Beiträge von Katharsis

    Guten Morgen September,

    Deine Erzählung hat auch mich berührt.
    Ich hatte mal kurz irgendwann denselben Gedanken, wie wohl so viele Menschen: „Wenn ich damals das Wissen von heute gehabt hätte…“
    Allerdings lächelte mich in diesem Moment ein kluger Mann an und sagte: „Dann hättest Du mit all Deinem Wissen ganz genauso gehandelt, denn es liegt in Deinem Charakter“ und so komme ich wieder zu dem Bild der Versuchsratte, die erst überall andengeln muss, bevor sie die Tür mit dem Käsestück findet.

    Zorn kenne ich auch, Wut über das Verhalten Anderer. In den letzten zwei Wochen bin ich mit vier! Kollegen zusammengerasselt und das kenne ich so nicht. Wenn alle Anderen total bekloppt sind, muss ich anfangen, bei mir selbst zu guggen ;-).
    Kommt glücklicherweise im richtigen Moment wieder ein lieber Mensch vorbei und sagt:
    „Du kannst Menschen sehr schnell einschätzen“
    und ich grummele: „Mag sein“
    und sie sagt: „Du willst immer alles geben, was möglich ist“
    Und ich nicke ab.
    „Und genau das erwartest Du auch von allen Anderen“
    Und ich sage: „Klar!“
    „Du willst, dass es auch allen Anderen besser geht“
    Logisch :), denke ich.
    Und sie sagt: „Vergiss es!“ xD
    Ich habe gefightet wie eine Löwin für meine Ideale und komme jetzt (mit ihrer Hilfe) zu der Erkenntnis: Die Menschen wollen sich gar nicht bewegen, um an einem Strang zu ziehen, gemeinsam etwas zu erreichen, ein gutes Gefühl zu bekommen und zusammen zu lachen, weil der Arbeitstag so viel angenehmer ist. Seitdem ich das akzeptieren konnte, bin ich nach wie vor die Einzige, die fröhlich lacht und zum Teilen gibt es ja immer noch ein Telefon ;-).
    Ich gehe wieder gern zur Arbeit, habe Spaß und manchmal dabei das Gefühl, ich wäre die Bekloppte in dem Laden, aber damit kann ich leben :wink: .

    Menschen, die ich nur bis zu einem gewissen Punkt an mich heranlasse, können mir auch nichts geben und Beziehungen leben vom Austausch. Wütend sein ist völlig okay, aber abschließen zu können ist wesentlich angenehmer für die eigene Psyche: Wir treffen doch mit Wut und Aggression letztendlich immer nur uns selbst…

    Schön, dass Du Farben wieder erkennen kannst, denn draußen gibt es genügend zu sehen davon: Es ist Herbst, der etwas andere Frühling.

    Viele Grüße

    Katha

    PS: Magenta. Wunderschöne Farbe 

    Guten Morgen zusammen,

    Renate, ich denke, Du hast Dir gerade sehr viel Mühe gegeben.
    Ich hoffe, Dein Kommentar kommt hier auch richtig an und rutscht nicht in den falschen Hals. Wir sollten alle nicht vergessen, zu leben, gleichgültig, womit wir gerade beschäftigt sind in Gedanken. Das mal als ganz sachliche Anmerkung, die ich im realen Leben oft genug wiederhole, auch und vor allem mir selbst gegenüber.

    Ich habe tatsächlich meine Kinder wie Katzen behandelt :wink: , da mir in grauer Vorzeit das Verhalten von Müttern und Schwiegermüttern schwer zu schaffen machte. Ewig wurde gebettelt, „gedroht“ und erpresst und stets musste ich mich mit eingebildeten Kränkungen herumschlagen und beleidigte Menschen trösten und ständig deshalb Dinge tun, zu denen ich so absolut überhaupt keine Lust hatte, nur damit Andere nicht vermeintlich verletzt wurden.

    Ich war immer für meine Kinder da und wenn sie kamen, wusste ich mit absoluter Gewissheit, dass sie kommen, weil SIE es wollen.
    Resultat nach 25 Jahren: Sie kommen genauso oft oder selten, wie andere Kinder, an denen nicht ständig herumgezerrt wurde :) . Ich überlege in letzter Zeit öfter mal, ob nicht einer der Ableger vielleicht doch das Gefühl hat, ich wäre nicht übermäßig an ihnen interessiert oder würde sie nicht „genügend“ lieben, da ich sie sonst doch bestimmt öfter „belästigen“ würde ;-). Das finde ich noch heraus – es steht ein langer Winter vor der Tür :wink: .

