Beiträge von marcomarco

    Hallo Aurora,

    finde ich gut, dass Du das hier in einem eigenem Thread ansprichst. Ich habe ja auch in Marie's Thread geantwort als Nicht-Co.

    Ich habe mich von verschiedenen Posts auch angesprochen gefühlt. Da habe ich gemerkt, dass ich alle Meinungen nachvollziehen konnte.

    Seitdem ich auch bei den Co's ein wenig mitlese, habe ich gemerkt, dass Abhängigkeit eben Abhängigkeit ist. Da gibt es natürlich Unterschiede aber Grundzüge scheinen doch identisch. Dazu gehört auch der Selbstbetrug. Sich selber in ein unglückliches Leben zu führen und das mit offenen Augen so weit zu treiben bis es nicht mehr geht, und dass nur ich selber etwas verändern kann.

    Beim Selbstbetrug helfen nur klare Worte um den Denkprozess anzukurbeln. Aber eine gute Mischung macht es eben aus. Zuckerbrot und Peitsche wohl. Ich selber denke leider oft nur nach wenn ich ordentlich eine vor den Latz geknallt bekomme. Dann muss ich erstmal über meinen eigenen Schatten springen und werde dann erstmal sehr klein. Das ist nicht angenehm, aber von da aus kann ich dann an die Kritikpunkte ran gehen. Das kostet Kraft, aber ist bei meiner Sucht absolut notwendig wie ich gelernt habe.

    Ich kann aber auch sehr gut nachempfinden, dass eine Kritik Flut einem allen Mut verlieren lässt. Wenn ich mit solch einer Flut konfrontiert werde, ziehe ich mich erstmal zurück und versuche raus zu filtern was berechtigt ist und was ich als unnötigen Angriff abstempele.


    Gruss
    Marco

    Zitat von Bruce

    ..., aber laut deinem Unterbewusstsein hast Du jetzt das Trocken sein und Trocken bleiben gemeistert.

    Das heisst, im Prinzip kann Dir jetzt nichts mehr passieren, da Du dich voll und ganz auf dich selbst und deinem Intellekt verlassen kannst.

    Ich habe mir in der Anfangszeit (und ich meine damit das gesamte erste Jahr) immer gesagt, das hier ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ich muss nicht alles sofort schaffen, und ich muss auch keine Tests bestehen, ich muss mir nichts beweisen, überhaupt muss ich jetzt erst mal gar nichts.

    Genau so war es bei mir auch. Nach den ersten bestandenen "Tests" war ich ja gar kein Alkoholiker mehr. Das hatte ich mir ja bewiesen und wurde sogar noch von anderen. trinkenden Leuten gelobt, dass ich das so durchziehe.
    Und weil das so schön in die Hose gegangen ist, gehe ich jetzt anders vor.

    Ich nehme mir die Zeit mich vom Alkohol abzugrenzen. Für 20 Jahre Suchtkarriere hatte ich ja auch genügend Zeit. Heute ist mir erst wieder aufgefallen, dass es zigtausend Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt, aber ich diese ganze Vielfalt noch gar nicht wahrnehmen kann. Zu klein ist noch der Bereich in dem ich denke.

    Gruss
    Marco

    Hallo Martin,

    ich finde es super, dass Du Dich auch wieder hier meldest. Biste hingefallen? Ist nicht toll, das kenne ich genau. Ist mir auch alles passiert und vielen anderen auch.

    Wichtig ist jetzt der Arzt Besuch und ein neuer Start. Einige Dinge hast Du ja schon gelernt und an die gilt es anzuknüpfen.

    Lass den Kopp nicht hängen!!! Erstmal wieder die Kurve kriegen und dann in Ruhe weiter sehen.

    Wenn das alles so einfach wäre... Also mach Dir keine Vorwürfe und meld Dich weiterhin hier und lass uns wissen was Du weiter vor hast!


    Gruss
    Marco

    Hey Jim,

    grüsse mal Deine Euphorie von mir ;)

    Habe ich auch so gehandhabt, allerdings bei meinen vorherigen Versuchen trocken zu werden. Diese offensichtlichen Gefahren Situationen habe ich dann (natürlich) problemlos gemeistert.

