Beiträge von dieStine

    Liebe Red Phönix,

    danke der Nachfrage, mein Wochenende war eigentlich sehr schön, gerade dadurch aber auch etwas schwierig, habe ich in meinem Thread ein wenig angerissen.
    Tiere hatte ich schon immer (nur in der schlimmen Saufzeit nicht - zum Glück für das Tier!), vom Nager bis zum Hund, mein Katerchen ist jetzt aber die erste Katze. Das Betüddeln tut wirklich gut, liege ganz oft zwischen Sohnemann und Katerchen auf der Couch und kraule beidhändig :)

    Was das Meditieren angeht hat girasole eigentlich schon alles gesagt. Ich kenne das Grübelmonster inklusive Kopfkino auch sehr gut, mit ein paar Techniken lassen die sich aber im Zaum halten. Die Einschlaf Problematik kenne ich nur zu gut, das ist auch eine Baustelle von mir... Im Moment helfen Hörspiele gegen das Grübelmonster.

    Schön dass Du ein so schönes Wochenende hattest, das freut mich! Vielleicht muss man einfach von dem Anspruch wegkommen, dass man immer Lust auf eine Unternehmung haben muss und es Spaß machen muss sondern einfach erst mal machen. Die Lust kommt dann meist von alleine. Und wenn nicht dann ist es eben so, aber zumindest hat man dann etwas getan.

    Ich wünsche Dir eine schöne und achtsame Woche und freue mich, wieder von dir zu lesen.

    LG
    Stine

    Hallo Sven,

    herzlichen Glückwunsch zum 5 Monatigen! :)

    Es tut mir leid, was der Alkohol Dir alles kaputt gemacht hat und kenne das Gefühl leider nur zu gut. In der Klinik in der ich meine LZ gemacht habe hatte der Seelsorger eine nette Lebensweisheit: "Aus dem Mist des Lebens Dünger machen". Und genau das ist es, den Tiefpunkt und den ganzen Mist nutzen um daraus etwas anderes, besseres entstehen zu lassen! Und wie beim Gärtnern braucht man dazu.... Geduld! Ist aber auch nicht meine Königsdisziplin ;)

    Ich musste mir nach meiner Saufzeit auch einen komplett neuen Freundeskreis aufbauen. Nicht weil die alten Freunde gesoffen hatten sondern weil ich alle durch meine Sauferei vertrieben hatte. Ich kann nur sagen - es geht, und manchmal trifft man wichtige Menschen an Orten, wo man es nie geglaubt hätte! Geh raus, entdecke neu, was Dir nüchtern Spaß macht, nutze die neuen Impulse.... Das klingt jetzt sehr nach Glückskeksphilosophie aber ich habe mich mit Ende der Sauferei wirklich noch einmal neu kennenlernen müssen/dürfen und habe ganz neue Interessen entdeckt. Bleib einfach neugierig!

    Was ich übrigens super finde, ist dass Du gegenüber Deiner alten Clique offen und ehrlich warst! Das schützt ungemein. Und ja - man kann wirklich auch ohne Alkohol Spaß haben! Und weiß es am nächsten Tag sogar noch! ;)

    Alles Gute für Dich,
    Stine

    Hallo Red Phönix,

    also wenn Du nur die geringsten Bedenken in Bezug auf das Hafenfest hast würde ich das ehrlich gesagt lieber lassen! Dein Bauchgefühl sagt Dir doch schon, dass die Feierlaune dort dich böse anfixen könnte.