    Dasselbe Verhalten habe ich übrigens zuletzt auf Beziehungen angewendet. Resultat: Ich machte immer den zweiten Platz :) . Ist irgendwie alles nicht so Alltagstauglich, wenn man seine eigenen Bedürfnisse nie oder selten anmeldet :wink: .
    Es gibt noch viel zu lernen und das Ausschlussverfahren kostet oft eine Menge Zeit. Dann halt doch wieder der direkte Weg, es ist ja angeblich nie zu spät.

    LG
    Katha

    Dein Beitrag wird wohl endlich mal was wegschaffen hier, Kaleu, nur warst Du anscheinend nicht besonders gründlich als Herrscher über Deine eigene Welt, denn sonst wäre es nicht nötig gewesen, auf Lügen zurückzugreifen.

    „Habt ihr z.B nur gelogen,wenns um euer Trinkverhalten ging oder auch in anderen Bereichen?“
    Ich würde gern höflich bleiben und sagen, dass mich eine solche Frage verletzt, aber in Wirklichkeit macht sie mich stinksauer. Ich würde niemals auf die Idee kommen, sämtliche Co.´s zu befragen, ob sie generell alle nicht genügend Rückgrat hatten, um auf eigenen Beinen zu stehen oder ob sie einfach nur immer zu feige waren im Zusammenhang mit dem versoffenen Partner im Gepäck.

    Wie soll ich von der Welt Akzeptanz erwarten können, wenn wir selbst in einem Forum für Alkoholabhängige als eine Horde von verlogenen und rücksichtslosen Gestalten gehandelt werden. Ich denke, wenige haben das Trinken angefangen, um Anderen das Leben zur Hölle zu machen. Die Frage zeigt mir aber, wo wir immer noch stehen und ich werde in Zukunft wieder sparsamer umgehen mit meiner Offenheit in der realen Welt.

    Dein Kommentar gefällt mir sehr, Kaleu, aber er gehört nur zu Dir. Ich habe geliebt, gefühlt, umsorgt und für mich waren Lügen nicht notwendig. Als nasse Alkoholikerin ist allerdings auch das ein Programm, was auf Dauer einfach nicht zu schaffen ist.

    Das Bedürfnis, Antworten auf Deine Fragen zu erhalten, Cocomel, kann ich trotz allem nachvollziehen. Es gibt aber tatsächlich nur einen Menschen, der sie dir wirklich beantworten könnte.

    Guten Morgen Renate,

    gern geschehen und nix zu danken.
    Und wenn Du jetzt noch berücksichtigen könntest, dass das Bein verheilt, der Gips abgenommen werden kann und sich das Bein dann tatsächlich auf einen Weg begeben könnte, der nicht Deiner sein kann oder ist, wäre ich beruhigt.
    Ich möchte vermeiden, dass Du dich jetzt ausschließlich auf die Hoffnung stürzt, Du müsstest nur ein paar Tage abwarten und es würde sich von selbst alles wieder einrenken, deshalb habe ich betont: Wir sind Alle verschieden und die Gründe für den Rückzug Deines XY kenne ich natürlich nicht. Ich müsste mir sonst vorwerfen, ich hätte Dich unabsichtlich in die Co-Abhängigkeit zurückgedrängt oder dort belassen und das würde meinem Glauben an die Bedeutung der persönlichen Freiheit jedes Einzelnen widersprechen.

    Ich wünsche auch Dir ein entspanntes Wochenende.
    Vielleicht kannst Du dir mal etwas Gutes tun, nur für Dich, ohne Gedankenkarussell.

    Viele Grüße
    Katha

    Guten Morgen Zotti,

    herzlichen Dank für die freundlichen Worte. Ich hatte gestern einen miesen Tag mit Besuch beim Chirurgen und da haben sie besonders gut getan.

