Beiträge von Slowly

    Huhu Thalia,

    Zitat

    Es ist offenbar ganz unterschiedlich, wie und wann das Erkennen der Erkrankung stattfindet. Hier fiel ja auch das Wort "Ehrlichkeit" (bei Slowly) und das hat mich angepiekt. Bin ich ein weniger ehrlicher Mensch, wenn ich nicht erkennen kann, dass ich alkoholabhängig geworden bin?

    Ehrlich gesagt ;) habe ich mir nicht so besonders viel Gedanken über Andere gemacht als ich meine Gedanken mitteilte und wahrscheinlich kommt das jetzt total arrogant rüber aber ich kann mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen, dass ein einigermaßen interessierter, belesener und dadurch informierter Mensch, der nicht verdrängt ( was für mich auch eine Art Unehrlichkeit darstellt ) nicht schon ziemlich bald nach Eintreten der Abhängigkeit merkt, dass er in einer Sackgasse gelandet ist und ein Suchtproblem hat.

    Das merkt man doch spätestens dann, wenn man versucht nichts oder weniger zu trinken und das dann nicht schafft.

    Verdrängung beinhaltet ja schon den Ansatz einer Erkenntnis, sonst gäbe es ja nichts zu Verdrängen und wenn es diesen Ansatz gibt, dann ist es doch Unehrlichkeit sich selbst gegenüber, wenn man diesen Gedanken nicht weiterdenkt.

    Oder mache ICH da einen Denkfehler ?

    LG Slowly

    Hallo Thalia,

    Aufgrund meines doch meist ziemlich ehrlichen Denkens und Verhaltens ( mir und Anderen gegenüber ), war es mir schon lange klar, ( wahrscheinlich seit ich es bin ), dass ich Alkoholiker bin.

    Ich habe das den Anderen gegenüber nicht so formuliert, als ich noch weiter trinken wollte aber ab dem Moment als ich trocken werden wollte, hat sich das geändert

    Ein Teil meiner langjährigen Trockenheit ist sicherlich meiner Radikalität und Ehrlichkeit bzgl. dem Umgang mit meiner Nüchternheit und meinem Leben im Allgemeinen zuzuschreiben.

    LG Slowly

    Hallo ihr Lieben,

    ja, den ganz normalen Alltag als Geschenk anzusehen, das auch
    erstaunlicherweise so gut wie nie langweilig wird, das hat schon was wunderbares. :)

    Vielleicht habe ich bei meinem letzten Bericht meine eigenen Gefühle auf andere projeziert und es ist mir selbst nicht mehr wichtig wiederzugeben, was sich alles so bei mir verändert hat. ;)

    Trotzdem kurz angemerkt :

    Als besondert erstaunlich beobachte ich, dass ich meinen Geist immer öfters ganz von selbst auf mein Inneres gerichtet wahrnehme und trotzdem im Äußeren sehr vieles weiterhin ganz genau beobachte.

    Dieses "ohne Scheuklappen durch die Welt gehen" und dabei trotzdem "bei mir zu bleiben" war mir früher nicht möglich.

    Alles hat mich mitgenommen, jetzt kann ich trotzdem, dass die anderen mir wichtig sind, in meinem "Inneren Haus" bleiben. :)

    Dazu bedarf es nicht einmal Meditationspraxis etc......

    Ein tolles Gefühl.

    LG Slowly

    Hallo Julikind,

    Zitat

    Z.B. darf meine Großmutter auf Wunsch meiner Mutter nichts von dem Rückfall wissen, sie sei zu alt, würde sich nur unnöig aufregen etc. Da ich mich aber weigere, mit meinem Vater in einem Raum zu sein, heißt das für mich, dass ich jeder Familienfeier fern bleibe und meiner Großmutter entsprechende Ausreden auftische (ich krank, Kinder krank....). Das tut mir zum einen weh, weil ich erstens meine Großmutter damit enttäusche, und zweitens ich selbst den Rest meiner Familie gar nicht mehr zusammen zu sehen bekomme.
    Soll ich meiner Mutte die Pistole auf die Brust sezten und sagen: du kannst erzählen was du willst, aber ich werde nicht mehr lügen?

