Beiträge von Co2013

    Hallo Nys,

    vielleicht solltest Du mal locker an diese Dinge herangehen. Immerhin sind wir alle schon länger auf dem Jahrmarkt unterwegs und wir alle sind schon mal vom Karussell heruntergefallen und haben uns Blessuren geholt.

    Reicht es nicht aus, wenn man sich bei dem anderen wohlfühlt, nach ihm sehnt und freut wenn er kommt? Alles andere ergibt sich doch dann.

    Muß man am Anfang schon Bedingungen aushandeln?

    Gruß

    Hallo Nys,

    für meinen Geschmack ging das verdammt schnell in die eine Richtung und jetzt wieder verdammt schnell zurück.

    Da ich in dieser Sache nicht als Schiedsrichter berufen wurde, steht mir auch kein Urteil zu.

    Meine Frage an Dich: Weißt Du wirklich was du willst?

    Gruß

    Hallo Karl65,

    Vielleicht hast Du es schon vergessen, aber so hast Du Dich hier vorgestellt:

    Zitat

    Ich liebe meine Frau und halte seit 5 Jahren an dem Gedanken fest, dass sie eines Tages zur Besinnung kommt, denn seit mehr als 5 Jahren trinkt sie regelmäßig und tut so, als ob ihr Verhalten ein ganz normales Verhalten sei. Sie verharmlost ihre Trinkerei und behauptet, sie habe alles im Griff. Dabei betrinkt sie sich regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit. Wenn Sie betrunken ist, steckt sie voller Haß und Agressionen. Sie beschimpft und beleidigt mich in einer unglaublichen Weise und findet immer einen Grund, mich zu beleidigen, notfalls erfindet sie einen Grund. Gestern war meine Wut, Trauer und Hilflosigkeit so groß, und sie beleidigte mich so lange, bis ich sie verprügelt habe.

    Wirklich erst 5 Jahre? Kann es sein, das Deine Frau schon viele länger trinkt, das es nur jetzt für Dich einfach nicht mehr zu ertragen ist?
    Glaubst Du daran das Deine Frau zur Besinnung kommt?
    Glaubst du daran das sie akzeptieren wird, das sie Alkoholikerin ist und dringend medizinische und therapeutische Hilfe benötigt?
    Glaubst Du daran, das sie jemals akzeptieren wird, das sie nie mehr ein Glas Alkohol trinken darf?
    Glaubst Du, das Du in der selben Situation Deine Frau nie mehr schlagen wirst?

    Antworten, nicht nachdenken! Einfach aus dem Bauch antworten!

    Die Fragen 2, 3 und 4 habe ich jahrelang in unser Beziehung mit "Ja" beantwortet. Auch noch in der Trennungsphase war ich guter Hoffnung auf eine Besserung und glaubte weiter an eine Veränderung bei ihr. Heute weiß ich, das ich mich selber belogen habe. Die Antworten waren immer "Nein".

    Karl65, wenn Du das Thema "gemeinsames erschaffenes Unternehmen" und morgens wieder "zusammen auf der Arbeit sich in die Augen sehen können" ansprichst, dann weiß ich aus persönlicher Erfahrung wovon Du sprichst.

    Gruß

    Hall Karl65,

    ich kenne das nur zu gut. Meine Partnerin konnte auch ganz gut einige Wochen (später eigentlich nur noch Tage) auf Alkohol verzichten, aber dann mit irgendeiner Begründung wieder richtig zuschlagen. Ich habe immer wieder gehofft, das es doch jetzt besser wird. Wurde es aber nicht.

    Das Deine Partnerin nicht mit der Ärztin über Alkohol gesprochen hat, dürfte Dir ja klar sein. Was nü?

    Die einzige Frage und Ratschlag den ich dir geben kann ist folgender: Möchtest Du so leben? Und bitte bedenke, es wird schlimmer, viel schlimmer.

    Gruß

    Hallo Wühlmaus,

    Alkohol ist nun mal ein sozialer Schmierstoff, der immer und überall anzutreffen ist. Dir wird jetzt im Rahmen einer Trockenheit verstärkt auffallen, wieviel und wo überall die Leute trinken.

    Um Deine Gesundheit nicht zu gefährden ist wichtig, gerade am Anfang, sich von solchen Anlässen fernzuhalten. Auch kann es sinnvoll sein, gerade vorm Freundeskreis diese Problematik anzusprechen, um zu sehen wie Freunde reagieren. Wer jetzt ganz bewußt in Deiner Gegenwart ein Bier auspackt, nachdem Du ihn aufgeklärt, wird meistens mit dem Motto reagieren: Ich lass mir doch von Dir mein Bier nicht verbieten. machen das Freunde?

    Es wird viele tiefe Phasen geben, in denen der Griff zu m Alkohol fast instinktiv und unbewußt abläuft. Schau zu das zu allen Verlockungen (in der ersten Zeit) aus dem Wege geht, auch zu Hause sollte eine Null-Alkohol-Zone eingereichte werden.

