Beiträge von Katharsis

    Guten Morgen Andreas,

    Mönsch, was machste denn für Sachen? Hoffe, Du kannst Dich wenigstens heute mal etwas verholen (Begriff aus der Seefahrt :) ), denn es ist Sonntag! Mir ist schon klar: Selbstständig zu sein bedeutet nur, dass man selbst ständig arbeitet :-).

    Ich wünsche Dir gute Besserung und ein achtsames Auge auf den Rest von Dir. Nicht alles ist reparabel.

    Liebe Grüße
    Katha

    Hallo Just,

    das Verhalten, was Du beschreibst, ist wohl weiter verbreitet, als den meisten Menschen bewusst ist. Dir ist es bewusst und es war sicher kein leichter Weg bis hin zu dieser Erkenntnis.

    Dieser Mangel betrifft ja tatsächlich verschiedene Bereiche des Lebens und so habe ich sie für mich separat beleuchtet:
    Da ist z.B. die Sache mit der Erweiterung des Komfortkreises, die mir ein äußerst praktisch veranlagter junger Mann erläutert hat :) .
    Er sagte: „Mum, wenn Du auf Deinem Sofa sitzt und Chips futterst, fühlst Du Dich sicher.
    Wenn es dann an der Tür klingelt, steigt Dein Adrenalinspiegel. Wenn der Freund, der vor der Tür steht, Dich zu einem Spaziergang abholen möchte in Deiner gewohnten Umgebung, fühlst Du Dich bald wieder sicher. Wenn dieser Freund Dich aber einladen würde zu einem Fallschirmsprung, würde Dein Adrenalinspiegel steigen und Du würdest Dich nur langsam wieder sicher fühlen können. Wenn Dir dieser Freund jedoch die Karten für den Sprung, der bereits für denselben Tag geplant ist, unter die Nase halten würde, wärst Du am Rotieren und Dein Adrenalinspiegel würde sich vorerst überhaupt nicht senken.“

    Es geht darum, Grenzen zu erweitern (nicht um Grenzüberschreitung) und sich dadurch mehr Freiraum zu verschaffen. Ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, z.B. auf einem Spaziergang auf einer gewohnten Route oder indem man einen Ort aufsucht, der uns noch nicht vertraut ist, auf einen neuen Menschen zugeht etc… Jeder in seinem Tempo, denn es soll ja keine Belastung sein. Ich würde im Normalfall also davon abraten, mit dem Fallschirmsprung zu beginnen :wink: .

    Wichtig ist es für mich auch, z.B. im Job nicht stets einfach zu fragen, weil es bequemer ist oder man sicher sein möchte, keine Fehler zu begehen.
    Ich stelle mir dann vor, ich wäre (wie so oft in der Vergangenheit) allein im Büro und müsste auch allein eine Lösung finden. Bevor ich mich auf die Aufgabe stürze, kann ich die Kollegen dann immer noch um eine Meinung zu meiner Überlegung bitten. So erreiche ich, dass ich Zusammenhänge und Prozedere besser und schneller erkenne und nerve Kollegen nicht unnötig, die dann erkennen, dass ich mich selbst bemüht habe, anstatt mir alles servieren zu lassen. Fehler gehören natürlich dazu, aber es gibt nur eines, das schlimmer ist, als eine falsche Entscheidung zu treffen: Keine Entscheidung zu treffen.

    Auffallend ist, dass es immer weniger Menschen gibt, die ihre eigenen Ansichten vertreten können. Sehr oft wird eine Bestätigung von Anderen gesucht. Es ist, als ob sich kaum noch jemand auf seine eigenen Gefühle und/oder Erfahrungen verlässt und auf seinen eigenen Bauch hört, was doch durchaus legitim wäre. Natürlich kommt es vor, dass andere Menschen uns ablehnen, weil wir andere Ansichten oder eine andere Einstellung haben, aber es wäre doch ein Ding der Unmöglichkeit, es allen Menschen gleichzeitig recht machen zu wollen. Authentischer (wenn wir uns „rund“ fühlen und einig mit uns selbst) ist es für mich, wenn ich mir nur für mich selbst in Ruhe überlege, wie ich zu verschiedenen Dingen stehe, ohne ständig mein Fähnlein in den Wind zu hängen, aber auch ohne stur auf meiner Meinung zu beharren, wenn ich mit neuen Sichtweisen konfrontiert werde. Da bin ich offen für Neues und sehe es gelassen, denn eine Meinung ist immer nur eine Meinung und über alles kann man reden oder diskutieren.

