Beiträge von Andi089

    Hallo Heike,

    es scheint als würden bei Dir größere Veränderungen fast unumgänglich sein, um Dein komplettes Leben "glücklich ohne Alkohol" zu gestalten. Diese werden sich sicherlich nicht ausschließlich auf das weglassen des Alkohol´s reduzieren lassen.

    Ich bin grad ziemlich beschäftigt und würde Dir gern zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas ausführlicher antworten. Eine kurze Frage hab ich an Dich noch. Hast Du schonmal darüber nach gedacht, in den geschlossenen Bereich des Forums zu wechseln? Da ist ein noch etwas intensiverer und persönlicherer Austausch möglich. Ich will damit jetzt keinesfalls sagen, dass es hier im offenen schlechter ist. Lies doch mal oben in der Leiste, wenn Du magst die Sparte "Erweiterter Forenzugang"

    LG & Dir ein schönes erstes Adventswochenende!
    Andi

    Hallo Heike,

    du schriebst

    Zitat

    und heute abend werde ich bei einem befreundeten ehepaar das thema, keinen alkohol in meiner gegenwart zu trinken, angehen.

    Wie ist es denn gelaufen? Warst Du mit dem Verlauf des Abends zufrieden? Wurde Deinem Wunsch, nach Alkoholverzicht in Deiner Gegenwart entsprochen?

    Wie gehts Dir heute? Ein "Trigger" bzgl. des Alkohol´s kann auch noch Tage später auftreten und Dich beeinträchtigen. Sei achtsam!

    LG
    Andi

    Hallo Heike,
    du schriebst:

    Zitat

    ich möchte alles tun, was es dir leichter macht, nicht zu trinken, aber verlange bitte nicht von mir, auch nichts mehr zu trinken.


    Dein Mann weiß das Du Alkoholikerin bist? Hast Du eine Ahnung warum er dann nicht auf Alkohol verzichten möchte? Bitte ihn doch zukünftig, wenigstens in Deiner Gegenwart keinen Alkohol mehr zu trinken. Ebenso solltest Du sämtlichen Alkohol aus Deiner Nähe entfernen. Ein Alkoholfreies Umfeld ist ungeheuer wichtig. Gerade wenn man ganz am Anfang steht.
    Ich persönlich finde, Du solltest das Ganze sehr ernst angehen. Schlußendlich geht es um Dein Leben Heike.
    Wenn Du bereit bist Deinen Weg zu gehen, werden sowieso einige, auch unangenehme Veränderungen auf Dich zu kommen.

    du schriebst:

    Zitat

    also verdränge ich diesen gedanken erst mal


    Verdrängt hast Du doch lange genug. Gedanken & Sorgen versucht wegzutrinken! Es wird Zeit die Baustellen in Deinem Leben nüchtern Schritt für Schritt anzugehen. Verdrängung und versuchen mit etwas "zurecht" zu kommen wovor Du offensichtlich Angst hast sind keine guten Wegbegleiter Heike.
    du schriebst:

    Zitat

    das ist gefährlich, aber das muss und wird erst mal klappen!


    Wird es das? Woher weißt Du das? Du erkennst die Gefahr. Das ist schonmal gut. Aber Du gehst bewußt einen gefährlichen Weg, obwohl Du ihn nicht gehen musst? Du wählst Deinen kommenden Weg ganz allein.Nicht irgendjemand aus Deinem Umfeld.

    LG
    Andi

    Hallo Heike,

    du schriebst:

    Zitat

    da magst du mir bitte, wenns geht, kurz helfen?


    in Deinen "Notfallkoffer" packst Du einfach all das hinein, was Du denkst, dass es Dich bei eventuell aufkommenden Saufdruck von einem erneuten Trinken abhält. Es sollte für Dich nichts wichtigeres geben, wie die nächsten 24 Stunden keinen Alkohol zu trinken.
    Hattest Du schon einmal Suchtdruck? Dieser kann sehr sehr unangenehm sein. Die Art und Häufigkeit ist aber bei jedem unterschiedlich. Der eine leidet oft und heftig darunter der andere selten , leicht oder auch gar nicht. Aber für den Fall, kannst Du Dich mit einem "Notfallkoffer" ggf. schützen. Tu einfach alles rein, was Dir nützlich sein könnte auf Deinem Weg in die Alkoholfreiheit. Negatives, dass Du mit der Sucht verbindest aber auch die positven Dinge die Dir ohne Alkohol begegnet sind und natürlich Nothilfen wie z.Bsp. die Tel.Nummer Deines Arztes oder Suchtberatungstelle. Natürlich dieses Forum hier, kann Dich im Notfall schützen. Es ist ja eine SHG die 24 Std. täglich geöffnet ist ;)
    und so vieles mehr... Glaub mir, Dir fällt schon genug ein!

