Beiträge von girasole

    Zitat von Lindi


    Mit der "Familie" .......*hm*.......da hast Du Recht, Girasol.....da lauert "was".
    Wobei es wie gesagt nicht darum geht, dass es Konflikte gaebe oder sonst irgendwelche Probleme.
    Vielleicht koennte man es so ausdruecken: es hat was mit der "uebermaechtigen Vaterfigur" zu tun. Mein Vater ist ein "Netter" ..... aber eben auch Jemand, der alles kann, alles weiss, alles richtet, alles repariert. Und in gewisser Weise "erwartet", dass seine Toechter (und besonders ich!

    ....das birgt schon mehr als genug Potential.
    Interessant finde ich auch, dass Du Dich erklärst, im Sinne von "das bilde ich mir nicht ein".
    Wenn Deine Schwestern Dir das nicht bestätigen würden- würdest Du dann an Dir zweifeln?

    Wegen der Klamotten für die Hochzeit ist mir noch was eingefallen:
    Ich hatte das auch in der Ehe mit XY.
    Da wurden KLamotten wahnsinnig wichtig. Dass ich nur ja "anständig" angezogen bin. (Wer definiert eig. "anständig"??).
    Dass meine Sachen bloß nihct zu billig aussehen. Nicht zu "jung" für mein Alter. Angemessen für den Anlass.
    Das hat mit dem Ende der Beziehung wieder stark nachgelassen.
    (Auch vorher war ich nicht so.)
    Ich trage, worauf ich Lust habe. Ich fühle mich nicht mehr durch meine Kleidung definiert.
    Kleidung war eine Stütze als ich sonst kaum noch was hatte, woran ich mich festhalten konnte. Etwas, was mich ausgemacht hat, was dafür stand "das bin ich, Frau Girasole!".
    Jetzt nach der Trennung, weiß ich zum einen, was ich geleistet habe- was mich auf gewisse Weise auch stolz macht und trägt, zum anderen habe ich mich aber auch selbst wieder gefunden. Nachdem ich ja nur noch mit XY beschäftigt war.
    Ich glaube auch, mein XY hat mich so sehr ausgefüllt, dass kaum noch Raum blieb für "mich".
    Das hast Du, liebe Lindi, doch auch. En masse innere Werte.
    Die KLeidung macht Dich nicht aus. Null.
    (Irgendwie schwierig zu erklären, was ich meine. Hoffe, Du verstehst...)

    Zum Thema: Was die XYs alles (technisches) machen, ohne das wir nicht mehr leben können:
    Zum einen: Ja, es wird etwas arbeitsreicher (aber auch nur auf den 1. Blick). Die Einkäufe/ Wasserflaschen ins 2.OG schleppen. Bei mir fiel weg, dass jeden Abend frisch gekocht wurde. Usw.
    Aber: Seit ich alleine bin- fließt keine Energie mehr weg. Ich habe viel viel mehr Energie, denn: ich muss mich nicht mehr mühsam abgrenzen.
    Dieses "Mehr" reicht locker, um das andere "Mehr" spielend zu bewältigen.
    Und ganz ehrlich: Vieles was mein EX-XY gemacht hat, war doch irgendwie mangelhaft. Er hat das Falsche bestellt/gekauft oder viiiel zu teuer. Er hat es oft eiwg vor sich her geschoben (Bis die Terrassenmöbel im Winter immer noch draußen standen...), ich "musste" immer wieder meckern, er hat es oft falsch gemacht, mich schließlich doch noch um Rat gefragt....
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit ein bisschen gesundem Menschenverstand fast alles selbst hinbekommt.
    Habe manchmal das Gefühl, die Männer "hypen" sich ein wenig selbst, was sie tolles können. Immer, wenn ich genau hinschaue, denke ich "naja, sooo kompliziert ist das jetzt auch wieder nicht...." 8)

    Danke der NAchfrage, liebe MOrgenrot!

    Ja, gut, dass wir es heute anders sehen können!! Und Theorie und Praxis, hach ja, wem sagst Du das... seufz...!
    Wobei- wir haben uns im Blick, und das ist schon die halbe Miete.
    Sich zu ändern, habe ich mal gelesen, ist das Schwerste überhaupt für einen erwachsenen Menschen.
    Also tun wir etwas sehr Mutiges und Schwieriges, und dürfen zwischendurch auch mal lockerlassen :D

    -------------------

    Meine Mutter.... heute am Telefon konnte sie es nicht lassen, mir reinzudrücken, dass Ex-XY sich mit der Trennung quält.
    ABer nicht so offensichtlich. Nein, bei meiner Mutter läuft sowas viel subtiler....
    "Verwandter Mustermann hat XY neulich in Musterstadt getroffen.... jaa, der wusste ja von gar nix. und da hat XY wohl erzählt- hach ja, *seufz* (traurig und gequält)... wobei es ja egal ist.... *doppelseufz*...."
    Ja, schönen Dank auch. Botschaft kam rüber.
    Oder bin ich da zu empfindlich....?...??