    Was Depressionen angeht, da habe ich ebenfalls schwer mit zu kämpfen, war auch für mich einer der Gründe zu trinken. Nachdem ich mich trockengelegt hatte und nach ein paar Tagen die Euphorie weg war bin ich auch in ein tiefes Loch gefallen - und die frühere "Medizin" ist ja auch weggefallen. Hab keine Hemmungen, Dir da medikamentös helfen zu lassen! Hast Du einmal mit Deinem Hausarzt darüber gesprochen? Ich weiß auch, dass man in einer Depression keine Lust auf gar nichts hat, Du machst das aber schon ganz richtig, tu das, was Dir gut geht, zwing Dich ab und an zu einem kleinen Spaziergang, lass Dir Zeit, Dein Körper und Dein Gehirn machen gerade eine große Umstellung durch. Alkohol verstärkt Depressionen, das muss sich alles erst einmal wieder einpendeln. Mitlr hat es geholfen, jeden Tag zu einer festen Uhrzeit spazieren zu gehen. Das stand jeden Tag zu einer festen Uhrzeit, da gab es nichts mit mir selber zu diskutieren, es musste mir auch keinen Spaß machen. Seit längerer Zeit meditiere ich auch täglich und merke, dass mir das sehr gut tut, man hat nichts zu tun außer zu sitzen und zu beobachten, es muss keinen Spaß machen, man tut es halt einfach. Auch hier muss wohl jeder wieder seine eigenen Wege finden, aber vielleicht ist ja etwas für Fich dabei.
    Kann Dir trotzdem nur noch einmal raten, Dir Hilfe zu holen da Depressionen die Abstinenz nicht leichter machen!

    Deine Bedenken in Bezug auf eine Langzeit kann ich verstehen, aber auch entkräften. Natürlich ist es schön, sich dort nicht darum kümmern zu müssen, was mittags auf den Tisch kommt und wie Du Dir Deine Zeit einteilst. Aber Du lebst dort nicht unter einer Käseglocke und wenn Du Dir das mitnimmst und Holst was Du brauchst erlernst Du dort auch,zu Hause den Alltag zu bewältigen. Aber das muss jeder für sich wissen, ich persönlich bin heute noch uunendlich dankbar für diese Zeit.

    Dass Du Tiere hast finde ich übrigens toll! Ich habe mir nach der Langzeit auch meinen dicken faulen Kater aus dem Tierheim geholt :) Der hat schon einige Abende schnurrend auf meinem Bauch gelegen wenn es mir gar nicht gut ging.

    Alles Liebe und ein Wochenende, an dem Du jeden Tag zumindest eine Sache tun kannst die Dir Freude bringt wünscht
    Stine

    Hallo Daniel,

    schön von Dir zu lesen!
    Mein erster Gedanke zu Deinem Beitrag - wenn der Tonfall, den Du auch hier erlebst Dich dazu gebracht hat, mit dem Saufen aufzuhören... dann kann er so schlecht doch nicht sein, oder? ;)

    Ich weiß schon was Du meinst, hatte vor 2 Jahren eine ähnliche Erfahrung. Da hatte ich mich kurz nach einer Trennung in einem Forum für Alleinerziehende angemeldet und war sehr schnell furchtbar sauer über den dort herrschenden Ton bei einem so sensiblen Thema. Habe einige Zeit gekämpft, immer wieder geschrieben, dass bei mir doch aber alles ganz anders ist und habe mich irgendwann wutentbrannt abgemeldet. Erst im Nachhinein, zum Teil erst nach 2 Jahren habe ich gemerkt, wie viel doch auf mich zugetroffen ist und wie sehr mir die Gedanken die ich von dort mitgenommen mir heute noch helfen.

    Was ich sagen will, lass Dich nicht abschrecken, ich bin ja selber noch nicht lange hier dabei aber ich glaube, die "Langzeittrockenen" hier wissen was sie tun und schreiben und davon kann man nur profitieren. Sicherlich kennen sie auch alle Hintertürchen und Stolperfallen welche die Sucht mit sich bringt und reagieren deshalb sehr sensibilisiert darauf. Nimm Dir alles mit, was Du bekommen kannst, es will Dir hier niemand etwas unterstellen. Sicherlich trifft es manchmal die Falschen wenn einzelne Sätze "zerflückt" werden, der Teufel liegt eben manchmal im Detail und zwischen "ich DARF nicht mehr trinken" und "ich WILL nicht mehr trinken" liegt nun mal, auch wenn es nur um ein Wort geht, ein himmelweiter Unterschied der im äußersten Fall zwischen Rückfall oder trocken bleiben entscheiden kann.

    Ich wünsche Dir ganz viel Durchhaltevermögen hier im Forum und im Leben und freue mich, wieder von Dir zu lesen.

