Beiträge von Kitze

    Danke für deine Antwort, Alles-Wird-Gut.

    Dieses Familienmitglied lebt nicht in meinem direkten Umfeld und ich habe auch emotional einigermassen Abstand zu ihm, schliesslich habe ich mit mir und meinem Leben genug zu tun und kämpfen. Und es ist ja seine Entscheidung, klar. Es macht mich nun einmal eben traurig.
    lg

    Ihr kennt das sicher, man beobachtet spielende, raufende, tobende Kinder, sie haben Spass, lachen, können nicht aufhören und werden immer verwegener. Man sieht es kommen und kennt das Ende des Spiels: ... bis einer weint!
    Daran muss ich immer denken wenn ich ein ganz liebes Familienmitglied beim Trinken sehe. Nach fast 10 Jahren Abstinenz glaubt derjenige kontrolliert trinken zu können und tut so als wäre es das Normalste der Welt. Mich macht es unglaublich traurig, war ich doch bis vor kurzem so stolz auf ihn. Wie würdet ihr handeln, würdet ihr es thematisieren?
    vlg Kitze

    Hallo und Danke Alles-wird-gut,

    hab etwas über deine Worte nachdenken müssen. Klar sitzen viele Ereignisse und Verletzungen tief und machten mich unter anderem zu dem Menschen der ich heut bin. Zu verstehen warum ich in welchen Situationen wie "ticke" erleichtert vieles, aber die Verantwortung etwas aus dem Wissen zu machen lastet manchmal schwer... Es ist doch leichter in alte Gewohnheitsmuster zu gleiten, das brauche ich den tapferen trockenen Alkoholikern nicht nicht zu erklären.
    Nicht schlecht über sich denken/sprechen, puh, ich hab eher Probleme damit zuzugeben nicht immer unfehlbar zu sein. Ich mache Fehler? Niemals!!! Ich habe mich wie eine doofe Kuh verhalten? Wie kommt man denn darauf??? Niemand machts besser als ich selbst, deswegen mach ich auch immer alles selbst, bis der Saft raus ist. Und ich frage mich wie bescheuert ich da einfach bin, was vergibt man sich denn damit auch mal Schwächen zuzugeben? Das ist doch auch eine Stärke. Der Lernprozess endet nie, und das ist doch recht spannend, ich bin mitten drin und meine selbst gebastelten Mauern bröckeln, tut überraschend gut...
    lg

    Hallo CoLibri,
    was du nach und nach in deinen Beiträgen schreibst, klingt immer besser und stimmiger, das freut mich sehr zu lesen :)
    Ich denke immer wieder: Deine Blutsfamilie kannst du dir nicht aussuchen, aber man kann sich eine Wahlfamilie schaffen. Und das ist tröstlich, Freunde oder Mitleidensgenossen zu haben die einen ver- und beistehen.
    lg

    Hallo CoLibri,

    ich finde du hast einen wichtigen und guten Schritt gemacht, nämlich klar zu artikulieren dass du am Limit deiner emotionalen Belastbarkeit angekommen bist und dich deshalb distanzierst. Und das ist auch gesund, in dem Fall unausweichlich wenn man sich nicht bis in letzte aufreiben will, denn wichtig ist doch unsere Gesundheit. Ich kenne das nur zu gut wenn man vor den Kopf gestossen wird, man sorgt sich um jemanden der einem wichtig ist/war und es wird nicht angenommen oder gar anerkannt. Das verletzt, besonders im Hinblick darauf dass der Mensch sich zerstört und das Umfeld gleich mitreisst.
    Girasole kann ich mich nur anschliessen, bleibe bei dir und deinem Leben, tu dir was Gutes und versuche das Bewusstsein zu geniessen etwas aus deinem Leben machen zu können.
    In diesem Sinne wünsche ich allen ein wunderbar achtsames und sonniges Wochenende :)
    vlg Kitze

