Beiträge von Katharsis

    Hallo Hartmut,

    danke der Nachfrage.
    Ich geb´s nicht gern zu, aber ich war gestern Vormittag so verwaggelt, dass der Zahnarzt zwei Mal kurz davor war, mich in den Arm zu nehmen und das lag nicht daran, dass er dachte, er müsste mich quälen. Ich dachte das ja auch nicht.
    Ich bin dann den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kreuz gekommen, hab auf dem Sofa herumgelegen und gelesen, statt meinen Mors zum See zu schwingen oder etwas Notwendiges zu erledigen.
    Dabei wollte ich die Zeit vorm Krankenhaus doch noch nutzen für alles, was ich danach erst einmal nicht mehr tun kann wie z.B. durch die Botanik zu hopsen.
    Abends hat mir Jemand gesagt, ich wäre so für mich untypisch undynamisch unterwegs. Da ist was dran. Ein Anflug von Depri, ein Gefühl von Ohnmacht. Konnte nicht einschlafen und das ist mit dauerhaften Schmerzen natürlich eine Tortur.
    Aber wenn´s untypisch ist, bedeutet das ja, dass es mir im Normalfall sehr viel besser geht und das bringt mich grad nach vorn :-).

    Gruß
    Katha

    Freitag.
    Ich mache mir ernsthaft Sorgen um meine Gesundheit.
    Trockenrausch? Offensichtlich leide ich unter Halluzinationen.
    Glücklicherweise habe ich gleich einen Termin beim Arzt.
    Beim Zahnarzt. Der wird mir den Zahn schon ziehen, hoffe ich.

    Hallo Susanne,

    Dein Besuch hier beruhigt mich gerade. Ich hatte schon den Verdacht, ich hätte die gefährlichen Inhaltsstoffe in meinem stillen Wasser maßlos unterschätzt.

    Ganz lieben Dank für Deine Grüße
    Katha

    Hach ist das schön, wenn meine grauen Theorien zum Miteinander auch mal aufgehen zur Abwechslung :)

    Lieber Frank,

    herzlichen Dank für Deine Erklärung.
    Ich kam mitten in der Nacht vom Billiard spielen nach Hause und dachte im ersten Moment wirklich: „Huch, vielleicht meint er, ich stürze mich aus lauter Langeweile in jedes Thema / in jeden Thread hinein, nur um irgendwie meinen Senf dazugeben zu können“, aber dann fiel mir auch sofort ein, dass eine derartige Bemerkung nicht Dein Stil ist und Du dich mir gegenüber auch immer ganz anders geäußert hast.
    Ich habe deshalb einfach mal nachgefragt.

    Mir ist überhaupt nicht aufgefallen, dass in dem „Tacheles“-Thread von Jürgen nur Männer geschrieben hatten, bis Du es erwähnt hast. Ich registriere so etwas auch im realen Leben immer nur am Rande. Guck Dir bitte bloß nichts von mir ab :-), denn ich schätze Deine bedachte, achtsame und sehr freundliche Art, mit Menschen umzugehen.

    Liebe Grüße zurück und einen entspannten Abend
    Katha

    That´s it! Eniba :)
    Der Sternschnuppenregen ist erst am Dienstag fällig, aber der Mond hat mir bereits gestern die ganze Nacht heimgeleuchtet :-).
    Überaus spannend, aber auch anstrengend und nun fühl´ ich mich wie etwas, das die Katze ins Haus geschleppt hat.
    Egal: Aufmotzen, einmal glattbügeln und sich das Ganze heute nochmal bei Tageslicht beguggen :-).

    Dir einen entspannten Sonntag!

    Heiland Sagg, jetzt habe ich geschlagene 120 Sekunden gebraucht, um zu raffen, was Du geschrieben hast :-). Und bin iwie genauso schlau wie vorher :-). Wenn ich etwas gern lesen will, gehe ich an meinen Bücherschrank.
    Ich gestehe aber, dass mir der Bäckervergleich mittlerweile son büschen zum Hals heraushängt. Trau Dich doch mal und frag Deinen Bäcker, dann kannst Du sofort Deinen Komfortkreis erweitern :-).

    Gruß
    Katha

    Hallo Hartmut

    Konkurrenz also. Seltsam, dass Du es so siehst, aber es ist ja immer wie es ist.
    Ich war stets der Ansicht, dass gerade bei einer Suchtkrankheit jede Möglichkeit ausgeschöpft werden sollte und wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass Konkurrenzdenken hier überhaupt eine Rolle spielen könnte.

