So Schätzeken 
Ich weiß ja manchmal gar nicht, wo Du so Deine Ideen her nimmst
.
Nun bist Du ja nicht die Frau mit einem Monopol aufs Blitze schleudern oder Budenzauber veranstalten ;-). Ich bin ebenfalls emotional und impulsiv und es klappt nicht immer rechtzeitig mit der Technik, in Tischkanten oder die Schreibhand zu beißen.
Da bin ich echt, aber es fällt mir nicht schwer, mich zu entschuldigen, wenn es angebracht ist.
Nachtragend bin ich übrigens auch nicht. Nachtragend zu sein hat für mich so etwas Zähes, Ödes, langweilig wie alter Kaugummi. Allerdings formuliere ich oft genug direkt aus dem Bauch heraus und da fliegen schon mal die Späne.
Da Du schreibst, meine Gedanken hätten zu Deiner Entscheidung beigetragen, habe ich – typisch für mich – sofort das mordsmäßig schlechte Gewissen.
Manchmal kam es mir vor, als hätte man Dich mit einem Bein am Küchenfußboden festgenagelt und Du wärst dazu verdammt, ewig und drei Tage im Kreis zu laufen.
Da habe ich natürlich an meine Werkzeugkoffer gedacht und hätte gern das andere Bein dann eben auch noch festgenagelt, damit mal Ruhe im Schiff ist und Du nachdenken kannst.
Das ist übrigens ein Zustand, den ich selbst bestens kenne. Früher oder später plumpst man dann endlich auf den Mors nach den vielen Umdrehungen. Das ist der Zeitpunkt, zu dem Veränderungen überhaupt erst möglich werden.
Auf mich persönlich musst Du sowieso keine Rücksicht nehmen und auch auf niemanden sonst hier. Hier ist niemand grundlos eingefallen und jeder von uns benötigt Hilfe oder Unterstützung, in welcher Form auch immer. Da spielt es keine Rolle, dass ich denke, dass weder Nikotin noch Alkohol Dein Problem sind [und auch nicht die Nassnase, die alles gleichzeitig wollte und dann glaubte, sie könne mit Dir mal ein bisschen nebenbei sein Leben aufpeppen. Jetzt musst Du mir verzeihen, weil ich es wirklich nicht böse meine, aber ich kann mir das Gesicht von dem Mann direkt vorstellen, als Du mit wehenden Haaren ausgezogen bist und ihn vor vollendete Tatsachen gestellt hast. Der ist bestimmt erst einmal ohnmächtig geworden ;-)]. Ich bin weder Feigling noch Vermeider und mir ist jede persönliche Bemerkung lieber als Gemeinplätze, weil sie mich erreicht. Ich setze mich damit auseinander, real und virtuell und wenn mir die Gedanken noch so fremd sind. Die meisten sind es übrigens nicht.
Nur Sucht nehme ich verdammt ernst. Zu viele, die bereits gestorben sind, zu viele, die sehr kämpfen müssen. In jedem anderen Forum hätte ich Euch grinsend gelesen und meinen Senf dazu abgegeben, hier ist mein geschützter Raum. Das versteht aber vielleicht nur Jemand, der süchtig ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen glaube ich keine Sekunde, dass es einen „fremden, bösen und gleichgültigen Teil“ in mir gibt, der verschwindet, wenn ich trocken lebe. Es gehört alles zu mir, da gibt es keine Ausreden und kein Vertun. Für mich persönlich. Ich gebe nicht ab, es hat bei mir keinen Namen wie Teufel oder Fiesling, es ist alles in mir. Da ich ja mal ein wirklich guter Mensch werden will, kannst Du Dir sicher vorstellen, dass meine To-Do-Liste damit gigantische Ausmaße erreicht hat
.
Meine Alarmglocken schrillen tatsächlich auch dann, wenn ich glaube, dass Jemand um sein eigentliches Thema herumsteppt und sich stattdessen neue an Land zieht.
Ich hatte nie so lange Beziehungen wie Du und hatte deshalb ausreichend Gelegenheit, genügend Bockmist in allen Disziplinen zu fabrizieren ;-).
Leider musste ich feststellen, dass zunehmendes Alter in dieser Hinsicht nicht automatisch hilfreich ist, aber das wirst Du mit über vierzig bereits selbst festgestellt haben ;-). Es fliegt uns nicht zu.
