Sorry, Pünktchen,
es fiel mir nur gerade so ein, weil der Begriff fiel. Die Frage hatte natürlich in deinem Block nicht viel verloren und hätte ich mal geguckt, dann hätte ich gesehen, dass sie auch ohnehin schon im "Lebensmittel - mit und ohne Alk" beantwortet wurde.
Nochmal sorry - liebe Grüße
HM
Beiträge von Honeymaker
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Hallo zusammen,
darf ich in diesem Zusammenhang mal eine Frage zum Thema "Fassbrause" aufwerfen? Hier frage ich jetzt mal insbesondere die trockenen Alkoholiker.Mal davon abgesehen, dass es ja auch Fassbrause mit (wenn auch geringem) Alkoholanteil gibt. Angenommen ich kaufe nur wirklich alkoholfreie Fassbrause - ist dann der Konsum für trockene Alkoholiker unproblematisch? Ich bin mir da immer sehr unsicher, ob ich so etwas im Fall der Fälle anbieten kann. Die Flaschen sind ja doch schon der Bierflasche sehr ähnlich und der Geschmack erinnert ja doch ein bisschen an Bier. Ansonsten wäre es ja eine - wie ich finde - prima Alternative zum Alk. Aber ich bin mir da auch wegen der beiden anderen Punkte unsicher....
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Naja, Karl, nun ist ein Mensch nicht einfach eine eiternde Beule, die man sich aus dem Fleisch schneiden lässt. Am liebsten noch unter Vollnarkose und alles ist gut.....
Beno, ich denke das wichtigste ist, sich in der Situation klar zu machen, dass du eigentlich tun kannst, was du willst - es wird sich nicht viel ändern. Es sei denn sie will es. Nun sagst du aber, sie erkennt nicht oder sieht nicht ein, dass sie alkoholabhängig ist und deswegen sieht sie auch gar keinen Grund, irgendetwas zu machen. Oder Hilfe zu suchen. Mal ganz davon abgesehen, dass ihr ja auch ziemlich egal ist, was du gerne möchtest, oder ob dir die Situation gefällt oder nicht. Was sie interessiert gibt es für knapp 5,-- € im Supermarkt, ist hochprozentig und flüssig. Und das ist es dann.
Wenn du aber der Meinung bist, dass du alles unternehmen möchtest, was nur irgendwie geht, dann solltest du das meiner Meinung nach tun. Wenn du das stemmen kannst, ohne dich selbst kaputt zu machen. Ich habe das in meiner Beziehung auch so gesehen und mich kaputt gewrackt, damit er es vielleicht doch ohne Alkohol schafft.
Das Ergebnis ist bekannt. Ich weiß nicht, ob ich es anders machen würde, stünde ich noch einmal vor der selben Frage. Aber ich kann dir sagen, wenn man sich bemüht hat und bemüht hat und es fährt dann doch wieder vor die Wand - dann fühlt man sich schon sehr leer und müde. Dennoch - ich glaube es interessiert sie derzeit nicht, ob du dir Mühe gibst oder nicht. Für dein Kind wäre dagegen jede Hilfestellung jetzt sehr wichtig. Vielleicht sollten hier doch andere Prioritäten gesetzt werden.
Aber wie gesagt - es sind Fragen, die sich im Kopf immer weiter drehen, wie ein Hamsterrad. Und das schlimme ist eigentlich, dass man immer wieder aus irgendeinem Grund glaubt hoffen zu können. Eigentlich kann man dann erst Ruhe finden, wenn die Hoffnung verbrannt ist. Aber bis dahin ist es weit und mühsam.
Ich wünsche dir alles Gute
HM -
Halllo und guten Abend,
irgendwie wartet man immer so ein bisschen, dass irgendetwas passiert, weil man glaubt, sonst gibt es hier nicht so viel zu erzählen. Aber vielleicht muss ich ja auch nicht warten, bis es wieder Probleme gibt, sondern kann auch mal die netten Sachen erzählen.Davon gibt es nämlich derzeit so einige. Ich habe eine Freundin in einer anderen Stadt besucht, wir haben ihren Geburtstag gefeiert und es war ein tolles WE. Danach war wieder viel Arbeit angesagt und dann kam das nächste WE mit dem nächsten Geburtstag. Der auch toll war - verbunden mit einer rauschenden Ballnacht.
Ich glaube, ich war die Einzige, die sich nicht weggeschossen hat. Die Diskussionen warum ich keinen Alk trinke, werden langsam weniger. Dennoch - einige sind noch immer nicht daran gewöhnt und es fallen die üblichen Sprüche aber der Rest sagt schon nix mehr dazu. Und das ist mittlerweile schon angenehm. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es für mich ein Verzicht ist, keinen Alkohol zu trinken - ich kann nur keinen Sinn darin sehen. Trotzdem bin ich noch immer diejenige die spät nach hause geht - aber dafür gut gelaunt und auf dem Fahrrad ohne schlechtes Gewissen.
