Beiträge von girasole

    Hallo Bella,

    ich weiß, es wird nicht leicht für dich sein.
    Aber stell dir die Familie als ein Mobile vor (du weißt schon, diese Art Spielzeuge, die in der Luft hängen mit Figuren dran).
    Bringst du Bewegung in dieses Mobile, indem sich die Kinder bewegen (zb durchs JA), gerät das ganze Gebilde in Bewegung- zwangsläufig bewegen sich alle anderen mit.
    Wohin, das ist unklar. Aber ohne Bewegung- gibt es erst gar keine Chance auf Veränderung.
    (Das Bsp ist übrigens ein klassisches Bild aus einer bestimmten THerapie-RIchtung).

    Dem JA kannst Du übrigens von all Deinen Befürchtungen erzählen, zb ob es überhaupt "schlimm genug" ist, oder dass sie nachmittags nur angetrunken ist usw.
    Die können die Lage einschätzen, denke ich.
    Sei mutig und schweige nicht mit all den anderen.
    (Beruflich bin ich oft entsetzt, wirklich entsetzt, wie die Leute wegschauen, wenn Kinder leiden!)
    LG
    Girasole

    Hallo Foristen und vielen Dank, Siddy und Renate!

    Ja, ich habe mich wohl tatsächlich verändert und all das Leid war nicht umsonst, wie Du Renate, so schön schriebst.
    Schuldgefühle habe ich nach dem Telefonat dennoch gehabt :roll: Nun gut, es gab halt keine Wunderheilung, sondern ich mache kleine Schritte.
    Die Schuldgefühle hielten sich auch in Grenzen und ich konnte ganz gut damit umgehen.
    Im Nachhinein ist mir noch aufgefallen, dass er sogar meinte "ich würde dir gut tun!" :shock::shock:
    Mannomann und das glaubt er auch noch wirklich.
    Das ist schon fast irgendwie gruselig.

    Renate:
    Zum inneren Kind: Du schreibst, Du warst dann deine Mutter (soz.).
    Das war der Gegenpart zum inneren Kind: Das sind die inneren Antreiber/Kritiker. Die Stimmen der ELtern, die in uns sprechen, und in unseren Fällen leider antreibend (zb schneller! sei besser! mach mehr" sei perfekt!) oder negativ bewerten (Du bist nichts! Du bist dick! Du bist wertlos!- was auch immer sie gesagt oder auch vermittelt haben. Mein Vater hat mir zb immer vermittelt, dass ich ihm egal bin. Gesagt hat er das nie)
    Die Schema-Therapie, die ich oben ansprach, arbeitet mit beiden, denn diese gehören wie gesagt zusammen.
    Es ist zu komplex, um es hier zu erklären.
    Aber nur mit dem inneren Kind zu arbeiten ist relativ sinnfrei...
    Daher sollte sich der Therapeut damit auskennen und nicht nur "mal nebenbei" (das meinte ich natürlich überspitzt) das innere Kind zum Arbeiten rauskramen.
    Die Schematherapie unterliegt halt einem Konzept, einer bestimmten Arbeitsweise usw.

    LG
    Girasole

    Hallo Yuppi,

    mir tun die Kinder extrem leid, v.a. wenn sie auch noch klein sind.
    Kinder bekommen immer mit, was los ist. Das weiß ich durch meine berufliche Erfahrung. Sie leiden sehr und ihre Entwicklung wird fürs ganze Leben geschädigt, jeden einzelnen Tag.
    Das Argument mit dem "sauberen Pulli" ist ja wirklich schwach- du schreibst ja selbst, deine Schwester macht nix mehr im Haushalt-
    außerdem schadet ein dreckiger Pulli nicht 1% von dem, was die alkoholkranke Mutterund der Co--Schwager anrichten!!!

