Beiträge von girasole

    Liebe Lindi,

    es scheint mir, dass es sich bei Dir nicht "nur" ums katastrophisieren geht.
    Sondern um weit mehr.
    Du scheinst Dich ja fast alleine für Deine Existenz zu schämen?
    Gehst nur im DUnkeln raus, sodass du niemanden mit deiner Existenz "Belästigen" brauchst....(?)

    Was Du schreibst, klingt für mich nicht melodramatisch, sondern sehr traurig.
    :(

    Was das Katastrohisieren betrifft:
    Ja, es ist gut, dass Du nun weisst, dies geht nicht von selbst vorbei.
    Und es ist gut, dass Du Dir die Änderung nicht "wünschst"!!
    Du kannst was tun. Dass Du es Dir vornimmst, ist ein toller Schritt!
    Allein der Satz "Ich werde .... tun!" bewirkt nachgewiesenermaßen schon eine erste Änderung!
    Auch gut zu wissen, finde ich :D

    LG
    Girasole

    Zitat von Lindi

    Jemand in meinem naeheren Umfeld ist in der VViedereingliederung ins berufsleben von Menschen mit "krummem" Lebenslauf taetig. Und selbst die runzelt bei meinem "Fall" die Stirn ....

    Hat sie nur die Stirn gerunzelt oder konkret gesagt "du bist ein hoffnungsloser Fall"??

    Warum fragst Du nicht einfach mal nach bei der Arge, ob du Beratung bekommen kannst, auch wenn du noch nicht in Deutschland wohnst.
    So gehst Du von etwas aus- nämlich vom Schlimmsten-, was Du noch gar nicht sicher weißt - das ist übrigens katastrophisieren.....

    Anrufen und nachfragen- mehr ist es nicht. Kein Sprung vom 10m Turm ins Ungewisse.
    Du wirst sehen, selbst wenn sie dir immo nicht helfen können, sie werden Adressen oder Ideen haben, wo man in Deinem Fall Hilfe bekommt.
    Du bist doch nicht die Erste, die aus dem Ausland mittellos nach Deutschland kommt!!

    Wenn du dann erlebt hast,- so eine Katastrophe ist gar nicht eingetreten, gibt dir das schon Kraft fürs nächste Mal.
    Du hast Recht, man kommt vor allem mit viel bewusstem darauf-achten und Reflektieren aus dem Katastrophisiseren heraus.

    Ich darf es mein Leben lang tun.... diese Neigung schleicht sich nach einer Weile Unachtsamkeit prompt wieder ein....
    Im RÜckblick kann ich sagen: Eine wahre Katastrophe hat sich seit den 3 Jahren, in denen ich nun darauf achte, noch nie ergeben.

    Definition Katastrophe wäre dann noch interessant.
    Was ist für dich das schlimmste, was passieren kann nach der Rückkehr?
    Und dann: Wäre es wirklich eine Katastrophe??

    (Definition: „Katastrophen sind - edit, bitte auch keine verkürzten Zitate von anderen Internetseiten einstellen, danke, Tina - )

    Nun kommt es auf die Betrachtung an.
    Bsp: Arbeitslosigkeit. Bsp: Sie käme unabwendbar auf dich zu.
    Du kannst nun einknicken, im Ausland bleiben und dich vor lauter Angst quasi "totstellen".
    Oder überlegen: Es is nicht schön, aber es nicht das Ende der Welt.
    Ich bekomme genug Geld von Ämtern, um zu überleben. Ich werde eine Qualifizierung beantragen und machen, damit ich nicht ewig auf Staatskosten leben muss.


    Wegen des Katastrophisierens bekamen wir in der KLinik diese konkrete Aufgabe: In der nächsten WOche darauf achten, wann wir wieder eine Katastrophe sehen. Schauen, was am Ende wirklich herausgekommen ist.
    In der nächsten Woche: Jeder von uns hatte einige Bsp erlebt, wo er die Katastrophe direkt hat auf sich zurollen sehen :wink:
    Und bei keinem war es letztlich ein wahrhaftiger Weltuntergang.

    LG!

