Beiträge von Katharsis

    Hallo Thalia,

    so, für heute ist die Hütte geputzt, der Bauch ist gefüllt und ich freue mich irrsinnig darauf, gleich durch den Wald zu laufen. Es ist zwar unheimlich schwül draußen, aber 10°C weniger als gestern: Es hat geregnet! :-).

    Völlig umsonst habe ich hier Wellen geschlagen, was meine Worte im Luftleeren Raum betrifft :-). Ich habe hier noch nie meine Kommentare nachgelesen, weil ich dazu keine Zeit und noch viel weniger Lust hatte, aber vor einigen Tagen habe ich mich verklickt und bin auf einem Nick gelandet statt auf dem letzten Kommentar eines Threads. Da kam mir wieder in den Sinn, unter meinem Nick mal meine erste Vorstellung zu suchen und ich wurde fündig. Erst habe ich mich gekrümmt für das dicke Brett vor meinem Kopf, weil ich nicht früher auf diese Idee kam, dann für das, was ich da verzapft hatte damals ;-).

    Das Bild von Rilke finde ich schön, es erinnert mich daran, dass ich mich mal wieder dringend um die Erweiterung meines Komfortkreises kümmern muss. Dein abgewandeltes Bild dazu kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Was ich nicht verstehe, ist Dein Mitteilungsbedürfnis trotz Deiner Verschlossenheit.
    Ich bin kein verschlossener Mensch und ziemlich offen und vertrauensselig. Das zwingt mich dazu, besonders auf meinen Umgang zu achten, wenn ich nicht als reiner Pausenfüller für gleichgültige, gelangweilte oder klatschsüchtige Menschen fungieren will.
    Ich kann also schlecht nachvollziehen, wie es bei Dir ist: Rührt Deine Verschlossenheit eher daher, dass Du dich anderen Menschen schwer öffnen kannst, obwohl Du es möchtest?
    Oder möchtest Du nur das Wenige, was Du bereit bist, von Dir preiszugeben, von anderen Menschen wirklich genau verstanden wissen?
    Verschlossene Menschen kenne ich aus der Vergangenheit immer nur als ausschließlich ruhig und eher schweigsam: Sie behalten Ihre Gedanken und Gefühle gern für sich und öffnen sich entweder spät oder nie, was ich auch völlig in Ordnung finde

    Mein „external brain“ hat mir noch exakte Daten geliefert zu den Glühwürmchen :-): Sie schwärmen insbesondere in der dritten Juni-Dekade, aber in warmen Sommernächten auch bis Ende Juli. Du hast also immer noch Zeit und Gelegenheit genug, sie selbst zu erleben.
    Und ja, es war magisch und ich werde es ganz sicher nie vergessen.

    Herzlichen Dank auch Dir für Deine Gedanken zu meiner Frage und einen entspannten Sonntag.

    Schöne Grüße
    Katha

    Hallo Correns,

    erst einmal herzlichen Dank für die Blumen, das Kompliment gebe ich gern zurück.
    „Rennschwein“, da hab´ ich wieder gut gelacht :-). Wir wissen ja beide, dass es nicht wichtig ist, wann man ins Ziel kommt, sondern eher, dass man seinen Mors erst einmal an die Startlinie geschwungen hat und dann kontinuierlich dran bleibt.
    Das fehlt mir in den letzten Tagen, denn hier war es einfach zu heiß. Nutzt ja nichts, wenn ich kurz vor dem Herzkasper mit hochroter Rübe durch die Botanik taumle, also habe ich im Garten gesessen und gelesen bis zum Abwinken und prompt ein schlechtes Gewissen bekommen wegen der Faulenzerei ;-).

    „Streng sein mit sich selbst“, alle Anderen dürfen, nur man selbst nicht… das ist schon eine Last. Seitdem mir aber Jemand geflüstert hat, dass Menschen gar nicht gemacht sind, um perfekt zu sein und auch nicht perfekt sein müssen, weil das voll öde ist :-), kann ich ein bisschen netter mit mir umgehen. So bin auch ich beruhigt, dass das Potential nach oben sich in den nächsten 27 Leben kaum verringern wird bei meinem Tempo und damit ganz bestimmt keine Langeweile aufkommt.

    Dein Profi wird ganz sicher keine derartige Bemerkung machen, und falls doch, darfst Du dem Mann mit Spikes an den Schuhen ganz kräftig gegen´s Schienbein treten :-). Ich glaube übrigens, dass unsere Haltung sehr weit verbreitet ist und viele Menschen einfach nicht über den Druck sprechen, dem sie sich täglich selbst aussetzen.
    Das Wort „minderwertig“ ist mir im Zusammenhang mit Menschen noch nie in den Sinn gekommen. Was ich allerdings öfter höre, ist das Wort „Asi“, was von vielen Menschen gern mal unter das Volk geschleudert wird, häufig auch von Jugendlichen. Wenn ich nachgefragt habe, was der Betreffende unter dieser Bezeichnung versteht, bekam ich oft zur Antwort: „Na, die ham keine Kohle und so…“ Das haut mich ja immer wieder um und bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass ein Großteil der Menschheit am besten noch einmal ganz von vorn anfängt.

    Dir wünsche ich eine gute Zusammenarbeit mit Deinem Profi. Die Auseinandersetzung mit sich selbst ist ja nicht nur anstrengend, sondern auch spannend und es ist ein gutes Gefühl, wenn nach den Bemühungen plötzlich die Groschen fallen. Ich habe in dieser Beziehung zwei, drei sehr kurze Anläufe genommen und geriet an ziemliche Schnarchhaken, die mir nichts Neues nahebringen konnten. Der letzte Therapeut fragt mich bei jedem der drei Besuche, was er denn für mich tun könne. Da mir darauf keine gescheite Antwort einfallen wollte, brach ich das Ganze ab, stiefelte wieder nach Hause, lasierte und lackierte sämtliche Möbelstücke im 4-Stunden-Takt und renovierte meine Wohnung. Ich kann also wirklich nicht behaupten, dass Therapien - und seien sie noch so kurz, nichts bringen ;-).

