Beiträge von Honeymaker

    Hallo Karl,
    wenn man den Partner immer noch liebt, ist es einfach verdammt schwierig sich zu lösen. Du willst ja, dass es dem anderen besser geht und dass Ihr Euch wieder als Familie und Paar finden könnte, du willst ja helfen. Das Problem ist aber - du kannst es nicht und der andere lässt dich auch gar nicht. Vor diesem Hintergrund musst du dir bitte auch kein schelchtes Gewissen einreden lassen, dass du derjenige bist, der sie mit immer den selben Vorhaltungen runterzieht. Am besten bist du auch noch der Grund warum sie den trinken muss - weil sonst kann sie ja das ständige Gelaber nicht ertragen. Ehrlich gesagt, du kannst jetzt das geduldigste Schaf der Welt sein, oder auch der größte Stänkerer - du kannst es nicht ändern. Sie will trinken, egal ob du redest, singst oder schreist. Es ist egal.

    Natürlich bleibt jetzt immer noch die schwierige Frage, wie es weiter geht. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass Ihr an einer Trennung nicht vorbeikommen werden, wenn sie nicht bereit ist, an ihrer Sucht zu arbeiten. Ich kann aber verstehen, dass das Durchziehen dieses Schritts einfach riesig schwierig ist. Da ist die Hoffnung, dass sie dann doch noch die Kurve kriegt, die Liebe die vermutlich immer noch da ist und andererseits die Familie, die ja auch immer noch irgendwie zu funktionieren scheint. Meiner Meinung nach kann man eine Entscheidung auch hier nichteinfach übers Knie brechen. Mit drei kleinen Kindern ist man auch nicht so einfach ausgezogen und ich wüsste nicht, ob ich es so ohne weiteres fertig bringe, jemanden aus der Wohnung zu werden. Andererseits wird der Punkt kommen, an dem man zum Ergebnis kommt, dass es nicht mehr anders geht. Bis dahin wird aber vermutlich noch einiges an Porzellan zerschlagen. Die Frage ist - muss es soweit kommen???

    Aber löse dich bitte von der Vorstellung, dass für sie dann offensichtlich doch noch ein normaler Umgang mit Alkohol möglich ist. Wenn sie versucht es sein zu lassen und beim Griechen dann doch den Ouzo akzeptiert, dann kann das nix werden. Denn diese Phase hat sie offensichtlich schon lange hinter sich gelassen. Mir fiel diese Akzeptanz seinerzeit schwer, weil das heißt ja auch Einschränkungen für einen persönlich, aber wenn sie akzeptieren muss, dass sie erkrankt ist, musst du diese Akzeptanz auch annehmen.

    So oder so, ich wünsche dir immer noch, dass sie auf einmal sieht, dass sie krank ist und dagegen kämpfen muss. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das so bald möglich ist.

    Alle guten Wünsche
    HM

    Hola Frank,
    schön, wieder von dir zu lesen.

    Du sagst, nach den Erfahrungen mit deinem Kumpel wirst du zu keinem mehr zu dem Thema etwas sagen. Naja, nachvollziehen kann ich die Gedanken. Zu dem Thema will ja eigentlich keiner etwas hören. Aber ist es denn wirklich besser, wenn man solche Fragen übergeht oder tot schweigt? Ich stelle mehr und mehr fest, dass in meinem Freundeskreis sehr viel getrunken wird. Klar, das war schon länger so, ich war ja auch kein Kind von Traurigkeit. Aber mittlerweile sind viele von uns so um die rund 50 und die Angewohnheiten scheinen sich mehr und mehr zu vertiefen und eine ziemlich heftige Eigendynamik zu entwickeln. Ich denke, einige sind auch schon "drauf" - ohne es zu wissen. Ich habe aber für mich entschieden, es anzusprechen, wenn es mir auffällt. Ich habe bei meinem Ex so gut wie nichts gesagt, obwohl ich gesehen habe, was vorging. Aber ich wollte es auch nicht sehen und nicht wahrhaben. Das ist etwas, was mir bis heute leid tut. Andererseits - dann wäre es noch eher "durch" gewesen. Er hatte ja auch nie ein "Problem mit Alk", auch wenn das dicke Ende dann ziemlich fix kam.