    Genau das würde ich machen.

    Es ist ein Unding, dass du deine Oma anlügen sollst und um weiterhin Familiengeheimnisse zu wahren, bist du meiner Meinung nach nun zu weit in deinem Verständnis und deiner positiven Haltung deinen eigenen Bedürfnissen gegenüber.

    Deine Oma wird eh wissen oder spüren, dass da etwas im Busch ist.

    Wie genau du es ihr erzählen kannst, damit es für sie so schonend wie möglich ist, dazu könntest du zuvor mit einem Psychologen reden, der sich im Thema Familie gut "auskennt".

    Ich habe das auch so gehalten in (einem anderen Zusammenhang) und das psychologische Coaching hat mir ( trotz seiner Begrenztheit ) sehr geholfen.

    Sind halt doch Profis ( manche ;) )

    LG Slowly

    Guten Morgen,

    viel gibt es nicht zu berichten, was hier relevant wäre.

    Außer, dass ich bald 5 Jahre trocken sein werde und es in dieser Zeit keinen Gedanken gab, diesen Zustand wieder ändern zu wollen.

    Als hätte sich ein Schalter umgelegt. :)

    Da hatte ich einfach Glück.

    Ansonsten mag ich die Art und Weise wie sich mein Inneres verändert.

    Das hier zu erläutern, würde wohl den meisten nur ein Gähnen verursachen, also lasse ich es.

    Mit "Dramen", die die meisten Leute spannender finden, kann ich zur Zeit nicht dienen.

    Darum sage ich schnell mal "Tschüß". :)

    LG Slowly

    Hallo Barthell,

    ich bin einmal mehr begeistert, wie umsichtig du deine angestrebte Trockenheit verwaltest.

    Wenn du den Rückfall mit deinem Psychologen auseinanderklamüselt haben wirst, vielleicht hast du Lust mal hier ganz kurz zu berichten.

    Ich glaube ganz fest an dich.

    LG Slowly

    Hallo Barthell,

    Zitat

    Thema war vom vertikalen Denken zu eher horizontalem Denken zu kommen und Übungen wie ich versuchen kann raus zu finden was ich wirklich will.
    (und dass ioch auch Nein sagen darf, bzw. Entscheidungen die ich getroffen habe auch überdenken darf)

    hast du vielleicht Lust und Zeit über, um ein weniger darüber zu berichten ?

    LG Slowly

    Hallo Cookie,

    ich selbst bin eine Tochter von trockenen, bzw. im Alter den Konsum von Alkohol sehr zurück reduzierten, Eltern und selbst seit bald 5 Jahren trockene Alkoholikerin und auch von der Coabhängigkeit habe ich mich weitgehend befreien können.

    Ich kann deinen Zwiespalt gut verstehen und ich würde dir darum raten dir einen Ausbildungsplatz und eigene Wohnung/WG zu suchen und zwar so weit weg wie möglich von deiner Mutter.

    Du machst einen reflektierten Eindruck, hast schon viel von den Mechanismen erkannt, die die Beziehung zwischen Alkoholiker/in und Angehörigen meist so destruktiv machen.

    Trotzdem denke ich ist eine große räumliche Distanz, zumindest für die Anfangszeit, fast genau so wichtig wie die seelische Distanz.

    Wenn du eben nicht mal in´s Auto oder die Bahn steigen kannst, um zu deiner Mutter zu fahren, dann tust du es auch nicht und das kann dich, wie einen Alkoholiker das trockene Zuhause, vor einem Rückfall bewahren.

    Bei mir selbst war es so, dass meine erste coabhängige Beziehung jahrelang dauerte und großen Schaden bei mir verursachte.