    Hallo zusammen,

    ich hatte ein paar Tage um mich zu sortieren und über das Geschriebene nachzudenken. Liebe Lindi, phasenweise klappt es ganz gut deutlich zu formulieren was einem unter dem Nagel brennt. Wenn allerdings mehrere Baustellen herrschen, dann bin ich überfordert und filtere zu grob, entziehe mich zu spät der Situation und reagiere über...
    Was meine Mutter betrifft, du hast Recht mit allem, so schmerzhaft es ist. Hehe, letzter Spruch von ihr: "Wir können gern über alles reden, aber therapieren lass ich mich von dir nicht!" Da war er wieder, mein Spiegel, in aller Deutlichkeit... Ich begriff mit einem Mal so sehr viel, vor allem dass ich keine Energien mehr da reinsetze.
    Mein Plan dafür: Ein entspannteres Leben für mich und meine Familie aufbauen mit einer gesünderen Kommunikation ;)

    Hi CoLibri,

    hast du dich etwas von dem Telefonat erholen können? Ist es nicht bescheuert wenn man Angst davor hat mal ne Ansage zu machen? Kann mich noch so gut daran erinnern wie sich die ersten Male anfühlten, im Vorfeld macht man sich so viele Gedanken und Sorgen, und letztendlich bekommt man einen Schuss vor den Bug... Wir müssen uns eben abgrenzen und schützen, da hilft alles andere nichts, nicht um den heissen Brei reden, nicht durch die Blume. Mittlerweile weiß meine Ma dass ich nur noch mit ihr telefoniere wenn sie nüchtern ist, sonst lege ich auf. Wenn ich zu ihr fahre, mache ich ab jetzt auf dem Absatz kehrt, wenn sie angeduselt ist.
    Freut mich zu hören dass es mit der Erschöpfung nicht so schlimm ist, man interpretiert Geschriebenes ja schnell falsch ;)
    Wir haben mit unserer kleinen Familie einen Kurzurlaub gemacht und sind ein paar Tage in die Berge, zwar leiden alle unter Schlafmangel und sind tüchtig kaputt, aber die Auszeit vom "Alltag" tat vom Kopf her sehr gut... :)
    Ich wünsche euch allen viele sonnige Stunden und einen freien Kopf,
    viele Grüße

    Hallo CoLibri,

    das Gefühl der Energielosigkeit kenne ich auch und versuche wie du mehr Ruhe ins Leben zu bringen. Derzeit macht mir der unregelmässige Tagesablauf zu schaffen, aber auch Reibereien mit dem Partner, man verballert unnötig viel Power bei emotionsgeladenen Themen wie Sorgen, Ängste, Kummer. Vieles nehme ich zu persönlich, zieh mir "den Schuh" an, von dem ich meine der passt, mache mir unnötig viele Gedanken- kurzum: Manches könnte ich besser gestalten wenn ich meine Einstellung dazu ändere, etwas lockerer werde. Da stehe ich noch eher am Anfang, ich benötige viel Reflexion und suche offene Gespräche und Meinungen um meinen eigenen Pfad und Anregungen finden zu können. Und dazu wiederum braucht man Energien.
    Was du schilderst klingt schon etwas nach einem Burnout, da kann man schon viel machen. Ausreichend ruhen ist eine Sache (wichtig!), die Ernährung spielt ebenso hinein, das emotionale Feld ist allerdings Ausschlag gebend. Wer seine Energieräuber kennt ist schon einen erheblichen Schritt weiter...

    Mein Alkoholkonsum minimierte sich deutlich seit ich Kinder habe, bin lieber voll handlungsfähig und fit als verkatert oder berauscht.

