Hallo Reni,
Du hast ja schon eine Menge Sachen erkannt, nicht umsonst hast Du Dich hier angemeldet.
Das was Du über sein Trinkverhalten schreibst ist eine ganz alltägliche Trinkerkarriere, es gibt unzählige Bücher darüber und sehr eindrucksvolle Filme , eben ganz normal. Der Katzenjammer danach, halbherzige Versuche für die anderen und die Tendenz führt nach unten. Es muss erst etwas bestimmtes eintreten um eine wirkliche Änderung zu erreichen. Was das ist, unterscheidet sich bei jedem. Aber es hat was mit Verlust zu tun.
Ich schreibe das deshalb, weil in einer solchen alltäglichen Trinkersituation einer natürlich nicht fehlt. Das ist der Mensch dem das wehtut. Der sich wirklich Gedanken macht und die Welt nicht versteht. Und um den geht es in diesem Thread hier.
Du musst Dir darüber klarwerden, das Du nur eine Nebenrolle spielst. Er trinkt nicht wegen Dir, er würde auch ohne Dich trinken. Er trinkt weil er etwas nicht begriffen hat, was nur jeder Alkoholiker für sich alleine begreifen kann. Er weiss es, aber er hat es nicht begriffen.
Du kannst jetzt noch alles was Du hast an Energie dalassen, Dich ausbrennen bis Du selbst Hilfe benötigst oder Dich wieder Deinem Leben zuwenden und Ihn machen lassen.
Je mehr Kraft Du Ihm gibst, umso mehr wird er trinken.
Bist Du es nicht, wird er sich die Kraft woanders holen.
Auch alles ganz alltäglich und normal. Ab einem gewissen Punkt bist Du austauschbar, der einzige feste Partner der immer wiederkehrt ist der Alkohol.
Lass Dir nicht einreden das Du in irgendeiner Weise Schuld an seinem Trinkverhalten bist, das irgendwas anders wäre wenn Du etwas anderes tun würdest / getan hättest.
Du hast hier im Forum, in Deinem Thread, die Gelegenheit, aufzuschreiben wie es Dir geht, welche Gedanken Dich verfolgen, was Dich beschäftigt.
Dazu möchte ich Dich ermuntern damit aus Deiner Seele keine Mördergrube wird, Du Dich nicht innerlich zerfrisst und leidest.
Es gibt genügend Partnerinnen hier, die dasselbe Procedere hinter sich haben, wissen wie die Geschichte ausgeht und was aus dem Partner wird. Der Austausch hilft Dir zu sortieren, wichtiges von unwichtigem zu trennen, gibt Dir das Gefühl nicht alleine mit diesem Problem zu sein.
Für Ihn hast Du genug getan, er wird auch weiterhin alle Anstrengungen im Sande verlaufen lassen.
Bis irgendetwas passiert das mit Verlust zu tun hat. Und das muss nicht zwangsläufig mit Dir zu tun haben.
Viele Grüsse
White