Überhaupt habe ich derzeit viel Ruhe gefunden und das schreibe ich in großen Teilen diesem Forum zu. Auch wenn ich noch nicht so lange hier unterwegs bin. Es hilft doch, vieles zu beantworten und das Hamsterrädchen, was sich immer weiter im Hirn dreht und nur um die Frage dreht, ob er es denn schafft irgendwann wieder aufzuhören und wie es dann weitergeht und ob es weitergehen kann und alles das.... dieses Hamsterrad steht endlich mal still. Gut so.
Naja, dann schauen wir mal, wie es weitergeht. Ich hoffe, bei Euch allen auch soweit erstmal so gut und vor allem so friedlich.
Liebe Grüße
Eure
HM -
Hallo Ranate,
naja, ich denke nicht, dass man sich schämen muss, wenn man aus eine freiwilligen Forum aussteigt. Wenn einige Reaktionen dir damals zu deutlich oder zu stark waren, dann war es eben so und du warst noch nicht soweit, um dich damit auseinanderzusetzen. Oder du hattest noch an anderen Stellen genug auf dem Teller. Das entscheidende ist doch, dass du es jetzt nochmal versuchst und jetzt einen Nutzen aus den Gesprächen im Forum ziehen kannst.Aber bei einigen Sachen hast du Recht - man zuckt manchmal schon ein bisschen zusammen. Das liegt aber meines Erachtens nicht am Ton der Texte. Ich habe teilweise selten so freundliche und liebevolle Nachrichten gelesen. Es ist nur manchmal irritierend, was die Gedanken in einem anstoßen und darüber hinaus, dass es manchmal Gedanken sind, über die man noch nicht nachgedacht hat. Das finde ich sehr hilfreich.
Ich habe jetzt endlich auch mal dein Fädchen gelesen. Die Geschichten ähneln sich doch wirklich. Die harte Kritik an Leuten, die in der Therapie rückfällig werden, der absolute Vorsatz, dass ihm das nicht passieren kann etc. Und dann auch diese ****Lügerei. Bis zum letzten Meter. Mein Ex erzählte dem Arzt bei der Aufnahme zur Entgiftung noch sein Blutalkohol (über 4 Promille) wäre auf ein paar Glas Wein zurückzuführen Da hat es mir ja erstmalig gereicht. Nicht dass der Arzt doof war, er hätte es ja ohnehin nicht so geglaubt. Aber es ist schon schlimm genug, mit jemandem der wegen einer Wagenladung Wodka nicht mehr stehen kann ins Krankenhaus zu müssen. Es ist noch schlimmer, dann auch noch als Komplizin dazustehen.
Auif die Gefahr dass ich aber nerve - noch einmal zu der Geschichte mit deinen Schlüsseln. Solange du sie hast, wirst du für deinen Ex der Rettungsanker bleiben, der im Notfall angerufen werden kann. Klar, du hast ja noch die Schlüssel. Wenn du wirklich nichts mehr aber auch gar nichts mehr mit ihm zu tun haben willst, dann würde ich die Dinger eintüten und kommentarlos bei ihm einwerfen. Das schneidet ihm den kurzen Weg ab, so nach dem Motto "Komm und hilf mir - den Schlüssel hast du ja noch..."
Aber es war ja wirklich der GAU, wenn du ihm weiterhelfen willst und dann liest er deine Einträge.
Aber so oder so, es ist doch weitergegangen und auch wenn deine Forenszeit doch länger als nur ein paar Monate war, ich denke es geht dir doch jetzt besser als vorhin. Was ist das übrigens für eine Akademie, die du besuchst? Oder kannst du das hier nicht sagen?
Das fragt mit vielen Grüßen
HM -
Liebe Renate,
ich bin noch immer nicht dazu gekommen, deinen ganzen Strang zu lesen. Aber immerhin habe ich mir mal den Start angesehen.
Seit deinem ersten Eintrag ist es nicht mal ein halbes Jahr her. Wenn ich dich jetzt so lese, hast du glaube ich, vieles geschafft. Und das ist doch schon mal richtig gut!!Ganz viele Grüße
HM -
Hallo zusammen,
erste einmal guten Abend, liebe Aurora,
du hast recht - alles ist offen. Dem ist auch nicht viel mehr hinzuzufügen. Und wenn ich groß bin, möchte ich mal genauso schreiben können, wie du
(Hier sollte jetzt ein Smiley stehen, der ein Blümchen übergibt, oder so).
