Beiträge von Freya63

    Hallo girasole,

    also für mich klingt der Satz in diesem Zusammenhang ausgesprochen irgendwie verbittert.
    Normalerweise sehe ich bei einer Sache auch immer einen Hoffnungsschimmer, denn sonst könnte man die Situationen wohl kaum aushalten.

    Wenn ich Hoffnung habe, gehe ich davon aus, dass der andere Part seinen Teil dazu beiträgt und diese Hoffnung erfüllt ( ganz allgemein gesprochen und fast auf alle Situationen anwendbar.)

    Von daher kann ich nachvollziehen, dass Du Dich irgendwie unwohl bei der Aussage fühlst, da Du ( oder man) in eine passive Rolle gedrängt wirst, was wohl keinem wirklich gefällt.

    LG
    Freya

    Hallo Andrea,

    ich kann Dich gut verstehen. Wenn man in der Situation voll drinsteckt und nur noch überleben will, funktioniert man meistens.

    Wenn es dann soweit ist, dass man Konsequenzen gezogen hat und geht, ist es leider nicht so, dass man gleich voller Freude sich auf oder in das neue Leben stürzt.

    Jetzt kommt all das hoch, was sich in der Zeit angesammelt hat und es ist nur natürlich, eine Leere zu fühlen und einfach Angst zu haben.

    Es dauert, bis man wieder zu sich selbst findet und auch wieder weiß, was man fühlt.

    Du musst Dir einfach die Zeit dafür geben.
    Liebe Grüße
    Freya

    Hallo Unlucky,

    mein Partner ist seit 3,5 Wochen in einer LZT von insgesamt 12 Wochen. Ich muss sagen, dass es mir zurzeit sehr gut geht, weil ich mich nur auf mich selbst konzentrieren muss.
    Ich geniesse diese Zeit, sie kommt mir wie Urlaub vor. Ich habe meinen Mann in dieser Zeit 1 x besucht für einen Nachmittag, das war o.k.

    Wie es allerdings nach Abschluß der Therapie aussehen wird beurteile ich mit Vorsicht, da es nicht die erste LZT ist und nach der letzten Therapie kam sehr schnell der Rückfall.

    Ich denke, dass es gut ist, wenn beide Partner erstmal getrennt sind und sich auch nicht zu sehr über das Telefon austauschen, da ja jeder mit seinen eigenen Problemen und manchmal auch nur mit der Tagesgestaltung beschäftigt ist.
    Für mich ist es gut, dass ich generell sehr gut allein sein kann und was mir gerade jetzt am besten gefällt, dass ich nach Hause kommen kann ohne mir Gedanken zu machen, was evtl. jetzt wieder los ist und wie er drauf ist.

    Außerdem lerne ich gerade wieder, mehr auf meine Gefühle zu hören und überhaupt erstmal zu merken, was spüre ich überhaupt noch.
    Sowas geht nämlich im täglichen Leben oftmals unter.
    Jetzt bin ich nur auf mich konzentriert und das ist so erholsam.

    LG
    Freya

    Hallo Seerose,

    mein Mann sagt,er wisse, dass seine Lügen immer früher oder später rauskommen, deswegen kann ich es nicht nachvollziehen, warum er es doch tut. Leider lügt er auch bei Sachen , die gar nichts mit Alkohol zu tun haben, aber das ist wahrscheinlich eher etwas für eine Paartherapie.
    LG Freya

    Seerose,

    sind die Lügen eine Begleiterscheinung oder ist das ein Charakterzug? Ich weiß es nicht.
    Fakt ist auf jeden Fall, dass das verlorene Vertrauen so schnell nicht wieder aufgebaut werden kann.
    Das Sprichwort, "wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht" hat schon seine Berechtigung.
    Selbst wenn ich wieder vertrauen möchte, kann ich es nicht, weil ich nicht weiß, wann ich wieder angelogen werde.
    Das Ergebnis ist ein weiterer Rückzug meinerseits, leider noch nicht mit allen Konsequenzen.