    Dir einen schönen Sonntag und viele Grüße
    Katha

    Sehr schön formuliert, Kaleu, wenn ich das hier mal anmerken darf :-).
    Die ersten 30 Jahre meines Lebens habe ich entrüstet immer behauptet: „Ich habe gar keinen Bauch!“, wenn mir Jemand geraten hat, mal selbigen zum „Denken“ zu benutzen.
    Ich hielt mich allen Ernstes für einen ausgeprägten Kopfmenschen.
    Erst der Widerstreit zwischen Kopf und Bauch in mir (natürlich von mir völlig unbemerkt und unbewusst ständig übergebügelt mit tollen Theorien) und ein damit ausgelöster Angriff auf meine Haut ließ mich endlich mal stutzen. Es ist Sommer, Zeit für „Bauchfrei“ :-).

    Guten Morgen Correns,

    die Standardreaktionen habe ich zum Teil bei mir einfach akzeptiert, weil ich bemerkt habe, dass sie zu meinem Charakter gehören und der Leopard ändert seine Flecken nicht ;-).
    Ich kann Verhalten ändern, aber nicht das tief verwurzelte Gefühl zu Situationen in mir.

    Nur ein Beispiel: Neulich erzählt mir eine Freundin, die einen anstrengenden und anspruchsvollen Job hat, dass ihre Chefin, die weit weniger qualifiziert ist als sie selbst, sie und andere Kollegen regelmäßig 2-3 Mal in der Woche vor der versammelten Mannschaft grundlos herunterputzt. Jeder hört sich das nur schweigend an, senkt den Kopf und akzeptiert diesen Schwachfug, weil er halt von der Chefin kommt und alle auf ihren Job angewiesen sind.
    Ich habe zugehört und in meinem Inneren brodelte es. Sie guckt mich an und meint: „Du siehst grade aus wie ein Husky!“ Damit konnte ich wenig anfangen und sie erklärte, dass meine Augen wieder metallicgrün geblitzt haben und sie richtiggehend sehen konnte, wie ich anfing zu kochen. Ich warf mal ein Auge auf mich selbst, spürte meinen konzentrierten Blick, die ansteigende Körpertemperatur, die angespannte, vorgebeugte Haltung, als wäre ich bereit zum Sprung. Für mich ist es offensichtlich völlig gleichgültig, ob eine solche Situation mich selbst betrifft oder Andere und der Schlittenhund blitzt immer wieder mal durch :-).

    Ich bin weder cholerisch noch aggressiv, aber ich habe einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, der in solchen Momenten anfängt zu tickern wie ein Geigerzähler.
    Ob der nun anerzogen oder angeboren ist, spielt für mich keine Rolle, denn er ist da, wird immer bleiben und gehört zu mir wie die Nase in meinem Gesicht.
    Meine Freundin gab mir den gutgemeinten und wahrscheinlich auch einzig richtigen Rat, vor allem im Berufsleben dieses Gefühl zumindest nicht nach außen dringen zu lassen, aber ich weiß eines ganz genau: Ich müsste mir ein komplett neues Gesicht zulegen, um dieses Vorhaben umsetzen zu können und muss dementsprechend eben in einem Umfeld arbeiten, in dem dieser Charakterzug entweder hilfreich oder zumindest nicht hinderlich ist. Kann man machen nix :-).

    Die Hoffnung, dass Andere meine Gedanken und Wünsche lesen können, habe ich zum größten Teil vor vielen Jahren schon aufgegeben.
    Ich bin ja nun ein Mädchen ;) und habe den größten Teil meines Lebens fast ausschließlich mit Männern verbracht. Den Klassiker unter den typisch (überwiegend) weiblichen Reaktionen haben sie mir frühzeitig ausgetrieben: Wir sind verletzt, beleidigt, zornig, etc.. und schmollen erst einmal, anstatt Tacheless zu reden. Auf die Frage, was uns denn über die Leber gelaufen ist, antworten wir mit einem „Nichts“ (dazu gehört die vorwurfsvoll vorgeschobene Unterlippe, auf der man einen Penny parken könnte und eine steife Körperhaltung inkl. beharrlichen Schweigens, das sich über Tage hinziehen kann). Wenn Dich aber ständig mehrere Männer gleichzeitig genervt anstarren und die Augen verdrehen, gewöhnst Du dir das schnellstmöglich ab, wenn Du ernst genommen werden willst :-).
    Menschen erziehen sich in der Gruppe halt auch gegenseitig.

    Wenn ich heute fast erwarte, dass die Zusammenhänge zwischen meinen Gedanken nachzuvollziehen sind (und es manchmal halt doch nicht passiert), dann liegt es nur daran, dass ich die Technik der direkten Rede nach wie vor noch ausfeilen muss, denn aussprechen kann ich sie heute. Ich schweige nur noch, wenn ich der Meinung bin, dass das Gegenüber mir eine falsche Motivation unterschieben würde und wütend oder beleidigt wäre, denn dann macht jedes weitere Wort absolut keinen Sinn mehr und ich verschwende nur Energien. Dann ziehe ich mich raus.
    Ich möchte auch längst nicht mehr die beste Kopie meines Ideals werden, sondern die (möglichst) beste „Katha“ innerhalb meiner Möglichkeiten zur Veränderung und da gibt es noch saumäßig viel zu tun :-).
    Für mich liest es sich verdammt gut, was Du fast täglich schreibst und Dein Humor dabei gefällt mir gut. Um Deine Beständigkeit (auch in der Unbeständigkeit) beneide ich Dich ein bisschen. Nur.. sei nicht allzu streng mit Dir ;-).