Sollte ich jemals – außer was die Ernsthaftigkeit mit dem Thema Sucht angeht - Erwartungen an Forenbeiträge stellen, darf man mir getrost kräftig gegen´s Knie treten
.
Ich hatte Beziehungen, wie Du sie Dir so glühend wünschst. Sie waren jedoch nur aus einem einzigen Grund bis zum Ende so ungewöhnlich: Sie endeten abrupt aus bekannten Gründen. Wer weiß, was daraus geworden wäre nach mehreren Jahren?!
Es gibt selbstverständlich Mittel und Wege, eine Beziehung lebendig zu halten und sie haben alle etwas mit einem Stück Trennung, Loslassen und Akzeptanz zu tun.
Die besten Beziehungen, die ich kenne, leben überhaupt nur von Trennung: Getrennte TV´s, getrennte Autos, getrennte Hobbies, getrennte Freundschaften, getrennte Betten in getrennten Zimmern – vorzugsweise auf getrennten Kontinenten
. Ich gebe zu, der ist gemopst und verfälscht, aber für mich gültig.
Hast Du Geduld? Kannst Du auch loslassen? Kannst Du ihn anhimmeln, wenn er Dir unrasiert mit Triefaugen und beuteliger Jogginghose gegenüber sitzt und Dir zu Recht mal richtig die Meinung geigt und es ihm völlig schnuppe ist, wenn Du nur ein paar Sonnenkringel trägst, weil andere Dinge gerade wichtiger sind? Ich kann. Das nennt sich Liebe und das Gefühl macht sich manchmal breit, wenn die Verliebtheit der ersten 6 – 12 Monate nachlässt und beide ihren Schafsblick verlieren ;-). Wenn Du jeden Tag an Mord und Totschlag denkst, aber nie an Scheidung – was allerdings nur für die etwas extremeren Charaktere unter uns Gültigkeit hat ;-).
Ich bin allerdings auch fest davon überzeugt, dass man mit sich selbst im Reinen sein muss, um diese Beziehungen zu leben. Das Ganze muss einfach auf Augenhöhe stattfinden und wer zu bedürftig ist, verliert alles. Ich denke, ich bin in guten 150 Jahren so weit mit mir klar, dass ich mich Hals über Kopf in die nächste Beziehung stürzen kann ;-).
Ich denke aber auch, dass jeder Mensch berücksichtigen sollte, was er selbst benötigt und geben kann. Vielleicht braucht ein temperamentvoller oder unausgeglichener Mensch eher einen ruhigen Pol als Gegenpart und ein Anderer eher einen Partner, der motiviert. Nutzt ja nichts, wenn beide wild losstürmen, am Ende nur die Möbel mit der Kettensäge teilen und nie zur Ruhe kommen.
Ich schätze übrigens Sternenhimmel sehr (ich schreibe dies jetzt einfach mal über Dritte, weil es etwas Gutes ist), weil sie ihren Weg trotz vieler Hindernisse geht und eine klare Wahrnehmung hat, verbunden mit einem guten Bauchgefühl. Und sie hatte bereits geschrieben, sie hätte sich wohl verbal son büschen vergaloppiert. Das ist okay und längst Geschichte.
Guten Gewissens kann ich bei meinem Temperament nur versprechen zu versuchen, sachlicher zu formulieren, wenn ich geREIZT bin, was nicht häufig vorkommt, denn ich bin ja hier nicht in einem Lesezirkel, aber das tue ich. Es ist natürlich immer etwas Persönliches an jeder Meinungsäußerung, denn es bezieht sich ja auf den Menschen, in dessen Thread man gerade einfällt, aber einzelne Kommentare – selbst wenn sie nach hinten losgehen, schmälern nicht meinen Eindruck vom gesamten Menschen. Da differenziere ich immer noch und finde im Übrigen auch Sympathien in diesem Zusammenhang weniger hilfreich als ein offenes Wort.
Dir wünsche ich erst einmal einen ruhigen Abend.
Liebe Grüße zurück
Katha
PS: Niemals Olivenöl!
Oder möchtest Du riskieren, dass er an Salate und Backbleche denkt und Kohldampf bekommt statt Appetit, vor allem, wenn die Buddel so langweilig die ganze Zeit in der Küche rumgestaubt hat? *g.