Beiträge von *Nala*

    Hallo Carpenter, hallo Maik, hallo alle Leser/innen,

    Zitat

    aber bitte nicht im Büßerhemd rumlaufen...das ist kontraproduktiv und hilft weder Dir noch ihm nicht weiter.

    Ich glaube, wir wissen beide im Moment noch nicht, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Da erhoffe ich mir ein wenig Rüstzeug aus der Tagesklinik. Samstags werden Angehörigenseminare angeboten, vielleicht lässt sich auch in diesem Rahmen etwas erarbeiten. Und ich weiß, dass meinem Mann selbst eine SHG gut tun würde. Einige Flyer hab ich ihm hingelegt, ihn zwingen kann ich natürlich nicht! Es arbeitet gerade gewaltig in ihm, darüber reden wir jeden Tag, das ist denke ich, eine gute Vorraussetzung, um langfristig an der Partnerschaft zu arbeiten.


    Zitat

    Aber sei bitte vorsichtig und denke immer daran. Die Sucht ist hinterlistig und falsch und kommt wenn immer man sie am wenigsten erwartet.

    Jaaa, der Teufel ist ein Eichhörnchen! :evil: Das habe ich diese Woche erfahren dürfen, das muss ich berichten! Da ich keine Unmengen Kaffee in mich reinschütten will, steige ich am Nachmittag auf Tee um. "Heißes Wasser mit nem Beutelchen drin" habe ich immer belächelt, mittlerweile trinke ich ihn ganz gerne. In der Apotheke gibt es ja zu jedem Anlass und Wehwehchen einen Kräutertee, und der "Gute Nacht"-Tee sprang mir ins Auge. Da ich gerade mit dem Schlaf auf Kriegsfuß stehe, kann man das ja probieren.
    Abends war der Tee fertig gezogen - ich trinke einen Schluck - der Tee läuft den Rachen runter... - ALARM im Oberstübchen! Alles Blut stieg in den Kopf - das Gefühl kenne ich doch! Was war passiert? Irgendwas im Tee hat im Hals ein warmes, starkes, kribbeliges Gefühl ausgelöst, dass ich am Anfang meiner nassen Zeit noch beim Trinken hatte. Außerdem hat mich der Geschmack an Kräuterschnaps erinnert, obwohl ich den nie getrunken hatte. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Tee weggeschüttet, Beutel weggeschmissen, Wasser gepumpt und Zähne geputzt. Dabei stänig im Kopf gehabt:"Oh Gott, oh Gott, oh Gott..."
    Holla, die Waldfee, ich kenne also nun meinen ersten Trigger. Nach einigen Minuten war wieder alles ok, aber der Puls ging ganz schön hoch...


    So, nun möchte ich noch vom bisherigen Wochenende berichten: Freitag Abend waren wir bei meinem Schwager/Schwägerin zum Essen eingeladen. Alleine die Tatsache, die Einladung annehmen zu können, weil man nicht zu Hause saufen muss, war toll! Meine Schwägerin hatte vorher angerufen und mir ihr komplettes Kochrezept vorgelesen und gefragt, ob ich das so essen dürfte. :P Das hat mich doch sehr berührt, soviel Engagement hatte ich nicht erwartet. Der Abend war richtig gemütlich und wir haben viel gelacht - einziges Manko: beim Rauchen am Küchenfenster hab ich mir die Nieren verkühlt. :oops: Bitte kein Mitleid...
    Und das Highlight war, dass ich um 22.00 Uhr mit dem AUTO nüchtern nach Hause fahren konnte.