    Stine

    Hallo Daniel,

    habe in den letzten Tagen öfter an Deinen Beitrag gedacht und war froh, gerade von Dir zu lesen, hatte ein klein wenig die Befürchtung....naja, du weißt schon ;)

    Mir hat der Gedanke an einen Rückfall auch lange Angst gemacht, macht er heute noch. Ich weiß noch, dass uns in der Langzeittherapie immer wieder gesagt wurde, dass 50% der Gruppe rückfällig werden werden... Ich glaube, da hat jeder einmal heimlich durch gezählt "du, du nicht, du, du nicht, du,... Ich?! Ja, wir haben eine Sucht die uns lebenslang begleiten wird und vor einem Rückfall ist niemand zu 100% sicher. Trotzdem kann man etwas TUN, es nicht aussitzen und hoffen, dass von alleine schon alles gut werden wird. Was das ist muss jeder einzelne für sich alleine rausfinden, wobei die Grundbausteine sicherlich allgemeingültig sind.

    Was die Erinnerungslücken angeht - von denen hatte ich auch sehr viele - lass Dir von Deiner Frau doch noch einmal die negativen "Highlights" erzählen. Mir machen diese Lücken übrigens rückblickend immer noch Angst, ich finde es ganz gruselig mich an so vieles nicht erinnern zu können.

    Ansonsten finde ich auch Zottis Hinweis gut, dass viele Informationen über die Sucht hilfreich sein können, damit entlarvt und versteht man viele unbewusste Prozesse wie das allgegenwärtige Suchtgedächtnis. Ich habe inzwischen mehrmals "Die Suchtfibel" durchgearbeitet.

    Alles Gute, und ich fände es schön wenn Du öfter schreiben würdest!

    Stine

    Glück auf Matthias,
    habe mich gerade sehr gefreut, dass Du mir geantwortet hast, habe hier schon viel von Dir gelesen und bin schwer beeindruckt! Habe in einem anderen Thread mir mal meine alltäglichen kleinen Helferlein zur Risikominimierung bewusst gemacht und kam auf erstaunlich viele, vieles läuft da wirklich im Hintergrund. Trotzdem ist es gerade ganz gut, dass ich mich hier angemeldet habe und viel lese und auch schreibe, merke, dass die Zeit gerade etwas risikoreicher ist...weit weg von Rückfall Gedanken aber zumindest so, dass ich mal genauer hinschauen sollte.
    Auf einen guten Austausch!

    Liebe Sunshine,
    Ich sehe es nach der anfänglichen Skepsis auch als sehr positiv an, dass ich mich hier angemeldet habe. Merke dass dadurch auch die etwas in den Hintergrund gerückten Grundbausteine mal wieder ein bißchen aufgefrischt werden :)
    Ich sehe es übrigens absolut so, dass die Abstinenz Freiheit bedeutet und ich bin glücklich und dankbar darüber, daa vergesse ich im oft stressigen Alltag leider gerne und es tut gut, sich das einmal bewusst zu machen.

    Habe den festen Vorsatz hier mehr zu schreiben und überlege, einen Tagebuch/Lebensgeschichte Thread zu machen...vielleicht aber lieber im geschlossenen Forum, mal schauen.
    Bin auf jeden Fall froh hier zu sein.

    Lg,
    Stine

    Hallo Red Phönix,

    Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Bei mir sahen die Abende immer gleich aus - mit der/den Flasche/n vor dem Computer sitzen, je nach Pegel fröhliche bis hochdramatische Musik hören, im Internet rumdaddeln und am nächsten Tag längst vergessene Chat Gespräche führen,...
    Vor den Abenden hatte ich als ich trocken wurde auch am meisten Angst. Geholfen hat mir, dass ich kurz nach der Entgiftung eine Langzeittherapie gemacht habe und somit erst mal von zu Hause weg war. Von dort habe ich dann einen Umzug organisiert und die neue Umgebung hat mir sehr gut getan... Allerdings iSt mir auch klar, dass Umziehen nicht immer und für jeden die Lösung ist.
    Im Prinzip kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen, Sport, lesen, telefonieren, im Forum schreiben, ich habe auch massenweise Schals gestrickt, Mandalas ausgemalt... da muss wohl jeder seine eigenen Vorlieben kennen lernen ;) Sieh es doch als Chance, Du hast jetzt die Möglichkeit herauszufinden, was Dir wirklich Spaß macht, was Du gut kannst und was so gar nicht Deins ist - das war etwas, wo ich mich nüchtern wirklich noch einmal neu kennengelernt habe. Und ruhig auch ohne schlechtes Gewissen früh ins Bett gehen, wer sagt denn, dass "es das nicht sein kann"? Dein Körper hat vielleicht ein wenig Nachholbedarf und auch der Kopf braucht diese Auszeiten.