    „Noch nicht mal ein Jahr trocken“? Dein erstes Jahr ist bald rum, wie ich sehe, und dann hast Du jeden einzelnen Tag davon klar und ungefiltert erlebt. Das ist eine ungeheure Leistung.
    Auch strahlst Du beim Schreiben eine bodenständige Ruhe aus. Es bewirkt bei mir immer, dass ich meine Aufgaben bewusster erledigen kann.
    Wenn Du dich jetzt noch nicht dabei erwischt hast, wie zwanghaft irgendwelche Handlungen ausführen musst, besteht da – denke ich – auch keine Gefahr mehr :wink: .
    Als auch mein zweiter Lebensgefährte starb, nahm mich einer meiner Freunde, der mich sonst immer an einen großen, tollpatschigen jungen Hund erinnerte, an die Hand und sagte: „Halte Dich an die Natur, denn die wird Dir niemand nehmen können“. Eine wirklich treffende Bemerkung, denn sie gibt offensichtlich Jedem von uns soviel.

    Gehst Du denn jetzt nicht mehr spazieren? Oder nur nicht mehr so oft und weit?
    Ich habe neulich – obwohl ich mir zugegebenermaßen sehr albern vorkam – meine Nordic Walking Stöcke ausprobiert. Da aber mein Begleiter beweisen musste, was er für ein Hecht ist :roll: , stürmte er gleich wild los, während ich mich noch in den Schlaufen verhedderte. Ich hüpfte blödsinnig in der Gegend herum, um einen Rhythmus zu finden und rannte gleichzeitig hinter ihm her. Bis ich es aufgab und die Stecken hochklappte. Nicht die richtige Technik, um etwas zu lernen und ich beschloss, es später noch einmal allein auszuprobieren. Während ich also mit Brass neben ihm herschnaufte, wurde mir das Mitschleppen der Stöcke zu blöd und ich setzte sie wieder auf den Boden. Da ich nicht nachdenke, wenn ich schmollig vor mich hinschnaube, fand ich meinen eigenen Rhythmus wie von selbst und zog dann an ihm vorbei. Ich grinste ihn fröhlich an und sprudelte: „Gugg mal, ich bin ein Naturtalent“ und er lächelte nachsichtig und raubte mir meine Illusion mit einem: „Herzchen, hier geht es seit geraumer Zeit nur Bergab!“ Egal, ich habe also gelernt, dass Hügel quasi zwei Seiten haben und ich werde jetzt prinzipiell eine davon auslassen. Das ist ja nicht nichts.

    Die Keulen nach draußen zu schwingen wird jetzt immer wichtiger, denn es ist nicht strahlender Sonnenschein, den wir benötigen, sondern Licht, gerade vor und in der dunklen Jahreszeit.

    Ganz viel Freude, bei allem, was Du tust und ein entspanntes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Katha

    PS: Entschuldige Renate, aber ich wollte Zotti gern antworten

    Nabend,

    ich habe lange überlegt, ob ich hierzu etwas schreiben möchte und dachte dann: Was soll´s. Wenn es nichts nützt, dann schadet es hoffentlich auch nicht.

    Ich persönlich kann verstehen, dass man Antworten sucht und nicht zur Ruhe kommen kann, bevor man sie erhält, solange es möglich scheint. Ich möchte auch nicht Einzelne daran erinnern, wie lange sie auf der Suche nach Antworten oder Erklärungen waren, denn es steht mir nicht zu. Ich kann nur für mich sagen: Bei mir hat es verdammt lange gedauert.
    Es gibt keine Richtlinien, Fristen oder Gesetze für die unvermeidliche Kapitulation jedes Einzelnen von uns.