    Gestern war das Wetter hier ziemlich düster, also hab ich es mal mit dem Lesen versucht. Und siehe da, nach einigen Minuten hats mit der Konzentration wunderbar geklappt. Borowiaks "ALK" ist fertig gelesen! (Ein tolles Buch übrigens)

    Heute morgen stehe ich auf und die Sonne lacht - strahlend blauer Himmel. Ha, vor zwei Wochen hätte ich alle Jalousien unten gelassen und über das Licht gemosert, jetzt reiße ich alles auf und hab ein gutes Gefühl dabei! Diese kleinen Veränderungen zu bemerken, aufzuschreiben und sich immer daran zu erinnern, zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Von diesen Veränderungen gibt es schon so viele:

    :arrow: Ich habe AUGEN, die man komplett sehen kann, da sind nicht mehr die zugequollenen Pupillen, die man nur erahnen kann.
    :arrow: ich kann an Tür oder Telefon gehen, wenns klingelt.
    :arrow: ich kann Auto fahren, WANN ICH möchte.
    :arrow: ich kann aus dem Bett steigen, wenn der Wecker klingelt.
    :arrow: ich kann mich an Situationen und Gespräche erinnern.
    :arrow: ich muss nicht mehr tonnenweise MakeUp ins Gesicht schmieren (aus rot wurde leichenblass - sah furchtbar aus).
    :arrow: ich hab ein Kilo abgenommen.
    :arrow: ich treffe ohne zittriges Zielen den EC-Karten Schlitz im Supermarkt im ersten Anlauf! :shock:
    :arrow: ich kann in den Spiegel sehen und empfinde keinen Ekel.
    :arrow: ich bin zum ersten Mal seit Jahren stolz auf mich.


    Ich wünsche euch ein schönes Restwochenende und auch ganz viele kleine Veränderungen, die euch fröhlich machen.

    Viele Grüße
    Nala

    Hallo Maik, hallo zusammen,

    @Maik: da sagst du was Gutes!

    Zitat

    Alles was irgendwann mal kommt sind halt Sachen mit denen man dann halt irgendwie klarkommen muss. Andere Leute müssen das auch und das Leben hat nunmal auch seine Schattenseiten, wie wir alle ja nur zu gut wissen, aber auch viele, viele schöne für die es sich lohnt ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol zu führen.

    Passend dazu habe ich hier im Forum einen Satz gelesen, den ich mir sofort hinter die Ohren geschrieben habe: Abstinenz löst keine Probleme - sie befähigt mich, Probleme zu lösen.

    Das finde ich klasse und relativiert bei mir so viel. Weiß grade nicht, wie ich das erklären soll...das gibt mir das Gefühl, "wieder zu allen dazuzugehören" und "normal" zu sein... ich denk nochmal drüber nach, was ich eigentlich meine und versuche es in den nächsten Tagen zu beschreiben.

    Maik, welchen Sport machst du denn? Hauptsächlich laufen? Das ist (noch) eine Baustelle bei mir. Der Dialog mit dem Schweinehund läuft noch - heute liege ich 0:1 zurück...
    :shock: Ich glaub, ich muss einfach nur anfangen, die Motivation wird sich vielleicht von selbst einstellen. Der Boxsack wäre ein Anfang, allerdings würde ich da ziemlich schnell zwei Stockwerke tiefer im Wohnzimmer meiner Schwiegereltern sitzen - Altbaudecke und Boxsack beißen sich leider. :wink:

    Mein Mann ist mir derzeit die allergrößte Stütze! Er steht zu 100% hinter mir. Er hat noch nie gerne Alkohol getrunken, sein Konsum beschränkt sich auf ein Glas Sekt an Silvester, auf der jährlichen Weihnachtsfeier oder zum Geburtstag. Zu Hause hat er nie getrunken. Für ihn ist es selbstverständlich, nicht in meiner Anwesenheit zu trinken - gestern war bei ihm "berufliches Karneval feiern" angesagt und er hat sich als Fahrer für seine Kollegen angeboten, um mir eine Fahne zu ersparen.
    Er begleitet mich zur Beratung, wir sprechen jeden Tag über meinen Weg.
    Ich bin so unendlich dankbar dafür und es fällt mir sauschwer, daran zu denken, was ich ihm jahrelang angetan habe. Da kommen Scham, Wut, Trauer und Bedauern hoch. Ich wünsche mir so sehr, dass ich ihm endlich etwas zurückgeben kann. :cry:

    Jeder für sich und auch wir beide zusammen hat/ haben einiges aufzuarbeiten, zu ändern, zu aktivieren, zu reaktivieren, zu sprechen. Aber er möchte es gemeinsam mit mir tun, das macht mich unfassbar glücklich.