    Nun gut, aber Dein Schwager sucht natürlich Ausreden, um nichts zu ändern, wie Du ja schon selbst erkannt hast.
    Also- wenn nicht von außen ein gewisser Druck aufgebaut wird, befürchte ich mal ganz stark, ändert sich in dem Spiel gar nichts.
    Kannst Du Dir vorstellen, deiner Schwester zu sagen, Du informierst das Jugendamt, wenn sie nichts ändert?
    Wenn Du DIch das nicht traust, kannst Du das Jugendamt auch anonym informieren. Oder Du redest mit dem Kindergarten/ der Schule.
    Ist da denn noch nie was aufgefallen, das kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Eher haben Schwester/Schwager das nur Dir nicht erzählt.

    LG
    Girasole

    Hallo Foristen,

    ich schnall ja ab - Ex-XY hat doch tatsächlich versucht, mich für einen Neustart unserer Beziehung zu begeistern :shock:
    Er meinte, "dieses Mal" sei er ja in der LZT, daher sei ja "alles anders".... *gäääähn*.....
    Als er damit überhaupt keinen BLumentopf gewinnen konnte, hat er doch tatsächlich wieder mal versucht, Druck aufzubauen "du wirst nie wieder einen finden, der dich so liebt wie ich!".
    Sowas erkenne ich mittlerweile zum Glück sofort (ha, freu, *stolz bin*) - hab ihn direkt abgeschmettert, er solle bloß aufhören, mich unter Druck zu setzen oder zu manipulieren. Er hat probiert, zu leugnen, neiiin, das würde er nicht.... ach sooo, na dann 8)

    Was bei mir nur hängen geblieben ist- war ich früher wirklich so.... naja..... wie soll ich sagen.............. war ich wirklich so...... blöd :shock:
    Scheinbar, da er sich mit so einer Nummer wohl echt Chancen ausgerechnet hat.
    Sechs Jahre lang erzählt er mir, dieses Mal ist alles anders.... und jetzt,- dieses Mal ist aber wirklich alles anders! Sogar ein Kind kann er sich vorstellen! *schauder*
    Nee, is klar :roll:

    Schockierte Grüße
    Girasole

    Hallo Beno,

    mein Ex-XY ist zurzeit in Langzeittherapie und trocken- freiwillig.
    Er sagt selbst, er habe mir die ganzen Jahre einfach was erzählt, damit ich Ruhe gebe. Dass er genau wusste, wie er die Leute verarschen kann, wer was von ihm hören wollte, also Ärzte wollen was anderes hören als Arbeitgeber als ich usw.
    Er sagt auch, er hätte niemals Therapie gemacht, wenn ich geblieben wäre und alles so - zu seiner damaligen Zufriedenheit - weiter gelaufen wäre.

    LG
    Girasole

    Das muss man schon auch richtig machen in der Therapie, und nicht mal nur ansprechen. In der Reha wurde nach der Schema-Therapie gearbeitet.
    Es ist aber schwierig zu erklären, ich werde es versuchen....
    Mir hat es auf jeden Fall sehr viel gebracht!

    Bei mir war das so:
    Ich habe für mich überlegt, was mich so lange bei XY hat ausharren lassen.
    Ich kam dann darauf, dass es sein ständiges Beteuern war, er würde mich niemals verlassen. Ich habe auch jetzt bei dem neuen Partner starke Verlustängste (gehabt). Wenn eine SMS nicht so schnell kam, wie ich mir das vorstellte oder inhaltlich nicht so war- konnten mich richtige Angst-Wellen überrollen, dass er mich nun garantiert bald verlassen würde.
    Schnell wurde mir dann klar, dies hing mit meinem Vater zusammen, der mich verlassen hat, hat den Kontakt zu mir abgebrochen als ich mal nicht so reagiert habe, wie er es wollte.
    Auch als ich ein Kind war, hat er mich abgelehnt, sich nicht um mich gekümmert, nicht für mich interessiert.
    :eine Mutter war/ist psychisch krank und konnte mir nicht die Zuwendung zukommen lassen, die ich gebraucht hätte.

    In der Therapie habe ich erfahren, dass ich (kindliche) Anteile habe, die sich nach väterlich/mütterlich/elterlicher Liebe, Trost, Zuwendung, Lob und Aufmerksamkeit sehnen.