    Langer Rede, kurzer Sinn: Durchatmen, einen Schritt zurück treten und sich das Ganze in Ruhe bekucken, hat mir schon oft dabei geholfen, ohne Ängste einen neuen Weg zu gehen oder eine Aufgabe zu lösen.
    Diesen Tipp gab mir damals mein Vater - auch ein sehr praktischer Mann, wenn ich als kleines Mädchen in der Schule wieder mit der Nase an der Tafel klebte, nachdem ich aufgerufen wurde, und auf diese kurze Distanz nur einen Bruchteil der Aufgabe überblicken konnte. Mir hat es geholfen und meinen Kindern offensichtlich auch.

    Ich frage mich gerade wieder einmal, wie ich bei so vielen Tipps von praktischen Männern in meinem Leben immer noch zeitweise so verplant unterwegs sein kann, aber vielleicht muss ich einfach noch mehr an der Umsetzung feilen ;-).

    Viele Grüße
    Katha

    Guten Morgen Nathan,

    Urlaub in einer Höhle, und dazu noch in einer spanischen und nicht etwas auf Island oder so.
    Ich beneide Euch glühend und wünsche Euch eine schöne Zeit.

    Gruß
    Katha

    Guten Morgen Sven,

    es hat mich total gefreut, zu lesen, was Du (wieder) für eine Freude an Unternehmungen mit Deinen Kindern hast.
    Es klang so unspektakulär und gleichzeitig so wertvoll. Es sind genau diese gemeinsamen Ausflüge, die den Kindern in Erinnerung bleiben und sie als Erwachsene sagen lassen: „Ja, ich hatte eine schöne Kindheit“.
    Die Tochter eines Exfreundes, die gewohnt war, dass man ihr alle 14 Tage ein neues Extrem an Aufregung bietet (man wollte ja nur „das Beste“ für sie) und von einem Freizeitpark zum nächsten gezerrt wurde, habe ich durch schlammige Bäche gejagt, mit ihr Boote geschnitzt, Fußball gespielt, Wasserschlachten angezettelt und Blumenkränze für ihr Haar geflochten: Das Kind war wie ausgewechselt danach, weil man sie so eben nicht „abgeschoben“, sondern sich mit ihr beschäftigt hat.
    Mein bester Freund liebt seinen Sohn auch über alles und unternimmt vieles mit dem Lütten. Leider ist er rückfällig geworden und so kosten ihn diese gemeinsamen Unternehmungen so viel mehr Kraft anstatt einfach nur Freude zu machen und neue Energien daraus zu schöpfen.

    Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Katha

    Hallo Nys,

    der schwerste Schritt: Die Fixkosten senken, sprich Miete.
    Vielleicht ist ein Umzug in eine kleinere und günstigere Wohnung nicht verkehrt, wenn man sich darauf einlassen kann. Sich neu einzurichten kann auch eine wunderbare, aufregende Sache sein.
    Jeder spart immer zuerst am Essen, da hier die Kosten variabel sind, und das halte ich für nicht so optimal, da es täglich um unsere Ernährung, unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit geht. Fertiggerichte in jedweder Form, der Mittagstisch und Lieferservice hauen natürlich auch richtig rein, da ist was dran.
    Von meinem „external brain“ wird mir laufend vorgerechnet, wie günstig man auch für eine einzelne Person kochen kann und ich bekomme Rezepte dazu geliefert. Eine echt tolle Sache, für die ich dankbar bin. Jetzt sollte ich vielleicht auch mal kochen lernen ;-).

    Zum Kochen: Lebensmittel aus der eigenen Region, die gerade Saison haben. Ich freue mich auf den Kohl-Herbst :-).

    LG
    Katha

    Hallo Andreas,

    heute Morgen hatte ich Dir noch geantwortet, aber vermutlich warst Du bereits wieder unterwegs, um die Welt zu retten ;-).