    Ich gehe weiterhin zu meinem Bäcker, um ihn zu fragen, wo ich die beste Marmelade für das Brot bekomme, schlage aber vor, dass wir das Thema jetzt einmotten. Ich werde reale SHG´s nicht mehr erwähnen. Jedenfalls hier nicht ;-).

    Gruß
    Katha

    Hallo Hartmut,

    wenn ich diskutiere, sieht das anders aus ;-).
    Unbestritten hat die Online-SHG Vorteile, vor allem ist sie 24 h geöffnet, aber ideal ist für mich eine Kombi aus beidem.

    Ich lese oft, dass wir die eine oder andere Diskussion schon öfter geführt haben, doch werden stets neue Betroffene dazu stoßen. Die Fragen und Ängste sind immer dieselben, die Pläne gleichen sich, alles wiederholt sich und schon bin ich beim Thema Geduld: Meiner eigenen! :-). So wie mir geholfen wurde von Menschen, deren Zungen bereits deutlich Fransen aufwiesen *g, bin auch ich gern bereit, weiterzugeben, was mir geholfen hat.

    Gern würde ich jetzt schreiben: Es soll sich Jeder davon nehmen, was er gebrauchen kann, aber vielleicht rutsche ich damit sofort in die Diskussion über Eigenverantwortung Teil II und das liegt nicht in meiner Absicht.

    Dir einen schönen Abend.

    Viele Grüße
    Katha

    Dir, Eniba, wünsche ich gute Besserung. Wird Zeit, dass Du die Erkältung los wirst, dann macht alles einfach mehr Spaß und Freude

    Hallo Joschi,

    herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag! :)
    Ich wünsche Dir, dass Du deinen Weg findest und weiterhin ein paar Dosen Motivation in Reserve halten kannst.
    Du bist so verdammt straight unterwegs und es klingt gut, was Du schreibst.

    Dir alles Gute und einen schönen Abend.

    Viele Grüße
    Katha

    Hallo Andreas,

    herzlichen Dank für Deinen Beitrag: Einigen wir uns also darauf, dass wir uns einig sind, dass Jeder seinen individuellen Weg finden muss ;-).
    Ich habe Dir auch nur geschrieben, weil ich weiß, dass Du generell über Kommentare nachdenkst. Ich verschwende meine Energien ja nie, um die vorgefertigte Meinung Anderer zu ändern, denn den Atem spare ich, um auf heiße Suppe zu pusten :-).

    Ich lasse mir auch nichts überstülpen (will das auch selbst bei Anderen nicht tun), muss selbst nachvollziehen und verinnerlichen können und bin damit in realen SHG´s nun wirklich kein Einzelfall. Völlig klar ist, dass uns Niemand etwas abnehmen kann. Da muss Jeder letzten Endes allein durch. Genau aus diesem Grund würde es absolut nichts nutzen, einem Anderen vorzuwerfen, er habe getrunken.

    Der absolut wichtigste Punkt ist für mich aber nach wie vor, dass man sich in einer realen SHG öffentlich (wenn auch anonym) zu seiner Alkoholsucht bekennt. Dies ist oft der schwierigste Schritt und war für mich ungemein wichtig. Ich habe ja nun dämlicherweise meinen Entzug selbst durchgezogen, weil ich nicht wusste, dass es lebensgefährlich ist. Ich hatte eher im Kopf: „Haste Dir selbst eingebrockt, nun löffle auch allein aus!“
    Danach kam mir in den Sinn, dass ich mir auf diese Art alle Hintertüren offengehalten hatte und ich bin danach für drei Wochen in eine Entzugsklinik gegangen, einfach um mich vor anderen Menschen sagen zu hören: „Ich bin Alkoholikerin!“ Damit es mich in meiner Mitte erreicht, ich mir die Krankheit bewusst machen konnte. Keine Ausflüchte mehr, keine Verharmlosungen, sondern ungeschminkte Tatsachen.
    Ich habe nicht gelogen, als ich getrunken habe. Ich hatte einfach keine Veranlassung dazu, weil ich schon immer getan habe, was mir gerade richtig oder nötig erschien. Ich weiß aber von vielen Mitbetroffenen, dass sie Partner, Familie und Freunde ständig belogen oder Ausflüchte gesucht haben, Absprachen nicht eingehalten haben, etc… Da hilft dieses Bekenntnis dann doch, die Türen hinter sich zu schließen und sich bewusst zu machen, dass man ein fettes Prob hat.

