Beiträge von Katharsis

    Liebe Susanne,

    total schön, dass Du mich wieder besuchst :-).
    Ich bin ja im Allgemeinen mehr für Zurückhaltung, es sei denn, meine Furien überholen mich oder meine weiche Stelle macht sich unbemerkt selbstständig ;-), aber AUA ist definitiv meins :-). Irgendwas ist anscheinend immer, dabei war ich so froh, von den blöden Schmerzmitteln endlich wegzukommen. Schlechte Kritiken ernte ich nur noch von Nachbarn und Ärzten, die mich ständig daran erinnern, dass ich nicht in einen Schmerzkreislauf geraten darf, weil mein Schmerzgedächtnis dann auch noch zuschlägt.
    Bis dato wusste ich nicht mal, dass ich so etwas auch noch mit mir herumschleppe. Ich dachte immer, der Schmerz ist da, fühlt sich anders an, muss ein neuer sein :D.
    Ich war jedenfalls total froh, auch wenns bekloppt klingt: Ich hatte im ersten Moment Manschetten, dass wieder eine Niere klingelt (es ist schwer, es im Mieder zu lokalisieren, denn die Stäbe drücken auf den gesamten Bereich), bis mir einfiel, dass ich auf dieser Seite gar keine mehr habe ;-). Da hab ich lachen müssen. Ich gehe also eher nach dem Ausschlussverfahren ;-).

    Ich denke, dass die Droge immer nur ein Symptom ist, jede Sucht letztendlich eine Angst vor Mangel. Ich sehe aber so viele Menschen – es werden anscheinend immer mehr, die im täglichen Leben furchtbar vor sich hin leiden und sich nicht zu helfen wissen.
    Ich kann ja immer nur von meinen eigenen Erfahrungen ausgehen und ich habe eine Menge davon gemacht in jedem Bereich und hatte das.. äh.. Glück?, dass viele Menschen und gerade auch meine Partner und Freunde sehr offen mit mir reden konnten. So sehe ich oft auch die andere Seite und bekomme Erklärungen, die Andere nicht erhalten.
    Manchmal überkommt es mich halt und ich möchte das, was ich für mich erfahren habe, in die Welt schleudern, weil es eventuell Jemandem helfen kann, sich auf den Weg zu machen oder auch einfach nur zu verstehen. Es gibt doch nichts Wichtigeres als Menschen.
    Ich kann nicht mehr überschauen, wie viele Menschen – gerade auch Männer, mir privat und außerhalb von Gruppen spontan ihr Alkohol- , Drogen- oder Beziehungsproblem anvertraut haben oder auch das Geständnis machten, dass sie Frauen gegenüber gewalttätig geworden sind.

    Es ist so eine Sache mit der Liebe. Ich hatte (unbelehrbar und einmal ist kein Mal und reicht nicht für meine privaten Forschungen ;-)) noch eine zweite Beziehung zu einem Drogenabhängigen, der allerdings clean war und es auch blieb.
    Der menschlichste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte.
    Ich habe im geschlossenen Bereich mal darüber geschrieben: Ich lernte ihn kennen in einer Therapieeinrichtung, in der ich nur den Therapeuten meines verstorbenen Freundes aufsuchen wollte, weil ich noch so viele Fragen hatte, auf die ich Naturgemäß aber keine Antworten mehr erhalten konnte. Wir haben uns nur kurz unterhalten und er fragte mich, ob er mich kurz in den Arm nehmen könne. Später erzählte er mir, dass ich das Traurigste war, was er jemals gesehen hat und ich vermute, auch sein Helfersyndrom war nicht von schlechten Eltern ;-).
    Es war tatsächlich so, als hätte ich beim Umärmeln in eine Steckdose gefasst und die ganze Strecke auf der Autobahn zurück vibrierte ich so vor mich hin, dass ich nicht einmal das Gaspedal mehr unter Kontrolle hatte und mein Auto halbe Bocksprünge machte.
    Ich habe ihm geschrieben, weil ich es versprochen hatte. An das Gesicht konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Als er sich mit mir treffen wollte, habe ich zum ersten Mal im Leben gekniffen und ihn an den Landungsbrücken einschneien lassen, wo er drei Stunden auf mich wartete.
    Dieser einzigartige und außergewöhnliche Mensch hängte sich daraufhin ans Telefon und rief mich an. Er sagte mir total freundlich, dass er verstehen könne, dass ich nach der letzten Beziehung Angst hätte, mich auf ein neues Projekt aus derselben Abteilung einzulassen. Er schlug vor, dass wir noch einmal versuchen sollten, uns zu treffen. Er würde diesmal zu direkt zu mir nach Hause kommen, wenn ich da wäre, wäre alles gut, wenn die Tür geschlossen bliebe, würde er gehen und auch den Kontakt nicht mehr suchen. Das kam alles in total netter, freundlicher, ruhiger und verständnisvoller Weise. Ich war natürlich zu Hause, um dieses Wundertier besser kennenzulernen ;-).
    Während ich kochte (*hüstel*), quietschten die Kinder im Nebenzimmer vor Vergnügen, weil er sie nach allen Regeln der Kunst bespaßte :-). Es wurde die schönste Beziehung meines Lebens.
    Wenn wir zusammen unterwegs waren, brannte wirklich die Luft. Jeder Einkauf war eine Kür und wir bespaßten oft mehrere Omis gleichzeitig im Supermarkt, die herzhaft lachten und sich wie Bolle amüsierten, hatten für Jeden ein offenes Ohr und die meisten fremden Leute, die uns entgegen kamen, lächelten uns schon von weitem zu. Wir halfen Jedem und Allen und waren nur ein wenig unzuverlässig, wenn wir uns bei einem zweitägigen Umzug für Andere mit dem Möbelwagen kurz in die Büsche schlugen, weil wir das Gefühl hatten, wir müssten mal kurz allein sein.

    Was ich mit diesem ganzen Gesabbel sagen will, ist Folgendes: Menschen reagieren unterschiedlich auf (offen erkennbare) Liebe. Ich sehe es heute immer noch an meiner Tochter. Die Menschen in ihrem Umfeld bekommen diesen nachsichtigen, verzückten Blick, wenn sie sie mit ihrem Freund beobachten. Da strahlt was ab, was anderen Menschen gut tun sollte.
    Die Stimmung ist dann jedes Mal so leicht und unbeschwert. Das sind die Menschen, die ich im Visier habe und an die ich mich auch heute noch halte.
    Während uns fremde Menschen angelächelt und sich fremdgefreut haben, ist meine eigene Schwester (und ein paar wenige andere Menschen) fast an ihrem Neid erstickt. Sie in gesicherten Verhältnissen mit einem soliden Partner – sie hat sich den Neuen stets während einer laufenden Beziehung ausgeguckt (um sich materiell zu verbessern) und ihren Freund dann verlassen, wenn sie sicher sein konnte, dass es mit dem Nächsten auch klappt, hat sich wohl gewundert, dass sie bis heute nicht weiß, wie Glockenblumen aussehen ;-).
    Die letzte Amtshandlung war, eine Frau zu trösten, deren Mann fremdging und die furchtbare Angst hatte. Die wiederum konnte ja nicht ahnen, dass meine Schwester auch an der anderen Front längst zugange war. Ich habe das noch nie erwähnt, aber es ist wohl der Tag, um den Abfall rauszutragen.
    Meine Schwester jedenfalls schmiss sich damals in Positur, d.h. quasi auf den Schoß meines damaligen Freundes, und erzählte ihm den ganzen Abend von meinen Unzulänglichkeiten und der langen Latte von Dingen, die ich im Leben schon verbockt hatte. Dann riss sie ein Fotoalbum heraus und zeigte ihm halberoddische Aufnahmen von sich, die der Vorgänger von ihr gemacht hatte. Ich bin heute noch stolz auf mich, denn an diesem Abend wurde Niemand verletzt ;-). Als wir in dieser Nacht nach Hause fuhren, zog mein Freund mich noch auf: „Was wäre denn, wenn ich Dich wegen Deiner Schwester verlassen würde?“ Und ich antwortete ihm mit lieblichem Lächeln: „Dann würdest Du spätestens nach zwei Tagen winselnd an meiner Tür kratzen!“ :D
    Mein persönliches Fazit: Die meisten Menschen wissen nicht einmal, was Liebe wirklich ist!
    Kein Wunder, dass sie neidisch sind, hassen oder was Menschen sonst noch so einfällt, um sich ein Ventil zu verschaffen. Wehe dem, der liebt und an einen solchen Menschen gerät.
    In puncto Erklärungen bin ich schlecht, weil ich mich nicht kurz fassen kann, aber ich verstehe vieles heute, wenn mir auch das wenigste gefällt :-(.