    Nachhilfe :D . Die habe ich auch bekommen, nachdem ich mich ständig wieder verzettelt hatte.
    Eine Frau, die ich vor Jahren traf, machte mir ein Geschenk indem sie sich die Zeit nahm und mir erklärte: „Sage einfach freundlich „nein“. Für die meisten Menschen ist es völlig normal, „nein“ zu sagen und sie werden es vollkommen verstehen und nachvollziehen können“.
    Ich hielt es erst für einen Scherz oder ein gut gehütetes Geheimnis in der Welt der Normalos, aber es funktioniert tatsächlich. Wenn Du also schlecht „nein“ sagen kannst, dann probier doch einfach mal, gut „nein“ zu sagen :wink: . Nicht zu viele Erklärungen als Beiwerk, denn die machen das Ganze wieder unglaubwürdig und würden den Verdacht erregen, man würde sich nur herausreden wollen und darum geht es ja nicht.

    Wir sind wie wir sind, aber wir müssen ja nicht so bleiben ;-). Mir hat man in einer SHG geraten, langsam bis 10 zu zählen, bevor ich auf solche Bitten antworte. Den Vorschlag habe ich sofort verworfen, denn bei meiner Mentalität müssten die Menschen glauben, ich wäre kurzzeitig ins Koma gefallen, wenn ich nicht sofort antworte :) .
    So habe ich Tor Nr. 2 gewählt: Ich sichere nicht mehr spontan alles zu, sondern sage, dass ich gern helfen würde (was dann auch stimmt), im Moment aber bis Oberkante Unterlippe voll bepackt wäre mit anderen Verpflichtungen und mir durch den Kopf gehen lassen müsse, ob ich diese neue Geschichte noch unterbringen kann. Dadurch habe ich erst einmal Luft und kann mich in Ruhe entscheiden. Wenn ich letzten Endes verneine, weiß aber doch Jeder, dass ich mir tatsächlich ernsthaft Gedanken gemacht habe und es für mich einfach im Moment nicht zu schaffen ist. Dafür hat fast jeder Verständnis, außer wenn ich immer ablehnen würde.

    Ich glaube, Dusti hat recht: Wenn wir trocken werden, gehen wir sehr sorgsam mit uns um, um uns nicht zu gefährden und sind sehr auf uns selbst konzentriert. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass wir auch unser Verhalten grundsätzlich ändern, denn es entspricht unserem Charakter. Fühlen wir uns wieder sicherer und haben eine einigermaßen stabile Basis geschaffen, lässt die Achtsamkeit nach. Es geht zurück ins „normale Leben“, nur ohne Suff.
    Dazu kommt vielleicht noch ein Umfeld, das geduldig ausgeharrt hat und nun im Unterbewussten die Ansicht vermittelt, die „Schonfrist“ wäre jetzt vorbei.
    Grenzüberschreitung in allen Disziplinen ist ja bei Vielen von uns Thema, da ist ein Check ab und zu vermutlich nicht das Verkehrteste.

    Dir / Euch ein wenigstens halbwegs entspanntes Wochenende.


    Hallo Nys,

    „jeden Tag zu leben, als wäre es der letzte“? Ich kenne keinen einzigen Menschen, der das auf Dauer durchgehalten hat, obwohl sich einige ernsthaft bemüht haben. Der Mensch fällt früher oder später immer wieder mehr oder weniger in seinen Trott zurück, aber ein wenig Pitzeln zwischendurch kann nie schaden ;)


    LG
    Katha

    Existenzielle Leere kann sehr wohl durch äußere Lebensumstände entstehen, verursacht durch einen anderen Menschen resp. den Partner. Ich wurde nach Jahren rückfällig, als ich keinerlei Chancen mehr sah, meine nicht Hausgemachte Situation auf irgendeine Weise und mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu beenden. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber dann ist das Ende der Fahnenstange auch tatsächlich erreicht. Dies aber nur am Rande.

    Fatal und kurzsichtig ist es, denke ich, wenn Jeder hier versucht ist, einem Hilfesuchenden die eigene Geschichte überzustülpen.
    Vielleicht ist es Alkoholmissbrauch, vielleicht Sucht. Vielleicht sind es weit verbreitete Beziehungsprobleme, die mit Sucht nicht wirklich etwas zu tun haben, sondern mit Charakter und Einstellung und der einfachen Tatsache, dass viele Menschen einfach nicht zusammen passen. Wenn sich allerdings ein Partner vehement jeglicher Auseinandersetzung entzieht und man ihn nicht erreichen kann, ist es letztendlich wurscht, wo die Ursachen liegen.

