Beiträge von girasole

    Toru- Chan,


    deine Mutter muss nichts aushalten. Sie möchte. Sie hat ihr Leben in der Hand. Sie kann sich jeden Tag neu entscheiden, zu gehen.
    Das ist klassisch Co- ich muss ja so viel aushalten. ..

    Dass du als Kind alleine nachts im Bett weinen musstest, ist leider auch klassisch- deine Mutter hat sicher jederzeit- wie so viele Co- Mütter/ Vater hier- Stein und Bein geschworen, dass die Kinder "nichts mitkriegen".
    Kotz.

    gut, dass du dich nun auf deinen Weg gemacht hast. Du wirst sehen, es kann nur besser werden!

    Was die Telefonate betrifft, ging mein Therapeut noch weiter. "Lass das- ich möchte das nicht- hör auf-
    Das liegt übrigens heute noch neben meinem Telefon. So ein Spickzettel hilft enorm.

    LG girasole

    Ach liebe Zoi,

    wie gut ich das mit dem System Familie kenne :roll:
    meine komplette Family ist ähnlich. Ein komplett krankes System, das auch nur kranke, unzufriedene, unglückliche oder süchtige Mitglieder hervorgebracht hat. ..
    ich bin die einzige, die sich konsequent und dauerhaft Hilfe geholt und diese dann auch umgesetzt hat. Und ja, wenn meine Schwester wütend auf mich ist, weil ich sie treffe mit einer Analyse über eine Situation in ihrem Leben- dann bin ich die "psycho- Tante". Mittlerweile macht mir das nicht mehr so viel aus, denn sie tut mir leid, ich weiß, dass sie einiges quält. Ich weiß, dass ich sehr viel aufgearbeitet habe und dass es mir mit den Jahren immer besser geht. Und bei ihr wird das ziemlich sicher das Gegenteil sein.

    Mir hat es sehr geholfen, über das ganze System mit allen Onkels, Omas etc ausführlich in diversen Therapie -Stunden zu sprechen, also vor allem erstmal alles erkennen, dann einordnen, wieso, weshalb, warum. Und daraus hat sich für mich im Laufe der Jahre immer mehr Abstand ergeben. Es ist quasi fast von selbst passiert.

    Mit Telefonaten geht es mir mit meiner Mutter wie dir mit deiner Oma. Es ist wahnsinnig anstrengend und ich sitze quasi auf habacht am Telefon, dass sie mir nicht wieder eine unterschwellige Botschaft unterjubelt und ich mich noch Tage später wundere, warum es mir schlecht geht.

    ich habe mich immer ganz bewusst gewappnet vor einem Telefonat, dass ich gut aufpasse, dass sie mich nicht unter Druck setzt, subtile Nachrichten unterbringt usw. Es hat sehr geholfen, eine Zeit in Stichpunkten mitzuschreiben und das dann mit meinem Therapeuten zu analysieren.
    Unfassbar, was scheinbar harmlose Kommunikation transportieren kann :shock:
    und nicht zu vergessen sind solche Gespräche natürlich extrem anstrengend!
    Alles in einem spannt sich an, Adrenalin wird ausgeschüttet, der Körper rechnet Urzeit- mäßig ja mit einem Angriff auf das Leben.
    Also nicht wundern, wenn es einem danach Kräfte- mäßig nicht gut geht. Und überlegen, wann man telefoniert, zb nicht vor einem Bewerbungsgespräch oder etwas, wo man seine ganze Kraft braucht.

    Ich denke, du wirst an der Reaktion deiner Oma doch schon relativ gut merken, wie der Hase läuft. Wenn du kein gutes Gefühl hast- folge deinem Gefühl! Dies ist auch unter anderem ein Weg, wie selbstliebe entsteht- wenn man für sich einsteht und für sich sorgt!
    Du könntest deiner Oma auch sagen, dass du große Angst davor hast und deshalb überlegst, nicht zu kommen. Ev versteht sie erst so deine Ernsthaftigkeit, die sie ja wahrscheinlich nicht unbedingt von dir kennt?

