Beiträge von marcomarco

    Hallo,

    das hört sich nicht sehr gesund an was da in Deinen Knien los ist :(
    Habe rechts nen unbehandelten Kreuzband Riss mit Arthrose 2. Grades, linke Schulter auch schon operiert nach Auskugelung, auch Arthrose 2. Grad, und diverse andere Brüche wie Kiefer, Rippen, Schlüsselbein rechts, 2XDaumen ausgekugelt usw usw. Schmerzen hab ich auch oft genug, komischerweise hilft bei mir nur in Bewegung zu bleiben. Je länger ich inaktiv bin, umso schlimmer werden die Beschwerden.

    Aber mal weg von der Krankenakte. Es muss ja nicht für jeden Sport sein. Ein Hobby einfach, Ablenkung. Etwas was Dich einfach mit Freude erfüllt und einnimmt und im besten Fall mit Gleichgesinnten zusammenbringt.
    Das hat mir geholfen aus dieser Gedanken Spirale um meine Hirn Chemie heraus zu kommen. Du selber kannst die guten Gefühle erzeugen, aktivieren, unterstützen. Das ist nicht leicht, ich weiss. Habe mich monatelang an diese Gedanken geklammert, dass ich eine "Pille" brauche um den gewünschten Gemütszustand zu erreichen.

    Hallo Andreas,

    jaja die NIEDERLANDE halt :wink: Mit deren ollen, klapprigen Hollandrädern wäre aber Land unter im deutschen Mittelgebirge :D
    Die Rad Wege dort sind bestialisch gut ausgebaut und als Autofahrer tut man gut daran, sich an den gelernten Schulterblick gut zu erinnern.

    Sport ist einfach eine super Sache. Am besten gefällt mir das Gefühl nach der Bewegung. Ein Beispiel; Wenn ich matt von der Arbeit komme (stehe, gehe und klettere auf Werkbänken rum den ganzen Tag) und keine Lust auf Abwasch habe, ruhe ich mich kurz aus, ziehe dann die Sportschuhe an und gehe eine Runde laufen oder eben Radfahren. Danach gehen solche Sachen wie von selbst und ich komme in einen guten Flow.
    Da fragt man sich dann, warum man sich noch 40 Minuten vorher so gesträubt hat.

    Entgegen der Meinung vieler Sport Muffel ist man nach dem Sport nämlich im Idealfall nicht komplett fertig und ausgelaugt, sondern entspannt und leistungsfähiger.

    Hallo,

    gestern war ich in der realen SHG und es hat wie immer gut getan. Egal wie ich mich vorher fühle: müde, aufgedreht, genervt, schlapp, stinkig... Wenn ich aus der Gruppe gehe und mich auf den Weg nach Hause mache, fühle ich mich entspannt. Es macht mir richtig Spass mich dort mit den Leuten auszutauschen und Denkanstösse zu bekommen oder selber welche zu geben.
    Gestern hatte ich kurz im Auto, auf dem Weg nach Hause, das Gefühl weinen zu wollen, keine Ahnung warum. Irgendetwas passiert in diesen 90 Minuten mit mir. Sehr gut!!! Es war kein unangenehmes Gefühl. Eher so ein; ja das bin ICH. Und zu diesem ICH gehört halt auch der Gruppenbesuch. Auch wenn ich erst seit gut 5-6 Monaten wieder regelmässig gehe.
    Ich bin auch einfach nur froh, die Entscheidung getroffen zu haben. Kein innerer Zwiespalt, ob ich Kiffen oder Trinken soll/will/muss. Das möchte ich dann gerne auch anderen vermitteln, dass eine klare Entscheidung einfach der erste Schritt ist. Es ist nicht plötzlich alles "heile Welt" aber ein guter Anfang.

    Heute habe ich dann mit meiner Kontakt Person bei der Suchthilfe telefoniert und für nächsten Mittwoch einen Termin vereinbart. Habe bei dem Telefonat kurz abgeklärt, dass ich einfach mit Ihr zusammen besprechen will, wo ich jetzt stehe und wie Wir zusammen weiter vorgehen können.Eine ambulante Therapie ist immer noch das Ziel, aber dadurch, dass ich in den letzten 7 Monaten doch 3 mal abgeknickt bin, muss sich zeigen, ob es sinnvoll ist diese jetzt zu beantragen.
    Innerlich habe ich keinen Zeitdruck. Wie schon mal von mir geschrieben, finde ich, dass Zeit eh relativ ist bei meiner Zielsetzung.
    Hauptsache ich bleibe dran und nehme meine Möglichkeiten wahr.