    Denn DU hast nur zwei Möglichkeiten. Entweder lebenslang abstinent oder Du fängst wieder an zu saufen. Ein bißchen schwanger gibt es nicht.

    Gruß

    Hallo Nys,

    ich habe im Faden von Karsten folgendes von Dir gefunden (hier das gesamte Rest: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…810547#810547):

    Zitat

    ... Meiner Meinung nach, könnte man sich damit viel unnötiges Rumgeeier sparen.

    Ich _war_ lange Zeit auch so wie Du. Warum nicht einfach klare Ansagen machen und kein "Rumgeeier"? War! Ich laufe auch gerne vor, wenn mir etwas gefällt. Ich treffe mich gerne mit Freuden und rede mit diesen gerne und viel. Es soll aber um uns gehen und nicht um das Wetter oder irgendwelche Dritte. Meine Freunde und auch Bekannten sollen sagen, wenn ihnen etwas nicht passt. Mein Wahlspruch war immer: "Ich kann keine Gedanken lesen."

    Leider hat mir meine Partnerin dieses Verhalten abgewöhnt. Immer war irgendwas falsch. Immer. Ich war zu laut, zu ehrlich, zu spontan, lass das andere machen, warum immer Du etc. etc.

    Ich arbeite hart daran wieder in diese Richtung zu kommen, den es entspricht mehr meinem Naturell.

    Gruß

    Hallo RenateO,

    auch wenn Deine Worte streng in der Sache waren, die Form war gewahrt.

    Ich denke, da er Ehemann schon einen Entzug hinter sich hatte, wissen beide worauf sich bei Ihrem kalten Entzug einlassen. Der Druck ist wohl nicht nicht hoch genug. Lass ihnen doch die Runden im Kreisverkehr, wir winken einfach wenn sie immer wieder vorbeikommen.

    Weißt Du RenateO, wie meine Schwiegermutter sich verbogen hat um den Alkoholkonsum ihres Ehemanns vor allen Außenstehenden und sogar vor sich selber zu leugnen, wäre 3 Oscars wert. Auch da hätte eine Keule nichts gebracht.

    Gruß

    Hallo Girasole,

    das Wortspiel von Dir gefällt mir sehr gut:

    Zitat

    ... ich mich nicht dumm telefonieren muß damit dieser Kontakt weiterbesteht.

    Ich war bisher auch immer derjenige, der sich dumm telefoniert hat. Was habe ich nicht alles getan, damit der Kontakt bestehen bleibt. Habe auch des öfteren einfach klein bei gegeben, da mir der Streitpunkt nicht so wichtig
    war, aber die Personen die hinterstanden. Und nü?

    Girasole, Du kannst auch stolz auf Dich sein. Ich sage heute immer von Köln nach München ist es genauso weit wie von München nach Köln. Oder noch direkter. "Wie habe beide ein Telefon zum anrufen!".

    Gruß

    Hallo RenateO,

    Ergänzung zum obigen Beitrag: Da ich bei nochmaligen lesen Deines Beitrages festgestellt habe, das Du an dem für Dich wesentlichen Punkt massiv arbeitest, betrachte meine Reflexion über "Folgeschäden" bei Cos als allgemeine Aussage über uns Cos und nicht im speziellen über Dich.

    Gruß

    Hallo RenateO,

    um das Thema Alkohol ging es mir nicht im speziellen, sondern es sollte nur ein Beispiel dafür sein, das wir Cos uns in unserer letzten Beziehung "falsch" verhalten haben. Dieses "falsch" zu definieren ist schwer, aber ich versuche es mal: Wir haben oft unseren eigenen Wünschen und Ideen in dieser Partnerschaft negiert und das aufgrund des Alkoholkonsum unseres Partners. Irgendwann haben wir dann wie auf Knopfdruck regiert und haben unser Verhalten genau nach dem Partner, bzw. seinen alkoholbedingten Phasen ausgerichtet. In einer normalen Partnerschaft hätten sicherlich schneller und öfter deutlich unsere Meinung vertreten, so aber nicht.

    Dabei geht viel Persönlichkeit und Selbstbewußtsein flöten. Wichtig war für mich, dieses wiederzuerlangen, denn sonst würde ich in einer anderen Beziehung vielleicht genau "falsch" reagieren und diese ohne den Einfluß von Alkohol. Dieses Verhalten kann entweder durch die Beziehung anerzogen sein, oder vielleicht liegt es aus der Kindheit, Elternrolle oder ähnlichen schon vor und hat nur in der Beziehung zu einem Alkoholiker eine starke Ausprägung erhalten.


    girasole

    Nochmal: "Ich kenne keinen Anti-Alkoholiker (weder aus Überzeugung oder aus Notwendigkeit)". Ich wüßte auch nicht, warum ich von meinem Partner verlangen sollte, dass er keine Alkohol trinkt. Ich selber trinke gerne zu einem Döner ein Bier, ein lecker Rotwein zum Fisch und bei einem Glas Sekt würde ich auch nie nein sagen. Es passiert aber auch oft, das ich das Glas irgendwo vergessen bzw. einfach nicht leer trinke, weil ich genug habe. Ich habe ein ganz normalen Umgang mit Alkohol. Soweit so gut. Die Veränderung, die ich an mir verstelle ist, das ich viel genau und deutlich kritischer den Alkoholkonsum von Personen wahrnehme und für mich hinterfrage.