    Hallo Karl,

    ich glaube bzgl. dieser Ängste folgendes:
    Sie sind da und sollten nicht weggedrückt werden. Sie sind berechtigt- aber eig. nie so katastrophal, wie es in solchen Momenten erscheint.
    So wie ich hier lese, kennen viele COs, genau wie ich!, diese lähmende Angst, weil "so fürchterliche, katastrophale" Folgen kommen werden.
    DIe den Co und seine ZUkunft mitsamt den Kindern zerstören wird.
    Absolut und komplett vernichten wird.
    Als wüssten wir das schon im voraus, als könnten wir die Zukunft voraussagen.
    Bei jedem sind es unterschiedliche Ängste, bei dem einen sind es die Kinder, die zerbechen werden....beim anderen das Geschäft... bei mir war es der Glaube, ich könnte es alleine finanziell nicht schaffen.
    Das sog. "katastrophisieren" ist eine böse Gedankenfalle (habe ich in einer KLinik lernen dürfen)!

    Warum nicht positiv denken- "es wird schon gutgehen!"

    (Ich könnte hier lange philosophieren, dass dies eine typische CO-Eigenschaft ist. Aber das wäre nur meine Meinung und kann nicht belegt werden :wink: )

    Ich habe hier noch von keinem gelesen, der nach der Trennung vernichtet war.
    Klar, niemand geht glorreich und strahlend aus einer Trennung hervor.
    Federn lässt jeder.
    Aber vernichtet- nein, das ist doch etwas ganz anderes.

    Ich glaube auch Du bist nicht der einzige, der ein Geschäft mit einer AlkoholikerIn hat. Und die Beziehung trotzdem irgendwann beendet.
    Das passiert.
    Die Angst vor der Katastrophe ist mmn auch ein Spiegel der Angst, seelisch vernichtet zu sein- ohne den anderen....
    ... ohne diese "Sucht" (?)
    .... klar, eine Sucht macht einen immer glauben, es gehe auf gar keinen Fall niemals nienienie ohne ... XY.... Alkohol.... whatever....

    Weil.... was steht in Wahrheit dahinter?
    Dann bin ich wertlos.... dann bin ich mir und meinen..... Ängsten, Depressionen... whatever..... ausgeliefert. Kann mich nicht mehr ablenken mit den Eskapaden, die XY fabriziert.... to becontinued....

    Hoffe, das kommt nicht zu wirr rüber. Habe heute irgendwie meinen Philosophischen :oops:

    LG
    Girasole

    Vielen Dank, liebe Morgenrot!

    Nun steht also das 1.Weihnachten ohne XY an.
    Er ist vor einigen Tagen tatsächlich in LZT gegangen. Getrunken hat er in den letzten Monaten "nur" abends.
    Freiwillig und ohne irgendeinen Druck meinerseits. Naja, außer, dass ich halt ausgezogen bin.
    Ev. hat ihm das ja Leidensdruck gemacht?
    Fakt ist, dass ich nie wieder mit ihm zusammenkommen will, egal wie lange er trocken ist.
    Ich könnte ihm nie wieder vertrauen. Und auch ohne Alk ist er ein sehr egoistischer Mensch, der so sehr mit sich beschäftigt ist, dass eine Partnerin neben ihm untergehen wird.

    Er hat sich aber komplett beruhigt, was uns betrifft. Normale Gespräche sind gut möglich, er jammert und weint gar nicht mehr. Und sagt selbst, er habe die Hoffnung für uns komlett aufgegeben.
    Wir verstehen uns nun sogar recht gut. Er hat mich in Reha besucht.
    Als er neulich anrief, hörte er mir an der Stimme an, dass ich gerade deprimiert war... meinte "was ist los mit dir?" ich sagte, es wäre nix, und er: "he, ich kenn dich, irgendwas ist!".... naja, dann habe ich erzählt und er hat mir zugehört und mich aufgebaut :shock: War sehr nett!
    Aber mehr auch nicht.

    Weihnachten werde ich bei der Familiy sein, aber nur kurz, die KOntakte tun mir nicht gut.
    Ansonsten werde ich Zeit mit mir verbringen, und mit dem lieben Mann.
    Da deutet sich an, dass ich ihn ev. nicht mehr will....
    Ich bin stolz auf mich 8) Ich habe hingeschaut, auf all die ( zt unausgesprochenen) Widersprüche und SPannungen, und nichts verdrängt und verschönt.
    Aber ich werde nix überstürzen, auch das tat ich früher immer.