    Ganz liebe Grüße zurück,
    verzeih´mir das Endlos-Geschwaller, aber wir sind ja entre-nous ;) und wenn nicht, wird’s halt gelöscht.

    Katha

    Hallo Andreas,

    mir fällt grad auf, dass ich meine guten Wünsche für Euer Vorhaben ständig nur bei Correns ablade :-).
    Ich wünsche Dir natürlich auch eine tolle Zeit, viele neue Eindrücke und einen Haufen guter Menschen, die Euch auf die eine oder andere Weise begleiten.
    Ich bin ebenfalls sicher, dass Ihr beide – Correns und Du – viel Gesprächsstoff haben werdet :-).

    Alles Gute, viel Spaß, Freude und Bereicherung und komm´auch Du ohne Maleschen wieder nach Hause, kleiner Hamster ;-).

    Herzliche Grüße und einen entspannten Abend
    Katha

    Ein Gedankenfetzen

    Vor langer Zeit hatte ich eine Beziehung zu einem Mann, der während meines Auslandaufenthaltes hier in Deutschland drogenabhängig wurde.
    Als wir uns wieder trafen, war er gerade clean, immer noch hochintelligent, brilliant, belesen, charmant, lebenslustig und verdammt attraktiv ;-).
    Von Drogenabhängigkeit hatte ich Ahnung wie die Kuh vom Sonntag.
    Die Liebe war dann alle, als er nach dem ersten Rückfall bei meinen Eltern einbrach, in meine Wohnung und mit meinem Schlüssel auch in die Firma, in der ich gearbeitet habe.
    Ich erinnere mich heute noch sehr genau an die Tourneen durch die Pfandleihen, die ich unternommen habe, um alle Stücke, die er versetzt hatte, wieder zu beschaffen.
    Keine Sekunde habe ich jedoch daran gezweifelt, dass er mich aufrichtig geliebt hat.

    Ich war dann doch erstaunt, als er mir kurz vor seinem Tod mitteilte, dass er mich geliebt hat, beneidet um das, was ich mir erarbeitet hatte, um das, was ich täglich leistete und mich regelrecht dafür verachtete, dass ich ihn lieben konnte, da er sich selbst nicht lieben konnte und sich verachtete. So nach dem Motto: „Was musst Du für ein armes Elend sein, dass Du es nötig hast, Dich ausgerechnet mit MIR zusammen zu tun!“
    Ich habe aufgehört zu zählen, um wie viele Ecken herum ich jetzt immer denke, wenn ich einem Menschen begegne, aber vielleicht hilft meine Erfahrung dem einen oder anderen Co, der sich die schlechte Behandlung und sinnfreie Aktionen aus heiterem Himmel seitens des Partners nicht wirklich erklären kann…

    Hallo Whitecat,

    die scheinbare Aussichtslosigkeit der Lage hat Deine Mom in ein tiefes Loch stürzen lassen, vermutlich auch das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Mit dem Alkohol raubt sie sich nun auch noch alle verbliebenen Energien und verharrt in der Starre und Depression.

    Ich habe in den letzten Stunden überlegt, was ich tun würde, wäre ich an Deiner Stelle.
    Du schreibst, dass sie auf alle Ansagen oder Hilfsangebote nur mit den Schultern zuckt und scheinbar nicht mehr zu erreichen ist.
    Der nasse Alki fühlt sich ja schnell unter Druck gesetzt, gegängelt, beleidigt, mit Vorwürfen überhäuft oder auch bemitleidet, wenn man ihm entsprechende Hilfsangebote macht oder mal die Fakten nennt. Da macht er die Schotten zu. Bei fast jedem Menschen gibt es aber diese weiche Stelle, wo er zugänglich ist. Die lässt er aber nur selbst zu, meistens dann, wenn er allein vor sich hinsüffelt und das heulende Elend bekommt oder am nächsten Morgen mit Katzenjammer wieder aufwacht.

    Ich würde ihr deshalb einen Brief schreiben und ihn wortlos bei ihr abgeben.
    Ich würde ihr darin schildern, wie Du es hier bereits getan hast, wie ihr Leben früher ausgesehen hat, selbstständig, fleißig, respektiert und anerkannt. Dass es mit einer Umschulung vielleicht möglich wäre, dort wieder anzuknüpfen. Wer so selbstständig war in seinem Leben, schafft auch den Weg in die Selbsthilfe, auch wenn es Mut braucht.

    Ich würde ihr mitteilen, wie schlecht es mir geht und wie sehr ich unter dieser Situation leide, weil ich ihr nicht helfen kann, zumal mich alle Anderen dafür verantwortlich machen. Keine Vorwürfe wegen des Mannes, dem sie noch heimlich auf die Bude gerückt ist, weil sie ihn trotz allem vermisst hat. Schriftlich würde ich ihr versichern, dass ich sie jederzeit unterstützen würde, wenn sie so weit ist, sich auf den Weg zu machen, um sich aus dieser Misere zu befreien. Ich würde ihr auch schreiben, dass ich dankbar bin, für alles, was sie für mich getan hat. Rührselige Nudel die ich nun mal bin, würde ich vermutlich enden mit: „Mum, ich möchte Dich so gern zurück haben“, mit anderen Worten: Ich würde einfach alles rauslassen bei ihr, um mal meinen Druck loszuwerden.

    Keine Sekunde lang aber würde ich dabei aus dem Auge verlieren, dass meine Mutter ihren Weg selbst gewählt hat und ich absolut keine Anteile daran habe. Du bist nicht schuld daran, dass sie trinkt! Deine Freunde haben keinen blassen Schimmer von Alkoholismus und Deine Verwandten ebenfalls nicht. Einen Menschen „nicht im Stich zu lassen“ hat eine andere Qualität als bei dem Leid draufzugehen, weil man einem geliebten Menschen nicht helfen kann. Du kannst ihr nicht helfen, diesen Schritt muss sie allein gehen. Du kannst nur da sein und sie nach dem ersten Schritt ermutigen, Dich mit ihr über Fortschritte freuen, damit sie nicht vergisst, dass sie nicht allein ist. Ich denke, sie ist eine sehr stolze Frau und das alles muss erst einmal sacken.

    Natürlich ist so ein Brief keine Garantie dafür, dass sie sich mit wehendem Kittel in die Therapie begibt, aber dann hast Du wirklich alles Menschenmögliche getan und es ist an ihr, eine Entscheidung zu treffen. Den Brief mag sie lesen oder auch nicht. Vielleicht schmeißt sie ihn beim ersten Lesen in die Ecke, vielleicht holt sie ihn wieder hervor und liest ihn erneut.
    Vielleicht verdrängt sie den Inhalt für die nächsten zwei Jahre, vielleicht auch für den Rest ihres Lebens.

    Für Dich selbst ist vermutlich eine SHG für Angehörige hilfreich, damit Du ebenfalls sehen kannst, dass Du nicht allein bist mit Deinem Problem. Niemand kann einen Angehörigen trocken reden oder betteln und vielleicht kann Dir dort vermittelt werden, welche psychischen Probleme Dich noch erwarten können, wenn Du dich nicht aus diesem Gefühl der Schuld und Verantwortung lösen kannst. Dich bedrückt diese Situation ja jetzt bereits seit Jahren. Ich würde mich übrigens auch von Familienfeiern distanzieren, wenn da weiterhin so absurde Vorwürfe kommen, die mir so sehr schaden. Deine Mutter wäre doch auch gar nicht allein, wenn Du dich notgedrungen zurückziehen musst. Sie hat ihre eigene Mutter, die immerhin für sie da ist (anders als Deine Mutter für Dich) und die anderen Verwandten, die sich gegenseitig etwas vorturnen können und Dir den Schwarzen Peter zuschustern wollen. Es ist alles sicher nicht leicht für Dich, aber die Alternative wäre, so weiter zu machen, bis Deine Mutter nicht mehr da ist und damit wäre Dein eigenes Leben auch verloren.

    Viel Kraft wünsche ich Dir.

    Herzliche Grüße
    Katha

    PS: Das Kindergeld steht Dir zu und es gibt absolut keinen Grund, deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben.

