Beiträge von Honeymaker

    Liebe Forenmitglieder,
    lange habe ich in meinem Pfädchen nichts mehr geschrieben. Am liebsten würde ich es auch jetzt nicht machen. Aber andererseits - wer vertrauen haben will, der muss sich auch vertrauen lassen und dann auch mal seine Geschichten erzählen.

    Meine letzten Mails gingen in die Richtung, dass ich wieder Kontakt mit meinem Mac hatte. Wir hatten lange Gespräche über vieles und manches und es war schön zu sehen, dass sich auch dieser schwierige Mensch entschloss sich zu öffnen. Eine Frage blieb aber imer die seines Alkoholkomsums. er versuchte es mit "kontrolliertem Trinken". Ich habe ihm direkt gesagt, dass ich das für ausgemachten Blödsinn halte und mir war auch klar, dass es nicht funktioniert. Dennoch war ich der Meinung, dass er das als Vorstufe zum kompletten Ausstieg angehen kann. Ich konnte auch Anfangs Ansätze erkennen, dass er das wirklich wollte. Er nahm an einer Motivationsgruppe teil, hatte eine Gesprächstherapie, experementierte mit Softdrinks, die ihm schmeckten. Er versuchte Alternatien zu finden. Zumindest soweit ich das beurteilen kann.

    Dennoch - es gab Abende, an denen er sich so dermaßen wegschoss. Sein neue Getränkt ist nicht mehr der harte Alk, sondern die Weinschorle. Naja, eine Alibi-Weinschorle mit sehr wenig Wasser. Getrunken in großen Wassergläsern. Dennoch war mir unklar, wie man sich damit - auch wenn man die nicht so langsam trinkt - so wegballern kann. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass er immer wieder das Zimmer verließ und manchmal aus unerklärlichen Gründen nach Listerine roch. Sunshine wird sich jetzt vermutlich kaputt lachen und ich vermute, dass du recht hast, mit dem was du denkst. Aber ich weigere mich das zu glauben. Auch jetzt noch. Glaube ich das, verliere ich jeden restlichen Respekt.

    So oder so, es ging wieder bergab. Da nützt es nicht, dass ich selber keinen Alk mehr trinke und vorlebe, wie es auch so geht. Da nützt es nichts, dass ich vesuche Aktionen zu finden, die an jedem Weinstand vorbeigehen. Ich merkte aber selber, wie der Knoten in mir wieder größer wurde. Wie mein Denken immer wieder mehr um seine Befindlichkeiten kreiste. Auch wenn ich teilweise hier unterschiedlicher Meinung zu dem bin, was "Co" ist und was nicht, war mir klar, dass das in jedem Fall wieder Co war. Und da wollte ich nicht mehr hin. Aber wie diesen Knoten wieder lösen? Andererseits, wollte ich immer mit dieser eisernen Faust, die sich immer wieder um den Magen legt weiter machen? Die immer wieder da ist, wenn er sich dann wieder ein Glas einschenkt?

    Der Ausschlag kam dann, als mir auffiel, dass nur noch das in seinem Kühlschrank ohne Alkohol ist, was er irgendwann mal für Besuch gekauft hat. Das Experiment war also beendet. Von der Therapie sprach er ohnehin nicht mehr. Ich habe aber auch nicht danach gefragt. Es ist seine Sache, entweder wollte er mir freiwillig davon erzählen, oder eben nicht. Ich bin keine Kontrollinstanz.

    Der Bruch kam dann wieder vor 14 Tagen. Mittags um halb zwölf eine große Weinschorle und dazu dann meine Frage, was denn aus seinen alkoholfreien Tagen geworden ist. Auf die er stolz war. Die Antwort war ein sofortiger Rausschmiss. Auch gut. Ich habe alle meine Klamotten gepackt und bin gegangen. Wir haben dann noch zweimal telefoniert - für mich war es immer noch ein lösbares Problem. Aber als mir beim zweiten Telefonat eine derartige Eiseskälte entgegenschlug, mit der lockeren Erklärung, dass ein Treffen, dass er an einem vorherigen WE wegen eines wichtigen beruflichen Grundes abgesagt hatte, vermutlich nur abgesagt wurde, weil er sich wieder in Ruhe abschießen wollte - da ist irgend etwas in mir gerissen. Ich will nicht mehr angelogen werden. Nicht mehr wegen des verdammten Zeugs. Er hat mir dann noch mal auf Band gesprochen und eine Pause angekündigt, die "würde uns ja beiden gut tun". Mir war es egal. Ich habe auch darauf nicht geantwortet. Warum die Arbeit machen?

    Gestern kam eine Sms "er hoffe, dass mir der Abstand auch gut tut". Ja, das tut er. Keine eiserne Faust mehr um den Magen, ich war schon lange nicht mehr so bei mir. "Ich soll mich als frei betrachten" Vielen Dank, das mache ich auch so.

    Ich hätte ehrlich gesagt, niemals gedacht, dass es soweit kommt. Dass es mir egal ist, was er macht. Als wir uns im Sommer wieder annäherten - wider meines besseren Wissens, dass er nicht kontrolliert trinken kann - war es, weil ich ihn immer noch so "gern" gehabt habe. Ich hätte nicht anders gekonnt. Aber Gottseidank habe ich mich in allem zurückgenommen. Ob man das eine richtige Beziehung nennen kann, sei natürlich dahingestellt. Sich immer zurückzunehmen, wenn man etwas Schönes gesagt bekommt, sich immer zu denken "Naja, das sagt er jetzt und in zwei Stunden kann es wieder vollkommen anders aussehen.", immer auf der Hut zu sein. Ein richtiges Loslassen, ein richtiges Vertrauen sieht anders aus - aber es hilft mir jetzt weiter und ich kann nur sagen, gottseidank habe ich damit gerechnet.

