Beiträge von Freya63

    Mist...jetzt wollte ich meinem Mann gegenüber den Alkoholkonsum nicht mehr erwähnen, aber ich konnte mich gerade nicht zurückhalten.
    Er ist am überlegen, ob er kurz nochmal zu einem Bekannten fährt und ihm handwerklich hilft, aber da ich wieder mitbekommen habe, dass er im Keller getrunken hat, habe ich ihn gefragt ob er noch fahren kann /darf. Es geht ja auch darum, dass selbst wenn er unverschuldet in einen Unfall gerät und nach Alkohol riecht, Konsequenzen drohen.
    Ich hoffe inständig, dass er das versteht und beherzigt.
    Ich denke, er sieht es ein und bleibt zuhause.
    Aber das sollte erstmal meine letzte Handlung als eventuelle Co-Abhängige sein.
    Dank des Forums habe ich mich ja schon gut abgegrenzt, als Beispiel....mein mann ist ja auch wegen Depressionen in Behandlung und ich war 2 x mit beim Therapeuten, auch damit er mich kennen lernen kann und sich ein Bild von unserer Situation macht.
    Jedesmal, wenn mein Mann seine Therapiesitzungen hatte, war ich sehr gespannt und wollte wissen, wie die Sitzung so verlaufen ist. Meist fühlte mein Mann sich bedrängt und wollte keine Auskunft geben und ist ausgewichen und sagte mir, ich solle nicht gleich, wenn er zur Tür reinkommt ihn überfallen. Er würde mir da später erzählen, wie es in der Therapie war.
    Gut, nachdem ich hier so einiges gelesen habe, habe ich es geschafft, ihn nach seinem Arztbesuch nicht mit Fragen zu bombardieren. Im Gegenteil, ich bin gar nicht darauf eingegangen und habe keinerlei Fragen gestellt. Das Ergebnis ? Mein Mann hat nichts erzählt, weder kurz nach dem Besuch noch Wochen später.
    Ich denke, er ist einfach nur froh, dass ich ihn in Ruhe lasse.
    Jetzt kommt, was mich selbst sehr überrascht hat.....es ist mir gar nicht schwer gefallen , ihn nicht zu fragen. Ich habe gemerkt, dass mein Interesse diesbezüglich sehr geschrumpft ist. Wenn er von sich aus was erzählen will, kann er, aber da kam nichts.
    Es ist schon traurig......mir würde es Angst machen, wenn ich merke, mein Partner hat mich vorher mit Fragen bestürmt und auf einmal fragt er nicht mehr. Da wäre ich nicht beruhigt, im Gegenteil, sämtliche Alarmglocken würden dann klingeln.
    Andererseits ist es leider auch so, dass ich dem, was mein Mann alles so erzählt nicht zuviel Glauben schenken kann. Er ist immer sehr schnell mit Lügen und Unwahrheiten bei der Hand und meint immer noch, ich würde das nicht merken, aber so naiv wie früher bin ich nicht mehr. Ich lasse ihn erzählen ; manchmal glaubt er wohl auch, dass das stimmt, was er von sich gibt.
    So, jetzt habe ich genug gejammert, ich freue mich darauf, morgen für 2 Tage zu meiner Freundin zu fahren.

    Liebe Honeymaker,

    danke für Dein Feedback. Ich denke auch, dass ich auf dem richtigen Weg binl und ich will ja auch loslassen. Das " müssen" bezieht sich in meinem Fall darauf, dass ich mir gewünscht hätte, es wäre nicht so weit gekommen
    und mein Mann und ich hätten gemeinsam erfolgreich diese Hürde/Aufgabe gemeistert. Ich habe schon oft überlegt, an welchem Punkt wir das Ruder noch hätten rumreissen können. Eine Paartherapie hatte ich auch schon vorgeschlagen, aber da hält mein Mann nichts von, weil es seiner Meinung nach nichts bringen würde. In meinem Fall kommen nämlich noch Partnerschaftsprobleme hinzu, aber die werden die meisten hier im Forum ja auch haben, zwangsläufig.
    Ich weiß, dass es mir besser gehen würde, wenn ich ginge,aber das durchzuziehen kostet Kraft. Ich schwanke dann wieder und habe Mitgefühl, wenn ich das Häufchen Elend sehe.
    Mitleiden tue ich nicht, aber es ist so verdammt schwierig, wenn ich daran denke, wie es früher war und was sich alles geändert hat. Ich weiß auch, dass ich für meinen Mann keine Verantwortung übernehmen kann oder will.
    Ich mache ihm ja auch keine Vorhaltungen mehr, es sei denn , ich habe das Gefühl, er setzt sich mit Alkohol ans Steuer. Aus diesem Grunde lasse ich mich schon lange nicht mehr von ihm irgendwo abholen, sondern fahre selber( natürlich nüchtern) oder mit öffentl. Verkehrsmitteln.
    Auf jeden Fall finde ich das Forum hier sehr hilfreich und der Austausch tut gut. Ich möchte meine Freunde ja auch nicht immer mit denselben Problemen behelligen, obwohl sie sich noch nicht beklagt haben. Ich habe halt tolle Freunde !!!
    Liebe Grüße
    Freya