    Liebe Lindi,

    Du hast neulich so schön bei mir geschrieben, nun darf ich hoffentlich auch mal was bei Dir sagen, trotz "Neuheit".
    (Habe übrigens fast alles von Dir gelesen)
    Diese "Schussligkeit" (von wegen Autotür nicht zumachen) kenne ich bei mir mittlerweile als Warnsignal. Ich neige dann zb dazu, Treppen herunterzufallen...
    Ich habe gelernt, das ernstzunehmen und genau hinzuschauen, was bei mir los ist. Wenn ich das nicht getan habe, gab es oft Schussligkeiten von immer größerem und auch gefährlicherem Ausmaß.
    So als würde mein Körper/meine Seele (?) sagen wollen "Schau endlich hin!"

    Du schreibst einerseits "eigentlich kein Problem mit der familiy" und andererseits immer wieder was von "aufgeregt/ brauche Luft dazwischen/ brauche Urlaub danach/ hoffentlich nicht so schnell wieder"....
    Viell. lohnt es sich, da mal genauer hinzuschauen....??

    Liebe Grüße!

    Liebe Miriel,

    Du bist sehr weit, wenn Du erkannt hast, dass es schon vor XY "losging" und dass es mit Deinem Familiensystem zusammenhängt.
    Es tut weh, da hinzuschauen, und viele tun es daher nie.
    Aber anders kann man nicht an sich arbeiten.

    Der Satz "ich funktioniere doch noch- so schlecht geht es mir gar nicht" ist übrigens typisch für/bei Depressionen, da die Erkrankten oft Perfektionisten sind, die gewohnt sind, dass funtioneren= gesundes Leben ist.
    Gerade den Menschen fällt es sehr schwer zu sagen "ich kann nicht mehr", da sie ja dann Kontrolle aufgeben....
    So war es auch bei mir.
    Viele in der Klinik haben gedacht "es geht doch noch... irgendwie....", bis es fast zu spät war und sehr lange gedauert hat, bis sie wieder gesund waren....

    DIe Frage sollte nicht lauten "Funtioniere ich noch?" sondern ev. eher "bin ich glücklich und gesund?"
    Gesund im seelischen Sinne wird übrigens u.a. definiert durch "gelingende Partnerschaft und gelingendes Berufsleben".... und noch was, glaub ich, aber das weiß ich nicht mehr.
    Habe ich alles gelernt in der Klinik, im Kurs "Experte für die eigene Krankheit" werden.

    Wenn Du nicht sicher bist, stelle Dich doch einfach mal einem Psychiater vor.

    Meiner Meinung nach kann man erst an der Vergangenheit arbeiten, wenn man richtig stabil ist, denn es kommt einiges hoch, das einen ansonsten total umhaut. (So war es bei mir)
    Dann kann man an den Mustern des eigenen Familiensystems und seinen eigenen Mustern arbeiten.
    Dann hat sich ev. das THema XY von selbst gelöst, einfach weil Du weitergekommen bist.
    Oder es kommt eben dann dran.
    Aber alles gleichzeitig- Eigene Gesundheit/Ängste, Familiensystem, XY zu bearbeiten ist wie gesagt meiner Meinung nach unmöglich.
    Die Gefahr wäre auch, dass Du an allen Feldern etwas herumdokterst und nirgends richtig weiterkommst.

    Viele Grüße!