    Alles Gute,
    Stine

    Hallo Daniel,

    Ich weiß noch nicht, wie das mit dem Zitieren funktioniert, aber Du schreibst, dass Du Angst hast einen Rückfall "zu erleiden". Meiner Meinung nach klingt das sehr passiv, als wäre das etwas, das einfach so passiert. Einen Rückfall BAUT man doch aber selber! Du hast es in der Hand, und Du bist der Sucht nicht hilflos ausgeliefert!
    Dass jetzt der Saufdruck kommt ist glaube ich fast normal. Dein Körper hatte Zeit sich zu erholen, die Anfangseuphorie lässt nach, man merkt vielleicht, dass sich durch die Abstinenz alleine nicht alles plötzlich ändert,...

    Was ich sagen will - hab nicht so viel Angst! Du bist die ersten Schritte gegangen, bleib am Ball, rede in der Gruppe, schreibe hier - und lass ganz aktiv das erste Glas vom "noch schlimmeren Elend" stehen.

    Lg
    Stine

    Hallo Daniel,

    Was mir in dieser Phase sehr geholfen hat war, einmal ganz bewusst alle negativen, peinlichen, traurigen,... Dinge aufzuschreiben die unter Alkohol passiert sind - und ich glaube, jeder von uns hat solche Erinnerungen, auch wenn sie in den Saufdruck Momenten vielleicht nicht präsent sind. Ich bin seit knapp 4 Jahren trocken und der Zettel mit den Erinnerungen liegt in einer Kiste, die gut sichtbar in der Wohnung steht. Habe mir das nie wieder durch gelesen aber allein das Wissen, dass der Zettel da ist hilft mir oft sehr.

    Natürlich muss jeder seine eigenen kleinen Hilfsbausteine finden, aber vielleicht findest du ja etwas hier, das dir weiterhilft.

    Alles Gute,
    Stine

    Hallo Karsten, hallo Hartmut,

    Ich bin da ganz bei Euch, sehe ich haargenau so wie ihr, habe mich da vielleicht missverständlich ausgedrückt. Es ist ganz sicher nicht meine Ansicht, dass ich "das eben aushalten muss" sondern das ist die Art, wie meine Familie damit umgeht! Für mich bedeutet das dann, dass ich abendliche Feiern meide und auch immer wieder mal aus der schlimmsten Zeit erzähle (da haben meine Eltern nicht viel von mitbekommen - wollen?).

    Grenzen austesten halte ich auch für ein Spiel mit dem Feuer, wie schnell kann man einen Schritt zu weit gehen!

    LG
    Stine

    Hallo Alex,

    Ich war 2010 für 14 Wochen in der Salus Klinik, allerdings in Friedrichsdorf, aber das Konzept sollte sehr ähnlich sein. Ich habe dort nur gute Erfahrungen gemacht und kann die Klinik uneingeschränkt weiter empfehlen.
    Allerdings kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen, der wichtigste Faktor bist du selber! Wenn du motiviert bist, dich mit Dir und Deiner Sucht auseinander zu setzen und aus dem Angebot das raus zu ziehen was Dir persönlich gut tut kann eigentlich nichts schief gehen.

    Alles Gute für Dich!
    Stine

    Für mich persönlich war mein Tiefpunkt im Nachhinein betrachten gleichzeitig auch mein Lebensretter. Hätte es sonst wohl nicht aus der Sucht geschafft.
    Ich weiß nicht, ob jeder Alkoholabhängige seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen muss um aufzuwachsen, ein gehöriger Leidensdruck ist aber sicherlich hilfreich beim Trockenwerden. So zynisch das auch klingen mag.
    Was als Tiefpunkt empfunden wird ist sicher, wie ja auch hier schon erwähnt wurde, subjektiv. Und ich denke auch, dass Tiefpunkte immer auch ausbaufähig sind, tiefer geht immer.