    So allgemein möchte ich das Partnerschafts-Thema in diesem Rahmen hier gerne belassen.


    HUCH- wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

    Viele Grüße und eine gute Nacht,
    Nala

    Hallo zusammen,

    um die Frage nach "gut" und "böse" oder "erlaubt" und "verboten" geht es mir auch nicht. Ich möchte nur so viel wie möglich über meine Krankheit wissen und finde auch die chemische Seite, sprich ob und wie die verschiedenen Stoffe verwandt oder ähnlich sind, sehr interessant. Das hat Oldie sehr verständlich erklärt.

    Viele Grüße
    Nala

    Ach herrje, mir fällt gerade kein Grund ein, warum ich mir sowas ins Gesicht schmieren sollte. Immerhin bin ich jetzt sensibilisiert und kann nach Alternativen schauen - nicht nur was Alkohol betrifft, bei der Beschäftigung mit den Listen frage ich mich gerade, warum ich etwas esse oder benutze, von dem ich noch nicht mal weiß, was es ist. Besser spät als nie :oops:

    Viele Grüße
    Nala

    Hallo Jessie,

    auch von mir ein herzliches Willkommen! Ich habe gerade entdeckt, dass wir im gleichen Alter sind und uns etwa zeitgleich im Forum angemeldet haben. Da ich ganz am Anfang stehe, "nehme" ich derzeit im Forum, statt zu "geben". Jedenfalls schaue ich regelmäßig hier vorbei und freue mich, wenn ich in Zukunft auch etwas "geben" kann.

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft, Lebensmut und Freude an den schönen Dingen (auch Kleinigkeiten!!!) des Lebens.

    Viele Grüße
    Nala

    Hallo Pink-Lady, hallo Forum,

    ich hoffe, dass meine Erinnerungen an bestimmte Situationen nicht verblassen. Pink-Lady, du machst mir schonmal ein wenig Hoffnung.
    Bezüglich der Hobbies ist mir im Nachhinein echt aufgefallen, dass es jede Menge gibt, woran ich Spaß habe. Das war nur irgendwie verschüttet und deshalb hatte ich das Gefühl: "mensch, du hast ja gar kein Hobby!"
    Ich muss einfach nur damit anfangen! Ich dachte in der letzten Woche, ich müsste etwas finden, worin ich komplett aufgehe. So wie einige hier Marathon laufen oder künstlerisch tätig sind und darin aufblühen.
    Mittlerweile glaube ich, dass nicht jeder diese "Berufung" hat, ich zumindest nicht - und das muss ich auch nicht. Vielleicht entwickelt sich aber auch noch so eine Herzenssache, in der ich aufgehen kann.

    Momentan bin ich zufrieden damit, viele kleinere Dinge als Hobby zu machen. Ich will wieder mit dem Lesen anfangen, wozu mir gerade die Entspannung und Ruhe fehlt. Ich sammle Rezepte und koche unheimlich gerne. Und dann sind da auch noch drei Katzen, deren Untertan ich sein darf! :lol: Die habe ich in den letzten Jahren sehr vernachlässigt, was Streicheneinheiten oder spielen angeht. Das tut mir sehr weh.... in den letzten Jahren habe ich sie eher nach dem Prinzip "trocken, sauber, satt" behandelt. Den Rest musste mein Mann dann abends erledigen. Da habe ich also auch sehr viel Nachholbedarf.
    Und dann sind da noch meine einjährigen Zwillings-Neffen!

    Also, wenn das mal keine Hobbies sind. :idea:

    Zitat von s.z.


    ich beschränke mich auf ein minimales Angebot an Produkten die ich inhaltlich kenne, jedes mal was neues und immer alles durchlesen+ ins Deutsche übersetzten wäre mir zu anstrengend. ....

