Beiträge von girasole

    Hallo alle,

    Nun etwas zum thema Hoffnung, das ja gerade bei uns cos vielbeschworen ist.
    In einer renommierten Zeitung habe ich kürzlich einen Leitartikel zum thema Zufriedenheit gelesen.
    Ein entscheidender Aspekt ist demnach, dass man erkennt, wann es sinn macht, ein Ziel zu verfolgen bzw wann man aufgeben / loslassen sollte.
    Laut Artikel wird man durch festhalten an blockierten lebensentwürfen depressiv.
    ein typischer satz ist demnach (der hier allseits bekannte):
    Ich will das unbedingt. Es sieht zwar so aus als wenn es nicht klappt- aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und arbeite/ kämpfe weiter.

    Lg
    girasole

    Hallo alle,

    Nun ein erster feldversuch zum thema "wieviel alkohol wird denn so getrunken"?
    Gestern abend saß mal die ganze Hausgemeinschaft draußen zusammen. Viele hatten Urlaub, mussten also am nächsten Tag nicht früh raus. Fahren mussste ja eh keiner ;) optimale Bedingungen für Alkoholkonsum.
    Tatsächlich wurde aber nur von einer einzigen person ein einziges glas getrunken- und das war eine Frau :) alle Männer blieben den ganzen abend antialkoholisch. Obwohl wir sehr lange da saßen.

    Nun ist das nat nicht repräsentativ.
    bestätigt mich aber in meiner Meinung, dass Alkohol längst nicht überall zwangsweise dazugehört und dass wesentlich mehr Männer als 3% nicht- missbräuchlich trinken.

    ...to be continued...
    ...die urlaubszeit fängt gerade erst an und das wetter soll schön bleiben. ...

    lg
    girasole

    Hallo ahoi

    auch dieses thema kenne ich nur zu gut ;)
    Mir hat zweierlei sehr geholfen:
    Die frage "wozu habe ich (gerade) lust?" Damit konnte ich nah an den bauch rankommen.
    und das dann auch tun! Damit kommt dann die Übung.

    und regelmäßig ein mal am tag (abends) reflektieren: wie war es heute, mit bauch und verstand? Wichtig dabei: nicht bewerten! Nur angucken und wahrnehmen. Das stärkt die Achtsamkeit im umgang mit sich selbst.
    und durch das wahrnehmen allein ändert sich sehr viel!
    Dazu braucht es keine selbstzerfleischung.

    Beides braucht Zeit. Aber es lohnt sich! Mittlerweile sind bauch und kopf bei mir gleichberechtigt ;) automatisch sogar :)

    Da ich achtsam lebe kann ich in schwierigen momenten sogar bewusst hinschauen, erkennen ob und wer da gerade überhand hat.
    und überlegen: wer soll denn gerade vielleicht wirklich besser entscheiden.

    Lg
    girasole

    Hallo ahoi,

    Gut und schlecht, lieb und böse, wütend und friedlich, fröhlich und traurig- das gehört alles (!) zum leben und damit zum menschsein.
    es tut nicht gut, wenn die vermeintlich negativen Aspekte abgespalten werden- die will ich nicht haben, die gehören nicht zu mir. So wie Kinder oft nicht wütend sein dürfen zb.
    Auch andere menschen betrachten wir oft derart.
    Die kunst ist, beides einfach "da sein" zu lassen, die ambivalenz zuzulassen
    ohne zu bewerten.
    ja meine mutter ist übergriffig und liebevoll zb.
    gerade cos sind oft sehr schnell dabei, sich selbst viel zu hart zu richten.
    aus diesen Gedankenmustern auszusteigen ist ein wichtiger Schritt.

    Ich hab auch einiges an mir, was mich stört und oft im alltag selbst behindert.
    Ich verfluchte mich und diese Eigenschaften gern, wenn ich sie bemerke
    dadurch, durch diese beachtung,verstärkt man sie aber sogar.
    Stattdessen denk ich mir heute "ach hallo, die Nervosität wieder. Ja sie gehört
    auch zu mir, sie ist ein girasole-teil von vielen anderen teilen"
    - schwupps, ist sie dann weg :)

    Lg
    girasole

    Mit mit dem Unterschied, dass es mir nicht egal ist "ob co oder nicht".
    Du hast zum co-sein aufgefordert und das finde ich unmöglich.
    "Naja ein bisschen wie ein unmündiges kind behandeln" - das ist genau das, wovon die leute hier wegkommen wollen.
    so heißt sogar der Titel hier: wie weg von schuld/ Pflichtgefühl.

