Beiträge von Quantensprung

    Hallo Marco,

    ich habe gerade deinen letzten Post gelesen und es gefällt mir sehr was du schreibst. Das möchte ich dir nur mal kurz rückmelden. Und zu dem unglücklichen Begriff des Aushaltens, den mog I a ned! ;) Vielleicht passt so etwas wie ausgelebt besser. Denn du warst ja nicht passiv und wenn, dann bewusst weil du es so wolltest und nicht weil dir nichts anderes mehr übrig blieb, als es "auszuhalten", oder?

    Dir auch noch einen schönen Abend,

    Quantensprung

    Hallo, Guten Morgen!

    Ich koche und backe recht viel, darunter auch so 1x im Jahr eine Schwarzwälder Kirsch, dann aber immer zu besonderen Anlässen. Ich persönlich habe sie vor Jahren für einen Kollegen einmal mit Kirschwasser gemacht, ansonsten wegen der Kinder sowieso immer ohne. Ich mochte Alkohol im Essen (außer Weinsoßen und das auch nur sehr eingeschränkt) sowieso noch nie. Das zugehörige Dogma von wegen "da gehört aber das und das rein..." ist mir Piepegal. Daher triggert es mich auch nicht unbedingt, würde es aber weglassen, wenn ich Angst davor hätte. Falls jemand auf Rezeptsuche, egal wofür ist, bin ich gerne behilflich. :)

    Schöne Grüße
    Quantensprung

    Hallo schnuffig, hallo Alle!

    Schnuffig, bei lange ausgetretenen Pfaden muss man den Schritt ganz bewusst über den Rand setzen, sonst besteht die Gefahr zu stolpern. Das tust du in meinen Augen, du setzt deine Schritte bewusst, darum bemerkst du den "zerstreuten" Gang zum Nachttaxi, oder?

    Nur am Rande eine kleine Bemerkung für die die es interessiert. Ich mache mir auch viele Gedanken über meine Persönlichkeit, die Veränderungen durch mein nüchternes Leben, das Sein wie ich es (werden) möchte.
    Jedenfalls werden in der Neurologie die Steuerung von Persönlichkeitseigenschaften, von langfristigen Planungen, bewussten Entscheidungen, Urteilsvermögen und Selbstdisziplin dem Frontal Cortex zugeschrieben. Das sind alles kognitive Vorgänge, die bei Süchtigen geschwächt oder von der Abhängigkeit dominiert werden. Bei Tierversuchen wurde eine starke Veränderung in eben diesem Stirnlappen bei Gabe von Drogen festgestellt. Das bedeutet, dass es eben doch eine Erklärung für Persönlichkeitsveränderungen in der Abstinenz geben kann. Ich denke zumindest sind wir allemal näher am freien Willen, was mit Alk völlig undenkbar ist.

    Und ich bin der festen Überzeugung, dass jeder der/die sein kann, der/die er leben möchte (natürlich immer mit Realitätsüberprüfung, manchmal sehr hilfreich ;) ). Die Dimensionen unserer Persönlichkeit sehe ich wie ein Mischpult. Unter Stoff kannte ich immer nur den Regler ganz nach oben. ALLE Regler ganz nach oben. Mittlerweile bekomme ich Abstufungen hin. Kann kombinieren, mehr Höhen rein, Bässe raus, andere Melodien spielen. Ging früher nicht, das fiel mir zu schnuffigs Exzessiv-Intensiv noch ein.

    Viele Grüße
    Quantensprung :)

    Hallo Slowly,

    schön, da bekomme ich Wanderlust beim lesen! :) Zuerst einmal meine Frage. Wie hoch wollt Ihr denn hinaus? Meine letzte Tour war die Steinbocktour im Allgäu. Die ist allerdings hochalpin und dort wanderst du immer Tagestouren bis zur nächsten Hütte. Ich frage gerne mal eine Freundin von mir, sie ist auch viel in Frankreich unterwegs, wie es dort mit dem Wild Campen aussieht. Weißt du, wie es dort mit Getier ist, Schlangen z.B.? An Regenkleidung würde ich definitiv nicht sparen. Wenn du eine lange Tour von 7-8Std vor dir hast und bist schon am Anfang nass wien Sack, dann ist das relativ oberätzend...