    Hallo Time,

    zu Deinen Fragen: Ich habe mit 24 eine Verhaltensthera gemacht, u.a. auch wegen einer Angst-Störung, die ging 4 Jahre.
    Dann hatte ich 2 Jahre Pause, dann machte ich eine tiefenpsychologische Thera. Dort lernte ich nach und nach, die Übergriffigkeit und Verletzungen seitens meiner Eltern zu erkennen und mich abzugrenzen.
    Ich war dann auch mal teil-stationär, also Tagesklinik. Damals hat mein Thera auch sehr lange gezögert, bis er das mal vorschlug. Meiner Meinung nahc - im Nachhinein- zu lange. (Ev. ist das für Theras so eine Art "Versagens"- Thema?)
    Dort bin ich u.a. auf Depressionen behandelt worden,- heute immer noch. Daher habe ich kein "in ein tiefes Loch fallen" erlebt nach der Trennung von XY. Häufig wird ja dieses Loch, die Leere der Depression mit einem XY "Betäubt".
    Und wenn er dann weg ist, fühlt man sie und kann es nicht aushalten.
    Mir ging es anfangs nach der Trennung auch nicht immer gut, aber es ist immer zum aushalten gewesen.
    Ich kann mich allerdings noch gut an das schlimme Gefühl der Depression erinnern, wenn man immer in action bleibt, um nur bloß ja nicht zur Ruhe zu kommen und zu spüren, wie schlecht es einem eig. geht.
    Die Tagesklink hat mir damals sehr gut getan. Ich zehre heute noch von dem, was ich damals gelernt habe. Allerdings schlucke ich nicht nur Medis, sondern habe auch mein Leben sehr verändert.
    Die tiefen. Thera mache ich nun schon im 6. Jahr, und sie wird noch etwas dauern. Anfangs hatte ich 2 Sitzungen pro Woche, über viele Monate. Dann lange Zeit ein Mal pro WOche. Nun schon seit einem halben Jahr alle 2-4 Wochen, da ich zwar deutlich stabiler bin, aber eben noch Unterstützung brauche.
    Nach der Tagesklinik habe ich dann nach und nach gelernt, mich von meinem XY abzugrenzen, mich mir selbst zugewendet, immer mehr reflektiert. Irgendwann konnte ich dann die EHe beenden. Aber es war ein langer Prozess.

    Ich habe das Gefühl, dass bei Dir ähnliches vieles ansteht: Deine Panik/Angst, Abgrenzung ELternhaus, Loslassen XY. Alles auf ein Mal geht unmöglich.

    Ich war übrigens bei meiner ersten Thera auch noch Studentin. Es war eine verdammt harte Zeit- Studium, Job, Therapie...
    Überhaupt waren die ganzen Jahre und Therapien harte harte Arbeit. Ich habe mich immer weiterbewegt, auch wenn teilweise heulend. Ich wusste, dauerhafter Stillstand bringt mich nicht weiter.
    Aber rückblickend muss ich sagen, dass sich das alles gelohnt hat! (immerhin fast 10 Jahre Therapie :roll: )

    Falls Du das Gefühl hast, eine ambulante Therapie würde Dir mehr helfen als die Beratung, dann würde ich das tun. Die meisten haben eh eine Wartezeit von ewiger Dauer (1/2 bis 1 Jahr).
    Wenn es Dir so schlecht geht, dass DU, wirklich ganz subjektiv DU, das GEfühl hast, Dein Leben nicht mehr richtige auf die Reihe zu bekommen, dann schau mal nach Tagesklinken. Das sind meist Akut-Plätze, man bekommt relativ schnell was (2-3 WOchen).
    Eine stat. Reha kannst Du auch beantragen, aber dann solltest Du schon oft krankgeschrieben gewesen sein. Ich mache das nämlich gerade und weiß es daher. Die Reha ist nämlich da, um Deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

    Liebe Grüße!

    Ich möchte ergänzen:

    Zitat von girasole

    Denn die Fahrt dauerte nur 1,5 Stunden,- "darf" ich da so kaputt sein...?

    .... und darf ich "so" relaxen, so eher "ungewöhnlich", statt wie zb er, eben zu liegen und zu schlafen/dösen?
    Darf ich so ausruhen, wie es mir guttut.
    Oh Mann. *opfschüttel* Frau Girasole, es gibt noch einiges zu tun.

    Hallo liebes Tagebuch,

    Mir ist noch ein wichtiger Punkt eingefallen, bei dem ich unbedingt dranbleiben sollte. Und den ich hier festhalten will.
    Beim Lesen hier im Forum stolperte ich über die Formulierung "ich bin auch liebenswert, wenn ich nicht funktioniere".
    Das ist ein großer Teil in mir, - leider umgekehrt.
    Als der liebe Mann und ich aus dem Urlaub zurückkehrten in mein Zuhause, war ich total geschafft von der Autofahrt (wir waren jeder im eigenen Auto unterwegs). Wir legten uns etwas hin. Das war ja in meinen Augen noch "legitim".
    Aber dann: Ich merkte, ein halbe Stunde Ruhen reicht mir nicht. Ich will auch nicht ruhen, sondern was lesen und dabei ein Eis naschen.
    Ich war sehr, wirklich sehr unsicher, ob es ok ist, wenn ich das tue. Denn die Fahrt dauerte nur 1,5 Stunden,- "darf" ich da so kaputt sein...?
    Sehr unsicher habe ich es "gewagt". Knapp 2 Stunden habe ich gebraucht, bis ich wieder fit war.
    Gerade erst bemerke ich, wie schwierig das für mich war.
    Ich weiß auch nicht, wie das ausgegangen wäre, wenn der liebe Mann vom Typ XY wäre, sprich penetrant seinen Willen versucht hätte durchzubringen.
    Ich fürchte, ich wäre wohl eingeknickt...
    Da kann ich wirklich dran arbeiten!!!
    (ich habe mal gelesen, wenn man dazu neigt, sich viel Streß /Druck zu machen - so wie ich - wäre es sehr hilfreich, das Wort "muss" komplett zu streichen und durch "kann" zu ersetzen. Das versuche ich seither immer wieder. Es macht viel aus, finde ich!)