Dankeschön für deinen Beitrag!!!Guten Abend, liebe Sunshine,
auch du hast mir viele Fragen beantwortet. Aber
"Von daher würdest Du für mich von vornherein allein deshalb schon als Partner ausscheiden]" (Ich muss das Zitieren nochmal üben, das klappt noch nicht)
Jetzt bin ich doch ein bisschen enttäuscht. Ich wollte dich am WE meiner Ma vorstellen......Aber auch wenn ich sicherlich ein bisschen provokant gefragt habe, ob man mit trockenen Alkoholikern eine Beziehung führen kann, ist es das, was allein vom Freundeskreis am heftigsten hinterfragt wird. Als ich erzählte, dass mein Ex entzieht und er und ich einen neuen Start versuchen, da gab es in erster Linie die Frage: "Warum tust du dir das an? Selbst wenn er es schaffen sollte du hast doch nie Ruhe." Musst du hinterher einräumen, dass der Versuch gescheitert ist, dann sagt jeder nur "Gottseidank, ist ja auch besser so". Und die, die es nicht sagen, die denken es. Ich weiß noch, wie ich meiner Ma von seiner Therapie und unserer neuen Annäherung erzählte. Das Schweigen das folgte, das war nur so zum Schneiden, gefolgt von der Frage s.o. Sagt man dann, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, kommt dann das Argument - bzw. Nicht-Argument - , dass das ja etwas ganz anderes sei. Insoweit ist dein Beispiel vom "Aussatz" sogar zutreffend. Mit meiner Ma hatte ich dann am ersten Weihnachtstag noch übrigens eine mehr oder weniger heftige Debatte, warum ich keinen Rotwein trinken will - morgens um 11.00 Uhr wohlgemerkt.
Ich bin auch der Meinung, dass grundsätzlich jeder weiß, dass jeder an einer Sucht erkranken kann. Aber ich glaube auch, dass es keiner wahrhaben will. Alkohol wird m.E. gesellschaftlich akzeptiert oder sogar gewünscht - aber nicht mehr, wenn du nicht damit "umgehen" kannst. Ich sage es jetzt mal bewusst krass - kannst du damit nicht umgehen, dann bist du ein schwacher Mensch, du hast dich nicht im Griff. Dann bist du nicht mehr der gesellige Kollege, sondern der Kasper. Das ist um Gotteswillen nicht meine Meinung, aber die Einstellung, die ich auf der Arbeit oder bei Feiern erlebe. Steuerst du dagegen dagegen, dann ist das auch nicht richtig. Dann gibst du ja zu, dass Alkohol vielleicht wirklich gefährlich sein könnte und wenn es dich betrifft, dann ist es ja auch bei anderen möglich. Ich hatte mit Fragen auf der Weihnachtsfeier gerechnet, warum ich keinen Alk trinke. Aber nicht mit diesen Debatten oder regelrecht Vorwürfen. Ich war nicht anders als sonst, bin so lange wie immer geblieben (und das ist lange) aber ich habe halt nicht getrunken. Man hätte meinen können, ich hätte während der Messe geraucht. Das Gute ist, wenn der Druck steigt, setzt bei mir der Sturheitsfaktor ein "Jetzt ganz bestimmt nicht!". Das trägt nicht dazu bei, meine Laune positiv zu beeinflussen, aber was solls?
Aber sofern mein Ex tatsächlich mein "Suchtmittel" ist, das mit dem Fernhalten ist unproblematisch. Wir haben keinerlei Berührungspunkte -außer einem Event auf dem er jetzt neuerdings wieder auftaucht. Aber auch da gehen wir uns aus dem Weg. Ich gebe dir auch Recht, dass ihm - wenn er nass ist -sowieso egal ist, was ich mache und was nicht. Die einzige Freundin Wodka ist dann doch die Einzige, die er liebt und sie hat auch nicht gerne Nebenbuhlerinnen. Sie ist schon ziemlich streng zu ihm.
Renate, das ist ja das, was du auch sagst. Aber wie ich schon gesagt habe, es geht auch bei mir nicht, solange er trinkt. Ich glaube aber nicht, dass du oder auch ich in seinem Trinken etwas erkannt zu haben, was in uns etwas anrührt. Ich glaube eher, dass es die Momente waren, wo er doch wieder anders sein wollte, einfach nur ein Mann, der eine Partnerschaft aufbauen und behalten will. Der seiner Freundin Wodka den Laufpass geben und etwas ändern wollte. Aber es ist ziemlich anstrengend sich zu ändern und Frau Wodka gibt ja auch nicht kampflos auf. Nein, sie nicht. Aber jetzt mal eine hoffentlich nicht zu direkte Frage: Bist du denn sicher, dass für dich die Angelegenheit wirklich so ganz erledigt, bist, wenn du noch seine Schlüssel hast? Ich hatte die von meinem ja auch noch bis vor kurzem. Hätte er sie nicht selbst zurückgefordert, ich hätte es nicht gekonnt, sie zurückzugeben. Dann hätte ich ja den letzten Strich gezogen. Ich konnte es einfach nicht so von mir aus.
