Hallo Martina,
ich denke Deine Mutter weiss ziemlich genau was passiert wenn Sie nachgibt. Es wird nicht das erste Mal sein das Sie gegen eine Wand gelaufen ist und in diesen 6 Monaten wird sich zeigen ob Sie überhaupt noch zurückwill.
Diesen Entscheidungsprozess hat Sie vom Zeitraum nach eigenem Ermessen gewählt und da solltest Du auch keinen Einfluss drauf nehmen.
Stell Dir jetzt mal die Frage warum Dein Vater im Moment nicht trinkt. Meinst Du das das ausreicht für den Rest seines Lebens , das er nach diesem Schuss vor den Bug nie wieder trinken WILL???
Nach meiner persönliche Erfahrung nicht. Und ich habe nicht so lange getrunken wie Dein Vater.
Da müssen Lernprozesse in Gang gebracht und konsequent fortgeführt werden, da ist eine komplette Lebensumstellung erforderlich.
Der erste Schritt ist wohl der zum Arzt und schon treten die ersten Schwierigkeiten auf. Er sieht garnicht ein wie krank er ist. Die ärztliche Anweisung wird wie nichts vom Tisch genommen. Das jemand aus der Klinik nicht mehr rauskommt ist ja wohl indiskutabel und entbehrt jeglicher Grundlage. Der Arzt kennt wohl auch seine psychatrische Vorgeschichte und es gilt seine Anweisung was zu tun ist.
Wie jeder Alkoholiker der einfach nur in Ruhe weitersaufen möchte, wehrt sich Dein Vater dagegen sich helfen zu lassen. Alles ganz normal.
Vieleicht lässt es sich dann doch auf einen Aufenthalt in einer Klinik ein, erstmal wohl eine Entgiftung, falls das nicht mehr nötig ist wäre eine Langzeittherapie im Alkoholbereich angezeigt.
Das Problem dabei ist, das er das wohl nur auf Druck von aussen tut. Er möchte aber eigentlich das alles wieder so wird wie es war. Das darf aber nicht mehr passieren.
Alles was helfen könnte seinen Denkprozess in diese Richtung zu bewegen für immer mit dem Trinken aufzuhören ist hilfreich. Das hat Deine Mutter getan. Der Rest liegt in der Hand von Deinem Vater. Am Tag 50 mal bei Deiner Mutter anzurufen und in Selbsmitleid zu baden ist nicht der effektiveste Weg aus der Sucht . Die Zeit lässt sich wohl besser verwenden.
Natürlich ist eine SHG keine schlechte Sache ....wenn man sich auch darauf einlässt. Einfach nur hingehen und seine Stunden absitzen bringt garnichts. Mit Therapien sieht es genauso aus.
Grundsätzlich ist es so das Deine Mutter ihm so helfen kann wie es in Ihrer Kraft steht und wie sie es überhaupt will. Aber wenn Sie Ihr Ultimatum bricht, aus Mitleid oder weil Sie sonst nicht weiss was sie tun soll , dann geht das Spiel von vorne los. Die behandelnden Ärzte und die Klinikregeln tun ein übriges und steuern Hilfe von aussen wie Sie sinnvoll ist. Patentrezepte gibt es nicht, das hast Du ja schon erkannt.
Dein Vater muss von sich aus aktiv werden, am besten ohne Deine Mutter.
Wenn es um das trinken ging waren massenhaft Kräfte vorhanden, zu jeder Tages und Jahreszeit an den unmöglichsten Orten. Jetzt ist plötzlich keine Kraft mehr da um etwas gegen die Krankheit zu tun?
Das muss selbst einem Aussenstehenden spanisch vorkommen.
Viele Grüsse
White