    Nachdem ich ja auch der Meinung war, dass ich mehr getrunken habe als gut für mich war und den Konsum seit November fast auf Null gedreht habe, fällt mir sowieso mehr und mehr auf, wie sorglos eigentlich in der Gesellschaft mit dem Thema "Alk" umgegangen wird. Irgendwie scheint das ja alles kein Problem zu sein, wenn zuviel getrunken wird. Dazu gehören nicht nur die allgemeinen gesundheitlichen Folgen sondern auch generell das, was der Konsum nach sich zieht. Kein WE ohne schwere Unfälle, Überfälle, Überschreitungen, Kämpfe immer unter mehr oder weniger heftigem Alkoholeinfluss. Sprich - zusätzlich nochmal jede Menge Tote wegen dieses Zeugs. Die tauchen natürlich in keiner Statistik auf. Aber im nüchternen Kopf wäre das vermutlich alles nicht passiert.

    Und wegen Zigaretten diskutieren wir dann ob es jetzt Ekelbilder gibt. Die Frage, ob wir auch entsprechende Bilder auf Wodkaflaschen aufdrucken wollen, ist dann doch irgendwie an mir vorbeigezogen.

    Dann schließe ich mich Matthias an und wünsche viele grüne Häkchen und Häckchen

    Weiterhin alles Gute
    HM

    Hallo Georg,
    ich habe bisher nur mitgelesen.

    Ich würde das machen, wobei du dir selber treu bleibst. Wenn du dir dabei schäbig vorkommst, sie nicht zu besuchen, dann würde ich sie besuchen gehen. Weil es ja dann eigentlich auch wieder ein taktieren ist, was ist richtig - was ist falsch - womit unterstützte, helfe ich am besten? Am Ende des Tages ist immer sowieso immer fraglich, ob das was man gemacht hat, richtig oder falsch war.

    Wenn du also für dich ein schlechtes Gefühl hast, dann würde ich hingehen. Ich würde mir aber andererseits auch kein Bein ausreißen und sie jeden Tag besuchen gehen, wenn ich eigentlich auch andere Sachen zu erledigen hätte. Nur weil es ihr dann vermutlich gefällt.

    Mach' das, was für dich OK ist.

    Ganz viele Grüße
    HM

    Liebe Garten,
    dann erst einmal willkommen hier im Forum.

    Um direkt auf deine Frage einzusteigen: Ich finde - von der Gesamtsituation abgesehen - den SMS-Text generell schon "eigenartig". Was meint er denn? Dass Ihr Euch Mittwoch oder Donnerstag sehen könnt? Dass er dann eine Saufpause macht? Dass dann das Wetter besser/schlechter wird? Oder die Welt untergeht? Gut - ich unterstelle jetzt, einmal, dass er ersteres meint. Aber von jemandem der drei Tage einfach mal "abgetaucht" war (ich gehe davon aus, Ihr wohnt zusammen), würde ich grundsätzlich schon mehr als ein paar "hingeworfene Brocken" erwarten. Also z.B. eine Anrede, einen genauer formulierten Wunsch und nach Möglichkeit eine Schluss-Floskel. Diese hingeworfenen Fetzen würde ich also schon mal generell nicht beantworten.

    Speziel zu deiner Situation: Ich hatte es mir seinerzeit zur Regel gemacht, weder Emails noch Sms zu beantworten, von denen ich ausging, dass er sie im vollen Kopf geschrieben hat.

    Aber die Beantwortung der Sms dürfte zur Zeit das kleinste Problem sein. Hattest du denn den Eindruck, dass er vorher schon zuhause heimlich getrunken hat, oder kam der Ausbruch jetzt ganz plötzlich und unvorhersehbar? Überhaupt - was ist denn ein "leichter Rückfall"? Was ist denn da passiert und hat er seitdem Schritte unternommen, um wieder stabil zu bleiben / zu werden?

    Erst einmal ganz viele Grüße
    HM

    Zitat

    Investieren, damit am Ende das von mir gewünschte Ergebnis herauskommt

    Das würde ja schon eine gewisse Berechnung vorraussetzen.

    Warum hilft man denn generell irgendjemandem? Damit es ihm / ihr besser geht. Damit er / sie wieder auf die Füße kommt.

    Nach deiner Auslegung wäre ja im Prinzip jede Hilfe "Co". Ich finde, das ist zu eng ausgelegt.

    Zitat von Renate: "Mein Leben lang habe ich mir gewünscht, mit einem Partner zusammenzuleben"

    Yep, das geht mir genauso. Deswegen dachte ich auch bei meinem Ex, dass es "das" jetzt wäre - dass ich angekommen bin. Das machte es ja auch so bitter, dass ich diesem Wunsch-Traum, Traum dann doch wieder Abstand nehmen muss. Das alles wieder anders gekommen ist und es - mal wieder - noch nicht mal an mir gelegen hat.