    "Ach ohne selber zu saufen ist es viel lustiger auf den Geburtstagen" war mein Fazit.


    Leider kam dann auch wieder eine schwierigere Zeit nach der Anfangs Phase. Und weil ich ja eh überall mitbekam wie alle hemmungslos saufen können; da konnte ich das plötzlich auch wieder.

    Es geht bei der physischen Vermeidung nicht mal um das bewusste Denken, sondern um das Unterbewusstsein. Da werden Reaktionen ausgelöst, die Du gar nicht mitbekommst.
    Ich habe dann Tage oder Wochen später von ausschweifenden Partys geträumt, auf denen ich Granatendicht mit Alk und anderer Spielereieen war. Dazu hat mir jemand aussenstehendes gesagt: "Daran sieht man einfach wie tief die Sucht im Hirn verwurzelt ist"

    Nicht umsonst hat man Jahrelang getrunken und alle Warnsignale ignoriert. Das ist nicht mal eben nach wenigen Monaten ausgestanden.

    Was ich sagen will ist, dass die wirklich gefährlichen Situationen noch kommen werden, nicht so offensichtlich, schleichend und hinterhältig. Und dann ist es besser wenn Du vorbereitet bist und auch physisch schon Abstand zum Alkohol aufgebaut hast.
    Ich fordere meinen Willen erst gar nicht heraus, weil ich versuche mich eine ganze Weile aus solchen Situationen und Umgebungen gänzlich raus zu halten. Dann muss ich mir auch keine Gedanken machen, ob ich nicht doch das Bedürfniss haben könnte mit den anderen zu saufen.

    Gruss
    Marco (der das auch schon versucht hat ganz easy going anzugehen ;) )

    Hey schnuffig,

    neee lass mal. Freddy Krüger sehe ich schon jeden Morgen um 5 im Spiegel :D

    Ich sollte lieber mal in Mama's alte Hausmittelchen Kiste greifen und ne heisse Milch mit Honig abends trinken, statt nem Kaffee! Hauptsache immer unter Strom scheint mein Motto. Unter Strom oder total zerfleddert im Gammel Modus. Alles noch zu sehr in Schieflage in meinem Exzess Haushalt.

    Ich find schon noch meine Gefühlswasserwaage im Keller, mit der man Dinge wenigstens ins Gleichgewicht bringen kann. Wo hab ich die denn nur hingelegt???


    Gruss
    Marco

    Hallo Penta, Maria und Matthias,

    Danke für Eure Beiträge. Nach so einem Guten Wochenstart ging es auch direkt wieder bergab: Stress auf der Arbeit und die Ankündigung von noch mehr Überstunden erzeugen in mir Niedergeschlagenheit.

    Aber irgendiwie war mir das auch klar. Man kann ja nicht nur gute Tage haben. Leigt am frühen Aufstehen und unruhigem Schlaf denke ich. Aber auch das wird sich ja irgendwann mal legen.

    Heute habe ich mich das erste Mal seit Wochen näher am Alkohol gefühlt. Das Nervenkostüm ist einfach etwas dünner im Moment. Bin dann heute Abend mit Freunden einem Zweiradhobby nachgegangen und das hat jetzt erstmal wieder gut getan.
    In der kommenden Woche habe ich Urlaub und werde versuchen das zur bewussten Erholung zu nutzen. Danach gehts dann direkt wieder zurück ins Überstunden Getümmel.

    @Matthias: Du meinst damit ich solle die Kollegen prophylaktisch einweihen? Bei einigen werde ich das tun, ich spiele eh schon länger mit dem Gedanken. Bei anderen bin ich mir nicht sicher, ob ich das wirklich will. Da sollte ich doch besser auf mein Gefühl hören.

    So jetzt aber ab ins Bett!


    Gruss
    Marco

    Hallo Engel,

    Ich bin Alkoholiker.
    Dieser Thread ist ein extrem beispiel und sollte Dir zeigen, dass es jetzt nur wichtig ist, dass Du Dich um Dich selbst kümmerst!