    Sie dauerte und dauerte, bis.........der Mensch dann plötzlich nicht mehr da war, Aufgrund meiner Entscheidung ( die mir sehr schwer fiel, ) die ich bis heute aber als einen der wichtigsten Wendepunkte in meinem Leben ansehe.

    Sicherlich ist die familiäre noch eine andere Gefühlsebene als die in einer Beziehung, trotzdem würde ich mir an deiner Stelle überlegen, ob das nicht der richtige Schritt wäre.

    Und ich würde das meiner Mutter auch nicht mitteilen, erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist.

    Ansonsten ist die Gefahr viel zu hoch, dass sie versuchen wird dich davon abzuhalten, mit Manipulation und der Einimpfung von schlechtem Gewissen etc.........denn darin sind Abhängige leider Experten und sie schrecken auch nicht davor zurück, ihre Nächsten mit in den Abwärtsstrudel zu reißen.

    Ob sie es wollen oder auch nicht ( das lässt sich meiner Meinung nach bei einer Suchterkrankung nicht genau sagen ), es geschieht aber und es geschieht mit höchstwahrscheinlich schlimmen Folgen.

    Überlege es dir gut, ich war genau so alt wie du, als ich den Absprung schaffte !

    Von meinen Eltern musste ich mich auch jahrelang distanzieren ( 800 km und auch innerlich ), bis dann eine gute Annäherung wieder möglich war.

    Das ging aber auch nur, weil meine Eltern sich veränderten und an sich arbeiteten.

    Du kannst deiner Mutter nicht helfen, es gibt nur einen kleinen Hoffnunschimmer, dass du es vielleicht doch kannst und der wäre weg zu gehen. Denn nur dann wird auch sie aus ihrem Schema geworfen und kann vielleicht noch einmal ihr Leben in die Hand nehmen.

    Ich wünsche es euch !

    Ganz liebe Grüße

    Slowly

    Guten Morgen Matthias,

    ich halte nicht so viel von schlauen, überlieferten, dauernd beanspruchten Sprüchen.

    Sicherlich ist immer ( für irgend jemand) etwas Wahres daran aber schlussendlich mag ich selbst keine vorgefertigten Weisheiten wiederholen.

    Und wenn ich selbst auch die Meinung eines bestimmten Spruchs für mich vertreten kann, dann artikuliere ich das lieber in mehreren zusammenhängenden Sätzen. :)

    Was den Inhalt betrifft kann ich für mich sagenn, dass ich den ersten komplett bescheuert finde, den zweiten genial, den Dritten richtig und den vierten (allgemeingültig) für Quatsch.


    Ganz liebe Grüße

    Slowly

    Hallo Carl-Friedrich,

    ich habe meiner Familie und mir Vitamin D3 K2 bestellt, da nehmen wir jetzt ( fast jeden Tag ) eine Tablette davon und schauen, dass unsere Magnesiumaufnahme durch die Nahrung gedeckt wird. Eventuell gibt es bei "Hochleistungssport" oder so auch mal ein Beutelchen des Mineralstoffes in Citratqualität.

    Ich fahre damit gut und bin so gut wie nie krank, bei meinen Kindern schlägt es noch nicht so recht an aber sie vergessen es auch gerne mal :(

    LG Slowly

    Hallöchen an alle Leseratten,

    ich lese gerade "Letters of Note", ein superfetter Schinken aus der Bücherei, der auch, so gut es geht, Abbildungen der Originalbriefe enthält.

    Briefe, die die Welt bedeuten.

    Gestern las ich z.B. den darin enthaltenen Abschiedsbrief von Virginia Woolf an ihren über alles geliebten Mann.

    Sehr intim und beeindruckend, .......empfehlenswert.

    LG Slowly

    Hallo sunshine,

    Entschuldigung, dass ich mich jetzt erst auf deinen Beitrag melde.

    Silvester und der Beginn des neuen Jahres gingen ziemlich rasant ins Rennen und darum war ich kaum hier im Forum.

