Beiträge von Tian

    Liebe Girasole,

    fein, dass Du auch sitzt, ich hätte nie gedacht, dass es mir soviel Kraft gibt, autogenes Training, Yoga, QG usf. hat mich nie beruhigt, Muskelrelaxation war das einzige was mir eine zeitlang etwas geholfen hat. Nun ist es eben das Sitzen, manchmal eine Qual, manchmal eine Wohltat, manchmal interessant und manchmal auch erschreckend. Erst jetzt da ich sitze, habe ich wirklich erkannt was Krishnamurti mit dem Beobachter und dem Beobachtenden gemeint hat.

    Das Gießkannen-Prinzip funktioniert eben nur bei den Grundbausteinen, alle weiteren Schritte muss jeder für sich selbst entscheiden und das geht nunmal nur über probieren. Ohne es zu tuen, hätte ich theoretisierend gesagt, das ist nichts für mich, niemals, ich komme nur mit extremer Beschleunigung (Sport 10-15 h / Woche) und Entschleunigung in den Zustand der positiven Leere, ja, denkste!

    Sitzen gehört bei mir getz dazu! :D

    Grüße, tian

    Hi Matthias,

    ich gehe davon aus, dass der Suizid oft eine Kurzschluss-Handlung ist, habe mal gelesen, dass "Überlebende" interviewt wurden und fast alle sagten, dass sie froh seien überlebt zu haben.

    Schießen sich Alkoholiker nicht oftmals in den Kopf statt ins Herz oder Brückensprung (sagte ein seeeehr lebenserfahrender LZT in einer SHG mal) um die Gedankenflut zu stoppen.

    Grüße, tian

    Hiho liebe Mitstreiter und Mitstreiterinnen,

    uiiiii, jetzt habe ich die Diskussion in eine Richtung gelenkt, die ich so nicht wollte, "no-go" für mich, so meinte ich das, ich liebe Kinder sehr, nur habe ich eben reflektiert, wie es bei mir gelaufen wäre. Ist alles hypothetisch, ich weiß es nicht, Vergangenheit, hätte-wenn-könnte. Ins Nachdenken bin ich wegen den Heimkindern gekommen.

    Slowly

    Beruhigung bis jetzt nicht Vater geworden zu sein, nö, mit radikal hat meine Einstellung auch nichts zu tuen, ist eine Feststellung, Partylöwe (funktionierender Trinker) und Vater sein, das möchte ich nicht. Die Sehnsucht der Natur nach Fortpflanzung schlägt bei mir einfach nicht so richtig durch (auch nüchtern nicht) und nicht jeder Mensch muss in einer Elternrolle aufgehen und/oder möchte die Verantwortung tragen.

    Ich hatte sehr viele schöne Jahre, privat, beruflich, usf., irgendwann kam ein Knall und ich habe privat und beruflich Dinge erlebt, die sehr schrecklich waren (möchte hier jetzt nicht näher darauf eingehen), zu dem Zeitpunkt (vor 3 Jahren) hätte ich mich vom Alkohol abwenden können, habe es nicht getan, sei's drum, dafür trinke ich JETZT und HEUTE nichts.

    Bei meiner Eltern ist Alkohol kein Thema, bin behütet und ohne physische Gewalt, Geldsorgen etc. aufgewachsen. Erziehungsinkompetent sind meine Eltern trotzdem, soll ich deshalb Groll schieben, nein, ich bin erwachsen, ich gehe davon aus, sie wussten es nicht besser, ist vorbei und in mein Leben integriert. Habe ich auch therapeutisch ganz gut verarbeiten können.

    Ansonsten geht's mir gut, passt soweit, seelisch, geistig & körperlich fühle ich bombig! :D

    Hi Matthias,

    yip, sehe ich auch so, die sog. Experten / Berater sind mir sehr dubios, nicht alle, aber doch ein großer Prozentsatz, und es ist gleich ob nun Suchtberater, Unternehmensberater, XY-Berater... Prinzipiell leben diese Menschen mit einer furchtbaren Angst, enttarnt zu werden, ist nichts neues, traurig, dekadent und doch tagein - tagaus gelebt in unserem Lande. - Beraten und verkauft -

    Was ist denn ein Experte, für mich ist das jemand, der schon alle Erfahrungen, insbesondere Fehler in einem Sachgebiet / Sucht gemacht hat... Erfahrungsexperten.

    Du gibst deine Erfahrung auf eine (für mich) positive Art weiter, also eine Art, die mir nicht lehrerhaft erscheint, die mich nicht nervt, juuuut ist das.