Zuletzt auch noch guten Abend, Girasole. Ja, natürlich hast du Recht, es gibt viele Leute, für die Alkohol generell oder auch auf Feiern kein Thema ist. Aber wie gesagt - ich kenne sie nur vereinzelt. Im gesamten Freundeskreis fällt mir derzeit einer ein, der nach einem chaotischen Absturz in der wilden Jugend die Finger davon gelassen hat. Ab und zu wenn er mal gut gelaunt ist, dann erzählt er die dazugehörige Geschichte. Die ist auch wirklich überzeugend. Ein anderer ist trockener Alkoholiker - aber das sind sie auch schon. Ich muss auch für mich sagen, dass ich nicht weiß, ob ich längere oder lange oder richtig lange Zeit nichts trinken werde. Mir geht es derzeit gut mit der Geschichte - ach, was heißt gut - Ich war noch nie so frei. Aber dennoch, ich weiß es nicht wie lange es dauert.
Vor dem Hintergrund müsst Ihr bitte verstehen, dass das teilweise für mich neue Gedanken oder fast neue Welten sind. Ich lerne derzeit.
Habt ein bisschen Geduld mit mir....Ich sage aber jetzt schon einmal Danke für die vielen guten Gedanken und Anstöße, die ihr mir schickt. Und vor allem sage ich mal gute Nacht - toll "Grey's Anatomie" komplett verpasst...
Liebe Grüße
Eure
HM[/quote]
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Liebe Emmi,
mit meinem Ex standen wir im Sommer vor der selben Situation.Schon im Krankenhaus hat er seinerzeit die nötigen Anträge gestellt (man hat ihm dort Unterstützung angeboten). Sein erwachsenes Kind hat ihn bei der Suche nach einem stationären Therapieplatz unterstützt. Die Adressen findest du im Internet - ich fand auch die Bewertungen dazu sehr hilfreich. Er konnte nach rund einer Woche dort anfangen.
Bevor er zurück kam, hatte ich seine Wohnung von allem was Alkohol enthielt gesäubert und wieder bewohnbar gemacht. Ich war der Meinung, dass ihm das den Neustart erleichtert. Ich habe mich dann gekümmert und Zeit mit ihm verbracht und versucht zu ermutigen.
Ich weiß nicht, ob irgendetwas davon richtig oder falsch war.
Wir haben jetzt keinen Kontakt mehr. Ich denke er ist rückfällig.
Aber das muss nicht immer so sein.Ich empfehle dir aber, Kontakt zu Selbsthilfegruppen der Angehörigen aufzunehmen (Al-Anon - oder wie das heißt). Man fühlt sich doch oft sehr allein mit der Situation.
Aber egal was du machst, oder was du nicht machst: Es hängt zum Schluss von ihm allein ab.
Ganz viele liebe Grüße
HM -
Liebe Firebird,
ich bin neu hier und kenne mich vielleicht mit vielem nicht so aus.Aber ich kenne die Geschichte mit den falschen Themen und den Explosionen, die sie auslösen. Vermutlich hast du dir wie ich auch seinerzeit Vermeidungs-Strategien zurecht gelegt, die diese Explosionen umschiffen sollen. Bei mir hat es nicht funktioniert. Es gab kein Mittel, keine Strategie um diese Ausbrüche zu vermeiden.
Natürlich kannst du so weitermachen. Und immer weiter auf den Zehenspitzen herumlaufen und vorsichtig agieren, damit so etwas nicht passiert. Ich denke aber, das möchtest du eigentlich auch nicht mehr.
Wenn Ihr lange zusammengewohnt habt, dann gibt es auch bestimmt noch viele andere Ängste, allein eine Wohnung zu suchen und hinzuziehen. Aber es hätte den Vorteil, dass du dann wieder gerade gehen kannst und nicht zu schleichen brauchst.....
