und so denke ich jetzt oft, dass rote Ampeln zunächst erst einmal ihre Berechtigung haben,
    dass man aber nie sein Hirni komplett ausschalten sollte im Umgang mit ihnen,
    wenn man beispielsweise nicht in der Pampa verenden will.
    Seltsamerweise denke ich aber andererseits immer noch nicht, dass man generell stets allen Anderen hintergurken sollte ;-).
    Je mehr ich weiß… ;)

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Katha

    Lieben Dank, Andreas

    Ich bin voll auf den Stümpen nach dem 34 km-Lauf mit Correns :-).
    Es war ein wunderschöner Tag, der nachhallt und mich immer wieder lächeln lässt.

    Es wundert mich gar nicht, dass Du das, was mich beschäftigt, nicht so recht verfolgen kannst, denn es ist ein ziemliches Knäuel von Dingen, die da auf mich zukommen und verarztet werden wollen.
    Die Wirbelsäulen-OP ist wegen der Sollbruchstellen notwendig und was soll´s: Das Teil hat ewig gehalten, obwohl es ständig überstrapaziert wurde, und es gibt keinen Grund zum Klingeln. Klar, ich habe manchmal Angst davor – zum ersten Mal übrigens überhaupt vor einer OP, denn es wird ein ziemlicher Klopfer - und es wäre blöd, jetzt die Heldin zu mimen, andererseits bringt mich die Aussicht auf weniger Schmerzen nach vorn.
    Ich denke, ich werde wieder wesentlich mehr Energie und Unternehmungsgeist haben, wenn ich sie nicht täglich verbraten muss, um Schmerzen auszuhalten, die vielleicht nicht sein müssten. So ähnlich wie beim Zähne ziehen oder bei Schwangerschaften: Da ist man froh, wenn man endlich dran kommt ;-).

    Alle anderen Dinge hängen bei mir zusammen und ich mache erstaunliche Fortschritte, die sich über alle Bereiche erstrecken. Ich habe ja nun ein paar Kandidaten, die ihre schlechte Laune hemmungslos an Anderen auslassen, vorzugsweise an mir, weil ich fast jedes menschliche Verhalten verstehen und verzeihen kann.
    Das ist vorbei. Ich brauche grad keine menschlichen negativen Wellen, die mal so ein bisschen rumschwappen wollen. Ernster Blick von mir, gepaart mit sachlicher Bemerkung & ein bisschen uneigennützigem Zweckoptimismus und schon knicken sie jetzt ein und sehen selbst, dass ihr Leben gar nicht sooooo bescheiden ist und ich nix dafür kann, wenn´s ihnen die Petersilie verhagelt hat. Mir geht´s besser damit im Moment, für Endlosgeblubber und die Abteilung „Ich hätt´ da gern mal ein Problem“ hab ich grad kaum Nerven.