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und ich freue mich mit Dir über die positiven Nachrichten, die Du erhalten hast.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Guten Morgen Andreas,

    so kann´s gehen: Da sabble ich nur noch einen Bruchteil von dem, was ich früher so rausgelassen habe, erwarte aber stattdessen, dass Jeder selbstverständlich nachvollziehen kann, wie die Brücken zu schlagen sind zwischen meinen Gedankenfetzen :-).

    Mein … äh „Bepuschelopfer“ ;) ist gerade mal Anfang 50, Leberzirrhose, Bauch gespannt wie eine Riesentrommel von den Wassereinlagerungen, aber ansonsten total abgemagert, weil es sich so auch schlecht essen lässt (trotz Hunger) und andere Organe und Gelenke schwer in Mitleidenschaft gezogen. Er hat nicht halb soviel Zeit mit der Sauferei verbraten wie ich und das sagt mir wieder, dass es keine Schonfristen gibt: Es kann uns jederzeit erwischen, wenn wir trinken. Klingt vielleicht hart, aber mir führt es wieder vor Augen, wo ich auf keinen Fall landen möchte :-(. Ich kompensiere vieles mit Bewegung und draußen herumzuhopsen in der Natur macht mich immer noch dankbar und ruhig – nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn diese Möglichkeit wegfallen würde und ich ebenfalls auf einen Radius von 37 m eingeschränkt wäre, ständig auf Hilfe angewiesen und mich selbst nicht mal mehr richtig pflegen könnte. So werde ich fast täglich unbeabsichtigt in meiner Motivation bestärkt und setze mich damit auseinander = Trockenheitsarbeit.

    Wenn ich Tagelang keinen Menschen gesprochen habe, was öfter mal vorkommt, muss ich auch aufpassen, dass ich andere (fremde) Leute nicht in Grund und Boden quatsche *g, aber ich habe ein Auge drauf. Mir ist aber keine Gesellschaft schon längst lieber als schlechte und so passt es wieder. Viele Menschen fühlen sich aber offensichtlich nicht wohl, wenn Stille herrscht und versuchen krampfhaft, diese zu füllen, daher dieser Dauerquassler-Effekt. Schweigen miteinander will, denke ich, echt gelernt sein. Dann spüre ich, ob der Andere sich neben mir wohl fühlt oder nicht und benötige keine Worte. Im Fall der Glühwürmchen habe ich auch nicht losgesabbelt, sondern nur ein „Oh“ rausgelassen, weil ich so überrascht und fasziniert war, aber offensichtlich war auch das schon zuviel ;-).

    Das bringt mich nun zu den Gedanken, die man teilen sollte oder auch nicht. Herzlichen Dank für Eure Feedbacks, auch an Euch, Jürgen und Matthias. Ich habe mir das Ganze durch den Kopf gehen lassen und bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen Unterschied macht, ob man allein lebt oder eben nicht. Wenn ich ständig Menschen um mich herum habe, mit denen ich meine Gedanken teilen kann, kommt auch immer wieder neuer Input und ein Austausch bereichert.
    Wenn ich aber allein lebe ohne ständigen Austausch, mich selbst analysiere oder Dinge erlebe, die mich überraschen, freuen oder ärgern, mir Gedanken mache, über das, was ich ändern muss und/oder kann, dann glaube ich, dass die völlige „verbale Entleerung“ ein Gefühl der Einsamkeit entstehen lassen kann, weil im Inneren nichts zurück bleibt, keine Substanz.
    So sieht meine Idee zu dem Statement meines guten Freundes aus.

    Der Sommer ist kürzer als Du denkst und vielleicht solltest Du doch mal die Pumpe bestellen, während ich Deiner Frau einen Katalog mit Superluxusliegen und Palmengedöns zukommen lasse :-).

    Schöne Grüße zurück und auch Euch ein entspanntes Wochenende.
    Katha

    Andreas :D

    Niemals würde ich Andere mit Spanngurten fixieren, aber tatsächlich überlegte ich kurz, was es mich kosten könnte, einen Knebel einzusetzen *fg.
    Nun ist der gehbehinderte Herr kein 80Jähriger, sondern nur wenig älter als ich, was mich umgehend an den Punkt bringt, wo meine eigene Trockenheitsarbeit wieder einsetzt :-(.

    Viele Grüße und ein entspanntes Wochenende
    Katha

    Hallo zusammen,

    mit ausreichend finanziellen Mitteln bekommt man halt auch oft die Medizin, die einem am besten schmeckt.
    Diäten fielen mir in diesem Zusammenhang auch ein: „Wenn Sie etwas Dinkelkleie als Deko auf dem Teller neben dem Eisbein mit Klößen parken , werden Sie ganz sicher abnehmen und sich nicht unnötig selbst kasteien müssen. Zuviel Druck ist ja gar nicht so gut…“
    Schönheitsoperationen sehe ich wiederum in einem anderen Licht: Da kann man machen lassen, ohne seinen eigenen Mors bewegen zu müssen.

    Ich kann aber nachvollziehen, dass sich besagte Dame gern auf die Empfehlungen dieser „Spezialisten“ verlassen hat. Ohne eigene Erfahrung hätten wir vielleicht nicht anders gehandelt.

    Gruß
    Katha

    Hi Andreas,

    ich will´s ja immer nur verstehen (ich Nervennager *g). Lappalien kümmern mich auch weniger und ich überlege nicht gleich bei jeder seltsamen Reaktion, ob der Betreffende mit zwei Jahren vielleicht mal direkt vom Pöttchen auf den Kappes geknallt ist. Wenn ich jedoch genau weiß, dass ich aus irgendwelchen Gründen noch sehr lange mit dem Gegenüber zu tun haben werde, kläre ich das. Nur so, für mich, auch wenn nichts Neues mehr gesagt werden wird unter dieser Sonne.