    Also bin icke hier richtig! :lol:

    Grüße, tian

    Liebe Eni,

    auch ich möchte Dir ganz ganz viele Grüße & Hoffnungsschimmer in deinem Fädchen lassen, bitte bleibe geduldig, so hart wie das auch sein mag.

    Im Dunkel scheint Dein Licht, ich weiß es.

    Viele Grüße, tian

    Hi Rattenschwanz,

    das würde mich auch sehr interessieren, bin erst seit knapp einem halben Jahr nüchtern und habe entsprechend ein wenig Angst bezüglich einem Rückfall. Habe sicherlich einiges darüber gelesen und in SHG's gehört ...

    Grüße, tian

    Hi Slowly,

    ich habe wie geschrieben keine Kinder und kann in dieser Hinsicht wenig hinsichtlich Praxiserfahrung mitreden. Gelesen habe ich darüber einiges, die Fachliteratur sagt, dass Kinder eben doch sehr viel mitbekommen, und die nassen Eltern es aus bekannten Gründen nicht merken. Und solche Dinge brechen bei vielen Noch-Kindern erst zwischen dem 30ten und 40ten Lebensjahr auf...

    Ich möchte Dich nicht kritisieren, lese halt nur sehr oft, dass die Kinder nichts mitbekommen haben usf., naja, bin in der Hinsicht vermutlich zu unbedarft.

    Grüße, tian

    Hallo Katha,

    ich würde Dich gerne sehen wie Du so durch's Dörflein wackelst um Deine Leckereien abzuholen. :shock:

    Ja, anders sein, anders denken, nicht zum Gleichklang verpflichtet fühlen und trotzdem sein eigenes Leben führen.

    Ich konnte am Ende mit meinem Alkoholkonsum damit nicht mehr umgehen, der Zorn / Groll war einfach zu groß, schreiende Ungerechtigkeiten zu ersaufen ist der falsche Weg, klar, aber als (nasser) Alkoholiker fehlten mir die Optionen damit umzugehen, war der Griff natürlich wieder sehr sehr nahe. Das war mein Muster, in guten Zeiten hat sich der Suff ein wenig versteckt in schlechten Zeiten hat er gnadenlos zugeschlagen, bis dann eines Tages nur noch schlechte Zeiten da waren.

    Es geht in der Tag um Selbstliebe, darum dass alte Konditionierungen aufgebrochen werden, negative Muster endlich in positive Dinge gewandelt werden. Das es geht, lese ich hier bei vielen trockenen Alkoholikern.

    Ich werde durch meine Trockenheit kein "anderer" Mensch, all das gute & sinnliche steckt in mir, in meiner Seele, in meinem Geist, in meinem Körper, ich fütterte einfach die böse Seite in mir mit dem Teufel Alkohol. Alles war wir zum Glück benötigen steckt tief in uns drinnen, wir müssen es nur füttern und zwingende Voraussetzung dafür ist die Trockenheit. Punkt!

    Grüße, tian

    Hallo Thalia, hallo Matthias,

    ja, Recht haben wollen ist auch so ein Punkt, der mich zumindest des Öfteren zornig werden lässt, manchmal mehr - manchmal weniger, sind sicher viele Prägungen, beruflich hatte ich mich extremen Erklärbären zu tuen, das ist nicht förderlich für meine Entwicklung gewesen, und mit Abgrenzung konnte ich mich auch nicht schützen - weil nicht möglich. :x

    Sender und Empfänger, eine Kommunikation über 1en und 0en, nicht einfach, erfordert viel Bauchgefühl und Geduld. Deshalb finde ich die Real-SHG's für mich sehr wichtig, weil sich niemand mehr in der Anonymität des Netzes verstecken kann.

    Die Betreuung des Heimkindes (11 J. alt) hat mir sehr großen Spaß gemacht, Schnitzeljagd, Kino und noch schön Essen, waren insgesamt rund 60 Heimkinder und 60 Betreuer. Klar, man kommt ins Grübeln, so ein liebes (unschuldiges) Kind und so viel Elend schon erlebt, aber auch wenn ich nur einen Krümel Freude in sein Leben gebracht hat, und wenn auch nur für einen Tag, das ist es wert. (und mir gibt's eben auch Freude)
    Mir ist wieder bewußt geworden, welch' Verantwortung es bedeutet, Kinder auf die Welt zu bringen, ich glaube so im Grundrauschen habe ich gefühlt, dass ich die Verantwortung nicht tragen kann, deshalb habe ich auch keine Kinder. Partylöwe, aufreißen, Frontmann, ordentlich Asche verdienen und ausgeben ... für Kinder war kein Platz und das war sicher auch gut so, nass sein und Kinder - No go!