    Ja, neulich Nacht. Da fiel mir einiges tatsächlich wie Schnuppen von den Augen :-). Außerdem stand mein Releasing an. Interessante Angelegenheit. Es hat meine Knochen aufgeweicht (sogar mein Kinn! :-)) und ich hab weinen müssen. Am nächsten Tag war ich immer noch weich, aber ich habe laut mit mir selbst lachen können und etwas Uraltes fiel von mir ab :-).
    Ich muss tatsächlich noch lernen, mich in meinem eigenen Thread so auszudrücken, dass es allgemeine Billigung findet ;-).
    Es reicht oft nicht, zu wissen, sondern man muss es fühlen: Ich kann an mir rumfeilen, soviel wie ich mag. Und ich mag gar nicht soviel. Das Streben nach Perfektionismus. Ich bin ja Mensch und nicht dazu gemacht, perfekt zu sein. Manche Scharte kann ich auswetzen, manches variieren oder verändern, komplett umkrempeln wird nicht funktionieren.
    Aber habe ich nicht das Recht, an Anderen herumzukritteln.
    Und das habe ich getan. Mit der besten Absicht. Sind nicht die Wege der Hölle damit gepflastert: „Ich hab´s ja nur gut gemeint?“
    Klar habe ich es gut gemeint. Und absolut uneigennützig. Man kann Andere nicht verändern, ihr Verhalten beeinflussen? Man kann!
    Ich war aber an Jemanden geraten, dem ich das Misstrauen nicht aus der Seele schütteln kann und wenn ich ihn auf den Kopf stellen würde. Verkantet, verhakt, verschlossen, missgünstig, zugeknöpft, nie fröhlich oder offen, voller Vorurteile, pessimistisch bis auf die Knochen.
    Da kann ich gar nichts tun. Zum ersten Mal. Das habe ich verstanden. Wir werden nie zusammen lachen können, rumfeixen oder die Füße in einen See baumeln lassen.
    Ich werde diesen Menschen nicht fallen lassen, sondern mit Anderen teilen, denn allein kann ich die negativen Strömungen im Moment gar nicht bewältigen. Ich lasse ihn also, wie er ist und alle Anderen auch ;-). Klingt vielleicht alles banal, hat aber viel mit Vertrauen zu tun.
    Nur mit dem Herzen und auf keinen Fall mit dem Kopf erreichen zu wollen, dass der Andere sich neben mir so wohlfühlt, dass er entspannen, locker lassen oder sogar einschlafen kann, was der größte Vertrauens“beweis“ ist. (Schwafel, schwafel, aber ich bin gerade so friedlich unterwegs :-))

    Der gute Oscar ;-). Dein Post hat mich wiederum dazu animiert, mal wieder mein eigenes Bild von den Frauen in meiner unmittelbaren Umgebung unter die Lupe zu nehmen.
    Während die Männer mir nahelegen, die eine oder andere Sache vor der OP zu erledigen, sich anbieten, Einkäufe zu erledigen, ein Freund hunderte von Kilometern fahren wird, um mich zum Spital zu bringen, der nächste mir Pfefferspray geschenkt hat, weil er den Eindruck hat, ich wäre „*hüstel.. ganz in Ordnung“ und deshalb nicht möchte, dass mir etwas passiert ;) und wieder ein anderer mir schon einen Trainingsplan erstellt hat, dass ich mich jetzt schon fühle, wie „GI Jane“ für Rekonvaleszenten :D und mir empfohlen hat, meine Walkingstöcke neben dem Sofa zu parken für den Notfall, rufen mich die Damen an, um mir in epischer Breite von all den schönen Dingen zu erzählen, die sie für die nächsten Wochen geplant haben, für´s nächste Jahr, für dieses und für´s nächste Leben :-).
    Motorrad fahren, Sauna, schwimmen, Kurztrips, Feste, Parties, Urlaub, Kanu fahren, Squash spielen, Essen gehen, Date´s, was ER gesagt hat, wann ER es gesagt hat, wie ER es gesagt hat (inkl. Interpretation, wie ER es eigentlich gemeint haben muss, damit es wieder passt ;-)) und ICH, ICH, ICH… bis ich denke: Eigentlich ist es mir im Moment relativ egal, in welche Richtung der jeweils Angebetete nun gestern Morgen gepupst hat oder ob der Nagellack heute zum Schnürsenkel passte ;-). Bevor ich mir das weiter anhöre, verpflichte ich mich eher, noch auf der Intensivstation 50 einhändige Liegestütze rückwärts zu absolvieren *g.
    Aber natürlich habe ich dann sofort ein schlechtes Gewissen und lausche dann ergeben auch noch die nächsten Stunden den Ergüssen, indem ich mich zur Geduld mahne.
    Und wie mein knurriger, zynischer Lieblingsdetektiv grummele ich mir dann selbst zu: „Du bist nicht menschlich heute Abend“. ;)

    Was mich nach vorn bringt jetzt grad, sind ganz andere Dinge. Lachen vor allem, mit anderen Menschen zusammen oder eben auch allein. Alles, was ich draußen sehe und fühlen kann. Freundliche, fremde Menschen, Sonne Regen und der quietschbunte Schrank, den ich heute bei einem Kunsthandwerker entdeckt habe. Zum Nachmachen schön :-).

