Hallo Thalia,
ich verstehe was du meinst. Ich musste ja auch im Dreck landen, das hat mich dazu bewegt, die wichtigen Schritte einzuleiten. Vorher gab es Phasen da habe ich auch einige Tage Pause mit dem Trinken machen können...die Phase war auf gewisse Art und Weise schlimmer, denn ich habe mir zu der Zeit dauernd selber was vorgemacht, meine Krankheit verleugnet, immerhin konnte ich auch einige Tage ohne Alkohol...Wie doof das jetzt klingen mag, aber das bittere Ende, als ich am Boden lag, war heilsam. 
Wie ich meinen Tiefpunkt präsent halte? Das macht mein Herz, denn es hat einen kleinen Raum wo sich ein mahnender Schmerz versteckt, der mich daran erinnert, dass ich durch meine Krankheit jemanden verloren habe den ich geliebt habe...Ich kann immer nur für den Moment sprechen, aber das hilft mir weiter vor Augen zu haben wo ich stand...
"Die eine Sache", ich denke, das ist genau die Sache die bei dir alles auslöst. Sie ist es, die du behandeln musst, damit du wieder glücklich leben kannst. So lange du dich dagegen wehrst, wird das kein Ende nehmen, vermutlich.
Ich hoffe, ich trete dir nicht irgendwo zu nahe...Weisst du, ich bin ein "Ganz oder Gar nicht"-Typ. Das war auch beim Trinken so. Wenn dann habe ich richtig zugelangt, halbe Sachen gab es nicht...das habe ich fürs Leben übertragen. Ich wollte trocken werden und habe das ganz durchgezogen. Nun beschäftige ich mich mit mir selbst und will auch das ganz durchziehen. Es geht ja nicht von alleine weg.
Du darfst nicht erwarten, dass es leicht oder schön wird...bin gestern nach dem Gespräch auch 1 Stunde spazieren gegangen, musste über viele nachdenken und habe mich nicht gut gefühlt, nochmal erfahren zu haben was ich angerichtet habe, aber es musste getan werden...verstehst du, was ich meine? 