    Schöne Grüße
    Quantensprung

    Liebe schnuffig,

    weißt du was ich das Tolle daran finde? Dass du ganz alleine für dich entscheiden kannst was und wer du insgesamt und auch für den Moment sein möchtest. Jetzt bist du Künstlerin, das klingt so wunderprächtig frei! :D

    Sonnige Grüße
    Quantensprung

    P.S.: Nys "Authentität" gefällt mir wesentlich besser als das vermaledeite Wort mit Z. Das sollte sich der Duden zu Herzen nehmen. :)

    Hallo Nitram und herzlich Willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Vielleicht wird es ja auch so mit meiner Alkoholsucht, aber das ist leider nur wunschdenken

    Bei mir ist die Überwindung der ersten Sucht jetzt 14 Jahre her, also das Rauchen. Mit dem Trinken war es von der Entscheidungsfindung (hört sich vielleicht ein bisschen seltsam an ;-)) bis zu dem Entschluss nüchtern leben zu wollen (okay, es war die einzige Option, war es damals für mich aber auch) schon ähnlich. Das ist jetzt knapp 10 Monate her. Ich möchte dir damit sagen, dass du es doch schon einmal geschafft hast, eine Sucht loszulassen, was dir sicher unheimlich hilft. Denn dein Körper und dein Geist haben eine große, positive Selbstwirksamkeitserwartung. D.h., die Chance dass Dein Wunschdenken Wirklichkeit wird hat doch eine großartige Basis! Meine Meinung! :)

    Grüße,
    Q.

    Lieber marcomarco, liebe schnuffig,

    danke für Eure Antworten und Anregungen und entschuldigt bitte mein spätes Melden. Ich bin ziemlich am rotieren momentan, daher war ich, oh je, ich sehe gerade, beinahe 2 Wochen nicht hier.
    Ich überlege viel, was genau an meinem Empfinden momentan meiner Sucht geschuldet ist und was davon ein ganz normales und gesundes Draufschauen ist, nur eben so ganz anders als die letzten Jahre, weil es nüchtern passiert. Und wenn ich es eben ganz nüchtern betrachte, dann ist mir die Situation hier einfach auf Dauer zu viel. Ich habe mich die ganzen letzten Jahre um alles gekümmert und auch als es mit dem Trinken immer mehr wurde, war mein Ex kaum unterstützend da. Nur wenn er etwas forderte. Ich habe alles immer IRGENDWIE möglich gemacht, war dadurch immer drüber. Das kann und will ich nicht mehr. Wäre ich in einer eigenen Wohnung sähe die Sache anders aus. Hier allerdings kommt es immer wieder zu Grenzüberschreitungen, was ich nicht lösen kann, aber ein Ding der Unmöglichkeit für mich auf Dauer ist. Aber Fakt ist auch, dass ich mir momentan keine 4 Zimmer Wohnung alleine leisten kann. Die Große würde zwar eh nicht mitziehen, trotzdem bräuchte ich für die kleinen 2 getrennte Zimmer, das steht demnächst an. Mein Sohn kommt in die Pubertät. Ich versuche den Gedanken zu zulassen, dass er zu seinem Vater zieht und die kleine Maus bei mir bleibt. Ich komme mir dabei vor wie eine Rabenmutter, gleichzeitig entlastet mich der Gedanke unheimlich. Ich wünschte die Zeit könnte hier etwas regeln, aber es müssen ja irgendwann einmal ENtscheidungen getroffen werden. Ach, ich muss jetzt ertsmal ins Bett, bin viel zu spät.