    So ein leben würde ich weder mir, geschweige denn einer Partnerin zumuten wollen. Dann würde ich weiter trinken. Und nur aus einem Grund: weil ICH es will. Meine Partnerin kann mich nicht "trockenwollen"
    Das ist ganz alleine meine Sache.

    Gruß
    Marco

    Hallo Stephan,

    Du verwechselt da etwas. Bei einer ambulanten Therapie verbleibst Du in Deinem Umfeld. Es Sind meist wöchentliche Gruppen und Einzelgespräche die dort geführt werden. Die Dauer liegt zwischen 6-18 Monaten.

    Bei einer stationären Therapie wirst du für bis zu 16-18 Wichen in eine Klinik aufgenommen. Es gibt da aber auch Kombi Therapieen usw.
    Ich kann zu Kontakt sperren nichts sagen, da habe ich auch keinen Plan.

    Warte erstmal den Termin ab und mach Dich nicht unnötig verrückt. Dort wird Dir vieles erklärt.

    Gruß
    Marco

    Hallo Matthias,

    ich werde in letzte Zeit häufig von Träumen geplagt, in denen ich von Unbekannten verfolgt werde, in der Absicht mich zu verletzen. Ich durchlebe dann eine ziemlich Angst und brauche nach dem Aufwachschock erstmal ein paar Minuten um mich zu sammeln.

    Das habe ich nicht jede Nacht, aber vermehrt in letzter Zeit. Ich werde deinen Tipp mal ausprobieren, wenn es wieder so weit ist.
    Ich werde dann berichten.


    Gruss
    Marco

    Hallo und herzlich willkommen dann auch von mir!

    Ollie's Frage halte ich auch für sehr wichtig. Ich glaube auch, dass die einzig richtige Motivation nur aus einem selber heraus kommen kann.
    Wenn die Motivation nur aus dem Umfeld käme, würde ich wahrscheinlich dieses auch für ein eventuelles Scheitern verantwortlich machen können.
    Das wäre für mich eine Hintertürchen Gefahr.

    Alkoholismus dreht sich hauptsächlich um Selbstbestimmung!

    Einen fruchtbaren Austausch wünsche ich Dir!

    Gruss
    Marco

    Hallo,

    heute war so ein Tag! Gestern Abend noch Sport getrieben, spät,fettig gegessen und daher auch kaum ein Auge zu gemacht diese Nacht.
    Heute morgen war ich drauf und dran einfach liegen zu bleiben, habe mich aber dann doch aufgerafft. Dann wollte ich mich wenigstens bei der Gruppe entschuldigen, weil ich mich so gerädert gefühlt habe.

    Aber es kam anders. Ein Forderungsreicher Arbeitstag ging mir sehr, sehr gut von der Hand und mein Energielevel stieg von Stunde zu Stunde.

    Heute ist etwas passiert vor dem ich mich seit Wochen drücken wollte. Ein Kollege, der bald seinen 50. feiert, fragte, ob ich denn auch kommen würde. Seit Wochen ist das ein Thema unter den Kollegen, und alle besaufen sich schon gedanklich und malen sich aus wie bombastisch die Feier des Kollegen wohl wird. Mit angemietetem Saal und allem Pipapo. Immer wenn einige Kollegen das Gespräch auf die besagte Feier lenkten, habe ich mich sang und klanglos verkrümelt, um da bloss nicht Stellung beziehen zu müssen.
    Heute fragte er mich direkt: "Hey Marco, was is denn jetzt mit Dir?? Kommste, oder wie?"
    Antwort: "Hör mal, da gibt es etwas wo ich mit Dir drüber reden möchte. Ich habe festgestellt, dass ich Alkoholiker bin und ich möchte mich eine ganze Zeit aus allen Partys und Feiern raus halten, um meine Abstinenz nicht in Gefahr zu bringen. Ich möchte nicht daneben sitzen wenn alle saufen!"