    Renate, ich gehe stark davon aus, dass Du keine Suchtverlagerung in Richtung Qualmerei oder Futterei o.Ä. im Auge hast.
    Es gibt nicht DEN Alkoholiker, denn wir sind alle verschieden. Es nervt mich manchmal, dass hier oft so mit Gemeinplätzen rumgeschmissen wird.
    So kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass bei mir die seltsamste Suchtverlagerung meines Lebens stattgefunden hat, nachdem ich trocken werden konnte: Ich habe angefangen zu sticken. Nicht etwa so, wie man im Allgemeinen Handarbeiten erledigt, sondern tatsächlich wie eine arme Irre.
    Ich hörte auf zu trinken und fiel in ein Loch. Du weißt inzwischen selbst, dass Lücken gefüllt werden müssen, die der Alkohol hinterlässt. Es geht nicht nur um die Zeit, in der man tatsächlich getrunken hat, sondern auch die gesamte Zeit, in der die Gedanken um den Alkohol kreisten (Wann kann ich es mir leisten, wann muss ich verzichten, wann kann ich Nachschub besorgen, wann bekomme ich die Flaschen aus dem Haus, wie viel geht vor einer Einladung etc..).
    Das ist ein Vollzeitjob. Mit anderen Worten: Man muss oft fast sein komplettes Leben neu füllen und der einzige Gedanke, der mich bewegte, war: Alles ist legitim, solange ich nicht trinken muss. Ich stickte also. Ich hatte den besten Lebensgefährten, den man sich wünschen kann, doch er war mir irgendwie im Weg. Er kam auf die Terrasse gesprungen, goss sich eine Flasche Wasser über den Kopf, tänzelte herum und spielte den Cola-Mann für mich. Ich weiß nur, dass ich ganz kurz hochsah, abwesend lächelte und mich dann auf die nächste Garnfarbe stürzte :shock: . Ich reduzierte mich selbst quasi auf das nackte Überleben und eine Beschäftigung, um das auszuhalten. Ich schäme mich, es zuzugestehen, aber selbst die Kinder waren mir in der ersten Zeit zuviel. Liebe war mir zuviel, Zuneigung war mir zuviel, alle Menschen waren mir zuviel, denn sie beanspruchten Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, die ich für meinen Kampf (?) gegen den Alkohol, den Suchtdruck benötigte. Ich hatte aber nichts mehr übrig.
    Ich kam von der Arbeit und stickte, bis ich müde genug war, um ins Bett zu gehen. Mir tränten die Augen, aber ich stickte weiter. Ich bin bis nach Dänemark gefahren, um eine bestimmte Farbe Stickgarn zu erhalten. Ich wurde bepuschelt und umsorgt... und es war mir egal: Ich wollte nur noch in Ruhe sticken. Nicht reden, keinen Anteil nehmen, mich zurückziehen, meine eigene Insel sein... und sticken, weil ich meine Hände beschäftigen musste. Eines Tages hörte es auf, so unvermittelt, wie es gekommen war.
    Ich hätte mich einweisen lassen, wenn ich nicht inzwischen in einer realen SHG erfahren hätte, dass Andere ähnlich unterwegs waren in der ersten Zeit der Trockenheit. Ein Gruppenmitglied ging z.B. in den Garten und hackte in jeder freien Minute auf eine Birke ein wie ein Gestörter, wieder Andere stürzten sich wie unter Zwang auf PC-Spiele, an denen sie vorher nicht das geringste Interesse hatten. Ich war irgendwann dann nur noch erleichtert, dass ich mit Sticken davongekommen war und nicht auch mit einer Axt bewaffnet völlig verwaggelt zwanghaft auf einen Baum einschlagen musste.

    Vielleicht hilft es Dir, einen (möglichen) Mechanismus zu verstehen. Vielleicht nutzt es soviel, wie der Versuch, eine Drehtür zuzuschlagen, denn wir sind alle verschieden!
    Vielleicht hört es nie auf bei Anderen, vielleicht musst Du doch kapitulieren.
    Vielleicht flüchten Andere einfach vor dem Druck, der auf sie ausgeübt wird oder sie haben sich entliebt, oder wollen alles hinter sich lassen, was mit dem alten Leben zu tun hat.
    Entscheidend ist letztendlich nur eines, und da wiederhole ich mich: Egal wie es ist und was es ist, es tut Dir nicht gut. Bei einer solchen Fixierung gehen uns sämtliche Freuden verloren und auch die Ruhe im Bauch. Ich habe es gerade wieder erlebt bei einer Freundin, in deren Leben Süchte überhaupt keine Rolle spielen. Es geht um Verhalten… und dass man einfach ein bisschen liebevoller mit sich selbst umgeht. Ich könnte natürlich hier ellenlange Abhandlungen darüber schreiben, aber ich übe ja selbst noch.

    Dir alles Gute und ihm auch.

    Gruß
    Katha

    Guten Morgen Wachholderfrau,

    als ich noch getrunken habe, weckte mich die Sucht täglich morgens um 4 Uhr, so kam zu dem ganzen Elend noch der Schlafentzug, da ich nie genügend davon bekam.
    Als ich trocken werden konnte damals, hat es Wochen gedauert, bis ich halbwegs normale Zeiten erreichte, denn in meinem Körper tobte auch nachts der Kampf mit der Sucht.