    Huhu Matthias,

    ganz lieben Dank für Deinen Besuch.
    Ich hätte es nicht beschreien dürfen, von wegen Besserung, denn prompt habe ich mir einen Hexenschuss geholt :-).
    Den wollte ich allerdings selbst auskurieren und habe mir nach Anleitung ein angemessenes Lager eingerichtet – fühlt sich an wie mit zwei gebrochenen Beinen in Flaschenzügen im Krankenhaus herumhängen :) - nach längerer Pause mal wieder auf die Schmerzmittel zurückgegriffen, mir die Nacht trotzdem schlaflos um die Ohren gehauen wegen der Schmerzen und wollte mich dann am nächsten Tag angemessen schonend bewegen, da Bettruhe mit Hexenschuss überhaupt nicht mehr angesagt ist.
    Da guck ich dann gestern an mir herunter und mir fällt wieder ein, dass es mit Bewegung – und sei sie noch so schonend – im Mieder einfach Essig ist :D.
    Hatte ich glatt verdrängt. Also doch zum Doc, Spritzen verpassen lassen.
    Ich habe ja sonst überhaupt keine Mühe mit Spritzen, auch nicht, wenn ich zur Ader gelassen werde, aber als ich das Mieder abschrauben musste und der sich mit den dicken Nadeln an meinen sonst gut geschützten Rücken heranpirschte, habe ich gezittert wie Espenlaub.
    Wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich nicht mehr fühle wie eine offene Wunde.

    Das war jetzt vielleicht weniger belebend oder entspannend ;-), aber immerhin habe ich mich nach der Behandlung zum ersten Mal auf den Teppich gekniet. Ich musste einfach herausfinden, ob ich dann auch allein wieder hoch komme :-). Also.. ich wäre nicht *g, aber immerhin war ich so schlau, das Experiment in der Nähe eines niedrigen Tisches durchzuführen, um mich notfalls abstützen zu können, sonst würde ich jetzt wohl immer noch auf dem Fußboden vor mich hinschimmeln :-).
    Das Experiment mit der Badewanne habe ich dann erst einmal aus technischen Gründen vertagt.
    Alles wird gut, hier haben wir zurzeit ein wunderschönes Grau, von dem ich bisher dachte, so etwas bringen sie nur in Hamburg zustande ;-).

    Dir auch eine schöne Zeit und liebe Grüße
    Katha

    Huhu Correns,

    „Sekundär-Schmunzler“ – da hab´ich kichern müssen
    und mich gefreut :-).
    Ich habe mich im Winter vor der Fahrt in den Öffis immer
    fett mit leckerer Sonnenmilch eingeschmiert und so tropisch
    vor mich hin geduftet. Die Mitreisenden sahen alle viel
    entspannter aus, denn sie assoziierten den Geruch wohl mit Urlaub.
    So kann man sich auch anlächeln lassen ;-).

    Ich hatte hier – im Gegensatz zu meinen anderen Leben – extrem
    wenig Sozialkontakte und das war auch okay so.
    Nur stellten sich die meisten als Einbahnstraßen heraus.
    Ich habe eine Engelsgeduld beim Zuhören und Lösungen finden,
    aber irgendwann muss sich dann auch etwas bewegen.
    Das tat es beim Gegenüber oft auch nach Jahren nicht.
    Wenn ich hingegen gefragt wurde, wie es mir geht, schaltete
    der eine oder andere Gegenpart dann nach seiner obligatorischen
    Frage oft ab, ohne mir zuzuhören, weil er so verstrickt war in sein
    eigenes Gedankenkonstrukt.
    Mich langweilen und ermüden stundenlange Monologe, die ewig
    und drei Tage immer um dasselbe Thema kreisen.
    Es ist nicht spaßig, es ist nichts zum Wohlfühlen, es bereichert mich
    selten und lernen kann ich dabei auch nur wenig.
    Kommunikation lebt vom Dialog. Wer nie zuhört und nonstop
    quasselt, lernt auch nix, wer nur zuhört, bereichert Andere nicht.

    Der andere Kreis waren die negativen Wellen, wie die bäh-Schafe.
    Alles ist doof: Sonne doof, Wasser doof, Bäume doof,
    Essen doof, Kanu fahren doof, Radtour auch und alle Anderen
    sind sowieso doof. Dann folgt prompt die Erwartung an eine Beziehung,
    bei der ich meine gesamten Energien und mein fröhliches Gemüt schon
    komplett verbraten müsste, um dem Anderen bis zum 1. Kaffee
    morgens ein Lächeln zu entlocken. Nee danke :D.

    Und dann fällt mein Kind hier ein und macht MIR einen Kaffee, weil
    ich ja grad nicht so elfenmäßig aus meinem Gartenstuhl schweben
    kann. Da isse grad schneller als ich *grummel.
    Und ich bedanke mich üblich 27 Mal für die Mühe und sie guckt mich
    erstaunt an und sagt: „Hey Mom, ist doch nur ein Kaffee!“
    Sie rückt die Verhältnisse wieder gerade, die mir hier ein bisschen
    schräg geraten sind.
    Sie achtet grad auf mich und dann denke ich: Sie ist wie ich ;-).
    Ich halte nix davon, Kindern quasi hinterher zu ziehen, doch hier
    besteht eine Seelenverwandschaft, wie sie sonst nicht üblich ist.
    Wir haben mehr Spaß miteinander als mit allen anderen Menschen,
    aber auch tiefgründige Gespräche, die uns nach vorn bringen.
    Wir können uns fühlen, auch auf eine Distanz von mehreren hundert
    Kilometern. Es ist einfach rund.
    Da ich kein Muttertier bin und meinen Kindern nie mehr als nötig
    auf die Ketten gegangen bin, sie außerdem sehr selbstständig ist,
    haben wir beide auch keine Bedenken, wieder enger zusammen zu
    rücken. Wir bereichern uns einfach gegenseitig unser Leben und
    ohne den Anderen fehlt uns etwas Entscheidendes, also warum nicht?!

    Ich hatte früher immer viele Bindungen, allerdings neben den engen
    auch Beziehungen zu anderen Menschen, die ich verflucht gern hatte
    und bei denen ich mich nach längerer Zeit wieder melden konnte ohne das
    öde „Lebst Du auch noch?!“ zu kassieren. Menschen vergessen ja
    gern, dass sie sich in der Zwischenzeit ebenfalls nicht gemeldet haben ;-).
    Heute möchte ich mich intensiver kümmern können, so viele wie
    damals müssen es also nicht mehr werden.

    Am Planen habe ich auch Spaß, mehr noch allerdings am Improvisieren,
    wenn ein Plan mal wieder in die Grütze gegangen ist :-).
    „Auf die Nähe zum Internet achten“. Beziehst Du das jetzt auf diese
    Online-SHG?
    Ohne I-Net wäre ich aufgeschmissen, ich bin Tante Wiki´s größter Fan :-).
    Ich will einfach alles wissen und vieles können und so rausche ich täglich
    durch die Suchmaschinen. Das wird das erste sein, was ich mir im
    Ausland einrichte, sofern sie mich noch einmal reinlassen.
    Mein Vater sagte immer, mit mir könne man genau zwei Mal irgendwo
    hingehen: Einmal zum Vorstellen und einmal zum Entschuldigen *g.
    Ich hoffe, die ausländischen Nachbarn sind genauso kulant und geben
    mir die Gelegenheit zu einem zweiten Auftritt ;-).

    Dir wünsche ich jetzt viel Spaß beim Koffer packen und eine gute
    Reise Morgen, ich bin gespannt auf den Bericht.

    Herzliche Grüße
    Katha

    Nun sei mal in diesem Punkt nicht so streng mit Dir, Kummerstier.
    Viele Co´s erfahren erst nach dem Ende der Beziehung von den Kindern selbst, wie sehr sie unter dem Zustand gelitten haben. Die Kinder lieben überwiegend beide Elternteile und wollen keins von ihnen verlieren oder illoyal sein und schweigen deshalb. Normal.
    Die tickende Zeitbombe sehe ich allerdings in Euer beider Verhalten.
    Es freut mich, dass Du die Psychologin aufgesucht hast und Dir Hilfe holst.
    Es gibt einfach zu viele Co´s oder auch Beziehungssüchtige, die sich darüber wundern, dass sie in Partnerschaften ständig in dieselben Muster reinrasseln.

    Dir alles Gute.

    Viele Grüße
    Katha

    Guten Morgen Kummerstier,

    gehupft wie gesprungen: Ein Mensch, der sein/e Partner/in in dieser Art und Weise beschimpft und beleidigt oder sogar schlägt, verliert ab sofort jeglichen Respekt vor dem anderen, wenn dieser sich nicht sofort trennt.
    Diese Beziehung ist ab sofort tot und nicht reparabel, denn das Programm steht im Unterbewusstsein beider Partner.

