Liebes Tagebuch,
es geht mir gut, auch wenn die Arbeit schon lange wieder angefangen hat und richtig stressig ist. Aber ich sorge immer gut für mich und genügend Ausgleich.
Vor ein Rätsel stellt mich dagegen die Frage, die in letzter Zeit immer öfter auftaucht: Was macht eine gute Beziehung aus? Was erwarte ich von einem Partner? Was sollte ich mitbringen für eine gelingende Beziehung?
---ein Buch mit sieben Siegeln für mich! Ich habe noch nie eine gelingende Beziehung geführt. Örks. Und das mit fast 40....
Nun gibt es da ja einen wirklich ernsthaften Kandidaten.
Und ich fühle mich echt wie ein Teenager.... "keine Ahnung von der Liebe"..
Ich habe ein, zwei Punkte, die "wichtig" sind (sind sie wirklich "wichtig? Oder die falschen?), den Rest lasse ich auf mich zukommen. Mit der bei mir immer anwesenden Gefahr, es eben zu nehmen, wie es kommt bzw. mir schönzureden.
Und wenn ich mich hinsetze und ernsthaft darüber nachdenken will, tut sich bei mir absolute gähnende Leere auf und eine instinktive Abwehr gegen das Thema.
So dass ich es dann immer direkt fallen lasse.
Dieses Mal ist mir als Grundvoraussetzung überhaupt wichtig, dass der Kandidat um meinen Kinderwunsch weiß und mind. darüber nachdenkt. Was er auch tut.
Und zweitens ist mir wichtig, dass es ein Leben mit mir nur (fast) ohne Alkohol gibt. Ich selbst bin hochgradig gefährdet und will und darf daher nie wieder Alkohol trinken. Habe ich seit 4 Jahren nicht getan, null. Und ich möchte auch sonst so gut wie möglich sicherstellen, dass dieses THema NIE WIEDER in meinem Leben auftaucht....
Das hat beim Kandidaten für etwas Unmut gesorgt....
Die ein, zwei Gläser, die er "mal" trinke.... und während intensiver Arbeitsperioden gar nicht.... und sonst nur, wenn er mal weggeht etwas mehr...
Argh, hör ich da das Gras wachsen?
Nein, ich glaube nicht. Denn immerhin weiß ich auch, dass er in seiner Jugend schwer getrunken hat. In der Studienzeit wohl "normal" (also auf Partys und so auch mal viel) und nun .... naja, seiner Meinung nach- wenig, und gar nicht mehr betrunken.
Halt, ich erinnerte ihn an zwei Abende, von denen ich weiß seit letzten November, einer war Silvester. (Da wir ja nicht zusammen wohnen, weiß ich ja eh nur, was er erzählt)
"Ach ja, aber das waren nur Ausnahmen." Aha?
Mich irritiert halt, dass er nicht direkt gesagt "Ach alles klar, ist doch kein Problem", sondern halt das Angebot angenommen hat, darüber nachzudenken.
Warum muss man über sowas nachdenken, wenn man kein Problem damit hat?
Muss man darüber nachdenken, wenn man kein Problem damit hat?
Hilfe!
Bei welchem Thema bin ich denn nun gelandet.... ![]()