    Hallo liebe Time,
    ich hoffe, ich darf als Neue auch mal was schreiben?
    Mir ist aufgefallen, dass Du das Wort "Zuhause" offenbar für Dein Elternhaus benutzt.
    Ich bin darüber gestolpert und wunderte mich "war sie im Urlaub?"....
    Nochmal zurückgeblättert.... nein, kein Urlaub. Frau Girasole verwirrt *grübel* .... dann die Erkenntnis.
    Es mag wie Haarspalterei scheinen, aber mir scheint es ein bedeutender Hinweis. Oft sind es die ganz kleinen Dinge, die uns entscheidende Hinweise geben können. Also bei mir war es oft so.
    Also quasi ein Denkanstoss "was ist ein Zuhause? wo ist meines? Warum liegt es immer noch bei meinen Eltern, obwohl ich schon ausgezogen bin? usw.

    Liebe Time, ich bin zugegeben gerade etwas erschrocken, als ich bewusst Dein Alter gelesen habe. Ich finde in vielerlei Hinsicht klingst Du erschreckend älter.
    Andererseits erklärt sich für mich damit aber auch so manches Schwanken, Zögern, Nicht-verstehen, Rückwärts-Schritte usw.
    Ich bin nun Ende 30 und habe mit 24 Jahren mit Therapie angefangen. Es hat lange gedauert, bis ich Knackpunkte in meinem Leben dem Elternhaus zuordnen konnte und noch länger dann, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.
    Es ist einfach ein schwerer Schritt und jeder braucht seine Zeit.
    Vor allem hast Du viele Baustellen, die Du unmöglich auf einmal lösen kannst.
    Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, auch Stillstand gehört übrigens zur Entwicklung. Er gilt als die Zeit des "Kräfte-sammelns" vor dem nächsten Entwicklungssprung.
    Wichtig ist nur, dass Du im Auge behältst, nicht stehen zu bleiben (also, nicht dauerhaft)
    Kleine Schritte sind ok, sogar gelegentliche kleine Rückwärtsschritte,- solange es insgesamt gesehen, in der Tendenz, immer vorwärts geht.

    Liebe Grüße!

    Oh, was ich noch vergessen habe:
    Das allerwichtigste: Mir ist ziemlich klar, was der Haupt-Grund war in der Co-Zeit: Meine Angst, verlassen zu werden. Alleine zu sein. Es alleine nicht "zu schaffen".
    Zum einen habe ich nun erfahren, dass ich es sehr wohl und zwar gut schaffe, alleine.
    Zum anderen weiß ich, dass ich nach wie vor daran arbeiten muss. Mit meinem Inneren Kind, in der Therapie, wie auch immer.
    Ich möchte dahin kommen, dass ich mich selbst genug lieben kann. So dass ich einen anderen nicht mehr nötig brauche zum Leben.
    Sondern als Lebens-Gefährten.

    Oh Seekrank :oops: danke. Ich muss gerade eine Tränchen verdrücken.

    Varescu: Was Du ansprichst ist absolut richtig.
    Ich möchte kurz die Vorgeschicht zum lieben Man anreißen:
    Wir haben uns vor knapp einem Jahr kennengelernt und es hat gefunkt. Ich gebe zu, damals wollte ich ihn als Sprungbrett benutzen. Ich habe tw richtig "gesucht" nach einem Sprungbrett, schon Monate davor. Und zwar, weil ich wirklich geglaubt hatte, ich schaffe es nicht alleine.
    Er hat da aber trotz großer Gefühle von beiden Seiten nicht mitgemacht.
    Beleidigt bin ich dann wieder zu Ex-XY zurückgekehrt.
    Naja, es kam, wie es kommen musste- mit Ex-XY ging es weiter, und zwar rapide bergab.
    Ich habe irgendwie plötzlich gecheckt, dass es nichts bringt, mich "retten" zu lassen. Sondern dass ich mich selbst retten muss. Dass es ungeheuer wichtig ist, es selbst zu schaffen. Und das Gefühl, als ich es geschafft hatte, ganz alleine, damals war der Kontakt zum lieben Mann nur sporadisch,- das Gefühl war bombastisch!