    Impulsiv und förmlich überrannt von Gefühlsausbrüchen. Immer war alles so intensiv... wie so oft bei Co.... siehe "Seelenverwandschaft".... intensiver gehts ja nicht. Und das lese ich hier ja soooo oft!
    Nein, es muss nicht immer gleich das absolute sein. Seelenverwandschaft. Oder Trennung. Alles oder nichts. Schwarz oder weiß. Es gibt so viele Zwischentöne im Leben, die gilt es auszuhalten.
    Es ist nicht immer alles super. Oder Mist. So oft ist es eben.... naja, Alltag. Grau, fehlerhaft, nix besonderes...

    LG
    GIrasole

    Zitat von rabenweibchen

    Mal sagt mein Verstand es ist so richtig kümmer dich jetzt um dich, dann schreit mein Herz aber er ist doch der Mann mit dem ich mich ganz fühle und alt werden will.

    Ich wollte mich nie von ihm als Mensch trennen,ich möchte mich nur vom Alkohol trennen. Das da nicht möglich zu sein scheint zerreißt mich.

    Ja, diese Erkenntnis schmerzt furchtbar. Als sie mich getroffen hat, war mein Gefühl ähnlich, ich habe damals öfters gedacht "es zerreißt mir das Herz".

    Aber das Gute daran: Du hast diese Erkenntnis gewonnen und Du nimmst sie ernst (sonst würde es nicht so weh tun).
    Das ist der erste Schritt und -glaube ich- der schwerste.

    Und ja, gib dir Zeit. Es dauert, bis das gesackt ist und noch länger, bis es verarbeitet und genug beweint ist. Keine schöne Zeit, das will ich nicht verhehlen, ehrlicherweise.
    Aber danach, dann kommt sie, die schöne Zeit!

    Halte durch!
    LG Girasole

    Hallo und willkommen!

    Unsere Geschichte ist sehr ähnlich! Auch bei mir war es so, dass ich zu Beginn mitgetrunken habe und sowieso nie abgeneigt war zu "feiern".
    Als die Trinkerei massiver wurde, bin ich dann auch ausgestiegen und habe ähnliches erlebt bzgl. ihn davon überzeugen, es ebenso zu tun... nat. erfolglos...
    Die Trennung, auch die räumliche war aber endgültig. Ich will ihn nicht mehr und werde nie mehr zurückkehren, obwohl er jetzt - freiwillig- eine LZT antritt und auch sehr motiviert scheint.

    Wichtig für Dich scheint mir Deine Frage zu sein: Was will ich eigentlich?
    Da kannst Du Dich hier bestimmt sortieren....

    Liebe Grüße
    Girasole

    Hallo SophieRose,

    ich rate Dir ganz einfach, hier im Co-Bereich die vielen Lebensgeschichten zu lesen.
    Vielleicht verstehst Du dann, was die anderen hier schreiben.
    "Es muss doch auch ohne Trennung gehen" - dies steht so häufig in den Überschriften und noch häufiger zu Anfang der Geschichten.
    Auch wurde da schon öfters die Vermutung aufgestellt, die anderen schreiben so negativ aus eigenem Frust.
    Wenn Du liest, wirst Du feststellen, dass diese Geschichten leider immer gleich ausgehen.
    Also ich habe immerhin bis auf Seite 6 zrückgelesen, jeden einzelnen Beitrag, und mir ist keiner untergekommen, in dem es glücklich ausging. Leider.

    Falls ich das Schreiben darf: Carpenter ist meines Wissens nach trockener Alkoholiker.

    LG
    Girasole

    Hallo Forum,

    ich bin zurück von einer laaangen, wunderbaren Kur :D
    Es ging mal nur um mich und meine Bedürfnisse, herrlich. Von der ersten Nacht an habe ich wunderbar geschlafen- und das mit meinen bis dato schlimmen Schlafstörungen, das sagt schon alles.
    Ich habe viel mitgenommen und für mich erarbeitet.
    Abschied von der Ehe genommen und von meinem Erzeuger (letzter lebt zwar noch, aber ich lebe für ihn nicht mehr).
    Meine Grenzen für die neue Beziehung herausgefunden.
    Dort sagten die Therapeuten, man könne ruhig direkt in eine neue Beziehung gehen nach einer Co-Abhängigkeit, - vorausgesetzt, man weiß, was man ändern will in Zukunft. Es sei sogar empfehlenswert, nur so könne man sich darin üben....!

