Beiträge von panem

    Hallo Tadewi, Hallo Alle,

    die Zeit rast irgendwie so schnell und schwupps, sind schon wieder ein paar Tage vergangen.

    Meine schönen Pläne fürs Wochenende wurden leider jäh zerstört, denn scheinbar haben sich auf Arbeit alle gegenseitig angesteckt. Nix mit 2 freien Tagen. Ich musste am Samstag arbeiten. Darüber war ich mehr als angepisst, aber was soll ich machen. Gesundheit geht vor.

    Aber nachdem klar war, dass meine Pläne durchkreuzt werden, war an diesem Wochenende irgendwie der Wurm drin. Sonntag hatte ich eine Schlechte-Laune-Attacke, die sich gewaschen hat. Leider hat das zum Teil mein Partner abbekommen. Als ich mich wieder beruhigt habe, hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich mich elend gefühlt habe. Mein Freund kann ja nix dafür. Erschrocken war ich auch über die Heftigkeit. Wie kann sich innerhalb von Sekunden meine Laune so verändern? Und warum werde ich dann ungerecht gegenüber anderen? Selbst als ich das erkannt habe, konnte ich irgendwie nicht so richtig aus meiner Haut. Kennt ihr das? Man verhält sich wie das letzte Arschloch, weil einem irgendeine Laus über die Leber gelaufen ist, merkt das man ungerecht ist, kann es aber trotzdem nicht ändern. Frustrierend finde ich das. Ist wohl einer der Punkte, an denen ich arbeite muss.

    Heute habe ich dann nach der Arbeit noch Geschenke besorgt. Einmal durch die Innenstadt mit seinen ganzen Buden und zack, auf meiner linken Schulter saß das Suchtteufelchen. Der Weg nach Hause, vorbei an den zahlreichen Supermärkten war dann ein kleiner Spießrutenlauf. Allerdings habe ich die ganze Zeit versucht, meine Gefühle nüchtern (im doppelten Sinne) zu betrachten. Und mir klar zu machen, warum da plötzlich dieser Druck und die Gedanken an Alkohol sind. Das hat dann ganz gut funktioniert und nun sitze ich bei einer Tasse Tee in meinem Wohlfühlhöhle ;)

    Euch allen einen schönen Abend!

    panem

    Hallo tadewi,

    dir wollte ich eigentlich auch noch antworten, aber da waren die Finger zu schnell;) --> wie es mir geht, dass habe ich ja oben schon beschrieben...

    Ich versuche wirklich immer offen und ehrlich zu schreiben. Denn was soll ich mich oder andere belügen...Das bringt mich nicht weiter. Auch wenn die Dinge manchmal so rauspurzeln. Das Forum hier tut mir gut. Ich weiß, dass mein Geschreibsel gelesen wird und ich nicht alleine bin, auch wenn nicht immer ne antwort kommt. Allein das Wissen hilft ;)

    Ich hoffe dir geht es auch gut! Bis bald


    panem

    Hallo zusammen,

    puh, die letzten Tage waren sehr anstrengend. Mich hats komplett aus den Socken gehauen. Magen-Darm-Grippe...Bäh.

    Am Montag hatte ich kurz Panik, dass nach 11 Tagen doch noch schlimme Entzugserscheinungen kommen, da mir furchtbar übel war und ich mich ständig übergeben musste. Aber es war dann doch "nur" ne Grippe bzw. ein Infekt. Ich fühlte mich sehr geschwächt und irgendwie erinnerte mich das an Katerstimmung (vorallem die schlimmen Kopfschmerzen). Heute geht es mir wieder viel besser und ich bin froh, dass die Übelkeit und die Bauchschmerzen weg sind. Leider konnte ich mich deswegen nicht um weitere Termine kümmern und die Arbeit sitzt mir auch schon wieder im Nacken.