    Fühle mich im Moment ziemlich gut, auf der Arbeit und privat läuft es runder. Treibe regelmässig Sport, führe den Haushalt, aber lege meine Messlatte einfach niedriger an und siehe da; weniger Stress und ich bin besser drauf.

    Leider weiss ich auch, dass mich schnell etwas aus der Bahn werfen kann und ein unglaublicher Saufdruck aufkommen kann. Meinen selbstpersönlichen Notfall Koffer habe ich bisher nur mit einem Bild(Absturz, da möchte ich nie mehr hin) und einem Besuch bei meinem Bruder gepackt. Ich hoffe überhaupt noch so weit zu denken, dass ich mir das Bild ansehe, viel Wasser trinke und eine kalte Dusche nehme, falls die Gefühls-und Gedankenachterbahn den Haltebügel vor meiner Nase zuschnappen lässt. Es gibt keinen Alk im Haus, Trink und Konsum Bekanntschaften (Freunde?)habe ich seit Monaten nicht mal am Telefon gesprochen und ich versuche mir Überbelastung vom Halse zu halten.
    Gute Laune ist schön, aber bin da auch etwas vorsichtiger und misstrauischer geworden.

    Einen schönen Abend allen!!

    Marco

    Nabend,

    ich habe sogar mal von einer Studie gehört, wonach die Holländer weniger Probleme mit Fettleibigkeit bei Kindern und Heranwachsenden haben, weil das Rad fahren dort so hohen Stellenwert hat.

    In Amsterdam steht auch ein riesiges Parkhaus für Räder. Echt super wie die Holländer das annehmen. Geld sparen, gesund bleiben und Spass haben. Passt!!

    Hallo,

    habe Deinen Beitrag mit grossem Interesse gelsen, da ich vor einem halben Jahr auch so etwas immer gedacht habe.
    Meine Fragestellung war: Warum gibt es kein Medikament, dass einen so fühlen lässt, als ob man am Vortag gekifft hat?! Ich habe das dann auch mit meiner Gehirnchemie begründet, dass da ja jetzt etwas fehlt und ob es nichts gibt, was genau da andockt, ohne Rausch und mich so entspannt fühlen lässt.

    Mittlerweile weiss ich, dass genau das die Sucht ist und bin völlig ab von solchen Gedanken. Nur das eigene Denken und Handeln lassen mich gut fühlen und dafür gibt es auch keinen Ersatz Stoff.
    Bei Dir liegen da die Ängste zugrunde, bei mir sind es die Selbstzweifel. Im Grunde ist es einfach die Sehnsucht nach einem von aussen herbeigeführtem Bewusstseinszustand. Sucht halt.

    Ich habe diesen Gedanken los gelassen, es gibt so viele Sachen die mich gut fühlen lassen und die haben rein gar nichts mit irgendwelchen von aussen herbeigeführten Substanzen zu tun, nur mit mir selber. Und wenn ich mich nicht gut fühle, versuche ich es hinzunehmen und zu verstehen warum.

    [quote="Lynielle"..., dass es sich bei diesen Sit-ins nicht so um iwelche Stoffe dreht, sondern mehr um das Beieinander sein und so.
    Lyni[/quote]

    Ich hab auch die Hälfte meines Lebens mit "den anderen" immer nur beieinander gesessen, da ging es nur ums Beieinander sein. Gekifft und getrunken wurde da nur so beiläufig. :wink:

    Du meldest Dich hier an mit einer extrem heftigen Lebensgeschichte, bist 14 Tage konsumfrei, träumst täglich schlecht, aber jetzt schon so stabil Dich wieder in den "alten Kreisen" zu bewegen?
    Da frage ich mich einfach wie ernst es Dir ist etwas zu ändern! Ich schaffe es auf jeden Fall nicht meine Verhaltensmuster in 2 Wochen zu ändern.

    Zitat von Lindi

    Neee ..... fast so verbreitet wie "aelter werden"

    Davon hab ich schon mal gehört, alle reden davon. Aber zum Glück habe ich diese Krankheit noch nicht. Puuuh.
    Muss meinem Mammut mal eben was kochen, hab mit Mühe und Not das Feuer anbekommen. :D

    Bin auch hauptsächlich Spass Fahrer. Zum Einkaufen nehme ich weiterhin gerne das Auto, weil es mir einfach zu lästig ist nur in Rucksack Grösse einzukaufen.