    Es ist nicht so, dass ich keine für mich guten Sachen gemacht habe, in hellen Momenten habe ich viel geschrieben, gedichtet, Texte, Museum, Kunst & Kultur, Sport ... Hobbies sind genügend da...

    Doch all die Dinge durften nicht weiter wachsen, weil die Flasche es nicht zugelassen hat! Das ist ein eiskalter Sadistenfreund der uns kurze periphere Freude suggeriert und uns gewissenlos ins Tal der Depression fallen lässt.

    Das ich mich verändere merke ich schon, denke klarer und bin aktiver, trotz aller Probleme, verstecke mich auch nicht, hinterfrage die Gesellschaft und arbeite an einer Verbesserung. Mit Suff war das Hinterfragen und saufen. (= keine Veränderung)

    Es ist eben auch sehr trügerisch, solange alles rund lief und kein Tiefpunkt da war, d. h. für mich guter job, genügend Geld, Reputation von außen, usf., kein Grund zur Änderung. Es ist müssig darüber nachzudenken, es ist passiert. Thema Geld, als Alkoholiker habe ich diverse Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die mit Geldverschwendung zu tuen hatten, nicht nur das stoffliche Suchtzeug kaufen, sondern auch sinnlos Geld für alle möglichen Dinge rausprassen, größere Kaffeemaschine, dickstes Smartphone, teuerste Anzüge etc., das ist ein alkoholisches Großkotztum.
    So nüchtern und mit etwas Abstand betrachtet ekelt es mich davor.

    Einen ersten kleinen Schritt habe ich jetzt mit der Nüchternheit gemacht, es wäre schön wenn weitere folgen würden.

    Viele Grüße & eine feine Woche wünscht tian

    Hi zusammen,

    mir geht's gut soweit, ich spüre sehr, wie gut mir die Real-SHGs tuen, "gemeinsam" teilen und ggfs. auch konstruktiv diskutieren, sehr sehr wichtig für meine Trockenheit. Ich seh's so, als Basis, Fundament / Stamm die Real-SHG und als jederzeit online verfügbares Informationsmedium und Austauschplattform die online SHG hier und andere online SHGs.

    Derzeit habe ich wenig Saufdruck, doch ich bin achtsam, Stillstand & Verdrängung ist gefährlich, ich hoffe das ist mir bewußt.

    Heute betreue ich ehrenamtlich ein Heimkind (Kino & Essen gehen), ein wenig von meiner Lebensfreude abgeben und sich bewußt werden wie wertvoll das Leben ist.

    Ansonsten steht viel Sport und Zazen auf dem Programm, Dinge welche einfach den Kopf lüften, darum geht es doch, Konditionierungen aufbrechen und eine (positive) innere Leere spüren, und ja, es ist möglich, eben durch die o. g. Dinge. Positive innere Leere bedeutet für mich frei zu sein von eigenen Vorstellungen, Ideen, dem Gedankenwahnsinn und den ganzen Konditionierungen.

    Habe mir auch überlegt, ob ich in den geschlossenen Bereich wechseln sollte, allerdings bin ich einfach nicht zu 100 % überzeugt, die meisten user hier mit denen ich etwas anfangen kann, an deren Überzeugungen & Gedankengängen ich wachsen darf werden mir zu harsch von den HC Stalingrad - Trockenen kritisiert und die wirklich guten Diskussionen im Keim erstickt, das gefällt mir nicht und ist auch nicht positiv für mich. Stichwort fehlende Akzeptanz sowie vertrocknete selbsterhöhende Ansichten.

    Deshalb warte ich einfach noch ein wenig ab ob sich mein Bauchgefühl hin zum Positiven entwickelt, falls nicht, och net schlimm.

    So, getz wird gezazt, euch allen ein feines Wochenende, tian

    Hi Matthias,

    ja, über den Tiefpunkt habe ich mir so meine Gedanken gemacht, Leben oder relativ schnell am Alk sterben, Ultima ratio Trockenheit, die, die es nicht schafften sind schon unter der Erde, und der Rest folgt dann früher oder später.

    Mal überlegen, wie lange hätte ich meinen bekannten Saufrhythmus beibehalten können:

    - bis ich im hohen Alter an Altersschwäche sterbe
    - 5 Jahre, 10 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre...
    - 1 Jahr?

    Wie ich es drehe und wende, wenn, könnte, falls, eventuell, gegebenenfalls, ...