    Achja noch etwas ganz wichtiges liebe Heike! Denk immer daran, hier im Forum will Dir niemand etwas böses. Wir gehen hier alle nur einen Weg, mit dem Ziel der Trockenheit.

    Liebe Grüsse
    Andi
    (ich bin meist im geschlossenen Bereich unterwegs, deswegen triffst Du mich hier "draussen" eher seltener an, aber ist immer wieder lohnenswert mal hier reinzuschauen, schön das Du den Weg mit uns gehen möchtest)

    Hallo Ratlos,

    ich habe jetzt eine Weile überlegt, ob ich hier mal antworten sollte.... Ich tu es einfach mal. Ich bin trockener Alkoholiker mit Haus, Arbeit, Kinder´n Frau und den ganzen tollen Sachen. Mir fehlte es eigentlich an nichts. (mal abgesehen davon ,dass meine Eltern sehr früh verstorben sind..aber das spielt hier keine Rolle)

    Ich hatte trotzdem immer einen Grund zum saufen. Sei es selbst der, dass ja alles in meinem Leben so wundervoll lief! Das ich direkt hinter mir alles eingerissen und zerstört habe, bemerkte ich zwar, es war mir aber absolut nicht bewußt! Es lief ja alles!!!

    Mein Gott, dass die geliebte Frau ständig heimlich weint , dass meine Kinder mit ihren großen traurigen Augen fragend vor mir standen und sagten:"Papa bist Du schon wieder krank??" war doch nur Nebensache!
    Die kriegen sich schon wieder ein. Sind ja noch da.Kann doch alles gar nicht so schlimm für sie sein! Komm noch ein Bierchen drauf, dann geht´s mir besser...

    Natürlich liebte ich sie zu Trinkerzeiten genauso wie heute auch. Aber der Trinker/Alkoholiker nimmt das nicht wahr! Er kapiert erst das etwas nicht stimmt, dass etwas grundlegendes verändert werden muss, wenn drastische Maßnahmen erfolgen! Ich habe erst begonnen umzudenken, als mich meine Frau samt Kinder´n für mehrere Wochen Mutterseelenallein in meinem Haus zurück gelassen hatte. Genau wie bei Dir auch hab ich es dann erst mit Wut versucht, dann kamen die lieben Sprüche und dann die Hilferufe mit all den Schwüren niemals mehr etwas zu trinken. Meine Frau kam damals zu mir zurück und nach 2 Wochen war alles genauso. Es wurde sogar noch schlimmer bis zum Herbst diesen Jahres. Da merkte ich, dass wenn ich sie diesmal noch einmal verliere dann kommt sie niemals wieder zurück!

    Was ich Dir damit sagen will. Du kannst einem Alkoholkranken Menschen nicht helfen. Weil er sich nicht helfen lässt. Du hast nur eine Chance Deinen Mann zurück zu bekommen. Diese Chance nennt sich Konsequenz und zwar in allen Belangen! Kein Zurück, keine Telefonate, keine SmS, keine Mail´s bis er sich über einen längeren Zeitraum wirklich geändert hat. Und das auch mit allen Konsequenzen vom Arzt über Therapie bis zur Selbsthilfegruppe! Erst wenn Du der festen Überzeugung bist, dass er das wirklich umsetzt, kannst Du ihm mitteilen, dass es eventuell noch eine Chance gibt. Alles andere wird wohl nichts nützen und Du hilfst ihm im schlimmsten Falle noch dabei sich umzubringen. Denn, dass ist das unbehandelte zwangsläufige Ende unserer Alkoholkrankheit! Bei dem einen früher, bei den anderen später!

    Ich hoffe, ich habe Dich mit meinem kurzen Besuch nicht verschreckt!

    Liebe Grüße
    Andi

    Hallo Atze,

    sicher aber der Entzug ist in erster Linie medizinischer Natur. Darum der Gang zum Hausarzt gaaanz wichtig! Meiner hat mir damals gesagt, sollte ich egal was oder wieviel irgendwann wieder trinken, muss ich SOFORT zu ihm kommen oder ihn anrufen! Egal zu welcher Zeit!
    .Das "Kopfkino" was Du beschreibst, kann genauso mit dem Entzug zusammen hängen. War bei mir auch so!

    Ich bin deshalb noch zusätzlich bei der Suchtberatung. Da wird gezielt auf die psychischen Aspekte mit einem Therapeuten eingegangen. Einfach mal anrufen und informieren....


    LG
    Andi

    Hey Atze,

    ich wünsch Dir alles Gute für morgen und wenn Du den Eindruck hast, dass der/die Arzt/Ärztin nicht die Richtige ist dann geh zu einem anderen.Die meisten helfen Dir richtig gut und können Dich auch an andere Stellen weiter verweisen, wo Dir dann noch präziser geholfen wird.