    Allen einen friedlichen Tag.

    Gruß
    Katha

    Hallo Andreas,

    nun bin ich ja nicht so irrsinnig wild auf Wiederholungen, deshalb:

    Ob Deine Frau nun süchtig ist oder nicht, wird wohl nur sie allein beurteilen können und ob Du Co-Abhängig bist oder nicht, bleibt wohl die Frage für Dich.

    Mir fallen auf Anhieb mehr als eine Handvoll Frauen ein, die mit den Eltern des Partners in großer räumlicher Nähe zusammen lebten, diese – je nach Bedürftigkeit - unterstützten und letztlich das Trinken anfingen, da sie sich gefangen fühlten in dieser Rüstung aus Verpflichtung und dem Gefühl, nicht ablehnen zu können.
    (Das sollte zumindest zu 25% als Ich-Aussage durchgehen können und ist auf keinen Fall als Tipp gemeint oder als Analyseversuch zu verstehen, aber Überlegungen tun ja nicht weh, während man anfängt, sich um sich selbst zu kümmern).

    Gruß
    Katha

    Guten Morgen Matthias,

    Deinen Stolz kann ich verstehen: Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der unsere Badehosen fast zu klein waren, um die Schwimmabzeichen darauf zu montieren :) . „Über die Ostsee“ habe ich es allerdings nie geschafft, aber wenn ich jetzt durchstarten würde mit einem Trupp des DLRG im Gepäck, könnte ich die letzten Kilometer dann eventuell laufend bewältigen: Auf Eisschollen :D . Falls Du bis Weihnachten nichts mehr von mir hören solltest, bin ich unterwegs *g.
    Wir haben gestern ein Meeting unterbrochen, weil die kleine Tochter des Chefs ihr erstes Schwimmabzeichen erworben hat: Auch wenn ich kaum ein Wort in dieser Sprache verstehe, ist die Begeisterung der Kinder über solche Erfolgserlebnisse international und schwappte geballt aus dem Hörer. Den Rest des Meetings haben wir alle mit vor Rührung glasigen Augen hinter uns gebracht. Es war einfach zu schön :)

    LG
    Katha

    Hallo zusammen,

    ich habe auch gesoffen, weil die Welt so böse war. Als ich ein paar Jahre trocken war, habe ich es mal mit Selbstmitleid versucht. Ich denke, ich stelle es wieder ein, denn es ist eine ziemlich öde Angelegenheit ;-).

    Gruß
    Katha

    Dann hast Du ja genug Programm bis zum nächsten Jahr. Für anderer Leute Aschenbecher empfehle ich nach wie vor eine Zwille: Die hat eine ungeheure Reichweite und so hat man enorm viel Vorsprung, falls man flüchten muss und das Sportprogramm noch nicht so wirklich gegriffen hat.

    Für Erdbeeren und Kleiderschränke benötigt man einen Mitspieler. Macht ja keinen Sinn sich zu verstecken, wenn man nicht gesucht wird und es dient nicht wirklich zur Beruhigung der Psyche ;-).
    Nys, ich drück Dir weiterhin die Daumen und schaff Dir die Aschenbecher vom Hals.

    LG
    Katha

    Hi Nys,

    mach´ Dir mal nicht zuviel Kopf wegen der Raucherei: Entweder packst Du es jetzt in der schwierigen Situation, was ich von Haus aus Jedem wünschen würde, oder eben nicht.
    Ich nehme es ganz sicher nicht auf die leichte Schulter, aber manchmal ist so ein Entschluss einfach noch nicht genug gereift. Ich habe ja schon öfter erwähnt: Wäre ich vor meinen zahlreichen Selbstversuchen in Sachen Trockenheit hier aufgeschlagen, ich hätte auch den Letzten zur Verzweiflung getrieben und es hat mir an Ernsthaftigkeit nun wirklich nicht gemangelt. Vorwürfe wären meiner Meinung nach in jedem Fall komplett blödsinnig und vor allem hätte Niemand das Recht dazu.