    (Ich bin zb lange nachdem XY und ich schon getrennte Betten/ Zimmer hatten, noch bei ihm ins Bett geschlüpft, wenn ich Albträume hatte)

    Also schaue ich nun regelmäßig, wie es der "Kleinen" in mir geht :) Ich stelle oft fest, dass da ein Teil in mir ist, dem es wahnsinnig guttut, wahrgenommen zu werden. Da möchte ein Teil von mir, dass ich ihn lobe für die harte Arbeit in der Therapiestunde vielleicht, dass ich tröste, wenn etwas schiefgelaufen ist, dass ich Mut zuspreche, vorm Zahnarzttermin usw.
    Meine Therapeutin hat mir gezeigt: Ich soll es wirklich so machen, wie wenn ich mit einem Kind umgehen würde, ich soll mich selbst in den Arm nehmen, drücken, streicheln, tröstende Worte murmeln, Zuversicht vermitteln und vor allem das Gefühl, du bist nicht alleine, ich bin bei dir.

    Es klingt viell. etwas blöd- aber wenn ich dann da sitze und mein kleines Mädchen "fühle" und es/ mich dann umarme- das tut gut, das tut wahnsinnig gut, das fühlt sich einfach nur schön an. Ich fange oft an zu lächeln, ja zu strahlen, wenn ich sie lobe. Ein Teil von mir lässt sich dann richtig in meine Arme fallen und genießt.
    Wichtig ist dann halt auch mein Haupt-Thema. Oft fühlt die Kleine "ich bin böse" oder "alles meine Schuld" (denn wenn der Papa einen nicht liebt, kann das ja nur an einem selbst liegen- kindliche Logik).
    Und das kann ich dann im direkten "Gespräch" mit Zuwendung dann viel leichter auflösen.
    Früher habe ich diese Gefühle meist nicht mal wahrgenommen.
    Dafür bin ich dann ua bei XY ausgeharrt- denn in mir war ja die Überzeugung "ich bin böse" - ich konnte ja froh sein, wenn mich überhaupt einer will!

    Und nun, wo ich diese Bedürftigkeit von diesem kleinen Mädchen auflöse- bin ich nicht mehr auf die Zuwendung von außen angewiesen.

    Puh, so. Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich.

    Gute Nacht wünscht
    Girasole

    Liebe Aiko,
    danke der Nachfrage!
    Ja, ich arbeite wieder und ja- es war allerdings eine harte Landung.
    Bin jeden Abend sowas von erledigt, dass ich oft nur noch ins Bett falle....

    Ja, ich arbeite auch an der Umsetzung.... gerade die ersten Tage in der Arbeit hat es überhaupt nicht geklappt :roll:
    Ich versuche es aber weiter, bin auch motiviert und mache meine Arbeit ja total gerne.

    Ich bin allerdings auch noch mit einer mittelgradigen Episode entlassen worden.... keine Ahnung, wann die endlich mal vorbeigeht.... ist schon seit Sommer mein Begleiter, trotz Behandlung.
    Naja, bis zum nächsten Arzttermin wurschtel ich mich mal so durch. Ev werde ich dann mit der Ärztin zusammen eine Schwerbehinderung beantragen.

    Liebe Grüße
    Girasole :D

    Hallo Coolman (woman),

    ich komme vom Co-Bereich, beruflich aber aus der Jugendhilfe und möchte Dir sagen:
    Respekt!
    Viele halten lieber an ihren Kindern fest und gehen dann mit ihnen zusammen unter. Du hast für Dein Kind und für Dich entschieden.