    Die Reaktion war natürlich, wie sollte es auch anders sein, positiv. Ich bat Ihn es nicht den anderen zu erzählen. Die anderen Kollegen geht das ja erstmal nichts an, nur bei Ihm (kenne Ihn ja auch seit 15Jahren jetzt) wollte ich Stellung beziehen. Bei den anderen halte ich mich jetzt mal an die Devise "Erst kratzen wenns juckt"

    Nachdem ich am Freitag im Bekanntenkreis nichts gesagt hatte zu meinem Alkoholismus, war mir aufgefallen, dass ich daran zu knabbern hatte. Die Sache ist noch nicht ausgestanden mit den Bekannten und beim nächsten Trinkanlass muss ich mich entweder wieder mit Ausreden beschäftigen, oder ich sage einfach endlich die Wahrheit.

    Ich habe ja schon gesagt, dass ich an diesem Freitag meine Gefühle und Gedanken auf den Prüfstand stellen wollte, und das habe ich halt getan.
    Nachdem sich mein "Nicht Outing" von Freitag so unabgeschlossen anfühlte, wollte ich das beim nächsten Mal anders machen. Und habe es auch getan. Und prompt fühlt sich die ganze Sache etwas runder an.

    Ich habe meinen Alkoholismus mir und auch jemand anderem eingestehen können und mich damit wieder ein Stück weiter befreit seelisch.

    Aus einem bocklosem Tages Start ist ein weiterer Schritt für mich geworden. Ein kleiner, aber für mich schwierig und dementsprechend befreit fühle ich mich.

    Einen schönen Abend Euch allen weiterhin.

    Gruss
    Marco

    Hallo Kaleu,

    da hast Du absolut Recht. Gerne benutze ich den "man", um mich zu rechtfertigen, nicht meine Meinung zu äussern oder nicht zu mir zu stehen.
    Das macht "man" doch nicht! So etwas sagt "man" doch nicht.

    Wenn ich manchmal an nasse Situationen zurückdenke, dann fällt mir auf, dass ich oft eben nicht zu mir gestanden habe. Dabei habe ich dann wohl den Kontakt zu mir verloren und das habe ich versucht mit dem Suff zu kompensieren.

    Dadurch entfernt man sich wohl im Laufe der Jahre immer weiter von Sich und wird zum man. Wenn ich Leute auf unangenehme Dinge anspreche, wird auch oft dieser man benutzt. Wahrscheinlich eine weit verbreitete Technik, um Probleme nicht direkt auf Sich selber beziehen zu müssen.

    In den letzten Monaten kam es schon mehrfach zu Situationen, vor denen ich flüchten wollte, weil ich Angst hatte meinen Standpunkt zu vertreten. Ich hatte Angst vor der Reaktion des Gegenübers. Meistens war die Reaktion aber ganz anders als ich erwartet hatte.

    Eines meiner Ziele ist es nicht mehr so viel über die Reaktion anderer Leute nachzudenken, sondern ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Stärkung meines Selbstbewusstseins und vor allem Selbstverständnisses. Eine Annäherung an meine persönliche Mitte, aus der heraus ich auf die Anforderungen des Lebens und meiner Umwelt agieren kann.

    Eine ganz ganz kleine Vorstellung wie man das schaffen kann habe ich schon. Aber solche Veränderungen müssen über Erfahrung und Übung vonstatten gehen denke ich.

    Schönen Sonntag noch!

    Gruss
    Marco


    Hallo Ollie,

    ja so in etwas läuft das auch alles bei meinem Bekanntenkreis ab. Viele dieser Leute haben eben kein Alkoholproblem, sondern trinken abends am Wochenende gerne mal Bier.
    Der Sport steht da definitiv im Vordergrund. Einige Leute wissen es auch und haben natürlich vollstes Verständniss und achten auch darauf. Daran merke ich dann, dass ich Ihnen als Mensch und Sportsfreund wichtig bin. Das ich nicht über Nacht bleibe und mit trinke ist für die absolut nachvollziehbar.

    Diesen Freitag war ich ja auch vor Ort und habe geholfen den Event vorzubereiten. Nach getaner Arbeit bin ich dann abgezogen nach Hause.
    Dieses Mal habe ich meine Gefühle auch sehr genau unter die Lupe genommen und mir ist aufgefallen, dass ich schon ein wenig daran knabbere. Aber nicht, weil ich nichts trinke, sondern weil es noch nicht alle wissen und ich mich aus der Affäre ziehen musste/wollte.
    Es fühlt sich nicht gut an wenn ich keinen Klartext rede. Das ist das einzige was mich gestört hat. Als ich zu Hause war ging es mir auch sofort wieder gut, weil ich meine Wohnung als meinen Rückzugsort sehe.