    Mir ging´s ähnlich wie Dir. Ich hatte quasi ein Sparkonto für Emotionen wie Wut und Zorn, die ich nie sofort rausgelassen habe, bis ich explodierte.
    Ich habe auch erst mit der Abstinenz gelernt, Dinge zeitnah anzusprechen, um sie nicht eskalieren zu lassen. Heute habe ich dieses Bedürfnis nach Klarheit und ich kann mich erst wieder ruhig im Spiegel angucken, wenn ich gesagt habe, was in meinem Inneren vor sich hin brodelt. Fühlt sich besser an.
    Auch nerviges Verhalten von Anderen im Keim zu ersticken und gleich den Riegel zu schieben, bevor sie eine böse Überraschung erleben, wenn sie mich für ein konstant gutmütiges Schäfchen halten, bekommt allen Beteiligten einfach besser, weil man noch relativ sachlich bleiben kann. Sachlichkeit schätze ich.

    Motorsägen auch :D. Ich hab´s dem armen Kerl natürlich nicht verraten, aber meine Freundin blieb nicht mehr lange meine Freundin, denn das ist eine Haltung, die sich auf alle Bereiche erstreckt.

    Ich hatte heute wieder eine meiner tollen Ideen, die mir zeigt, dass ich manchmal doch das Denken den Pferden überlassen sollte :-): Der Mann, den ich jetzt betreue, tat mir höllisch leid, weil er wegen seiner Gehbehinderung kaum mal aus der Hütte fallen kann und ich hoffte, es würde ihm gut tun, sich mal unters Volk zu mischen.
    Weil er dringend verschiedene Dinge benötigte, habe ich ihn an einen Einkaufswagen gehängt und in Rekordzeit von zwei Stunden durch ein riesiges Möbelhaus gelotst.
    50 % der Zeit ist er mir laut fluchend durch die Gänge nachgerollt und ich bekam eine leise Ahnung davon, wie es sein muss, z.B. 30 Jahre verheiratet zu sein :-). Die Blicke der anderen Leute sprachen jedenfalls Bände und ich kam mir vor wie ein Monster, finde aber, er hätte mir sagen können, dass so eine Shoppingtour auf seiner Wunschliste gleich nach Kannibalismus kommt. Hinterher bekam ich von ihm wieder massenweise Komplimente für meine Geduld und das würde mir nun wirklich niemand glauben von den Menschen, die mich kennen. Ich hab den gern, den Knaben.

    Dir noch einen schönen Abend und viele Grüße
    Katha

    PS: Wie weit seid Ihr mit dem Teich?

    Hallo Correns,

    interessante Randbemerkung (…Scheißspiel („sorry für den deftigen Ausdruck, den wissenschaftlichen ich nicht“)) :)

    Correns, was Du beschrieben hast, hätte ich mir komplett 1:1 überstülpen können.
    Interessant fand ich auch Deine Bemerkung in Deinem Thread über die Sparsamkeit Deiner Mutter mit Lob und dass Du auf diese Weise gelernt hast, Leistung mit Liebe (oder Zuneigung, Anerkennung, etc. gleichzusetzen).

    Diese Haltung ist mir vor allem immer bei männlichen Suchtabhängigen aufgefallen, meistens im Zusammenhang mit dem Vater. Nie war es gut genug, wenn es gut war, hätte man es (natürlich ausschließlich nach Papi´s Plan) noch besser machen können. So rennt und rennt und rennt man…und kommt nie ans Ziel.
    Da spielte ganz sicher auch ein (unbewusstes) Konkurrenzverhalten eine Rolle, denn der Vater wollte seine Rolle als Überflieger natürlich nicht mal teilweise abgeben. Schwierig, wenn aus den Jungs Männer werden.
    Mein Pech war, dass meine Mutter absolut emanzipiert war und das auch sein musste, weil mein Vater oft Monatelang nicht zu Hause war. Sie schlüpfte mühelos in die Rolle, die sonst eher den Vätern vorbehalten war.

    Unsere Väter/Mütter/Eltern waren unsere schärfsten Kritiker. Wenn diese Kritik wegfällt, weil z.B. die Eltern vom Alter schon ziemlich angenagt sind und schwächeln oder gar gestorben sind, übernehmen viele Menschen für sich diese Rolle des Kritikers und gehen gnadenlos und hart gegen sich selbst vor, seltsamerweise aber nie gegen Andere (vielleicht weil sie sich erinnern, wie sehr sie unter dieser Dauerkritik gelitten haben).

    Noch seltsamer finde ich es allerdings, dass wir Alle, wo wir doch viele Dinge durchschauen, nicht in der Lage sind, sie selbst kurzfristig zu ändern.
    Ich kann heute bereits Hilfe annehmen und auch mal „nein“ sagen, doch bin ich noch weit entfernt von dem, wie der überwiegende Teil der Bevölkerung diese Dinge handelt.