    Ich bin so froh, dass ich diese Kur beantragt habe. Es hat fast 5 Wochen gedauert, bis ich endlich bei mir angekommen bin! Ich war ganz unbemerkt so weit von mir weg gekommen in all dem Streß!
    Das habe ich erst dort in der Ruhe bemerken können!
    Hätte ich das nicht gemacht- wäre ich wahrscheinlich irgendwann zusammengeklappt.
    Und die Arbeit an meiner Vergangenheit und Zukunft hätte gefehlt!

    Nun bin ich so stolz auf mich, was ich geschafft habe dieses Jahr.
    Ich bin ganz bei mir angekommen und glücklich. Mit mir, mit meiner Wohnung, mit meinem Leben.
    Der neue Partner spielt diesbzgl. irgendwie keine Rolle. Bei mir und mit mir zu sein, hat offenbar nichts mit einem Partner zu tun :!:

    Adventliche Grüße
    Girasole

    Hallo Mausepaul,

    ich kenne auch die Angst, der Partner könnte eine Trennung nicht überleben. Schrecklich! Und dann hast Du dies ja auch tatsächlich erleben müssen.
    Mein Beileid, ein echter Horror.
    Ich habe meinen Mann verlassen, obwohl er gerade im freien Fall war.
    Und ja, es wurde zunächst noch schlimmer, als ich dann weg war.
    Es ging bis zum Suizidversuch.
    Aber: Nun scheint er zum 1. Mal in seinem Leben einen Punkt erreicht zu haben, an dem er selbst merkt: so geht es nicht weiter. Er sagt, wenn ich nicht gegangen wäre, hätte er ewig so weitergemacht wie sonst- mit Sicherheit, und zwar bis zum Tod.
    Er geht nun in eine LZT, freiwillig. Er und ich wissen, ich werde nie wieder zurückkommen. Ich hab einen neuen Partner, und das weiß und akzeptiert er auch.
    Ich will damit sagen- nicht immer geht es so aus, wie in deiner 1. Ehe.

    Hast du prof. Hilfe? Ich kann mir aber vorstellen, dass du es ohne prof. Hilfe nicht schaffst.
    Ich hätte es alleine nie geschafft, und ich habe nicht vorher so eine Erfahrung gemacht.

    LG
    Girasole

    Hallo Karl,

    ich kann dazu nur beisteuern, was Ex-XY kürzlich zu mir gesagt hat (er ist zurzeit bekennend nicht trocken, wir schon länger getrennt, er geht nächste Woche zur LZT- von sich aus-) er geht erstmals offen und ehrlich mit dem Thema um - früher hat er bis aufs Blut bestritten zu Trinken, selbst wenn er lallte, schwankte und eine Fahne hatte....
    Er sagte also kürzlich, er könne die Menschen bzgl. dieser Thematik perfekt täuschen. Er wisse ganz genau, was wer hören wolle (also Ärzte, Therapeuten, Familie) und er habe alle jahrzehntelang immer wieder erfolgreich getäuscht. Dies war ihm auch ganz bewusst.
    Er habe immer wieder alles gesagt, damit die Mitmenschen beruhigt waren und er in Ruhe weiter konsumieren konnte.
    Seine Exfrau machte dies 10 Jahre mit, ich immerhin noch 6 Jahre.
    Die zwei Kinder aus erster Ehe sind schwer geschädigt, die Größere ritzt sich und ist magersüchtig, der Kleinere hatte schon mit 7 Jahren Suizidgedanken und hat es nie auf eine Regelschule geschafft....

    Nachdenkliche Grüße
    Girasole

    Frau Girasole macht sich auf den Weg....

    Ob Ex-Xy hier liest oder nicht- interessiert mich im Grunde gar nicht sooo sehr. Die ganze Welt kann hier lesen, so what.
    Schön wirds für ihn eher nicht, und ev. hatte ich sogar den Hintergedanken, ihn zu schützen.
    Aber nur kurz.

    Meine Gedanken sind längst weg von ihm- bei mir und meinem Weg raus aus der Co-ABhängigkeit - für immer möglichst.
    In der "Vater-Falle" steht immer wieder, in versch. Varianten, dass die sog. "Vater-Töchter" in ihren Beziehungen da hin schauen könnten, wo sie sonst ein unangenehmes Gefühl schnell und geübt übergangen haben.
    Übergangen in der Absicht, dass die Beziehung "erhalten" bleiben kann. Unangenehme Gefühle signalisieren ja u.a. "Schau hin!". Aber schaut die Vater-TOchter hin, befürchtet sie, etwas zu sehen, was das Ende der Beziehung bdeuten könnte.