    Grüße Sven. ...

    ich denke, so werde ich das zukünftig auch machen. Da ich aber ganz am Anfang stehe, muss ich erst mal schauen, was ich bisher so gegessen habe und was noch im Haushalt vorhanden ist. Wenn das alles geprüft ist, kann ich einige Dinge vom Speiseplan streichen.

    Immerhin weiß ich jetzt schonmal, dass sich da nichts unter einem "Decknamen" einmogeln kann.

    Noch eine Frage: bei den meisten Duschgels taucht Benzyl Alcohol in der Liste auf. Was genau kann ich mir darunter vorstellen?

    Viele Grüße
    Nala

    Ich koche schon lange gerne mit Zitrusfrüchten. Wenn ich z.B. einen Bratensatz mit Brühe ablösche, Zitronensaft, Zitronenschale und Zucker ( gerne auch Sahne 8) ) dazu gebe, ersetzt das wunderbar jede weinhaltige Sauce. So habe ich auch Frucht, Säure und Süße.
    Limetten finde ich ebenfalls ganz lecker, übrigens auch für Salatdressings.

    Eure Tipps mit Marmelade und geriebenen Äpfeln werde ich mir auch hinter die Ohren schreiben.

    Viele Grüße
    Nala

    Hallo zusammen,

    Ich habe eine Frage an euch, die sich nicht darauf bezieht, was ich essen und trinken "darf", sondern auf welche Bezeichnungen in den Zutatenlisten ich achten kann. Sprich, hinter welchen Begriffen verbergen sich Formen, Abspaltungen oder Produkte von Alkohol? Chemie ist echt nicht mein Ding.
    :oops:
    Ich stelle mir derzeit eine Liste zusammen, in der ich alles von Sauerkraut, Senf und Co. zusammentrage, aber manche Zutatenlisten sind so wie böhmische Dörfer für mich.... Gerade eben las ich die Liste von einem Schokoriegel durch, auf den ersten Blick konnte ich nichts erkennen, was auf Alkohol hinweist, aber es steht ja nicht immer der Begriff "Alkohol" drauf. ( was Schnelllack in Schokolade soll, verstehe ich übrigens auch nicht, aber das ist ein anderes Thema)

    Also nochmal meine Frage: hinter welchen Bezeichnungen verbirgt sich Alkohol? :roll:

    Bin für jeden Hinweis dankbar, viele Grüße
    Nala

    Das ist an sich ne tolle Idee - wir haben bis jetzt geplant, sowas wie ein"Wohlfühlraum" zu machen. Eine Kuschelecke mit kleinem Sofa zum lesen, eine Ecke zum TV schauen, einen Bereich für Urlaubsbilder und Mitbringseln, das gammelt nämlich im Schrank vor sich hin. Vielleicht ein kleiner Tisch für Spieleabende. Ein orange-roter Anstrich, indirekte Beleuchtung oder ein paar Lichterketten, Kerzen. Da hätten wir beide Spaß dran. Das muss ja nicht von heute auf morgen sein, sondern nach und nach. Gleichzeitig hätte ich "Langzeitprojekt" und Beschäftigung.

    Der PC samt Schreibtisch und Sessel fliegt raus und wird im Keller verbannt oder verschenkt/verkauft. :idea:


    .
    Heute kann ich noch vermelden, dass ich zum ersten Mal seit 10 Tagen durchgeschlafen habe! Hab mich gefreut wie ein Schneekönig.
    Und, was mir seit drei Tagen auffällt ist, dass die Zeit ohne Ende rast. Ich hätte eher gedacht, dass es mir langsamer vorkommt. Vielleicht liegt das daran, dass ich alles viel bewusster mache und dadurch langsamer?! Und das viele Nachdenken nimmt sehr viel Zeit ein, was ich scheinbar gar nicht so wahrnehme. Schwupp, jetzt guck ich auf die Uhr und es ist viertel nach sechs, eben war es doch erst vier! :?: So gehts mir einige Male am Tag.