    Dir viel Spaß beim Lesen und einen schönen und entspannten Abend.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Liebe Thalia,

    ganz herzlichen Dank für Deine Worte.
    Ich freue mich immer über einen Besuch von Dir und hoffe, dass es Dir gut geht und Du voran kommst auf Deinem Weg, wie immer das aussehen mag für Dich.

    Eine Schnecke wohnt jetzt auf meinem Grill und hat damit den Herbst eingeläutet :-).
    Nur noch wenige Tage der Planung und ein wenig Organisation, nicht zuviel, denn ich weiß ja nicht viel und kann mich deshalb kaum präparieren.
    Na dann halt, es kann Ruhe einkehren.
    Loslassen, zulassen, überlassen, vertrauen, Zutrauen, einfach sein.
    Ich habe einen kleinen Garten und einen Blick direkt in die Wolken und nenne das Glück.
    Wenn ich also erst einmal nicht mehr zum See hopsen kann, dann wird mir dieser Anblick sicher helfen. Auch das macht mir Ruhe im Bauch.
    Und zur Not habe ich eine eiserne Reserve Wunderkerzen in der Schublade *g, wenn´s hart auf hart kommt, werde ich sie anzünden, wild im Kreis schwenken und schmutzige Lieder dazu singen, falls mir welche einfallen :-).
    Gibt ja nicht so irre viele Dinge, die man im Liegen erledigen kann, wenn man in der Mitte dann temporär etwas zerbrechlich ist.
    Aber das alles ist ja nur äußerlich (also irgendwie ;-)) und die Zeit ist absehbar (auch irgendwie ;-)). Dieser Berg darf sein.

    Dieser andere Berg aber, der mir innen das Licht ausknipst und kleine Grundgewichte an meine Mundwinkel hängt, die mir so gar nicht stehen, der mich zum Lachen bringt, um mich dann über Glasscherben und glühende Kohlen laufen zu lassen, den habe ich endlich ausgehöhlt und werde ihn jetzt ins Nirvana schleudern, auch wenn ich Muskeln hab´ wie ein Spatz am Schienbein :-). Mal im Ernst: Den Quatsch brauche ich nicht, wenn ich komplett auf mich selbst reduziert bin. Dann benötige ich meine Phantasie, um bunte Lampions aufzuhängen und meine Ruhe, um meine Knochen heilen zu lassen, ohne verfrüht wieder rumzuturnen. Ruhe und Entspannung werde ich lernen müssen. Super Gelegenheit jetzt, meinst Du nicht auch? ;-). Und so bekommt vielleicht Jeder von uns oft das, was er braucht und nicht das, was er sich wünscht. Ruhig aber entschlossen nehme ich das jetzt mal als Geschenk.

    Dir auch einen lieben Gruß und noch einen sonnigen Nachmittag.
    Katha

    Lieber Correns,

    Deine Worte haben mir total gut getan.
    Wie auch bei Frank gestern spüre ich – und ganz sicher nicht nur ich – dahinter wieder eine menschliche Wärme und Aufrichtigkeit, die so wertvoll ist.

    Tja, der Berg *soifz. Er ist im Schatten meines höchsten Berges gewachsen.
    Ich habe jetzt schon langsam das Gefühl, ich leiere ;-), weil ich immer noch an dem Thema hänge, aber ein paar Jahre handle auch ich nicht in zwei Tagen ab.
    Nur noch wenige Tage wird es dauern, dass weiß ich, denn einen Fuß habe ich bereits auf die Spitze gesetzt. Der Aufstieg schmerzt, die eigenen Erkenntnisse schmerzen und doch ist es so unvermeidlich wie die Entfernung eines Splitters aus der eigenen Haut.
    Ich kann die neue (nachdenkliche) Unbeschwertheit aber bereits fühlen, ich will wieder die werden, die ich bin.

