Liebe(r) Sarawen,
nein, bei einer Beratungsstelle war ich bisher nicht. Aber ich habe mir vorgestern eine Selbsthilfegruppe hier in der Nähe rausgesucht zu der ich gehen möchte – ich muss es noch organisiert kriegen wegen Kinderbetreuung.
Und wir haben uns für eine Paarberatung angemeldet.
Ich mache mir viele Gedanken darum, wie es für meine Tochter ist. Was sie mitkriegt von den Schwierigkeiten.
Mit der Freizeit ist es etwas schwierig. Ich arbeite ja Vormittags und habe nachmittags meine Tochter. Durch meine Erkrankung brauche ich viele Ruhezeiten und viel Schlaf. Ich verbringe halt viel Zeit mit unserer Kleinen. Wenn ich es gesundheitlich kann, mache ich auch Sport (Yoga und Ausdauertraining in Maßen). Ich treffe mich regelmäßig mit Freund_innen. Und am Wochenende gehen wir als Familie oft zusammen spazieren oder auf den Spielplatz.
Ab und zu gehe ich abends mit Freundinnen auf Konzerte oder wir (Partner) gehen ins Kino oder essen wenn wir einen Babysitter haben. Früher haben wir uns häufiger mit Freunden getroffen gemeinsam, aber da da immer Alkohol getrunken wird habe ich da keine Lust mehr drauf. Und ich gehe auch am Wochenende früh ins Bett seitdem ich gesundheitlich so labil bin.
Wenn XY getrunken hat macht ich das meist sehr wütend. Es ist ja dann so, dass er nachts nicht nach Hause kommt, bzw. Morgens in der Früh erst. Da wir eigentlich den Deal haben, dass er sich um unserer Tochter Morgens kümmert, aufsteht, essen macht und sie zur Krippe bringt, bleibt in solchen Nächsten dann unvorhergesehen alles an mir hängen.
Und das macht mich wahnsinnig wütend. Leider streiten wir dann meist ganz schlimm wenn er nach Hause kommt. Was ja völlig sinnlos ist. Aber ich kann vor Wut dann nicht einfach ruhig bleiben. Ich kann leider auch nicht schlafen in solchen Nächten.
Wir haben schon sehr oft geredet. Das ist ein großes Plus unserer Beziehung, – wir können gut kommunizieren und er kann auch Fehler einräumen. Nur in diesem Punkt (Alkoholismus) drehen wir uns im Kreis und das nervt mich zunehmend. Es hat einfach keinen Sinn mehr darüber zu reden.
Liebe Grüße, Aiko