Liebe Elisa-Chrissy,
ja eigentlich war das Jahr ohne ganz gut für uns. Auch wenn es anders war als ich es mir vorgestellt habe! Ich dachte ja lange ganz blauäugig, wenn er nichts mehr trinkt ist alles gut.
So war es natürlich nicht. Am Anfang habe ich ganz deutlich gemerkt, wie schwer es ihm fiel und die Angst, was ist, wenn ich nach Hause komme hat mich noch sehr lange begleitet Ganz lange hat er mich auch spüren lassen, dass er sauer war. Er hat bis heute nicht verstanden, warum ich zur Beratungsstelle gegangen bin, ich hatte es ja als Hilfe für mich getan. Das dabei dieser "Vertrag" ,dass er 1 Jahr nichts trinkt dabei rauskommen würde, auf die Idee kam ich gar nicht. Bis heute hält er mir vor, dass ich ihn überall schlecht gemacht und zum Alkoholiker abgestempelt hätte. Warum er letztendlich dieses eine Mal mit mir bei der Beratungstelle war? - Ich weiß es nicht.Irgendwann war meine Angst weg und das war richtig gut für mich. Auch für die Kinder war dieses Jahr einfach nur gut, der Stress den wir durch den Alkohol haben, war weg.
Deshalb waren aber eben nicht alle Probleme gelöst. Ich habe weiterhin versucht, möglichst viel von ihm fern zu halten, um dieses "Nicht - Trinken" nicht zu gefährden. Wir konnten bis dahin nicht über Probleme sprechen und konnten es in diesem Jahr natürlich auch nicht. Ich denke wir hätten uns damals weitere Hilfen suchen müssen.
Irgendwann ist mir aufgefallen, dass sich auch sein Sprachgebrauch geändert hat, von "Wenn ich wieder ein Bier trinke,.." zu "Als ich noch Bier getrunken habe,.."
Ich dachte wirklich, er schafft es!
Das ist vielleicht für mich die schlechteste Erfahrung, ich hatte so viel Hoffnung und die wurde so enttäuscht.
Heute weiß ich, dass er nicht aufhören will und ich darauf auch keinen Einfluss habe.
Das vereinbarte Jahr war schon lange vorbei. Ich kam mit den Kinder nach einem Ausflug nach Hause und mein Partner war total betrunken,...
Schon damals hätte ich einfach gehen müssen!
Er hat mir dann vorgeworfen, über sein Leben zu bestimmen (was ja auch stimmte). Ich bin eingeknickt, seitdem trinkt er offiziel wieder "alkoholfreies Bier". Der Anfang vom Ende, denn dabei ist es nicht geblieben und wir drehen uns weiterhin im Kreis.
Liebe Aurora,
heute habe ich mich telefonisch auf dem JA informiert, wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Ich kann dort auch vorbeikommen und Hilfe zu den Trennungsfragen für mich in Anspruch nehmen.
Heute nachmittag steht jetzt noch das Gespräch mit meinem Sohn an.
LG Ko