    In Sachen Qualmerei (und großer Klappe :D) habe ich am Freitag wieder kläglich versagt. Es ist immer alles solange im einigermaßen grünen Bereich, solange mir Niemand zu sehr auf die Pelle rückt. Als der nette wildfremde Mann neben mir mich aber immer interessierter ins Visier nahm und immer freundlicher und noch verständnisvoller lächelte, qualmte ich bereits wie eine Dampflok. Ich stelle mir Mohrrüben als Ersatz schwierig vor und werde mir dazu noch etwas einfallen lassen müssen. Es war mein erster Versuch, mir mein Verhalten in freier Wildbahn zu beguggen, wenn fast Jeder um mich herum irgendeinen Kübel mit alkoholischem Getränk schwenkt.
    Ich war mit meiner Arbeitskollegin losgezogen, der ich gesagt hatte, dass ich keinen Alkohol trinke. Sie warf mir über die Schulter einen eher beiläufigen Blick zu und meinte: „Du bist doch nicht etwa trockene Alkoholikerin?“ Ich lächelte sie vollkommen unbeschwert an und erwiderte: „Dooooch, bin ich“. Daraufhin erzählte sie mir, ihr Freund wäre an Alkoholismus gestorben und daraufhin hätte sie ihren übermäßigen Konsum postwendend und gerade noch rechtzeitig eingeschränkt. Damit war das Thema durch und wir zogen los.
    Es war ein toller Abend, den ich total genossen habe. Ich fühlte mich keine Sekunde anders oder ausgeschlossen und konnte locker mit Wasser und Apfelschorle anstoßen. Bier- und Weinfahnen habe ich natürlich gerochen und mir wurde wieder bewusst, dass es keinen Alkohol gibt, den ich wirklich mag und genießen konnte früher. Ich habe es nach sechs Monaten Trockenheit jetzt auch nur gewagt, weil ich über sechs Jahre Abstinenz im Gepäck habe und es mir total gut ging. Da war nur Freude an der Mukke, an den Menschen und keinerlei Übermut oder Euphorie und auch kein schlechtes Gefühl.

    Ich war nur kurz zu Hause gestern und bin dann wieder durchgestartet: Ich war eingeladen, mich begrillen zu lassen. Es war total nett und puschelig, bis ich eine doofe Frage stellte, eine ehrliche Antwort (huch!) bekam und daraufhin erst einmal ein Drama im Miniformat anzetteln musste. Für diese Albernheiten, die mir weder stehen noch zu meinen Gewohnheiten zählen, wurde ich dann noch beschämt durch ein längeres Gespräch mit Pfundweise Verständnis, redlichem Bemühen und Fürsorge. Peinliche Angelegenheit. Ich bin mitten in der Nacht noch geflüchtet, um mich ab heute Morgen mal wieder wie ein normaler Mensch benehmen zu können :wink: und es hat funktioniert.
    Die Sonne scheint mir auf den Bauch und ich werde gleich noch zum See marschieren. Schließlich ist Sommer und der findet dieses Jahr nicht wieder ohne mich statt.

    Sommersalat und Herbstmode, hochinteressante Themen :wink: . Ich lese nicht, ich experimentiere eher. Ich habe neulich einen Salat gemacht, der wunderschön aussah, bis ich ihn zerwühlen musste, um die Sauce unterzubringen. Ich habe meinen Ex angestrahlt und ihm vertrauensvoll mitgeteilt, dass ich es wunderbar und hilfreich finde, dass ich an ihm üben kann, bevor dann „richtige“ Gäste auftauchen. Er hat zwar nachsichtig gelächelt, aber mir kam doch kurzzeitig der Verdacht, dass er mich am liebsten dafür in die Büsche geschubst hätte :D .
    Ich werde also Menschen in Zukunft weniger unabsichtlich strapazieren.
    Ja, ich habe das Beste aus diesem Wochenende gemacht: Ich habe Spaß und Freude gehabt, (dazu) gelernt fürs Leben, nette Menschen getroffen in neuer Umgebung, eine Freundschaft gefestigt und für eine zweite den Weg geebnet. Es ist noch nicht alles gut, aber ich werde mich weiterhin bemühen.

    Ich drück´ Dir ganz dolle die Daumen, dass Du es schaffst, die Kippen wegzulassen.

    Einen schönen Sonntag noch.