    Dir auch noch einen schönen Tag
    Freya

    Hallo zusammen,

    das Gewühlswirrwarr bzw. die Unsicherheit in Bezug auf die eigene Wahrnehmung kann ich gut nachvollziehen. Man glaubt oder möchte gerne glauben, was der Partner einem erzählt.
    Bei meinem Mann war es auch eine Aussage der Klinik, dass Alkohol nicht sein Problem sei. Dieses hat er dann zum Anlass genommen, weiter zu trinken.
    Ich habe auch Jahre gebraucht, bis ich gemerkt hatte, dass ich angelogen wurde.
    Ich hätte auch nie im Traum dran gedacht, dass mein Partner mich anlügen würde. Für mich bestand nie eine Notwendigkeit, meinem Partner nicht die Wahrheit zu sagen.
    Mittlerweile bin ich bei vielen Äußerungen seinerseits auch sehr misstrauisch und das begründet wohl auch ein Co-Verhalten, weil der Partner z.B. verneint, was getrunken zu haben und man riecht doch die Alkoholfahne. Also geht man auf die Suche, um die eigene Wahrnehmung bestätigen zu können. Ich habe früher auch mehr oder weniger alles geglaubt, was er mir gesagt hatte. Jetzt mache ich es genau andersrum und glaube erstmal nichts mehr.
    Das weiß mein Partner auch, manchmal ist er deswegen beleidigt, aber das ist sein Problem.
    Lg
    Freya

    Hallo zusammen,

    ich wünsche allen hier noch ein gutes oder besseres neues Jahr und dass jeder für sich in seinem Tempo weiterkommt.
    Ich habe gerade etwas Ruhe für mich, da mein Mann seit gestern in einer LZT ist. Jetzt kann ich wieder etwas durchschnaufen.
    Für mich ist jetzt wichtig, dass ich einfach wieder in mich reinhören kann und wieder spüre, was ich empfinde.
    Das ist in letzter Zeit bei mir doch ziemlich verloren gegangen, da ich auch oft an meiner Wahrnehmung gezweifelt habe und nie so richtig wusste, was ist richtig, meine Empfindungen oder das, was mein Mann mir vorgemacht hat.
    Aber das geht ja wohl vielen so, wie ich hier nachlesen konnte und das ist wenigstens ein kleiner Trost.

    Hallo Seerose,

    auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich bin zwar neu relativ neu hier und habe noch nicht so viel geschrieben, aber dafür lese ich auch umso mehr und finde vieles, was mir hilft.
    Allerdings tue ich mich mit dem Begriff "Co-Abhängigkeit" noch etwas schwer. Diese Abhängigkeit gibt es bestimmt nicht nur in Beziehung mit Alkohol. Ich denke, man kann auch co-abhängig von jemandem sein, ohne dass dieser suchtkrank sein muss.
    Aber Du wolltest ja wissen, wie wir uns verhalten, z.B. in Bezug auf Wut .
    Also wütend bin ich eher selten, eher enttäuscht, weil immer wieder Hoffnungen zerstört werden. Das was Du gemacht hast, wie z.B. meckern, kontrollieren habe ich auch gemacht, aber ich hätte auch gegen eine Wand reden können. Ich habe natürlich auch über Trennung gesprochen, aber wie ich hier auch gelesen habe, sollte man nur das androhen, was man auch wirklich bereit ist , zu tun und das habe ich bisher leider auch nicht konsequent durchgezogen.
    Wenn es mir zuviel wurde, bin ich z.B. allein ins Kino gegangen, um einfach Abstand von zuhause zu haben.
    Ich finde es sehr schade, dass alle Aktionen und Gesprächsversuche immer nur von mir ausgegangen sind.
    Das zermürbt auf Dauer und ich habe mir angewöhnt, nicht mehr groß nachzufragen und mich für sein Befinden zu interessieren, allerdings funktioniert das nicht immer.
    Ich finde es gut, dass Ihr getrennt wohnt; so hast Du schon mal eine Sorge weniger.
    Ich wünsche Dir alles Gute
    liebe Grüße
    Freya

    Liebe Aurora,

    ich finde es toll, dass Du jobmässig so super einsteigen kannst. Es ist immer gut, wenn man von Anfang an dabei sein kann und vielleicht auch noch mitgestalten kann. Das Feedback des Chefs ist natürlich wichtig und es tut gut, wenn man da Anerkennung erfährt.
    Ich lese immer gerne Deine Beiträge und finde es gut, wie Du die Betroffenen hier aufbaust. Ich werde demnächst in meinem eigenen Thread auch wieder weiterschreiben, sobald ich etwas Ruhe habe.
    Liebe Grüße
    Freya :D

    Hallo zusammen,

    mittlerweile hat der Therapeut meinen Brief bez. meines Mannes erhalten und mein Mann hatte auch gestern wieder eine Sitzung beim Doktor. Ich habe meinem Mann eine Kopie des Briefes gegeben, damit er weiß, worum es mir ging.
    Ich denke, dass das wohl ein Thema in der Sitzung war, aber mein Mann hatte sich bisher nicht dazu geäußert und ich habe ja mittlerweile auch gelernt, ihn nicht danach zu fragen. Ich lasse ihn in Ruhe und auch alleine im Keller wurschteln.
    Wenn er das Bedürfnis hat, mir von seinen Gedankengängen zu erzählen wird er das wohl tun.....ich schätze, das wäre wahrscheinlich am 30. Februar oder am Sankt Nimmerleinstag. Nun denn, ich kümmere mich jetzt um mein Wohlbefinden. Das habe ich mir verdient , jawoll :)

    Hallo pilsum,

    ich kann sehr gut Deine Gefühlslage verstehen. Wenn es in einer Partnerschaft ein Problem gibt, versucht man dahinter zu kommen und es zu lösen, am besten natürlich auch durch Gespräche mit dem Partner.

