Beiträge von Quantensprung

    Liebe Sunshine,

    danke für Deine offenen Worte. Das da etwas nicht rund läuft in meiner Beziehung das weiß ich und es ist auch großes Thema zwischen uns.

    Zitat

    Wie wichtig ist Dir Dein trockenes Leben ?


    Nüchtern und klar durchs Leben zu gehen steht bei mir ganz oben, da gibt es auch keinen Kompromiss.

    Zitat

    Wie willst Du das nach einem so kurzen abstinenten Leben beurteilen können ?

    Das war nach dem Entzug, da empfand ich das so. Oder anders gesagt, es fällt mir sehr schwer meine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, weil ich eher darauf bedacht bin, dass es meinem Partner gut geht.

    Zitat

    Und Du gehst dann mit in die Kneipe? Geschockt


    Nein, was will ich da? *schüttel* Ich sorge da schon für mich und merke genau was mir gut tut und was nicht.
    Wir gehen jetzt ein paar Tage wandern, ich werde dann mit ihm sprechen, wie wir weiter damit umgehen wollen.

    Dauerhaft gibt es nur den Weg, dass er seinen Konsum drastisch einschränkt, so er es noch kann. Wenn er das nicht kann, muss er den Weg in die Trockenheit suchen, das steht fest.

    Weißt Du, Sunshine, dieser Mann bedeutet mir mehr als alles andere, wenn es nicht so wäre, hätte ich ihn schon längst sein Päckchen schnüren lassen. Aber er war auch immer für mich da und hat mich in den dreckigsten Zeiten, als ich ganz unten war, nie hängen lassen. Er hat sich in diesen Momenten distanziert, aber mich dennoch aufgefangen, das werde ich ihm nie vergessen. Und weil ich weiß, dass er an sich arbeitet, werde ich ihn auf keinen Fall im Stich lassen und kann und will mich trotzdem nicht gefährden. Wie das im Einzelnen aussehen soll weiß ich auch noch nicht genau.
    :oops:

    Ich befürchte, dass ihm die Sicht auf meine Krankheit fehlt, weil er selbst zu sehr verstrickt ist. Aus bösem Willen tut er das nicht.

    Viele Grüße
    Quantensprung :)

    Hallo Maria,

    danke für den Gegenbesuch. :)
    Den Koffer bei Überfüllung zu leeren, das gefällt mir.

    Zitat

    Allerdings kann ich da hinzufügen, dass ich mich im ersten Jahr ziemlich zurück gezogen habe, weil ich mit dem Trockenwerden bzw. Ernüchtern genug zu tun hatte.


    So geht es mir momentan auch. Ich brauche sehr wenig Menschen um mich. Das beschränkt sich auf meinen Freund, meine Kinder, meine Gruppe.

    Liebe Grüße
    Quantensprung

    Hallo Maria,

    Unabhängigkeit, was für ein bedeutsames und wunderbares Wort. Vor Allem, wenn es gefüllt ist mit Leben! :D

    Die Freiheit Entscheidungen zu treffen, mögen sie auch unangenehm sein, aber alleine (wieder) die Wahl zu haben ist für mich durch nichts zu ersetzen!

    Viele Grüße,
    Quantensprung

    Hallo in die Runde! :)

    Ich hoffe Ihr hattet ein schönes Wochenende, oder habt es immer noch. Momentan beschäftigt mich sehr das Thema des "trockenen" Umfeldes. Es ist so, dass mein Freund Alkohol trinkt, leider manchmal auch viel zu viel. Das ist aber ein anderes Thema. Er hat mich in der Zeit nach meinem Entzug gefragt, ob es mir etwas ausmacht, wenn wir in seinem Garten rumwerkeln und er sein Bier weiterhin trinkt. Ich habe ihm gesagt, dass es mich nicht stört. Er betrinkt sich dann nicht, aber es gehört für ihn dazu. Zu Hause trinkt er in meinem Beisein nichts mehr, aber wenn wir Essen gehen eigentlich zu 99%. Auch dann betrinkt er sich nicht und ich gönne es ihm ja auch und es ist nicht so, dass ich Lust bekomme, auch zu trinken. Vielmehr stört mich der Umstand, dass Alkohol irgendwie immer Thema ist. Bei unsere Freizeitgestaltung muss sein Gang in die Kneipe quasi immer mit eingeplant werden und das nervt mich immer mehr. Ich möchte das nicht, will aber auch nicht so tun als sei nichts. Ich weiß, dass er gerne weniger trinken möchte, das teilweise auch tut, es aber auch immer mal wieder zum Kontrollverlust kommt, er sich dann nicht an Verabredungen hält etc.. In diesen Momenten versuche ich mich komplett zu distanzieren, weil das definitiv nicht mehr meine Welt ist. Wie geht Ihr mit Partnern oder Freunden um, die trinken? Bittet Ihr sie generell in Eurer Gegenwart auf Alk zu verzichten. Steht mir/uns das Recht das einzufordern zu, oder geht das zu weit? Wie versteht Ihr das mit Alkfreiem Umfeld? Selbst wenn ich nach einer Wandertour einkehre, eigentlich fast überall werde ich doch damit konfrontiert, oder?! :roll:

    Ich meinte das eher nach dem Entzug. War Dir gleich klar, was für Situationen gefährlich sein könnten, oder hast Du das nach und nach für Dich rausgefunden? Ich bin z.Zt. von Alkohol so komplett entnervt, dass ich ihn -wenn ich erstmal Königin von Deutschland bin- komplett verbieten werde.
    Aber ganz im ernst. Ich habe mittlerweile einen richtigen Hass darauf, wenn ich z.B. sehe, was er in der Beziehung zwischen mir und meinem Freund anrichtet. Überall wird man mit dem Scheiß konfrontiert. :evil:

    Hallo Martin,

    wenn ich nicht abgeschlossen hätte, würde mich glaube ich nichts und niemand davon abhalten können. :shock:

    So war es bei mir mit dem Rauchen auch (hinkt der Vergleich)? Hätte ich mich innerlich nicht verabschieden können, hätte ich das niemals geschafft. Bei mir Suchtbolzen gibt es kein bisschen, nur ganz oder gar nicht. Wie war das bei Dir? Ahntest Du schon immer, was Dir gefährlich werden könnte, oder musstest Du das nach und nach rausfinden?

    Hallo Ralf,

    das freut mich, das Du den Koffer noch nie öffnen musstest. Das erhoffe ich mir auch.

    Darüber mache ich mir generell sehr viele Gedanken. Viele in meiner Gruppe die einen Rückfall hatten, sind der Meinung jetzt zu wissen, was sie tun würden, aber hatten darauf vor dem Rückfall keinen Zugang. Kann es dann nicht eigentlich nur zu einem R. kommen, wenn ich denke, ich hätte das Trinken doch unter Kontrolle? Denn ich entscheide mich doch das Bier zu bestellen oder den Wein zu kaufen und bin keine Marionette, oder? Ich meine das so, dass ich den Alkohol als ich noch trank natürlich brauchte, alleine um die Entzugssymptome zu mildern. Und wie kann ich dann JETZT auf die Idee kommen, der Alk könne mir helfen, wenn ich doch weiß, dass er mich umbringt?

    Ich habe einfach Angst, dass ich einen Gedankenfehler habe und irgendeine Eventualität nicht einberechne, die mich dann überrascht.

    Schöne Grüße

    Liebe Sunshine,

    danke für Deine Worte. Dass es Dir ähnlich erging ermutigt mich sehr. Von der Kochgruppe und der Idee des Kochweins habe ich mich vor dem Entzug verabschiedet. Da gibt es auch kein rumgedeutel mehr. Wir sind ja nicht bei "wünsch dir was" ;)

    Bei Deiner Frage ob es mein Partner ist, sind mir gerade die Tränen gekommen. Ja, das ist der Mann den ich liebe. Er trinkt schon immer viel Alkohol, zu Anfang unserer Beziehung tranken wir viel gemeinsam. Er sagte immer, wenn ich so weitertrinken würde, müsste er sich früher oder später von mir distanzieren. Nun ist es so, dass er häufig die Kontrolle verliert. Die letzte Nacht war wieder Horror. Er wollte auf 2 Weizen in seine Kneipe (er will sich ja nicht mehr betrinken). Nachts um halb vier h rief er sturzvoll an und kam vorbei. Nach 5 min überlegte er sich mal wieder alle töten zu müssen und ging. Nach etlichen Anrufen danach, in denen er wieder unerträglich gemein wird und alles beendet habe ich heute noch nichts von ihm gehört. Sein Handy ist aus, völlig ungewöhnlich um diese Zeit. Vielleicht ist er an seinem Erbrochenen erstickt. Nach seinen obligatorischen 15 Weizen ist er völlig unberechenbar. Nun habe ich den Morgenspaziergang mal wieder alleine gemacht. Über die Frikadellen und den Kuchen freuen sich wenigstens die Kinder (nicht seine). Und ich sitze hier, mache mir Sorgen ohne Ende und bin mal wieder unendlich traurig....ich weiß, total bescheuert. :oops::cry:

    Liebe Grüße :)

    Achso. Bei mir war es so, dass ich ein paarmal wegen anderer Sachen in der Psychiatrie war, "nebenbei" entgiftete, aber die Tatsache, dass ich Alkoholkrank bin, als solche nicht wahrhaben wollte.

    Schöne Grüße

    Zitat

    war ich einfach noch nicht soweit und hatte nie wirklich vor nüchtern bleiben zu wollen.

    Karsten, das kenne ich. So ging es mir auch, als ich noch dachte höchstens ab und zu ein bisschen missbräuchlich mit Alkohol umzugehen, aber soweit alles unter Kontrolle zu haben. Zum Scheitern verurteilt.

    Karsten:
    "Als es dann zum trinken kam, hätte mir auch kein Notfallkoffer mehr genützt, denn ich wollte da schon lange trinken."

    Ist es der Druck, der suggeriert, dass Du trinken willst? Oder der Gedanke, du könntest es kontrollieren?