    Denk bitte dran: "Mit Dir selbst ausmachen" oder raus zu schleichen zu versuchen aus der Sucht funktioniert eben nicht!
    Lass Dir helfen, dafür sind sie da!
    LG
    Andi

    Hallo Atze,
    Du schriebst:

    Zitat

    Das muss ich am besten mit mir selbst ausmachen,oder in einer Therapie.DerHausarzt hatt dafür keine Zeit

    Wie meinst Du das: Der Hausarzt hat keine Zeit?? Hat er den falschen Beruf gewählt? Hat er keine Lust auf Patienten?

    Mit Dir selbst ausmachen? Was, mit Dir selbst ausmachen? Du hattest einen Rückfall Atze. Würdest Du, wenn Du vom Rad gestürzt wärst und Dir ein Bein gebrochen hättest, auch sagen: Ich muß das mit mir selbst ausmachen?
    Das Du beim neurologen einen Termin hast, ist ja gut aber bis nächste Woche können ja noch viele briefe oder Handwerker kommen die Dich ärgern...
    Mein Tipp: Ruf mal bei der Suchtberatung (Caritas etc.) an und lass Dich an einen guten Allgemeinmediziner vermitteln, der unsere Alkoholkrankheit ernst nimmt.

    Liebe Grüsse
    Andi

    Huhuu Allerseits,

    ich wollte mich auch mal wieder ganz kurz im offenen Bereich melden.(schreibe eigentlich fast nur noch in der "Geschlossenen")
    Da hier "draussen" ja auch damals ein paar liebe Menschen meine ersten Schritte in Freihheit mit mir gegangen sind, dachte ich , geb ich mal wieder eine Art Lebnszeichen ab. :D

    Heute auf den Tag genau, sind nun die ersten 2 trockenen Monate vorbei. Ich fühle mich echt super.Die Gedanken an den Alk. verschwinden langsam aber sicher immer weiter weg! Ich habe so unglaublich viel hier bei euch im Forum in der Zeit lernen dürfen und muss sagen, dass wirkliche Leben ohne diesen Dreck fühlt sich von Tag zu Tag besser an.
    Ich kann es nur jedem, der mit dem Gedanken spielt, ein trockenes Leben führen zu wollen wärmstens empfehlen! :)

    Allen, die mich noch kennen, einen lieben Gruß da gelassen!
    So nun verschwinde ich wieder in die Geschlossene! :D:mrgreen:

    Liebe Grüße
    Andi

    Hey Paniktante,

    dein Freund hängt unheimlich tief drin in dem "Schlammassel".
    Ich kann Dir nur sagen, dass dieser Zustand von allein nicht besser wird sondern weiter ins Gegenteil rutscht. Das sage ich Dir aus eigener schmerzlicher Erfahrung.(über sehr viele lange Jahre bei mir)

    Wenn Du Ihn "retten" willst, wirst Du um notwendige, auch harte Konsequenzen nicht drum herum kommen!
    Solange er uneinsichtig bleibt wird es nur eine Verschlechterung "eures" Zustandes geben, leider!

    Für welchen Weg du Dich auch immer entscheidest, geh ihn Konsequent und ohne Kompromisse. Das ist die einzige Chance.

    Ich wünsch dir viel Kraft dafür!

    Andi

    Tja,

    genau so war es auch bei mir. Immer Ausreden.Ja die anderen sind ja nicht besser und so weiter. Alles Alkoholiker Denken.Sorry ist aber so!

    Wenn ihm der Stoff nicht so "unentbehrlich wichtig" wäre, würde er mit jemanden den er liebt nicht darüber zanken!

    Aber wie gesagt, er muss das selbst sehen.

    Ich musste erst ganz unten sein um das endlich zu erkennen. Eine Maßnahme dazu war übrigens, dass mich meine Frau verlassen hatte und ich plötzlich allein war. Das hat mir pers. sehr zu denken gegeben. Ob so etwas oder ähnliches für Dich auch in Frage kommt musst Du selbst abschätzen.Da kann Dir niemand bei helfen.

    LG Andi

    Hi Paniktante,

    Zitat

    Ihn bekomm ich nicht zum Arzt

    Das hat man von mir auch gesagt! Es ist der 2. wichtigste Schritt, nachdem man sich selbst eingesteht ein Alkohol-Problem oder besser ausgedrückt "Alkohol-Krank" zu sein.


    Zitat

    Auch wegen diesem ständig müde sein, wie kann ich damit umgehen? Hat das auch mit dem Alkohol zu tun?

    Deshalb, sollte er unbedingt einen Arzt aufsuchen!

    So etwas können wir hier nicht beurteilen. Soviel vielleicht. Natürlich hinterlässt der Alkohol-Missbrauch seine körperlichen Spuren.Bei dem einen früher bei dem anderen später und sicher braucht der Körper bei übermäßigen Alkohol Konsum längere Regenerationspausen.
    Ständige Müdigkeit kann aber auch ganz andere gesundheitliche Gründe haben.

    LG
    Andi