    Ich mache jetzt meine Sachen, die mir Spaß machen. Ich muss nicht ständig überlegen, git es Alkohol-Versuchungen, die ich für ihn umgehen muss. Wie geht es weiter, wie spreche ich Sachen an die dann doch wieder eine wütende Reaktion hervorrufen. Ich vermisse dieses ständige Gedankenspiel in keinster Weise. Vermisse ich ihn - das kann ich momentan noch nicht mal sagen. Alles was zwischen uns schön war, war auch immer durchsetzt mit Sorge. Natürlich bin ich auch manchmal traurig, ja. Aber traurig um diesen Mann und wie er sein Leben zerstört. Aber ich sehe keine Verantwortung für mich darin.

    Ich werde jetzt erstmal einen langen Urlaub planen, mache mal ein paar Sachen neu und vor allem freue ich mich nach wie vor darüber, dass es mir überhaupt nicht mehr schwer fällt, auf Alkohol zu verzichten. Wenn man alles in allem betrachtet und abwägt, ist das immerhin ein Punkt, den die Beziehung zu ihm - wenn man sie denn so nennen will - gebracht hat.

    Ich muss natürlich auch dazu sagen, dass ich mir sicher bin, dass er wieder ankommt. Wenn er sich wieder entschieden hat, vielleicht mal wieder seinen Kopf aus seinem Hintern zu ziehen. Aber das wird sich dann entscheiden und darüber mache ich mir jetzt keinen Kopf - der auch da ist, wo er hingehört :wink:

    Jetzt habe ich viel länger geschrieben, als ich eigentlich wollte und ich hoffe, dass die ganze Geschichte jetzt beim Einstellen nicht abstürzt.
    Ich wünsche Euch allen einen schönen ruhigen Feiertag.

    Viele Grüße
    Honeymaker

    Liebe Sonnenschein,
    Willkommen im Forum.

    Dann mal direkt zu deiner Eingangsfrage "Bin ich intolerant?". Nein, du bist es nicht. Würdest du sagen: Vor 18.00 Uhr und nach 23.00 Uhr trinkt man keinen Alkohol, weil das so ist und weil es die Nachbarn stören könnte. Ja, dann wärest du es vielleicht. Du sagst aber, dass dich der Geruch abends im Bett stört. Du kannst dich nicht entspannen. Du sagst, dein Freund ist "ohne Alkohol ein wahnsinnig toller Mensch". Also ist er im Gegenzug "mit Alkohol" kein so toller Mensch mehr. Das sind doch schon Gründe, die eine Beziehung massiv belasten. Ist es denn dann intolerant dazu etwas zu sagen? Ich finde nicht. Noch schlimmer ist, obwohl es dich stört, sollst du deinem Freund jetzt Absolutionen erteilen, sollst ihm sagen, wann es denn OK ist zu trinken. Du sollst also sein Problem zu deinem machen. Immerhin - diese Lösung hat er ja dann im Streit auch schon - vermutlich vorsichtshalber - wieder zurückgenommen.

    Liebe Sonnenschein, ich kann nicht beurteilen, ob dein Freund schon alkoholabhängig ist oder nicht. Ich finde aber beunruhigend, dass er deine Bedenken und Ängste offensichtlich weg wischt. Dass ihm die egal sind. Das heißt aber im Gegenzug, dass der Alkohol schon eine sehr wichtige Rolle in seinem Leben spielt. Vielleicht sogar schon wichtiger als die deine.

    Liebe Grüße
    HM

    Liebe Soni,
    auch wenn es ein trauriger Anlass ist, dann erst einmal willkommen im Forum.

    Ich glaube, die meisten, die hier im Co-Bereich schreiben, kennen dieses Gefühl der Verzweiflung und der Ohnmacht. "Es muss, muss, muss doch etwas geben, was ich tun kann, damit er aufhört." Aber de facto gibt es nichts, was du tun kannst. Sucht ist der stärkste Motor, den es gibt. Dieser Motor ist stärker als Hunger, Durst oder von mir aus auch der Sexualtrieb. Er kann sich nur selbst entschließen, diesen Motor auszuschalten. Du kannst ihm vielleicht Hilfestellungen leisten, vielleicht selber zeigen, dass man auch alkoholfrei ein fröhliches und erfülltes Leben führen kann. Alles aber unter dem Vorzeichen "vielleicht".

    Bitte höre aber auf jeden Fall auf, dich mit Selbstvorwürfen zu zerfleischen. Warum solltest du an seinem Zustand schuld sein? Bist du so böse, hässlich und gemein, dass er dich nur im Rausch ertragen kann? :wink: Ich vermute doch mal nein.

    Er trinkt, weil er trinken muss. Weil der Motor in ihm weiter läuft und er Sprit braucht. Er hat es geschafft, ihn eine Zeit herunter zu fahren, aber jetzt will die Maschine wieder mehr Leistung haben und er hat dem - seiner Einschätzung nach - derzeit nichts entgegenzusetzen.

    Ich weiß jetzt nicht, wie Eure häusliche Situation ist, ob ihr zusammenwohnt oder du eine eigene Wohnung hast. Wenn letzteres der Fall ist, dann würde ich versuchen, mich abzugrenzen. Sachen für dich alleine zu machen oder mit Freunden oder mit Familie. Sachen bei denen du dich wohlfühlst. Es ist doch eine einzige Quälerei, mit dem Freund auszugehen und mitzukriegen, wie er sich sukzessive abschießt. Sage ich nichts, weiß ich, dass ich mich verbiege, versuche auch nur jeden Stand, an dem es Alkohol gibt zu vermeiden. Fühle mich so richtig kacke. Sage ich etwas, gibt es Zoff.