    Konnte mich bisher absolut nicht mit Klickies anfreunden, natürlich ist das Fahren runder damit, weil man ja auch Zug ausüben kann auf dem entlasteten Bein. Da ich aber gerne Spirenzchen mache mit dem Rad ist mir das einfach zu gefährlich. :D Ich muss da immer das Gefühl haben das Rad in windeseile weg werfen zu können.
    Ich sträube mich gegen "professionelle" Fahrrad Kleidung, mag funktionell sein, aber bevorzuge Cargo Hosen und Kapuzzen Pullover. Der Style Faktor halt :wink:

    Besonders gefällt mir, dass ich meinen Entdeckungs Drang super ausleben kann mit dem Rad; was liegt wohl hinter dem nächsten Hügel, wo führt eigentlich dieser Weg hin usw usw.
    Das führt dann auch zu den längeren Touren. Einfach die Neugierde und die Bewegung an der frischen Luft.

    Wahnsinn wie viele Leute Knie Probleme haben, ist ja fast so verbreitet wie, sagen wir mal Alkoholismus :D

    Zitat von schnuffig


    Du bist kein Pferd und trotzdem hält wer deine Zügel. Es ist deine ehemalige Belohung. Sie hält deine Zügel und zieht sie immer fester.
    Im Kreis im Kreis im Kreis den ganzen Tag, das ganze Leben.

    Du bekommst nochmal extra welche, weil du das mit dem Tee und dem Forum gut gemacht hast. :)


    Den Kreis durchbrechen. :!: Sehr bildliche Darstellung. Ich kann mich nicht so bildlich ausdrücken, aber als ich Deinen Text gelesen habe, hatte ich doch Bilder vor meinem gesitigem Auge. Danke für Deine Zeilen!

    Es sind fast 4 Wochen seit dem letzten Konsum vergangen, mir gehts gut und die Bilder wie ich am Boden liege sind noch sehr präsent. Um diese auch nicht mehr zu vergessen oder zu beschönigen werde ich weiterhin versuchen meine Gedanken hier regelmässig zu teilen.

    Ein schönes Wochenende an Alle!!!

    Zitat von Lynielle


    werden die auch nix trinken. Nur halt anderes wohl vllt..
    Lyni

    Ich denke Du wirst noch ein paar Runden drehen müssen. :( Sich mit Konsumenten weiterhin umgeben widerspricht jeglichem stabilem Fundament. Um welche Bewusstseinsverändernden Substanzen es sich auch handelt is dabei völlig egal.

    Hallo schnuffi,

    die Prioritäten Verschiebung war glaube ich schon mehrfach mein Verhängniss. Wachsamer sein und die Trockenheit an Erste Stelle und nicht hinter den Sport setzen. Das ist eine der Änderungen die ich umsetzen will.

    Darum habe ich mich ja auch bewusst hier angemeldet. Bei mir fängt es irgendwann nach 3 Monaten an kribbelig zu werden. Wenn ich mich zu gut fühle bringe ich mich mit voller Absicht an meine körperliche Belastungsgrenze. Letztes Jahr habe ich mich nach solchen Gewalt Aktionen dann immer mit einem Vollrausch "belohnt"
    :shock:
    Wie dämlich ich war/bin!! Als ob es eine Belohnung für meinen gestressten, ausgezehrten Körper wäre Ihn noch zu vergiften.
    Aber es ist wohl bei mir ein unterbewusstes Ritual geworden. Also möchte ich dem Ritual den Boden unter den Füssen weg ziehen und den Sport moderat aber nicht mehr so verbissen angehen.

    Heute war ein super Tag und schon erwische ich mich bei dem Gedanken wie gut es mir doch schon wieder geht und dass ich ja doch noch dies und jenes und das tun könnte. Stattdessen hab ich mich erstmal in Ruhe hin gestezt, einen Tee getrunken und mir Zeit fürs Forum genommen.
    Keine Gedanken an Alkohol, aber ein wenig bemerke ich eine "ich will alles und zwar jetzt, sofort" Einstellung.
    Also Gang zurück schalten, Tee trinken und in Ruhe weiter sehen.

    Schönen Abend noch!

    Hallo Lindi,

    harte Jahreszeit auch für einen Wiedereinstieg :D
    Das mit der Kondition ist genau wie bei allem anderem; da muss man dran bleiben und manchmal tut es auch weh. Habe aber einen Freund schon mal in 8 Wochen auf ein echt gutes Konditions Level steigen sehen. Beim Radfahren kann man auch so schön schummeln mit der Gangschaltung.
    Rythmus finden und stetig weiter treten im Berg heisst die Devise :lol:

    Leider nutze ich meinen Panzer auch viel zu oft für "Püpse".
    Bequemlichkeit halt.