    LG
    Stine

    Hallo zusammen,

    bei mir ist es so, dass in meiner Familie Alkohol zu Festen und auch zum Alltag dazu gehört. Im ersten Jahr meiner Trockenheit gab es zu Weihnachten Saftschorle (natürlich aus den guten Weingläsern - würde ich heute so auch nicht mehr machen), bei der nächsten Feier war man dann aber schon der Meinung, dass ich das eben aushalten müsse :? Mich hat das bislang nicht groß gestört, dadurch dass mein Sohn da ist, fallen abendliche Feiern sowieso aus und dass mein Vater und mein Bruder beim gemeinsamen Restaurantbesuch ein, zwei Bier trinken hat mich nie großartig gestört. Wobei es schon sehr seltsame Situationen gab, die aber weniger mir aufgefallen sind als meinem damaligen Partner. Da sitzt man beispielsweise abends zusammen im Wohnzimmer, ich erzähle von einem Bekannten aus der LZ der einen Rückfall gebaut hat und die Reaktion meines Bruders war "Ach, da fällt mir ein, ich hol mir mal ein Bier". :shock:
    Kann man so handhaben, muss man aber nicht...
    Letztens war ich auch einmal nachmittags da und weil es ja so warm war und außerdem ja auch Sonntag holte mein Vater sich am späten Nachmittag ein Bier und setzte sich wieder neben mich. Habe mich dann allerdings weg gesetzt weil der Geruch mich schon ein wenig angefixt hat...habe ich auch so gesagt, aber - da muss ich mich halt dran gewöhnen...

    Ich denke schon, dass man sich an die alltägliche Präsenz des Alkohols in unserer Gesellschaft gewöhnen "muss" wenn man sich nicht zu Hause einmauern will. Auch wenn es natürlich hilfreich wäre, wenn die Familie ein wenig mehr Sensibilität an den Tag legen würde... Ich sehe hier aber meine Eigenverantwortung, wenn es mir zu viel wird kann ich jederzeit fahren.
    Etwas anders sehe ich es mit öffentlichen Feiern. Hier wäre für mich eine große Gefahr wenn niemand weiß, was Sache ist. Deshalb gehe ich im Bekanntenkreis auch sehr offen mit meiner Abstinenz um (nicht bei allen mit der Sucht, aber zumindest wissen alle, dass ich nicht trinke) und meide bestimmte Feiern. Da sich bei mir im Äußeren aber auch sehr viel verändert hat, ist das nur selten ein Thema.

    Vielleicht ist das für mich auch ein wenig leichter weil ich ohnehin eher die alleine zuhause Trinker in war. Natürlich waren (Familien-) Feiern immer ein willkommener Anlass aber das meiste lief bei mir in den eigenen vier Wänden. Und die sind nach wie vor alkoholfrei.

    Vermutlich muss hier jeder seine eigenen Grenzen ausloten. Sicherlich gilt aber immer "Lieber zu viel Abstand zum Alkohol als zu wenig".

    LG
    Stine

    Hallo zusammen,

    bei mir ist es so, dass in meiner Familie Alkohol zu Festen und auch zum Alltag dazu gehört. Im ersten Jahr meiner Trockenheit gab es zu Weihnachten Saftschorle (natürlich aus den guten Weingläsern - würde ich heute so auch nicht mehr machen), bei der nächsten Feier war man dann aber schon der Meinung, dass ich das eben aushalten müsse :? Mich hat das bislang nicht groß gestört, dadurch dass mein Sohn da ist, fallen abendliche Feiern sowieso aus und dass mein Vater und mein Bruder beim gemeinsamen Restaurantbesuch ein, zwei Bier trinken hat mich nie großartig gestört. Wobei es schon sehr seltsame Situationen gab, die aber weniger mir aufgefallen sind als meinem damaligen Partner. Da sitzt man beispielsweise abends zusammen im Wohnzimmer, ich erzähle von einem Bekannten aus der LZ der einen Rückfall gebaut hat und die Reaktion meines Bruders war "Ach, da fällt mir ein, ich hol mir mal ein Bier". :shock:
    Kann man so handhaben, muss man aber nicht...
    Letztens war ich auch einmal nachmittags da und weil es ja so warm war und außerdem ja auch Sonntag holte mein Vater sich am späten Nachmittag ein Bier und setzte sich wieder neben mich. Habe mich dann allerdings weg gesetzt weil der Geruch mich schon ein wenig angefixt hat...habe ich auch so gesagt, aber - da muss ich mich halt dran gewöhnen...

