Das muss man schon auch richtig machen in der Therapie, und nicht mal nur ansprechen. In der Reha wurde nach der Schema-Therapie gearbeitet.
Es ist aber schwierig zu erklären, ich werde es versuchen....
Mir hat es auf jeden Fall sehr viel gebracht!
Bei mir war das so:
Ich habe für mich überlegt, was mich so lange bei XY hat ausharren lassen.
Ich kam dann darauf, dass es sein ständiges Beteuern war, er würde mich niemals verlassen. Ich habe auch jetzt bei dem neuen Partner starke Verlustängste (gehabt). Wenn eine SMS nicht so schnell kam, wie ich mir das vorstellte oder inhaltlich nicht so war- konnten mich richtige Angst-Wellen überrollen, dass er mich nun garantiert bald verlassen würde.
Schnell wurde mir dann klar, dies hing mit meinem Vater zusammen, der mich verlassen hat, hat den Kontakt zu mir abgebrochen als ich mal nicht so reagiert habe, wie er es wollte.
Auch als ich ein Kind war, hat er mich abgelehnt, sich nicht um mich gekümmert, nicht für mich interessiert.
:eine Mutter war/ist psychisch krank und konnte mir nicht die Zuwendung zukommen lassen, die ich gebraucht hätte.
In der Therapie habe ich erfahren, dass ich (kindliche) Anteile habe, die sich nach väterlich/mütterlich/elterlicher Liebe, Trost, Zuwendung, Lob und Aufmerksamkeit sehnen.
(Ich bin zb lange nachdem XY und ich schon getrennte Betten/ Zimmer hatten, noch bei ihm ins Bett geschlüpft, wenn ich Albträume hatte)
Also schaue ich nun regelmäßig, wie es der "Kleinen" in mir geht
Ich stelle oft fest, dass da ein Teil in mir ist, dem es wahnsinnig guttut, wahrgenommen zu werden. Da möchte ein Teil von mir, dass ich ihn lobe für die harte Arbeit in der Therapiestunde vielleicht, dass ich tröste, wenn etwas schiefgelaufen ist, dass ich Mut zuspreche, vorm Zahnarzttermin usw.
Meine Therapeutin hat mir gezeigt: Ich soll es wirklich so machen, wie wenn ich mit einem Kind umgehen würde, ich soll mich selbst in den Arm nehmen, drücken, streicheln, tröstende Worte murmeln, Zuversicht vermitteln und vor allem das Gefühl, du bist nicht alleine, ich bin bei dir.
Es klingt viell. etwas blöd- aber wenn ich dann da sitze und mein kleines Mädchen "fühle" und es/ mich dann umarme- das tut gut, das tut wahnsinnig gut, das fühlt sich einfach nur schön an. Ich fange oft an zu lächeln, ja zu strahlen, wenn ich sie lobe. Ein Teil von mir lässt sich dann richtig in meine Arme fallen und genießt.
Wichtig ist dann halt auch mein Haupt-Thema. Oft fühlt die Kleine "ich bin böse" oder "alles meine Schuld" (denn wenn der Papa einen nicht liebt, kann das ja nur an einem selbst liegen- kindliche Logik).
Und das kann ich dann im direkten "Gespräch" mit Zuwendung dann viel leichter auflösen.
Früher habe ich diese Gefühle meist nicht mal wahrgenommen.
Dafür bin ich dann ua bei XY ausgeharrt- denn in mir war ja die Überzeugung "ich bin böse" - ich konnte ja froh sein, wenn mich überhaupt einer will!
Und nun, wo ich diese Bedürftigkeit von diesem kleinen Mädchen auflöse- bin ich nicht mehr auf die Zuwendung von außen angewiesen.
Puh, so. Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich.
Gute Nacht wünscht
Girasole