    Ich habe Männer befragt – die wenigsten von ihnen waren übrigens z.B. Alkoholiker oder Drogenabhängig, die in grauer Vorzeit genauso gehandelt haben und sich immer noch dafür krümmen, ihr Verhalten heute nicht mehr nachvollziehen können. Sie haben sich in der Zwischenzeit Hilfe geholt und etwas für sich getan. Und wenn auch heute keiner von ihnen in dieses Muster zurückfallen würde und sie mittlerweile alle in guten Partnerschaften leben, hätte doch kein einziger eine Beziehung weiterführen oder neu beginnen können mit der Frau, die sich schlagen und beleidigen ließ, da der Respekt komplett verloren ging.
    Point of no return und einer der wenigen Fälle, in denen man die verbliebene Hoffnung getrost in die Tonne treten kann.

    Die Kinder existieren. Ich hätte keine ruhige Sekunde, wenn ich davon hätte ausgehen müssen, dass „meine Engel“ von einem alkoholisierten Menschen beaufsichtigt werden. Nicht einmal ich als Alkoholikerin habe meine Kinder einer solchen Gefahr ausgesetzt, denn ich liebe sie schließlich.

    Seit „geraumer Zeit“ geht er vor den Kindern auf Dich los. Die Möglichkeit besteht durchaus, dass da zwei Menschen heranwachsen, die in einigen Jahren therapeutische Hilfe annehmen müssen, da erlerntes Verhalten oft tief im Unterbewusstsein verankert ist und sie dadurch in dieselbe Situation geraten könnten wie Du.
    Was bleibt denn übrig, dass Du deinen Partner, der im übrigen kein Monster, sondern schlicht und ergreifend krank ist, hin und wieder noch als tollen Mann und Vater bezeichnen kannst?

    Ich wiederum kann mir sehr gut vorstellen, wie Dein Selbstbewusstsein in den Keller geht zusammen mit der Freude an allen schönen Dingen und auch an Deinen eigenen Leistungen, wenn die (unhaltbaren) Vorwürfe ausgerechnet von dem Menschen kommen, der Dir am nächsten ist, dem Du am meisten vertrauen können solltest und der bei Dir ist, weil er Dich ...liebt? Steter Tropfen und Aushalten einer menschenunwürdigen Situation, einer der zuverlässigsten Wege in die Depression.

    Viele Grüße
    Katha

    Lieber Correns,

    weder Korrektur noch Aufforderung,
    vielmehr sanfte Erinnerung ;-).

    Ich steh´ja nun total auf Selbstreflexion und damit
    naturgemäß auch auf Selbstkritik, aber überhaupt nicht
    darauf, mich selbst herunter zu machen :-).

    So habe ich mir den Gelassenheitsspruch, den sich u. a.
    auch die AA rangezogen haben, quasi auf die Stirn getackert.
    Ich bin eine Kämpfernatur und absolut nicht bereit, einfach
    alles hinzunehmen, andererseits würde ich sinnlos Energien
    verschwenden, wenn ich an Dingen herumzerre, die zu
    ändern nicht in meiner Macht steht.
    So bin ich gern bereit mein Verhalten zu ändern, jedoch nur,
    wenn es mit meinem Innern in Einklang ist. Ich mag Aufgesetztes
    nicht und halte es auch nicht für gesund. Bei anderen Menschen
    springt es mich oft sofort an, habe ich selbst einen dieser seltenen
    Ausfälle, spüre ich ihn sofort im Gesicht, weil es sich verkrampft
    anfühlt.

    Mir ist aber – nachdem ich Deinen letzten Eintrag in Deinem Thread
    gelesen habe, noch nicht ganz klar, wie Du deine Maßstäbe setzt ;-).
    Ich möchte mein eigener Maßstab sein, da nur ich selbst beurteilen
    kann, was und wie viel ich leisten kann und vor allem im vernünftigen
    Rahmen auch möchte. Wobei mir natürlich vollkommen klar ist,
    dass Jeder von uns ständig bewertet und beurteilt wird oder sich
    selbst einschätzen muss, da sonst kein Team – gleichgültig in
    welchem Bereich - erfolgreich zusammen gestellt werden könnte.

    Du läufst Marathon, mich würde schon der Gedanke daran erblassen
    lassen :-). Für mich wäre es nicht einmal wichtig, irgendwann und
    irgendwie ans Ziel zu kommen, sondern allein der Wille und Entschluss,
    mich an die Startlinie zu stellen, loszulaufen und mein Bestes zu geben
    je nach Form, wäre für mich das Entscheidende.
    Ich würde übrigens auch die Zeit nehmen für die bewältigte Strecke,
    aus Interesse daran, wo ich stehe und vielleicht für die Anvisierung
    meines nächstes Ziels, würde sie aber nicht zwingend mit der der
    20jährigen Versicherungsangestellten vergleichen, die täglich 30 km
    zur Arbeit joggt und vorher rostige Nägel in ihr Frühstücksmüsli kippt.

    Natürlich fällst Du auf, wenn Du mal eine Woche nicht schreibst.
    Du fällst aber auch auf, wenn Du täglich schreibst :-).
    Ich schlage vor, Du findest Dich damit ab ;-).
    Ich war auch ein paar Tage abwesend, schließlich muss man
    Prioritäten setzen.
    Erstaunlicherweise hat man mir – die ich doch auf alles eine Antwort
    finde, und wenn es manchmal Jahre dauert ;) – zum wiederholten
    Male die eine Frage gestellt, auf die mir immer noch nix Gescheites
    einfallen wollte: „Was machst Du in diesem Landstrich eigentlich noch?!“

    Ich fand die Frage allerdings berechtigt und habe deshalb zwischen
    Frühstücksei und Toast spontan beschlossen, wieder auszuwandern.
    Der Gedanke muss wohl schon länger in meinem Hirni herumgespukt
    haben, denn ich war absolut nicht überrascht.
    Ich habe mich sofort ans Werk gemacht und arbeite jetzt geduldig
    meine to-do-Liste ab. Ein schöner Plan, wenn er denn funktioniert.
    Nebenbei trainiere ich nun etwas konsequenter die Hügel hier, damit
    ich zukünftig beim Anblick von Bergen nicht in Tränen ausbreche *g.

    Vielen Dank für Deine Genesungswünsche. Ich nehme so gut wie keine
    Schmerzmittel mehr, da alles, was jetzt noch übrig ist, ohne Pillen
    einigermaßen auszuhalten ist. Ein wirklich gutes Gefühl.
    Ich freue mich höllisch für Dich, dass es mit Deiner Kur geklappt hat :-).

    Dir wünsche ich erst einmal eine entspannte Woche.

    Liebe Grüße
    Katha

    PS: Nun mach´Du dir mal keine Sorgen um Andreas, denn er ist
    Hamsterboss in seinem Hamsterkäfig und muss vielleicht nur das
    Loslassen üben ;)

    Guten Abend Correns,

    wenn ich weiterhin die Hanseatentochter gemimt
    hätte, die Contenance bewahrt und nie nie nie
    aufdringlich oder unverschämt direkt erscheinen möchte,
    wäre ich wohl über kurz oder lang in die Spinnweben gekippt
    wie seinerzeit Dornröschen, denn bewegt hätte sich nix :-).
    Wir wollen die Umwelt nicht weiter raten und
    vermuten lassen, was nun ins uns so vorgehen mag –
    denn die Glaskugeln werden knapp ;-).

    Direkte Ansprache – kann ich. Immer öfter.
    Einfach? Daran feile ich noch.
    Fehler? Wieso Fehler?! Wer definiert denn das?
    Gibt´s dafür auch wieder so ein blödes Gesetz?
    Außerdem klingt „Eigenart“ doch so viel netter ;)
    und dann kannst Du dich hemmungslos da
    hinein verlieben :-).

    „Krank“ sind wir mit Grippe und 39°C Fieber, Du
    bist ein Geschöpf aus Gottes reichem Tiergarten und
    bereicherst Menschen, indem Du aus zahlreichen
    Optionen ein paar für Dich auswählst, damit wir uns
    nicht gegenseitig alle mit denselben Eigenarten
    anöden ;-). So einfach isses.. und so bunt ;-).