    Ich denke schon, dass man sich an die alltägliche Präsenz des Alkohols in unserer Gesellschaft gewöhnen "muss" wenn man sich nicht zu Hause einmauern will. Auch wenn es natürlich hilfreich wäre, wenn die Familie ein wenig mehr Sensibilität an den Tag legen würde... Ich sehe hier aber meine Eigenverantwortung, wenn es mir zu viel wird kann ich jederzeit fahren.
    Etwas anders sehe ich es mit öffentlichen Feiern. Hier wäre für mich eine große Gefahr wenn niemand weiß, was Sache ist. Deshalb gehe ich im Bekanntenkreis auch sehr offen mit meiner Abstinenz um (nicht bei allen mit der Sucht, aber zumindest wissen alle, dass ich nicht trinke) und meide bestimmte Feiern. Da sich bei mir im Äußeren aber auch sehr viel verändert hat, ist das nur selten ein Thema.

    Vielleicht ist das für mich auch ein wenig leichter weil ich ohnehin eher die alleine zuhause Trinker in war. Natürlich waren (Familien-) Feiern immer ein willkommener Anlass aber das meiste lief bei mir in den eigenen vier Wänden. Und die sind nach wie vor alkoholfrei.

    Vermutlich muss hier jeder seine eigenen Grenzen ausloten. Sicherlich gilt aber immer "Lieber zu viel Abstand zum Alkohol als zu wenig".

    LG
    Stine

    Hallo Ihr Lieben,

    Mich würde einmal interessieren, was für alltägliche Hilfen/Erinnerungsauffrischer/Verhaltensweisen Ihr habt, die Euch beim Trocken bleiben helfen. Mache mir gerade Gedanken darüber ob ich nach knapp 4 Jahren zufriedener Trockenheit unachtsam geworden bin und hab mir mal meine Helferlein bewusst gemacht (in der Alltagsroutine läuft das zu 90% der Zeit ja eher unbewusst):
    - Ich habe immer etwas zu Trinken bei mir und Kaugummis falls der Mund trocken wird
    - Schon gleich nach der Langzeittherapie habe ich alle schrecklichen,peinlichen, trraurigen Erlebnisse der Alk Zeit aufgeschrieben und mit einem Foto von mir (aufgedunsen ohne Ende) in eine Kiste gepackt die gut sichtbar im Regal steht (habe sie allerdings noch nie geöffnet)
    - Ich gehe offen mit der Krankheit um bzw. sage weiter entfernten Bekannten zumindest, dass ich nicht trinke
    - Ich meide Alk-ähnliche Getränke, wie die neuen Fassbrausen, Malzbier ect. Auch muss ich zu Weihnachten meinen Apfelsaft nicht unbedingt aus dem Weinglas trinken (war die grandiose Idee meines Vaters)
    - Ich habe immer noch den Schlüsselanhänger der Klinik am Bund
    - Beim Bäcker oder im Restaurant frage ich im Zweifel lieber zweimal nach
    - Ich lese grundsätzlich die Zutatenlisten von Süßigkeiten und Fertigessen. Rumaroma und ähnliches geht auch nicht (schmeckt auch bäh). Muss aber sagen, dass ich da etwas entspannter geworden bin, wenn klar Alkohol bzw. die anderen Bezeichnungen dafür auftauchen lasse ich es stehen aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass jemand wegen Tomaten mit Balsamico Essig einen Rückfall baut? Also, da ist doch der Essig nur ein Anlass gewesen? Oder sehe ich das falsch? Anderes Thema vermutlich...

    Das ist so das, was mir spontan eingefallen ist. Kommt ja doch mehr zusammen als mir bewusst war!