    LG
    Katha

    Stand grad unter der Dusche, um den Staub der Rocknacht abzuwaschen (stray cat is back home) und musste schallend lachen: Die Stimme der Vernunft *g. Ausgerechnet. Und ich habe Euch vorhin nur überfliegen können, hab im Moment nur 2 m Sicht vor Müdigkeit. Sieht ja ganz so aus, als würde da doch ein patenter Plan durchblitzen. Ich habe mir schon länger Gedanken gemacht, weil ich nie von Euren anderen Sozialkontakten gelesen hatte. Alles wird gut :)

    Ach schad, ich konnte Euch nicht erreichen: Ich habe ein kompaktes Gefühl beschrieben, das man nicht auseinanderpfriemeln sollte.
    Weder den Begriff "anhimmeln" noch die beuteligen Jogginghosen (bei weißen Socken ist allerdings Schluss, denn es gibt Grenzen *g).
    Es ging mir einzig und allein um das Gefühl, wenn aus Verliebtheit Liebe und Vertrauen erwächst. Damit lässt sich der Alltag wunderbar gestalten, wenn mit der Obstschüssel im Kleiderschrank sitzt und Gefahr läuft, sich voll zum Löffel zu machen. Das Wichtigste ist für mich nach wie vor, in Ruhe schlafen zu können und das Zaubermittel hierfür heißt Vertrauen. Manchmal bekommen wir halt das, was wir brauchen und nicht das, was wir uns wünschen und dann frage ich mich immer: „Was hast Du bestellt?!“

    Ich denke, die meisten Frauen nehmen Männer viel zu wichtig. Das ganze Denken kreist um den nächsten potentiellen (oder letzten) Partner und sie vergessen, in der Zwischenzeit zu leben. Nicht falsch verstehen: Ich mag Männer :-), brauche sie und komme in der Regel wunderbar mit ihnen klar, aber ich pinsle sie nicht (mehr) gülden an, drapiere sie nicht (mehr) auf roten Samtkissen und erwarte vor allem nicht (mehr), dass sie mich glücklich machen, denn was für eine Verantwortung würde ich damit übertragen. Im Umkehrschluss müsste ich sie dann dafür auch verantwortlich machen, wenn ich nicht glücklich wäre. Ich warte nicht, ich hoffe nicht, ich lebe. Und nebenbei produziere ich für mich Glücksgefühle in Portionsdosen für mindestens sechs Personen und schleudere sie unter das Volk.
    Eine gute Beziehung bedeutet für mich, wenn man sich zusammen entwickelt und die Entwicklung des Anderen auch bemerkt und vor allem denke ich, einen passenden Partner zu treffen (nicht zu finden) ist ein Glücksfall und nicht die einzige Möglichkeit, sein Leben zu füllen. Wenn man gezwungen ist, ein Programm zu entwickeln, um eine Beziehung am Leben zu erhalten, ist sie für mich schon so gut wie abgelebt.
    Alle (zwischenmenschlichen) Beziehungen bedeuten für mich auch konstante „Arbeit“ und Bemühen.
    Träume und Sehnsüchte sind eine schöne Sache, aber zu viele Bilder im Kopf und Erwartungen verstellen den Blick auf die Realitäten. Und noch eins: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das menschliche Gehirn den Zustand permanenter verrückter Verliebtheit nicht länger als ein halbes Jahr verarbeiten kann, sonst wird man wahnsinnig.
    Ich lerne gerade das örtliche Telefonbuch auswendig, um mich in dieser Beziehung wieder langsam runter zu dosieren und die Schäden der Vergangenheit auf ein erträgliches Maß zu reduzieren ;-).

    Ich musste auch grinsen, als ich es geschrieben habe :-), denn im realen Leben schmeiße ich mit solchen Ausdrücken nicht herum.