    Der Suchtdruck bleibt zum Glück in seinem Versteck, sodass es mir eigentlich ganz gut geht. Naja, aber wer kotzend überm Eimer hängt, dem is wohl auch nich so nach Alkohol...Trotzdem merke ich, dass das Thema Alkohol nicht mehr allgegenwärtig in meinem Kopf seine Runden schwirrt, was für mich ein Stück Befreiung bedeutet. Ich kann mich mehr mit anderen, schönen Dingen beschäftigen.

    Mein Ziel mehr Sport zu machen habe ich leider noch nicht realisiert, der innere Schweinehund hat mich noch fest im Griff und erstmal muss ich mich körperlich noch ein paar Tage erholen...

    Ich freue mich aufs Wochenende...Endlich mal wieder 2 Tage am Stück frei, die ich mit meinem Partner verbringen werde. Freitag gehts ins Kino und den Rest des Wochenendes werden wir wohl mit Spielen und erholen verbringen. Ahh. Vielleicht auch noch ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen, die habe ich bisher nämlich gekonnt verdrängt ;)

    Euch eine nicht allzu stressige Zeit!

    ahoi,

    panem

    Hallo liebe Eni,

    ich habe mir mal deinen "Strang" durchgelesen. Daumen hoch, dass du der schwarzen Dame die Stirn geboten hast! Das Thema Depressionen hat mich auch 15 Jahre lang begleitet...Die Situationen und Gefühle, die Du beschreibst, kenne ich sehr gut.

    Ich habe gelernt wachsam zu sein (bei den Depressionen, beim Alk muss ich es noch lernen). Meine erste Therapie habe ich mit 15 Jahren gemacht. Damals wusste ich selber gar nicht genau, was mir fehlt. Ich hatte nur das Gefühl, dass ich alleine nicht weiter komme. Die nächste mit Anfang 20, hielt ein paar Jahre an und dann hat es mich mit Mitte/Ende 20 wieder voll erwischt. Klinikaufenthalt und Medikamente....Das war eine sehr schwere Zeit und ich habe gedacht, dass ich nie wieder glücklich werde. Damals hat mir eine Therapeutin aufgezeigt, welche Möglichkeiten ich habe. (Das ist natürlich sehr individuell und funktioniert bestimmt nicht bei jedem bzw. ist abhängig vom Krankheitsbild/-ursachen).

    Die Ärztin hat damals zu mir gesagt: Entweder sie hängen ihr Leben lang in der Vergangenheit und wälzen die Fragen immer wieder in ihrem Kopf oder sie konzentrieren sich auf die Zukunft. Die Vergangenheit können sie nicht ändern. Die Zukunft schon. Dieser Satz ist mir immer in Erinnerung geblieben und wenn ich mal nicht so gute Tage habe, dann rufe ich mir das ins Gedächtnis. Ich empfinde das ähnlich, wie beim Thema Alkohol. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, in Zukunft kann ich aber alkfrei leben.

    Das klingt vielleicht sehr leicht, was es natürlich nicht ist. Ich habe auch immer wieder Phasen, in denen ich mich sehr zurückziehe. Aber ich habe mir mittlerweile ein Alarmsystem angewöhnt. Ich merke selber, wenn ich Gefahr laufe mich zu vergraben und verabrede mich dann gezielt und ganz bewusst, um den Depressionen keinen freien Lauf zu lassen.

    Was Du aber auch nicht außer Acht lassen solltest: Es gibt Menschen deren Körper einfach nicht genug Botenstoffe produzieren. Ich habe Freunde, bei denen das so ist (erblich) und diese "müssen" (vielleicht gibt es auch Alternativen, ich weiß es nicht genau) den Rest ihres Lebens Medikamente nehmen. Hast Du das mal bei einem Arzt abklären lassen? Meine Erfahrung mit Medikamenten waren auch eher negativ (sehr emotionslos, ein versteinerstes Gesicht), haben mir aber für einen kurzen Zeitraum die Möglichkeit des Aufatmens gegeben. Etwas zur Ruhe kommen und Kraft sammeln, um dann ohne Medikamente weiter zu machen. Aber das ist eine Variante, die jede/r für sich selber entscheiden muss.