    Ich schließe mich auch Zimttee an und glaube auch, dass der einzige Weg eines Alkoholikers darin besteht, ganz aufzuhören. Aber allein die Vorstellung schreckt ja viele ab. Ich kann sogar auch verstehen, dass man sich hier in dieser "Trinkergesellschaft" dann einsam fühlt. Es gehört doch scheinbar dazu, regelmäßig und bei jedem sich bietenden Anlass ein Glas zu trinken. Dennoch - auf längere Sicht, ist es der einzige Weg. Aber vielleicht um erst einmal einen Einstieg zu finden - und ich rede nur von Einstieg - wäre es möglich, dass er alkoholfreie Tage einlegt?

    Liebe Soni, es tut mir allein so leid, wenn ich deine Verzweiflung aus deinem Bericht lese. Aber - so schwer es auch fällt - du kannst ihn nicht heilen. Das muss er selbst wollen. Du kannst dir aber selber helfen. Du hast ja schon einmal hier geschrieben und dir damit einen Austausch geschaffen. Vielleicht würde dir auch ein Gesprächskreis der Angehörigen helfen. Hast du schon einmal recherchiert, ob es so etwas in deiner Gegend gibt?

    Ansonsten zu deiner letzten Frage: Ja, dann lass' ihn mal in Ruhe. Gehe mal auf Distanz und suche Beschäftigungen nur für dich, die Spaß machen. Damit du auch einmal ein bisschen zur Ruhe kommst und das Hamsterrädchen im Kopf aufhört sich zu drehen.

    Alle meine guten Wünsche
    HM

    Zitat

    Warum verallgemeinerst du?


    Weil mir das auch schon generell aufgefallen ist und ich meine Beiträge davon auch nicht ausnehmen will. Vermutlich hat jeder mal einen schlechteren Tag.

    Zitat

    Ich habe hier noch keinen Neuling krass aufgefordert irgendwas zu tun oder zu lassen!


    Aber weswegen fühlst du dich angesprochen?

    Mir ist das ehrlich gesagt auch relativ egal, ob hier jemand zum ersten oder zum x-Mal seine Probleme postet. Wenn ich der Meinung bin, dass es eh' nichts bringt, dazu zu schreiben, dann lasse ich es eben sein. Sicher gibt es viele, die sich nur erst einmal Luft machen wollen, vielleicht auch nur Luft machen wollen, ohne etwas zu ändern. Sicher dann Anstöße zu geben, kann helfen. Aber manchmal finde ich hier zuviel "missionarischen Eifer" - zumindest für meinen Geschmack.

    Mit Gruß
    HM

    Hallo,
    ich habe zwar lange nicht mehr geschrieben, aber dafür regelmäßig mitgelesen. Ich bin auch manchmal der Meinung, dass insbesondere für Neueinsteiger eine zu harte Tonart angeschlagen wird. Ich bin aber auch häufig überrascht, dass auch eher schroff geäußerte Ansichten einige nicht erschrecken, bedanken sie sich doch für Denkanstöße. Aber dennoch gibt es die anderen, die Hilfe suchen, sich erschrecken und sich dann nicht mehr melden. Ich weiß nicht, ob sie alle nur das hören wollen, was ihre Seele streichelt....

    Ich bin der Meinung, dass wir nicht vergessen dürfen, dass hier ja Menschen schreiben, die in echter Not sind. Oft nicht mehr wissen, wohin und woher. Und da bin ich schon der Ansicht, dass manchmal eine verständnisvollere oder auch geduldigere Schreibe eher weiter helfen würde. Was hilft es denn, wenn ein User ein, zwei oder lass' es mal drei Beiträge schreibt und sich dann erschreckt zurückzieht? Sicher, manchmal denke ich auch, die eine oder andere Ansicht ist naiv. Naja, aber vielleicht fängt der Schreiber oder die Schreiberin jetzt gerade damit an, sich mit dem Problem ernsthaft zu beschäftigen. Kann ich ihn dann nicht erst einmal da abholen wo er steht?

    Ich meine auch nicht, dass hier generell ein "Kuschelkurs" mit Schönreden von Problemen gefahren werden muss, aber gibt es zwischen der Keule und dem Kuscheln nicht auch einen Mittelweg? Ich versuche es auch manchmal so zu regeln, dass ich zwischen Lektüre und eigenem Beitrag ein bisschen Zeit lege oder manchmal schreibe ich auch zu einem Thema - das mich aber schon interessiert - gar nichts. Denn ich denke, wenn der andere so erst einmal seinen Weg sieht, dann hilft es auch nichts, wenn ich es jetzt anders sehe. Ob gerade meine Meinung jetzt richtig ist, das weiß ich ja leider auch nicht immer...

    Mit Gruß
    Honeymaker

    Zitat

    Es liegt eben nicht (!!) In der Verantwortung der cos, infos an Ärzte zu geben.


    Das habe ich auch nicht gesagt. Wenn ich aber den Verdacht habe, dass ein Alkoholiker - zu dessen Krankheitsbild Lügen und damit auch Verschweigen gehört - seinem Arzt wichtige Informationen vorenthält und es sich bei diesem Alkoholiker auch noch um einen nahen Verwandten handelt, dann würde ich das dem Arzt sagen. Ich habe nicht gesagt, dann muss ich das dem Arzt sagen. Wenn Hilflos sich jetzt Sorgen über ihren Vater macht und darüber beunruhigt ist, dass seine Vorerkrankung nicht bekannt wird und der Arzt möglicherweise auch Informationen überliest, wird diese Info - die sicherlich keinen großen Aufwand nach sich zieht - zu ihrer Erleichterung beitragen. Nämlich darüber, dass die Ärzte informiert sind. Mehr nicht.