Ganz viele liebe Grüße
du machst das schon
HM -
Hallo liebe Renate und liebe Girasole,
dankeschön, für Eure langen Rückmeldungen.Um es vorweg zu sagen: Es ist das No-Go mit ihm näher zu tun zu haben, wenn er trinkt. Auch dann nicht, wenn er versucht mäßig zu trinken, weil das ohnehin nichts bringt. Trocken - ja - das würde ich sogar riskieren. Aber ich muss auch dazu sagen, ich erlebe diese Geschichte so zum ersten Mal. Es war eben die große Hoffnung, dass er erstmalig einsah, dass er abhängig ist. Er wollte sein Leben zurück haben, wieder frei von diesem Zeug sein. Vorher wurde jede Kritik am Konsum bagatellisiert. Andererseits - er hat auch erstmalig eingesehen, dass es nicht so geht, als er gesundheitlich am Ende der Fahnenstange ankekommen war. Mit Krämpfen, Umfallen und dem ganzen Manöver. Das war dann der Punkt, wo er sich meldete und Hilfe suchte. Das nehme ich ihm nicht mal übel - wenn es wirklich nicht mehr geht, dann sucht man sich die Hilfe dort, wo man sie vermutlich bekommt. Irgendwie will der Körper ja immer überleben. Wäre ich in der selben Situation - dann wenn er wirklich Hilfe braucht - ich würde es aber wieder so machen. Aber das hat auch nicht nur etwas mit ihm zu tun - ich könnte auch keinen Freund oder nicht mal einen näher Bekannten so vegetieren oder schlimmstenfalls verrecken lassen.
Die andere Frage ist aber dann tatsächlich die der Emotionen. Girasole, du fragst, warum ich nicht schreiend weglaufe und ob mein Alltag ansonsten zu langweilig ist. Neee, das ist er nicht. Ich bin auch immer froh, wenn ich mal meine Ruhe habe. Aber wirft dann das nicht grundsätzlich die Frage auf, ob man überhaupt mit einem Ex-Alkoholiker liiert sein kann? Sind die Jungs dann per se ein No-Go-Area? Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Ein Kollege ist schon lange mit seiner Freundin zusammen, die seit mehr als 10 Jahren trocken ist. Da funktioniert es. Ich habe am WE einen Mann mit einer Irrsinns-Ausstrahlung kennengelernt, allein aus verschiedenen kleinen Hinweisen und optischen Gegebenheiten vermute ich jetzt mal, dass er trockener Alkoholiker ist. Von vorneherein in No-Go-Area?
Aber was ist dann mit jemandem, der motiviert wieder entziehen will und wieder Nähe sucht? Die Frage ist jetzt rein hypothetisch, weil ich nicht weiß ob ersteres zutrifft (oder wieder eintreten wird) und zweites nicht der Fall ist. Aber das ist die Frage, die mich bechäftigt. Was dann tun? Man kann nur hoffen, dass sich die Frage per Zeitablauf von selbst regelt. Aber, was wenn nicht? Dennoch, es bleibt durch das ganze Drama von Trinken - Nichtrinken und den damit verbundenen Ausrastern, Respektlosigkeiten etc. einiges an Gefühl auf der Strecke. Ich lese mir auch immer wieder seine letzte Mail durch, damit die Wut wieder so ein bisschen aufgefrischt werden kann, damit man sich fragt, warum man über so einen Quatsch überhaupt nachdenkt.
Das Schlimme ist ja eigentlich, dass ich bis zu dem Punkt, wo man einsehen musste, dass er trinkt, der Meinung war, dass er das Beste war, was mir bisher passiert ist. Freundlich, korrekt, witzig, nicht dumm, fürsorglich - die nüchterne Seite. Dann gibt es aber die andere Seite - die andere Person. Ich bin immer noch der Meinung, dass er ein anderer ist, wenn er trinkt. Aber Renate, du sagst vielleicht richtig, dass es im Laufe der Sucht vielleicht doch eine untrennbare Person ist. Ich glaube, das ist aber der Punkt den ich noch nicht einsehen will. Vielleicht ist das auch nur Sturheit.
Ich musste übrigens schmunzeln über die Geschichte mit dem Auto- und Wohnungsschlüssel. Bis vor kurzem war es bei uns genauso. Irgendwann wollte er sie aber dann doch zurück. Vielleicht muss ich ja dann doch nicht mehr als letzten Notnagel herhalten.
Dann noch ein Satz zu dem "Trinken auf den Familienfeiern". Girasole, als du sagtest, dass es viele Menschen gibt, bei denen auf Feiern sicherlich nicht getrunken wird, war ich anfangs beschämt und dachte - stimmt - kann man nicht verallgemeinern. Aber ich habe dann noch mal nachgedacht. Ehrlich gesagt kenne ich keine Party - sei es bei der Familie oder auch im Freundeskreis - wo es keinen Alk gibt (ich wüsste auch von keiner - es sei denn aus religiösen Gründen). Das soll jetzt nicht heißen, dass bei uns immer geballert wird, bis der Arzt kommt und das alle das machen. Dennoch hat Alkohol in einem gewissen Quantum immer dazu gehört. Auch auf meinen Feiern gibt es ehrlich gesagt genug von dem Zeug. Aber aus bekannten Gründen mittlerweile ein schönes und leckeres Angebot an Softdrinks - da muss dann jeder selbst wissen, was er macht.