    Zu Deinem Knie; ich habe im rechten Knie 2 mal das vordere Kreuzband gerissen (den 2. Riss unbehandelt bis heute) und das einzige was mir echt auf Dauer hilft schmerzfrei zu sein ist TADAAAA: RAD FAHREN!!
    Es stärkt die komplette Beinmuskulatur und das nimmt dem Knie ne ganze Menge Arbeit ab. Ausserdem ist die Bewegung beim Radeln eine geschlossene Bewegungskette, also ohne Stoss Belastungen wie beim Laufen und somit die ideale Physiotherapie bei Knie Schmerzen.

    Also am Ball bleiben! :wink: Im Sommer kommt das mit den Touren von ganz alleine. Es gibt nichts besseres als im Sommer bis zum Sonnenuntergang zu fahren!

    Schönen Abend noch!

    Guten Abend an die Drahtesel begeisterten,

    toller Thread! Ich fahre leidenschaftlich gerne Fahrrad, für mich ist es ganz natürlich geworden mit den Jahren. Als Kind war ich täglich mit dem BMX Rad unterwegs. Naja "als Kind" ging dann so bis ich ca 28 war :D

    Mittlerweile fahre ich ein Mountain Bike und liebe es einfach! Ich liebe es im Sommer die Gegend zu erkunden, auch bekannte Strecken geben eine ganze Menge neuer Details her wenn man nicht einfach stumpf mit dem Auto dran vorbei tuckert.
    Auch bei schlechtem Wetter und ich Winter mache ich nur längere Pausen wenn es wirklich unfahrbar wird draussen. Es gibt nichts besseres als nach einer ausgiebigen Rad Tour wieder zu Hause anzukommen und eine heisse Dusche zu geniessen :D

    Am Montag wollte ich zur SHG und da mein Auto gerade in der Werkstatt steht, habe ich dann das Rad genommen. Ok, es war zwar nass, aber als ich an den Blechlawinen vorbei gerollt bin, die im Stop'n'Go auf die Ampel zu stotterten... Da habe ich wieder mal gedacht: "Jaja das Auto und die grosse Freiheit mit 1000 anderen im Feierabend Verkehr fest zu stecken" :D

    Der letzte Beitrag hier ist ja schon einige Zeit her, vielleicht fährt ja noch einer von Euch aktiv?

    Schönen Abend noch zusammen.

    Marco

    Hallo,

    ich selber hatte meinen ersten Vollrausch mit 14, ne ganze Menge Räusche kamen hinzu. Als ich 17 wurde, wollte ich nicht SO weiterleben. Also habe ich von heute auf morgen aufgehört zu konsumieren. Aufgehört zu konsumieren hatte ich, aber das war es auch schon. Ich hatte versucht ab diesem einen Tag einfach "normal" weiter zu leben. Am Anfang klappte das auch super, war ja alles so neu ohne Rausch. Aber der Grundstein der Sucht lag ja bereits. Damit hatte ich mich gar nicht auseinandergesetzt, null.

    Das Ende vom Lied ist, dass ich nach einem 3/4 Jahr einfach wieder angefangen habe zu Kiffen und zu trinken. Das hat mich dann weitere 15 Jahre im Griff gehabt.
    Je früher ein süchtiges Verhalten sich im Hirn festsetzen kann, umso schwerer wird es das zu erkennen, geschweige denn anzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen.

    Meiner Meinung nach bist Du auch noch nicht "ausgestiegen", Du hast nur mal den Kopf aus dem Fenster gestreckt und gesehen, dass da ja noch etwas anderes ist. Aber ich kann Dir nur aus eigener, leidvoller Erfahrung raten jegliche Hilfe zu suchen und auch anzunehmen.

    Sich zu Hause hinsetzen, ne Dose Cola schlürfen und weiter leben wird auf Kurz oder Lang wieder beim Ursprung des Problems enden. Dass da ein Problem ist, liegt ja klar auf der Hand, weil Dein Leidensdruck gross genug war Dich überhaupt hier anzumelden.

    Gruss
    Marco

    Hallo Frank,

    besuchst Du regelmässig eine reale SHG? Das ist für mich der erste Schritt und für mich ist eine Veränderung, dass ich diesem Besuch mehr Zeit in meinem Alltag einräume. Ich bereite mich bewusster drauf vor und plane ein regelmässig dort hin zu gehen. Vorher habe ich das eher so beiläufig gemacht.
    Mein Auto ist gerade in der Reperatur und gestern bin ich im Regen mit dem Rad dort hin (25Minuten je Strecke) um MIR zu zeigen, dass ich das ernst meine und mich nicht durch so etwas abhalten lasse Zeit in mich zu investieren.