    Hilflos hatte ansonsten in ihrem Strang thematisiert, dass sie sich offensichtlich dabei abstrampelt, ihren Vater bei seinen finanziellen Abenteuern zu unterstützen. In diesem Punkt bin ich deiner Meinung, dass es nicht ihre Aufgabe ist, sich bei der Lösung seiner Probleme aufzureiben.

    Diese Aspekt hier ist ja eine vollkommen andere Geschichte. Ich habe dazu meine Einschätzung geschrieben und mehr nicht. Mir ist daher nicht klar, wo du die "Auforderung zum Cosein" liest. Die habe ich nicht ausgesprochen. Es geht hier um eine OP des Vaters und um wichtige Informationen, die möglicherweise fehlen und sich ebenso möglicherweise negativ auswirken können.

    Bleib' mal locker.

    LG
    HM

    Naja, bei einer OP, die unter Vollnarkose durchgeführt wird, finde ich es nicht so wahnsinnig "lebensfremd" über Komplikationen nachzudenken.

    Ehrlich gesagt, wäre mir auch vollkommen egal, ob eine kurze Info an die Ärzte jetzt "co" ist oder nicht. Wenn anzunehmen ist, dass er die Info über seinen Alkmissbrauch für sich behält - und das halte ich auch nicht für unwahrscheinlich - würde ich das den Ärzten auch mitteilen. Ich denke es ist nicht viel Aufwand auch wenn er natürlich in einem gewissen Punkt wie ein unmündiges Kind behandelt wird. Aber wenn er sich möglicherweise durch sein Verschweigen in eine akute Gefährdung begibt, dann würde ich auch nicht gegenüber seinen Ärzten zu diesem Thema schweigen.

    Liebe Linde, liebe Girasole,
    ja, es ist das Auseinandersetzen mit der Situation und das gelegentliche Glauben, dass man nicht nein sagen kann. Wie die beschriebene Situation mit dem Boss. Ich war fest entschlossen, bei dieser Party, wie es sich auch jetzt sonst eingebürgert hat, keinen Alk zu trinken. So oder so wäre es mir schwer gefallen, das Glas abzulehnen. Es war eine nette Geste "der Boss gibt einen aus". Aaaaaber ich hätte es nicht trinken müssen. Ich hätte es auch unauffällig entsorgen können. Ja. Das wäre gegangen. Aber - hätte, hätte liegt im Bette. Andererseits - es werden andere Situationen dieser Art kommen. Ich werde mir dann einen anderen Ausweg zurechtlegen.

    Mein eigener Konsum war sicherlich über lange Jahre gefährlich - eine Flasche Rosé am Tag (immer abends). Im November habe ich ihn aber ganz eingestellt. Ganz erst einmal bis Silvester. Dann wieder bis Ende Januar, dann wieder bis März (besagte Party) dann wieder ganz. Jetzt auch ganz. Das gute ist, die Vorstellung sich wirklich "wegzuschießen" wird immer fremder. Mir hat es ohnehin eigentlich nie gefallen, angetrunken zu sein. Ich bin nämlich eigentlich viel netter, wenn ich nüchtern bin. :wink: Ich habe auch mal mit Softdrinks gezielt herumexperementiert. Es gibt viele Sachen, die ich lieber mag als Wein. Kurz - es geht jetzt gut. Ich muss auch dazu sagen, dass mir dieses Forum sehr geholfen hat. Wir hatten heute noch ein Gespräch über dieses Thema und über den "normalen" Konsum. Ich habe dann nämlich auch gefragt, warum es denn "normal" sein muss, Alk zu trinken. Dennoch weiß ich nicht, ob bei mir schon eine Form der Abhängigkeit eingetreten ist. Allein jetzt, wo ich schreibe, denke ich, du könntest dir doch ein Glas auf dem Balkon trinken. Aber ich frage mich jetzt auch, WARUM ich das tun sollte? Ich möchte es einfach sein lassen. Mir gefällt es besser so, wie es ist. Dennoch - ich muss auch weiterhin achtsam sein.

    Dann zum Thema "Bewältigung des Ex". Gottseidank hatte ich meinen alten Freundeskreis ohnehin nie verloren. Ich hatte auch kein Geheimnis daraus gemacht, dass er trinkt. Das ließ sich ja ohnehin schlecht verbergen. Ich bin aktiv - ich gehe aus, ich gehe zum Sport, ich lerne noch etwas nebenher, ich arbeite (und bin da auch ziemlich gut drin) - ich weiß nicht, was noch mehr tun. Ich habe ohnehin fast nie Zeit. Ich lerne auch Leute kennen, auch nette Männer. Aber ich kann nicht. Zumindest derzeit noch nicht.

    Ich habe mir sicherlich zu spät Hilfe gesucht. Ich hätte für mich vieles einfacher haben können, wenn ich letztes Jahr in eine HG gegangen wäre. Oder auch hier geschrieben hätte. (hätte, hätte). Aber allein nach den ganzen Sachen, die man hier liest, oder auch schlimmerweise nicht liest, wenn Threads enthusiastisch und voll Hoffnung eröffnet werden und der Verfasser dann plötzlich schweigt und man sich vorstellen kann, was passiert ist, weiß ich auch, wie schwer es ist, mit dieser Sucht zu leben. Als unmittelbar Betroffener und als Freund/Freundin/Mann/Frau/Familie. Ich weiß, dass es für mich sinnlos ist, bei ihm eine Veränderung zu erreichen. Das Wissen ist nicht einmal mehr schmerzlich, zumindest jetzt nicht mehr.