    Herzliche Grüße
    Katha

    Hallo Mäuki,

    wenn man die Dinge einfach sieht, könnte man sagen: Das sind meine Gedanken. Peng! :)
    Als Hirnlos empfinde ich Gedanken nie, sie sind da.
    Ich fühle, was ich fühle und denke, was ich denke und nicht das, was ich denken und fühlen sollte, könnte oder müsste ;-). Erstmal.
    Gefällt mir das alles nicht oder schadet es mir, kann ich überlegen, woher diese Gedanken rühren und ob ich daran in irgendeiner Form etwas ändern kann.

    Ich würde nie unterstellen, dass Du ein „Es tut mir leid“ erwartest, mir ist nur aufgefallen, dass die Bezeichnung „im Moment“ mittlerweile wie selbstverständlich nahezu fester Bestandteil ist in jedem Kommentar Deines Threads, als würde es Dir nicht fast durchgehend schlecht gehen.

    Jeder schreibt hier, was und wie er mag, was ihm hilfreich erscheint auf seinem Weg, nur ist der einzig gemeinsame Nenner z.B. in diesem Forum der Alkoholismus.
    Du wirst immer einsamer, weil Dich Niemand verstehen kann.
    Du bist aber nicht allein, keiner von uns. Unglücklicherweise gibt es mehr als genug Menschen, die Dein Schicksal teilen. Meine Idee war, dass Du eventuell neben der ärztlichen Betreuung noch eine SHG/ein Forum aufsuchst, in dem sich Missbrauchsopfer austauschen. Da wird man Dich sicherlich verstehen und Dir eventuell auch weiterhelfen können. Vielleicht hast Du das aber auch alles bereits abgehandelt und es hat Dich nicht weiter gebracht, weiß ich natürlich nicht.

    Ich kenne Deine Kinder ja nicht, meine riechen bereits an der Stimmlage, wenn etwas bei mir nicht in Ordnung ist, auch wenn ich nicht darüber spreche. Vielleicht erzählen Deine Kinder soviel, damit Du nicht zu Wort kommst, also eher ein Schutzmechanismus. Sind aber nur so Gedankenfetzen von mir – ich will da nichts hinein interpretieren, vielleicht sind Deine Ableger einfach nur besonders mitteilsam.

    Die Rückschläge sind verständlicherweise mühsam, gerade wenn man zu Depressionen neigt. Ich wünsche Dir, dass Du den Mut nicht verlierst, neue Wege zu gehen, bis Du den richtigen für Dich gefunden hast. Sehnsucht nach Lebendigkeit ist jedenfalls ein starkes Gefühl, das kann sich ja nur positiv auswirken :-). Es ist, wie es ist, aber es muss ja nicht so bleiben ;-).

    Ich hoffe, Du hattest auch ein schönes Wochenende und kannst den Sonntagabend jetzt noch gemütlich ausklingen lassen.

    Liebe Grüße zurück
    Katha

    Nabend Mäuki,

    an zwei Händen kann ich nicht abzählen, wie oft ich Dir schon geschrieben und das Resultat dann prompt in die Tonne gekloppt habe, weil dieser Thread auf mich wirkt wie ein Minenfeld und ich nicht riskieren wollte, dass mir meine Worte um die Ohren fliegen.

    Du schreibst von Deiner Tochter, die sich nicht bei Dir meldet. Das hat mich dazu bewogen, jetzt doch noch einen Versuch zu starten.
    Leider fehlt auch mir hier die Mimik, Gestik und der Tonfall und ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich bei Dir den richtigen Hals nicht verfehle ;-).

    Ich verstehe nicht, warum Dir überhaupt noch Jemand schreiben kann: „Es tut mir leid, dass es Dir momentan so schlecht geht“. Ich verstehe auch nicht, dass Du noch schreiben kannst: „Im Moment geht es mir schlechter“ oder die Variante „Seit Montag/Dienstag/Mittwoch… geht es mir schlechter“.
    Der „Moment“ dauert (für mich gefühlt) jetzt seit Mai 2012(?) an :-(, nur kurz unterbrochen durch die Zeit, in der Du geheiratet hast. Mir tut es leid, dass es Dir so lange schon so schlecht geht!

    Erinnerst Du dich daran, wie gut es Dir nach Deiner LZT ging? An Deine Pläne, Wünsche und vor allem Ziele? Du hast Deinen Thread „Lebendigkeit“ getauft, geblieben ist wohl von allem nur das Malen, der verhasste Job, Starre und Hilflosigkeit, die Panik davor, Deinen Partner zu verlieren und Deine damit einhergehende Gewissheit, dass Du dann wieder zum Glas greifen würdest. Das würde mir auch Angst machen.
    Ich habe selbstverständlich keine Universallösung, aber mir haben Menschen geholfen mit ihrer Art, die Dinge zu betrachten und auch mit Ehrlichkeit und ich konnte irgendwann aufhören, ständig um die eigene Achse zu kreiseln.

    Zur Praxis: Als es mir hier über einen langen Zeitraum wirklich schlecht ging, meldete sich meine Tochter, die mich ohne Zweifel über alles liebt, zum Schluss kaum noch bei mir. Das überraschte mich und tat mir weh. Als ich mich nach dem Grund erkundigte, sagte sie mir, dass sie es nicht mehr ertragen kann zu hören, dass es mir schlecht geht. Weil es ihr selbst so verflucht weh tut und es ihr dann richtig dreckig geht. Vielleicht geht es Deiner Tochter ähnlich.
    Du suchst verzweifelt Ansprache, Unterstützung, Verständnis und auch Meinungen zu dem Thema, das Dich bewegt. Ich persönlich habe den Eindruck, Du suchst an den falschen Stellen, bei den falschen Ansprechpartnern. So absurd wie es klingt, halte ich gerade die Familie (vor allem nicht die eigenen Kinder), also die engsten Vertrauten, häufig nicht für die geeigneten Menschen, um Dein spezielles Thema zu erörtern.

    Gewalt und/oder Missbrauch in Familien sind oft wie eine verschlossene Truhe mit Grauen erregendem Inhalt, zu dem jedes Mitglied einen Schlüssel besitzt. Einer leugnet vielleicht, überhaupt einen Schlüssel zu besitzen, der Nächste mauert die Truhe im Keller ein, ein Anderer verdrängt, dass die Truhe existiert, weil sie ihm stets im Weg stand, wieder ein Anderer steckt den Schlüssel ins Schloss, traut sich aber nicht, ihn herumzudrehen, der Letzte öffnet sie eines Tages. Im Idealfall wird sie von allen (übrigen) Familienmitgliedern gemeinsam geöffnet. Jeder muss aber einen Weg für sich finden, damit umzugehen, die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen und man darf sie ihm nicht nehmen und sollte ihn auch nicht bedrängen.
    Wenn DU das dringende Bedürfnis hast, mit Deiner Mutter zu sprechen und Du davon überzeugt bist, dass es Dich erleichtern würde – gleichgültig, was dabei herauskommen mag, dann solltest Du es tun, unabhängig von der Meinung Deines Bruders. Es ist Deine Entscheidung. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

    Das Leben wird für viele Menschen immer anstrengender und schwerer zu bewältigen und Jeder hat in der Regel selbst genügend Stress am Hals oder eigene Probleme. Ich schätze Aufrichtigkeit, doch wenn ich Jedem auf Nachfrage erzähle, wie schlecht es mir geht, kann ich mit folgenden Reaktionen rechnen: Den Leuten, denen ich relativ gleichgültig bin, geht mein Zustand am Mors vorbei. Das ist normal. Doch auch die Anderen werden über kurz oder lang die Schotten dicht machen, wenn sich bei mir nichts ändert, da einfach ihr Fassungsvermögen erschöpft ist und sie sich hilflos und ausgelaugt fühlen. Das hat nichts mit Gleichgültigkeit oder Antipathie zu tun.

    Der Psychiater, von dem Du jetzt zuletzt schreibst, ist wohl kaum der richtige Ansprechpartner für Dich. Er kann ja gern 20-30 Leuten pro Tag kurz ein paar Pillen hinterher schmeißen, wenn sie akuten Suchtdruck haben – so etwas muss es vielleicht auch geben, aber ich würde mit ihm nun nicht auf die Schnelle auswürfeln, was Dir eventuell an Medikamenten helfen könnte. Du warst vielleicht wütend und auch verletzt, weil Du das Gefühl hattest, Dich hat wieder einmal Jemand nicht ernst genommen. Ganz pragmatisch würde ich jetzt sagen: Es war nur einfach nicht seine Baustelle und er hatte keine Zeit für Deine Belange, nicht für Deine Erläuterungen und damit auch nicht wirklich für das Lesen des Briefes an Deinen Bruder, denn ihm saßen ja schon wieder Dutzende Patienten im Genick. Ich würde dies jetzt mal nicht persönlich nehmen, die Suche nach wirklicher Unterstützung aber deshalb nicht aufgeben. Vielleicht und hoffentlich kann Dir der neue Neurologe/Psychiater im Dezember weiter helfen.

