Zitat von Kaleu
Selbst retten! SELBST RETTEN! JETZT ABER!!!
Ich hab mir in 2-3 Jahren unheimlich viel angetan. Statt die Welt zu retten, rette ich dann halt mich. Und warum verdammt nochmal werde ich nicht glücklich? Ich mach doch alles richtig? Ich muss doch also jetzt endlich verdammt nochmal glücklich werden. Ich hab so hart dran gearbeitet.
Hallo Neuweg (und Kaleu),
genau wie Kaleu war es bei mir auch. Scheinbar ist das eben auch eine Art, mit dem allen umzugehen. Wenn man zu Perfektionismus neigt.
Und das ist gar nix gutes. Viele sagen das mit einem stolzen Unterton "ach, ich bin halt perfektionistisch..."
Damit kann man sich selbst viel antun. Und nichts Gutes.
Daher achte ich darauf, mir regelmäßig Gutes zu tun.
Und diese inneren Antreiber in Blick zu behalten.
Mit Zwang und Druck wird man die aber nicht los ("Jetzt aber weg, ihr blöden Antreiber!")
Alles, was man bekämpft, wird dadurch noch stärker. So etwa hieß ein Satz aus meiner Kur, den der Oberarzt gebetsmühlenartig gepredigt hat.
Anders formuliert wurde es dort im Feldenkrais: Dort bekam man den für mich erschreckenden Auftrag "nicht eifrig sein!"
Nicht??
Wie soll das gehen. Ich hab mich doch mein Leben lang immer angestrengt. War immer eifrig.
Sogar beim Meditieren und den Entspannungsübungen.........
........ziemlich kontraproduktiv, wie man sich vorstellen kann. Frau Girasole zu sich selbst: "Entspann dich jetz! Los!" 
Bsp. aus Feldenkrais: Bei einer der Körperübungen bewegte man die Halsmuskulatur. Eindeutige Anweisung war immer "Nichts mit Schmerzen tun, man kann die Bewegung auch einfach nur "denken". Man darf es sich jederzeit bequem machen."
Frau Girasole hatte schon einen leicht steifen Hals. Machte natürlich trotzdem die Halsübung eifrig mit.
Ergebnis danach: Schmerzen!!!!
Rückblick in der nächsten Stunde: Eine Teilnehmerin berichtete über Schmerzen bei der letzten Übung. Der Kursleiter fragte "warum haben sie denn dann mitgemacht?"
HUCH! Dachte da die Frau Girasole. Da war es wieder! Ich war eifrig.
Ab da habe ich mich in den Feldenkrais-Kursen immer mal wieder mitten während der Übungen bequem auf die Seite gelegt und eingerollt, ganz gemütlich. Wenn ich etwas müde war, zb. ODer wenn mir die Übung nicht gefiel. Oder, wenn ich einfach mal Lust drauf hatte.
Das habe ich mitgenommen in den Alltag.
Ich darf es mir leicht machen!
EIn Zauberwort (für insgesamt ein gesundes Leben) heißt "integrieren".
Gute und schlechte Gefühle (zb für meine Mutter) GUte und schlechte EIgenschaften (zb bei mir) -
das darf beides sein!! Ambivalenz ist ok. Viel Leid bringen Menschen über sich, die eine dieser zwei Seiten der Ambivalenz nicht akzeptieren können/wollen.
Daraus können sich sehr gut Suchttendenzen entwickeln, psychische Erkrankungen u.a.
WIchtig ist, dass ich den Überblick behalte, zb über meine Antreiber.
Dass sie nicht mich kontrollieren und über mich bestimmen.
Das reflektiere ich regelmäßig.
Immer wieder bemerke ich sie dann, dass sie wieder mal "aktiv" waren, dass mein Perfektionismus aktiv war- dann sage im RÜckblick. Aha, ihr wart ja mordsaktiv heute" oder, wenn ich es währenddessen bemerke "oh hallo, ihr schon wieder. Ihr seid aber nur ein Teil von mir".
Uff, das war jetzt lang....
LG
Girasole