    Euch Allen eine gute Nacht,
    Q. :)

    Liebe schnuffig,

    ja, das ist richtig, mit den Kindern darüber reden wäre sicher hilfreich. Sie würden, nein sie machen schon soviel, was mir gut tut. Und das ist das Schlimme. Sie sind so lieb und ich werde ihnen häufig nicht gerecht, m.E.. Ich werde so schnell ungeduldig und empfinde vieles was früher normaler Alltag war nur noch als Last. Und ich weiß nicht wo das plötzlich herkommt.... :(

    LG

    Hallo Matthias,

    Wiederholungen sind grundsätzlich mit das Beste was man tun kann, um sein Ziel zu erreichen. :)

    Und meiner Meinung nach, kommt die Mär vom kontrollierten Trinken aus der völligen Fehleinschätzung seiner selbst. Als könnten einige sich vorzeitig aus der lebenslangen Haft wegen guter Führung entlassen. Das paradoxe an der Metapher ist ja, dass sich jeder von uns genau mit diesem fehlerhaften Freiheitsgedanken, falls der Verzicht auf Alk irgendwann als Einschränkung empfunden wird, also falls jemand glaubt, die Krankheit sei nach einigen Jahren ausgesessen und auskuriert, feststellen wird, dass er nicht den Segeltörn im Indischen Ozean gebucht hat, sondern auf direktem Wege, ohne über Los zu gehen, nachTexas in die Todeszelle befördert wird.

    Es gibt für mich genau einen Grund, warum ich wieder trinken würde. Wenn ich als Versuchsleiter und Versuchsperson in Personalunion die These widerlegen wollte, das die Alkoholkrankheit nicht heilbar ist. Aber dafür stehe ich der Wissenschaft nicht zur Verfügung. ;)

    Schöne Grüße und immer ein Licht in der Grube,
    Q.

    Liebe Alle,

    ich habe oft das Gefühl hundertprozentig konzentriert sein zu müssen, damit mir keine Fehler unterlaufen. In Bezug auf die Kinder, meinen Freund, meine Sachen. Und das strengt mich zeitweise sehr an. Und ich merke immer mehr, dass mir das alles zuviel ist. Und ich bemerke teils eine unbekannte Härte an mir im Umgang mit meiner großen Tochter. Sie hat sowenig Motivation derzeit, womit ich gar nicht umgehen kann. Mein Sohn möchte evtl. (vorerst) zu seinem Vater ziehen und so traurig ich den Gedanken finde, glaube ich, dass es das Beste wäre, zumindest für mich. Und ich finde das schrecklich egoistisch. Aber ich brauche Zeit nur für mich, die habe ich nicht. Haben andere Mütter aber ja auch nicht. Das ich schwach bin dbzgl. gibt mir sehr zu denken. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich bin sehr traurig über meine Gedanken, aber am liebsten würde ich momentan alleine mit der kleinen Maus leben, um mal richtig durchatmen zu können. Aber darf ich solche Gedanken eigentlich zulassen?
    Viele Grüße,
    Q.

    Hallo Aksieg,
    als erstes Willkommen hier. Auf Deine Frage bzgl. des Umfelds muss ich Lindi widersprechen. Natürlich ist das Umfeld einer der wichtigsten Gründe, wenn es um die Suchtentwicklung geht. Und ob die Menschen hier in D sensibler dem Thema gegenüber stehen kann ich nicht beurteilen. Ob Deine Freundin oder auch andere aus deinem Freundeskreis Probleme mit Alk haben ist zunächst völlig irrelevant. Es geht um Dich und dein Verhältnis dazu. Die Dinge wie heimlich trinken und immer mehr trinken sind doch klare Zeichen. Das auf das Meckern deiner Freundin zurückzufüren halte ich für typisch trotziges Alki-Verhalten. Erinnert mich an meine kläglichen Versuche, als ich noch dachte, ich könne meinen Konsum wieder irgendwann regulieren. Horch mal tief in Dich rein. Ich glaube da steht Dir noch viel Trauerarbeit und loslassen bevor. Aber dazu muss es erst mal klick im Kopf machen, sonst lenkst du mit Alibifragen um Nationaldifferenzen nur weiterhin von deinemProblem ab. Ich hoffe es kommt bei Dir an, so wie ich es meine. Du machst Dir Gedanken, das ist ein Anfang finde ich. Das du noch nichts sortiert hast, lese ich bei dir raus.