    Alles Gute!
    Girasole

    Mein Erzeuger ist auch von genau der Sorte.
    Und ich habe keine Bindung/Beziehung zu ihm.
    Und das tut weh. Also mir zumindest.
    Und als Pädagogin wage ich sogar die These "Es tut immer weh, wenn ein Elternteil sich nicht für einen interessiert."!!!
    Lange hab ich gedacht wie Du "Pah, der interessiert mich auch nicht! Hat mir ja nie was gegeben!".
    Das stimmte aber nicht. Es hat mich geprägt für mein Leben, zb dass ich mich im tiefsten Herzen immer als wertlos fühle. Und noch vieles andere.
    Nach vielen vielen Jahren der Abnabelung- wie ich dachte!- sind dann die Tränen geflossen und die Trauer war da, weil ich sie zugelassen habe.
    Dann habe ich einen Abschiedsbrief geschrieben, den ich nicht abgeschickt habe.
    Ich konnte nun verziehen, heißt, ich hasse nicht mehr, fühle keinen Zorn.
    Verzeihen heißt aber nicht, dass ich vergebe und vergesse.
    Aber mir geht es sehr viel besser seither.

    Aber du scheinst für dieses Thema (noch?) nicht bereit zu sein.
    Kannst es ja im Hinterkopf behalten.

    Zitat von Just

    Dieses "Ich" war anders gemeint...nicht überraschend

    Ah, ok.
    Aber - den KOntakt zum Vater abbrechen tut doch sehr weh.
    Ich weiß es aus eigener Erfahrung :(
    Ich kann Dir nur raten, damit besser umzugehen als ich.
    Ich habe meine Trauer hinter Wut versteckt, nach dem Motto: Der Arsch ist mir doch egal!
    Aber- die Trauer bleibt und arbeitet im Unterbewussten weiter, sie will raus.
    Sie ist da und behindert und stört und schädigt mit Masken der Depression/ Rückenschmerzen/ der Ungeduld gegenüber anderen usw....

    LG
    Girasole

    Zitat von Just

    Ich?

    Ja klar, DU!
    Scheinst irgendwie überrascht?
    Aber hier im Co-Bereich geht es ja um Dich und nur zweitrangig um den Süchtigen...
    Was wirst Du für DIch tun?
    Du verstehst es nicht- scheint mir logisch (eine KRankheit zu verstehen ist so eine Sache)....
    Aber- wie wappnest Du Dich. Und ev Deinen Sohn. Wie ist dein Plan für den Fall der Fälle. Hast Du Strategien, falls er nachts wieder anfängt zb. Oder Dich weiterhin mit seinem Trinkverhalten konfrontiert?
    HAst Du Unterstützung, ev. prof. Beratung, um das mal "durch zu überlegen"?
    Oder lässt Du alles einfach auf euch zurollen?
    Das wird euch überrollen und platt walzen.

    LG
    Girasole

    Hallo Foristen,
    (das habe ich kürzlich hier gelesen- "Foristen" und finde es so ein witziges Wort :D könnte mich beömmeln!!)

    nun liegt nach der Kur noch ein längerer Urlaub hinter mir - allein, Zuhause. Mein Liebster war nur 4 Tage da.
    Ich darf zu meiner großen Freude feststellen, dass mein Befinden in dieser ganzen Zeit total unabhängig von seinem Verhalten war :D
    Ich freu mich so darüber!
    Ob viel oder wenig SMSe, Mails mit viel Liebesbezeugungen oder wenig, Streit als er hier war oder nicht.... usw.... es hat mich nicht beeinflusst in meinem Wohlbefinden.
    Das ist ja ein typisches Co-Ding.
    Ich habe aber auch sehr oft (wie in der Kur empfohlen), mein inneres Kind umsorgt.
    Dadurch brauchte ich wohl niemanden anders mehr dafür.

    Jetzt gilt es nur noch, das ganze auch mit Stress und Arbeit beizubehalten....

    Zitat von Paddy

    Der Therapeut hat recht. Wie auch immer Du Dich entscheidest wird der Weg dornig sein und bringt viel schmerzen mit sich.


    Hallo Paddy, das war mein Berater, der bezog sich damals aufs das Zusammenbleiben von XY und mir. Das würde, egal in welcher Form, ein dornenreicher Weg sein.

