Zitat von silberkralle
glück auf marco
ich bin davon überzeugt, dass du aus jeder form LZT was für dich rausholen kannst.
leider is ne LZT bei einigen "verschwendete zeit".
schöne zeit
matthias
Hallo Matthias,
und das liegt nur an der Einstellung zu allem. Diese kann man sich nicht anlesen oder sonst was.
Ich hatte ein paar Schlüsselerlebnisse in der Gruppe, wo mir plötzlich bewusst wurde, dass ich im Suff nicht einfach nur die Kontrolle über mein Trinkverhalten verloren hatte, sondern über mich selber. Alles was ich wollte war eigentlich nur noch von Sucht bestimmt und schon lange nicht mehr von mir selber. Als der Psychologe ausführte, dass man bei keinem Suchtkrankem Menschen Geduld vorfindet, oder dass Versuche das Trinken zu kontrollieren ein Hilfeschrei der Seele sind, die schon lange weiss dass sie süchtig ist, da war es klar. Ich bin süchtig! Nur ICH wusste das nicht.
Vor dem Rückfall musste ich zur Gruppe, weil ich ja ein Problem mit dem Alkohol habe, nachdem ich endgültig gestanden habe Alkoholiker zu sein wollte ich zur Gruppe. Wem ich das gestanden habe? Mir!! Obwohl der Psychologe nie selber süchtig war, konnte er so viele Sachen sagen, die ich genau so empfand. Diese Dinge weiss er aus 40Jahren Erfahrung bei der Arbeit mit Süchtigen.
Also bin ich doch gar nicht so individuell wie ich dachte. Nicht in diesem Zusammenhang zumindest. Daher kann ich vieles hier auch viel besser annehmen.
Nicht nur hier, auch der Psychologe, den ich vorher als nervend und zu langsam redend empfand, wurde eine Kompetenz für mich, auf die ich mich einlassen wollte. Dieser Mann wusste mehr über das was in mir passiert als ich selber. Wenn man sich und seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle sehr lange vernachlässigt hat, braucht es halt mal nen Denkanstoss von aussen, um das erstmal zu verstehen.
Vor ein paar Tagen schrieb ein sehr unentspannter User, hier im Forum würde den Leuten etwas vorgeschrieben. Am Anfang habe ich manche Dinge vielleicht auch als Regeln verstanden, aber sobald ich davon etwas ausprobiere, merke ich, dass es mir gut tut. Natürlich ist das nicht mein eigener Weg, aber das muss es auch erstmal gar nicht. Wer ich ohne Sucht bin weiss ich ja noch gar nicht nach einem halben Leben unter THC und Alk Einwirkung. Die Suchtmittel müssen erstmal etwas in den Hintergrund treten bevor ich weiter sehen kann, was ich denn eigentlich will.
Es geht bei den Grundbausteinen nicht um das einzelne Individuum, sonderm um den Charakter der Sucht, der uns allen hier gemein ist.
Was mir aufgefallen ist bei mir; ich fand früher schon die nicht-trinkenden Menschen viel cooler. Wie oft hab ich mir gedacht "Woher nimmt der nur die ganze Power dies und jenes zu machen?"
Nicht nur auf Sport bezogen. Auf die Gesamte Lebensgestaltung einfach. Klaro, ich hatte mein Leben ja schon ewig nur sehr begrenzt selbst gestaltet. Den Grossteil hat die Sucht schon für mich erledigt. Darum fühle ich mich jetzt auch kaum eingeschränkt durch die paar Dinge auf die ich besser "verzichte"
Morgen ist wieder so ein Event, bei dem es tagsüber um den Sport geht und abends ums Saufen. Tagsüber werde ich dort sein, mich mit netten Leuten unterhalten, Gemeinsamen Interessen fröhnen und aktiv meinen Tag gestalten. Zum Abend hin werde ich einfach nach Hause fahren, in meine Wohnung und mal schauen auf was ich dann Lust habe.
Ich hoffe mir bleibt diese positive Einstellung erhalten. Natürlich habe ich an manchen Tagen auch mal absolut keine Lust auf nichts, aber das kann ich schon ein wenig besser ab und ich kann mich ganz gut beschäftigen. Meistens lese ich einfach hier etwas.
Schönen Abend noch!
Gruss
Marco