    Würde mich freuen zu hören wie ihr das so handhabt.
    LG
    Die Stine

    Vielen Dank ihr beiden, dass Ihr Euch durch meinen Roman gearbeitet habt :)

    Maria, ja das mit dem erst mal nur Reagieren, Energien aktivieren von denen man zum Teil gar nicht weiß wo man sie hernimmt und hinterher in ein Loch rutschen wo eigentlich Erleichterung/Stolz/Freude stehen sollte kenne ich nur zu gut. Dass Trockenheitsarbeit nie aufhört sehe ich auch so, bin nur etwas verwundert über mich weil die in den letzten Jahren eher nebenher und unbewusst lief. Vielleicht ist es aber wirklich so, dass es in den letzten Jahren zu viele andere "Baustellen" da waren und jetzt eben die Baustelle Sucht etwas Aufmerksamkeit einfordert. Nun denn, auf gehts.

    Dusty, ich freue mich auch, hier zu sein, auch wenn ich noch nicht so viel zum Lesen und Schreiben komme wie ich gerne würde, Sohnemann hält mich ganz schön auf Trab :D
    Ich denke eigentlich auch, dass ich achtsam bin, habe auch nach wie vor sehr großen Respekt vor der Sucht bzw. dem Stoff und den Folgen. Nochmal würde ich das nicht überleben wollen.
    Ich glaube ich tue mich nur schwer mit diesem ständigen "Immer schön dran denken, ich bin Alkoholikerin". Ja das bin ich, lebenslänglich, aber ich bin nicht nur das, mich macht auch noch mehr aus. Und es darf (und muss?) doch auch Momente geben die mit der Zeit länger werden in denen das nicht vorne auf dem Desktop erscheint sondern als kleines Hinterprogramm läuft.
    Also...ich glaube ihr werdet noch mehr von mir hören, hab grad erst mal einen Gedanken Kopfsalat den ich verlesen will damit es nicht immer so durcheinander ist wie hier gerade.

    Einen schönen Abend und eine gute Nacht
    Stine

    Hallo Wolfgang,

    Bin gerade nachdem ich einen Beitrag zu einem sehr gegenteiligen (oder auch nicht?) Thema geschrieben habde über Deinen Thread gestolpert. Mich hat das gerade sehr betroffen gemacht und ich kann nur den Hut davor ziehen, wie sehr Du seit so langer Zeit kämpfst!

    Was mich interessieren würde, hast du eine Entwöhnungstherapie oder ähnliches gemacht? Mir hat das sehr dabei geholfen, zufrieden trocken zu sein. Was mir auch eine große Hilfe war, war mir die schlimmen Zeiten der nassen Zeit vor Augen zu führen, habe mir das sehr detailliert aufgeschrieben und in eine Kiste verstaut die gut sichtbar in meiner Wohnung steht.
    Ich sehe natürlich auch den Alkohol da draußen und natürlich denke ich im Sommer mal kurz an laue Abende mit kalten Getränken - bin aber im gleichen Moment heilfroh dass ich das nicht mehr haben MUSS.
    Was verbindest Du denn noch Positives mit dem Alkohol, dass es Dich so leiden lässt? Oder hat sich außer der Tatsache, dass Du nicht mehr trinkst zum Vorher nichts geändert? Auch das ist glaube ich ein wichtiger Punkt, dass es alleine mit dem Aufhören nicht getan ist sondern sich auch das Außen und Innen verändern sollte.

    Ich wünsche Dir alles erdenkliche Gute und dass der große Kampf vielleicht nach und nach zu einer kleinen Rauferei hin und wieder wird.