    Ich sage Euch jetzt mal allen eine gute Nacht.
    Alle guten Wünsche - HM

    Hallo liebe Linde,
    ich musste über deine Vermutung schmunzeln. Nein, Imkerin bin ich nicht. Aber es ist ja auch nicht der Imker, der den Honig macht..... :wink:

    Ich muss sagen, ich habe mittlerweile wesentlich mehr Ruhe gefunden und damit geht es mir jetzt auch besser. Ich denke, es ist einfach das Schwierige dabei, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema der Sucht konfrontiert sieht, seinen eigenen Weg zu finden. Zu akzeptieren, dass es nicht an einem selbst liegt, dass das ganze Gehampel, Gestrampel, Abmühen, Kopfzerbrechen nichts nützt. Weil es ja einfach nicht die eigene Geschichte, sondern die eines anderen ist. Ich denke, dass ich mittlerweile gute Fortschritte gemacht habe, diesen Weg zu akzeptieren und auch für mich zu gehen. Aber auch unter meinen Bedingungen. Ich lese hier immer noch viel nach und nehme immer noch vieles als Anstoß. Ich kann aber auch vieles nachvollziehen, aber nicht für mich umsetzen. Das liegt aber auch daran, dass ich einige Anstöße nicht als meinen Weg sehen kann - vielleicht auch nicht will. Aber ich denke, auch das ist ganz gut so. Denn ich bin Honeymaker und nicht der Teilnehmer X oder Y oder Z, der andere Erfahrungen und Entwicklungen gemacht hat. Aber es ist mir nach wie vor wichtig hier oft zu lesen, damit man nicht doch wieder in unrealistische Ideen verfällt und auf dem Boden der Tatsachen bleibt.

    Hier kann man jetzt herauslesen, dass ich wieder Kontakt zu meinem Ex habe. Ich glaube nicht, dass das lange gehen wird und ich denke, dass das deswegen so sein wird, weil ich glaube, dass er wieder in seine Sucht fallen wird. Klar, die Frage liegt nahe, warum sehe ich ihn dann wieder? Ich habe ihn vermisst, immer weiter und besser ist es nicht geworden. Da heißt nicht, dass ich wegen ihm noch Tränen vergossen oder mich vergraben habe. Das auch nicht. Aber immer weiter vermisst. Wir haben uns jetzt einmal gesehen, über vieles gesprochen, einiges wurde klar, vieles ist vollkommen unklar. Aber nicht meine Aufgabe es zu klären.
    Naja, das ist so.

    Was meinen eigenen Konsum angeht, geht es richtig gut. Seit November gab es ein paar Events, wo ich mal ein paar Glas getrunken habe und die in der Regel, weil man sich bei diesen Gelegenheiten kaum entziehen konnte. Ich hoffe jetzt, dass mir das hier keine Prügel wegen dieses Satzes "kaum entziehen konnte" einhandele und den Hinweis "man kann sich immer entziehen". Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das fast unmöglich ist, wenn man ausgeht oder hier generell am Ausgeh-Leben (oder Samstag-Abend-Leben) teilnimmt. Damit meine ich nicht die ganzen Animiersprüche, die ganzen Fragen "Warum trinkst du denn nichts" (Mache ich doch, aber eben keinen Alk!), aber allein z.B. die Bombenparty, die man ahnungslos betritt und der Oberboss drückt einem schon in bester Stimmung ein Bier in die Hand. Ich muss daher schon den Stimmen hier im Forum Recht geben, die sagen, dass man Versuchungen am besten meiden soll. Aber ich wüsste nach wie vor nicht, wie das hier in dieser Stadt gehen soll. Hier wird eigentlich überall getrunken....

    Aber wie gesagt - mein letztes Glas war im März (davor Januar) und das war es dann auch. Ich vermisse nichts, denke auch im großen und Ganzen gar nicht mehr darüber nach. (Vielleicht kann ich doch noch bei Sunshine landen :wink: ) Alkohol zu kaufen ist keine Option, es sei denn es kommt Besuch und auch dann sind immer genügend leckere Alternativen da. Und siehe da - der schmeckt auch denen, die vorher auf Alkohol bestanden haben.

    Liebe Grüße
    Honeymaker

    Liebe mittenimleben,
    ich vermute mal, dass keiner diese Frage so richtig beantworten können wird. Er wäre einfach, wenn du sagen würdest, er trinkt jeden Tag zwei Flaschen Wodka. Aber egal, ob er viel trinkt oder nach persönlicher Einschätzung "eher weniger" - ich finde immer die Frage der Regelmäßigkeit beunruhigend. Wenn er keinen alkoholfreien Tag in der Woche hat und sich am WE auch noch abschießt, dann spricht schon einiges dafür, dass mittlerweile eine Abhängigkeit eingetreten ist. Das ist aber meine Meinung und ich bin kein Fachmann.

    Aber unabhängig davon, ob er jetzt das Ettikettchen "Alkoholiker" trägt oder nicht, muss ich meinen Vorrednern ja in der Frage zu dir Recht geben. Es ist ja offensichtlich, dass dich sein Konsum stört. Genauso offensichtlich scheint er sich ja auch nicht so daran zu stören, dass es dich stört. Und hier liegt m.E. der Hase im Pfeffer. Er schießt sich allein am WE so ab, dass aus der freien Zeit außer Herumgammeln vermutlich nicht viel anderes gemacht werden kann. Ich vermute, das ist aber gemeinsame Zeit, die du gern anders verbringen würdest. Mir würde das schon zu denken geben, wenn mein Partner signalisieren würde, dass er sich das doch - und wenn auch nur jedes zweite WE - anders vorstellt. Was machst du denn an solchen Tagen? Sitzt du daneben und wartest, bis er wieder "verhandlungsfähig" ist? Das sind ja dann auch keine schönen WE für dich.