    Hallo,

    pffff Leute gibts. Ich hab sicher auch oft Leute versucht zu überreden doch mit mir zu trinken, weils es ja ach so lustig ist. Aber das hört sich irgendwie total Banane an. Ob der IQ der Person wohl auf ähnlichem Niveau lag wie der Alkohol Gehalt des Getränkes in % ? :roll:

    Man weiss es nicht :lol: Gut reagiert! Wenn mich dann jemand hätte so stehen/sitzen lassen, hätte es mich wenigstens zum Nachdenken animiert.

    Mahlzeit,

    kleiner Zwischenbericht von mir.
    Ich hatte eine recht turbulente Woche mit Gefühlsbergen und Tälern, leider mehr Tal als Berg aber OK. Gut finde ich natürlich trotz Kummers nicht getrunken zu haben. Gestern habe ich im Gedanken für mich dazu formuliert; es war und ist nicht leicht mit den ganzen Emotionen umzugehen, aber ich habe nüchtern etwas was ich betrunken gar nicht mehr habe; Handlungsspielraum und ein klein wenig mehr Freiheit.

    Gestern wurde ich in der SHG auf etwas aufmerksam gemacht, und zwar, dass die Vorraussetzung einer ambulanten Therapie eine stabile Abstinenz ist. Meine letzte Abstinenz (Trinkpause?!?) war aber nur gute 11-12 Wochen alt. Zähle das nicht immer genau, weil ich denke, dass die vergangene Zeit relativ ist bei der Zielsetzung ein nüchternes Leben führen zu wollen.
    Diese Ansage hat in mir ein Gefühl von Druck erzeugt a la: jetzt muss ich aber... Ich merke aber, dass dieses Druck Gefühl absolut kontraproduktiv ist. Eine stationäre Therapie würde ich gerne umgehen aus folgenden Gründen: a) der Arbeitgeber weiss noch nichts von der Krankheit und b) dem Unternehmen geht es wirtschaftlich sehr schlecht gerade und in 15 Jahren Zugehörigkeit habe ich mich etabliert und bin fester Bestandteil der Arbeitsplanung c) ich habe massive Angst bei dem Gedanken für 4 Monate "weggesperrt" zu sein (ja ich weiss, Denkfehler, ist aber so)
    Am 18.02. ist meine Sachbearbeiterin bei der Suchthilfe wieder da und dann werde ich mit Ihr zusammen besprechen wie es weiter geht. So lange will ich versuchen mir diese Spekulationsgedanken und Befürchtungen vom Leib zu halten.

    Gut finde ich, dass ich mir selber klar geworden bin, dass, falls ich die ambulante Therapie beginnen kann, ich mich umstellen muss.
    Bisher gab es da immer nur Sport, Sport, Sport und Motorradfahren. Innerlich habe ich mich schon eingestellt darauf, dass das zwar schöne Sachen sind die mir gut tun, aber im Moment auf meiner Prioritäten Liste nach unten rutschen. Die Chance aktiv an der Krankheit zu arbeiten ist mir da langfristig gesehen deutlich mehr Wert.
    Der Besuch der Gruppe war aber ansonsten sehr positiv für mich, bringe mich dort gerne und viel ein. Habe schon langsam ein schlechtes Gewissen, weil ich so oft Fragen und Anmerkungen zum Gehörten habe.

    Desweiteren hat mich das Arbeitsleben in Form einer 40Std Handwerker Woche wieder, nachdem die letzten Wochen eher kaum etwas zu tun war und ich deshalb manchmal nur halbe Tage arbeiten musste oder ganz frei hatte. So ne Arbeitswoche plus eigener Haushalt ist natürlich auch eine unumgängliche Pflicht für mich und ich merke, dass ich mir Zeit und Kraft besser einteilen (lernen) muss und möchte.

    Gut finde ich auch, dass ich mittlerweile bei aufkommender Euphorie mir immer wieder ins Gedächtnis holen kann wo ich nicht mehr hinmöchte. Ich lasse es mir gut gehen, aber versuche die Zügel doch fester in der Hand zu halten als vorher immer. Da habe ich nach ein paar Wochen schon gar nicht mehr dran gedacht überhaupt ein Problem zu haben udn hab mich vom guten Gefühl weg tragen lassen. Ich weiss nicht, ob das die "richtige" innere Einstellung ist, aber ich will meinen persönlichen Tiefpunkt nicht vergessen oder beschönigen vor mir selber.

    Ja das war es erst einmal und ich wünsche Euch allen eine schöne Restwoche und angenehme Tage in der warmen Stube.

    Lasst es Euch gut gehen!

    Marco