Hi liebes Forum,
bei mir alles o.k. soweit, jeden Tag gibt es einige Minuten, auch mal 2 - 3 h in denen ich schwer ins Nachdenken komme, Saufdruck, nein, ich denke nicht wirklich, das sind eingeschliffene Muster einfach, Langeweile habe ich früher des Öfteren mit guten Dingen eliminiert, d. h. ein Buch gelesen, Sport, Freunde getroffen usf., manchmal jedoch mir "sinnentleert" einen reingebrannt, meist Bier, der große Schnäpsler war ich nie, aber spielt das eine Rolle?
Dekadent, ich wohne hier in einem schönen, aber auch relativ bekannten Partyviertel, derzeit ist bspw. ein Markt, war dort vorhin Obst einkaufen, gut frequentierte Schnapsstände gibt's dort auch, Stichwort "Spezialitäten", war das ein Trigger - NEIN -, allerdings ist es für mich schon krass, dass es unter dem Deckmantel der Spezialität legitim ist um 11:00 Uhr Schnaps zu konsumieren.
Trinkgewohnheiten, ja, die Geschichten mit heimlich einkaufen, Depots anlegen, nein, das war bei mir nicht der Fall, aber imho kurz davor, mein Konsum ist gestiegen in den beiden Jahren vor meiner jetzigen Nüchternheit, schleichend, auffällig war eben:
- Kontrollverlust beim Trinken (nicht immer - aber immer öfters)
- Zum BierCHEN ist ein Weisswein hinzugekommen
- Probleme wurden nicht verarbeitet, sinnlose Wochenende mit Kater vom Freitag, tlw. auch Samstags noch gebechert, Kater weg, aber der Sonntag war dann hart
Mei, das ist eine Endlosschleife mit dem Alkohol & der Aufzug kann nur nach unten führen...
Ja, der Gedanke "KT", mmmmh, würde bei mir nicht funktionieren, evtl. ein paar Wochen / Monate, aber dann wäre ich wieder mittendrin im Suff & im alkoholischen Denken. Wichtig: Selbst wenn es funktionieren würde, ich möchte es nicht, allein dieser Gedanke, ich muss mich kontrollieren um zu saufen, ja, was ist denn das für ein Zwang, grausam.
Jetzt, nach fast 4 Monaten Nüchternheit sehe ich manche Dinge wieder klarer, sei es nun mein letzter job mit einem soziopathischen Vorgesetzten, sei es mein Leben generell, sei es der Anblick einer Blume, mitunter sind es die kleinen basics, welche mir richtig Spaß machen, im Gras spazieren, tief Atmen, "echte" Freude empfinden.
Ich für mich glaube, dass ich akzeptieren muss, dass ich manche Dinge nicht ändern kann, ich würde es so gerne, mehr Frieden und Zufriedenheit in der Welt, eine Weltseele die auf Demut, gesunde Neugierde, Zusammenhalt beruht, aber ich kann das nur für mich selbst umsetzen und somit ein feines Mini-Rädchen im Gesamtgefüge werden.
Ebenso muss ich damit umgehen, dass unser System hier auf Antagonismus und nur die harten kommen in den Garten beruht, wer dieses Leben führen kann und möchte, akzeptiert, ich kann es nicht.
Der Weg ist nicht zu Ende, dies ist ein Anfang, ein Aufbruch in eine gesunde & zufriedene Zukunft.
Grüße, tian