    Ich hoffe die schwarze Dame kommt so schnell nicht wieder zu Besuch!

    VG,

    panem

    Hallo Andreas, hallo Alle,

    du hast meine Gefühlslage/Einstellung auf den Punkt gebracht. Jeder muss seinen individuellen Weg finden. Und wäre ich in einer anderen Arbeitssituation, wäre ich auch nicht zu der Feier gegangen. Zu so einem frühen Zeitpunkt der Entgiftung würde ich jedem/jeder auch davon abraten, sich solch einer Situation auszusetzen.

    Ich habe einen weiteren kleinen Schritt geschafft, ich bin ich trocken geblieben. Auch wenn das für mich persönlich eine wichtige Etappe war, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass die "richtige" Arbeit erst noch auf mich zukommt. Zum Glück bin ich nicht euphorisch und denke "jetzt schaffe ich alles". Denn dann würde ich unvorsichtig werden. So wie letztes Jahr.
    Auf der anderen Seite macht mir dieses klare Denken und die Struktur in meinem Kopf Angst. Angst zu selbstsicher zu sein und dann nachlässig zu werden. Oder um es anders auszudrücken: Es läuft zu gut, um wahr zu sein. Vielleicht kennt ja jemand dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um? Wie schafft ihr es über Wochen/Monate/Jahre achtsam zu sein?

    Ich wünsche allen einen schönen 2.Advent!

    panem

    Hallo Thalia,

    ich versuche in kleinen Schritten meinen Ziel "für den Rest meines Lebens" näher zu kommen. Dazu gehört auch der Arztbesuch. Das Gefühl des Nicht-Ernst-Genommen-Werdens sowie Frusttration werden mir immer wieder in meinem Leben begegnen. Ich versuche mich damit auseinanderzusetzen und zu gucken, was das mit mir macht und warum. Ich denke, dass es mich weiterbringt (auch wenn es sich erstmal blöd anfühlt).

    Zur Suchtberatung werde ich auch noch gehen. Ich werde mich nächste Woche bei denen melden und einen Termin vereinbaren. Ich möchte nicht die gleichen Fehler wie letztes Jahr machen und wenn ich trocken bleiben möchte, darf ich nichts unversucht lassen. Ich denke auf lange Sicht muss ich eine Therapie machen, denn (zumindest jetzt) glaube ich, dass ich mit dem Trinken Probleme und innere Leere füllen wollte. Die Leere geht aber nicht davon weg, dass ich nicht mehr trinke, sondern hat andere Ursachen.

    Zur Weihnachtsfeier, die mich die Woche so beschäftigt hat: Ich werde nicht trinken. Auch wenn es keine einfache Situation sein wird, ärgert mich(da ist sie wieder, die Wut..), dass ich von so einem blöden Getränk/Droge so abhängig geworden bin. Ich möchte mich nicht fremdbestimmen lassen. Von einer Flüssigkeit!

    Ich brauche mir nichts vorzumachen: Es werden Sprüche und Aufforderungen kommen. Ich habe die letzten Tage auf Arbeit bereits angekündigt, dass ich nix trinken werde (wenn es um das Thema Trinken/ordentlich Krachen lassen/einen Drauf machen ging) und mir vorgenommen, dass ich die Wahrheit sage, wenn ein "nein" meinerseits nicht akzeptiert wird. (wobei ich sagen muss, dass die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite einen sehr respektvollen und verständnisvollen Umgang miteinander pflegen). Ich werde mich an die "Nicht-alkoholtrinkenden-Kolleg_innen halten und habe einen Menschen, den ich jederzeit anrufen kann.
    Klingt jetzt alles irgendwie so, als ob ich soooo eine Panik vor dem Abend habe, dass ich drumherum alles organisiert habe. So ist es aber nicht. Ich freue mich ein wenig Zeit mit meinen Team fernab der Arbeit zu verbringen ;)