    Immer, wenn ich hier lese, dass Jemand keine Zeit findet, Gruppen zu besuchen, frage ich mich, ob der Betreffende sich auch dann keinen Freiraum schaffen könnte, wenn er beispielsweise zur Dialyse müsste. Dann sorge ich mich stets ein bisschen, ob in diesem Bewusstsein die Tatsache einer lebensbedrohenden Krankheit bereits angekommen ist…

    Mein Plan B läuft öfter mal unter der Bezeichnung „Nix wie weg da“ :D, natürlich nur dann, wenn Plan A mir nicht vorgibt, dass es wieder mal an der Zeit ist, Dinge auch auszuhalten (Schlagermukke ausgenommen) ;-).

    Und jetzt freue ich mich auf ein vorgezogenes Osterfeuer auf meinem Grill heute Abend und Geschichten von Oscar Wilde, die mir ein Pyromanenkomplize erzählen wird :-).

    Dir wünsche ich einen schönen Feierabend.

    Liebe Grüße
    Katha

    PS: Eins noch zu der Kritik an anderen Menschen: In der realen SHG lernen wir, ausschließlich bei uns selbst zu bleiben, denn Jeder von uns hat genügend eigene Baustellen.
    Möchte man zu einem Beitrag oder zu dem Verhalten Anderer etwas anmerken, sollte das ausschließlich in Form von eigenen Erfahrungen geschehen, die man dann schildern kann.
    So ist es für das Gegenüber einfacher, Kritik neutral anzunehmen und zu überdenken.

    Wiederholen sich andere Gruppenmitglieder über Jahre mit immer demselben Text, ist das eine super Gelegenheit, sich in Geduld zu üben, mit der wohl fast jeder Alkoholiker von Haus aus schon Mühe hat: „Lieber Gott, gib´ mir Gelassenheit und zwar sofort!“ *g

    Guten Morgen Eniba,

    von „schwupp-di-wupp-Verwandlung“ war nicht die Rede, denn es ist oft ein langer harter Weg.
    Es ist ein Prozess und jeder Gruppenbesuch trug dazu bei, sich auf diesen Weg zu begeben und Verhalten Schrittweise zu ändern. Und ja: Es ist magisch :-).

    Guten Morgen Andreas,

    eine reale Gruppe ist nicht mit dem I-Net vergleichbar. Ich würde nicht mein Leben darauf verwetten, bin aber doch davon überzeugt, dass in der Anonymität des Online-Lebens sehr viel mehr Betroffene einfach sang- und klanglos wieder in der Versenkung verschwinden und somit weitere Runden drehen müssen.
    Es kommt natürlich auch auf Dein privates Umfeld an: Du hast offensichtlich Deine Familie, Deine Freunde und hast Dich diesen Menschen gegenüber öffnen können. Nach dem, was ich von Dir gelesen habe, hast Du dein Leben nicht großartig umstellen müssen, sondern hast nahezu dieselben Unternehmungen mit denselben Menschen wie früher gestartet, nur eben jetzt ohne Alkohol.
    Es gibt aber viele Menschen, die wegen ihrer Alkoholsucht total isoliert sind und auch keine Familie mehr haben oder zumindest nicht in ihrer Nähe. Da ersetzen die realen Gruppenmitglieder zunächst die sozialen Kontakte und Du fühlst dich einfach dort gut aufgehoben, weil alle dasselbe Ziel haben. Die Gruppendynamik trägt dazu bei, dass man sich eben nicht selbst aus dem Auge verliert, wenn Jemand am Anfang mit einer Fahne aufläuft.
    Es ist ein Gemeinschaftsgefühl, das in der anonymen Internetwelt oft fehlt, weil geschriebene Worte die menschliche Begegnung nicht ersetzen können.
    Tatsächlich habe ich in all den Jahren noch nie erlebt, dass Jemand rückfällig geworden ist, weil ein Anderer schwächelte, im Gegenteil: Es bestärkte die anderen Gruppenmitglieder nur in ihrer erklärten Absicht, weiterhin auf ihrem Weg zu bleiben und ein abstinentes Leben zu führen. Schwer zu verstehen sicherlich für Jemanden, der nie eine reale Gruppe besucht hat.

    So, das war ganz sicher wieder mal ausführlich genug ;-).

    Euch einen schönen Tag.

    Viele Grüße
    Katha

    Lieben Dank, Frank :-). Ein Tagebuch zu führen war für mich auch immer hilfreich.