    LG
    Girasole

    Zitat von Honeymaker

    Dann noch ein Satz zu dem "Trinken auf den Familienfeiern". Girasole, als du sagtest, dass es viele Menschen gibt, bei denen auf Feiern sicherlich nicht getrunken wird, war ich anfangs beschämt und dachte - stimmt - kann man nicht verallgemeinern. Aber ich habe dann noch mal nachgedacht. Ehrlich gesagt kenne ich keine Party - sei es bei der Familie oder auch im Freundeskreis - wo es keinen Alk gibt (ich wüsste auch von keiner - es sei denn aus religiösen Gründen). Das soll jetzt nicht heißen, dass bei uns immer geballert wird, bis der Arzt kommt und das alle das machen. Dennoch hat Alkohol in einem gewissen Quantum immer dazu gehört. Auch auf meinen Feiern gibt es ehrlich gesagt genug von dem Zeug. Aber aus bekannten Gründen mittlerweile ein schönes und leckeres Angebot an Softdrinks - da muss dann jeder selbst wissen, was er macht.

    Liebe HM,

    Dich beschämen war nicht meine Absicht :shock:
    Ich wollte aufmerksam machen.
    Und das möchte ich nun nochmals tun. Mit dem obenstehenden blockst Du ab, was ich geschrieben hatte- was ja dein gutes Recht ist.
    Nun mal zur näheren Erläuterung:
    Es kommt darauf an, von wo aus man betrachtet!
    Du sagst, Du kennst keine Feiern ohne Alk - das sei normal, und verlegst nun deine BEtrachtung von Familiy auf Freunde.
    Aber es bleibt dennoch: Es gibt viele viele Menschen, für die Alk nicht zu einer Feier gehört.
    Ich bewege mich in einem größeren Umkreis, wo kein Alkohol konsumiert wird, auch nicht auf Festen/Partys/Feiern.
    Ich habe mir das so ausgesucht, ganz bewusst.
    Nun sehe ich seit Jahren, immer wieder neu bestätigt- das was ich "als normal" fand - ist es nicht.
    Es gibt wirklich sehr viele Menschen, auch nicht-Alkoholiker, die einfach nicht trinken. Punkt.
    AUch nicht auf Feiern.

    (Nur hab ich bemerkt, beide Seiten bleiben eher "unter sich"- also sowohl trinkende - die fühlen sich durch nicht-trinkende unangenehm, wie ein Spiegel, der ihnen vorgehalten wird.
    Und ebenso die nicht-trinkenden- die feiern halt ganz anders und fühlen sich oft nicht soo wohl mit trinkenden.)

    Nur als Anregung, das Konsumverhalten deiner Family nochmal kritisch zu überprüfen-
    das brauchst du übrigens nicht hier zu tun. So als müsstest Du deine Family rechtfertigen. Es ist für DICH gedacht, zum nachdenken.
    Wenn jemand ungefragt etwas strikt negiert, lässt das bei mir (berufl. in der Beratung) halt immer die Alarmglocken gehen :wink:

    Die Frage, ob Du DIch langweilst, war nur ein Bsp. Ich wollte Dich anregen, generell nachzudenken, was es für dich "Positives" bringt.
    Irgendwas subjektiv "Positives" hat es für einen immer, wenn man kranke Verhaltensweisen hat.
    Also zb bei mir war es so, dass mein EX-XY meine Verlustängste beruhigen konnte. Ich wusste, der würde mich nie verlassen.
    Eine gesunde Beziehung hätte mir damals große Angst gemacht- der könnte mich ja jederzeit verlassen, war nicht (krankhaft) an mich gebunden.
    Alles nur Bsp! Du könntest es für dich herausfinden.
    Dafür habe ich allerdings prof. Hilfe gebraucht (Therapie).
    Denn obwohl ich sehr gut in Selbstreflektion bin,- ist es extrem schwierig, die eigenen Muster zu erkennen und zu durchschauen.

    Alles Gute!

    Hall ihr,

    ich komme zwar von der Co-Seite, bin aber auch EKA....