Ich sag' jetzt mal gute Nacht und bis bald
Eure
HM -
Liebe Emmi,
ich bin auch flammneu im Forum, deswegen sag' ich mal nicht "Willkommen".Die Erfahrung, dass sich bei der Behandlung eine euphorische Stimmung äußert, habe ich auch beim Entzug meines Ex gemacht. Mein Problem war eher: Wie gehe ich damit um? Die Stimmung aufnehmen und auch Friede und Freude verbreiten - auch wenn man das nicht so wirklich glauben mag? Oder lieber bremsen und dafür dann der Miesepeter oder der Entmutiger sein? Ich habe meistens zu seinen euphorischen Vorstellungen (Nein, er hat keinen Suchtdruck. Nein, er will nie wieder Alkohol trinken. Nein, die Erfahrung wird ihm ein für allemal reichen) eigentlich gar nicht gesagt. Also weder bestärkt noch gedrückt. Ob das richtig oder falsch war, wer weiß das schon?
So oder so - wenn er jetzt im Krkh war und sein Trinken wirklich zu einer lebensbedrohlichen Situation geführt hat, dann fühlt er sich jetzt besser und das ist sicher Anlass zu einer gehobenen Stimmung. Natürlich wird das erstmal auch verstärkt, durch jeden Tag an dem er nicht trinkt. Das Gefühl, es jetzt sein lassen zu können, vieles wacher zu erleben und wieder im Leben zu stehen, befeuert die Euphorie vermutlich. Aber die Frage ist - wie lange hält er, dieser Vorsatz und das damit verbundene gute Gefühl?
Schütze dich selbst und versuche nicht zu viel zu erwarten - auch wenn für ihn jetzt erstmal alles locker und easy ist. Aber um Gotteswillen - auch wenn du die allerbeste Tochter der Welt gewesen wärest oder jetzt wirst - wie hättest du ihn vom Trinken abhalten oder wegbringen wollen? Du hast ihm ja wohl kaum die Flasche angesetzt. Der Mann ist erwachsen und alt genug und es war seine Entscheidung. Und selbst wenn du ein schwieriges Kind gewesen wärest (Michael Mittermeyer hat ja dafür einen speziellen Ausdruck, den ich aber nicht wiedergeben möchte
) - würden alle Eltern "schwieriger" Kinder zur Flasche greifen, dann wäre ja jeder Elternsprechtag nur von zumindest Angetrunkenen bevölkert.... -
Ich erzähle hier jetzt einfach mal, was ich auch im Vorstellungsstrang geschrieben habe. Die Geschichte ist nicht neu und ist hier oft zu finden. Aber ich suche auch noch Wege, um mit der ganzen Geschichte umgehen zu können. Oder vielleicht auch zukünftig einen Weg zu finden.
Erst mal zu mir. Ich komme an und für sich gut mit meinem Leben zurecht. Mein Job macht mir Spaß, im Großen und Ganzen komme ich mit der Kohle zurecht, kenne aber auch finanziell "unangenehmere" Zeiten und habe mich da allein rausgewurstelt. Ich bin sportlich, versuche, meine Träume zu erfüllen, arbeite dafür recht viel, Kollegen und Freunde haben mich gern. In meiner Familie ist nie viel getrunken worden. Obwohl sie recht groß ist, hat keiner Alkoholprobleme, auch wenn auf jeder Feier sicherlich getrunken wird.
Soweit ist dann alles gut. Aber dann würde ich mich ja hier nicht anmelden. Ich habe zu Alkohol immer ein eher lockeres Verhältnis gehabt. Eigentlich immer nur auf WE und auf Parties - dann kam das gute Glas Wein vor dem Fernseher dazu, das sich dann aber mit der Zeit zu einer Flasche auswuchs. Ich denke, die letzten Jahre kann man getrost mit "gefährlichem Komsum" beschreiben. Ein ungutes Gefühl bzw. ein schlechtes Gewissen hatte ich schon länger, aber andererseits - man kennt ja immer dann doch Leute, die wesentlich mehr trinken und die haben ja auch kein Problem.
Ich habe dann vor zwei Jahren meinen jetzigen Freund - bzw. meinen jetzigen Ex-Freund - kennengelernt. Natürlich in der Kneipe und wir waren beide stark angetrunken. Die erste Zeit war toll - wir waren sehr ineinander verliebt. Dann aber zogen die ersten Wolken am Horizont auf.