    Auch wenn ich mich dort komplett oute, werde ich trotzdem Events meiden, bei denen Camping gemacht wird. Denn wenn die Leute abends nicht nach Hause fahren...
    An Trainingstagen ohne Camping Möglichkeit gibt es keinen Alkoholkonsum. Dann wird alles eingeladen und ab nach Hause. Das ist absolut ok für mich. Besonders weil meine Trainingspartner über meinen Alkoholismus bescheid wissen.

    Gruss
    Marco

    Hallo Ollie,

    für mich sind reale Meetings sehr wichtig für den Umgang mit meinem Alkoholismus. Es ist schon etwas anderes Leuten ins Gesicht zu schauen, während ich von mir erzähle, oder Ratschläge gebe.

    Aber es gibt für mich auch sehr positive Seiten des Online Austausches.
    - Hier wird eher Klartext geredet als ich es aus der Gruppe kenne.
    - Ich habe mehr Zeit.
    - Es gibt hier wesentlich mehr Erfahrungswerte als in einer 12-18 Personen Gruppe
    - Ich kann hier immer schreiben.

    Beide Varianten ergänzen sich sehr gut für mich, da ich hier gewonnene Erfahrung mit in die Reale nehmen kann, und andersherum.

    Es gibt Studien, die belegen, dass Menschen sich in Ihren Autos aggresiver verhalten als ausserhalb. Das liegt daran, dass man sich im Auto geschützt und irgendwie wohl auch anonym fühlt. Das ist auch hier ein wenig der Fall. Das macht den Austausch hier einfach etwas "härter" finde ich.

    So klare Ansagen wie hier habe ich sonst noch nicht gehört/gelesen.

    Gruss
    Marco

    Hallo,

    Dein Körper wird immer weniger danach schreien, aber diese Kopf Kiste ist weiterhin aktiv. Also immer schön dran denken was einem der Suff schlechtes gebracht hat!

    Ich habe ein Foto von meinem Tiefpunkt, das sehe ich jeden Tag, weil es mein Display Hintergrund auf dem Handy ist.
    Schreib einfach oder benutz den KUMMERKASTEN hier im Forum.

    Bei mir hilft als wirkungsvollstes, dass ich mir bewusst mache was ich keinesfalls wieder will. Und das sind eben diese fiesen Gefühle nach dem Trinken.

    Bleib am Ball! Ich mag was Du so schreibst :wink:

    Gruss
    Marco

    Hallo,

    ich kenne diese Anspannung. Dein Beitrag ist jetzt eine halbe Stunde her und hat es Dir wenigstens minimal geholfen drüber zu schreiben?

    Ansonsten tu etwas was Dir gut tut. Wenn Du das nicht genau weisst, dann versuche es einfach mal mit einer Wechsel Dusche und viel Mineralwasser.
    Eine Runde um den Block gehen. Räum in der Wohnung iwas auf oder putz Deine Auto.

    Vor allem Denke zu Ende! Was ist denn das Ergebniss wenn Du nachgibst? Das fiese Gefühl nach einer durchzechten Nacht! Scham! Kater! Und noch mehr Durst!

    Ich hoffe das kann Dir ein klein wenig helfen wo es gerade akut ist!

    Gruss
    Marco

    Zitat von Tocco54

    Noch eine Anmerkung.
    Persoenlichkeitsentwicklung vom Erkenne dich selbst bis hin zum Werde der ,der du bist war und ist mir auch ein grosses Anliegen, für mich unverzichtbar .
    LG

    Hallo,

    ich soll für meinen Sozialbericht meine Zielsetzung für mein zukünftiges Leben aufschreiben.
    Pff, was schreibt man da? Habe vor den Antworten hier auch schon darüber nachgedacht, aber habe es nicht geschafft es zu artikulieren. Ich hab dann einfach nur ein Gefühl, welches ich erstrebenswert finde. Es ist das Gefühl, wenn ich Dinge so mache, wie ich sie eben mache, oder sage wie ich sie sage, und mich dabei wie ICH fühle.