    Zitat

    Aber ob ich mir eine Bemerkung wie "Ach interessant, Du findest also Leute lustig,
    deren Fröhlichkeit auf einer chemischen Droge basiert?" ersparen könnte... dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

    ;)

    Der Zeitpunkt an dem ich mir solche Bemerkungen verkneifen werden kann, wird wohl der sein, an dem ich tot sein werde..... Da muss er durch, der Burschi. :)


    Ansonsten nehme ich es jetzt einfach nicht so sehr schwer und werde warten ( und vertrauen ) , was die Zukunft bringt.

    Mein Repertoir ist ja eh ausgeschöpft.

    Danke dir für deine Meinung, mit der ich wieder einmal viel anfangen konnte.

    *************


    Letzte Nacht habe ich im Traum getrunken.

    Eigentlich wollte ich nur ein paar Frauen Sekt zu einem Event servieren und als ich diese dann nicht erreichte, trank ich kurzerhand alle Gläser aus. :shock:

    Im Traum tat ich das mit vollem Bewusstsein, ich konnte mich aber nicht mehr bremsen.

    So muss sich ein Rückfall anfühlen, den man nicht mehr stoppen kann, weil das alkoholfreie Umfeld nicht stimmt.

    Ich hoffe ich komme nie in diese Situation, spüre ich doch wieder einmal ganz deutlich an diesem Traum, welch´ große Stabilität mir meine längere Trockenheit gibt.

    Wenn die Zeiten auch noch so wüst und turbulent sind, in mir ist es ruhig.

    LG Slowly

    Hallo Linde,

    das ist ja eine tolle Idee.

    Wenn es mal zufällig passt, ich bin ja nicht soviel online, dann besuche ich dich mal.

    Ich bin nämlich eine Nachtigall und eine Lerche gleichzeitig und komme oft mit 5 Std. Schlaf aus. :)

    Dein Angebot macht das Forum noch attraktiver.

    Bis vielleicht bald.

    Slowly

    Hallo Kamarasow,

    deine Erkenntnis ist Gold wert, in meinen Augen.

    Genau so habe ich es auch erlebt aber ich wurde von Jahr zu Jahr entspannter und nun kann ich sagen, dass ich auch an Partys, wenn es mir danach ist, zur "Hochform" auflaufe.

    Ganz ohne Alkohol und ganz ohne dabei doof oder unangenehm zu werden.

    Und wenn ich in keiner Partylaune bin, bin ich eben ruhiger und unterhalte mich in Ruhe oder beobachte nur.

    Es ist jetzt nicht mehr so, dass ich ( wie mit Alkohol ) die Zeit vergesse.

    Das will ich aber auch gar nicht mehr sein. Lieber gestalte ich sie aktiv und trage damit auch zum Gelingen der Party bei.

    LG Slowly

    Hallöchen,

    leider bin ich an Neujahr nun doch noch mit familiären Pflichten konfrontiert worden, sodass das nix wird mit dem Chat.

    Ich könnte aber am 31.12, also morgen, von 16-18 Uhr anbieten.

    Dann geht es einfach etwas später zur Party. :)

    Würde das helfen ?

    Wenn ja, dann hoffe ich, dass ich das dann auch hinbekomme. :shock:

    Gibt es irgendwo eine Anleitung, wie ich in den Chat komme.

    LG Slowly

    Hallo Schorsch,

    Zitat

    ....und noch immer als Einzelkämpfer.


    Das kann ich mir gar nicht vorstellen ;) und gleichzeitig doch.

    Wenn man seine Aufgaben als Elternteil ernst nimmt und nichts über die Kinder setzen mag, dann ist es verdammt schwer jemanden zu finden, der das mit zu tragen bereit ist.

    Ich habe mal gelesen, dass nach einer Trennung von einem sehr wichtigen und langjährigen Lebenspartner spätestens 5 Jahre danach die meisten der Getrennten wieder unter der Haube sind. :)

    Schorschi, toitoitoi ! ;)

    Slowly