    Ich bin ehrlich: Meinen letzten Entzug habe ich extra im Urlaub gemacht, damit ich genug Ruhe habe und mich genau solchen Situationen nicht aussetzen muss. Aber dieser Entzug war nicht geplant, jetzt ist es so, wie es ist und nun muss ich auch mit dieser Situation klarkommen. Viele werden mit dem Kopf schütteln und mir davon abraten, aber das kann ich nicht ändern. Es liegt an mir, ob ich trocken bleibe oder nicht. Und das für den Rest meines Lebens...

    ahoi,

    panem

    Guten Abend,

    ich nutze diesen Forum mal weiterhin als kleines "Tagebuch" ;)

    Ich merke langsam die ersten Veränderungen. Ich fühle mich insgesamt klarer und ausgeruhter. Die Verwirrung und die innere Unruhe der ersten Tage haben sich weitestgehend gelegt. Körperlich geht es mir ganz gut, ich schlafe ruhiger, auch wenn ich etwas Probleme mit dem Einschlafen habe. Im Kopf beschäftige ich mich sehr viel mit meiner Sucht und den Schritten, die ich (weiter) gehen muss.

    Ich war heute bei einem Hausarzt und habe mich ein wenig durchchecken lassen und meine Gesschichte erzählt. Der Arzt war zwar irgendwie verständnisvoll, aber so richtig weiterhelfen konnte er mir auch nicht. Ich fühlte mich (mal wieder) nicht so richtig ernst genommen...Außer: Gehen sie zur "xy-suchtberatung" kam nicht viel bei rum. Da war ich ja letztes Jahr schon und das hat mir nicht geholfen. Oder lag es daran, dass ich noch nicht bereit war für ein Leben ohne Alkohol?

    vg,

    panem

    Hallo zusammen,

    mein heutiger Tag war ganz gut. Ich war alleine im Supermarkt und obwohl ich direkt am Alk-Regal vorbei musste, hat es mich erstaunlicherweise kalt gelassen. Allein der Anblick von Alk hat zumindest heute keinen Druck ausgelöst.

    Hinterher ist mir aufgefallen, dass der Alk eigentlich immer da aufgebaut ist, wo Mensch auf jeden Fall dran vorbei muss. Ich bin im Kopf die verschiednen Supermärkte in meiner Gegend durchgegangen und bei allen ist das so. Das machen die doch mit Absicht oder was? Naja, ich kann mich darauf einstellen und brauch meine Energie für wichtigere Dinge, als mich über Supermärkte zu ärgern.

    Tadewi : gabs denn was zum rauspflücken? und danke, der tag war trocken und gut und sehr lecker essen gabs auch ;)

    Martin : deine Entgiftung muss furchtbar gewesen sein! Aber offensichtlich hast du die richtige Entscheidung für dich und dein Leben getroffen, indem du in die Klinik gegangen bist. Und dein Körper hat gekämpft, aber am Ende hat der Überlebenswille gesiegt.
    Wenn alle wissen, dass du trocken bist, dann können sich auch alle darauf einstellen. Ich habe meiner Familie (Eltern) bisher nicht von meiner Sucht erzählt. Zum Einen sind sie meiner Meinung nach selber Alkoholiker und das habe ich ihnen bis vor ein paar Jahren auch regelmäßig gesagt (eine Einsicht habe ich damals nicht bemerkt). Zum Anderen würde das Dinge auslösen, auf die ich hier so öffentlich nicht eingehen möchte. Nur soviel sei gesagt: die Suche nach den Gründen und Ursachen für die Suchterkrankung ihrer Tochter sowie Schuldzuweisungen und "Schuldigensuche"...