    Ich denke allerdings, generell nicht mehr oder weniger zu helfen, ist die falsche Lösung.
    Ich habe nachgedacht und lande immer wieder bei dem Spruch, der schon uralt ist und den sich auch die AA einverleibt haben, die sich allerdings wiederum auf eine höhere Macht berufen:
    Gott, gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut,
    Dinge zu ändern, die ich ändern kann
    und die Weisheit,
    das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Wenn ich „Gott“ jetzt dabei mal unter den Tisch fallen lasse für Jeden, der an einer höheren Macht zweifelt, komme ich zu dem einzigen Weg in Punkt 3, der funktionieren kann, ohne dass ich in der Geschlossenen lande oder mir einen Burnout zulege. Er besagt nichts anderes, als dass ich mir schon die Mühe machen muss, jede Situation und jeden Menschen einzeln zu beleuchten und dann eine Entscheidung zu treffen.
    Und natürlich benötige ich dann noch genügend Rückgrat, um Anderen meine Entscheidung mitzuteilen.
    Die ganz großen Energiefresser in meinem Leben haben mittlerweile das Weite gesucht, weil ich langsam lerne, gut „nein“ zu sagen, wie ich Andreas mal geschrieben habe.

    So werde ich also weiterhin versuchen, bewusst zu unterscheiden, Gelassenheit üben und weiterhin eine L(R)ippe riskieren, wenn ich lossprinte, wo Schwächere leiden müssen. Das nehme ich so hin, denn es gehört zu mir, an allem anderen kann ich weiterhin arbeiten.

    Viele Grüße und einen entspannten Abend noch
    Katha

    Hallo Andreas,

    nun habe ich mir die Situation mit Deinem angeheirateten Verwandten immer wieder durch den Kopf gehen lassen und mir fallen nur noch zwei Möglichkeiten ein: Entweder ist der Bursche jetzt verlegen, weil er quasi „in Deiner Schuld“ steht oder er ist wirklich total abgefeimt und meint, er müsse sich jetzt nicht mehr bemühen, nachdem er bekommen hat, was er wollte. An die zweite Möglichkeit kann ich kaum glauben (und will ich auch am besten gar nicht, obwohl mir solche Subjekte schon öfter über den Weg gelaufen sind).

    Eine meiner Freundinnen wollte sich damals von ihrem Partner trennen. Sie wartete aber ab, bis er das kleine Tischchen, das er ihr gerade baute, damit sie im Bett frühstücken konnte, fertig gestellt hatte. Danach wurde er dann entsorgt. Tja, so gar nicht mein Fall.
    Ich kann mich nur wiederholen: Find´ raus, von welcher Fakultät Dein Verwandter ist ;-).

    Viele Grüße
    Katha

    PS: Ich bin gestern von der Perle zum Engel befördert worden xD

    Hallo Andreas, Correns und Lena :)

    Ich habe mich total über Eure Kommentare gefreut und Jeder kann hier gern grätschen, klinken, lostreten oder einfallen (für den ersten Satz in seinem letzten Post wird Andreas allerdings abgestraft und ich habe ein paar Schikanen auf Hochglanz poliert und raffitückisch platziert *g)

    Ich antworte gern Morgen mit etwas mehr Ruhe auf Eure Posts, aber heute war mein erster Arbeitstag. Mir brach fast das Kreuz vom stundenlangen Stehen beim Abwaschen und ich bin ständig mit dem Arm an einem Schrank kleben geblieben und mit den Füßen am Boden :-). Das macht aber nix, weil mich zum Schluss Jemand mit glänzenden Augen ansah und sagte: „Du bist echt ´ne Perle! (*kicher*). Heute wurden eine Menge Fliegen mit einer Klappe erlegt!“ Das sehe ich genauso.

    Schöne Grüße
    Katha

    Hallo Andreas,

    klar darfst Du jederzeit hier reingrätschen, für Zerrungen übernehme ich jedoch keine Verantwortung :-).

    Denk´ ich mir, dass dies auch für Dich ein Thema ist.
    Nun unterscheide ich ja noch bei meinen Grundgewichten menschlicher Natur (ich Sortierfux :D): Die einen sind einfach bequem, eiskalt, egoistisch oder auch nur pomadig (was bedeutet, die glauben tatsächlich, sie hätten ein Recht darauf), die anderen aber tatsächlich gefühlt hilflos oder überfordert.

    Gutes Beispiel von Dir mit der Verwandtschaft. Ich als Frau (oder besser: Ich als ich :-)) denke ja, dass kaum ein Mann irgendwelche Daten im Kopp hat, die mit Geburtstagen (z.T. nicht mal mit dem eigenen), Hochzeitstagen, Muttertagen, Weihnachten, etc… zu tun haben, nur die Vatertage verpassen sie irgendwie nie :-).
    Ich würde ihm persönlich also nicht krumm nehmen, dass er mein Geburtsdatum nicht im Gedächtnis hat (Herzlichen Glückwunsch übrigens nachträglich!), aber ich würde vermutlich erwarten, dass er sich bei all der Technik, die wir heute herumschleppen, den Termin in seinem Handy einträgt und sich dann pünktlich beklingeln lässt, wenn ich ihm in der Vergangenheit so gewaltig unter die Arme gegriffen habe.
    Und auch das ist offensichtlich nicht passiert.

    Andreas, ich sag´s ja nicht gern, aber ich glaube, wir haben beide noch eine Menge zu lernen ;-):
    Andere fragen direkt, wenn sie Hilfe benötigen. Supi, so sollte es sein.
    Wir machen alles selbst, was wir allein erledigen können.
    Wäre es aber nicht auch eine große Erleichterung, wenn wir ebenfalls Hilfe bekämen, damit wir schneller fertig werden oder nicht soviel Energie und Kraft aufwenden müssten oder einfach mehr Spaß dabei hätten?

