Guten Morgen ;),
durch den letzten Besuch bei meinen Eltern, habe ich einige Dinge erkannt.
Welche die Auswirkungen der Ehe meiner Eltern, ihrer Art und Weise miteinander und mit mir und meinem Bruder umzugehen, sind.
Jahrzehntelang war Alkohol eine Möglichkeit für uns alle mit unseren Gefühlen umzugehen, bzw. nicht umzugehen.
Dadurch, dass ich mich ja irgendwann aufmachte und in ein anderes Bundeslang zog, zur Familie meines Mannes und dort eine eigene Familie gründete, veränderte sich langsam über die vielen Jahre auch vieles zum Guten hin und ich konnte erkennen und erleben was Familie bedeuten kann.
Dafür bin ich wirklich dankbar.
Klar ist bei uns auch nicht alles Friedefreudeeierkuchen aber der Respekt vor dem anderen und die Zuneigung, die ist immer vorhanden.
Dieses Gruselkabinett das sich mein Elternhaus nennt, kann ich nun ohne innere Abneigung besuchen, weil ich inzwischen weg bin ( innerlich ), irgendwie können sie mir nichts mehr anhaben.......ich empfinde jedoch noch Mitleid und auch hin und wieder leichte Zuneigung, trotz allem.
Nun möchte ich gerne auf die Suche gehen, (nicht andauernd und ohne Therapie aber mit der Liebe und Zuneigung im Gepäck, die ich inzwischen doch von einigen Menschen bekomme), was auf der Strecke blieb an inneren Resourcen, in den vielen Jahren, in denen ich von meiner Ursprungsfamilie geprägt wurde.
Mir ist es auch wichtig wieder träumen zu lernen und mir für die Zeit, wenn die Familie mal nicht mehr an erster Stelle stehen sollte, zu überlegen, was ich tun könnte.
Da ich in meinen alten Beruf auf keinen Fall tagtäglich wieder zurück möchte, habe ich mir überlegt, vielleicht dann auf einem Bauernhof zu arbeiten.
Ich sehen mich nach einem einfachen Leben, nach Tagen die von einem sinnvollen Rythmus geprägt sind und im Einklang mit der Natur zu leben.
Wer weiß was aus diesem Traum wird, vielleicht ja auch nur ein 4-wöchiger Aufenthalt auf einem Bauernhof, nachdem ich dann wieder superfroh bin, in meinem alten Leben sein zu dürfen. 
Wichtig ist doch nur, das Träumen nicht zu verlernen.
Darin war ich eigentlich immer ganz gut und oft erfüllte ich mir auch meine Träume.
Daran möchte ich gerne anknüpfen und als kleine Traumerfüllung habe ich nun mal ein paar Termine für einen Drachenflug angefragt. 
Ist zwar nur ein Traum aus zweiter Hand aber auch ok für´s Erste.
Ich war heute beim hinterbliebenen Familienmitglied unseres Verstorbenen und mir wurden einige der unendlich vielen Beileisbekundungen vorgelesen.
Ich habe mich sehr über diese Geste der Verbundenheit gefreut und möchte dieses Treffen gerne noch einmal wiederholen.
Unser Verstorbener war ein ganz besonderer Mensch, nicht immer einfach aber schlussendlich meist freundlich und wirklich interessiert am Anderen.
Ich hatte meist das Gefühl, dass er wirklich auch Interesse an mir hatte, mich mochte und sein Engagement und kraftvolle Lebensbejahung haben nicht nur mich begeistert und geprägt. 
Seine Fehler und Versäumnisse wurden ihm am Sterbebett verziehen.
Ein schönes und würdevolles Leben ging friedlich zu Ende.
Liebe Grüße
Slowly ( dankbar trocken
)