    Will sagen, die Trennung, und auch allen Kummer und Schmerz, habe ich alleine bewältigt, damit hatte der liebe Mann absolut nichts zu tun.
    Und ich war oft versucht, ihn anzurufen, um mich trösten/ablenken zu lassen, um mich nicht zu spüren, um die Leere zu füllen.
    Aber ich habe es ganz bewusst nicht getan. Ich habe alles ausgehalten, mir angeguckt, versucht, zu bearbeiten, zu beweinen.
    Danach ist der Kontakt wieder aufgelebt. Durch langen Urlaub von beiden Seiten jetzt auch mal intensiver.
    Dennoch brauche ich noch Zeit, um eine Beziehung einzugehen, das ist mir klar.
    Ich will ja auch irgendwie nicht den "Erstbesten" nehmen :oops: Das habe ich früher immer getan. Hauptsache, einen erwischt und Liebe ergattert.
    Und ich will mich auch nicht, wie früher, sofort wenn ich mich verliebe, in eine feste Beziehung stürzen. Ich will es so halten, wie es glaub ich viele andere Menschen tun: Erstmal kennenlernen. Erstmal sehen, ob er mir guttut. Ob er zu mir passt. Wie er so ist im Alltag.

    Trotz allem bin ich auch skeptisch. Ich denke einerseits auch, dass es gut wäre für mich, erstmal alleine zu sein.
    Andererseits, er ist nunmal da, und ebenso die Gefühle von beiden Seiten...
    Unser Miteinander gestaltet sich auch komplett unterschiedlich von dem mit Ex-XY. Der Ex rief hundert Mal am Tag an oder simste oder mailte. Oder alles zusammen. Er wollte immer direkt neben mir sein, wäre niemals auf die Idee gekommen, weg von mir zu gehen.
    So ist der liebe Mann gar nicht. Da er wie gesagt recht weit weg wohnt und beruflich sehr viel zu tun hat, gibt es oft mehrere Tage am Stück, wo es nur eine (!) SMS gibt. Und viele Wochen, an denen wir uns gar nciht sehen.
    So gesehen gibt es nach wie vor viiiel "Lücke" in meinem Leben.
    Und ich bin wachsam. Wie gehe ich damit um? ZB: Packt mich die Angst, wenn mehrere Tage nur eine SMS kommt?
    oder: Bin ich versucht, mich berechnend ihm gegenüber zu verhalten?
    Und: Den allergrößten Teil meiner Zeit bin ich alleine mit mir. Er ist wie gesagt, wenig präsent bzw verfügbar, was gerade ziemlich gut passt für mich.
    Und ich arbeite daran, mit mir alleine zu sein, das auszuhalten bzw. irgendwann gut zu können. Da absolut offen ist, wie es mit uns weitergeht

    Wohin mein Leben gehen soll, davon habe ich eine ziemliche Ahnung.
    Der liebe Mann weiß davon, es ist nicht ganz seine Richtung. Er selbst weiß gar nicht, wohin sein Leben mal gehen soll, hat er gerade festgestellt und macht sich nun seine Gedanken darüber.
    Ich versuche nicht, ihn zu überreden, zu überzeugen, von meiner Richtung. Ich habe ihm gesagt, was für mich wichtig ist. Was er damit macht, muss er selbst entscheiden.

    Das Gute ist, dass er (als Doktor der Philosophie) sehr reflektiert ist.
    Das ist mir so wichtig geworden.

    Kurz gesagt:
    Im Moment sehe ich das mit uns als "Weiteres Kennenlernen".
    Das "erste Kennenlernen" ist vorbei, wir haben festgestellt, wir gefallen uns immer noch :) und nun geht es in die nächste, etwas längere Runde.

    So, puh, isch habe fertig :lol: Werde nun ein Ründchen Meditieren.
    gerne her mit Euren Meinungen zum Thema "Lieber Mann" :D

    Und noch ein toller Aspekt an Meditation:
    Man übt sich darin, mit sich selbst zu sein.
    Langeweile? Ja, sagte der Lehrer "ist doch schön, mal eine lange Weile zu haben. Das gibt es doch sonst nicht mehr in unseren Leben".
    Wo er Recht hat.
    Auch das ist ja etwas, was jedenfalls mir als Co schwerfällt. Mit mir selbst zu sein.
    Am ersten Abend im Urlaub, alleine im Hotelzimmer, habe ich erstmal geheult. So alleine mit mir, das war sehr unangenehm!
    Am zweiten Abend war das weg. Am dritten Abend fühlte ich mich sehr gut, mit mir alleine :D
    Und es hält an. Ich habe seither regelmäßig meditiert, und als ich gestern den ersten Abend seit langem alleine war (der liebe Mann war ja nun 6 Abend mit mir gewesen) - ging es mir gut!
    ____________________________