    Ich glaube, das wäre eher der Punkt, wo ich einmal versuchen würde anzusetzen. "Mich nervt, dass wir am WE immer nur abhängen. Mich nervt, dass du dich auf Partys so abschießt, dass man hinterher kein vernünftiges Wort mehr mit dir reden kann." Wenn ihm das alles egal ist, dann ist die Trinkerei ja offensichtlich schon sehr wichtig in seinem Leben. Dann ist sie ihm vielleicht schon wichtiger als Euer Zusammensein. Eine Debatte, ob er Alkoholiker ist oder nicht, was soll die dagegen bringen?

    Ich musste aber schmunzeln, als ich las, dass Ihr ja aus "verschiedenen Kulturen" stammt. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass in Akademikerkreisen weniger getrunken wird, als bei Handwerkern. Zumindest diese Problematik dürfte am Schluss doch alle "vereinen".

    Erst einmal viele Grüße
    Honeymaker

    Hallo Hilflos,
    falls er nach dem Tod nur Schulden hinterlassen sollte, kannst du das Erbe ausschlagen. Die Geschichte läuft dann über das Nachlassgericht und ist an relativ enge Fristen gebunden, die du auf keinen Fall versäumen darfst, sonst hängst du am Fliegenfänger. Aber du hast auf jeden Fall die Möglichkeit und bleibst daher nicht auf seinen Versäumnissen sitzen. Der Nachteil ist natürlich, dass damit dann alles "weg" ist. Falls er also noch ein Haus hinterlassen sollte, dann müsste man einmal gut gegenrechnen, ob ein Verkauf des Haus eventuelle Schulden abfedern kann und möglicherweise noch etwas übrig bleibt. Für diese Fragen werden sich aber sicherlich Hilfen finden lassen.

    Was seine jetzigen Finanzaktionen angeht, für die du einspringst. Auch wenn es dein Vater ist, es kann doch nicht sein, dass dein Leben deswegen finaziell den Bach herunter geht. Für ihn ist das doch jetzt derzeit eine recht bequeme Sache: Er kann seine Verträge unterschreiben und wenn es hart auf hart kommt, dann springst du ein. Vielleicht wäre es für ihn ganz heilsam, wenn einmal tatsächlich der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und er einmal mit den Konsequenzen leben muss. Es ist doch eine Sache, wenn ein Famlienangehöriger wirklich knapp bei Kasse ist und man ihm finanziell unter die Arme greift. Da bin ich vollkommen bei dir - das ist ein Grund wo man in meinen Augen zusammenhalten sollte. Aber nicht, wenn er - am liebsten auch noch im Suff - irgendwelche Sachen eingeht, die hinterher die anderen tragen sollen und die auch nicht aus der Portokasse bezahlen, sondern sich selber dafür auch noch tatsächlich einschränken müssen. Und auch wenn du ihm Geld zuschießt: Naja, was macht er damit? Kauft er damit wieder seinen Alk? Und du musst verzichten? Hmgrfmpf, das ist doch in Schräglage.

    Zu deiner letzten Frage, wann das sich verpflichtet fühlen aufhört, kann ich nicht viel sagen. Ich schreibe "nur" aus der Co-Sicht. Derzeit habe ich gar keinen Kontakt zu meinem Ex. Ich würde auch lügen, wenn ich sage, dass ich ihn nicht vermisse. Aber es geht nicht, wenn er trinkt. Ich kann sein Leben nicht gerade biegen. Aber das kannst du auch bei deinem Dad nicht. Dennoch ist es etwas vollkommen anderes, Einfluss auf sein Leben nehmen zu wollen (was nicht möglich ist, wenn er trinkt) oder aber für seine Suff-Kapriolen auch noch gerade stehen zu müssen.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft und auch die Ruhe um den Weg finden zu können, der für dich richtig ist.

    Alle guten Wünsche
    HM

    Hallo Renate,
    yep, dasselbe habe ich mich auch schon gefragt.

    Nun ja, ich habe hier nichts mehr geschrieben, da es ja offensichtlich nicht gewünscht ist, wenn die hier schreiben denen "es besser geht". Ich will aber derzeit auch nicht in das geschlossene Forum wechseln. Andererseits ist es ja auch nicht schön, hier zu schreiben und das Gefühl zu haben, man bedient sich an etwas, was gar nicht für einen bestimmt ist. Mir ist zwar nicht klar, wem ich hier irgendwie etwas wegnehme - aber sei's drum.

    Derzeit überlege ich noch, was ich jetzt hier mit meiner Registrierung / -Teilnahme mache. Daher sage ich jetzt erstmal lieber gar nichts mehr.

    Dir dann schöne Tage und einen schönen Feiertag
    HM

    Liebe Speranza,
    ich würde versuchen, mir die Geschichte nicht so zu Herzen zu nehmen.

    Wenn man sich die zahl der gestrigen Aufrufe ansieht, dann die Zahl derer ansieht, die geantwortet haben und dann nochmal die Anzahl derer, die - naja - etwas schroffer reagiert haben, dann dürfte das m.E. kein Wert sein, der eine generelle Meinung des Gesamtforums wiederspiegelt.

    Ich hatte ja auch schon geschrieben, dass ich mir über die Finanzierungsfrage bisher nie Gedanken gemacht habe, was aber auch m.E. daran liegt, dass ein Spendenaufruf insbesondere zur Finanzierung des Forums etwas prominenter platziert sein könnte. Ich lese ehrlich gesagt kein Impressum und überfliege in der Regel nur die Geschäftsbedingungen. Seitdem mit das einmal eine Abo-Falle eingebrockt hat, schaue ich im eigenen Interesse wenigstens bei den Kosten genauer hin, aber das ist es ja dann auch. Falls ich also eines Tages eine lebenslange Verpflichtung zur Galeerensklavin unterschreibe, dann weißt du woher das kommt..... :)

    Da ich auch keine Leistungen "abgreifen" will, habe ich jetzt für mich entschieden, dass ich eine monatliche Unterstützung leiste und zwar ungefähr in der Höhe, die dann auch für das geschlossene Forum entstehen würde. Damit habe ich keine vertragliche Verpflichtung - die hat mich bei dem Modell von gestern am meisten gestört - aber ich nehme auch nichts unentgeltlich wahr.