    LG girasole

    Hallo Lisa,

    herzlich willkommen hier :)
    Gut, dass du den Weg ins Forum gefunden hast.

    Die (positiven) Gefühle für deine Mutter sind mit Sicherheit in dir, allerdings tief vergraben. Es gehört zur Heilung irgendwann zu erkennen, dass man sehr ambivalente Gefühle zum betreffenden Elternteil hat und dass das ok ist. Ich darf ihn lieben, denn er ist nunmal ein Elternteil und eine Wurzel. Und es darf auch Wut geben, wenn das Elternteil einen verletzt, im Stich lässt oder anderes.
    das fällt oft schwer, man denkt oft, man müsste sich "entscheiden" bzw naturgemäß ist es nicht leicht, so verschiedene Charakterzüge in einem Menschen zu vereinen.

    LG girasole

    Willkommen zurück, liebe Aurora :)

    Schön, dass du so viel lesen konntest ;)

    Ja, mich hat die Grippe auch erwischt, bzw ein grippaler Infekt.
    Dir gute Besserung und die Fähigkeit, dein erlerntes nun in den Alltag zu übernehmen. Dann kann man wirklich lange von der Kur zehren.

    LG girasole

    Hallo Ko,

    ich halte das schlechte Gewissen für peripher, allerdings lebst du so lehrbuchhaft vor, was den EKAs später solche Probleme bereitet: zu sich stehen, sagen dürfen was man denkt, Transparenz, im Einklang mit den eigenen Gefühlen handeln, keine Angst zu haben wenn man "unangenehm" wird und noch vieles mehr.
    Du füllst hier gerade mal wieder deinen Part eures kranken Systems voll und ganz aus.

    LG girasole

    Hallo,

    wir sind uns ja alle weitestgehend einig, dass am Gras ziehen nicht schnelleres Wachstum bringt und wir niemand trocken legen/ quasseln können.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt- habe ich wie gesagt ja bezogen auf die Situation nasser Alkoholiker und "nasser" Co und keiner bewegt sich. Generell bin ich - wie ebenfalls schon gesagt, aber es wird ja auch immer wieder angesprochen- ein Fan von Hoffnung! Darum ist dieser Satz für mich ja so verwirrend in dem Zusammenhang. Hoffnung darf man immer haben! Pellebär, das steht doch aber hier schon alles?

    Im genannten Zusammenhang stellt der Satz eine Art Indikator dar, dass derjenige sich nicht bewegen will. Das sehe ich Wie sunshine.
    und es ist ein Totschlag- Argument, auf das man aber sagen könnte: Hoffnung ist der Stoff aus dem ein Dauerleiden entstehen kann.
    oder: Es sollte eine Handlung folgen, sonst wird das eine Dauerschleife mit dem Namen "die Hoffnung stirbt zuletzt".

    Also, ihr habt mir sehr geholfen :) vielen Dank von

    Girasole :)

    Hallo Zoi,

    und hallo Ina, ja das ist erschreckend, wenn man liest, wie wenig wert sich ein Mensch ist. Es gehört aber leider zu uns EKAs (meistens) und es gilt, sich dem zu stellen, es zu betrachten und Wege heraus zu finden. Über den Verstand funktioniert das nicht, das wäre ja schön, wenn es so einfach wäre. Erkenntnis- Änderung....
    Zoi -und auch ich- uns ist das vom Kopf her schon klar. Aber es gibt Teile, im Unterbewusstsein, die da nicht mitziehen.
    übrigens tappst du in eine klassische Co- Falle, wenn du schreibst, Zoi könnte doch anhand von Freund und erfolgreichen Bewerbungsgesprächen erkennen, dass sie was wert ist- wenn sie jetzt keinen Freund und keine erfolgreichen Bewerbungsgespräche hätte?

    Zoi, ich würde mir das Szenario mit dem Besuch nochmal genauer anschauen. Kannst du nicht etwas einbauen, zu deinem Schutz?
    Selbst wenn du dann sofort gehst- die Konfrontation war da, die Oma hat erreicht, was sie wollte- und du bist am Ende die, die leidet!?
    Zb der Oma vorher deutlich sagen: wage es nicht, meinen Vater einzuladen!?