    Der Rückfall:
    Es war am zweiten Tag mit dem lieben Mann, im Urlaub. Wir hatten große "Start-Schwierigkeiten" und er neigt dazu, sich dann zurückzuziehen.
    Es erwischte mich auf einem schlechten Fuß, zu meiner Verteidigung soz. :oops:
    Ich hatte die Tage, Unterleibsschmerzen und das heulende Elend sowieso ( wie immer...). EIne Biene hatte mich gestochen.
    Kurz: alles war Mist. Und dann geht der auch noch :shock:
    Und was macht Frau Girasole? RUft den Ex-XY an :roll: Sechs Tage nix gehört, und dann "aktiviere" ich ihn freiwillig, argh!
    Es war klar, was dann kam: Er liebt mich noch. Er vermisst mich. Er will mich sehen. Er will mit mir ins Bett ( :shock: )
    Nach 45 Min. Gespräch kam einige Stunden später eine SMS: Er hat Herzrasen, vermisst mich, liebt mich immer noch, ich solle mich bitte melden....
    Zu dem Zeitpunkt war mir aber schon klar, was da mit mir passiert war.
    Und dass ich ganz und gar nicht eine "Comeback" wollte, nie gewollt hatte.
    Ganz egal, wie es mit dem lieben Mann weitergeht.
    Mann, hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich Ex-XY so benutzt und manipuliert hatte.
    Am übernächsten Tag hatte ich, nach weiteren SMSen (die irgendwann dann auch sauer wurden...) den Mut zu schreiben, dass ich keine Zukunft sehe für uns, und va dass es mir leidtut, dass ich angerufen hatte, dass das blöd von mir war.
    Er schrieb dann noch, er sehe sehr wohl eine Zukunft und ich solle mich melden, wenn es mir auch so ginge.
    Nun - habe ich nat. nicht.
    So schockierend dieser Ablauf im Rückblick für mich war, hat er mir dann doch auch viel gezeigt.
    Zum einen wie automatisiert das Programm bei mir ablaufen kann: Der eine "will" mich nicht (subjektiv),- zack wird der andere aktiviert.
    Besonders in einer Situation, in der es mir gerade schwerfiel, für mich zu sorgen.
    Zum anderen wie manipulativ ich sein kann. Für meine eigenen Bedürfnisse habe ich die Gefühle von Ex-XY total egoistisch benutzt.

    Die gute Nachricht ist:
    Ich kann auch anders :)
    Einige Tage, später bei mir Zuhause, gab es eine ähnliche Situation.
    Dies Mal konnte ich damit umgehen. Er kündigte an, er brauche etwas Abstand und Zeit für sich zum Nachdenken (es handelte sich um einige Stunden am Nachmittag. Ich muss dazu sagen, dass wir 300km auseinander wohnen, er beruflich sehr eingespannt ist und wir uns daher selten sehen). Er wollte rausfahren und ein paar schöne Dinge für sich tun.
    Ich habe dann in der Zeit auch Dinge getan, die mir Spaß machen.
    Gut gelaunt trafen wir uns beide am Abend wieder bei mir Zuhause und er hatte überraschend lecker gekocht.
    Das tolle ist, dass ich mich nicht zu irgendwas zwingen/ mühsam selbst "überreden" musste.
    Es war total ok, ihm seins zuzugestehen und mich selbst zu freuen auf Zeit für mich.
    Allerdings ist das halt auch bei mir Zuhause leicht. Hier sind Millionen Dinge, die ich gerne mache, mein Klavier, mein Fitness-Studio, meine Gemeinde, mein Neffe usw....