    Wie gesagt, nimm' dir die Geschichte nicht so zu Herzen. Geldangelegenheiten sind immer so eine Geschichte und hinterlassen schnell ein "doofes Gefühl". Ich denke auch, dass das "Finanzierungsmodell" ein bisschen schnell geschossen war. Es war doch klar, dass es insbesondere User mit kleinem Einkommen trifft. Besonders ungünstig war dann auch der Eindruck, dass die ganze Geschichte laut Skyline schon lang und breit woanders diskutiert wurde und das offene Forum dabei außen vor gelassen wurde. Aber was soll's - wer weiß wo es diskutiert wurde und mit wem.

    Insoweit, ich bin der Meinung, dass das Forum nicht nur durch Geldfragen existiert sondern besonders durch die Leute, die hier viel und aktiv schreiben - so wie du und dass damit auch ein lebendiges Forum entsteht. Was hätte man davon, wenn alle Leute hier nur mal fix rein und raus springen und die langjährigen Schreiber abziehen, weil sie es sich a) nicht leisten können oder b) über den Stil verärgert sind? Dann wäre hier vermutlich nur noch Pillepalle zu lesen und das will ja bestimmt auch keiner.

    Wie gesagt - genieß lieber deinen Rest-Urlaub, pflanz deine Zwiebeln und freue dich auf die Blumen.

    Ganz viele Grüße - alles Liebe
    HM

    Liebe Märzhäsin,
    dann erst einmal willkommen im Forum.

    Wenn ich das richtig gelesen habe, wohnt dein Vater ja jetzt bei dir und deiner Familie. Das heißt - er kann ja froh sein, dass Ihr ihm das möglich gemacht habt. Er scheint aber dann doch der Auffassung zu sein, dass er sich an Regeln in der Familie nicht zu halten braucht, wenn er jetzt schon Grenzen "austestet" wie du sagst.

    Offensichtlich scheint er ja gewöhnt zu sein, dass sich alles um ihn dreht. Er ist derjenige der abends kaputt nach hause kommt und dann ist natürlich vollkommen klar, dass er sich einen ballert. Wenn er dann noch ausfallend oder sogar handgreiflich wird, dann scheint das auch "entschuldigt" worden zu sein - naja, er hatte halt was getrunken und war nicht so bei sich.

    Märzhase, wenn deine Ma diese Geschichte so mitspielt, OK, dann wird man nicht viel daran ändern können. Schließlich hat sie ja nicht hier geschrieben. Aber ich verstehe nicht, warum du dir jetzt auch noch diesen Druck im eigenen Haus gefallen lässt.

    Wenn Ihr Regeln habt, dann muss er sich genauso auch daran halten. Natürlich geht es dann nicht, dass er im vollen Kopf das Baby hält. Wenn er dann deswegen traurig ist, dann ist das sicherlich kein angenehmes Gefühl aber hier muss doch das Interesse deines Kindes im Vordergrund stehen. Und nicht, was er gerne hätte! Du hast ihm ja schließlich die Flasche nicht angesetzt.

    Wenn er bei Euch wohnt und weiterhin trinken will, dann weiß ich auch nicht, wie damit umgehen. Wenn er sein eigenes Zimmer hat, sich da einen trinkt und da auch bleibt - naja, dann betrifft es nur ihn. Anders sieht es aber aus, wenn er in gemeinsamen Räumen herumläuft und da möglicherweise im vollen Kopf auch noch andere beleidigt oder abwertet. Ehrlich gesagt, würde ich mir in MEINEM Haus nicht so die Hölle auf Erde bereiten lassen. Ich würde ihn vor die Alternative stellen, dass er - wenn er trinken will oder blau ist - in seinem Zimmer zu bleiben hat und die Leute in Ruhe lässt oder - wenn er das nicht will und auch ein Entzug für ihn nicht in Frage kommt - dann eben seine Koffer packen muss. Wenn er genug Geld hat, um sich in der Kneipe regelmäßig zu betrinken, dann wird er sich ja wohl auch sonst irgendwo ein Zimmerchen leisten können.
    Vermutlich ist das jetzt auch leichter gesagt als getan - ich weiß ja nicht, wie eng Eure Familienbindungen sind. Aber es geht doch hier um Dein Leben und um Deine Famile und Dein Glück - und da willst du zulassen, dass er das gefährdet? Oder jetzt schon beeinträchtigt?

    Es kann nicht sein, dass du und deine Familie in Eurem Haus unter dem Verhalten deines Vaters - der ja auch nur ein Gast ist - zu leiden habt. Ich würde ihm das einmal vermitteln, wenn er nüchtern ist, aber dann auch Konsequenzen ziehen, wenn es nicht klappt.

    Zum Thema "Geruch": Mir ist das auch schon mehrfach aufgefallen, dass nasse Alkoholiker gelegentlich einen ganz eigenartigen "Odel" ausströmen. Bei denen, die ich kannte, war das die Kombination aus Alkoholdunst, Zigaretten, Klamotten schlecht gelüftet (Klar, man hat ja andere Sachen im Kopf) und noch andere Faktoren. Aber generell die Alk-Ausdünstungen können schon unangenehm sein, wenn man selbst nicht trinkt.

    Aber so oder so, jetzt wo er seine Füße unter deinen Tisch stellt, da wird er doch deine Regeln beachten müssen.

    Alles gute
    HM

    Hallo zusammen,
    naja, ob es wirklich daran liegt, dass Hilla sich nicht mehr meldet, weil es bei ihr "gaaanz anders" ist, das ist nun die Frage. Es ging ja nach ihren Postings hier auch ganz schön zur Sache.