    Wenn der Partner dann über die Jahre alkoholkrank geworden ist, fällt das natürlich sehr schwer. Ich habe mich auch gefragt, ab wann ist das bei meinem Partner passiert, hätte ich das bemerken können und was hätte ich tun müssen. Ich war auch lange Jahre sehr naiv und je näher man sich einem Menschen fühlt, desto schwieriger ist es manchmal, objektiv die auftretenden Probleme zu sehen.

    Dazu kommt auch noch, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, die sich meist schleichend verschlimmert und man die vielen kleinen Schritte Richtung Abgrund als betroffener Partner nicht bemerkt. Ich kann Dein Gefühlschaos gut nachvollziehen. Außenstehende denken vielleicht in erster Linie, dass zunächst mal dem Alkoholkranken geholfen werden muss, die Angehörigen kommen erst später. Das habe ich auch so gedacht, weil ich ja der Meinung bin, dass ich nicht soviele Probleme habe und auch noch relativ gesund bin.
    Ich habe auch versucht, meinen Partner zu verstehen und es ist mir nicht gelungen, auch weil die Erklärungen von seiner Seite nur sehr dürftig waren. Was ich als schlimm empfinde, ist , dass man oft seinen eigenen Empfindungen nicht mehr traut oder im schlimmsten Fall nicht mehr weiß, was man fühlen soll. Man hört in sich hinein und da ist nichts. Das hat aber nichts mit Depressionen zu tun sondern resultiert meiner Meinung nach aus den Aussagen und Lügen des Partners. Je geschickter diese rüberkommen, desto weniger glaubt man seinen eigenen Gefühlen.

    Ich finde es sehr gut, dass Du nach Dir schaust und Dich auf Deine Umwelt und Dein Erleben konzentrierst. Was ich hier aus dem Forum mitnehmen konnte, obwohl ich auch noch nicht so lange dabei bin, ist die notwendige Fokussierung auf sich selbst . Nur durch Abstand zum Partner und dessen Handlungsweisen kommt man selbst wieder dazu, das Ruder in die Hand zu nehmen.
    Ich wünsche Dir viel Kraft.
    Viele Grüße
    Freya

    @ Dubi: ich habe ja bereits geschrieben, dass ich eine Fahrt unter Alkohol , die ich von zuhause aus mitbekäme, unterbinden würde. Die Diskussionen diesbezüglich haben wir ja auch schon begonnen und bislang stand es ja noch nicht zur Debatte. Diese Situation ist für mich neu und ich gehe nicht zur normalen Tagesordnung über und lasse den Punkt ungeklärt. Deine Argumente habe ich auch schon vorgetragen und ich lasse mich da von meinem Partner auch nicht abwimmeln.

    Vielen Dank für Eure interessanten Rückmeldungen bez. einer Anzeigepflicht. Ich habe da auch noch nichts Näheres rausbekommen, weiß aber auch, dass man reagieren muss, wenn jemand eine Trunkenheitsfahrt vorhat.
    Ich werde da auf jeden Fall reagieren und verhindern,dass er fährt, wenn ich es mitbekomme. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ich meinen Mann anzeigen würde. So weit bin ich nicht.
    Ich habe aber heute einen Brief an seinen Therapeuten geschrieben, in dem ich die Problematik geschildert habe. Ich weiß ja nicht, was mein Mann seinem Therapeuten erzählt oder eher nicht erzählt.
    Ich weiß aber auch, dass ich es nicht verhindern kann, wenn er alkoholisiert fahren will, da hast Du recht, Aurora. Ich habe auch schon in nüchternem Moment mit ihm gesprochen, da weiß er dann nicht, warum er sich so verhält. Ich kann ihm nur den Spiegel vorhalten und meinen Weg weitergehen, der führt aber immer weiter von ihm weg.
    Danke für Euer Interesse und Unterstützung.
    Liebe Grüße
    Freya

    Hallo Aurora und Susanne,

    vielen Dank für Eure Hinweise.Ich werde da in Zukunft drauf achten, dass er nicht mehr alkoholisiert fährt, wenn ich das von zuhause aus mitbekomme. In diesem Falle war ich schon im Bett und habe erst später mitbekommen, dass er nicht nur zum Rauchen vor die Tür gegangen ist.
    Ich hätte nie gedacht, dass er so unvernünftig ist und wegen einer Nichtigkeit soviel riskiert. Vielleicht werde ich wirklich die Schlüssel nachts verstecken......traurig so etwas.....da ist dann auch wieder das Gefühl, dass ich so etwas am liebsten gar nicht mehr mitbekäme, z.B. wenn ich ausgezogen bin.
    Andererseits ist es sehr schwer, das Gefühl abzustellen, ob mein Mann wieder unvernünftig ist und sich und andere gefährdet. Ich werde auf jeden Fall handeln, wenn ich merke, dass es nötig ist.