    LG girasole

    Zitat von RenateO

    Es muß eine Handlung folgen sonst wird das ne Endlosschleife mit dem Namen,, die Hoffnung stirbt zuletzt,,
    also ne Ausrede nichts tun zu müssen ...

    Hm, ich glaube nicht, dass das viel mit Entlastung durch das Forum zu tun hat.

    Aber obiges Zitat drückt das aus, was Röntgenblick schon schrieb und was mein Empfinden zu dem Satz hier im Forum ist.
    Hoffnung ist der Stoff, aus dem Dauerleiden entstehen kann.

    Beides stellt eine Möglichkeit für mich dar, wie ich künftig auf diesen Satz antworten werde.

    Bisher, also in vielen längst vergangenen Seiten hier im Forum, wo ich das gelesen habe, herrschte darauf nämlich meist ratloses Schweigen der Mitglieder. Es ist ja auch schwierig, was darauf zu antworten, wie ich ja schon weiter oben schrieb.
    Zu den aktuellen Gelegenheiten, als die arme Hoffnung hier rausgezerrt wurde, wusste ich ja selbst nichts zu entgegnen. Was bei mir blieb, war eben ein Gefühl von Unbehagen und Unstimmigkeit.

    LG girasole

    Zitat von RenateO


    Ich bin ja nun auch schon länger hier und habe die verschiedenen Strömungen wie mit ,,Neuen,, umgegangen wird selbst miterlebt.
    Mal die softe Variante und dann wieder ,Mensch lauf was das Zeug hält,es wird nicht besser.......besonders wenn Kinder mitbetroffen waren.

    Ja, und nichts, aber auch gar nichts, hat einen Unterschied beim betroffenen Co gemacht.
    Es ist auch wieder eine Parallele zum Alkoholiker: Man kann sie eben nicht trocken quasseln.

    LG girasole

    Hoffnung generell im Leben-
    das ist gerade das, was mich verwirrt:
    In anderen Lebenslagen bin ich durchaus ein Fan von Hoffnung. Vor allem wenn man es selbst nicht mehr in der Hand hat. Eine OP zb oder- die Heilung von einer Krankheit, wenn ich alles dafür getan habe, selbst dann weiß man ja auch nicht, wie es ausgeht.

    Nur wenn hier zig Cos nach zig nassen Jahren mit mit zig leeren Versprechungen, Tränen und Drohungen usw dann als letztes Argument die Hoffnung zücken- das ist wie ein Totschlag- Argument. Denn eben - wie ja auch hier schon weiter oben geschrieben wurde- Hoffnung darf man ja wohl haben. Und die darf einem auch keiner nehmen!
    Und ein richtiges Gegenargument gibt es ja auch nicht!

    Denn es gibt ja wirklich (!?) immer Hoffnung. Niemand kann behaupten zu wissen in diesem oder jenem Fall gibt es keine Hoffnung. Denn niemand kennt die Zukunft.

    Und in dem Satz ist ja nicht nur die Hoffnung beschworen- nein, sie stirbt auch noch zuletzt! Das heißt ja folglich- jeder Abwesenheit von Logik zum trotz- Hoffnung ist immer angebracht.
    Am Ende eines Kampfes - so wird das System co- alkie ja oft vom Co beschrieben- steht eigentlich die Kapitulation. Doch der Co zieht stattdessen flugs die Hoffnungs - Karte.
    Denn die darf und kann man ja immer haben.
    Egal wie hoffnungslos die Lage ist.
    und so steht der Co am Sterbebett des Alkies und hofft :shock:

    Nach vielen Seiten mit logischen, rationalen, verständnisvollen Beiträgen der Mitglieder hier springt dann irgendwann einigen Cos ins Auge: meine Logik, meine Argumente stimmen irgendwie nicht so. .. und dann ist der letzte Satz oft: ihr habt ja so Recht! Aber naja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

    LG girasole

    Zitat von RöntgenBlick

    Liebe Girasole,

    zum Thema fällt mit spontan ein Satz ein, den ich in einem Buch gelesen habe: "Die Hoffnung ist der Stoff, aus dem ein Dauerleiden entstehen kann."