    Gruß

    Hallo RenateO,

    natürlich hast Du aus Deinen vorherigen Beziehungen "Folgeschäden" zurück behalten. Nenne es einfach Erfahrungen und schon ist das besser. Wir Menschen sind soziale Wesen, wir müssen uns auf Beziehungen einlassen und damit leben, das wir enttäuscht werden. So ist das Leben. Es hilft nur nichts, sich selber zu bedauern.

    Vielleicht kannst Du auf eine andere Art vorgehen, die Dir mehr liegt. Vielleicht geht es jetzt nicht, sondern erst morgen. Aber du mußt probieren! Nur ohne Risiko wird es nicht gehen und erst darin liegt der Gewinn.

    Nach der Trennung von meiner Partnerin, stelle ich fest, das das Thema Alkohol mich nicht loslassen wird. Ich kenne keinen Anti-Alkoholiker (weder aus Überzeugung oder aus Notwendigkeit). Jeder trinkt gerne mal, manche gerne mal sehr viel und mache (für mein Verständnis) zu viel. Was soll ich jetzt machen? Wann ist zu viel? Ich war mit einer Frau gerne unterwegs, welche sich aber immer noch ein Bier für unterwegs, eins fürs Hotelzimmer etc. mitgenommen hat. Und nü? Wie gehe ich damit um? Ich weiß es bis heute nicht!

    Gruß

    Hallo RenateO,

    es kann sicherlich vorkommen, das man eine gewisse Zeit keine Lust auf Nähe oder Zweisamkeit hat. Aber ich glaube kein Mensch will alleine durchs Leben gehen, manche werden durch welche Umstände auch immer dazu gezwungen. Aber sie sind nicht die Regel. Willst Du wirklich Dein restliches Leben alleine bleiben? Ich denke nicht!

    Also, es geht nicht über eine reale Begegnung, wo auch immer. Vielleicht ist er nicht der Richtige oder Du bist noch nicht dazu bereit, aber ich finde es gibt nur eine Möglichkeit: Du mußt es ausprobieren!

    Gruß

    Hallo,

    ich muß in solchen Fällen immer an den blöden Spruch denken: Wer nicht will, der hat schon.

    Ich bin mir nicht sicher, ob andere Menschen auch alle Regungen ihrer Mitmenschen so abwägen. Manchmal denke ich, wir Cos sind da über-emotionalisiert.

    Letzte Woche bin ich nach einer telefonischen Zusage 50 km gefahren, an meinem freien Tag, um einen alten Bekannten wiederzusehen. Ihm ist dann dort ein beruflicher Termin dazwischengekommen und wir haben das ganze um 2 Stunden nach hinten verschoben. Am vereinbarten Treffpunkt durfte ich dann eine halbe Stunde warten, als er mich anrief um mir mitzuteilen, das er schon wieder unterwegs ist. Der Hammer war aber, das er beim rausgehen aus dem Gebäude an mir vorbei mußte, den ich wartete vorne und er war hinten in einem anderen Teil um seinem Termin abzuwickeln. Gesehen habe ich ihn nicht! Was soll mir das sagen?

    Desweiteren habe ich heute von einem Bekannten Beziehungsratschläge im allgemeinem erhalten (nein ich bin in keiner Beziehung oder ähnlichem), der selber seit 10 Jahren seine Suche nach einer Partnerin aufgeben hat und ich ihn noch niemals in der Nähe einer Frau gesehen habe.

    Gruß

    Hallo Girasole,

    meine Partnerin hatte lange lange Zeit einen normalen Umgang mit Alkohol der ganz langsam in den roten Bereich gekippt war (lustiges Wortspiel). Vor ca. 3 Jahren wurde mir klar, das etwas wirklich nicht stimmt. Ich sprach mit ihr und ab dann begann das übliche Spiel Alkoholiker und Co. Ich hatte vorher ganz normale Beziehungen geführt. Das eine Beziehung mit einem Süchtigen irgendwie anders ist, habe ich nicht gesehen.

    Ich hatte also meine rosa Brille schon lange abgelegt und unsere Beziehung war einfach ganz normal. Die schleichende Veränderungen ihrer Persönlichkeit, Kommunikationsverhalten, Beziehungsfähigkeit, Streßresistenz, soziale Interaktionaktionsfähigkeiten und andere Alkohol induzierte Nebensymptome ändern sich so langsam, das merkt man erst, wenn man Jahre zurück blickt. Es gab in unserem Leben einige umfangreiche Veränderungen die einiges überdeckten und damit erklärbar machten.

    Das letzte Jahr unsere Beziehung habe ich sie gehaßt, für das was sie mir antut. Vorher habe sie geliebt, bedingungslos! Aber die Erkenntnis, das sie sich nicht mehr ändern wird mußte erst in mir wachsen. Und das dauerte ca. 2 Jahre.

    Gruß