    Ich möchte ein selbstbestimmtes Leben führen, freie Gedanken haben, der Tian ohne künstliche Chemie im Hirn sein, deshalb möchte ich trocken zufrieden werden. Selbst wenn ich immer noch saufend an Altersschwäche sterben sollte, so weiß ich doch, dass ich nicht mein Leben geführt habe, sondern der Alkohol mein Leben geführt hat und genau das möchte ich nicht.

    Für ein Zipfelchen Rausch mein Leben aufgeben, weggesoffen, verdrängt, berauscht dem Leben entnickt.

    Grüße, tian

    Hallo Frank,

    super, dass Du deine Periode schon überschritten hast, et geht doch! :D

    Was erwartest Du von der ambulanten Suchttherapie, falls ich frage dürfte.

    Ich bin auch ein Quartalstrinker (bin ebenfalls drüber), das Problem mit dem schwierigen kurzfristigen aufhören ist nicht gegeben, weil's problemlos funktioniert, aber das ist ja die Krux dabei, jahrelange wollte ich nicht einsehen, dass ich Alkoholsüchtig bin, weil's so easy ging mal nach Bedarf aufzuhören.

    Grüße, tian

    Hi Rattenschwanz,

    das mit den weggetrockneten Problemen ist eben nicht der Fall, da sind schon jetzt in der Trockenheit einige dazu gekommen, und das sind teilweise Probleme existentieller Art. Trotz allem für mich derzeit kein Grund zu saufen, Trockenarbeit ist angesagt, online SHG, Real-SHG, gute Dinge starten.

    Große Euphorie ist bei mir auch nicht vorhanden, sondern bin dankbar, dass ich abends nüchtern einschlafen darf. Alles groß + neu, und toller Hecht, nö, ich kann jetzt Dinge besser machen, weil ich nicht mehr saufe, d. h. Meditation, Sport, zwischenmenschliche Kontakte pflegen, 12-Schritte-Programm gehen.

    Außerdem, ich habe hier keinen als Vogellehrer persönlich bezeichnet, sorry, falls dies so rübergekommen ist. Es gibt hier wie im Real-Leben Menschen die Recht haben wollen um ihr EGO zu erhöhen und ebenso welche die konstruktiv helfen möchten.

    Ich bin aus meiner Überzeugung heraus Alkoholiker, möchte hier lernen, aber ich kann nunmal nicht mit Praxis dienen was stationärer Entzug, Langzeit-Therapie oder ambulante Suchtherapie betrifft... Mir ist bewußt und es ist nachvollziehbar, dass solche Erfahrungen bei einigen Menschen zur Trockenheit geführt haben (Stichwort: Tiefpunkt), auch davon lerne ich, weil ich mir wünschen würde, dass ich bereits meinen Tiefpunkt hatte.

    Nochmals:

    - Ich möchte den Weg in eine zufriedene Trockenheit gehen
    - Ich möchte lernen und wachsen
    - Ich möchte die Hinweise, Erfahrungen von jedem einzelnen hier wirken lassen und für mich einsortieren
    - Ich möchte mich nicht in das Bett des Prokrustes sperren lassen
    - Ich weiß, dass einige Aussagen von LZT mir weh tuen, aber damit möchte ich umgehen, ich lerne daraus
    - Ja und Amen wird's hier im Forum von mir nicht geben, dann wäre ich falsch hier, so ein Verhalten führt bei mir zur Flasche im worst-case, also Obacht

    Ist halt auch eine Problem der virtuellen Welt, das Geschreibsel richtig einzuordnen ohne den Menschen zu kennen, ist sehr schwierig, deshalb präferiere ich die Kombi Real-SHG <-> Online-SHG.

    Diese Erkenntnis ist mir persönlich extrem wichtig: Nicht jeder Alkoholiker benötigt seinen Tiefpunkt mit Delirium, Klinikaufenthalten und Rückfällen um letztendlich aufzuhören.

    - Punkt -

    Grüße, tian

    Hallo liebe sunshine, liebe slowly, lieber correns, lieber poster, lieber Matthias & alle liebe Mitleser (gibt's eigentlich auch böse Mitleser?),

    vielen Dank für die Aussagen, hilft mir, meine "Krankheit" ein wenig mehr zu verstehen, ja, ich bin wie schon gesagt, noch am sortieren und noch nicht so lange trocken, insofern prasselt doch einiges auf mich ein. An Gedanken, Gefühlen, neuen Situationen.

    Doch ich möchte lernen und wachsen und eure Aussagen helfen mir.

    Eines weiß ich ganz sicher, weil ich es spüre: Ohne Alkohol ist das Leben schön und für mich besser, mit Alkohol ist das eine kaputtmachende Dauerschleife, ein Leben in Unzufriedenheit und kurzfristiger Glückseligkeit ...