    Ich habe den leisen Verdacht, dass Andere ganz einfach erwarten, dass wir sie um Hilfe bitten, wenn wir Unterstützung benötigen und dass sie diese Hilfe dann oft auch ganz selbstverständlich leisten würden.
    Solange wir nicht danach fragen, kommen Andere überhaupt nicht auf die Idee, dass wir Hilfe benötigen und alles ist für sie im Lack.
    Ich denke, es ist von den meisten Menschen einfach zuviel verlangt und auch nicht nötig, dass sie ständig diese Hilfe auf doof (also im Vorfeld) schon mal anbieten. Ich glaube aber auch, dass DU (und ich z.B.) oft genug genau das bei Anderen tust (der Erste sein, der Unterstützung zusagt).
    Vielleicht müssen WIR lernen, um Unterstützung zu bitten und Andere müssen sich nicht zwangsweise ändern.
    So wie wir „nein“ sagen können, weil es für andere Menschen in derselben Situation völlig normal ist, „nein“ zu sagen. Die müssen nur nicht darüber nachdenken.

    Beim nächsten Projekt würde ich diesen jungen Verwandten gleich mal um Unterstützung bitten und sehen, wie er sich verhält. Vielleicht ist er ein egoistischer Faulsagg, dann würde ich ihm auch nicht mehr helfen, aber vielleicht rauscht er ran wie Blücher, weil er sich freut, sich revanchieren zu können ;-). Find´s raus! :)

    Viele Grüße
    Katha
    PS: Ein wenig verworren, der ganze Text, aber vielleicht verstehst Du trotzdem, was ich meine

    Hi Eniba,

    „staubtrocken“ sieht tatsächlich ganz anders aus.
    Als ich feststellte, dass mich die Bier- und Weingläser an anderen Tischen triggern, habe ich Cafés und auch Restaurants erstmal komplett gemieden.
    Natürlich kann man das aushalten, fragt sich nur, wie lange.
    Warum Energie verschwenden, indem wir uns auf ein Kräftemessen einlassen, bei dem wir nur verlieren können. Diese Energie benötigen wir für die Entwöhnung und zum Stopfen der Löcher, die entstehen, wenn der Alk wegfällt.

    Du warst unterwegs, hast Menschen getroffen, eine schöne Zeit gehabt. Anschließend fallen selbst Leute ohne Suchtproblem oft in ein Loch, weil die Leere danach spürbarer wird und dann kommt die Unruhe.
    Vielleicht kannst Du Dir eine Beschäftigung suchen, die Dir Spaß macht.
    Ich habe in der Entwöhnung angefangen, im Akkord zu sticken, etwas, wozu ich vorher nie Lust gehabt hätte. Für all das, was ich vorher so gemacht habe wie z.B. Kommoden tunen, zeichnen oder malen, hatte ich überhaupt keinen Kopf mehr.
    Ein Anderer hatte sich eine Birke in seinen Garten legen lassen und hackte bei jedem Unruhe-Anfall oder Suchtdruck draußen Holz.
    Es lohnt sich auf jeden Fall, sich einen Kopf zu machen und zu überlegen, womit man die Lücken füllen kann. Beschäftigung für die Hände und den Kopf ist wichtig. Ich habe mit meiner Stickerei eine klassische Suchtverlagerung hingelegt, aber nicht zu trinken war für mich das einzig Wichtige.

    Du packst das mit ein bisschen mehr Plan! Dein Notfallkoffer hat auf jeden Fall schon mal geholfen und mit Plan hättest Du Dir sogar die Wehmut ersparen können ;-).

    Viele Grüße
    Katha

    … Wertschätzung?

    Dankbarkeit ist es jedenfalls nicht, das sehe ich genauso, aber Wertschätzung hat für mich etwas mit Achtung und Respekt zu tun, also dem normalen menschlichen.

    Ich würde gern später mehr dazu schreiben, aber jetzt ruft mich grad die Wildnis und ich schlage schon mit den Flügeln :)

    Schöne Grüße zurück, bis später.
    Katha

    Hallo Lena,

    Deine Bemerkung „… das kommt ja auch irgendwo her…“ bezügl. „Macherin“ hat mich wieder mal stutzen lassen und es setzte ein komplizierter Denkvorgang ein :-).

    Natürlich habe ich mich mit dem Thema schon öfter auseinandergesetzt, vor allem, weil das, was ich Dir zuletzt geschrieben habe, nur gerade mal einen Abschnitt von wenigen Monaten in meinem Leben umfasst und die restliche Zeit auch überwiegend eher Schadensbegrenzung erforderte.
    Nun eimert man aber oft um ein Thema herum und nähert sich an, aber diese glasklare Erkenntnis stellt sich nicht ein, so dass man es anfassen kann. So fluffig, wie ich oft unterwegs bin, war in meinem Kopf als Teilzeitpragmatikerin wohl auch der Gedanke, dass diese Erkenntnis mir in der Praxis nicht weiter geholfen hätte, denn es hätte nichts an den Ereignissen und Umständen geändert, mit denen ich mich ständig aufs Neue wieder auseinandersetzen musste.

    Nach den Überlegungen der letzten Tage bin ich jetzt davon überzeugt, dass ich dieses Verantwortungsgefühl für Andere in meinen Rucksack gepackt habe/packen musste, als ich als Jugendliche ständig für meine kleine Schwester in die Bresche springen musste. Mein großer Bruder beschränkte seine Bedürfnisse - zumindest nach außen hin - auf Null, war seine eigene kleine Insel und damit keine große Hilfe. Ich wünschte nur, sie hätten ihm das Sprechen beigebracht, dann hätte er sich vielleicht nicht heute vor zwei Jahren einfach verabschiedet.

    Meine Mutter hatte viele tolle Eigenschaften und Fähigkeiten und war Justitia in Person. Genau wie bei Justitia fehlte allerdings (fast) jegliches menschliche Gefühl, weil sie die Schotten längst dichtgemacht hatte. Wie jeder Mensch hatte sie gute und schlechte Seiten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was sie im Krieg durchmachen musste und deshalb steht mir ein Urteil auch nicht zu. Das habe ich im letzten Jahr endlich begreifen können und seitdem ist Ruhe im Bauch.