    Also schaut sie eben nicht hin, und findet sich "plötzlich" in einer Co-Abhängigkeit.
    Genauso ist es ja mir ergangen.
    Es gab unangenehme Gefühle meinerseits zu Beginn der Beziehung!
    Aber ich habe sie zu dem damaligen Zeitpunkt ignoriert.

    Auch könnten Vater-Töchter eben nicht nur unkompliziert und "Papas Sonnenschein" sein, der stets für gute Stimmung in der Beziehung sorgt.

    Darin habe ich mich geübt dieses WE mit dem lieben Mann.
    Und siehe da,- zwischen uns war es komplett anders.
    Wenn Frau Girasole mal nicht für Unterhaltung/Gesprächsthemen gesorgt hat, unangenehme Stille nach einer Diskussion nicht schnell wieder weggewischt hat oder gar in einem unpassenden Moment unbequeme "Widerworte" gegeben hat.... da sah die Beziehung plötzlich ganz anders aus!

    Ich glaube, ich habe mich getraut, ehrlich hinzusehen, ohne den "Geschönten Weichzeichner-Co-Blick" (Hauptsache, jemand will mich!!).
    Und ich glaube, da blieb nicht mehr viel übrig.
    Autsch, das tut ja verdammt weh! :cry:

    Der liebe Mann war sichtlich überfordert mit der neuen Fau Girasole.
    Außerdem ist er wohl noch der alten Schiene "ausgesucht".
    Wahrscheinlicherweise kann er gar nix mit der neuen anfangen.

    Sehr plausibel wird in dem Buch dargelegt, dass nur wenn beide Partner sich ehrlich anschauen und zeigen- Echtheit entsteht, die für eine gelingende Beziehung VOraussetzung ist.
    Dann sieht man eben auch Fehler, Macken, es gibt Streit, Reibung, Meinungsverschiedenheit, Unbequemlichkeiten.
    Das lässt für zb COs schnell das Bild entstehen- das ist keine Liebe!
    Denn wie oft liest man nicht hier im Forum bei den COs von "Seelenverwandschaft" mit XY und lauter solchen zauberhaften Beziehungen......
    ...die es "in echt" wohl eher nicht gibt.

    Tja, und so bin ich an diesem WE sehr oft dahinein gegangen, wo es weh tat. Meine Güte, ist das anstrengend und schmerzhaft.
    Ich hoffe wirklich, es lohnt sich.


    Außerdem mache ich mich auf den Weg, da ich nun bald weg bin, in Reha... viele Wochen nur für mich und meinen Weg.....

    Liebe Grüße
    Girasole

    Liebe Foris,

    zufällig habe ich mitbekommen, dass Ex-XY hier lesen und sich ev. anmelden möchte. Dummerweise weiß er, dass ich hier schreibe (Glückwunsch auch, Frau Girasole :roll: )
    Ich kann nicht ausschließen, dass er nicht für sich hier ist, sondern (auch) um mir nachzuspionieren.
    Bei dem Gedanken, dass er hier quasi mein "Innerstes" lesen kann, wird mir ganz schlecht :(
    Und erkennen wird er sich/mich auf jeden Fall.
    Ich finde es zwar sehr schade, aber glaube es wäre besser, wenn mein Faden gelöscht würde.... :?:
    Oder habt ihr eine andere Idee?

    Liebe Grüße
    Girasole

    Hallo Aurora,

    auch ich habe mich - in meiner fast 10 jährigen ambulanten Therapie- ausgiebig mit der Familienstruktur auseinandergesetzt, und nicht nur in meiner und meiner Elterngeneration.
    Und ich habe lange Jahre geschworen, der Hemmschuh ist meine Mutter...

    Gerade daher kann ich sagen, der Blick auf den Vater lohnt sich zu jeder Zeit! Viell. konnte ich es erst jetzt ertragen, da hinzuschauen.

    Im Buch wird auch von diesen Töchtern geschrieben (die Autorin ist Therapeutin), die lange Jahre nichts auf ihren Vater kommen ließen.
    (Übrigens stehen diese Väter meist in Verbindung mit beruflicher Förderung/ Karriere ihrer Töchter.)