    Renate, wenn du jetzt schlecht Nähe zulassen kannst und bei Annäherungen eher herbe reagierst - vielleicht verlangst du auch einfach momentan nur zu viel von dir? Es ist ja schließlich auch viel passiert, das einfach seine Zeit braucht, um zu heilen. Vielleicht muss man etwas mehr Geduld mit sich aufbringen?

    Ich muss sagen, mir geht es derzeit nicht anders. Derzeit möchte ich mal meine Ruhe haben - Dankeschön. Komischerweise scheint das niemanden abzuschrecken. Ganz im Gegenteil. Aber ich kann momentan nicht - ehrlich gesagt will ich auch nicht. Es ist ja auch nicht so, dass nur ein Liebeskummer zu bewältigen ist - der ja auch schlimm genug sein kann. Wir haben Gefühle, Zeit, Arbeit und jede Menge Energie in einen Menschen investiert, nur um auf den Bauch zu fallen. Um es einmal krass zu formulieren. Das kann einem schon ein bisschen den Glauben nehmen.

    Aber wie gesagt - ich denke, vielleicht muss alles nur erst einmal in Ruhe heilen.

    Liebe Grüße
    HM

    Zitat

    aber fragen haett ja mal einer koennen, find ich zumindest

    Ja - mit dem Fuß aufstampfend - fragen hätte wirklich mal einer können. Ob man annimmt, das ist ja die ganz andere Sache. Aber wenigstens mal fragen....

    Dann zu der interessanten Frage, die Renate anschnitt. Sind wir zu sehr gewöhnt, uns selbst zu helfen, alles selbst zu regeln und damit auch schon quasi prädestiniert (oder so) dafür, in die Rolle von Co's zu rutschen? Naja, nicht undenkbar. Zumindest für meinen Teil gesprochen: Ich kann mit einer Bohrmaschine umgehen, ist mein Fahrrad kaputt und ich habe Zeit, dann repariere ich es selbst (ansonsten kann ich mir leisten, es in die Werkstatt zu geben), ich kann einen Reifen wechseln, erboste Reklamationen schreiben (am besten dann, wenn mir die Zigaretten ausgegangen sind) und den letzten verstopften Abfluss habe ich auch selbst wieder hingekriegt. Das heißt, auf Frau HM's Schultern kann man sich stützen. Die kann ja auch für sich alles selbst regeln, warum dann auch nicht noch für andere?

    Vielleicht ist das ja auch die Frage der Partnersuche an sich. Wer alles für sich selbst regeln kann, also sein eigener "Mann im Haus" ist, der wirft vielleicht so ein bisschen das Bild auf - die braucht ja auch keinen. Vielleicht ist das also eine Frage des Rollen-Bildes. Oder der Vorstellung.

    Vor einiger Zeit hatte ich im Job einen fetten Kratzer in den allerneuesten Wagen der Flotte gefahren. Da das bei einem ziemlich simplen Park-Manöver passiert ist, war ich schon ziemlich zerknirscht. Aber - die Kollegen waren alle wie eine Mama zu mir "HM'chen was haste denn jetzt schon wieder gemacht???" (Schon wieder - als würde ich ständig irgendwelche Böcke schießen!!) Auf meine bedröppelte Auskunft, wie es denn passiert ist, gab es dann herzlichstes Mitleid und Interesse. Das bekomme ich nicht, wenn ich sonst zeige, dass ich besser einparken kann als die Kollegen. Das gab mir auch zu denken.

    Aber was soll ich machen? Ich kann mich immer schlecht mit großen, traurigen Augen hinstellen und sagen "Ich weiß aber nicht, wie das geeeheeet." Vielleicht wäre das aber manchmal das Richtige.

    In diesem Sinne, ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
    Eure
    HM (die sich jetzt mal um die Bremsen an ihrem Fahrrad kümmern geht :wink: )

    Naja, je länger man drüber nachdenkt, umso "unlustiger" wird der Begriff "Ladenhüter" :?
    Andererseits - ich bin die "Königin der Ladenhüterinnen". Riesenfamilie, alle aber auch alle sind verheiratet (sogar der eine stieselige Cousin, der nie die Zähne auseinanderkriegt) und alle haben mindestens ein Kind und ich bin die einzige, die never ever auch nur mal den Ansatz dazu hingekriegt hat. Gibt einem manchmal zu denken. (Meistens aber nicht).