    Guten Morgen Frank,

    destruktive Saufexesse, die Du als regelrechte Hinrichtungen bezeichnest, sagen mir nur eines: Deine Schaltstellen sind mit einem negativen Programm besetzt. So etwas kann man ändern (lassen).

    Ich wollt nun ja doch nicht darüber schreiben, weil es blöd rüberkommen kann und mir das Thema nicht so wahnsinnig angenehm ist, aber vielleicht kurz zur Erläuterung: Als ich neulich diese Frau traf, die seit ca. 100 Jahren als Psychologin tätig ist, sagte sie zu mir: „Du bist eine sehr attraktive Frau“. Ich konnte (wie üblich) spüren, wie sich sofort eine meiner Augenbrauen hob und sich mein Mundwinkel spöttisch nach oben verzog :-). Da pfeift sie mich an: „Ich sage Dir das nicht zum Spaß, sondern weil ich es so meine!“
    Da hab´ ich schlucken müssen und war ziemlich betreten.
    Durch Konditionierung von außen ist bei mir sehr früh schon ein falsches Programm installiert worden, erklärte sie mir. Sie ist aber davon überzeugt, dass man dieses Programm auflösen kann und deshalb muss ich da wieder antreten. Also noch eine Baustelle, es bleibt spannend :-).

    Vielleicht kann Dir Jemand helfen, Dein eigenes Programm zu ändern, sonst drehst Du dich unter Umständen trotz aller guten Vorsätze weiterhin im Kreis.

    Viele Grüße
    Katha

    Moin Andreas,

    das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis :-): Für die Teilnahme an einer realen SHG genügt in den meisten Gruppen allein der Wille, ein abstinentes Leben führen zu wollen.
    Viele werden erst in der Gruppe trocken und die frisch Abstinenten werden durch den Zusammenhalt der Mitglieder getragen. Es funktioniert und ich sehe es seit Jahren überall.

    Viele Grüße
    Katha

    Cool down, Eniba ;)

    Was willste Dich absabbeln mit Jemandem, der eine Fahne hat und darauf beharrt, nichts getrunken zu haben. Das verbrät nur Zeit und Energie und zwar Deine ;-).
    Es ist auch nicht an uns, Andere zu maßregeln oder zu kritisieren. Vielleicht sitzt Dir dieselbe Person in ein paar Monaten gegenüber, staunt über sich selbst und darüber, was der Alkohol aus ihr gemacht hat, dass sie so einen offensichtlichen Nonsens erzählen konnte. Sie muss selbst an diesen Punkt gelangen und ich würde es ihr wünschen. BTW: Gruppeninterna sind absolut vertraulich.

    Dir wünsche ich einen schönen Nachmittag. Das Leben ist schön. Meistens. ;)

    Viele Grüße
    Katha

    Moin Frank,

    es ist ja immer easy, mit dem Finger auf Andere zu pieken, aber ich habe oft gehört und gelesen, dass es für Quartalstrinker sehr viel schwieriger ist, dauerhaft abstinent zu leben.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass man dann wegen der großen zeitlichen Abstände viel schneller der Illusion unterliegt, man hätte das Trinkverhalten unter Kontrolle und müsste sich ja schließlich nicht jeden Tag komatös besaufen.
    So denken auch viele Alkoholiker, die täglich getrunken haben und dann ein paar Wochen abstinent sind. Böse Falle.

    Wenn ich in Deinen Stiefeln stecken würde und immer wieder gegen dieselbe Wand renne, würde ich mir auch einen neuen Plan basteln: Den Besuch einer realen SHG halte ich in dieser Situation für unerlässlich, damit man auch in einer „trockenen Phase“ immer am Thema bleibt.
    Zusätzlich würde ich versuchen, mir in allen Details meine bisherigen Rückfälle vor Augen zu führen und sie schriftlich festzuhalten. Ich würde notieren, aus welchem Anlass ich getrunken habe, mein Trinkverhalten analysieren (Steigerung des Konsums, etc..) und vor allem, welche Konsequenzen es für mich hatte und wie ich mich danach gefühlt habe.

    Ich denke, in Deinem Fall ist es besonders wichtig, sich zu erinnern, wohin der Rückfall geführt und was er Dir letzten Endes gebracht hat (Verzweiflung, das Gefühl des Versagens, Verlust des Selbstwertes, Angst vor der Zukunft und um die Partnerschaft, etc..).