    Erst wachte ich stets um 3 Uhr auf, dann irgendwann um 4 Uhr. Es steigerte sich langsam bis hin zu 6 Uhr. Ich habe sehr darunter gelitten, jeden „Morgen“ dazusitzen und einfach nur übermüdet darauf zu warten, dass der Tag begonnen werden konnte. Es war eine seltsame Stimmung dabei, als wäre ich in einer stillen Welt die einzig Überlebende.

    Heute ist mir der regelmäßige und ausreichende Schlaf wichtiger als alles andere. Komme ich am Anfang der Woche auch nur an einem Abend übermäßig spät ins Bett, zieht sich die Müdigkeit und Energielosigkeit durch die ganze Woche und ich kann den Schlaf nicht wieder aufholen.
    Ich war immer eine Nachteule und dies hat sich komplett geändert mit meiner Trockenheit. Heute stehe ich auch an den Wochenenden früh auf und freue mich einfach auf den Tag. Dass ich den Wecker nicht zu stellen brauche, reicht mir völlig, um einen Anflug von Urlaubsgefühl zu bekommen, es sei denn, ich setze mich wieder selbst unter Druck mit meinen to-do-Listen :) .

    LG
    Katha

    Hi Mäuki,

    ich arbeite hart daran, dass Logik und Vernunft in Teilbereichen meines Lebens wenigstens ab und zu auf der Strecke bleiben, sonst würden meine Schreibtischplatten bereits deutliche Bissspuren aufweisen ;-). Privat habe ich mit Unvernunft hingegen überhaupt kein Problem.

    Ich finde unbedingt, dass jede Art von Abhängigkeit zu einem Verbiegen führt, aber das ist meine persönliche Meinung. Völlige Unabhängigkeit wäre durchaus mein Ziel, da ich aber kein Selbstversorger bin, der auf seiner eigenen Scholle klebt, ist es utopisch, jedenfalls in diesem Leben. Die nächsten werde ich dann anders gestalten ;-).

    Jeder ist wie er ist. Deshalb bin ich u.a. hier, um zu ändern, weil es für mich persönlich oft gefährlich war, so zu sein, wie ich bin, nicht, um Anderen besser zu gefallen. Dann wäre ich ja dazu verdammt, den Rest meines Lebens die Eintänzerin zu geben und zwischen den Wunschzetteln einzelner Menschen hin- und herzusteppen.

    Plan B variiert. Er führt jedoch fast immer aus dem Uferlosen, dem Strudel, der Kälte.
    Natürlich passen „Kuck nach vorn“ und Rückführung nicht zusammen, aber es waren ja auch zwei verschiedene Menschen. Beide mögen mich, beide bieten mir selbstlos Unterstützung an. Beide haben etwas in meinen Augen gesehen, was Andere sonst nicht sehen, ziemlich ungewöhnlich übrigens für einen Stino und ich muss mein Bild mal wieder überdenken :wink: .
    Ich hatte mich bereits entschieden, gegen eine „Rückführung“ und so passt es wieder.

    „Kuck jetzt“ habe ich längst hinter mich gebracht und es gefiel mir nur bedingt, was ich sah. Veränderungen stehen an. Ich möchte z.B. nicht zukünftig in einem Job rumdümpeln müssen, der mir verhasst ist oder durch den ich mich quälen muss, dafür arbeite ich zu gern. Und auch wenn ich mich „kleiner Rebell“ schimpfen lassen muss, so hat doch Jemand endlich verstanden, wie wichtig es mir ist, meine Leidenschaft nicht auf Sparflamme reduzieren zu müssen am falschen Ort mit den falschen Menschen und Zielen.
    Für meine Ziele muss ich auch nach vorn kucken, denn sie sind im Jetzt nicht zu erreichen und ohne Ziel wäre der Weg vergebens.