    Aber wenn ich mich stark genug fühle, die Welle, die dann losgetreten wird zu überstehen, dann sage ich es auch meinen Eltern. Und den Menschen, bei denen ich zukünftig zum Essen eingeladen werde ;)

    So, ich genieße meinen Restabend in meinem sicheren Hafen (Wohnung).

    vg,

    panem

    Hallo Ihr Lieben,

    ihr habt Recht! Vielleicht habe ich mich gestern auch etwas komisch ausgedrückt. Mein Ziel ist ganz klar: ich will trocken werden. Für mich ganz persönlich gibt es dieses Jahr 2 Anlässe vor denen mir graut: Weihnachtsfeier und Weihnachten selber (kommt vielleicht jemand auf die Idee ne Rotweinsoße zu machen oder nen tiramisu mit alk?). Da meine Familie lediglich mitbekommen hat, dass ich im letzten Jahr (in ihrer Gegenwart) kein Alkohol getrunken habe, aber nicht weiß warum, werde ich Gerichte mit Alkohol wohl abwenden können oder einfach stehen lassen. Vielleicht habe ich auch den Mut ihnen zu sagen, was los ist. Und diese Weihnachtsfeier: Ich habe kein Saufgelage organisiert, sondern eher was sportliches ;) Und ich habe beschlossen, dass ich dort nix trinken werde.

    petter hat von dem richtigen Zeitpunkt geschrieben. Vielleicht ist das mein Problem mit der klaren Entscheidung. Ich habe das Gefühl, dass ich mir selber was vormache, wenn ich jetzt sage: ab Datum xy gehts los. Der Anspruch an mich selber ist eher: Wenn ich eine Entscheidung fälle, dann auch richtig (naja, letztes Jahr hat es nicht geklappt, aber diesmal versuche ich es ja etwas anders anzugehen). Ich habe ja nicht aus irgendeiner Laune heraus die letzten Tage nichts getrunken und gekämpft, das war eine bewusste Entscheidung gegen den Alk. Vielleicht ist mein Kopf einfach noch sehr wirr und entnebelt sich gerade erst so richtig.

    Diese "Verlustängste" die sich immer wieder in mein Hirn schleichen gehören wohl zur Krankheit. Wenn ich starke Momente habe, weiß ich, dass das totaler Quatsch ist. Ihr merkt sicher, dass bei mir hier immer alles so aus meinem Hirn hinauspurzelt und den Weg auf die Tastatur findet ;)

    Mein Plan für heute: bewussteres wahrnehmen von Essen/Tätigkeiten, ein wenig Sport und weiter trocken bleiben!

    euch allen einen guten und starken Tag,

    panem

    Ich drück dir auf jeden fall die Daumen, dass es klappt und du hier viell. auch ein wenig Hilfe und Unterstützung findest.

    gute nacht!

    panem

    p.s.: wo du gerade schreibst, dass du 16 Jahre trocken warst, fällt es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich 13 Jahre (und zwar die ersten 13 Lebensjahre)
    trocken war und 20 Jahre lang gesoffen hab...ui. das ist ein Denkanstoß für die Nacht.

    Hallo alk_örgs,

    ich schreibe jetzt einfach mal "Herzlich Willkommen", denn mich hat es sehr gefreut, dass ich als "Neuling" hier gleich eine Rückmeldung bekommen habe ;)

    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hast du seit 5 Monaten nix getrunken... Machst Du diesem Mal etwas anders, als bei deinen anderen Versuchen (ohne dir unterstellen zu wollen, dass dies nur ein Versuch ist!)

    ahoi,

    panem

    Hallo an alle,

    ich bin heute stark geblieben, obwohl ich einen sehr stressigen Tag mit vielen schlechten Nachrichten hinter mir habe. Ich habe aber das Teufelchen in meinem Kopf durch ein Telefonat verdrängen können und bin dadurch auf dem Weg nach Hause schnurstracks am Supermarkt vorbeigegangen.

    Mein Plan mir etwas schönes zu kochen hat auch funktioniert (allerdings habe ich nebenbei hier immer im Forum gelesen und dem Essen nicht die volle Aufmerksamkeit geschenkt. Aber das ist das Vorhaben für Morgen. Dinge/Essen wieder bewusster wahrnehmen.