    Hallo Aurora,

    danke für Deine nette Begrüßung. Ich habe auch schon viel über Deine Geschichte gelesen und finde es toll, was Du alles für Dich erreicht hast.
    Ich hatte mir überlegt, evtl. zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, aber ich denke, dass der Austausch hier im Forum mir mehr bringen wird, alleine schon von der Vielfalt der unterschiedlichen Schicksale. Ich erwarte jetzt auch keine Hilfestellung, sondern freue mich über einen Austausch.
    Ich kann mich Deiner Meinung über Co-Abhängigkeit anschließen, dass viele Betroffene meinen, erstmal den Partner zu retten und dann sich selbst. In erster Linie sollte man für sein Wohlergehen sorgen, denn nur wenn es mir gut geht, kann ich auch anderen helfen ( wenn sie wollen). Vielleicht klingen meine Sätze ziemlich nüchtern und abgebrüht, das kann ein Schutz sein oder auch ein weiterer Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Ich denke sogar, dass ich ziemlich viele männliche Anteile in mir habe, d.h. ich bin nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen und die Tränen fliessen bei mir nicht so schnell. Ich bin trotzdem nicht so abgebrüht, denn sonst hätte ich schon längst die Koffer gepackt
    Mein Mann ist da wohl etwas empfindsamer und das ist wohl auch ein Grund, warum er Zuflucht zum Alkohol sucht.
    Ich weiß aber auch, dass ich ihm nicht helfen kann; ich habe es versucht über Gespräche, die er immer abblockt und über gemeinsame Termine beim Therapeuten.
    Ich muss jetzt loslassen......

    Hallo zusammen,
    nachdem ich hier im Forum so vieles gelesen habe, was mich auch betrifft, habe ich mich entschlossen, mich hier anzumelden.
    Ich bin 51 Jahre alt, habe die Silberhochzeit auch schon hinter mir und mein Mann hat leider ein Alkoholproblem und leidet unter Depressionen. Leider kann man nie so genau sagen, was war als Erstes, der Alk oder die Depression, aber das ist halt wie die Frage, was war zuerst, das Huhn oder das Ei.
    Das ist ja auch egal, jedenfalls ist beides vorhanden und eines von beiden würde mir durchaus reichen.
    Ich habe in diesem Forum soviel Interessantes über Co-Abhängigkeit gelesen und mich jetzt auch gefragt, ob ich Co-abhängig bin.....Ein paar Verhaltensweisen treffen durchaus zu, wie z.B. die Kontrolle der getrunkenen Flaschen und auch einmal das Wegschütten, genauso wie die vielen Diskussionen, d.h. eigentlich keine Diskussionen sondern eher Monologe meinerseits, warum er trinkt. Bis jetzt habe ich, obwohl diese "Alkohol-Karriere" schon ein paar Jahre geht nie befriedigende Antworten erhalten. Einen richtigen Grund gibt es gar nicht bis auf die Tatsache, dass mein Mann schlecht mit Stress und Problemen umgehen kann und diese erstmal ertränken will. Am nächsten Tag sind die Probleme natürlich immer noch da; er hat dann , je nach der Alkoholmenge, keine Erinnerung mehr an den Vorabend, ich dafür umso mehr. Mein Mann war auch schon in Therapie, was die Depressionen betraf ( 2 x für 5 Mon.) vor ein paar Jahren. Dieses Jahr war er wieder in Therapie für 5 Wochen auch in Bezug auf Alkohol. In der Klinik klappt alles wunderbar, mein Mann macht Sport, bastelt u.ä. aber kaum, dass er wieder zu hause ist, fällt er in sein altes Verhaltensmuster.
    Ich habe hier in diesem Forum schon als Tip angenommen, dass jeder für sein Verhalten selbst verantwortlich ist und ebenso für die eigene Zufriedenheit und das eigene Glück. Ich habe auch schon gelernt, mich abzugrenzen und bin auch sehr selbstständig. Ich fahre allein in den Urlaub, habe Freunde, mit denen ich mich auch über dieses Thema austauschen kann und mittlerweile verschweige ich die Alk-Probleme nicht mehr, wenn andere es mitbekommen.
    Ich habe vergessen, zu erwähnen, dass wir keine Kinder haben, also ist es bei mir nicht ganz so kompliziert wie bei einigen anderen.
    Mies ist es trotzdem und ich hoffe, dass ich bald zu einer Entscheidung komme. Ich weiß , was für mich das Beste wäre, aber ich habe es noch nicht durchgezogen.
    Zum Thema Co-Abhängigkeit: sie existiert, aber man darf auch nicht vergessen, dass bei auftretenden Problemen in einer Partnerschaft versucht wird und werden sollte, den anderen nicht hängen zu lassen und von dem Schritt der normalen Sorge bis zur Abhängigkeit sind viele Zwischenschritte.
    Ich denke, für meine Vorstellung in diesem Forum habe ich schon einiges erzählt. Ich könnte stundenlang weiterschreiben, aber für den Anfang ist es vielleicht gut so.
    Danke fürs Lesen und dass es dieses Forum gibt !