Hallo Anni,
wir hatten das Thema im Chat, und es gibt wohl auch leider keine erfreulichen Lösungen in diesen Momenten. Im Laufe der Zeit, Entgiftungen, Therapien, Meetings, oder, oder..., wachsen einem die Leute ans Herz, Sie sind einem nicht mehr egal in welcher Beziehung auch immer. Das ist ja auch nur menschlich und gut so, befindet man sich ja auch in einem gemeinsamen Kampf gegen den gleichen Gegner Alkohol. Das verbindet , kann als Hilfe dienen, wenn man jemanden kennt der die Problematik beherrscht und weiss wie es einem geht.
Es ist sehr schwer eine ''nötige'' Grenze zu ziehen, wie das bei Emotionalen Sachen halt so ist.....
Ich musste das auch erst schmerzhaft lernen, und in solchen Momenten wurde mir das Ausmass der Krankheit immer brutal bewusst.
Nach meiner Langzeittherapie musste ich feststellen, das niemand aus unserer Gruppe länger als max 3 Monate trocken geblieben ist. Alles für die Katz, habe ich damals gedacht. Heute weiss ich, das ich einfach noch nicht so weit war. Das hat mich damals alles sehr mitgenommen, ich war damals einfach nicht in der Lage mich von einzelnen Leuten genügend abzugrenzen. Nächtelanges Telefonieren, Besuche, Ratschläge, Bedauern...und...und....
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Später habe ich solchen Leuten gesagt Sie sollen in die Entgiftung gehen, sich wieder melden wenn Sie nüchtern sind. Das kam nicht so gut an....da gibts im vollen Kopf die dollsten Schimpfworte für....also erledigt!!
Heute biete ich mich garnicht erst an.
Online ist das machbar, Hilfestellung zu leisten und Ratschläge zu geben....in meinem Umfeld würde ich höchstens einen Arzt anrufen, weitere Gespräche finden nicht mehr statt. Das war auch immer der Grund warum mich keine zehn Pferde mehr in eine reale Selbsthilfegruppe bekommen. Die Gefahr des gegenseitigen Runterziehens ist mir einfach zu hoch, und stellt für mich ein Risiko dar. Auch in einer SHG kann man niemanden der innerlich schon trinken möchte , davon abhalten es zu tun.
Um das von Karsten aufzugreifen: Ich nenne das einen ''FÜR MICH gesunden Egoismus'', und es muss mir egal sein was die anderen davon halten. Das fällt nicht immer leicht.....aber die anderen haben auch nicht mit den Folgen zu leben wenn ich mich überlaste und wieder abstürze.
Viele Grüsse an alle
White