    So, jetzt nach meinem Kurzurlaub bin ich wieder zurück. Es war schön, aber natürlich viel zu kurz und der Alltag hat mich wieder.
    Gestern hatte mein Mann er wieder schlechte Nachrichten von Bekannten bekommen und das war wieder ein Grund für einen Absturz.
    Ich will mich jetzt nicht hier über irgendwelche Gründe äußern, warum weshalb und seinen Umgang mit schlechten Nachrichten.
    Was mich wirklich beunruhigt, egal ob ich Angehörige oder Co-Abhängige bin, dass er sich nach seinem Alkoholkonsum noch ins Auto gesetzt hat und noch bei uns im Dorf rum gefahren ist, um etwas an seinem Auto zu testen. Es war zwar nach 2 Uhr morgens und zum Glück kaum jemand unterwegs, aber ich habe nicht gewusst, wo er um diese Zeit noch hin wollte. Nachdem er zum Glück wieder heil angekommen ist habe ich ihn zur Rede gestellt und wollte wissen, warum er unter Alkohol gefahren ist und ich habe ihm noch die ganzen Folgen aufgezählt. Das mag zwar eine Verhaltensweise eines Co sein, aber ich habe natürlich auch Angst, dass er alkoholisiert jemanden anfährt.
    Auf meine Frage, warum er unter Alkohol fährt sagt er nur, er wisse es nicht. Er weiß zwar, was es für Konsequenzen haben kann, aber er kann sich das nicht erklären.
    Ist es wirklich so, dass man sich das antut, selbst unter der Gefahr, einen Unfall zu bauen ? Gibt es nicht sowas wie ein Selbstschutz, der einen davor bewahrt, sich unter Alkohol ans Steuer zu setzen ?
    Ich hatte kurz überlegt, die Polizei zu rufen, aber was hätte ich denen sagen sollen ? Etwa, dass mein Mann unter Alkohol losgefahren ist und ich nicht weiß wo er ist und warum er los ist ? Ich habe schon überlegt, nachts die Autoschlüssel wegzuschließen, egal ob das jetzt Co ist oder nicht. Ich weiß, dass ich für ihn keine Verantwortung habe, aber ich kann auch nicht die Augen vor den Gefahren verschließen.
    Früher wäre ich sicher gewesen, dass er sich unter soviel Alkoholeinfluss nicht ans Steuer setzt, aber heute ?
    Schlimm ist, dass mein Mann nur sagt, er wisse schon, dass das nicht in Ordnung ist, aber er hat für sein Verhalten keine Erklärung. Ich wollte mich eigentlich nicht mehr an seinen Therapeuten wenden , bin aber unsicher, ob ich diese Alkoholfahrt nicht doch erwähnen soll......

    Liebe Ko ,

    ich verstehe Dich sehr gut ; ich habe auch schon öfter über mein Verhalten mit angezogener Handbremse auf dem Gaspedal gedacht. Ich kann es mir auch nicht erklären, warum man/ich einerseits so ungeduldig bin und andererseits den Absprung nicht schaffe. Es ist natürlich noch um einiges schwieriger, wenn wie bei Dir Kinder mit im Spiel sind und der Gedanke, dass es bei anderen vielleicht noch schlimmer ist hilft auch nicht wirklich.
    Es ist aber auch natürlich, dass es Dir was ausmacht, wenn Du das Verhalten Deines Mannes siehst. Schließlich lebt man ja als Familie zusammen und die wenigsten Leute haben soviel Platz, dass sie sich richtig aus dem Weg gehen können.
    Ich finde es gut, dass Du schonmal nach einer Wohnung Ausschau hältst. Vielleicht wacht Dein Mann dann auf, wenn er den Ernst der Lage erkennt. Aber das kannst Du ja leider nicht beeinflussen.
    Die Schritte, bis man sich richtig abgegrenzt hat, sind wahrscheinlich unterschedlich lang , aber wenn man erstmal auf dem Weg ist, möchte man auch nicht mehr zurück.
    Ich drücke Dir die Daumen !
    Liebe Grüße
    Freya