    Oft denke ich:
    Wenn Du einen knackigen Mors willst, geh´zum Sport. Geh´da aber nicht hin, wenn Du krampfhaft auf der Suche nach Freunden bist, weil Du dich einsam fühlst.
    Wenn Du gern ins Theater gehst, zum Eishockey oder zum Schwimmen oder Tanzen, such Dir Jemanden, der das genauso gern tut wie Du und prügele da nicht Deine/n Partner/in hin, der/die das nicht ausstehen kann, nur weil ihr verbandelt seid und viele in dem Wahn leben, man müsste dann eine deckungsgleiche Einheit abgeben.
    Wenn Du ein Suchtproblem hast, geh´in eine SHG.
    Wenn Du ein Suchtproblem und Depressionen hast, stopp die Sucht und gehe dann – neben ärztlicher Begleitung - in eine SHG für Menschen mit Depressionen.
    Wenn Du ein Suchtproblem und Depressionen und eine Vergangenheit hast, in der Missbrauch stattgefunden hat, stopp die Sucht, suche Dir einen guten Therapeuten und ein Forum, in dem Betroffene sich genau darüber austauschen, denn nur dort wirst Du wirkliches Verständnis und auch Unterstützung erfahren. Das gilt für mich für alle Bereiche.
    Sind wir in Bewegung (kein blinder Aktionismus), sind wir im Fluss (des Lebens) und viele Dinge ergeben sich von selbst, ganz ohne Kampf und Krampf.

    Vielleicht sehe ich die Dinge manchmal auch zu einfach, aber es ist erholsam nach den komplizierten Grübeleien der Vergangenheit, teils hervorgerufen durch wilde Interpretationen meinerseits ;-). Manchmal meint ein Mensch nämlich tatsächlich genau das, was er gesagt hat ;-).

    Dir wünsche ich ein schönes Wochenende und gute Erholung in Deinem Urlaub.

    Viele Grüße
    Katha
    PS: Ich schick´s jetzt doch ab, mit einem Grummeln im Bauch

    Hallo Sonnenschein,

    je reiner der Alkohol ist, desto weniger riecht man die Fahne. Wodka bietet sich da an.
    Allerdings übersäuert der Körper nach einiger Zeit und fängt an, modrig aus allen Poren zu stinken. Diesen Geruch kann man nicht übertünchen.
    Oft bunkert der Alkoholiker seine Vorräte überall. Während er mit Dir scheinbar ein einziges Glas trinkt, litert er unbemerkt im Nebenzimmer nach. Die Fahne ist dann legitim und der Startschuss ist gefallen.

    Ich frage mich nur, aus welchem Grund Du denn das Bedürfnis hast, zum Trinken von Alkohol zu animieren? Ist es cool? Gehört es zum FEIERabend, kannst Du dich besser entspannen, besser schlafen, bekommt der Abend eine besondere Bedeutung, schafft es Gemeinsamkeit? Vielleicht ist der Grund für Dein Verhalten auch der Grund dafür, dass Du seinen Alkoholkonsum irgendwie verstehen, nachvollziehen, entschuldigen kannst: „Trinken darfst Du, aber nur an bestimmten Wochentagen und auch nur in vorgegebener Menge!“
    Das z.B. wird nicht funktionieren, wenn er abhängig trinkt.

    Viele Grüße
    Katha

    Moin Andreas,

    sooooooo einfach isses also?! *lach. Da hätte man(n) mich ja schon vor Jahrzehnten mit einem einzigen Satz ausbremsen können und hätte seine Ruhe gehabt :D.
    Ist ja deutlich genug und absolut zu akzeptieren. Danke dafür.

    Warum ich rumfuhrwerke? Hm, Vielleicht weil ich dazu erzogen wurde, höchstmögliche Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu erreichen von einer Mutter, die sich das Schlüsselbein am Türpfosten brach, weil sie mit fast 40 °C Fieber kaum noch aus den Augen gucken konnte, sich aber trotzdem weiterhin straight ohne ärztliche Hilfe um drei Kleinkinder kümmerte, bis dann nach Tagen endlich mein Vater eintrudelte.

    Vielleicht weil meine Eltern für ihren Jahrgang eine außergewöhnlich gleichberechtigte Ehe führten, mein Vater kochen konnte, meinen Freunden das Bügeln beibrachte und mir das Anbringen von Windeln an einem Babypopo (die Anweisung auf der Verpackung war falsch und es sah in der Tat etwas seltsam aus und schaffte vor allem nix weg (einem Inscheniör ist ja bekanntlich nix zu schwör :D), während meine Mutter den gesamten Garten umgrub oder renovierte.

    Das bewirkte, dass ich zunehmend irritiert war, wenn ich z.B. sah, dass eine meiner Freundinnen Wochenlang trotzig und motzend im Dunklen saß, weil das Wechseln der Glühlampe SEIN Job war, während er Sonderschichten prügeln musste und völlig am Anschlag war.
    Weil ich mich im Unterbewusstsein von einem solchen Verhalten distanzieren will und muss?
    Weil ich nie Jemanden be- oder ausnutzen möchte, niemals Aufgaben an Andere abschieben will, ohne dass ich zumindest versucht habe, sie selbst gebacken zu bekommen?
    Weil es mir deshalb so schwer fällt, Hilfe anzunehmen? Weil ich – gerade mit Handicap – vermeiden möchte, dass Jemand aus Fürsorge und Mitleid mehr für mich tut als nötig wäre? Weil ich selbst in diesem momentanen Zustand Andere entlasten und ihnen klarmachen möchte, dass sie sich vor allem keine Sorgen zu machen brauchen, da ich die meisten Dinge erledigen kann und nicht völlig hilflos bin ohne dauernde Unterstützung?
    Weil ich immer noch zu viele Menschen sehe, die mit ihrer Krankheit oder Behinderung und Übertreibung der Symptome Andere an den Rand der Erschöpfung treiben und dann fröhlich herumhüpfen, wenn dieser Mensch außer Sichtweite ist?

    Auch wenn vermeintlich vieles davon nichts mit besagter Situation zu tun hat, vermute ich mal, dass alles mit hineinspielt. Ich würde allerdings im realen Leben niemals versuchen, diesen verworrenen und ellenlangen Erklärungsversuch verbal an den Mann zu bringen, denn ganz vielleicht stand ich nur zufällig tumbe in der Gegend herum und hatte grad nix Besseres zu tun :-).

    Ich musste erstmal googeln: Eine Müllsammelzange sieht tatsächlich ähnlich aus wie mein orthopädisches Hilfsmittel :-). Mit dem Dingens kann ich bis zu 5 kg heben, mit meinem Rückgrat leider noch nicht. Ich stemme jedenfalls damit alles unterhalb der Oberschenkelhöhe, weil mir jeder Zentimeter, den ich mich vorbeugen muss, gefühlt das Kreuz bricht. Der Tag, an dem ich das Teil abgeben kann, wird auch der Tag sein, an dem ich mich an 50 Liegestützen rückwärts versuche *g.

    Beim Einräumen meines Geschirrspülers durch hilfsbereite Menschen bin ich absolut tolerant, bei den Küchenschränken hört der Spaß auf xD. Jede neue Küche wird bis zu drei Mal umgeräumt, bis ich überall die praktischste Lösung gefunden habe und alles blind greifen kann, weil ich keine Lust habe, zu suchen. Da pfuscht mir Niemand rein :-). Über das Wäsche waschen und aufhängen diskutiere ich mit Männern nie, das übernehme ich ohne Sprechen. Ich stehe einfach nicht so auf Klammerabdrücke an der Vorderfront oder Wollklumpen in Miniaturgröße ;-).