    Was aber von ihr abstrahlte, war absolute Härte. Sie konnte mein Leben in Sekundenbruchteilen in einen Eiskeller verwandeln, wurde nur sehr langsam richtig sauer, konservierte dieses Gefühl dann aber über Wochen, bei manchen meiner Ein- und Ausfälle sogar über Jahrzehnte. Ich habe sie geliebt. Jedenfalls sehr lange. Der Klassiker ist natürlich unter diesen Umständen, dass man unglaublich viel Zeit damit verbringt, immer hinterher zu rennen und um Liebe zu betteln. Ich hadere längst nicht mehr mit Kindheit und Vergangenheit oder betreibe irgendwelche Schuldzuweisung, denn es ist wie es ist, aber ich arbeite an mir.

    Ich habe bei meinen Kindern ganz sicher nicht dieselben Fehler gemacht, aber dafür massenweise andere, die meine Eltern bei uns ausgelassen hatten :-).

    Seit einigen Tagen scheue ich mich wieder, hier allzu Persönliches zu lassen, aber nun bin ich bereits auf dem Weg und das alles ist lange her, von den Menschen kaum Jemand übrig und es ist der Tag dafür… also weg damit.
    Meine Mutter hatte nebenbei auch ein völlig gestörtes Verhältnis zum normalen Körpergefühl und zwischenmenschlichen Beziehungen und alles war schmutzig und eklig.
    So habe ich für meine Schwester den Blitzableiter gespielt, z.B. Entschuldigungen für ihre Schule gefälscht wegen dringender Arztbesuche und meiner Mutter Krankenscheine gemopst und auch die gefälscht, weil sie meine Schwester gevierteilt hätte, wenn diese offen (und völlig vernünftig) nach der Pille gefragt hätte. Da mein Vater Monatelang immer abwesend war und ich ihn nicht um Hilfe bitten konnte, rangelte ich mit meinem Gewissen herum und startete dann aus Überzeugung meine Karriere als „schwarzes Schaf der Familie“, um Schlimmeres zu verhindern. Irgendwie so fing´s an, zum besseren Verständnis (auch für mich selbst).

    „Macherin“, auch das höre ich öfter, aber es bedeutet doch lediglich, dass ich das Notwendige tue und alles zu erledigen versuche, weil es oft nur einen Weg gibt, auch wenn ich am Boden bin. Es bedeutet nicht, dass ich eine Maschine bin, die keine Gefühle hat, nie weint, nie verletzt wird oder ist, nie traurig, depressiv, ängstlich oder ohne Hoffnung ist, nie schwächelt, nie Hilfe benötigt, nie ungerecht wird oder unsachlich, zornig. Ich bin doch Menschin und ziemlich sensibel. Nur wenn ich bemerke, dass mich Jemand bewusst verletzten oder für dumm verkaufen will, klappt das Visier runter und da ist nichts als Gleichgültigkeit oder ein Hauch von Verachtung und letztendlich gibt es eine höfliche Antwort von mir.

    Ich denke, es ist letztendlich einfach die Hoffnung, die mich immer und immer wieder aufstehen lässt. Meistens habe ich das Glück, auch noch ein Auge zu haben für die kleinen Dinge im Alltag, die mir Freude machen und die mich daran erinnern, dass es Sinn macht, weiter zu stiefeln. Manchmal hilft allerdings auch das nicht mehr.

    Ich sehe es durchaus nicht als Schwäche an, Andere um Hilfe zu bitten. Ganz im Gegenteil. Nur bitte ich im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, die ich persönlich kenne, erst um Hilfe, wenn ich es zumindest mal selbst bereits versucht habe. Ich will Andere nicht unnötig (über-)strapazieren. Schwere Lasten nehme ich aber zukünftig aus diesem Programm, da ich schon öfter unter irgendwelchen Brettern begraben wurde :D.

    Ich schreibe ja immer sehr *hüstel* „ausführlich“ ;-), aber dies ist mir ein Anliegen, weil es Vielen so geht wie mir: Alle Anderen packen gnadenlos rauf, weil wir „so stark“ erscheinen. Schwächeln wir, heißt es oft nur: „Ach was, Du machst das schon!“

    Seltsam, dass Viele von uns in Beziehungen dasselbe erleben: Statt loszulassen und zu gehen, schießen wir uns erst einmal ins eigene Knie und vergiften uns selbst mit Alk und anderen Drogen, Gedanken und Gefühlen. Filmrisse hatte ich auch, habe die aber oft bedenklich locker genommen.

    Es klingt gut, was Du schreibst über Deinen Weg und ich freue mich gerade, dass Du Unterstützung hattest, als Du aus Deinem Hamsterrad gekrabbelt bist.
    Ich verstehe gut, dass Dein Vater jetzt Thema ist. Solche Beziehungen sind schwer auszuhalten, wenn etwas im Raum schwebt, worüber nicht gesprochen wird. Bei meinem Bedürfnis nach Klarheit drängt es mich dann immer, einen solchen Zustand zu beenden, so oder so, denn vorher finde auch ich keine Ruhe.
    Du hast ja aber Deinen Weg gefunden und lässt Dich nicht unter Druck setzen, das gefällt mir gut.

    Fußball, da sagste was. Ich war gestern wieder mega traurig. Verdient gewonnen oder verloren ist eine Sache und Sport ist Wettkampf, aber eine Mannschaft vor Millionen Zuschauern zum zweiten Mal so dermaßen versagen zu sehen, ging mir irgendwie an die Nieren, so generell.

    Dir wünsche ich einen entspannten Sonntag und weiterhin soviel Konsequenz und Stetigkeit. Ich gugg nachher mal, was von meinem Wald noch steht, nachdem hier auch die Autos kürzlich bis zu den Hüften im Wasser versanken.