    Euch allen einen schönen Abend, viele Grüße
    Nala

    Hallo zusammen,

    mensch, hier ist ja richtig was los, ich freu mich! :P

    Garcia, das "HUCH" durch "PUHH" zu ersetzen gefällt mir sehr gut, auch wenn das "HUCH" momentan noch vordergründig ist.

    Contemplation, deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Zitat

    Aber was wenn der Schleier der Zeit meine Erinnerungen immer weiter an die grausame Zeit die hinter mir liegt vernebelt und ich eines Tages doch denke: Naja vielleicht waren es ja damals bloß die Umstände, die mich so haben saufen lassen und ich kann eigentlich doch normal mit Alkohol umgehen?


    Das finde ich interessant. Ist es nicht allgemein so, dass das Gehirn im Nachhinein negative Dinge verschönt oder sich eher die positiven Erlebnisse und Gedanken einprägen? Derzeit hilft es mir enorm, mir mein puterrotes, verquollenes Spiegelbild vorzustellen oder mich an blaue Flecke zu erinnern, die ich hatte, weil ich betäubt irgendwo gegen gestoßen bin. Was, wenn diese Erinnerungen ihr "schreckliches Gewand" verlieren und verblassen? Kann man sich davor schützen, indem man jeden Tag daran denkt? Im Moment weiß ich auch noch sehr genau, wie ekelhaft ich mich gefühlt habe, aber ist das in einem Jahr oder in zehn Jahren noch genau so stark? Oder entwickelt man sich so weiter, dass man diese Gedanken nicht mehr braucht?

    @ Lena, ich hab mich sehr über deine nette Begrüßung gefreut!

    Ich denke, meine Entschlossenheit kommt derzeit so "strikt" rüber, weil ich so viel zu organisieren hab und sich im Moment vieles entwickelt. (Hausarzt, Suchtberatung, "Outing-Gespräche", Therapie, Wissen aneignen und und und) Ich glaube, der Bürokratiewahn und die Termine geben mir grade sehr viel Sicherheit und Halt. Wenn sich das aber eingependelt hat und der Alltag eintritt, wird das sicher anders aussehen.

    Viele Grüße, Nala

    Hallo Contemplation,

    deine Idee bezüglich meiner Computer-Höhle hört sich prima an.
    Ich hab sie seit neun Tagen nicht betreten, das wird wahrscheinlich erstmal so bleiben. Mir graut es, da rein zu gehen.
    Wenn sich das etwas legt, wäre ein neuer Anstrich eigentlich sogar zwingend nötig...die Wände triefen vor Nikotin und Alkoholausdünstungen...ekelhaft. Und dann würde ich den Raum gerne komplett umfunktionieren. Vielleicht wird daraus sowas wie ein Hobbyraum?!
    Fehlen nur noch die Hobbies... :wink: Das muss ich mit meinem Mann bequatschen, der hat da schließlich auch was mitzureden.

    Zitat

    Sorry rede schon wieder zuviel, komm grad vom Laufen und mein Endorphinspiegel ist auf nem guten Level

    warum denn "sorry"? Ich hab mich sehr über deinen Beitrag gefreut! Das macht den Anfang hier im Forum viel leichter, und wenn der Schreib-Flow auch noch vom sporteln kommt, ists doch toll!


    Hallo Carmelita,

    danke für deinen Besuch hier und die motivierenden Worte!
    Unsere Katze heißt Nala, ich mag den Namen auch unheimlich gerne und am liebsten würde ich allen unseren drei Katzen den Namen geben...

    :oops: Dumm nur, dass das nicht so zu einem Kater passen würde. :lol:

    Das mit dem Alter ist so eine Sache. Auf der einen Seite bin sich so dankbar, dass mir nicht erst in zwanzig Jahren die "Bratpfanne" über den Kopf gerauscht ist. Auf der anderen Seite denke ich manchmal, HUCH, was ist passiert, um mit noch nicht mal dreißig an diesem Punkt zu stehen.