    Ich persönlich denke, immer (!) wenn ein Elternteil einen so schädigen konnte, dass man von Hemmschuh sprechen kann- dann ist der andere genauso beteiligt.
    Man hat doch zwei ELternteile, warum schieben wir alles auf den einen, der nach außen das "schwarze Schaf" ist. Was ist denn mit dem anderen?
    Im Buch heißt das "Vater-Schonung".

    Da es nunmal der Vater ist und sonst niemand, der die Tochter sehr prägt bzgl. künftiger Liebesbeziehungen- und das ist gängige Fachliteratur und nicht nur die Meinung des Buches- ist meiner Meinung nach der Vater immer (!) beteiligt, wenn frau in ihren Liebesbeziehungen extrem "danebenhaut".

    Liebe Grüße
    Girasole

    Liebe Zimttee,

    so spezielle Bücher kenne ich leider nicht, sorry!

    "Die Vaterfalle" kann auf jeden Fall auch für Dich interessant sein, auch wenn Du nicht akut-co bist. Denn es geht da um grundsätzliche Strukturen aus unserer Kindheit.
    Du hast Dir sicher auch vieles von Deinem Vater gewünscht (wie zb Schutz, Unterstützung, Hilfe u.a.), aber nicht bekommen.
    Voilá, da bist Du bei dem Buch genau richtig.

    Ansonsten lese ich noch gerade: "Vater, Mutter, SUcht - wie erwachsene Kinder suchtkranker Eltern trotzdem ihr GLück finden können" von Waltraut Barnowski-Geiser, und "Liebeskummer lohnt sich doch - Co-Abhängigkeit in Beziehungen und die Ängste des inneren Kindes" von Thomas Trobe.

    Ich kann dazu noch nichts sagen, habe alle 3 Bücher erst gestern erhalten.
    Werde aber berichten!
    Generell glaube ich, dass es viel um das innere Kind geht, das Mädchen, dass sich so sehr nach Sicherheit und LIebe gesehnt hat.
    Dies ist auch das Hauptthema bei "Vaterfalle". Das innere MÄdchen sehen und verstehen lernen.
    Sie boykottiert die Frau sonst immer wieder und diese weiß gar nicht, warum.
    Daher habe ich mir auch noch die CD "Versöhnung mit dem inneren Kind" zugelegt.
    Da wird mit Meditationen gearbeitet, und der Anfang klingt schon mal sehr plausibel und hoffnungmachend auf Veränderung von einem selbst!

    Liebe Grüße
    Girasole

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade als Risiko-Minimierung entdeckt: Die Auseinandersetzung mit dem Vater.
    Jede Frau wird am stärksten von ihrem Vater geprägt hinsichtlich Liebesbeziehung.
    Hier entsteht mmn der größte Anteil der Coabhängigkeit /Beziehungssucht.
    Und da dies unterbewusst läuft, hat frau wenig Chancen, die WUrzel zu packen.
    Es sei denn, sie schaut hin.

    Liebe Grüße
    Girasole

    Hallo Foris,

    schon öfter habe ich ja hier im ZUsammenhang mit meiner Co-Abhängigkeit über meinen Vater geschrieben.
    Nun lese ich ein Buch, das mir diesen Zusammenhang auf den Punkt bestätigt.
    Es ist unfassbar, wie viel ich gerade begreife. Warum Co-ABhängigkeit, und wo liegt der Punkt, den ich ändern kann, um nicht mehr dahin zu geraten?

    Das Buch heitßt "Die Vaterfalle" von Sigrid Steinbrecher im rororo-Verlag.
    Es beschäftigt sich mit Frauen, die einen in irgendeiner Weise abwesenden Vater hatten.
    Da geht es nat. nicht nur um die rein körperliche Abwesenheit (Vater unbekannt, kein Kontakt, nur am Arbeiten), sondern auch die Abwesenheit, die entsteht, wenn der Vater zb süchtig ist, lieblos oder gar in irgendeiner Art missbrauchend (auch emotional, nicht nur körperlich).