    Mal davon abgesehen, dass ich auch der Meinung bin, dass ein kalter Entzug ohne begleitenden Arzt ein gefährliches Spiel ist, das ganz bestimmt nicht in die Hände von Laien gehört, sollten wir aber auch nicht vergessen, dass hier zum Teil Leute schreiben, die zum ersten Mal mit solchen Fragen konfrontiert werden und vielleicht auch erstmal die Schwere eines Entzuges nicht erkennen. Wegen meines Ex hat mir eine Freundin auch damals immer gesagt, dass er ja wohl erstmal entgiften müssen, wenn er denn aufhören will. Ich habe das damals gar nicht verstanden. Wieso, ihm ging es doch soweit OK? Klar, hat er getrunken, aber deswegen braucht er doch keine Entgiftung (!!!) und dann auch noch im Krankenhaus (????) wenn er denn aufhört. Erst als es dann soweit war, da habe ich dann mal gesehen, was es mit der Geschichte auf sich hatte.

    Ich verstehe aber auch nicht, warum Hilla ihren Mann denn mit der Aktion "auf dem Gewissen haben könnte"? Sagen wir nicht immer, dass die Alkoholiker noch immer für sich selbst verantwortlich sind? Wieso ist es denn alleine Hillas Schulde, wenn er kalt entziehen und eben keinen Arzt dazuziehen WILL? Sie kann ihn ja schlecht zum Arzt prügeln....

    Es ist natürlich richtig, dass man die User vielleicht nicht zwingend bestärken muss, wenn etwas falsch läuft oder mit Gewalt einen Schmusekurs fahren muss. Aber wir sollten vielleicht auch bedenken, dass die Leute hier aus echter, wahrer Not schreiben.

    Viele Grüße
    HM

    Liebe MissM,
    dann erst einmal willkommen im Forum.

    Dann mal direkt zu deinen Fragen: Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dir - wenn du achtsam mit dem Thema "alkohol" umgehst - ein ähnliches Schicksal winkt, wie deinem Vater. Sicher - ich habe einmal in dem Buch "Alk" gelesen, dass Kinder von Alkoholikern eine größere Wahrscheinlichkeit haben, später selber Probleme mit Alkohol zu haben. Ich bezweifle aber ehrlich gesagt, dass das nur durch genetische Faktioren hervorgerufen wird. Vielleicht wird es auch eher durch einen sorgloseren oder wesentlich häufigern Umgang mit Alkohol provoziert, als er in anderen Familien sonst an der TO sein dürfte. Das ist aber meine persönliche Einschätzung. Ob die tatsächlich richtig ist - keine Ahnung.

    Wenn dich diese Frage aber sehr belastet, dann solltest du dazu vielleicht einmal einen Arzt befragen. Ich denke, er kann dir vermutlich eher Auskunft dazu erteilen. Oder aber vielleicht auch hier die trockenen Alkoholiker hier im Forum.

    Wenn dir aber dein Beruf Spaß macht und du ja auch gerne mit der Materie zu tun hast, denke ich, muss dein Weg nicht in die Sucht führen. Auch wenn das bei deinem Dad passiert ist. Du sagst ja selbst, das Trinken selbst macht nur einen geringen Anteil des Jobs aus und der getestete Wein wird ja auch wieder ausgespuckt. Ich denke, wenn dein Vater sich an diese Regeln gehalten hätte und auch sonst in seiner Freizeit auf den Konsum geachtet hätte, dann währe er wahrscheinlich nicht süchtig geworden.

    Lange Rede kurzer Sinn: Wenn du Freude an deinem Job hast und die Umgangsregeln mit Alkohol beherzigst, dann bin ich der Auffassung, müsste das eigentlich ohne Abhängigkeiten funktionieren. Ansonsten hieße das ja im Umkehrschluss, dass die meisten, die sich beruflich mit dem Metier "Wein" auseinandersetzen, mehr oder weniger abhängig oder zumindest stark gefährdet sind. Ich kann mir ehrlich gesagt, nicht vorstellen, dass das so ist. Im erneuten Umekrhschluss stelle ich es mir aber andererseits auch sehr, sehr schwierig vor, trocken bleiben zu können, wenn das Kind - wie bei deinem Vater - in den Brunnen gefallen ist. Aber wenn du aufmerksam und achtsam mit dem Thema umgehst, denke ich, müsste das auch auf lange Sicht funktionieren.

    Ganz viele Grüße
    HM

    Liebe Ennariam,
    ich bin auch der Auffassung, dass die Alkoholkrankheit deiner Schwiegermutter nicht das Problem deines Kindes sein darf. Es ist schon schlimm genug, dass du und dein Freun Euch damit auseinandersetzen müsst.

    Ich würde Besuche und Kontakte tatsächlich so handhaben, wie du es gesagt hast: Eine klare Ansage treffen, dass Nähe zwischen Oma und Kind sicherlich gewünscht sind - aber nur dann wenn Oma tatsächlich nüchtern ist. Wenn du den Eindruck hast, dass sie getrunken hat, würde ich - wie du gesagt hast - dann wirklich auf dem Absatz umdrehen bzw. alternativ sie erst gar nicht herein lassen. Diese Termine werden dann auch nicht nachgeholt oder verschoben - man kann allenfalls sich dann für einen späteren Zeitpunkt neu verabreden. Ich würde das so klar ansagen und vor allem konsequent umsetzen.

    Natürlich ist es ein Jammer, dass sie die Therapie nicht durchgestanden hat, aber das ist nicht die Schuld deines Freundes oder von dir und es ist nicht nachvollziehbar, warum Ihr dann noch mehr von der Suppe auslöffeln musst.

    Liebe Grüße
    HM