    Es liegt eben nicht (!!) In der Verantwortung der cos, infos an Ärzte zu geben.
    oder sonstwie für den süchtigen was zu managen.

    lg
    girasole

    Hallo hilflos

    ich würde mir als allererstes überlegen, ob du dich da wirklich hineinverwickeln willst!
    wieso solltest du wie bei einem unmündigem kind infos an die Ärzte geben.
    er ist erwachsen und kann dies selbst tun.
    Damit steigst du voll in die co-rolle ein.
    Zweitens hilft verdrängen nur eine begrenzte Zeit. Wie du nun selbst feststellen konntest.
    Warum suchst du dir keine langfristige Beratung oder Therapie o.ä.?
    Du scheinst ja auch starke Ängste zu haben, da du gleich an Komplikationen bei der op denkst!

    Lg girasole

    Hallo sadness

    das ist jetzt deine aufgabe: auf dich schauen. Deine Bedürfnisse kennenlernen. Dich kennenlernen. Dir gutes tun.
    herausfinden, warum du dich immer um die Probleme anderer gekümmert hast.
    Bist du vor etwas weggelaufen? Und wenn ja, wovor?
    Oder hast du schon in deiner Kindheit gelernt, dich um die Probleme anderer zu kümmern. Oder ...oder...
    Oder schaust du lieber in die vergangenheit, damit du nicht auf dich gucken musst? Hast du davor ev angst?
    Ich glaube allerdings kaum, dass ein paar beratungen in größeren Abständen da wirklich weiterhelfen.
    Es sei denn, du arbeitest in der Zwischenzeit an dir.
    dafür musst du aber wie gesagt auf dich schauen bzw wenn du darin nicht gut bist- dich eben darin üben.
    Es ist noch kein meister vom Himmel gefallen.

    Lg
    girasole

    Hallo mäuki

    ich hab gefragt, weil es 1. hier im forum coabhängigkeit viel um loslassen geht und darum, jedem Menschen seine Eigenverantwortung zu lassen. Und du hast genau das gegenteil beschrieben. Meiner meinung nach.
    2. Hat mich deine offensive art überrascht. Ich habe eigene Betroffenheit vermutet. Was sich ja als richtig herausgestellt hat.
    Ich hoffe für dich, du konntest dies mittlerweile aufarbeiten mit hilfe von Therapie o.ä.

    lg
    girasole

    Huch mäuki
    wieso fühlst du dich denn berufen ( ausgerechnet in einem forum für coabhängige) dich so offensiv für suizidgefährdete menschen einzusetzen?
    und woher willst du wissen, dass man sie retten kann, wenn doch schon Fachärzte sagen, das geht nicht?
    Woher nimmst du das recht, ihnen ihre eigenberechtigung abzusprechen?
    Dass sie selbst entscheiden dürfen? Weil sie krank sind sind sie nicht unmündig.
    auch ein kranker hat das recht, über sein leben zu entscheiden.

    Dominanz und allmachtsgefühle unter dem Mäntelchen des gutmenschen, nenn ich das.

    Lg
    girasole

    Hi sadness
    beim Alkoholiker heißt es: nur nicht- trinken reicht nicht. Ähnlich ist es auch bei co- abhängigen. Meiner Meinung nach. Therapie, Beratung, kur, Bücher u.n.v.m. all das habe ich genutzt, um mir dabei zu helfen und auch zu erkennen, was bei mir im argen liegt. Ja bei mir! Wer sowas so lange mitmacht - hat definitiv auch Beratungs- bedarf!
    Ich habe den Blick auf mich gerichtet. Weg von ihm.
    Und immer mit dem Ziel: vorwärts gehen und schauen. Nicht zurück!

    annehmen, was nicht zu ändern ist. Erlöst und befreit.

    lg
    girasole

    Liebe Florena,

    du hast viele tolle Schritte gemacht. Nun sei bitte nicht so streng mit Dir!
    ....sagt die Richtige ;)
    Nimm es an, wie es war, nimm Dir vor, in ähnlichen Situationen anders zu reagieren. Sieh es als Lern-Aufgabe :)
    Rückschritte sind normal im Leben und gehören zu jedem Lernprozess dazu!
    Wichtig ist dabei, trotzdem weiterzugehen und sich nicht selbst die Freude am Erfolg insgesamt zu nehmen.

    LG
    Girasole

    Hallo foristen,

    Nur 1% der Männlichen Bevölkerung trinkt nicht missbräuchlich Alkohol? Hui das finde ich pessimistisch.
    Also ich hab im leben schon einige kennengelernt! Ich bin davon überzeugt, dass mehr Männer keine Probleme haben, auf alk zu verzichten.