    Meine geistigen Sidesteps sind ja unter aller Kanone. Mir ist immer noch nicht ganz klar, warum ich dauernd so einen Hang zur Flächendeckenden Tippselei habe, anstatt mal beim Thema zu bleiben.
    Eins bleibt mir wohl: KommazumPunkt :)

    Liebe Grüße
    Katha

    So Schätzeken :D

    Ich weiß ja manchmal gar nicht, wo Du so Deine Ideen her nimmst :) .
    Nun bist Du ja nicht die Frau mit einem Monopol aufs Blitze schleudern oder Budenzauber veranstalten ;-). Ich bin ebenfalls emotional und impulsiv und es klappt nicht immer rechtzeitig mit der Technik, in Tischkanten oder die Schreibhand zu beißen.
    Da bin ich echt, aber es fällt mir nicht schwer, mich zu entschuldigen, wenn es angebracht ist.
    Nachtragend bin ich übrigens auch nicht. Nachtragend zu sein hat für mich so etwas Zähes, Ödes, langweilig wie alter Kaugummi. Allerdings formuliere ich oft genug direkt aus dem Bauch heraus und da fliegen schon mal die Späne.

    Da Du schreibst, meine Gedanken hätten zu Deiner Entscheidung beigetragen, habe ich – typisch für mich – sofort das mordsmäßig schlechte Gewissen.
    Manchmal kam es mir vor, als hätte man Dich mit einem Bein am Küchenfußboden festgenagelt und Du wärst dazu verdammt, ewig und drei Tage im Kreis zu laufen.
    Da habe ich natürlich an meine Werkzeugkoffer gedacht und hätte gern das andere Bein dann eben auch noch festgenagelt, damit mal Ruhe im Schiff ist und Du nachdenken kannst.
    Das ist übrigens ein Zustand, den ich selbst bestens kenne. Früher oder später plumpst man dann endlich auf den Mors nach den vielen Umdrehungen. Das ist der Zeitpunkt, zu dem Veränderungen überhaupt erst möglich werden.

    Auf mich persönlich musst Du sowieso keine Rücksicht nehmen und auch auf niemanden sonst hier. Hier ist niemand grundlos eingefallen und jeder von uns benötigt Hilfe oder Unterstützung, in welcher Form auch immer. Da spielt es keine Rolle, dass ich denke, dass weder Nikotin noch Alkohol Dein Problem sind [und auch nicht die Nassnase, die alles gleichzeitig wollte und dann glaubte, sie könne mit Dir mal ein bisschen nebenbei sein Leben aufpeppen. Jetzt musst Du mir verzeihen, weil ich es wirklich nicht böse meine, aber ich kann mir das Gesicht von dem Mann direkt vorstellen, als Du mit wehenden Haaren ausgezogen bist und ihn vor vollendete Tatsachen gestellt hast. Der ist bestimmt erst einmal ohnmächtig geworden ;-)]. Ich bin weder Feigling noch Vermeider und mir ist jede persönliche Bemerkung lieber als Gemeinplätze, weil sie mich erreicht. Ich setze mich damit auseinander, real und virtuell und wenn mir die Gedanken noch so fremd sind. Die meisten sind es übrigens nicht.
    Nur Sucht nehme ich verdammt ernst. Zu viele, die bereits gestorben sind, zu viele, die sehr kämpfen müssen. In jedem anderen Forum hätte ich Euch grinsend gelesen und meinen Senf dazu abgegeben, hier ist mein geschützter Raum. Das versteht aber vielleicht nur Jemand, der süchtig ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen glaube ich keine Sekunde, dass es einen „fremden, bösen und gleichgültigen Teil“ in mir gibt, der verschwindet, wenn ich trocken lebe. Es gehört alles zu mir, da gibt es keine Ausreden und kein Vertun. Für mich persönlich. Ich gebe nicht ab, es hat bei mir keinen Namen wie Teufel oder Fiesling, es ist alles in mir. Da ich ja mal ein wirklich guter Mensch werden will, kannst Du Dir sicher vorstellen, dass meine To-Do-Liste damit gigantische Ausmaße erreicht hat :D .

    Meine Alarmglocken schrillen tatsächlich auch dann, wenn ich glaube, dass Jemand um sein eigentliches Thema herumsteppt und sich stattdessen neue an Land zieht.
    Ich hatte nie so lange Beziehungen wie Du und hatte deshalb ausreichend Gelegenheit, genügend Bockmist in allen Disziplinen zu fabrizieren ;-).
    Leider musste ich feststellen, dass zunehmendes Alter in dieser Hinsicht nicht automatisch hilfreich ist, aber das wirst Du mit über vierzig bereits selbst festgestellt haben ;-). Es fliegt uns nicht zu.
    Sollte ich jemals – außer was die Ernsthaftigkeit mit dem Thema Sucht angeht - Erwartungen an Forenbeiträge stellen, darf man mir getrost kräftig gegen´s Knie treten :wink: .