    Ich könnte also diesen Tag tatsächlich mehr als gut gebrauchen. Vermutlich würde man mir huldigen :wink:

    Hallo zusammen,
    ich hatte nicht gewusst, dass es generell gar nicht geht, Texte zu zitieren, sonst hätte ich die kleine Glosse, die dann ja auch editiert worden ist, nicht eingestellt.

    Aber ehe ich hier Unmut verursache: Der Text bezog sich allgemein auf das herzige Gewese zum Valentinstag und darauf, dass sich alle Pärchen dann ungehemmt romantischen Gefühlen hingeben, die Blumenläden leerkaufen und sich verliebte Zettelchen schreiben, wogegen die "Singles" am Küchentisch sitzen und sich ein bisschen verloren vorkommen. Daher wurde dann der "Ladenhütertag" für die Singles gefordert, die immerhin diejenigen sind, die mit ihrem Einsatz den Freundeskreis zusammenhalten oder ein offenes Ohr haben, wenn die "Damen und Herren" aus den Beziehungen mal wieder verkracht sind. Ihren Einsätzen sollte dann auch ein besonderer Tag (der angesprochene "Ladenhütertag") gewidmet werden. Der Text endete dann mit dem Aufruf, dass wir doch auch bitte mal geknuddelt werden wollen. Denn das brauchen auch die Singles manchmal.

    Es war einfach nur eine nette kleine, ein bisschen spitzfindige Glosse und hatte mit Co-abhängigkeit, Alkoholabhängigkeit und diesem ganzen Thema nichts, aber auch gar nichts zu tun. Da ich selber Single bin (und mich also auch dem hehren Kreis der "Ladenhüter" zuordnen kann), fand ich es einfach ganz lustig. Das ist der Text grundsätzlich auch - natürlich ist er es nicht mehr, wenn man ihn jetzt so erklären muss, wie ich es mache.

    Falls ich dennoch jemanden verärgert habe, bitte ich das zu entschuldigen. Dadurch, dass der Text fehlte, ist es vermutlich zu Missverständnissen gekommen. Ein Wertung, Würdigung oder gar Herabsetzung von anderen war damit nie beabsichtigt.

    Noch einmal sorry,
    ganz viele Grüße
    HM

    Hallo zusammen,
    wie sagt man so schön - aus gegebenem Anlass.
    Es ist zwar schon ein bisschen her, aber die Aktualität hat sich nicht geändert. :lol:

    - edit, bitte keine Zitate hier ins Forum einkopieren, danke, Linde -

    Ich wünsche Euch allen - und ganz besondere uns "Ladenhütern" :wink: - einen fröhlichen und schönen Valentinstag!
    Liebe Grüße
    Eure
    HM

    Lieber Frank,
    dann hoffe ich, dass du jetzt auch auf ein lediglich wettertechnisches stürmisches WE zurückblicken kannst.

    Viele Sachen, die du schreibst erinnern mich ja ein wenig an meinen Ex-Freund. Daher jetzt mal die ein wenig ketzerische Frage: Was machst du jetzt anders als vorhin? Ich habe aus deinen alten Threads gelesen, dass ja schon ein paar trockene Versuche gescheitert sind. Also muss ja jetzt auch etwas anders werden. Was hast du denn jetzt neu gemacht? Bist du in einer SHG? Oder wo suchst du dir Hilfe?

    Das alles fragt - mit ehrlichem Interesse
    HM

    ....übrigens wenn ich mir die Uhrzeiten ansehe, zu denen du ja postest, kann man ja den Eindruck gewinnen, Graf Dracula hat sich eingelinkt....

    Ach und noch etwas ist mir aufgefallen:

    Zitat

    Ich hatte das Gefühl, dass wir richtig glücklich waren…so lange, bis ich – ca. 3 Monate später - allein in den Urlaub flog. Der war schon vor unserer Beziehung geplant und bezahlt und ich merkte schon als ich dort ankam und wir am 3. Abend telefonierten, dass er am Telefon wieder genauso sprach, wie früher. Er beklagte sich, dass ich nicht da wäre und er mir angeblich total egal wäre. Ich wäre NIE für ihn da, wenn er mich braucht.

