Hallo Sunflower,
meiner Meinung nach versteckst du dich hinter "Überforderung", "auf dem Schlauch stehen", "Unsicherheit" usw.
Hast du denn nun mal deinen vorletzten Eintrag so gelesen, als würde dich eine Bekannte um Rat bitten?
Du erhältst hier viele Anregungen und Gedanken, aber ich habe das Gefühl, du liest sie nicht wirklich.
Stattdessen drehst und windest du dich verzweifelt nach dem Knopf, dem Satz, dem Verhalten, das alles hokuspokus wieder gut werden lässt.
Sorry wenn ich dir hier echt wehtun muss:
Es wird sich nichts, aber auch gar nichts ändern, wenn er nicht von selbst (!) merkt: "Ich möchte etwas ändern"!!!
Wenn du darauf bestehst, dass er zum Arzt geht, wird er sich irgendwann mal hinschleppen (wie hier schon so treffend formuliert wurde)- aber nur, damit du endlich Ruhe gibst.
mein Ex- XY hat damals jahrelang ambulante Therapie gemacht und eine SHG besucht, hat sich in eine Klinik begeben unvm - alles, weil ich es so wollte! Ist er davon trocken geworden? NEIN! Aber er hat mich auch immer gerne gefragt "was willst du, was soll ich tun?"
Am Schluss habe ich nur gesagt "das musst du doch selbst wissen und entscheiden!"
Aber wie gesagt, jahrelang habe ich auch ebenso wie du geglaubt, ich hätte die Macht und Kontrolle.
Besser ging es mir erst als ich verstanden habe: diesen Kampf gewinne ich nicht. Niemals. Und dann habe ich aufgegeben. Total und bedingungslos. Ich habe eingesehen, dass ich keinerlei Macht oder Kontrolle über den Alkohol habe und dass er immer stärker sein wird.
eigentlich ein ähnlicher Prozess wie bei den Alkoholikern, wenn sie trocken werden.
Das ist bei alanon auch so ähnlich beschrieben.
Wann immer ich also hier von Kampf lese weiß ich, da hat jemand noch einen laaaaaaaangen Weg vor sich.
Ich empfehle dir dringend, hier nicht einen Thread nach dem anderen aufzumachen, sondern dich mal durch die Fäden durchzulesen!
Wenn ich dich richtig verstehe, ist deine Angst, dass du mit einem falschen Verhalten provozierst, dass er Schluss macht.
Und das ist deine allergrößte Panik. Nicht mal, dass er weitersäuft.
nun gut, was das saufen betrifft- solange er nicht die Einsicht hat, ist ihm dein Verhalten so wurscht als wenn in China ein Sack Reis umfällt. Und es gibt KEINEN Weg und kein Mittel, diese Einsicht in ihn "reinzuzwingen".
Nichts. Gar nichts.
Wenn du ihn also verlässt, nur damit er "versteht" - kann das böse in die Hose gehen.
Ja, es sind schon XYe durch solche Aktionen " aufgewacht".
Aber nur wenn es eine ECHTE Trennung war. Nur dann ist der CO in seinem Verhalten so authentisch, dass der XY sofort merkt : Alarm!
Alles halbherzige, vorgetäuschte zieht überhaupt nicht.
Man signalisiert dann mit der Körpersprache und allen Reaktionen einfach ganz klar, dass es eben auch nur halbherzig ist.
und die XYe haben ein exzellentes Gespür für ihre COs.
Ja und wenn du einfach nur auf gar keinen Fall verlassen werden willst - was ja meist wirklich die größte Angst des CO ist!- dann ist doch klar: Füße stillhalten, Alkohol ranschaffen und stillschweigend seinen Konsum hinnehmen bzw sie Folgen davon ausbügeln 
Tut mir leid, aber das ist die Wahrheit. Und die befreit bekanntlich. Wenn man sie annimmt.
LG girasole