    Und gerade jetzt fällt mir ein, wie zornig ich wurde mit zwanzig.
    Ich wurde zur Gesetzlosen mit Werten und fing an, Menschen richtiggehend zu zwingen, hinter Fassaden zu sehen. Hinter die von anderen Menschen und hinter meine eigenen.
    Und Jeder, der dieser geballten Wut in Leder, Ketten und Nieten die Hand reichte, war menschlich wertvoll für mich :-).
    Was für ein Auftrag für das vormalige kleine, rothaarige Mädchen – ich muss grad lachen bei der Erinnerung.
    Tatsächlich hat sich im Inneren wohl nicht viel geändert, nur bin ich sanfter geworden, längst nicht mehr zornig, oft eher traurig, was mir mehr entspricht als Zorn.
    Ich wünsche Jedem Unabhängigkeit und damit Freiheit (soweit wie möglich), Freude und einen aufrechten Gang und vor allem, dass er nie vergisst, dass jeder Mensch wertvoll ist (bis auf sehr wenige Ausnahmen).
    Meine Freunde verschone ich weitestgehend mit leidenschaftlichen Plädoyers in Sachen Menschlichkeit, denn die gucken immer so betreten *g.

    Von mir sagt man im realen Leben, dass ich nur abzuschalten wäre bei 250 h/km auf einem Moped in der rush hour, dabei rede ich nur noch halb soviel wie früher.
    Sehr clever, dass Du dich beim Laufen mit mir unterhalten magst, dann brauchst Du vor einem Hörsturz keine Angst zu haben, wenn ich auf einer Distanz von 10 km nur einen gekeuchten Halbsatz herausbringe, weil mir dauernd die Luft weg bleibt :-).
    Dann höre ich eben zu, wenn das Blut mir nicht zu sehr in den Ohren rauscht. Ich bin sicher, da gibt es viel zu lernen für mich.

    Ich halte Dich im Übrigen für sehr gesund im Kopf. Mich auch. Ich bin nur anders. Pfeifen kann ich auch nicht. Ich bin auch nicht gedacht zur Limbotänzerin oder Slalomläuferin, sondern eher für den aufrechten Gang. Da muss ich durch, da hilft nix, auch wenn´s oft schwierig und unangenehm ist.

    Danke. Viele Grüße
    Katha

    Hallo Frank,

    ganz lieben Dank für Deine Worte und Wünsche.
    Sie sagen mir, dass ich die direkte Rede aber fix noch üben muss :)
    Ich habe heute Morgen bei Correns geschrieben, dass ich es mir mittlerweile selbst gestatten kann, auch mal auszuruhen, etwas nicht resp. später zu erledigen.
    Es war ein langer Weg für mich, mich nicht mehr selbst so unter Druck setzen zu müssen.
    Ich liebe den Herbst genau wie Du, die Luft, die Farben, das Licht und brauche Bücher wie die Luft zum Atmen.
    Aber Faulheit war es gestern Morgen nicht, sondern Starre.
    Gestern hat sich hier ein kompletter Thread ins Nirvana verabschiedet.
    Ich war ganz einfach fassungslos und erschüttert. Deprimiert.
    Jetzt komme ich grad aus dem Zoo. Nicht gerade der Ort, wo ich Tiere am liebsten sehen möchte, aber eine einzigartige Gelegenheit, einem Geparden direkt ins Auge zu sehen.
    Das Flusspferd hat mich beeindruckt: Bis zum 2. Augenring hoch dümpelte es im Wasser und sah völlig gelassen aus. Als es sich aus dem Wasser hievte, bemerkte ich, dass es aussah, als trüge es ein bronzefarbenes Seidenkleid. Ich hätte es gern gestreichelt, um zu gucken, wie es sich anfühlt, aber ich brauche vorerst beide Arme noch :-).
    Jetzt fläze ich mich mit Buch und Kuscheldecke aufs Sofa und heute tue ich es gern, weil ich die Wahl habe.

    Liebe Grüße und Dir einen schönen Abend
    Katha