Mir fiel auf, dass er doch wesentlich mehr trank als ich. Abends immer 4 bis 5 Flaschen Bier, am WE kamen oft Wodka oder sonstige Kurze dazu. Am We waren wir immer in irgendwelchen Kneipen und es ging meistens richtig lange und war richtig feuchtfröhlich. Recht bald find das an, mich zu beunruhigen. Ich versuchte als Reaktion meinen Komsum zu reduzieren, quasi als Beispiel voranzugehen. Aber das hat nicht geholfen. Tagsüber hatte ich sowieso nie gerne Alkohol getrunken und ich war auch nicht glücklich, wenn wir nach dem Einkaufen dann erstmal zum Frühschoppen mussten. Ich ging aber davon aus, dass die Sache "wohl schon noch irgendwie OK" ist - ich habe ja selber nie auf "das Zeug gespuckt". Wie will man schließlich etwas sagen, wenn man sich abends doch auch regelmäßig seinen Wein trinkt - oder am WE auch gerne auf die Pauke haut? Irgendwann habe ich auch mal versucht, das Trinkverhalten anzusprechen. Mit dem Erfolg, dass mir bedeutet wurde, ich würde ihm seine Bier nicht gönnen, andere hätten das auch schon versucht und die hätte er ja alle abgeschossen. Also habe ich nichts mehr zu dem Thema gesagt und die Augen verschlossen. Ja, so muss man es sagen.Nach einem heftigen Rausch seinerseits (ich war auch nicht nüchtern), machte er mir aus mehr oder weniger nichtigem Anlass eine gewaltige Eifersuchtsszene und es kam zum totalen Bruch. Ich war vollkommen fassungslos. Nach mehreren Monaten haben wir uns dann wieder gesehen und versöhnt. Aber jetzt konnte ich nicht mehr übersehen, dass er viel zu viel trank. Kam man Mittags in seiner Wohnung an, war er schon vom Wodka betrunken. Ich reduzierte im Gegenzug wieder meinen Konsum. Nach einem peinlichen und für mich erniedrigenden "Auftritt" seinerseits auf einem Betriebsfest (meiner Firma) kam es nach einem Streit zum erneuten Bruch. Wieder war er betrunken - ich dagegen schon nüchtern. Damals hatte ich schon meinen Konsum quasi auf Null reduziert, wenn wir gemeinsam etwas unternommen haben. Ein untauglicher Versuch, seinen Stimmungsschwankungen entgegenzuwirken. Wenn er etwas getrunken hat, dann kann die Situation jederzeit, aber auch jederzeit umschlagen. Man kann dann auch tun, was man will, es gibt keine Taktik, die daran etwas ändert. Aber das weiß ich auch erst jetzt. Immerhin - nach diesem Abend wusste ich wo der Hase lief. Man konnte es nicht mehr übersehen. Mir war für mich dann aber auch klar, dass es mit uns nicht geht, wenn er trinkt.
Nach einer mehrmonatigen Funkstille haben wir uns dann wiedergesehen. Er hatte mit dem Trinken aufgehört, hatte sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf gezogen und einfach so aufgehört. Ich war begeistert. Das Ganze ging dann mal eine Woche, dann brach wieder alles zusammen. Er wollte allein sein, mich nicht sehen. Mir war schon klar warum. Nach ein paar hässlichen Szenen, die sich dann bei späteren Wiedersehen abspielten, war erst einmal Funkstille.
Nach einem halben Jahr meldete er sich dann im Sommer wieder. Ich hatte in der Zeit meinen eigenen Konsum mehr als halbiert. In der Woche gab es schon keinen Alkohol mehr, getrunken habe ich nur noch am WE und dann auch schon mäßig. Er dagegen war total eingebrochen. Ich fuhr zu seiner Wohnung und dann mit ihm ins Krankenhaus. Er entgiftete, ich besuchte ihn jeden Tag im Krankenhaus, danach ging er in die Reha. Wir hatten viele gute Gespräche, waren vielleicht zum ersten Mal richtig ehrlich miteinander, klar - zum ersten Mal waren wir wohl durchgehend beide nüchtern. Er hatte so viele Pläne in der Reha.
Aber dann wollte er aus diversen - teilweise nachvollziehbaren - Gründen den stationären Aufenthalt nicht mehr fortsetzen. Ich war aber dagegen, dass er abbrach. Das habe ich auch deutlich gesagt. In der Zeit, in der er in Reha war, hatte ich dann übrigens seine Bude wieder bewohnbar gemacht. Ob das richtig war oder nicht, das frage ich mich bis heute. Aber ich hätte ihn in dieses Drecks-Loch nicht zurücklassen können. Da hätte jeder zur Flasche gegriffen...