    Ich hatte Beziehungen, wie Du sie Dir so glühend wünschst. Sie waren jedoch nur aus einem einzigen Grund bis zum Ende so ungewöhnlich: Sie endeten abrupt aus bekannten Gründen. Wer weiß, was daraus geworden wäre nach mehreren Jahren?!
    Es gibt selbstverständlich Mittel und Wege, eine Beziehung lebendig zu halten und sie haben alle etwas mit einem Stück Trennung, Loslassen und Akzeptanz zu tun.
    Die besten Beziehungen, die ich kenne, leben überhaupt nur von Trennung: Getrennte TV´s, getrennte Autos, getrennte Hobbies, getrennte Freundschaften, getrennte Betten in getrennten Zimmern – vorzugsweise auf getrennten Kontinenten :wink: . Ich gebe zu, der ist gemopst und verfälscht, aber für mich gültig.
    Hast Du Geduld? Kannst Du auch loslassen? Kannst Du ihn anhimmeln, wenn er Dir unrasiert mit Triefaugen und beuteliger Jogginghose gegenüber sitzt und Dir zu Recht mal richtig die Meinung geigt und es ihm völlig schnuppe ist, wenn Du nur ein paar Sonnenkringel trägst, weil andere Dinge gerade wichtiger sind? Ich kann. Das nennt sich Liebe und das Gefühl macht sich manchmal breit, wenn die Verliebtheit der ersten 6 – 12 Monate nachlässt und beide ihren Schafsblick verlieren ;-). Wenn Du jeden Tag an Mord und Totschlag denkst, aber nie an Scheidung – was allerdings nur für die etwas extremeren Charaktere unter uns Gültigkeit hat ;-).
    Ich bin allerdings auch fest davon überzeugt, dass man mit sich selbst im Reinen sein muss, um diese Beziehungen zu leben. Das Ganze muss einfach auf Augenhöhe stattfinden und wer zu bedürftig ist, verliert alles. Ich denke, ich bin in guten 150 Jahren so weit mit mir klar, dass ich mich Hals über Kopf in die nächste Beziehung stürzen kann ;-).

    Ich denke aber auch, dass jeder Mensch berücksichtigen sollte, was er selbst benötigt und geben kann. Vielleicht braucht ein temperamentvoller oder unausgeglichener Mensch eher einen ruhigen Pol als Gegenpart und ein Anderer eher einen Partner, der motiviert. Nutzt ja nichts, wenn beide wild losstürmen, am Ende nur die Möbel mit der Kettensäge teilen und nie zur Ruhe kommen.

    Ich schätze übrigens Sternenhimmel sehr (ich schreibe dies jetzt einfach mal über Dritte, weil es etwas Gutes ist), weil sie ihren Weg trotz vieler Hindernisse geht und eine klare Wahrnehmung hat, verbunden mit einem guten Bauchgefühl. Und sie hatte bereits geschrieben, sie hätte sich wohl verbal son büschen vergaloppiert. Das ist okay und längst Geschichte.

    Guten Gewissens kann ich bei meinem Temperament nur versprechen zu versuchen, sachlicher zu formulieren, wenn ich geREIZT bin, was nicht häufig vorkommt, denn ich bin ja hier nicht in einem Lesezirkel, aber das tue ich. Es ist natürlich immer etwas Persönliches an jeder Meinungsäußerung, denn es bezieht sich ja auf den Menschen, in dessen Thread man gerade einfällt, aber einzelne Kommentare – selbst wenn sie nach hinten losgehen, schmälern nicht meinen Eindruck vom gesamten Menschen. Da differenziere ich immer noch und finde im Übrigen auch Sympathien in diesem Zusammenhang weniger hilfreich als ein offenes Wort.

    Dir wünsche ich erst einmal einen ruhigen Abend.

    Liebe Grüße zurück
    Katha

    PS: Niemals Olivenöl! :D Oder möchtest Du riskieren, dass er an Salate und Backbleche denkt und Kohldampf bekommt statt Appetit, vor allem, wenn die Buddel so langweilig die ganze Zeit in der Küche rumgestaubt hat? *g.