    Mensch, RenateO,
    was ist denn bei euch im Haus los? Nach dem was du da schilderst hätte ich auch nicht die Füsse still halten können, ich hätte es genauso gemacht. Fein von dir trotz der Erfahrungen so zu handeln.
    Wenn Kinder im Spiel sind kann ich ko****, die können am wenigsten für sowas. Als Mama kenn ich Situationen, da könnte man vor Stress, Frust, Überforderung explodieren, aber die Kinder spiegeln genau das mit ihren Mitteln aus Verunsicherung und Angst, mit weinen, schreien, oder nörgeln, anders können sie sich nicht wehren/bemerkbar machen. Unverschämt, dreist und krank dir dann so nachzustellen... Opferschutz in Deutschland und sonst irgendwo gibt es nicht, paradoxer Weise werden die Täter geschützt.
    Vor einigen Jahren wohnte ich an einem Unicampus mit einer klein angelegten Parkanlage, eines nachts im Sommer wachten wir von einer laut schimpfenden, Panik erfüllten Frauenstimme auf, die sich rasch in Schreierei umschlug. Schon standen Nachbarn von Gegenüber auf der Strasse, sie hatten die Polizei gerufen. Im Nachhinein erfuhren wir, dass eine junge Frau vergewaltigt wurde und der Täter entkam! Ich schäm mich noch immer dafür nicht nach ihr gesucht zu haben, aber man weiß auch nicht wie gefährlich die Situation hätte werden können. Dieses Fragezeichen und die Schreie kommen mir noch häufig aufs Bett, hätte man noch schneller und besser handeln können?
    Vier Tage später wurde bei uns im Haus der Kiosk ausgeraubt, mit Scheiben einschlagen und Getöse und Polizei.
    Seitdem traute ich mich nicht mehr allein im dunkeln raus und zog 2 Monate später weg.
    In diesem Sinne, gebt auf euch Acht!!!
    LG
    Kitze

    Gute Zusammenfassung meiner Kommunikationsprobleme, liebe Lindi ;) Kann mich in deinen Worten gut wieder finden und fühle mich ertappt... man bestraft sich tatsächlich selbst damit... Ich werde weiterhin herum experimentieren und mal von meinen "Erfolgen" berichten.
    glg kitze

    Hallo Janine,

    gute Frage, vielleicht ja, und ja. Man sieht ja zunächst die eigene Seite der Problematik... Ich mache zur Zeit ein Experiment und drücke meine Anliegen nicht im du-du-du-Ton aus, sondern in Wunschform. Bislang entschärft es interessanter Weise ungemein ;)
    Innerlich weiter kam ich in Bezug auf meine Mutter, nachdem ich ihr Alkoholproblem erkannte, erntete sie von mir stumme Vorwürfe, Verachtung, tiefe Trauer. Mittlerweile mache ich ihr Problem nicht mehr zu meinem und lasse die Verantwortung bei ihr, aber die stummen Vorhaltungen bleiben und ich mache mir dennoch Sorgen. Es tut mir sehr weh sie nun in der selben Situation wie mein Opa, Onkel u d teilweise mein Vater zu sehen. Das lässt wenig auf Genesung hoffen und damit muss ich klar kommen. Da sind Vorwürfe dann wohl angebracht...
    Ich wünsche allen ein laues Sommerlüftchen.
    lg Kitze

    Kennt ihr das auch von euch, man sucht immer einen anderen Schuldigen für seine Misere? Seit einiger Zeit versuche ich mir in verschiedensten Situationen über diese Dinge Klarheit zu verschaffen und Eigenverantwortung zu übernehmen, das ist nicht leicht. Dieses "ererbte" Familienmuster zu durchbrechen ist aber auch spannend, es reicht nicht einfach mal nur die Klappe zu halten und Dingen seinen Lauf zu lassen, sondern die Grundeinstellung zu verändern. Meist ist der Anstoß zu Vorwürfen auf eine eigene Unzulänglichkeit zurückzuführen. Puh, gerade in meiner Beziehung hagelt es gegenseitige Vorwürfe, ich will es Co-mäßig dem anderen Recht machen, es wird nicht honoriert, ich bin beleidigt und schnalle erst hinterher in welche Falle ich mal wieder getappt bin. Hier fällt mir die Abgrenzung echt schwer und ich bin derartig traurig darüber dass ich die selben Fehler wie meine Familie mache. Nun mache ich mir die Situationen schon klar, aber durch mein Temperament ist meine Klappe schneller als mein Verstand...
    LG Kitze

    Das mit den Dauerantennen kenne ich gut, diese Feinsinnigkeit habe ich auch bei vielen anderen Menschen und lernte sie mir zu Nutze zu machen, auch beruflich.
    Aber die Achtsamkeit mir selbst gegenüber ist noch nicht so geschult, da muss ich noch viel über mich selbst lernen... Dazu gehört auch das Aufdröseln vieler Situationen. Ich bin gespannt, auch für mich ist es ein besonderes Thema.
    LG Kitze