    Zurück vom Meditations-Seminar plus angehängten Relax-Tagen im Schloßhotel mit liebem Mann... es war wunderschön.
    EIniges Zum Thema Co ist auch passiert. Ich werde es wohl nach und nach aufschreiben.
    Zuerst mal: Meditation ist meiner Meinung nach für COs genau das RIchtige.
    Ich habe noch nie meditiert und nun viel gelernt:
    Es geht hauptsächlich ums Loslassen. Huch! Ja, also man sitzt und atmet. Mehr nicht. In der Zeit allerdings kommen 1000 Gedanken in den Kopf (welche dann jeder wieder 1000 nach sich zieht: Meine Güte, ist das warm!- Eig. ist das ja ganz schön!- aber meine Blumen ZUhause- kümmert sich der Nachbar? - der sah auch irgendwie mitgenommen in der letzten Zeit aus- viel. ist ja Schluß mit seiner Freundin.- ach je. immer mehr beziehungen gehen kaputt- ob das an der gesellschaftlich verlangten Mobilität liegt?--- usw......)
    Und in der Meditation soll man jeden Gedanken loslassen, abschneiden.
    Dann markieren mit einem innerlichen "Denken!" und die Achtsamkeit zum Atem zurückholen.
    Eig. ganz einfach.
    Aber ach! Der Geist ist das nicht gewöhnt. Er will uns verwickeln mit klebrigen Themen und soz. der "Chef" sein.
    Und es tut so gut, loszulassen! Und den Geist mal zu begrenzen.
    EInfach nur mal dasein.
    Sitzen und dasein.
    Das wird irgendwann verinnerlicht und man kann viel leichter erkennen, wenn einen der Geist wieder verwickeln will.
    Ich geb mal ein Beispiel:
    Der liebe Mann war danach noch mit bei mir Zuhause.
    Wir waren spazieren und kamen in eine Gegend, in der ich schon 100mal mit Ex-XY war.
    Blitzschnell war das Gefühl da " Du verräterin! Hier warst du glücklich mit XY und nun schleppst du einen anderen her. Wie mies du bist!...usw...." Und schon stiegen fast die Tränen hoch.
    Aber: Alle Gefühle fangen eigentlich mit einem Gedanken an (auch gelernt).
    Und dem Gedanken habe ich Grenzen gesetzt: Nein, das denke ich jetzt nicht.
    Und es hat geklappt!
    Das war wirklich ganz neu für mich.
    Ich bin Herrin über meine Gedanken und Gefühle. Zumindest über den größten Teil.
    Ich hatte einen wunderbaren restlichen Tag mit dem lieben Mann dort.
    Einfach toll.
    Meditation kann ich wirklich nur empfehlen, va für COs!

    Liebe Grüße an alle!

    PS: Es gab auch einen Rückfall, während des Urlaubs. Aber dazu ein ander Mal mehr. Komme von einer Wurzelbehandlung, und eine negative Sache heute reicht mir....

    Liebe Topas,
    ich habe nicht den ganzen Faden gelesen, möchte aber gerne fragen, ob Du schonmal bei einem Arzt warst.
    Nicht mehr hochkommen/ in die "Puschen kommen", das Gefühl, alles ist sch...- , keine Lebensfreude- so können sich depressive Verstimmungen bemerkbar machen.
    Das kann behandelt werden und dann geht es Dir besser!

    mir ist ein weiterer tiefpunkt eingefallen (sorry, schreibe klein, da eine hand die zahnentzündungs-backe kühlt):
    er verlor seine stelle durch o.g. aktion, schon zum 2. mal innerhalb kurzer zeit, jedes mal wegen kriminellen aktivitäten.
    plus: er kam zusehends in geldnöte, da er durch seinen kosum immer öfter und länger krank war, d.h. krankengeld statt lohn- was ja viel weniger ist...
    (zb stürzte er, brach sich den fuß etc )
    und als wir wegen ihm dann zum 2. mal innerhalb kurzer zeit mit der miete im verzug waren- läuteten bei mir alarmglocken.
    eig. ein unspekatulärer, schleichender tiefpunkt.
    dennoch bin ich beim thema geld extrem empfindlich. ev. weil ich als studentin jahrelang wirklich bitterarm war. ich hatte keinerlei finanz. unterstützung und musste aber eine eigene bude zahlen, da ein zusammenleben mit meinen eltern unmöglch war.
    diese zeit hat mich sehr geprägt. ich habe lange jahre angst gehabt, mein geld auszugeben - nachdem ich fertig studiert hatte. das studium war dadurch auch sooo anstrengend, dass ich seither den wert meines gehalts sehr zu schätzen weiß, jeden monat neu (und es ist schon 10 jahre her...) und fuchtig über meine kohle wache.
    bei dem gedanken künftig in irgendeiner art und weise für Ex-XYs eskapaden zu zahlen - war bei mir der Spaß vorbei!
    das war auf jeden fall ein tiefpunkt für mich persönlich und ein grund, die ehe zu beenden.