    Ich hab gut gelacht bei Deiner Beschreibung des Möbelaufbaus, so aus dem Leben gegriffen :-). Wenn ich beim Backgammon gewinne, ernte ich von meinem männlichen Gegner stets ein entrüstetes: „Du hast nur gewonnen, weil Du so verdammt unlogisch spielst!“. Ich bin also geradezu prädestiniert, einen wüsten Haufen schwedische Bretter und Schrauben zusammen zu setzen :-). Mein Tipp: Verbrenne die Aufbauanleitung, dann ist alles ganz einfach.
    Der Akkuschrauber, den ich geschenkt bekam, passt in keine Handtasche. Ab und zu starre ich ihn ehrfürchtig an wie ein goldenes Kalb und schraube dann – wie gewohnt – mit der Hand weiter ;-).
    Ich denke fast, mit der nötigen Gelassenheit und Nachsicht und vor allem einer großen Portion Humor kann man dem Unterschied zwischen den Geschlechtern doch einiges abgewinnen und so wünsche ich Euch weiterhin viel Spaß und freie Flugbahn zum Gartenteich ;-).

    Herzliche Grüße
    Katha

    Hallo Tian,

    „Gezieltes Blubbern“ :D Gefällt mir :)
    Das Endlos-Gesabbel kenne ich aus meinen Jobs natürlich auch. Oft würge ich es gnadenlos ab, denn wenn das Haus brennt, diskutiere ich nicht lange aus, wen ich wie und warum zuerst rausschleppen soll, da packe ich, was ich tragen kann. Da beherrsche ich auch die direkte Rede. Hinterher kann gern in Ruhe geklärt werden, wie solche Situationen zukünftig zu vermeiden sind.
    Eine Aufgabe, bei der Teamarbeit so aussieht, wie Du sie beschrieben hast, lehne ich schon seit Jahren ab: Ich habe einfach nicht die Nerven dafür und ziehe brennende Reifen jederzeit vor ;-).

    Im Privatleben bin ich anders unterwegs, ausgenommen bei körperlicher Arbeit, die ich mit Anderen zusammen verrichte. Vielleicht habe ich auch zu oft an Feuerstellen herumgehangen, allerdings ohne die kurzen Knurrlaute zu beherrschen ;-).
    So schreibe ich z.B. im Erzählmodus, weil meine Gedanken spazieren gehen und vor allem, weil ich gerade in Online-SHG´s Niemanden mit Worten verletzen will. Reicht völlig, dass man den Mitmenschen bereits mit dem Inhalt der eigenen Kommentare manche Illusion rauben muss, das schmerzt ohnehin genügend. So hole ich lieber einmal mehr aus, bevor ich missverstanden werde. Ich mag Menschen halt ;-).

    Herzliche Grüße und Dir noch einen schönen Abend.

    Eine (für heute) total entspannte
    Katha :)

    Schallendes Gelächter vom Gartenstuhl :D

    Hallo Andreas,

    Deine Aufzählung könnte tatsächlich beliebig fortgeführt werden, allerdings in beide Richtungen bis in die Neuzeit ;-).
    Da kommt ein Mann angetobt und bietet mir freundlicherweise an, eben meinen Geschirrspüler auszuräumen. Ich schaff´s immer mit der Greifzange, aber es geht natürlich schneller ohne. Zufällig steh ich neben ihm und zufällig konnte ich noch nie zusehen, wenn nur andere arbeiten und schweigend! benutze ich wie automatisch die Zange, um das Geschirr wegzuräumen, das auf meiner Seite steht. Dafür ernte ich ein: „Du musst mir hier nicht beweisen, wie gut Du mit der Zange umgehen kannst!“ Das haut mich um xD.

    Ist es möglich, dass Männer die Frauen im Laufe der Jahrtausende total veräppelt haben und es in Wirklichkeit absolut nicht ausreichend ist, einfach nur mal ab und zu ein paar Jahre die Klappe zu halten, sondern dass Frau sich zusätzlich noch wie schockerstarrt und mit Rehblick in die Ecke begeben muss, damit der Held wirken kann? *g

    Gehst Du auf´s Dach, weil die Mammuts grad aus sind? :D
    Die Sache mit dem Fleisch nehme ich Dir nicht ab. Männer essen Fleisch, weil man Salatblätter nicht grillen kann *g. Salat anzurichten ist eine Aufgabe, die sie den Frauen zugeteilt haben durch teils haarsträubende Komplimente, um sie von der Feuerstelle wegzukriegen. Dann stehen sie da, so ganz unter sich, glotzen tumbe in ein Feuer, das ihnen keine Kommunikationsstärke abverlangt und sich trotzdem irgendwie bewegt (ähnlich wie Bilder im TV), verschaffen sich damit die nötige Erholungspause und verständigen sich durch kurze Grunzlaute mit anderen Betroffenen (also Männern) :-).

    Eine Zeitlang habe ausschließlich ich für meine Kinder gekocht. Es gab viel Gemüse, Aufläufe, wenig Gewürze, etc… denn sie waren noch kleiner.
    Eines Tages stand der neue Held vor der Tür, der genauso gern kochte wie seine Vorgänger. Als er meine Kinder fragte, was sie gern essen würden, pumpte mein Sohn sich mit seinen 6 Jahren richtiggehend auf, holte tief Luft – die Kulleraugen wurden riesig – und presste dann mit zwei Oktaven tieferer Stimme ein verzweifeltes aber doch hoffnungsvolles „F-L-E-I-S-C-H?!“ hervor. Mach´ Dir nix vor, es steckt in Euch drin :D.

    Und während Frauen weiterhin ständig die dusslige Frage stellen: „Was denkst Du gerade?“, weil sie die Universal-Antwort, nämlich „Nix!“, einfach nicht glauben können, obwohl sie überwiegend tatsächlich der Wahrheit entspricht :-), nerven Männer mit: “Was/Wie/Warum machst Du da(s)?“, weil sie in dem Wahn verfangen sind, sie könnten es besser, schneller oder routinierter erledigen oder die Arbeit wäre sowieso von Haus aus komplett überflüssig.
    Pragmatismus und „völlig unrealistische Wünsche“ xD. Natürlich ;-). Du hast aber recht: Langweilig wird´s nie :)

    Herzlichen Dank für die guten Wünsche und Dir auch noch eine schöne Woche.

    Viele Grüße
    Katha

    Wo er recht hat, hat er recht ;)

    Huhu Tian,

    die Streichung verschiebe ich also noch mal *g, denn schließlich bekomme ich – wenn alles gut läuft – schon nächstes WE liebsten Besuch :-).
    Lieben Dank für die Erinnerung, ich habe mir gestern einfach mal eine Phase genommen ;-).

    Herzliche Grüße
    Katha

    PS: Habe ich schon erwähnt, dass ich auch Jeden glühend bewundere, der Beiträge unter 127 Sätzen hinlegen kann? :)

    Liebe Susanne,

    mit Dir würde ich gern mal ein paar Jahre Kaffee trinken, denn ein Nachmittag würde wohl kaum ausreichen, um alle Themen abzuhandeln :-). Über Deinen ersten Satz muss ich jetzt noch lachen, obwohl der Anlass natürlich nicht besonders komisch ist.

    Wie ich bereits bei Correns schrieb, bewundere ich jeden Menschen aufrichtig, der sich Hilfe und Unterstützung holen kann oder – in Deinem Fall – eine dringend benötigte Auszeit.
    Es ist für mich ein Zeichen von Stärke, auch zugestehen zu können, dass man manchmal überfordert ist oder sich hilflos fühlt, gerade dem Arbeitgeber gegenüber, aber auch im privaten Bereich.

    Meine Tochter z.B. war grad total enttäuscht. Die Diagnose, die sie kürzlich bekam, hat sie natürlich erschreckt und ihr Angst gemacht. Sie hätte sich gewünscht, dass ihr Freund an diesem Abend bei ihr bleibt, doch der verabschiedete sich und ging zur geplanten Bandprobe.
    Ich habe ihr geraten, zukünftig in einfachen, klaren und vor allem direkten Sätzen zu sprechen und ihre Bedürfnisse zu äußern.

    Der Mann als solcher ist in der Regel Pragmatiker. Sieht er im Augenblick keine Möglichkeit, etwas Produktives beizusteuern, zieht er los und tut, was Männer halt so tun müssen :-). Nach der Ansage, dass abgewartet werden muss, schiebt er häufig die Angelegenheit auf der to-do-Liste nach hinten, denn es macht für ihn keinen Sinn, sich vorher schon verrückt zu machen, bevor das Ergebnis fest steht. Durchaus logisch.

    In der Zwischenzeit gehen Frauen die Wände hoch, fühlen sich allein gelassen und/oder bekommen Wutanfälle und gehen auf ihn los (was ihn dann wiederum total verblüfft) und zuletzt wird noch an der Beziehung am allgemeinen gezweifelt oder an seiner Liebe oder überhaupt am Sinn des Lebens ;-).