    LG, Ellie

    :idea: das kommt dem Gefühl ganz nahe, das ich empfinde, wenn ich hier diesen Satz lese!
    Yep. Oh wow, richtig gut, aber so richtig richtig gut in dem Zusammenhang.


    Ich habe für mich überlegt, dass diese viel beschworene Hoffnung vom nassen co ein Deckmäntelchen ist für verbissenes festklammern. Dass das nicht bewusst abläuft, ist glaub ich den meisten hier klar.
    Der nasse co reibt sich nicht in einer verstecken Ecke die Hände oder lacht sich ins Fäustchen über seinen gelungenen Deckmantel.
    Für mich ist es auch eine Art wegschieben der Verantwortung. Weil der nasse co die Hoffnung ja immer dann zitiert, wenn er unbeweglich verharrt. Quasi als ausrede "ich mach zwar selbst nichts und der alkie auch nicht, aber ich bleibe trotzdem, auch mit den Kindern- denn die Hoffnung. ... usw... "


    Sunshine: ja, das mit dem aushalten ist co.
    aber da ist diese interessante Verknüpfung gut zu sehen: aushalten, ausharren = Hoffnung!
    Und neinneinnein, das ist doch klar, dass reden, Vorwürfe- quasseln den nassen Alkie nicht kratzen.


    Babe: genau bei deiner Geschichte ist mmn die Hoffnung extrem überstrapaziert... du sagtest, du wärst auch weiterhin bei ihm geblieben. Das hätte dann DEIN ganzes Leben überschatten können. Bis zu DEINEM Ende hättest du gehofft und möglicherweise umsonst.
    Dass du nun überlegst, woher dass bei dir kommt, finde ich aber gut. Solange du nicht da stehen bleibst und nur noch lamentierst, ich kann ja nicht anders, weil ich es nie gelernt habe.

    Danke euch allen :)

    Eure girasole

    Hallo alle,

    heute mache ich mal ein neues Thema, es betrifft einen Satz, den ich hier bei den Cos gefühlte tausend mal gelesen habe:
    ".... die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. "
    Meist am Ende eines Posts.
    ich habe hier schon seeehr viel gelesen, habe ganz hinten angefangen und grob geschätzt bisher etwa 30 Seiten gelesen- inkl. der vielen verschiedenen Fäden pro Seite.
    Und sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, immer wieder dieser Satz.
    "Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt" - natürlich immer bezogen auf den nassen Alkoholiker, der ja eventuell dieses Mal sich ändert, so dass der Co endlich glücklich werden kann.

    Immer wieder bin ich da gestolpert, weiß aber nicht recht, warum.
    Warum stört mich dieser Satz in diesem Zusammenhang so sehr?

    Weil Hoffnung doch eigentlich etwas schönes, etwas tröstliches ist?
    Wird sie hier missbraucht?
    Oder ist das ein Fakt, dass jeder Co bis zum Schluss, bis zum bitteren Ende Hoffnung haben darf?
    Findet ihr die Hoffnung hier auch komplett fehl am Platz?
    Wie seht ihr das? Ich freue mich über eure Gedanken!

    LG girasole

    Hallo Kiki,

    wie ähnlich doch der Alkoholiker und der co sind.
    dein bekannter würde auf die frage, ob er sich als Alkoholiker sieht wahrscheinlich auch antworten "och naja, so weit bin ich noch nicht, so schlimm ist es noch nicht"