    Die Erwartungshaltung die andere an mich haben, ist ja zu 90% nur in meinem Kopf. Meist weiss ich gar nicht so recht, was denn andere Menschen von mir erwarten. Aber ich denke manchmal zu wissen was andere erwarten und setze mich damit unter unheimlichen Druck.

    Auch hier im Forum fällt es mir schwer "freischnauze" zu schreiben. Ich habe mich vor einigen Wochen schon gefragt, ob ich hier nur unterwegs bin, um mir Bestätigung zu holen.

    Egal wo ich neu bin, ich versuche immer mich anzupassen und so zu sein wie die anderen es erwarten (was ja wahrscheinlich gar nicht so ist)

    Wo ich mich wirklich wie ich selber fühle sind Situationen, wo das zwischenmenschliche erstmal sekundär erscheint. Sprich auf der Arbeit, beim einkaufen oder bei einem der vielen Krankenhausaufenthalte (Sport is Mord :D) In diesen Situationen müssen ich und die anderen Personen einfach zusammentreffen. Daher sind mir Dates auch ein absoluter Greuel. Da kommt jemand freiwillig und dann nur um MICH kennenzulernen. Das empfinde ich als sehr unangenehm.

    Auf der Arbeit bin ich ja nicht, um irgendwem zu gefallen, sondern aus einer Notwendigkeit heraus. Dort vertrete ich meine Meinung, natürlich auch mit Rücksicht auf andere, aber doch wesentlich vehementer als in einer Beziehung zum Beispiel.
    Was die Kollegen von mir denken ist dann für mich erstmal Nebensache. Ich bin ja dann nicht da um denen zu gefallen, sondern um mein Geld zu verdienen. Und das klappt auch recht gut.

    Im Privatleben sieht das gaaanz anders aus. Als ob ich ein anderer Mensch wäre. Plötzlich muss ich überlegen was ich sage und beobachte nervös mein Umfeld.

    Wenn ich so Deine Beiträge lese Kaleu, dann habe ich beim lesen das Gefühl, dass Du aus Deiner Mitte schreibst.

    Gruss
    Marco

    Hallo,

    habe gerade auch noch mal kurz über alles nachgedacht.

    Es handelt sich um Motorsport. Viele Leute, mit denen ich das Hobby betreibe, trinken Bier im Anschluss an das sportliche. Das tut mir in der Tat nicht so gut. Daher bin ich auch immer nach Hause nach dem Sport.

    Es ist so, dass ich ausgepowert nach dem Sport auch immer starken Durst habe. Da kam dann immer das kalte Bier. Komischerweise habe ich das beim Joggen oder anderen Sportarten, die ich alleine betreibe nicht so. Also ist das wohl der Zusammenhang mit dem Umfeld.

    Ich habe mich schon deutlich zurückgezogen aus vielen Aktivitäten dieses Kreises, aber so ganz möchte ich ja auch nicht auf ein Hobby verzichten, das mir eine Menge Spass bereitet.

    Ich werde meien Gefühle und Gedanken da aber noch einmal auf den Prüfstand stellen. Danke für die Anregung noch etwas genauer hinzusehen.

    Ich habe auch gerade gemerkt wie positiv ich wieder drauf bin und nehme das mal als AUSRUFEZEICHEN.

    Gruss
    Marco

    Hallo,

    ja das könnte passieren. Ist auch gar nicht weit her geholt dein Gedanke. Aber möchte mich ja vom Trinken und nicht dem Sport entfernen. Es gibt ja auch einige Leute dort, die auch nicht trinken.

    Jetzt wo Du es sagst, hatte ich vergangenes Wochenende auch nach dem Sport einen kurzen Anflug von Verzichtsgedanken. Sobald ich wieder zu Hause war, war es weg. Meine Wohnung ist mein Wohlfühl Platz geworden.