    LG

    Katha

    Guten Morgen Mäuki,

    meine Aussage trifft auf die wenigsten Menschen in der Welt zu, auch auf mich (noch) nicht.
    Ich liebe und vertraue und will und werde es auch in Zukunft tun.
    Das ist meins, so bin ich und ich will und kann mich nicht komplett verbiegen.
    Abhängigkeit bringt mich zu Boden und ich will und kann mich nicht mehr komplett verbiegen lassen!
    Ich setze ja nicht alles daran, meine Alkoholkrankheit zu stoppen – und verzichte damit auf meine eigene Welt, die mir oft mehr gegeben hat als die meisten Menschen es konnten, nur um dann (weiterhin) von einzelnen Menschen abhängig zu sein.
    So werde ich weiterhin lernen, zu lieben und zu vertrauen, jedoch ohne mich abhängig zu machen und niemandem damit die Verantwortung für mein Wohlbefinden bewusst oder unbewusst zu übertragen.
    Der „Plan B“ in meinem Leben gewinnt immer mehr an Bedeutung :D .
    Für Dich freut es mich auch, dass Du nach Deinem Empfinden in einer Beziehung lebst, die Dich bereichert. Nichts gegen Kerls ;-), aber sorry: Die sind jetzt mal grad nicht so wichtig in meinem Leben.

    Da ich den Schlüssel bereits in den Händen halte, werde ich ihn auch benutzen.
    Zufällig bin ich über eine Dame gestolpert, die Spezialistin ist für sogenannte „Rückführungen“ und mich unbedingt mal „verarzten“ möchte.
    Es würde garantiert kein Spaziergang werden, weder für sie noch für mich.
    Aber wozu? Die Bilder in meinem Kopf haben überwiegend mit meinem Verhalten nichts zu tun, sie sind mir zugefallen und haben sich in meine Netzhaut gebrannt. Den hilflosen und verzweifelten Blick von Therapeuten und Therapeutinnen kenne ich auch und das anschließende Schweigen.
    Ein Stino kam kürzlich vorbei, schüttelte mich sanft mit liebevollem Lächeln und sagte: „Kuck nach vorn und nicht zurück“. Und genau das werde ich tun, weil es so vernünftig klingt und ich – selten genug – auch eine Leidenschaft für vernünftige Dinge in mir habe :wink: .

    Als Ausgleich für all meine vernünftigen Gedanken hopse ich nachher mit den Seifenblasen in die Badewanne und bastle mir eine Turmhohe Mütze aus Schaum :D .

    Liebe Grüße
    Katha

    ;) Hallo Andreas,

    all das sehe ich genauso. Und manche Menschen hören auf zu trinken und verändern nüscht, wieder Andere haben kaum Porzellan zerschlagen.
    Was mich aber stets am meisten aufbringt, ist, wenn mir mein Alkoholismus von Leuten vorgehalten wird, die mich zu nassen Zeiten gar nicht gekannt haben und/oder kein Stück darunter „leiden“ mussten, es aber hinter mir herzerren. Braucht kein Mensch.

    Ich sehe durchaus einen Sinn darin, dass Alkoholiker und Co´s sich austauschen. Beleidigungen und verletzende Worte gab es von beiden Seiten bereits zu viele, da klinke ich mich aus oder versuche eine Schneise zu schlagen mit betont sachlichen Kommentaren. Respektvoller Umgang ist wichtig und das gilt für alle Menschen, egal wie und wo sie sich begegnen.
    Für viele Alkoholiker ist es der schwerste Schritt, die eigene Alkoholabhängigkeit zu erkennen und sich selbst einzugestehen. Ich wünschte, auch das würden Andere respektieren und damit wenigstens etwas sensibler umgehen. Oft empfinde ich etwas wie eine „Hab-ich-Dich-erwischt!“-Reaktion – ich hätte Jedem die Hölle heiß gemacht, der mich – plump oder auch nur direkt - darauf angesprochen hätte, zumal wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass mein Gegenüber sich nicht einmal vorstellen kann, was Alkoholismus wirklich bedeutet.
    Bei allem Verständnis (*zu Susanne schiel ) für Co´s irritiert mich aber der ständige Vorwurf der Manipulation, dieses Opfer-Täter-Dingens, während der Alki entweder gerade einsam ist und Kontakt sucht oder aber den Kanal voll/sein Level erreicht hat und seine Ruhe benötigt und nicht einmal ahnt, dass er verdächtigt wird, irgendwelche Spielchen zu spielen.
    Ich sage damit nicht, dass es toll ist, sich zu betrinken oder als trockener Alki eben Stimmungen zu haben wie jeder andere Mensch auch, nur mit Manipulation hat es oft rein gar nichts zu tun. Da gibt es andere Dinge wie z.B. unnötigerweise einen Streit anzuzetteln, damit der Andere sich – zu Recht – verletzt zurückzieht und man in Ruhe trinken kann.