    Lass' mich raten: Seit dem Urlaub zermarterst du dir das Hirn, ob es anders wäre, wenn du nicht allein in Urlaub gefahren wärest. Er hatte das Gefühl, dass du ihn in Stich lässt und deswegen musste er halt trinken. Bei den Worten wäre das zumindest früher mein Gedankengang gewesen. Nur - er hätte so oder so wieder angefangen. Dann hätte er halt einen anderen Grund gehabt. Deine Schuld ist das weiß Gott nicht. Ich glaube, jeden Tag fahren Frauen ohne ihre Männer in Urlaub und umgekehrt und mir wäre neu, dass die Polizei dann ein Auge zudrückt, wenn der Ehepartner angeschickert vom Flughafen wegfährt, weil er es ja nicht anders erträgt....Du brauchst dich auch nicht zu rechtfertigen, dass du mal ohne ihn in Urlaub fährst. Im 21 Jahrhundert dürfen Frauen das auch und nehmen es nicht als Freifahrschein sich einen schicken Urlaubsflirt zu gönnen. Genauso sollten Männer es nicht als Freifahrschein nehmen, wieder zu trinken.

    Liebes Engelchen,
    natürlich hat man als Außenstehende und als diejenige, die nicht emotinal eingebunden ist, immer leichtes Reden. Aber dein Freund manipuliert dich und du gibst in diesem hässlichen Spiel schon nach.

    Zitat

    Natürlich bin ich an allem schuld, obwohl ich die ganze Zeit versuche, ihm alles recht zu machen.

    Er redet dir schon ein, dass die Sachen, die bei Euch schief laufen, deine Schuld sind. Nun, ich denke, vermutlich ist keiner von uns beziehungstechnisch ein Engelchen (außer dir natürlich :wink: sonst würdest du ja anders heißen), aber die Schuld an den Dingen, die schief laufen, dürfte doch in erster Linie in seiner Sucht begründet sein. Im vollen Kopf hängt er bei seiner Ex ab und ich denke, nicht jede hätte ihm dann geglaubt, dass nichts passiert ist und hätte die Beziehung so ohne weiteres fortgesetzt.

    Aber noch wichtiger ist die Geschichte mit der Therapie. Er hat dir versprochen, seine Sucht zu bekämpfen. Halten will er das aber offensichtlich nicht. Hätte er sonst nicht begeistert von der Therapie-Zusage berichten müssen, bringt ihn das doch weiter in Richtung Gesundheit? Nein, ganz im Gegenteil: Als du endlich davon erfährst und ihn darauf ansprichst, stellt er fest, dass er ja jetzt halten muss, was er versprochen hat. Aber das will er doch schon längst nicht mehr. Wie bequem dann zu sagen: "Wenn du mir das aufdiktierst, dann mache ich das aber auf gar keinen Fall! So jetzt aber nicht, Frollein!!" Was für eine schöne, bequeme aber leider auch so simpel zu durchschauende Ausrede.

    Liebes Engelchen, dein Freund hat keinen Bock mehr, mit dem Trinken aufzuhören - oder sagen wir mal so: Er hat mit dem Aufhören schon längst aufgehört.

    Ich glaube nicht, dass du auf absehbare Zeit zuhause von einem nüchternen Mann empfangen wirst, oder von einem, der nicht versucht sein Angetrunkensein zu verstecken (was ja noch nerviger ist - man ist ja schließlich auch nicht doof). Die Frage wird auch sein, wie lange du das für dich aushalten kannst oder willst. Bereits jetzt springst du so wie er es möchte, versuchst ihm alles recht zu machen und stellst bestimmt schon fest, dass du dich mehr und mehr verbiegst. Vermutlich ist die Leichtigkeit auch schön länger aus Eurer Beziehung herausgegangen und das ist einfach traurig.

    Dennoch - auch wenn du weiter bei deinem Freund bleiben oder auch nur verharren möchtest. Ich schließe mich meinen Vorrednern an und rate ganz, ganz deutlich von einer Eheschließung ab. Ich meine, du hast doch auch alle Gründe, sie vorerst auf Eis zu legen. Er ist ja schließlich derjenige, der wortbrüchig geworden ist. Das bist nicht du. Möchtest du deinen Hochzeitstag - von dem es ja hoffentlich nur einen geben soll - mit einer dichten Schnappsdrossel verbringen? Oder mit einem Pulverfass, von dem man nicht weiß, wann es in Richtung Alkohol explodiert? Und dann mit einem Mann, der jeden Abend blau ist, irgendwann seinen Job verlieren muss, aber weiterhin Geld für seinen Stoff braucht? Und das sind nur die wirtschaftlichen Perspektiven.... Nein, zumindest solange wie er nass ist, solltest du dir das sehr, sehr gut überlegen.....