    Es ist schon allein interessant die Reaktion auf die frage zu sehen "kannst du dir ein leben ohne Alkohol vorstellen?"
    Da hab ich durchaus schon antworten bekommen wie "ja klar"
    Allerdings bin ich als Antwort auch schon beschimpft worden, wie vom beschriebenen herrn als "intolerant" und "verbittert" usw. ... das sagt dann
    Ja schon alles.

    Letztens hab ich eine pro- contra Liste zum thema Trennung von damals gefunden. .. da musste ich schon grinsen, wie schauerlich ich mir das leben alleine damals vorgestellt habe.... wenig geld, kleine Wohnung, kein Urlaub, kein geld für Klamotten, ganz einsam .... ein Horrorfilm ist nichts dagegen ;))
    In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil eingetreten.
    Ok eine riesen Wohnung hab ich nicht, aber dafür seeehr gemütlich!
    Das geld reicht locker und ich bin nicht einsam, sondern endlich seit langem mal wieder gesund!


    Im Internet hab ich übrigens interessante Artikel zum Thema dependente Störung gefunden (Untertitel: die Hoffnung ist ihr bester Freund....)
    ich kann den co Menschen nur raten, sich da mal einzulesen! Es wird deutlich, wie komplex das thema ist und vor allem, dass nur Trennung nicht reicht. Es wird einen früher oder später wieder einholen. Nicht unbedingt als co- abhängigkeit, es gibt noch viele weitere wege, wie einen die Ursprünge quälen können.
    ausserdem erfährt man viele interessante Hintergründe und versteht einiges plötzlich.

    lg girasole

    Hallo Colibri,

    solche Momente des Schmerzes sind leider normal, wenn man "so" Eltern hatte wie wir.
    Meine frühere Thera (Chef-Thera der KLinik) hat mir geraten, dann ganz besonders gut zu mir selbst zu sein und mich auch gut zu schützen, da man dann besonders sensibel sei. Schone Dich, wie wenn eine Grippe im Anmarsch wäre zb.
    Höre gut auf Dich und gib deinen Bedürfnissen Raum.

    Ich denke übrigens, jeder hat so einen "Lebens-Schmerz", ob es nun die Eltern sind oder andere Themen.

    LG
    Girasole

    Hallo Susanne, Jürgen und Slowly,

    vielen Dank für Eure Gedanken!
    Das hat mir auf jeden Fall weitergeholfen.

    Wie Jürgen von meinen EInträgen auf Internet-Dating schließt ist mir allerdings schleierhaft ;)
    Auch wenn ich einige Zeit in der Stille verbringe, so hocke ich dennoch nicht nur im stillen Kämmerlein ;) sondern bewege mich tatsächlich auch im richtigen Leben mit richtigen Menschen.


    Die Trennung von XY ist nun ein Jahr her. Am 9.7.13 war mein erster Eintrag hier im offenen.
    Und was soll ich sagen- es geht mir besser als je zuvor.
    Ich bin viel weniger krank, meine depressiven Schübe sind weniger oft und weniger schlimm.
    Ich habe gerade sogar zum ersten Mal seit der Diagnose nun die längste Episode, in der es mir einfach nur gut geht.
    Wenn es mir mal schlecht geht, dann bin ich sehr schnell wieder fit, im Gegensatz zu früher.
    Und: Ich schlafe so gut wie in meinem ganzen Leben noch nie :D Die ganze Tendenz zeigt langfristig nach oben :D
    Ich bin einfach nur glücklich und zufrieden.

    Für alle, die noch drin hängen.

    LG
    Girasole

    Zitat von juergenbausf

    geschickt kritische Themen durch beiläufige ungerichtete Bemerkungen plazieren und dann meine Schlüsse aus den Reaktionen und Antworten ziehen.
    Ich hätte solche Fragen für mich abgeklopft, bevor ich mit einer Frau eine Beziehung eingehe / ins Bett steige.
    Ich bin da logischerweise aber auch recht gut drauf "geeicht", da ich Erfahrung mit Sucht habe.

    Genau das meinte ich übrigens - kannst Du mir etwas aus deiner EIch-Erfahrung berichten?
    Beiläufige bemerkungen bezogen auf Alkohol zb? Also wäre eine häufige ERwähnung von Akohol etwas, woraus du deine Schlüsse ziehst?
    Ich habe ja auch nicht alles direkt gefragt, sondern hatte etwas Mühe, die Schlüsse zu ziehen, aus dem was ich sah.

    LG
    Girasole

    Hi Jürgen,

    klar, höre ich viel raus durch Fragen und Beobachten. Und zwar bevor ich eine Beziehung habe/ ins Bett geh.
    EBen genau in der kennenlern-Phase.
    Und da kam mir halt dieser Herr hier spanisch vor.