    Es scheint mir, dass jede Co-abhängigkeit von Frauen mit dem Vater zu tun hat.
    Der Vater ist derjenige, der die Tochter prägt in Bezug auf ihre spätere Liebesbeziehung.
    Und zwar viel weitreichender, als wir meinen!
    Ich kann es wirklich nur empfehlen.
    Stellenweise scheint das Buch zwar seeehr emanzipiert oder auch männerfeindlich, man könnte den Eindruck bekommen "alle MÄnner werden über einen Kamm geschert" - aber: Ich denke, dass es hier ja um eben diese Männer-Väter geht, die unzureichend oder gar nicht für ihre Töchter da waren.
    Mir gefällt dieser parteiliche Stil eig. gut, auch wenn ich manchmal zusammenzucke. ABer immer öfter denke ich beim Lesen "Endlich ist mal Schluß mit diesem ewigen Verständnis für schädigendes Verhalten Erwachsener gegenüber ihren Kindern!".

    Verständnis sollte sein, keine Frage. Aber ich glaube, erst am Schluß der Verarbeitung.
    Ich habe es mit meiner Mutter so gehandhabt, als ich mich mit ihr und ihrer Beziehung zu mir auseinandergesetzt habe.
    Zuerst seht das Hinschauen (und da fallen die meisten Frauen zb beim Thema "Vater" schon aus. Schauen nicht hin, verdrängen oder beschönigen gnadenlos).
    Dann kommt der Scmerz. Es war / ist scheiße! Sie hat die... und die... und die fehler gemacht. Es tut weh, es macht wütend.
    Ich habe geweint, geschrieen, in Kissen geboxt, Albträume und Flashbacks plötzlich gehabt, schlechte Erinnerungen- lang verdrängt- tauchten auf....
    eine ziemlich ätzende Zeit.
    Dann kommt die UMsetzung in die Tat. Jetzt bin ich erwachsen, jetzt wehre ich mich, jetzt setzte ich Grenzen, und jetzt setze ich mich durch.
    Das muss geübt und stets reflektiert werden. Viel Arbeit! Ich habe Telefonate mit meiner Mutter mitgeschrieben, um sie dann mit meinem Thera auseinanderzunehmen.
    großartige ERkenntnisse kamen da!
    Und dann, als die neue Beziehung zur Mutter gefestigt war, dann kam das Verständnis.
    Ja, sie hatte auch keine schöne Kindheit. Genau wie schon ihre Mutter. All diese Mütter konnten nicht anders.
    Aber ich halte es für ein anderes Verständnis, als das, was viele beschönigend über ihre Beziehung decken.
    Dieses spätere Verständnis ist auch ein ganz anderes vom Gefühl her bei mir.
    Ein wahres, tiefes Verstehen, ohne jede anderen "Beigeschmack".

    Liebe coabhängige Frauen, ich möchte euch ermutigen, euch mit eurem Vater auseinanderzusetzen.
    Ich allerdings könnte dies nicht ohne meinen therapeutischen Beistand, mit dem ich meine Erkenntnisse aus dem Lesen reflektieren kann.

    Liebe Grüße
    Girasole

    Zitat von kleinesMädchen

    zu Girasole's beitrag muss ich sagen, das die Hilflosigkeit der Mutter durchaus verständlich ist. Sie ist zwar die Erwachsene, aber was die misten Kinder von Alkoholikern lernen müssen ist schnell erwachsen zu werden, häufig erwachsener als beide (auch der nicht trinkende) Elternteil.
    Sprich mit ihr. Ermutige sie. Ihr könnt zusammen halten!

    Wieso sollte ich oder ELpida auch noch Verständnis für die Mutter haben?
    Verständnis für alle und jeden, - sorry, kleines Mädchen, das ist total CO!

    Ich finde nicht, dass Du, Elpida, nun auch noch Deiner Mutter zur Seite stehen solltest.
    SIE sollte DIR zur Seite stehen, Dich ermutigen und zu Dir halten- nicht umgekehrt!

    Das mit deinem Bruder sehe ich wie Zimttee- ihm die Verantwortung für die nicht- Trennung zu geben- unfassbar :shock:
    Bekommt er auch nur Cola zu trinken, wenn er genug weint?
    Oder braucht er keine Zähne mehr putzen, wenn er genug weint??
    Verstehst Du, worauf ich hinauswill?

    Und ich schließe mich Zimttee an- Du- und Dein Abi ist jetzt das allerwichtigste!!
    Daran entscheidet sich der Lebensweg!

    Liebe Grüße
    Girasole