    Mit ganz vielen Grüßen
    HM

    Liebes Lebensgklück,

    wir haben dich aber jetzt hoffentlich nicht verscheucht? Oder erschreckt?
    Das war nicht unsere Absicht. Aber diejenigen, die hier schreiben sind ja mittelbar oder auch unmittelbar von der Sucht betroffen und reagieren daher vielleicht auch deutlicher. Wahrscheinlich ist das auch manchmal nicht so angenehm zu lesen.

    Aber was du aus den Feedbacks ziehst und was nicht, ist ja allein deine Entscheidung. Und vielleicht auch nur eine Entwicklung, aus der du dir Hilfe holen kannst. Aber du kannst dir hier Hilfe holen - oder zumindest ein Gesprächsforum.

    Vielleicht liest du ja hier weiter und meldest dich doch noch mal wieder?

    Mit vielen lieben Grüßen
    Honeymaker

    Lieber Beno,
    bei der ganzen Frage danach, wie du mit der Alkoholsucht deiner Frau und deiner Familiensituation umgehen sollst, solltest du aber auch nicht vergessen, dir selbst treu zu bleiben.

    Hier fallen natürlich viele Ratschläge. Aber wir alle sind in der Sache ja auch "nur" betroffene Laien. Keine Psychologen, die aber auch nicht den absoluten Rat erteilen können, mit einigen Ausnahmen keine Therapeuten und vor allem auch keine Personen, die deine Frau kennen. Bei denejnigen, die hier schreiben ist die Partnerschaft aufgrund des Alkohols gescheitert. Vermutlich schreibt hier niemand und sagt "Bei mir alles super, mein Schatz trinkt keinen Tropfen mehr und bringt jeden Tag Blumen nach hause".

    Wenn du also fragst, ob du dich ohne Therapie trennen solltest und ob keine Hoffnung besteht - können wir auch nur sagen: Wir wissen es wohl nicht. Es gibt Paare, bei denen ist der eine Partner seit Jahren trocken und die Beziehung hat sich wieder gefunden. Eines kenne ich selber im Freundeskreis. Das sind aber auch die Leute, die über ihre "Krise" im nachhinein nicht groß reden. Deswegen ist über diese Beziehungen vermutlich dann auch nicht viel bekannt.

    Dann gibt es diejenigen, bei denen es schief gelaufen ist, der Partner seine Sucht nicht in den Griff bekommen hat und die sich Hilfe suchen. Deswegen bin ich ja auch hier. Wir schreiben hier und deswegen sind diese Erlebnisse wesentlich präsenter. Vielleicht auch wahrscheinlicher. Möglicherweise wahrscheinlicher.

    Aber es gibt auch die anderen.

    Dennoch, ich denke das Maßgebliche ist, dass die Entwicklung von deiner Frau selbst kommen muss. Du kannst noch so sehr die Grätsche machen und dich auf den Kopf stellen. Du kannst sie nicht ändern. Wenn sie ihrer Sucht weiter Raum geben lassen will. Dann ist das so. Hier sehe ich zur Zeit das Hauptproblem. Wenn es aber tatsächlich so sein sollte, dass sie trocken werden will und es ernst meint, dann habt Ihr vielleicht eine Chance als Paar. Aber das ist dann erst einmal der Weg. Aber ob tatsächlich alles alles so komplett hoffnungslos ist - das wissen wir auch nicht.

    Liebe Grüße
    HM

    Hallo zusammen,
    dann empfehle ich mal einen Krimi:
    Michael Robotham "Sag' es tut dir leid". Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so etwas spannendes gelesen habe. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich gelegentlich ein paar Seiten weiterblättern um "vorzuspinxen" (also um mal schnell vorzugucken), weil ich die Spannung nicht mehr aushielt.

    Ansonsten ist eines meiner Lieblingsbücher Richard Russo "Straße der Narren" - verfilmt mit Paul Newman unter "Nobodies fool". Eine sehr schöne, ruhig erzählte Geschichte. Ein klassisches Winterbuch.

    Grüße!!
    HM

    Hola Tine,
    mal ganz davon abgesehen, dass Köln ja am allerschönsten überhaupt ist :P gefällt mir Monschau eigentlich sehr gut. Das Städtchen ist ja einfach hübsch, man kann ein bisschen bummeln, shoppen oder auch nett speisen und sich ansonsten im Nationalpark Eifel herumtreiben. Bis Aachen ist es auch nicht soweit und da kann man ja dann auch in den Thermen ein bisschen die Seele baumeln lassen. (Letzteres vermute ich - ich bin auch noch nicht dazu gekommen).
    Dann wünsche ich dir schöne Zeiten beim Deutschlandreisen
    Liebe Grüße
    HM

    Liebe Jenny,
    nanu, dir hat ja noch gar keiner geantwortet? Schön, dann bin ich halt mal die Erste.