    Ich bin übrigens der Auffassung, dass kein Co darauf angewiesen ist, dass ich Geduld signalisiere. Jeder in seinem Tempo. Nach meiner Erfahrung sollte man niemanden drängen oder ihm etwas überstülpen, denn wenn man unter Zugzwang gerät sind wirkliche Veränderungen nicht möglich, da die eigene innere Einsicht fehlt.

    Wir sind ja alle nur Menschen.
    Allen einen entspannten Abend.

    LG
    Katha

    Guten Morgen Mäuki,

    ja, die Dinge nehmen ihren Lauf und nichts und Niemand wird Dich aufhalten können, dazu brauchte es keine Ermutigung durch Andere. Es ist Dein Weg und es ist auch für mich der einzig gangbare.
    Ich habe Zugang zum geschlossenen Bereich und schreibe doch nur im offenen, da trifft Jeder seine eigene Entscheidung.
    Ich war gekommen, um ein Wort mit Dir zu teilen. Eine gewisse Achtsamkeit bei persönlichen Details und auch bei der Wortwahl halte ich im offenen Bereich für unerlässlich, aber die Intensität des Austausches ist meiner Ansicht nach davon nicht betroffen.

    Sinn und Unsinn, Sinnlosigkeit, Sinn des Lebens, ich habe festgestellt, dass ich über den Sinn des Lebens nur dann nachdenke, wenn ich gerade mal wieder vergesse, zu leben. Es geschieht immer seltener. Manchmal wache ich morgens auf und hätte absolut nichts dagegen, wenn es vorbei wäre. Und dann starte ich in den Tag und schaffe Raum für das Lachen und die Fröhlichkeit und für neue Wege. Es ist nichts Trauriges, nichts Depressives, es ist einfach, wie es ist.

    Die Freude darüber, dass Du deine Emotionen zurück hast, kann ich nachvollziehen.

    Alles Gute auf Deinem Weg.

    Liebe Grüße
    Katha

    Hallo zusammen,

    dank Dir, Nys, auch wenn ich niemals auf die Idee gekommen wäre, ich würde „schwer zu lesen“ sein :) , es sei denn, ich reihe Gedankenfetzen aneinander und dies ist für mich eine Art notwendige Bestandsaufnahme.
    Was dem Einen kryptisch erscheint, ist für Andere nachvollziehbar.
    Für mich bieten auch einfache Satzkonstruktionen ein breites Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten und stets habe ich die Möglichkeit, einfach mal beim Verfasser nachzufragen. Wenn es mich denn interessiert und ich mich einlassen möchte, denn Jeder zieht sich immer das, was ihm behilflich sein kann oder ihn bereichert. Ansonsten steht es Jedem frei, Threads zu meiden.

    Authentizität – danke, Viola - ist für mich persönlich das Einzige, was zählt, denn diese Kommentare erreichen mich, gleichgültig, wer der Verfasser ist oder welches Thema behandelt wird. Auch negative Kritik versuche ich komplett von Sympathie oder Antipathie abzukoppeln, denn nur so werde ich mich weiter entwickeln können.

    Freuen wir uns doch einfach über die Vielfalt, die uns geboten wird, statt dunkle Motive unterstellen zu wollen oder zu be-/verurteilen. Die Menschen, die sich in diesem Forum einbringen, haben sicher ganz andere Prioritäten als erst einmal an ihrer Schreibweise zu feilen. Ich sehe eine ganze Reihe von Themen hier, die nicht im geringsten mit der Alkoholsucht zu tun haben und es bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass es mit der Entscheidung für die Abstinenz dann auch in erster Linie um die (Neu-)Gestaltung des eigenen Lebens geht, aus dem wir uns mehr oder weniger über einen oft langen Zeitraum selbst weggebeamt haben. Gegenseitige Unterstützung und Begleitung statt fragwürdige Auflagen für Andere - das würde ich mir wünschen, denn an meiner Abneigung gegen Korsetts in jedweder Form hat sich im Laufe der Jahre nichts geändert.
    Das Thema dieses Threads befremdet mich, aber dies nur nebenbei.