    Liebes Forum,

    Mamma mia, was für eine Hitze :shock: Ich liebe es ja, wenn so heiß ist!
    ...aber jedes Mal, wenns ein echt heißer Sommer ist, passt es gerade nicht :oops:
    Als der Jahrhundertsommer war, wurden am Haus meiner damaligen Studi-Bude sämtliche Balkone saniert: Kein Balkon zur Verfügung, Gerüst am Haus- d.h. nachts oder bei Abwesenheit alle Fenster ZU, da megaleicht einzubrechen. Tagsüber wanderten Bauarbeiter an meinen Fenstern vorbei- nackig oder leicht bekleidet war auch nicht drin. Teilweise war eine Plane vor dem gesamten WOhnzimmerfenster samt Balkontüren- lüften nicht möglich, da dies in meiner 1-Zi-Bude die einzigen Fenster waren :shock:
    Und dieses Jahr: Die Hitze ist gar nicht gut für meine Zahnentzündung :evil: ich hocke hier und kühle die Stelle und darf kein Sport machen- da noch heißer. wenn ich keinen Sport machen darf bekomme ich ziemlich schnell schlechte Laune :twisted: Vor allem, wenn es wie jetzt ist- eig. geht es mir gut, es ist ja nur die Vorsicht, die mich hindert. Wenn ich total krank oder müde/erschöpft bin, macht es mir nichts aus.
    Und: Mein kleiner neugeborener Neffe leidet auch extrem unter der Hitze.
    Er kann gar nicht so schnell und so viel trinken, wie er austrocknet.
    Und er wird schlapp von der Hitze und kann dann noch weniger trinken- nun liegt er schon im Krankenhaus am Tropf deshalb :(

    --------------

    Ansonsten... 4 volle Tage ohne Kontakt und es geht mir bestens :D
    Mittlerweile so gut, dass ich schon denke- ach, dass Seminar brauche ich gar nicht mehr... aber nein, schon klar, ich will nicht übermütig werden und gehe natürlich hin
    Es fühlt sich - mittlerweile !! - alles so gut und richtig an.
    Ich bedanke mich auch bei allen, die mir die Frage gestellt haben, warum ich überhaupt noch Kontakt habe.
    Ich glaube sonst wäre ich ihm nach seiner bösen SMS und dem darauffolgenden Nicht-melden total hinterhergerannt. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, keinen Kontakt zu brauchen.

    Liebe Grüße an alle!

    Hallo Forum,
    hei Sagara :D

    mit Begleitung hingehen hat auch mein Thera vorgeschlagen. Gerade lasse ich es einfach auf mich zukommen,- ich kann mir eig. nicht vorstellen, dass er sich gar nicht mehr meldet. Falls doch- überlege ich tatsächlich, daran nicht zu rütteln und mir lieber einfach alles "abzuschminken"... sprich damit klarkommen, dass es eben in der Tonne landet.

    ----------------

    Gestern abend habe ich plötzlich noch schlimmste Zahnschmerzen bekommen :twisted: Heute stand ich dann gleich bei meinem ZA auf der Matte und habe den ersten Teil einer Wurzelbehandlung bekommen :roll: Jetzt heißt es Daumendrücken, dass der Zahn Ruhe hält die nächste Woche, wenn ich im Urlaub bin. Übernächste Woche wird dann die Wurzelbehandlung fortgeführt.

    Liebe Grüße an alle LeserInnen!

    Ach ja, die Schuldgefühle... sie gehören wohl zum Co-Sein, zeigen uns unsere Abhängigkeit, engen uns ein und wollen uns gefügig machen.
    Wie war das noch auf meiner Seite... aussitzen... aushalten...

    Warum wirst du nicht gehört? Gleichberechtigte Partnerschaft.... also wie ich hier gelernt habe gibt es die nur zwischen nassem Alkoholiker und der Flasche...- äh halt, gleichberechtigt ist die ja auch nicht...
    Ich meine natürlich die einzige Beziehung die der Nasse Alkoholiker hat, ist die mit der Flasche.

    Die Angst vor dem Unbekanntem mit dem Umzug hatte ich auch. Mensch, hier kenne ich doch alle, dachte ich mir. Den Apotheker, die Blumenfrau, Kassiererin im SUpermarkt, Nachbarn. Sowas mag ich.
    Aber das lässt sich schnell wieder aufbauen. Ich habe hier so eine nette Vermieterin, die sich um ihre Mieter richtig "kümmert", auch um mich- das ist schon echt nett. Unser alter Vermieter war ein richtiges Ar... Heizung im Winter mehrfach defekt und ich beschwerte mich- bekam ich zu hören, ich sei ja so verforen!
    Also, es steckt richtig Gutes drin, wo man es gar nicht vermutet.
    Die besagte TÜr, die dann aufgeht wenn sich usw...

    Liebe Grüße und viel Kraft beim Aushalten/Aussitzen!

    Liebe Sagara,

    wie geht es Dir? Du bist hoffentlich nicht sauer über das BIld mit dem Esel??
    Wie läuft es denn, ist er immer noch so nett (was für eine Frage eig., oder? Man sollte ja davon ausgehen können, dass der Partner einen immer nett behandelt!)

    Liebe Grüße!