Hallo Georg,
willkommen hier!
Zum Thema "Hilfe durch Nichthilfe" kann ich beisteuern, dass ich genau diese Erfahrung mit meinem Ex-Partner gemacht habe.
Jahrelang habe ich ihm mit Verlassen gedroht, und als es dann soweit war, hat er gestaunt wie sonstwas. Er ist regelrecht aus allen Wolken gefallen.
Worauf ich wiederum aus allen Wolken gefallen bin, weil ich merkte- die ganzen Diskussionen vorher, stundenlange, auch nüchterne, alle meine psychologischen Tricks, Kniffe, Vorhaltungen, Drohungen, Beispiele alles das war total umsonst gewesen. Völlig. Für die Katz, aber sowas von.
Als ich das dann in die Tat umsetzte, war es für ihn, als hätten wir nie über sowas geredet.
Er war sprachlos, überrascht, fassungslos, überrumpelt.
Worte kommen wohl einfach nicht bei einem Süchtigen im Hirn an.
Nur Handlungen. Wobei die echt sein sollten, und keine halbherzigen.
Er hat damals alles versucht, mich umzustimmen. WIrklich alles, alle Register gezogen, alle Co-Knöpfe gedrückt. Wäre ich nicht 100% sicher gewesen (und hätte hier das Forum zur Unterstützung gehabt), wäre ich ganz sicher umgekippt.
Obwohl er ja immer miterlebt hat, dass ich sonst vom Typ her die "Durchzieherin" bin - früher oder später, räusper - hat er das offenbar nie mit sich in Verbindung gebracht... warum auch immer.
Und erst, als ich wirklich weg war, also so richtig wirklich ausgezogen, ihn verlassen habe, ohne jegliche Option auf Rückkehr, ohne "Rumgeeier" (was wir vorher genug hatten)- erst dann, ist er "aufgewacht".
Nach einem heftigen Absturz inkl. Suizidversuch und allem Pipapo, hat er sich nun in LZT begeben.
Wie erfolgreich das sein wird, steht auf einem anderen Blatt.
Ich bin 100% überzeugt, ohne mein Handeln hätte er nie seinen Tiefpunkt erreicht (dazu gehörte der Absturz wohl dazu) und die Therapie begonnen.
LG
Girasole