    Zitat von Honeymaker

    Mein Problem war eher: Wie gehe ich damit um? Die Stimmung aufnehmen und auch Friede und Freude verbreiten - auch wenn man das nicht so wirklich glauben mag? Oder lieber bremsen und dafür dann der Miesepeter oder der Entmutiger sein?

    Du meinst, was wäre die beste Reaktion für ihn ?
    Sich zu überlegen, wie reagiert man, damit der andere sich so oder so fühlt- das ist Manipulation.
    Ich meine das nicht als Abwertung, sondern als Hinweis.
    Ich war selbst jahrelang so, habe es nicht anders gekannt, meine Mutter hat es mir als völlig normal vorgelebt.
    Auch war ich mir selbst nicht nahe, wusste oft nicht- was will meine Seele, was brauche ich.

    Als Antwort auf: wie gehe ich damit um? - Höre in dich hinein, was macht das mit dir, wie fühlst du dich, was möchtest du sagen/fragen.....
    Das ist eine authentische Reaktion, die dir weiterhilft.
    Sie sollte nämlich nicht deinem nassen Angehörigen weiterhelfen- das ist Manipulation.

    Und liebe Emmi, lasse deine Gefühle ruhig zu. Bevor sie aber aus dir "herausbrechen bzw über dich hereinbrechen" (was in der Tat unangenehm ist):
    Schaue sie dir mal in einem ruhigen Moment an.
    Weine, wüte... was immer dann hochkommt ist echtes Gefühl und will gelebt werden, auch körperlich (also Tränen, Kuscheltier knuddeln, in die Ecke kauern, in Kissen boxen, was zerstören usw).
    Schreibe auf, was hochkommt, auch die Fragen und Hilferufe.

    Und dann schaust du die Liste an, wenn du ruhig bist:
    Wer kann dir deine Fragen beantworten, und wer kann dir helfen, was musst du tun, an wen dich wenden,- werde konkret und handele nach dein Gefühlen.

    Dann springen sie auch nicht mehr aus der Ecke auf dich.
    Das tun sie jetzt nur, weil sie sich nicht genügend beachtet fühlen.

    Liebe GRüße
    Girasole

    PS:Und wichtig,- immer hier lesen und schreiben! Es gibt nichts, wofür du ch schämen musst, wirklich gar nichts.

    Hallo und willkommen, Honeymaker :D

    zunächst wünsche ich Dir mal einen guten und fruchtbaren AUstausch im Forum! Man kann hier viel mitnehmen, wenn man gewillt ist, auch da hinzuschauen, wo es wehtut....

    Zu deiner Frage "wann muss ich final sehen, dass es keinen Sinn hat?" gibt es keine finale Antwort.... denn das ist die Frage, die nur du selbst für dich beantworten kannst.
    Bsp: Mein Ex macht gerade die 2.LZT und scheint sehr motiviert.... für mich ist aber klar: Ich könnte nie wieder mit der Ungewissheit leben, die sich nunmal ergibt, wenn man mit einem Suchtkranken zusammen ist.
    Selbst nach zig Jahren gibt es Rückfälle. Ich habe genug mit ihm mitgemacht, mir reicht das für mein ganzes Leben.
    (Ich gehe sogar soweit, meinem jetzigen Partner völlige Abstinenz in meiner Gegenwart abzuverlangen. Dass er dazu gerne bereit ist, zeigt mir - für mein EMpfinden- dass er keine PRobleme mit ALkohol hat)
    Aber das ist eben nur meine Sichtweise, bezogen auf mein individuelles Erfahren der SUcht.

    Es gilt also meiner Meinung nach, einen Plan für Dich zu entwerfen- was willst Du in der ZUkunft, wie passt dein Ex hinein mit allem, was er mitbringt, was erwartest du von einer Partnerschaft, was ist ein no-go.
    Und vor allem: Was zieht dich an ihm an. Warum rennst du nicht schreiend weg (wie es wohl "gesunde" Menschen tun würden??), sondern überlegst hin und her.
    Was ist das, was bringt dir das? Managst du gern Probleme? Brauchst Du Drama zur ABlenkung von dir selbst, brodelt irgendwas in dir, wenn du zur RUhe kommst... usw

    DIese ganzen Fragen habe ich für mich geklärt und bewältigt, auch mit prof. Hilfe, bevor ich mich - langsam! - in eine neue Beziehung begeben habe.