    Viele Grüße
    Nala

    Zitat

    Hier wird schon gemeckert, wenn man mal einen Hinweis gibt, ob nach drei Wochen der Besuch eines Weihnachtsmarktes nicht zu riskannt ist.

    Irgendwie kommen mir immer mehr Zweifel, ob dass noch die gleichen Alkoholiker sind, wie damals?

    (Zitat von Karsten)

    Hallo Karsten,

    ich denke, diese kritisch-trotzige Haltung mancher neuen User rührt einfach aus dem alltäglichen Umgang mit den neuen Medien / dem Internet.
    Die Hemmschwelle, sich hier im Forum anzumelden ist wesentlich geringer, als den "realen" Kontakt mit Hilfestellen herzustellen.
    Es ist einfacher, eure Erfahrungswerte im Internet anonym in Frage zu stellen, als dies im "realen Leben" von Angesicht zu Angesicht zu tun. Das Internet ist unverbindlicher, wenn die Leitlinien des Forums nicht passen, "kann man ja wieder gehen". Diese Menschen hättest du in deiner Vergangenheit wahrscheinlich nie in einer Therapie oder Wohngruppe angetroffen.

    Ich kenne das selbst von mir: als ich noch nicht bereit war, meinen Weg zu gehen, sondern nur insgeheim wusste, ich muss irgendwas ändern, habe ich im Internet gelesen und nach "einfachen" oder "unkomplizierten" Wegen gesucht. Die gab es nicht, also brauchte ich nur den PC ausmachen - "sollen doch die anderen denken, was sie wollen, das kommt für MICH nicht in Frage - alles Quatsch..."
    Ich war noch nicht so weit, die Hemmschwelle war gering.

    Ich kann für mich nur sagen, dass ich mir wünsche, nicht "gepämpert" zu werden. In meiner sehr kurzen Zeit hier im Forum habe ich für mich erkannt, dass gerade der Mix aus Neulingen und Erfahrenen die Würze macht.

    Viele Grüße,
    Nala

    Guten Morgen zusammen,

    @ Rockqueen: auch dir lieben Dank für deine nette Begrüßung.

    Heute möchte ich von meinem ersten Termin bei der Suchtberatung gestern berichten: Meine Angst hat mir innerhalb der ersten Minute die Sozialarbeiterin genommen. Sehr symphatisch, tolle Ausstrahlung, mutmachend! Es hätte ja auch ein alter "Drachen" sein können, der "nur" seinen Job macht und mit dem Kopf ganz woanders ist... :D:wink:

    Die ambulante Tagesreha ist im gleichen Gebäude und ich konnte mir die Räumlichkeiten schon mal anschauen. Die Therapie findet Montag bis Samstag ganztägig statt, somit hab ich die Chance, mich wieder an einen geregelten Tagesablauf und Verpflichtungen zu gewöhnen.
    Es müssen nur noch zwei Gespräche geführt werden, dann kann der Antrag bei der Rentenversicherung gestellt werden. Die nette Beraterin meinte, dass es bei mir recht zügig klappen könnte, da ich freiwillig da wäre und den Willen hätte. Irgendwie lief mir das zu glatt - ich rechne mal lieber mit einem Bürokratiemarathon, um nicht enttäuscht zu werden. :idea:

    Heute morgen war ich wieder beim Hausarzt, leider war dort die Hölle los und es blieb nicht viel Zeit für ein Gespräch. Medizinisch gesehen ist mein Körper wohl unversehrter, als ich befürchtet habe. Dafür bin ich sehr dankbar, ich habe einfach nur riesiges Glück oder einen Schutzengel gehabt.

    Heute ist mein neunter Tag ohne Fesseln.

    Ich wünsche allen einen schönen und zufriedenen Tag,

    viele Grüße, Nala

    Hallo Carmelita,

    ich schaue mal aus aktuellem Anlass bei dir vorbei, bin ganz frisch im Forum.