    Liebe Grüße
    Katha

    Hallo Lena,

    so, fertig mit Denken :)
    Weil´s wieder mal soviel geworden ist und auch ziemlich persönlich, packe ich meine Antwort für Dich einfach in meinen eigenen Thread. Es ist auch besser, wenn ich zukünftig wieder bei mir nachdenke.

    Ganz liebe Grüße
    Katha

    Hallo Andreas,

    spitzfindig bin ich häufig, aber spitz selten :-).
    Klingt auch blöd, ich meine das sauertöpfische Spitze.

    Wenn ich Jemanden auf Anhieb unsympathisch finde, bekommt der von mir noch 2 – 37 Chancen :-). Kann ja sein, dass er grad ´ne Phase hat, verlassen wurde oder sonstige Probs hat. Da bin ich gründlich und warte ab. Ich habe es einfach zu oft erlebt, dass ich einem echten Knurrhahn begegnet bin, den ich dann sutsche bearbeitet habe und der sich letztendlich als total netter Mensch herausstellte, der nur grad unter Druck stand, diesen aber bei den meisten Menschen nicht einfach herauslassen konnte.

    Interessanterweise habe ich zurzeit überhaupt keine Träume und Visionen. Vermutlich liegt es daran, dass ich wieder mal um meine Basis kämpfen muss.
    Vielleicht bin ich aber gestern wieder einen Schritt näher gerückt.
    Ich prüfe mich ja tatsächlich immer wieder auf Herz und Nieren und ging mir in letzter Zeit selbst auf den Keks. So viele Pläne und wenig davon umgesetzt.
    Monatelang war ich durch die letzte OP blockiert, konnte nicht richtig laufen und nur Jogginghosen tragen, ist natürlich fatal für´s Gemüt. Nebenbei habe ich mich fast täglich redlich bemüht, aber es wurde immer anstrengender.

    Einen Job zu bekommen bis zum nächsten Krankenhausaufenthalt hat sich als schwieriger erwiesen als gedacht. Viele Firmen haben einfach die Kohle nicht mehr für externe Urlaubs- oder Krankheitsvertretung. Für alles andere bin ich „hoffnungslos überqualifiziert“ – ich kann´s schon nicht mehr hören.
    Nun erzählt mir Jemand, dass er eine Putzfee sucht für einen Verwandten.
    Alkoholismus im Endstadium, Bude und Mensch total verloddert.
    Da kannst ja keine normale Person hinschicken – ein absoluter Alptraum – und ich dachte: „Glücklicherweise bin ich ja keine normale Person!“ :)

    Mir kam der Gedanke, dass es endlich mal wieder an der Zeit wäre, zu guggen, was von mir eigentlich noch übrig ist. Nur Gesülze oder auch tatsächlich die Bereitschaft, mich wieder aufs Eingemachte zu stürzen?!
    Drei Jahre habe ich in einer ähnlichen Situation meinen Vater versorgt, es war die Hölle. Er war kein Alkoholiker, aber dement und kam einfach nicht mehr hinterher. Ich war die Einzige, die ihn noch besuchte, weil der Rest die Zustände dort nicht ertragen konnte.
    Ich bekam hektische Flecken und hatte nach jedem Besuch Ekelbläschen auf der Lippe, habe es aber durchgezogen. War ja mein Vater.

    Ich habe gestern innerhalb kürzester Zeit einen Plan gemacht, weil es nicht damit getan ist, in einer solchen Situation einfach rein Schiff zu machen.
    Einkaufen, Arztbesuche, Bewegung, Beschäftigung, soziale Kontakte, evtl. Renovierung der Bude, etc…all das ist in meinem Kopf und ich muss jetzt versuchen, mich mit ihm zusammen da ranzutasten, ohne ihn zu überfordern.
    Ich würde mir wünschen, dass das Ding rund ist, die Basis steht und die Abläufe geregelt sind, bevor ich zur nächsten OP antrete. Auf jeden Fall die sinnvollste Beschäftigung, die ich mir für diesen relativ kurzen Zeitraum vorstellen kann. Und die härteste, auch wegen der Erinnerungen, die mich wieder einholen. Wird aber Zeit, Dinge auch mal einfach wieder auszuhalten.

    Ich frage und denke übrigens auch immer nach, solange, bis ich etwas verstanden habe oder nachvollziehen kann. Ich will verstehen! Da ich aber durch den endgültigen Abschied einer ungeheuren Anzahl von Menschen in meinem Leben akzeptieren musste, dass manche Fragen unbeantwortet bleiben müssen, kann ich mich seit einigen Jahren auch damit abfinden.
    Glühwürmchengeschichten bleiben aber von meinem Bedürfnis, Dinge logisch und sachlich aufzudröseln, gänzlich unberührt. Das freut mich ganz oft.

    Heute gibt es viel zu tun und ich freue mich darauf. Dann erledige ich alles andere wie im Spaziergang nebenbei. Da ich festgestellt habe, dass Erwachsen werden gar nicht nötig ist und es einfach reicht, älter zu werden, übe ich nächste Woche dann in meiner freien Zeit mal den Müßiggang, der eine echte Kunst darstellt, wenn man es richtig machen will ;-).

    Schöne Grüße zurück
    Katha

    … und für diejenigen, die sich dieses Gedankenkonstrukt um den Hals hängen, ohne vielleicht auch mal eine andere Sichtweise zu prüfen oder eventuelle Konsequenzen zu bedenken.

    Und für mich. Ich zog eine Augenbraue hoch, fühlte mich aber nicht provoziert. Schön, wenn ich feststelle, dass ich in puncto Gelassenheit doch weiter vorangekommen bin :-). Es zeigt mir, wo ich stehe.

    Viele Grüße
    Katha