    FOlgendes hat mich spontan sehr stutzig werden lassen:
    "Obwohl sie recht groß ist, hat keiner Alkoholprobleme, auch wenn auf jeder Feier sicherlich getrunken wird."
    Wieso "sicherlich"??
    Es gibt durchaus viele viele Menschen, wo auch auf Feiern sicherlich nicht getrunken wird.....!!


    So, nun hoffe ich, du kannst was damit anfangen!

    Liebe Grüße
    Girasole

    Hallo Aiko,

    schön, DIch zu lesen!
    Sprecht ihr in der Paarberatung auch offeniv über die Sucht?
    Ex und ich hatten damals auch eine gemacht. Ich sprach ganz deutlich über seine SUcht. Der Berater, ein älterer, irgendwie "weise" wirkender Mann sagte darauf: "Ganz egal wie, es wird ein sehr dornenreicher Weg".
    Das sagte er insgesamt 2 Mal und immer schaute er dabei mich an.
    Ich empfand das fast wie eine "geheime Botschaft" und es war mit ein Grund, warum ich mich trennte.
    (Da ich selbst in der BEratung tätig bin, weiß ich, wie oft die Klienten nicht "hören wollen" und doch sooo gut daran täten!! Das habe ich in dem Fall mal umgedreht und mich als die beratungsresistente Klientin gesehen- und dann wollte ich mal nicht resistent sein, sondern dem Berater schlicht und einfach mal glauben. Schließlich ist er ja der Profi)
    Hätte ich die SUcht nicht thematisiert und das Hauptproblem: "wie geht die ZUkunft weiter", sprich hätte ich es nicht gleich direkt auf den Punkt gebracht, hätten wir sicher noch lange rumeiern können dort.....
    So war es nach nur dieser einen SItzung beendet. und hat mir dennoch sehr geholfen!

    Ich wünsche DIr viel Kraft und Frieden!
    Liebe Grüße
    Girasole

    PS: Meine chronische KRankheit brach erst aus, als ich mit Ex-XY zusammen war und wurde dann immer schlimmer.
    Nach der Trennung nun geht es schrittweise besser.
    Ich persönlich glaube fest, dass jede KRankheit besser wird, wenn man gut für sich sorgt!! 8)

    Hallo Lindi,

    als es mir früher ähnlich ging, haben mir Listen geholfen (tun sie auch immer noch) :wink:
    Mir hilft es, wenn ich die Dinge aufgeschrieben sehe, dann kommen sie mir nicht mir so diffus ( unglaublich viel und unglaublich schwierig) vor, wie wenn sie unsortiert durch meine Gedanken "geistern".
    In Gedanken schwebt zb nur ein Thema durch den Kopf, während man bei der LIste konkret werden sollte - also, was muss ich tun?

    (Bsp bei mir gerade: Stromabschlag ist gestiegen und kommt mir außerdem so hoch vor....ich habe seit dem Umzug einen neuen, unbekannten kleinen Anbieter....*geister, geister* - unangenehme Gedanken... Teuer.... weniger Geld... reicht das noch... ich werde wohl abgezockt....
    Auf meine Liste kam dann: Dauerauftrag ändern und: Stromvergleich googeln. Heraus kam: Mein Abschlag ist noch vergleichsweise günstig, Preise sind wohl generell gestiegen. )

    AUßerdem ist es toll, wenn man einen Haken machen kann.... es spornt mich dann an.
    Außerdem "winken" die unerledigten Dinge so sehr sichtbar "mit dem Zaunpfahl": Liste liegt gut sichtbar an einem Ort, den ich im Alltag nicht übersehen kann, zb. Küchentisch.
    Alles, was nur im Kopf unterwegs ist, lässt sich viel besser wegschieben....

    LG
    Girasole