    Allen einen friedlichen Sonntag.

    Katha

    Guten Morgen Mäuki,

    Manipulationen finden – aus den unterschiedlichsten Gründen - stets und überall statt. Hier und in der realen Welt. Oft werden immer dieselben Muster durchgespielt zwischen Sender und Empfänger, mal gezielt und damit ganz bewusst, mal unbewusst.
    Schnee von gestern, das denke ich auch, denn wenn Dich das Thema nicht weiter bringt, hält es Dich nur auf.
    Als ich schrieb, dass wir manchmal keine Antworten erhalten werden, dachte ich an Menschen, die endgültig gegangen sind, ohne sich zu verabschieden oder ohne die Gelegenheit dazu erhalten zu haben. Da bleiben zwangsläufig Fragen offen.

    Vertrauen ist, denke ich, bei Vielen von uns ein Thema. Mich beschäftigt es zurzeit wieder sehr stark aus aktuellem Anlass, aber damit werde ich Deinen Thread nicht vollkleckern :wink: .

    Ich bin an einem Deiner Sätze hängengeblieben. Du hast erwähnt, dass Deine Arbeit schrecklich war wie immer, fürchterlich elendig.
    Ich stelle mir dies als eine große Belastung vor, der Du tagtäglich ausgesetzt bist und frage mich natürlich, ob es keine Möglichkeit gibt, daran etwas zu ändern.
    Es gibt Dinge, die ich vorerst hinnehmen kann – es werden allerdings immer weniger ;-), doch versuche ich, alles an meinem Leben zu ändern, was mich ständig belastet. Bleiben noch die Unwägbarkeiten, die keinem Menschen erspart bleiben, die wir aber dank der Trockenheit auch besser handeln können. Ich sehe – nach meinen persönlichen Kriterien - überall viel zuwenig von der vielzitierten „zufriedenen Trockenheit“ und es erinnert mich ständig daran, dass Jeder hier seinen eigenen Weg finden muss. Für mich ist es nach wie vor ein lohnenswertes Ziel und ich bemühe mich weiterhin, daran zu arbeiten.

    Dir wünsche ich ein friedliches Wochenende.

    Liebe Grüße
    Katha

    Hallo Matthias,

    ich komme auch grad von meinem zweiten Beinah-Crash innerhalb von zwei Wochen nach Hause gerudert :) .
    Erst so ein ängstlicher Hase, dem es bei Gegenverkehr zu eng wurde. Da gibt sie erst Gas und legt dann auf freier Strecke eine Vollbremsung hin. Ich musste so in die Klötze, dass ich auf den nächsten Metern richtig spüren konnte, wie sich das Gummi in den Asphalt fräste. Dabei habe ich die wertvolle Entdeckung gemacht, dass mein Auto nicht besser bremst, wenn ich nur noch Kontakt mit der Kopfstütze und dem Pedal habe und mit beiden Händen das Lenkrad zu mir hin reiße, während ich das Bremspedal durch das Bodenblech trete :) .

    Heute wechsele ich im zulässigen Tempo von der rechten auf die mittlere Spur, als ein fettes Wohnmobil von der linken Spur ebenfalls in einem Affentempo auf die mittlere wechselt, um den Vordermann raffitückisch rechts zu überholen. Ich sah nur noch eine weiße Wand neben mir und konnte grad noch das Lenkrad herumreißen und einen Versuch starten, mir mit dem rechten Nachbarn puschelig eine Spur zu teilen. Der war so zuvorkommend und machte rasant etwas Platz… sonst wären wir alle zusammen in den Nachrichten gelandet.
    Unsere Schutzengel haben derzeit wohl einen echt stressigen Job. Freut mich, dass es Dir wieder besser geht.

    Schönen Abend noch.

    Liebe Grüße
    Katha

    PS: Topflappen? Find ich gut! Jeder sollte einen haben ;)

    Guten Morgen Mäuki,

    eine konkrete Antwort auf Deine Frage wirst Du nur von den Menschen bekommen können, die eine Manipulation unterstellten. Auf manche Fragen werden wir allerdings aus den unterschiedlichsten Gründen nie eine Antwort erhalten und das gilt für Jeden von uns.

    Gruß
    Katha