    Ich finde es toll und stark von dir, dass du es geschafft hast, dich auf eigene Füße zu stellen! Ein wichtiger und richtiger Schritt! Sicher kann man das "sich sorgen" nicht einfach abstellen, aber irgendwann wird es auch bei dir im Herzen ankommen, dass es als Kind nicht allein deine Aufgabe sein kann, sich nur um deine Mutter zu kümmern. Die sich in erster Linie für ihre Sucht interessiert.

    In einem anderen Aufsatz zu diesem Thema habe ich auch einmal etwas sehr interessantes gelesen. Ich versuche es mal in eigenen Worten wiederzugeben: Als du mit deiner Ma zusammengelebt hast, da hast du sie auch nicht vom Trinken wegbringen können. Also ist nichts besser geworden und es hat sich nichts verändert. Was also soll groß schlechter werden, jetzt wo du nicht mehr bei ihr wohnst? Es ist vielmehr die Chance, dass sie jetzt vielleicht doch sehen muss, dass sie Verantwortung für sich allein übernehmen muss.

    Ich finde deine Regelung übrigens sehr gut, dass sie nüchtern sein muss, wenn du sie besuchst bzw. umgekehrt. Was hast du davon mit einer Betrunkenen herumzuhantieren, die anschließend vermutlich eh' nichts mehr weiß? Das ist reine Zeitverschwendung und absolut konsequent, wenn du sie dann nicht sehen, hören, sprechen willst.

    So oder so - ich finde, du hast einen großen Schritt gemacht und ich wünsche dir, dass du für dich Ruhe findest.
    Alle lieben Grüße
    HM

    Liebes Lebensglück,
    ich stelle einfach mal ein paar Aussagen nebeneinander:

    Zitat

    Sie ist auch meine Stütze und keine Person die nur an sich denkt


    aber du sagst auch:

    Zitat

    Geburtstage oder allgemeine Familienfeier haben wir irgendwann immer abgesagt, da wir es oft hatten, das die genau zu diesen Tagen fix und fertig war und man ihr förmlich ansah, das sie etwas getrunken hatte.

    Zitat

    sie macht sich soviele Gedanken darum was wäre wenn uns etwas auf der langen Fahrt passiert, das sie dann auch mal zur Flasche greift und bei unserer Ankunft fertig ist.

    Lebensglück, deine Mama ist so selbstlos, dass sie sich an vielen oder fast jedem Geburtstag weggeschossen hat, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Rücksicht auf Euch. Der Alkohol war ihr wichtiger. Sie hat gewusst, dass sie dann irgendwann nur im Bett rumliegt, aber das hat sie billigend in Kauf genommen. Letztendlich war es ihr doch wichtiger zu trinken, als einen schönen Geburtstag zu feiern. Auch heute ist ihr der Alkohol wesentlich wichtiger als dein Besuch. Ihr fahrt eine Riesenstrecke von 500 km und kommt an und sie hat sich schon weggeschossen. Vermutlich kann man dann nicht mehr viel mit ihr anfangen, Ihr seid lange gefahren und dürft dafür rumsitzen wie Falschgeld. Oder vermutlich ihr Chaos wegräumen.

    Lebensglück, das Schlimme ist, dass du ihre Ausreden schon so übernommen hast, dass du sie auch schon nachplapperst. Sie macht sich also so Sorgen, dass Euch auf der Fahrt etwas passieren kann, dass sie sich wegschießt? Dann frage doch mal im Freundeskreis nach, wieviele Eltern das sonst machen. Ich kann dir schon mal sagen, meine Ma wäre da bestimmt nicht bei (Obwohl meine Ma sonst gerne schon ein wenig "originell" ist). Überhaupt - es gibt keine Ausrede, warum man sich mit Alkohol wegschießen muss. Der einzige Grund liegt in einem selbst. Aber dann soll man das eben zugeben: "Ich will trinken, weil es mir gerade so eben passt. Und mir ist egal, ob du gottweißwieweit fährst und dann nichts mit mir anfangen kannst". Denn so sieht es de facto aus. Aber das würde sie ja wohl nicht sagen, denn sie ist ja die nette, liebe Frau. Und deswegen hat sie ja immer Leute, die sich bis zur Selbstaufopferung um sie kümmern. Weil sie ja eigentlich lieb ist....