    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich möchte nicht warten bis der Druck kommt und ich dann irgendwas "herbeiziehen" kann, was mir hilft. Mein Plan ist eher, die richtige Tür immer angelehnt zu lassen, damit das SWAT-Team dahinter rechtzeitig eingreifen kann.

    So und jetzt muss ich noch rausfinden, wie ich Zitate hier einfüge. ;)

    Guten Morgen,

    ich hoffe, bei Euch strahlt die Sonne ebenso wie hier. Erstmal vielen lieben Dank für die Rückmeldungen. Das Thema Notfallkoffer kommt in meiner Gruppe auch immer wieder auf. Ich persönlich möchte den Koffer für mich gedanklich packen, denn meinen Kopf habe ich zum Glück immer dabei, wenn auch nicht immer eingschaltet. :wink:
    Oder tragt Ihr konkret ein kleines Bündel mit Euch? Ich sage mir, wenn ich keinen Zugang mehr zu meinem Verstand habe, ist sowieso alles aus. Und hoffe in einem Notfall, der hoffentlich nicht eintritt, die richtige Tür in meinem Kopf öffnen zu können.

    Zum Thema Verzicht. Damit habe ich mich lange bevor ich aufhörte zu trinken auseinandergesetzt. Ich bin leidenschaftliche Köchin, wozu ja auch gerne ein guter Schluck gehört. Nun ist es so, dass es bei mir eben nicht das nur das Gläschen Kochwein für die Köchin war, sondern das Essen hatte Glück, wenn es auch noch einen Schluck abbekam. Gleichzeitig bin ich in einer Grupep, die sich regelmäßig zu Kochevents trifft, wo es natürlich auch immer reichlich guten Vino gibt. Mich davon innerlich zu verabschieden war ein langer Prozess in mir, ohne diese Trauerarbeit im Vorfeld, hätte ich allerdings niemals diesen Schritt gehen können. Nachdem ich immer öfter im Dämmerzustand im Bett liegend auf meinen Tod wartete (wie erbärmlich, gell?!) wurde mir plötzlich glockenklar (man glaubt es kaum, bei meinem Konsum) dass ich die Wahl habe. Zwischen Leben und Tod, ncihts dazwischen, keine Grauzone, einfach Hopp oder Topp. Abgekürzt erklärte ich mir daraufhin, dass ich, sollte ich meinen 40sten Geburtstag überleben, ich den Weg danach ohne Alkohol gehen werde. Am Tag nach meinem Geburtstag meldete ich mich in der Akutklinik an, wurde eine Woche später aufgenommen. In dieser Zeit habe ich nochmals intensiv Trauerarbeit geleistet. Am Morgen der Aufnahme habe ich meine Wohnung komplett gewienert, für meine wichtigsten Menschen kleine Zettel und Geschenke hinterlassen (zu diesem Zeitpunkt war mir immer noch nicht klar, ob ich lebend aus dieser Chose rauskomme). Währenddessen habe ich die Reste meines Wein- und Proseccovorrates vertilgt. Bis auf die letzte Flasche, die habe ich meiner Mutter in die Hand gedrückt, weil ich innerlich bereit und es Zeit war aufzubrechen.

    Ich habe also überhaupt nicht das Gefühl zu verzichten, im Gegenteil, ich gewinne täglich dazu.

    Und leider habe ich in den vergangenen Monaten sehr viel schlimmes mit meinem Freund (der leider zuviel trinkt.....und wig grüßt das Murmeltier) erlebt, dass ich früher auf jedenfall ständig getrunken hätte. Ich überprüfe mich in diesen Momenten und merke, das Alkohol in schlechten Zeiten keinen Stellenwert für mich hat, da ich hochkonzentriert sein muss, hört sich doof an, kann es aber nicht besser ausdrücken.

    Viele sonnige Grüße

    Guten Morgen,

    im Vorstellungsbereich habe ich schon kurz geschildert, wie ich das Leben seit meiner Entscheidung dies ohne Alkohol zu ERLEBEN, genieße. Nach meinem Entzug Anfang Mai habe ich nach langer Überlegung ob ambulant oder stationär eine ambulante Therapie angeschlossen. Mittlerweile gehe ich 2x pro Woche zu meinen Gruppenterminen und habe zusätzlich 1x pro Woche Einzelcoaching mit meinem Therapeuten im Bereich berufliches Coaching und auch in allen anderen Lebenspraktischen Bereichen, die nach und nach wieder neue belebt werden. Auch zu meinen Kindern finde ich wieder Zugang, was mich sehr glücklich macht, habe ich sie doch lange genug davon abgehalten, unbeschwert durch ihre Kindheit gehen zu können. Mich würden Eure Erfahrungen interessieren, in Bezug auf z.B. Suchtdruck. Ich habe überhaupt keinen und eine komplette Aversion gegen Alkohol, aber gleichzeitig Angst, dass ES mich quasi aus dem Hinterhalt überrascht, wenn Ihr wisst was ich meine?
    Ich würde gerne noch mehr schreiben, muss aber los. Der wunderbare Alltag ruft, bsi hoffentlich später.
    Quantensprung :)