    Also liebe Kiki,
    -du denkst du könntest schuld sein an seinem Rückfall
    - du rufst seinen Therapeuten an! Du kannst froh sein, dass die Dame mit dir gesprochen hat. In der Regel machen die das gar nicht. Ich habe es damals auch versucht, den Berater meines XY zu sprechen. Hätte nicht viel gefehlt und der hätte mir nen Vogel gezeigt.
    - du weichst von deinem Vorhaben ab, bei einem Rückfall sofort weg zu sein
    - du entschuldigst unmögliches verhalten dir gegenüber.
    denk nur an dieses WE! Du hast geweint und warst fix und alle - JA UND!?!?!
    Ist das es wert, ein ganzes WE in die Tonne zu treten,?
    - ja mehr noch, du nimmst auch hier die Schuld auf dich.
    - der ganze Mann ist komplett anders seit dem Rückfall und du sprichst von Liebe!? Willst ihn trotzdem zurück und bist traurig.
    - wichtig scheint dir nur zu sein, dass er dich liebt. Ganz egal wie die Umstände sind.
    - du willst ihm helfen
    - dein ganzes Denken dreht sich um IHN

    Oh Mann die co- Abhängigkeit springt einen ja förmlich an :roll:

    Liebe Kiki, wenn dein Verstand weiß, was los ist- warum ihm dann nicht folgen??
    Beschäftige dich nicht mit IHM. beschäftige dich mit dir! Frage dich, wie konnte es soweit kommen, dass ich meinen Plan/ meinen Schutz für mich (zu gehen, wenn er rückfällig wird) aufgegeben habe?
    Wieso falle ich freiwillig in ein Karussell von sorgen und grübeln und halte das auch noch für Liebe?

    Sorge für DICH, tue DIR etwas gutes- noch heute! Schaffst du das?

    LG girasole

    Hallo Kiki

    und herzlich willkommen hier im Forum :)
    Gut, dass du hierher gefunden hast!

    Hast du schon mal die Grundbausteine gelesen? Die würde ich dir wärmstens ans Herz legen.
    Auch kannst du hier alle die Geschichten lesen, die schon mit der co- Abhängigkeit erlebt wurden. Das kann sehr hilfreich sein!
    Siehst du dich selbst als co- abhängig?

    Was deine Frage in der Überschrift betrifft- versuche einmal dir vorzustellen, eine gute Freundin würde sie dir stellen. Was würdest du ihr antworten?

    Kiki, du meintest, du weißt nicht mehr, was richtig und was falsch ist.
    Wieso denkst du das?
    Gehe mal davon aus, du wüsstest es- was wäre die Antwort?

    LG girasole- co- abhängig, getrennt seit 2013

    Hallo alle,

    heute habe ich voller Freude festgestellt, dass ich seit einem halben Jahr stabil gesund bin :) meine letzte Krankschreibung wegen Depression war im August :shock:
    Wahnsinn, ich freue mich so!!
    Und die Abstände dazwischen werden immer länger. Letzten Sommer hatte ich zwar eine längere Episode, aber davor war auch etwa ein halbes Jahr vergangen, in dem ich relativ stabil war.
    die Zeit jetzt seit August habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben fast stark gefühlt :shock: wow, das kannte ich vorher gar nicht!
    So muss sich Gesundheit anfühlen :D
    es gab natürlich immer die ganz normalen Schwankungen im Leben. Müdigkeit, ärger, Streit, stress, Unzufriedenheit, schlechte Laune, all das war natürlich auch da!
    Es soll keiner denken, ich propagiere hier rosarote Wolken- Leben!!
    Aber wenn man gesund und kräftig ist, kann man damit umgehen! Naja, was heißt "man".... ICH!!
    Ich könnte jetzt sagen, so habe ich mir Leben immer vorgestellt
    aber das stimmt nicht.
    Viele Jahre wusste (!!) ich ja gar nicht, dass es anders sein kann als so wie ich lebte, so wie ich es kannte!
    Aber jetzt, heute- ja, da stelle ich mir das Leben so vor.
    vielleicht habe ich nun sogar einen Vorteil durch meine Geschichte, meine Krankheit: ich bin dankbar für das Leben. So wie es nunmal ist, mit allem Stress und allen Facetten.