    Gruss
    Marco

    Zitat von silberkralle

    glück auf marco

    ich bin davon überzeugt, dass du aus jeder form LZT was für dich rausholen kannst.
    leider is ne LZT bei einigen "verschwendete zeit".

    schöne zeit

    :D
    matthias

    Hallo Matthias,

    und das liegt nur an der Einstellung zu allem. Diese kann man sich nicht anlesen oder sonst was.
    Ich hatte ein paar Schlüsselerlebnisse in der Gruppe, wo mir plötzlich bewusst wurde, dass ich im Suff nicht einfach nur die Kontrolle über mein Trinkverhalten verloren hatte, sondern über mich selber. Alles was ich wollte war eigentlich nur noch von Sucht bestimmt und schon lange nicht mehr von mir selber. Als der Psychologe ausführte, dass man bei keinem Suchtkrankem Menschen Geduld vorfindet, oder dass Versuche das Trinken zu kontrollieren ein Hilfeschrei der Seele sind, die schon lange weiss dass sie süchtig ist, da war es klar. Ich bin süchtig! Nur ICH wusste das nicht.

    Vor dem Rückfall musste ich zur Gruppe, weil ich ja ein Problem mit dem Alkohol habe, nachdem ich endgültig gestanden habe Alkoholiker zu sein wollte ich zur Gruppe. Wem ich das gestanden habe? Mir!! Obwohl der Psychologe nie selber süchtig war, konnte er so viele Sachen sagen, die ich genau so empfand. Diese Dinge weiss er aus 40Jahren Erfahrung bei der Arbeit mit Süchtigen.

    Also bin ich doch gar nicht so individuell wie ich dachte. Nicht in diesem Zusammenhang zumindest. Daher kann ich vieles hier auch viel besser annehmen.

    Nicht nur hier, auch der Psychologe, den ich vorher als nervend und zu langsam redend empfand, wurde eine Kompetenz für mich, auf die ich mich einlassen wollte. Dieser Mann wusste mehr über das was in mir passiert als ich selber. Wenn man sich und seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle sehr lange vernachlässigt hat, braucht es halt mal nen Denkanstoss von aussen, um das erstmal zu verstehen.

    Vor ein paar Tagen schrieb ein sehr unentspannter User, hier im Forum würde den Leuten etwas vorgeschrieben. Am Anfang habe ich manche Dinge vielleicht auch als Regeln verstanden, aber sobald ich davon etwas ausprobiere, merke ich, dass es mir gut tut. Natürlich ist das nicht mein eigener Weg, aber das muss es auch erstmal gar nicht. Wer ich ohne Sucht bin weiss ich ja noch gar nicht nach einem halben Leben unter THC und Alk Einwirkung. Die Suchtmittel müssen erstmal etwas in den Hintergrund treten bevor ich weiter sehen kann, was ich denn eigentlich will.
    Es geht bei den Grundbausteinen nicht um das einzelne Individuum, sonderm um den Charakter der Sucht, der uns allen hier gemein ist.

    Was mir aufgefallen ist bei mir; ich fand früher schon die nicht-trinkenden Menschen viel cooler. Wie oft hab ich mir gedacht "Woher nimmt der nur die ganze Power dies und jenes zu machen?"
    Nicht nur auf Sport bezogen. Auf die Gesamte Lebensgestaltung einfach. Klaro, ich hatte mein Leben ja schon ewig nur sehr begrenzt selbst gestaltet. Den Grossteil hat die Sucht schon für mich erledigt. Darum fühle ich mich jetzt auch kaum eingeschränkt durch die paar Dinge auf die ich besser "verzichte"

    Morgen ist wieder so ein Event, bei dem es tagsüber um den Sport geht und abends ums Saufen. Tagsüber werde ich dort sein, mich mit netten Leuten unterhalten, Gemeinsamen Interessen fröhnen und aktiv meinen Tag gestalten. Zum Abend hin werde ich einfach nach Hause fahren, in meine Wohnung und mal schauen auf was ich dann Lust habe.

    Ich hoffe mir bleibt diese positive Einstellung erhalten. Natürlich habe ich an manchen Tagen auch mal absolut keine Lust auf nichts, aber das kann ich schon ein wenig besser ab und ich kann mich ganz gut beschäftigen. Meistens lese ich einfach hier etwas.

    Schönen Abend noch!

    Gruss
    Marco