    Viele klare Gedanken wünsche ich Dir,
    Quantensprung

    Liebe Lena,
    vielen Dank für Deine Worte. Das ist ein Knackpunkt den Du ansprichst. Würde er sich entscheiden müssen würde sicher der Alk siegen. Das ist so schlimm für mich, dass ich es nicht wahrhaben möchte. Paradoxerweise bringen mich seine Aktionen eher noch mehr weg vom Alkohol, doch tut es mir trotzdem in keiner Weise gut. Vielleicht habe ich Angst, dass ich bei einer Trennung den Halt, den ich ja eigentlich nicht habe, komplett verliere.
    Liebe Grüße,
    Q.

    Lieber Frank,

    weißt du, als ich noch getrunken habe, hat er mich auch nicht verlassen. Ich hab so ein unglaubliches Verantwortungsgefühl ihm gegenüber. Öfter lese ich bei dir und sehe einige Parallelen. Vielleicht gibt er mir in meiner Trockenheit auch Sicherheit. So paradox das klingen mag.

    LG, Q.

    Hallo Forum.
    Ich habe eine dringende wichtige Frage an Euch. Heute ist kein guter Tag für mich. Mein Freund hat mich mal wieder stehen lassen, um mit seinen Kumpels zu saufen, was er eigentlich fast jedes WE tut. Mittlerweile macht sich in mir so eine unglaubliche Wut breit, vor allem auf mich, dass ich mich ständig so demütigen lasse. Ich habe keine Ahnung was ich machen soll. Mir hilft auch gerade kein Laufen o.ä.. Am liebsten würde ich irgendetwas zerdeppern. Ganz schlimm ist, dass ich mir vorstelle wie es wäre, ihn einfach mal anzuschreien und mit allem konfrontieren was er tut, bzw nicht tut und ihm richtig eine reinzuhauen. Ich bin entsetzt über diese Gedanken, will und würde das nie tun. Aber wo ich vorher getrunken oder geritzt habe ist jetzt nichts was ich tun kann. Lernen, was ich dringend müsste ist nicht. Und gleichzeitig frage ich mich, ob ich überreagiere. Aber ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende....Um sieben soll ich ihn in der Kneipe abholen. Aber dann ist er schon wieder voll oder es wird wieder Morgen und ich kann ihn von der Bank davor auflesen. Und das passiert fast jede Woche. Das ist alles so erbärmlich und wenn er nicht auch solche wunderbaren Seiten hätte, dann... Entschuldigt, das musste jetzt einfach mal raus.
    Liebe Grüße,
    Q.

    Hallo Lantern,

    zu dem konkreten Ablauf kann ich Dir nichts sagen, da ich aus verschiedenen Gründen bisher in keiner SHG war. Hier gibt es z.B. den Freundeskreis, die AAs, das blaue Kreuz und die NA's. Nähere Infos findest du auch im Internet, wobei ich hier am ehesten zu dem NA's gehen würde. Dort kannst du einfach jederzeit hingehen, hier ist das Treffen 3x die Woche und wie oft du gehst bleibt dir überlassen. Gehe doch einfach hin und schau es dir an. Du brauchst ganz sicher keine Angst vor komischen Blicken etc. zu haben, denn jeder der dort ist hat einen Grund dafür. Sicher kostet es dich erst einmal Überwindung, das ging mir in der Kliniksgruppe auch so, zumal ich dort auch noch auf einen flüchtigen Bekannten getroffen bin, einer meiner größten Alpträume vorher. Mittlerweile sind wir befreundet und es waren alle Ängste unbegründet. Es kann dich nur bereichern. Und wenn dir die eine Gruppe nicht zusagt probierst du eine andere, in der du evtl besser zurechtkommst. So würde ich das machen. Aber hier gibt es sicher viele, die sich tatsächlich wesentlcih besser auskennen. Alles Gute für dich und trau dich! :D
    Denk immer dran, der Weg ist da wo die Angst ist! ;)

    Schöne Grüße
    Q.