    Da Menschen oftmals zur Verdrängung neigen – manchmal einfach auch nur, damit sie wieder aufstehen und weiterlaufen können, sind schriftliche Notizen vielleicht hilfreich als Teil des Notfallplans, denn dann müsste man sich schon ganz bewusst ein Brett vor die Augen halten um weiterhin zu ignorieren oder zu verdrängen, eine weitere Hemmschwelle.

    Dir alles Gute und vor allem Stetigkeit bei der Umsetzung Deines neuen Planes, wie immer der aussehen mag.

    Viele Grüße
    Katha

    PS: Schlafstörungen hatte ich über Monate. Da half kein Sport, kein Tee, keine frische Luft. Da habe ich es annehmen können und ausgehalten, auch das geht irgendwann vorbei. Versprochen! ;)

    Liebe Pink-Lady,

    Dein letzter Besuch bei mir ist zwar schon zwei Wochen her, doch habe ich oft an Deine Worte gedacht: Du trägst sehr viel Wärme, Herzlichkeit und Verständnis in unsere Threads und dafür möchte ich Dir danken.
    Sicherlich wäre sprechen auch gar nicht mehr nötig, wenn wir zusammen durch die Botanik hopsen würden :)

    Um sich durch meine Kommentare zu forsten, benötigt man schon etwas mehr Zeit als üblich, da ist was dran ;-). Ich schreibe hier öffentlich und wenn ich nicht gerade gefühlsmäßig total übersprudele, ist mir das auch bewusst. In meinem Vorstellungsthread, den manche Leute schon für die berüchtigte never-ending-story hielten, schrieb mir aber zu Anfang bereits Jemand, er würde meine Kommentare nur quer lesen, weil sie einfach zu lang wären :-).
    Das wiederum brachte mich auf den Gedanken, dass die Länge meiner Texte damit auch eine Art Sicherung darstellen und mich auf diese Weise weniger Menschen wirklich lesen :-).
    Ich kann mir gut vorstellen, wie manch einer ahnungslos losklickt, prompt von einer Wortflut erschlagen wird und panikartig meinen Thread wieder verlässt *g. So tippsle ich hier quasi fast privat so vor mich hin xD.

    Beneidenswert finde ich es, dass Du einer Begleitung ein Naturerlebnis nicht aufdrängen musst. In dieser Hinsicht habe ich gestern einen klassischen Verhaltensrückfall hingelegt :-).
    Er fing an mit einem konzentrierten Blick und einem „Hmmm…“ und endete mit einem strahlenden Lächeln und dem Satz: „Du bist mein Projekt!“
    Wundert mich jetzt noch, dass der arme Kerl nicht vor Schreck von der Bank geknallt ist :D.
    Immerhin konnte er danach schmunzeln und möchte heute wieder etwas mit mir unternehmen. Ich denke aber, ich werde heute eine ganz ruhige Kugel schieben, da ich vom Wochenende noch ziemlich platt bin und morgen fit sein will für die neue Woche.

    Dir wünsche ich einen wunderschönen entspannten Sonntag.

    Ganz liebe Grüße
    Katha

    Moin Mädels,

    vor kurzem habe ich mich auch gefragt, wann ich eigentlich zuletzt in einer warmen Sommernacht mit Glockenblumenblüten im Haar und Grasflecken auf nasser Kleidung barfuss nach Hause gekommen bin, bis mir einfiel: Ich bin abstinent und vergesse deshalb jetzt einfach die Schuhe nicht mehr in der Botanik ;-).
    Würde ich trinken, hätte ich weder Interesse an Jahreszeiten, Temperaturen, Menschen, Flüssen, Glockenblumen, Grillfeuern oder an dem schönen Gefühl, nachts barfuss durch nasses Gras zu laufen.
    Ich habe mal erwähnt, dass es immer gut ist, einen Plan zu haben. Was mich oft gerettet hat, war allerdings ein Plan B: Ich plane öfter mal im Voraus Unternehmungen, auf die ich mich richtig freuen kann oder auch einfach einen kurzen Spaziergang abends um den See hier mit einem Freund, damit bei mir keine Unruhe oder Leere aufkommt.
    Gleichzeitig überlege ich mir aber ebenfalls im Voraus etwas, was ich allein stattdessen tun könnte, falls diese Verabredungen aus irgendwelchen Gründen nicht zustande kommen, etwas, was mir auch Freude macht. So bin ich nicht in Löcher gefallen, die mich gefährdet hätten.
    Da die Kerbe bereits geschlagen wurde: Solche Unternehmungen, wie Ihr sie beschreibt, würde ich ganz rasant aus dem Programm streichen. Es ist ein Höllenstress, den ich mir nicht mehr antun würde, denn ich bin keine Masochistin und muss auch nix beweisen.