    Ich bin froh, dass ich heute nüchtern bin und dankbar und ich Dinge angehen kann und mich relativ fit fühle.

    @Sunshine

    Falls die Aussage vom Neurologen Dir hilft, so ist das sehr gut, ich tue mir extrem schwer mit den sog. Autoritäten, welche die Alkoholsucht nicht kennen, außer von ihrem theoretischen Gequatsche abgesehen, Behandlung bringt wesentlich mehr Geld als Prophylaxe in der Gesundheitsindustrie. Der Staat behandelt und schafft so Millionen Arbeitsplätze und Milliardenumsätze, sei es Sucht, sei es derzeit vor allem Depression, von Prophylaxe keine Spur, und das ist auch gewollte Hilflosigkeit.

    Deshalb bin ich derzeit von Selbsthilfe sehr überzeugt, weil hier die wahren Erfahrungsexperten sitzen und keine Vogellehrer oder Menschen, die GELD mit der Krankheit machen möchten, es gibt sicher auch Ärzte, Neurologen uvm. Kapazitäten, welche in der Tat helfen möchten, davor ziehe ich meinen Hut.

    Gute 24h euch allen, Grüße, tian

    Hi zusammen,

    bei mir alles okay soweit, war viel beim Sport & meditieren, Dinge einfach sacken lassen. Die Gedankenflut der Birne zu stoppen verschafft mir Freiheit, nach dem Sport bin ich einfach nur positiv leer, es gibt keine Gedanken, Ideen, EGO, ich sitze da und bin zufrieden entspannt, sehe die Welt wie sie ist. Ähnlich ist es bei der Meditation resp. danach, und ähnlich war es auch mit Alkohol.

    Diese unerträgliche Gedankenflut, früher war mir das überhaupt nicht in dem Ausmaß bewußt, mittlerweile verstehe ich die Leute, die auch öffentlich mit sich selbst sprechen, mei, diese gelten als verrückt, wer kennt sie nicht, Personen die öffentlich mit sich selbst sprechen, schreien etc., mMn werden das immer mehr, in der U-Bahn / S-Bahn / Bus ist mir seit längerem aufgefallen, dass es immer mehr werden. Diese Personen sprechen doch einfach nur aus, was der Stino im Geiste behält, prinzipiell jedoch ist das identisch, die lassen's wenigstens über Sprache raus. :lol:

    Ein wichtiger Punkt, mit Alkohol konnte ich meine Gedankenflut (temporär) stoppen, künstlich, chemisch, konstruiert.

    Insofern bin ich sehr dankbar, dass ich Alternativen habe, auch schon immer hatte, aber ich wollte ja noch mehr, nach dem Sport mit all den Endorphinen und Dopaminen noch mit Alkohol einen draufsetzen, immer mehr-mehr-mehr.

    Der Zeitgeist in 1-Ländern im Jahr 2014 ist nicht wirklich förderlich ein entspanntes Leben zu führen, das "Mehr" gewinnt an Bedeutung, mehr Leistung, mehr Sex, mehr Material, mehr Hobbies, MEHR!

    Sein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen ist eine Riesen-Herausforderung in einer Marketing verseuchten und konsum- + kapitalorientierten Welt. Obacht also.

    In Amiland in den 60ern haben Wissenschaftler entdeckt, dass in einer italienischen Zuwanderer-Kolonie in einem Staat die Herzinfarkt-Quote in Relation zum US-Schnitt sehr sehr niedrig war. Also sind sie dort in die Kolonie um zu erforschen, welche geheimnisvollen Gründe es dafür wohl geben konnte, wochenlang waren sie ratlos, die Italien tranken und rauchten viel... irgendwann jedoch bemerkten sie, dass die Personen dort sehr zufrieden wirkten, fast alle hatten den gleichen Lebensstandard, gleiche Wohnungen, viel Gemeinschaft usf. - 30 Jahre später war die Herzinfarkt-Quote dort auf US-Level, warum, nach den Jahren haben sich einige dort Villen gebaut, Zäune, die Gemeinschaft war zerstört.

    Was ich damit sagen möchte, ich für mich möchte lernen, mit Ungerechtigkeiten umzugehen, ein ganz wichtiger Aspekt um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Groll, Wut, Mehr-wollen, führt bei mir zu Alkohol.

    Trotz allem, Alkoholismus ist aus meiner Sicht eine Chance sein leben zu ändern, aufzuwachen, Mängel zu erkennen, zu wachsen, diese Chance zu erhalten und vor allem zu nutzen ist eine Gnade. Für manche die letzte Chance auf ein Leben.

    Grüße, tian