    Dennoch - es tut mir so furchtbar leid, wenn ich lese, was du schreibst. Du reibst dich auf und strampelst dich ab, um dich um deine Ma zu kümmern. Du glaubst, dass es an dir liegen könnte etwas zu verbessern. Aber so funktioniert das nicht. Du versäumst dein eigenes Leben, damit du dich um deine Mutter kümmern kannst, die sich in erster Linie für ihre Sucht interessiert.

    Ich sage jetzt hier nicht, dass du sie fallen lassen oder den Kontakt abbrechen solltest. Das ist ja offensichtlich das, was du auf keinen Fall willst. Aber andererseits hast du ja auch schon gesehen, dass es so wie es jetzt ist, wohl kaum weitergehen kann. Sonst würdest du hier nicht schreiben. Ich würde dir empfehlen, dich auch in der Suchtberatung beraten zu lassen, oder die Al-Anon-Gruppen aufzusuchen. Die Alternative ist dich komplett für deine Ma aufzureiben und auf Dauer das zu verlieren, was dir sonst noch wichtig ist (Vorausgesetzt, dein Job, dein Freund und deine Freunde sind dir wichtig). Denn besser wird es nicht werden - das geht in Richtung "Fulltime-Job" und wenn dein Freund das bisher noch mitspielt, dann hast du wirklich Glück gehabt. Aber ob er das ewig durchhält - das steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Du wirst langsam etwas an deinem Leben ändern müssen, sonst wird dich diese Situation auf Dauer überfahren. Merke: An Deinem Leben - auf ihres hast du keinen oder wenn überhaupt nur geringen Einfluss...

    Liebe Grüße
    HM

    Hallo Karl,
    natürlich hatte ich meine Anmerkung mit der Beule und der Narkose ein wenig provokant gemeint.

    Aber ich denke, es geht ja auch ein bisschen darum, was diejenigen, die mit nassen Alkoholikern liiert sind, tatsächlich leisten können. Wer zum ersten Mal in dieser Situation steckt, der wird nicht so ohne weiteres seinen Partner verlassen können und die ganze Sache so einfach "abschneiden" können. Auch wenn die Beziehung vermutlich schon länger nicht gut läuft. Aber jeder hat doch auch glückliche Erinnerungen im Kopf und kann oder will nicht akzeptieren, dass sich der andere jetzt nur noch um seine Sucht kümmert. Mal ganz davon abgesehen, dass die Entwicklung vermutlich nicht von heute auf morgen so abgespielt hat. Wahrscheinlich hat sich der andere eher sukzessive bis zu dem Punkt "Es geht nicht mehr" hochgearbeitet und da ist es ja auch schon eine Leistung, überhaupt mal zu sagen, dass jetzt aber langsam mal Feierabend ist.

    Natürlich kann es auch nicht sein, dass hier alle die rosarote Brille tragen und nur nach dem Prinzip Hoffnung verharren denn "Ist ja alles nicht so schlimm und wird schon wieder". Ich habe mich aber auch seinerzeit enorm unter Druck gesetzt gefühlt, als jeder sagte "Mein Gott, was willst du von dem Alki, der kann es doch eh' nicht sein lassen, also mach' Schluss". Ich hätte es für mich damals nicht gekonnt und ich denke, wenn das so einfach wäre, dann brauchte man auch hier kein Forum für Angehörige.

    Es geht doch vielmehr darum, sich daraus zu lösen, dass sich alles und jedes nur um den trinkenden Partner/-.in dreht, dass man erkennt, dass man nicht für das Verhalten des anderen verantwortlich ist und wieder für sich selber das sTeuer in die Hand nimmt und auch wieder lernt, sein Leben zu ordnen. Vermutlich zieht das dann in allerletzter Konsequenz eine Trennung nach sich. Aber das ist dann erstmal auch eine Entwicklung. Und die kann m.E. nicht direkt mit der Empfehlung des "Abschneidens" beschleunigt werden.

    Und andererseits - natürlich haben alle die hier schreiben größtenteils negative Erfahrungen gemacht und suchen hier nachvollziehbarerweise Unterstützung. Deswegen bin ich ja auch hier. Aber es soll ja auch Paare und Beziehungen geben, wo es dem anderen tatsächlich gelungen ist, sich wieder zu fangen. Meistens wird das natürlich dann nicht an die große Glocke gehängt und deswegen werden vermutlich nur alle negativen Fälle besprochen. Aber es soll auch die anderen geben. Und das ist ja die Crux dabei....

    Mit Gruß
    HM