    LG
    Die Stine

    Hallo liebes Forum

    Ich habe mich vor einigen Tagen hier angemeldet und auch vorgestellt, habe viel hier gelesen und bin trotzdem noch unsicher ob ich etwas schreiben soll. Habe bislang nur eine Foren Erfahrung gemacht in einem für Alleinerziehende und die war eher gruselig.... aber nach den vielen Beiträgen die ich hier gelesen habe und dem netten Ton hier versuche ich es mal...(unnötige Einleitung eigetlich) :oops:
    Also, ich bin ja wie in der Vorstellung geschrieben seit fast 4 Jahren trocken - musste ich gerade tatsächlich kurz nachrechnen, und da wäre ich auch schon bei meinen Gedanken. Ich habe zwei Entgiftungen und eine Langzeittherapie gemacht und bin vorher mit Alkohol durch die Hölle gegangen. Natürlich war die Thematik somit lange Zeit sehr aktuell für mich. Inzwischen ist es so, dass das Thema kaum noch präsent ist, ich ein Kleinkind habe und glückliche Mama bin, ein stabiles soziales nicht trinkendes Umfeld das von meiner Sucht weiß, eine schöne Wohnung, keine größeren finanziellen Probleme, der schlimmste Streit mit dem Kindsvater hat sich auch gelegt, beruflich bin ich gerade dabei, mir eine Perspektive zu schaffen (habe durch die exzessive Trinketei die Uni abbrechen müssen),... eigentlich ist alles gut. Ist es wirklich. Eigentlich. :roll:

    Ich merke, dass ich in den letzten Wochen verstärkt nach der Thematik suche, so bin ich ja auch in dieses Forum gestolpert. Als Auslöser könnte ich mir vorstellen, dass ich vor einigen Wochen im Urlaub mit meinem Sohn essen war und es zur Rechnung für ihn den obligatorischen Lolli und für mich ein Glas Schnaps gab. Habe es ganz selbstverständlich zurück gehen lassen aber im Laufe des Abends habe ich bemerkt, wie meine Gedanken immer wieder dahin zurückgekehrt sind "es hätte ja niemand mitbekommen". Es geht dabei nicht mal um einen realen Rückfall, den darf es kann es wird es nicht geben, aber die Gedanken sind seitdem wieder da. Muss aber sagen, dass Suchtdruck nach der zweiten Entgiftung nie ein großes Thema war. Mein "Glück" war, dass ich in den letzten nassen Monaten so massiv getrunken hatte, dass ich nur noch mit zu gehaltener Nase trinken konnte und bis heute der Geruch von Alkohol oder der Gedanke an den Geschmack zu Übelkeit führt.

    Zurück zur aktuellen Situation...es kommt dazu, dass ich im Winter in eine erneute Depression gerutscht bin (für mich einer der größten Trinkgründe damals) und zu spät mit Medikamenten gegengesteuert habe. Mein Sohn wurde vor ein paar Tagen operiert, was einigen Stess bedeutet hat, die letzten zwei Jahre waren ohnehin emotional sehr hart, trotzdem muss ich natürlich funktionieren, ich kann seit Wochen sehr schlecht einschlafen (auch ein Risikofaktor bei mir),... Will gar nicht so viel jammern, es geht mir eher darum, dass gerade viele Dinge zusammenkommen die ich zum Teil recht lange verschleppt habe.

    Ich weiß nun eben nicht, ob es gut ist, sich jetzt verstärkt mit dem Thema Alkohol/Sucht auseinander zu setzen. Die Abstinenz ist für mich etwas normales und natürliches geworden, mir ging es lange sehr gut damit. Ist das nun übertriebene Nabelschau wenn ich so vieles interpretiere? Oder gesunde Achtsamkeit? Löst meine Beschäftigung mit dem Thema die Gedanken aus? Oder beschäftige ich mich mit dem Thema weil ich die Gedanken habe? Was war erst da, Huhn oder Ei? Ich war eigentlich immer der Meinung, dass Wachsamkeit wichtig ist, aber mir hat bislang die normale Wachsamkeit im Alltag (Zutatenlisten lesen, im Restaurant nachfragen, ...) ausgereicht. Ändert sich das gerade weil ich zu lange nur funktioniert habe und stark sein musste? Mir fällt nämlich gerade beim Schreiben auf, dass die Gedanken an den Alkohol mehr geworden sind, seit meine äußerliche Situation besser geworden ist.

    Versteht irgendwer, was ich meine? Bin wohl keine Heldin der kurzen Worte :lol:
    Über Antworten, Gedanken, Fragen etc würde ich mich sehr freuen!

    Mit lieben Grüßen,
    Die Stine (gerade ein bißchen aufgeregt)