    ich habe den Gedanken, dass meine co- Abhängigkeit ihr gerüttelt Maß dazu beigetragen hat, oder dass die Depression sogar eine direkte Reaktion von meiner Seele war.
    nun brauche ich die Depression quasi nicht mehr??
    Ich bin gespannt!
    Fakt ist, nach der Trennung bin ich zunächst abgerutscht, die Rehabilitation/ Kur hat mir dann erstmal sehr viel Kraft gebracht.
    Und ein halbes Jahr nach der Trennung fing dann meine Stabilität an.
    Seither habe ich nun nur eine Episode gehabt.
    Früher gab es da extreme und viel häufigere Schwankungen und ich war viel öfter krank.
    Und auch die "gesunden" Phasen zwischendurch fühlten sich nicht so gut an wie jetzt.
    es war zeitweise mehr wie ein kurzes Luft holen zwischen all der Krankheit.

    nun, es geht ja seit geraumer Zeit alle meine Kraft in mich.
    In der co- Abhängigkeit ging viel viel Kraft für XY ab. Ich sage heute- viel viel viel mehr Kraft als ich damals gedacht hätte!! Irgendwann hatte ich schon gemerkt, dass viel Energie an XY ging, hätte aber wohl jederzeit geschworen, ich hätte noch alles im Griff :shock:

    ein Dankeschön möchte ich auch noch loswerden, und zwar an Spanjoggel:
    vor einiger Zeit (noch im geschlossenen) berichtete ich über Teile in mir, die mich hassen und zerstören wollen. Du hast mir damals geraten, es dann mit bewusster Atmung zu versuchen.
    Das habe ich seither auch schon öfters getan, und meist war das goldrichtig!
    Gibt es doch nichts gegenwärtigeres als die Atmung.
    Ich komme zurück ins hier und jetzt und hier bin ich erwachsen und gesund, kann für mich sorgen.
    Danke Spanjoggel!
    Ich hoffe, es geht dir gut!!?!

    Mir geht es gut, auch wenn ich gerade grippig Zuhause liege :)

    LG girasole

    Hallo alle,

    ich möchte etwas zum Thema lebensbedrohlich anmerken:
    Für mich gibt es nicht nur die Bedrohungen, die einem direkt das körperliche Leben rauben.

    Man kann auch hier auf dieser Erde wandeln und trotzdem tot sein.

    Da nutzen einem dann auch hunderte von Euro jeden Monat mehr gar nichts.

    LG girasole

    Es gibt verschiedene Therapie- Arten.
    Verhaltenstherapie bearbeitet aktuelles Verhalten zb Angststörung oder anderes.
    Tiefenpsychologische Therapie oder die sog. Analyse gräbt in der Vergangenheit/ Kindheit.
    Ich kann sehr gut verstehen, dass du Angst hast vor dem was da hochkommen kann. Das geht vielen so.
    Aber andererseits ist das alles ja jetzt nicht "weg"- es ist ja in dir, wenn auch vergraben. Und da "eitert" es tief unten vor sich hin. Man wundert sich über alle möglichen seelischen Erscheinungen, seien es Ängste, magenschmerzen, ess- Störungen, co- Abhängigkeit und so weiter und so fort.

    Verstehst du, es wird da tief unten nicht besser, im Gegenteil.
    Es wuchert unkontrolliert und unvorhersehbar.
    Ich bin lieber für bewusstes hervorholen und anschauen, auch wenn es dann erstmal schmerzt.
    aber die Wunden heilen einfach besser und eher, wenn der Eiter soz. abgelassen wurde.

    Ich habe vier Jahre VT gemacht, dann drei Jahre Pause und nun bin ich im siebten Jahr tiefenpsychologische Therapie.
    Beides hat mir sehr viel gebracht, aber die jetzige noch mehr als die VT.
    ja, es ging mir zwischenzeitlich auch mal sehr schlecht, aber ich empfand es nie so richtig schlimm, weil ich ja wusste, woher es kommt und dass es zu was nutze ist. Im Gegensatz zu meinen vielen vielen Problemen vor den Therapien.

    Mittlerweile führe ich ein kontinuierlich wirklich lebenswertes Leben mit nur noch wenigen Tiefs bzw Instabilität


    LG girasole