    Nach meinem diesbezüglichen Erklärungsversuch herrschte erstmal Funkstille am Telefon. Dann kam ihre erstaunte Frage: „Mama, sind die echt so?“. Ja, ich fürchte schon ;-).
    Natürlich nicht alle, obwohl mir persönlich keine Ausnahmen bekannt sind *g.
    Probates Mittel dagegen sind die einfach Sätze: „Ich brauche Dich heute Abend, weil ich nicht allein sein möchte und Angst habe. Ich wünsche mir, dass Du bei mir bleibst!“

    Ich hänge noch bei: „Du gehst jetzt / hast heute keine Zeit? Ah, okay!“, aber vielleicht kann sie schneller umsetzen als ich und es hilft ihr ;-).

    In der Zwischenzeit konnte ich die Orthopädengang zumindest dazu bewegen, mir alle benötigten Formulare auszustellen und zuzuschicken. Die telefonischen Erklärungen dazu, was nun ausgefüllt werden konnte und was nicht, habe ich ausgeblendet. Darum kümmere ich mich, wenn ich die Unterlagen vor Augen habe, denke aber, dass ich mir Hawaii endgültig abschminken kann ;-).

    In puncto Hilfeleistung kann ich Deine Meinung voll unterschreiben. Umso wichtiger ist es für mich, mir die Hilfe, die ich unerwartet erhielt, immer wieder bewusst zu machen und auch zurückzugeben. Es wird immer wieder auch positive Überraschungen geben und das bringt mich nach vorn.
    Ganz gewiss bist Du nicht allein in Deinen Bemühungen und wenn Alle die Schotten ein wenig mehr aufmachen könnten, würden wir ganz schnell feststellen, dass es noch viel mehr Menschen gibt, die in ähnlicher Lage sind. Oft reicht es doch schon, wenn man sich einfach mal kurz Luft machen kann und da Jemand ist, der zuhören mag.

    Die unnötigen Diskussionen gestern haben mich deprimiert, zumal ich meine Termine schließlich einhalten muss. Ansonsten habe ich gar nicht das Gefühl, dass ich so wahnsinnig viel aushalten muss, ich muss mich nur kümmern und dran bleiben.
    Schwieriger ist es mit der Selbstdisziplin und ich musste mit mir motzen, weil ich das ganze Wochenende nicht über die Hügel gekrochen bin. Alles andere funktioniert schon viel besser und ich habe letzte Nacht bereits eine 90°-Drehung auf meiner neuen Matratze hinlegen können ohne die üblichen Zwischenstopps und das Gezerre :-).

    Herzlichen Dank für Deinen Besuch, hat mich so gefreut!

    Liebe Grüße und eine entspannte Woche
    Katha

    Habe gerade beschlossen, das Jahr 2014 ersatzlos zu streichen.
    Das Jahr der Trainingshosen.
    Vier Monate allein wegen der Leisten-OP und jetzt noch ein paar dazu wegen des Mieders.
    Am Freitag bin ich wieder mit dem Taxi zum Doc gezuckelt wegen einer neuen Nierenentzündung. Als würde ich verdammte Treuepunkte sammeln beim Internisten.
    Das Antibiotikum hat mir allerdings der Apothekenchef am Samstag trotz meiner automatisierten Abwehrhaltung höchstpersönlich vorbeigebracht. Mein Beitrag dazu: „Das kann ich Ihnen wirklich nicht zumuten!“ war schon raus, bevor er mich über(ge)redet hat. Ich lern´s wohl nie!

    Das angeschlagene Kind macht mir Sorge. Tapfer und augenscheinlich gelassen hat sie beschlossen, die Zeit der medikamentösen Behandlung erst einmal abzuwarten, bevor sie in Panik verfällt. Da warte ich natürlich mit ohne Wellen zu schlagen.
    Im nächsten Satz fragt sie mich dann aber, ob ich was dagegen hätte, wenn sie mich besuchen kommt.
    Was für eine Frage! von einem Kind, das sich immer in meine Klamotten kuschelt, wenn´s richtig eng wird und danach allein losmarschiert und Dinge erledigt, bei denen Andere längst in die Knie gegangen wären. Es beruhigt mich, dass sie weiß, dass sie nie wirklich allein ist. Nur die Alleingänge wären doch nicht nötig. Von wem hat sie das bloß? (Meine Fenster sind jetzt übrigens geputzt…)

    Die Nachbarin hat mich zum Einkaufen mitgenommen und mir komplett das Schleppen auch noch abgenommen. Danach hat sie mich noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen und ich war tatsächlich sprachlos. Wenn ich gerührt bin, dann aber mit vollem Programm.

    Als wir wieder zu Hause waren, kam ein anderer Nachbar auf mich zugesprungen. Er bat mich, mein Auto umzuparken, damit er mit seinem kleinen Hutschefidel besser in seine Einfahrt fahren kann. Musst ich schon wieder schmunzeln, da ich im Moment so beweglich bin wie ein Geldschrank. Da grinst mich die Nachbarin an: „Da fahr ich doch eben Ihr Auto ein Stückchen weiter, wenn man mit solchen Kleinigkeiten andere Menschen so glücklich machen kann ;-). Natürlich wird sich umgehend ein Anderer in die Lücke stellen, aber wir haben unseren Part erledigt!“ Die Frau gefällt mir immer besser :)

    Manchmal bin ich verwirrt. Ich verordne mir freundlich aber regelmäßig aufs Neue gesunde Mahlzeiten, die nötige und mögliche Bewegung (die Fenster waren ein Verhaltensrückfall) und vor allem Ruhezeiten. Auch das Sitzen ist ja oft noch anstrengend. Oft bin einfach nur erleichtert, dass ich die Situation überwiegend ruhig durchstehen und ertragen kann.

    Andererseits bekomme ich aus der feindlichen Welt ständig seltsame Aufforderungen wie: „Da müssen Sie sich persönlich vorstellen“ oder „Kommen Sie doch eben mal vorbei“ oder „Reichen Sie die Unterlagen heute noch bei uns ein“.
    Gepaart mit pfundweise Fehlinformationen oder der Aussage der Helfershelferin meines Orthopäden: „Wir wissen ja gar nicht, ob Sie nun operiert wurden oder nicht!“ ist das nichts für Leute mit schwachen Nerven ;-).
    Ich zumindest weiß jetzt, dass Entlassungsberichte, Untersuchungsergebnisse und Röntgenbilder völlig vergebens von Kliniken an weiterbehandelnde Ärzte übermittelt werden, aber vielleicht tue ich Ärzten und Sachbearbeitern auch Unrecht und der Rest der Bevölkerung bastelt verbissen Röntgenbilder nach Wahl und verbringt die damit erschlichene gesamte Freizeit dann auf Hawaii. Vom Krankengeld *rofl*.
    Interessant jedenfalls immer wieder das ewige Gerangel darum, welche Stelle nun tatsächlich für die Belange zuständig ist. Ringelpiez mit Anfassen…

    Ich trinke jetzt nachmittags immer viel Tee. Ist ja nicht so, dass ich so gar nicht vorankommen würde in meiner persönlichen Entwicklung *g. Ich kann Euch, Correns und Matthias, gern demonstrieren, wie das funktioniert – zu mehr reicht es für heute einfach nicht mehr ;-).

    Kopf und Bauch, Correns. Über die Hälfte meines Lebens hielt ich mich für einen ausgeprägten Kopfmenschen. Dann bin ich nach meinem Entzug in eine Entzugsklinik gegangen. Sehr sinnig, ist mir bewusst, aber beim Mikado habe ich immer gewonnen ;-).
    Dann kritisierte der Therapeut während einer Gruppensitzung einen älteren Mann wegen seiner mangelnden Körperhygiene. Ich konnt´s noch nie leiden, wenn Menschen vor versammelter Mannschaft runtergeputzt wurden und kam in Nullkommanix schwer aus der Hüfte. Da wird der Therapeut plötzlich laut und schreit fast: „Ja, genau, Frau X! Endlich denken Sie auch aus dem Bauch heraus, das sprüht ja richtig, gucken Sie sich nur mal an!“
    Ich muss gestehen, dass ich zurückgebrüllt hab: „Ich hab´ ja gar keinen Bauch!“ :D, nur um dann verblüfft zu schweigen, weil ich selbst spüren konnte, wie warm mir plötzlich geworden war. Spannend. Leidenschaft für die Sache.
    Ich habe nie wieder von mir selbst geglaubt, ich wäre ein Kopfgesteuerter Mensch, denke aber, die richtige Mischung machts :-).

    Herzliche Grüße
    Katha