Hallo Cookie,
ich selbst bin eine Tochter von trockenen, bzw. im Alter den Konsum von Alkohol sehr zurück reduzierten, Eltern und selbst seit bald 5 Jahren trockene Alkoholikerin und auch von der Coabhängigkeit habe ich mich weitgehend befreien können.
Ich kann deinen Zwiespalt gut verstehen und ich würde dir darum raten dir einen Ausbildungsplatz und eigene Wohnung/WG zu suchen und zwar so weit weg wie möglich von deiner Mutter.
Du machst einen reflektierten Eindruck, hast schon viel von den Mechanismen erkannt, die die Beziehung zwischen Alkoholiker/in und Angehörigen meist so destruktiv machen.
Trotzdem denke ich ist eine große räumliche Distanz, zumindest für die Anfangszeit, fast genau so wichtig wie die seelische Distanz.
Wenn du eben nicht mal in´s Auto oder die Bahn steigen kannst, um zu deiner Mutter zu fahren, dann tust du es auch nicht und das kann dich, wie einen Alkoholiker das trockene Zuhause, vor einem Rückfall bewahren.
Bei mir selbst war es so, dass meine erste coabhängige Beziehung jahrelang dauerte und großen Schaden bei mir verursachte.
Sie dauerte und dauerte, bis.........der Mensch dann plötzlich nicht mehr da war, Aufgrund meiner Entscheidung ( die mir sehr schwer fiel, ) die ich bis heute aber als einen der wichtigsten Wendepunkte in meinem Leben ansehe.
Sicherlich ist die familiäre noch eine andere Gefühlsebene als die in einer Beziehung, trotzdem würde ich mir an deiner Stelle überlegen, ob das nicht der richtige Schritt wäre.
Und ich würde das meiner Mutter auch nicht mitteilen, erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist.
Ansonsten ist die Gefahr viel zu hoch, dass sie versuchen wird dich davon abzuhalten, mit Manipulation und der Einimpfung von schlechtem Gewissen etc.........denn darin sind Abhängige leider Experten und sie schrecken auch nicht davor zurück, ihre Nächsten mit in den Abwärtsstrudel zu reißen.
Ob sie es wollen oder auch nicht ( das lässt sich meiner Meinung nach bei einer Suchterkrankung nicht genau sagen ), es geschieht aber und es geschieht mit höchstwahrscheinlich schlimmen Folgen.
Überlege es dir gut, ich war genau so alt wie du, als ich den Absprung schaffte !
Von meinen Eltern musste ich mich auch jahrelang distanzieren ( 800 km und auch innerlich ), bis dann eine gute Annäherung wieder möglich war.
Das ging aber auch nur, weil meine Eltern sich veränderten und an sich arbeiteten.
Du kannst deiner Mutter nicht helfen, es gibt nur einen kleinen Hoffnunschimmer, dass du es vielleicht doch kannst und der wäre weg zu gehen. Denn nur dann wird auch sie aus ihrem Schema geworfen und kann vielleicht noch einmal ihr Leben in die Hand nehmen.
Ich wünsche es euch !
Ganz liebe Grüße
Slowly