    Den Bericht habe ich gestern auch gesehen und es sind die gleichen zwei Punkte, die ich kritisch finde. Eine Flasche als "Mahnmal" in der Küche? :shock: Ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Selbst, wenn ich "nur" Gewicht abnehmen möchte, kann ich doch nicht eine Sahnetorte in den Kühlschrank stellen.

    Dass der Partner in ihrer Anwesenheit Alkohol trinkt, passt für mich nicht zur Aussage, dass sie alles daran setzen wollen, es zu schaffen. Trotzdem wünsche ich ihr das Beste. Mich würde interessieren, wie sie sich dabei fühlt, dass ganz Deutschland Bescheid weiß. Ist es Erleichterung oder Druck?

    Viele Grüße und einen schönen Tag,
    Nala

    Hallo Contemplation, hallo Pink-Lady,

    danke für eure nette Begrüßung. Es ist das erste Mal, dass ich mich mit Menschen austausche, die die gleiche Krankheit haben und das tut sehr gut. Man muss sich nicht ewig erklären und Vorurteile aufräumen. ("naja, an Geburtstagen wird ja mal ein Glas drin sein, machen ja alle so" etc.)


    @ Contemplation: du schreibst:

    Zitat von Contemplation

    Hi Nala!

    Schön dass Du hier bist und dem Alkohol den Kampf angesagt hast.

    Den Kampf hatte ich in den ganzen letzten Jahren - jetzt muss ich nicht mehr kämpfen. Aber ich denke, ich weiß, was du meinst.

    Ich hab in deinem Thread gestöbert und einige Gemeinsamkeiten im Lebenslauf festgestellt. Die "coole" Trinkerin, die bei jedem Mist mitmacht war ich in meiner Jugend auch.

    Die Probleme, sozial komplett von der Welt abgeschieden dahin zu vegetieren sind auch bei mir ein großes Thema. Ich hab die Wohnung zum Teil vier Wochen am Stück gar nicht verlassen, weil ich unfähig war, auch nur ein Brötchen beim Bäcker zu kaufen. Daran muss ich hart arbeiten. Du hast es Sozialphobie genannt, das trifft es sehr gut.


    Viele Grüße
    Nala

    Hallo Forum,

    ich schiele mal vorsichtig um die Ecke und stelle mich bei euch vor. Im Vorstellungsbereich hatte ich schon etwas geschrieben, ich kopiere es am besten hier in mein "kleines Stübchen".

    Ergänzend kann ich noch schreiben, dass mich mein Hausarzt derzeit begleitet.

    Ich fühle mich derzeit total reizüberflutet, weil alles so neu ist und muss mich bremsen, nicht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. In den letzten Tagen ist so irre viel passiert, das muss ich noch ordnen. Ich habe ein Tagebuch angefangen, das mir dabei hilft. Die Grundbausteine sind derzeit mein Leitfaden - unsere Wohnung ist trocken, am Wochenende habe ich mich meinen Schwiegereltern und Schwagern/Schwägerinnen anvertraut, meine "Trinkhöhle" PC-Zimmer ist abgesperrt (ich sitze jetzt beim Schreiben im Esszimmer am Laptop), ich bastle an einem Notfallkoffer, durchforste Nahrungsmittellisten, und und und...

    Es ist echt erstaunlich, wie sich bereits jetzt Körper und Seele verändern. Ich merke das an ganz vielen kleinen Dingen. Darüber werde ich später sicherlich ausführlicher berichten.

    Von der anfänglichen Euphorie habe ich hier viel gelesen und ich weiss, dass ich vorsichtig sein muss und mich auf den Boden zurückholen muss. Dabei hilft mir mein Mann unheimlich.

    Ihr merkt beim lesen, ich bin etwas konfus, weil alles so neu ist.

    Vor allem heute bin ich sehr nervös, weil ich am Nachmittag einen Termin bei der Suchtberatung habe. Ich möchte eine Tagesklinik besuchen, habe da auch eine bestimmte im Auge und bin gespannt, was sich heute so ergibt.

    Ich freue mich auf einen regen Austausch mit euch!

    Viele Grüße
    Nala