    Eniba, Du klingst für mich überwiegend eher einsam und antriebslos trotz der erwähnten Mädels, bist den ganzen Tag zu Hause und sitzt quasi die Zeit ab bis zu Deiner LZT (wenn ich mich recht erinnere). Das ist in der Phase der Entwöhnung, die Dir niemand abnehmen kann, besonders schwer. Als Erstes würde ich mir eine feste Struktur für den Tag basteln und mich auch daran halten. Feste Zeiten fürs Essen, den Haushalt und die Freizeit. Dann würde ich mir überlegen, welche Menschen ich kenne, die auch ohne Alkohol einen Abend überstehen und mich mit ihnen verabreden. Vielleicht kannst Du deine Mädels ja auch einzeln treffen und etwas mit ihnen unternehmen, dann ist es am Anfang leichter ohne den gewohnten Alkohol.
    Für die Freizeit würde ich mir Dinge überlegen, die mir Spaß und Freude machen, wobei Bewegung vor allem in der Natur den meisten Menschen in dieser Situation noch geholfen hat. Falls es Dir schwerfällt, allein loszuziehen, nimmst Du dir vielleicht ein wenn auch noch so beklopptes Ziel vor wie an einen See zu fahren und dort die Enten zu füttern. Dann hast Du einen Punkt, an dem Du dich orientieren kannst und eimerst nicht so planlos durch die Gegend. Schwimmen gehen, Rad fahren oder auch allein ins Kino zu gehen sind z.B. Dinge, die man allein durchziehen kann, ohne allzu seltsam auszusehen :-). Ich würde mir einen Planer packen und meine selbstgesetzten Termine dort eintragen, die dann aber auch durchziehen. Auf diese Weise kann man auch einen Tag oder Abend zu Hause genießen (oder zumindest besser ertragen). Bewegen musst Du dich selbst, wenn Du deine Situation verändern willst, nur einfach die Zeit totzuschlagen und auszuhalten ist die schlechteste Variante. Carpe diem ;-).

    Du, Step, stehst jetzt offensichtlich vor der schwierigen Aufgabe, Tacheless zu reden mit Deinen Leuten, um Dich selbst nicht zu gefährden. Du wirst Menschen verlieren, aber andere werden bleiben und auf manches wirst Du verzichten müssen. Vielleicht hilft es Dir, dich daran zu erinnern, wie Dein Leben in der nassen Zeit ausgesehen hat. Abhängig trinken zu müssen ist ja nun wirklich kein Spaß mehr.
    Es wird sich alles einpendeln, wenn man dran bleibt und achtsam mit sich selbst umgeht, nur muss man die Schaltzellen im Hirni wieder neu besetzen. Das dauert seine Zeit und da gibt es keine Abkürzung.

    Ich bin mir nicht sicher, ob nun alle Menschen in Eurer Umgebung mühelos auf den Alkohol verzichten wollen und werden, wenn sie mit Euch zusammen sind. Da ich weiß, dass meine Schaltzellen besetzt sind mit einem bestimmten Programm, gestehe ich genau dasselbe auch Menschen ohne Alkoholkrankheit zu. Wenn die mal feiern, trinken sie halt mehr oder weniger, für sie gehört der Alkohol dazu. Es hat bei mir irre lange gedauert, zu erkennen, dass ich Alkoholikerin bin und was Alkoholismus bedeutet. Wie könnte ich diese Erkenntnis von Menschen verlangen, die sich nie damit auseinandergesetzt haben, weil sie es nie mussten. In meinem Fall hat kaum jemals ein Mensch verstanden, wie gefährlich der Alkohol für mich ist, immer hörte ich nur: „Aber DU doch nicht!“ Niemals würde ich also auf die Idee kommen, diese Menschen mit Beginn meines abstinenten Lebens als „falsche Freunde“ zu bezeichnen oder ihnen ebenfalls ein Suchtverhalten zu unterstellen.
    Im Endeffekt ist für mich aber nur eines wichtig: Ich muss mich selbst schützen und würde mich dann in aller Freundschaft trennen (müssen).

    Euch ein schönes Wochenende.

    Viele Grüße
    Katha

    PS: Ich sehe gerade, dass Joschi das Thema Struktur bereits behandelt hat, nur denke ich, dass wir aktiv bleiben sollten, auch wenn keine knifflige Situation ins Haus steht. Leben ist immer so verdammt schwer vorhersehbar ;)