Als er wieder zurück war, haben wir uns noch einmal gesehen, dann "wollte er wieder allein sein". Ich konnte nicht glauben, was passiert, habe immer noch gedacht, vielleicht braucht er ja auch nur Zeit, um zu sich selbst zu finden. Aber von seinen Plänen war nichts mehr zu hören, ganz im Gegenteil, er machte alles wie früher: Sich in der Bude verschanzen, fernsehen, Internet. Und das war es.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann schon hier viel im Forum gelesen. Habe gelesen, wie es anderen Frauen oder Freundinnen von Alkoholikern gegangen ist. Konnte mich in vielen Geschichten wieder finden. Es war für mich sehr hilfreich zu sehen, dass ich nicht allein in der Geschichte bin. Das so etwas anderen auch passiert. Das ich nicht die einzige Doofe bin, die glaubt, dass es doch noch ein gutes Ende gibt. Ich habe auch gelernt, dass ich so gut wie nichts an seinem Verhalten ändern kann. Ja, vielleicht unterstützen, Mut machen, nach Vorne sehen. Aber man kann niemanden "retten". Das habe ich anfangs tatsächlich geglaubt.

Irgendwann kam dann eine mehr als hässliche Mail von ihm. Er hat sehr deutlich alle Brücken verbrannt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon komplett aufgehört, Alkohol zu trinken. Ich denke, dass es die Mail zumindest schon alkoholisiert geschrieben hat. Hässlich wird er immer nur dann, wenn er getrunken hat. Nüchtern kenne ich ihn nicht so.
So oder so, ist jetzt erst mal wieder alles zu Ende. Natürlich könnte ich mir jetzt den ganzen "Zirkus" hier sparen. Aber ich glaube nicht, dass es damit jetzt gut ist. Ich glaube, dass er früher oder später wieder ankommt. Sei es weil er wieder Hilfe braucht, oder sei es, weil er wieder aufgehört hat. Ich habe ihn zufällig in den letzten Tagen getroffen. Er ist wieder spindeldürr - so wie damals, als er in die Entgiftung musste - und hat gerochen wie ein - Entschuldigung - Penner. Nach dieser Kombination aus uraltem kaltem Rauch, Muff und Dreck und dabei war er immer so ein gepflegter Mann. Er hat an dem Abend nicht getrunken, aber was muss das denn schon heißen?? Vermutlich versucht er mal wieder aufzuhören. Vielleicht ist der Vorsatz aber auch schon wieder durch.
Ich weiß, dass es mit uns nicht geht, wenn er trinkt. No way. Aber was ist, wenn er wieder aufhören will? Wie weit gehe ich, will ich gehen, kann ich gehen?? Was kann ich erwarten, womit muss ich rechnen? Wann muss ich final sehen, dass das alles vielleicht doch überhaupt keinen Sinn hat? Zu diesen Fragen erhoffe ich mir hier im Forum Unterstützung - sicherlich keine Antworten, das wäre zuviel verlangt. Manchmal ist es vielleicht auch nur gut, sich einfach mal auszuschreiben und zu wissen, dass andere da sind, die die Situation verstehen können und wissen, wie man manchmal an der Situation verzweifeln möchte. Aber mir hat das Lesen in Forum schon vieles erleichtert oder auch erklärt. Vielleicht kann ich auch etwas zürückgeben, wenn ich selber schreibe.
Ich kann natürlich auch mit Freunden über das Thema sprechen. Das ist gut so. Aber es gibt glaube ich vieles, was sie dann nicht verstehen können. Als es jetzt wieder zum Bruch kam, da sagte jeder nur "Ja, dann sei doch froh". Ich bin auch vielleicht sogar irgendwie erleichtert, weil ich auch vieles als belastend empfunden habe, was in den letzten Monaten passiert ist. Abgesehen davon, dass es soviel Arbeit war! Aber ich bin nicht "froh", dass es jetzt wieder so ist, wie es ist. Vieles wird auch m.E. bagatellisiert. Ein Freund meinte angesichts des spindeldürren Ex dann nur "Ach, muss doch nix zu sagen haben. Vielleicht hat er ja nur eine Diät gemacht."
Naja, soviel also zu der Gechichte, die sich ja hier in den Foren oft findet.
Ich habe übrigens jetzt seit Anfang November - mit Ausnahme von zwei Gläsern Sekt an Silvester - keinen Alkohol getrunken. Das soll von mir aus auch erst einmal so weitergehen....
