Hi zusammen,
bei mir alles okay soweit, war viel beim Sport & meditieren, Dinge einfach sacken lassen. Die Gedankenflut der Birne zu stoppen verschafft mir Freiheit, nach dem Sport bin ich einfach nur positiv leer, es gibt keine Gedanken, Ideen, EGO, ich sitze da und bin zufrieden entspannt, sehe die Welt wie sie ist. Ähnlich ist es bei der Meditation resp. danach, und ähnlich war es auch mit Alkohol.
Diese unerträgliche Gedankenflut, früher war mir das überhaupt nicht in dem Ausmaß bewußt, mittlerweile verstehe ich die Leute, die auch öffentlich mit sich selbst sprechen, mei, diese gelten als verrückt, wer kennt sie nicht, Personen die öffentlich mit sich selbst sprechen, schreien etc., mMn werden das immer mehr, in der U-Bahn / S-Bahn / Bus ist mir seit längerem aufgefallen, dass es immer mehr werden. Diese Personen sprechen doch einfach nur aus, was der Stino im Geiste behält, prinzipiell jedoch ist das identisch, die lassen's wenigstens über Sprache raus. 
Ein wichtiger Punkt, mit Alkohol konnte ich meine Gedankenflut (temporär) stoppen, künstlich, chemisch, konstruiert.
Insofern bin ich sehr dankbar, dass ich Alternativen habe, auch schon immer hatte, aber ich wollte ja noch mehr, nach dem Sport mit all den Endorphinen und Dopaminen noch mit Alkohol einen draufsetzen, immer mehr-mehr-mehr.
Der Zeitgeist in 1-Ländern im Jahr 2014 ist nicht wirklich förderlich ein entspanntes Leben zu führen, das "Mehr" gewinnt an Bedeutung, mehr Leistung, mehr Sex, mehr Material, mehr Hobbies, MEHR!
Sein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen ist eine Riesen-Herausforderung in einer Marketing verseuchten und konsum- + kapitalorientierten Welt. Obacht also.
In Amiland in den 60ern haben Wissenschaftler entdeckt, dass in einer italienischen Zuwanderer-Kolonie in einem Staat die Herzinfarkt-Quote in Relation zum US-Schnitt sehr sehr niedrig war. Also sind sie dort in die Kolonie um zu erforschen, welche geheimnisvollen Gründe es dafür wohl geben konnte, wochenlang waren sie ratlos, die Italien tranken und rauchten viel... irgendwann jedoch bemerkten sie, dass die Personen dort sehr zufrieden wirkten, fast alle hatten den gleichen Lebensstandard, gleiche Wohnungen, viel Gemeinschaft usf. - 30 Jahre später war die Herzinfarkt-Quote dort auf US-Level, warum, nach den Jahren haben sich einige dort Villen gebaut, Zäune, die Gemeinschaft war zerstört.
Was ich damit sagen möchte, ich für mich möchte lernen, mit Ungerechtigkeiten umzugehen, ein ganz wichtiger Aspekt um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Groll, Wut, Mehr-wollen, führt bei mir zu Alkohol.
Trotz allem, Alkoholismus ist aus meiner Sicht eine Chance sein leben zu ändern, aufzuwachen, Mängel zu erkennen, zu wachsen, diese Chance zu erhalten und vor allem zu nutzen ist eine Gnade. Für manche die letzte Chance auf ein Leben.
Grüße, tian