    Ablenkung (von mir) ist nicht mein Thema. Ich beschäftige mich viel mit mir, und bin viel "mit mir in der Stille", nicht nur in Therapie, sondern auch in Meditation und Gebet.

    LG
    GIrasole

    Vielen Dank für Eure Antworten, die mich bestärkt haben.

    Besonders, dass Du Morgenrot, auch findest, dass reichlich oft Alkohol erwähnt wurde.

    So ging es weiter:
    Ich habe dann also klar gemacht, dass es mich nur ohne Alkohol gibt. AUfgrund verschiedener schlechter Erfahrungen. Mir sei klar, dies sei ev unfair, aber so sei die Lage nunmal.
    Darauf kamen verschiedene Aussagen: Alkohol gehöre bei ihm im Kulturkreis (Bayern) zum Leben dazu- es sei Lebensqualität- nur weil er ein Feierabendbier trinke, sei er ja noch kein Alkoholiker.
    Dann wollte er diskutieren- er trinke ja nicht jeden Tag eine Kiste Bier.
    Als ich auf meinem Standpunkt blieb, wurde er unsachlich:
    Ob ich einen schlechten Tag gehabt hätte- welche Laus mich denn gestochen habe - ich sei intolerant- ich sei verbittert.
    Am Ende fiel ihm noch ein, ich solle doch beim nächsten Mal gleich sagen, dass ich einen Antialkoholiker suche.
    Er konnte gar kein Ende finden, wollte immer weiter diskutieren. Auch als ich schon deutlich gemacht hatte, dass hier das Ende ist.

    Ganz egal, wie sein Alkokonsum ist- über sein Verhalten kann ich nur sagen, dass sowas gar nicht geht.
    Hab ich ihm dann auch gesagt ;)
    Er hat nicht mal nach meinen schlechten Erfahrungen gefragt, sondern ist mich direkt angegangen.

    Irgendein Gefühl von mir hat da schon ganz richtig gelegen.

    LG
    Girasole

    Hallo Just,

    ich weiß jetzt nicht, wo du sowas "immer" liest...
    aber was ich mir denke ist, dass viell. nicht die alten Gefühle von früher gefragt sind. SOndern eben generell der Zugang zu den eigenen Gefühlen. So wie sie halt gerade im Moment sind.
    Für mich war das eine große und wichtige Aufgabe, mit der ich anfing, mich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen.
    Weil ich eben neuerdings bemerkte "ich mag das gerade nicht!" zb, oder "das fühlt sich für mich schlecht an". Lange habe ich meine Gefühle eben nicht gespürt.
    Zweiter Schritt war dann, auch entsprechend zu handeln.
    Also meine Grenzen setzen, meinen Gefühlen Raum geben usw. Auch nicht leicht.

    LG
    Girasole

    Hallo alle,

    ich habe eine Frage, sowohl an COs als auch an die (hoffentlich) mitlesenden Trockenen.
    Gibt es eine Art Frühwarnsignale bei nassen Alkoholiker?
    Konkret: wenn ich Menschen kennenlerne, derzeit so einige :wink: - wo sollte meine Alarmglocke bzgl Akoholkonsum angehen?
    Ich weiß natürlich, wichtig ist meine Grenze. Dies kommt allerdings ja oft erst dann so richtig zum Tragen, wenn man sich schon sehr nahe ist, sich viel und regelmäßig sieht.
    Aber: GIbt es Signale im früheren Kennlern-Stadium? Oder zb wenn jemand weiter weg wohnt?

    ZB: Ich habe jemanden kennengelernt. Bereits beim ersten Telefonat (abends) fiel: "... habe vorhin zwei Schnäpse getrunken..." Ich erstmal: :shock:
    ABer es war halt gerade Grillen mit den Nachbarn gewesen. Da wollen wir ja mal nicht so streng sein....?
    Beim nächsten Telefonat fiel: "...das große "M" ist so teuer, da kann ich mir auch gleich Pizza mit Bier bestellen..." und später noch "Altherrenabend in der Bar, schön fußläufig erreichbar...."
    Ich fragte ganz direkt, ob er sich ein Leben ohne Alkohol vorstellen könne. Ja, mache er öfter.
    Nein, für immer.
    Längeres Schweigen.
    Dann: "Das wäre ja sehr ungesellig!"
    Ich: "aha, dann bin ich also ungesellig!"
    Naja, dann habe ich das Thema gewechselt.

    Seitdem geht mir das im Kopf rum.
    Bitte um Mithilfe bei der Ordnung meiner Gedanken :D

    LG
    Girasole