    @ Martin: Heute Vormittag war ich so euphorisch, dass ich meinte, dass ich die Weihnachtsfeier doch gut überstehen kann. Aber wie es sein wird, weiß ich nicht. Das mit dem "müssen". Tja, letztes Jahr war ich mit meinen Vorgesetzten da, diesmal bin ich die Vorgesetzte und die Organisatorin des Ganzen. Soll heißen: ohne mich würde da gar nichts stattfinden. Das ist auf der einen Seite Druck, auf der anderen Seite möchte ich meinen Mitarbeitern aber auch Annerkennung zukommen lassen und einfach mal "Dankeschön" für deren tolle Arbeit sagen.

    Und ich bin ganz ehrlich: Bis jetzt habe ich noch nicht die Entscheidung gefällt, dass ich ab sofort trocken bleibe. Klingt blöd und ist bestimmt wieder ne Ausrede. Ich weiß es einfach nicht...Ich weiß ganz genau, dass es mir ohne Alk viel besser geht und gehen wird. Aber ich habe trotzdem Verlustängste. Angst etwas entbehren zu müssen, obwohl ich weiß, dass das Quatsch ist. Ein Leben ohne Suchtdruck wäre so befreiend. (Hatte mal ein ähnliches Gefühl, als ich 3 Jahre lang nicht geraucht habe, kein ständiges gucken, ob man noch genug Zigaretten hat, genug Kleingeld und dann die Unruhe, wo man die nächsten Kippen herbekommt).

    Am Ende liegt es an mir. Aber die Angst zu scheitern ist groß. Ich werde mein Bestes geben, zu einer anderen Aussage bin ich im Moment (noch) nicht in der Lage. Ich habe das Gefühl, dass ich die Gedanken in meinem Kopf noch eine Weile hin- und herwälzen muss, mir Anregungen und Unterstützung suchen muss, damit ich mit vollem Ernst und ganz klarem Ziel vor Augen den Entschluss fassen kann. (und nicht wie jetzt, offensichtlich schon wieder rumeiere und Ausreden finde - oder sind das normale Gedanken auf dem Weg aus der Sucht?)

    Ich muss sagen, dass es mir sehr hilft, die Dinge hier anszusprechen und ich merke, dass meine Gedanken seit gestern rotieren. Ich habe auch mit meinem Partner darüber gesprochen, ob es für ihn ok ist, wenn ich ihn bei Suchtdruck anrufe (so wie auf dem Weg nach Hause). Er hat gesagt, dass ich das jederzeit tun soll und offen und ehrlich sein soll. Wenn ich mit ihm darüber spreche, dann würde er wissen, dass ich mich damit beschäftige und das Problem wahrnehme und nicht wieder verdränge. Das sei der erste Schritt aus der Sucht. Ich hoffe ihr habt auch tolle Menschen an eurer Seite, die euch untertützen!

    LG und Durchhaltevermögen,

    panem

    Guten Morgen zusammen!

    wow, die Rückmeldungen von Euch tun gut! Da ist gestern ne Menge einfach so aus mir rausgepurzelt...Etwas unkoordiniert und mit sehr viel Wut bzw. heute denke ich eher Selbstmitleid....

    @thalia: nein, bisher war ich noch nicht wieder beim Arzt, das letzte Erlebnis hat mich irgendwie abgeschreckt bzw. fühlte ich mich dort nicht richtig wohl und ich wohne leider in einer Gegend, wo es nicht so viele Alternativen gibt. Aber vielleicht muss ich einfach nochmal zu einem "normalen" Hausarzt gehen.

    Gerade fehlt mir aber irgendwie die Kraft dafür bzw. muss ich die Tatsache, dass ich Alkoholikerin bin, erstmal selber richtig realisieren...

    Slowly : Du hast recht. Ich hänge mit der Wut in der Vergangenheit fest. Aber das Ziel sollte die Zukunft sein. Ohne Alkohol. Aber genau der Gedanke "nie wieder" schnürt mir im Moment noch den Hals zu und ich fühle mich eingeengt. Aber das gehört wohl zur Krankheit. Ich habe hier schon gelesen, dass viele immer nur tageweise denken, damit genau das nicht passiert. Für mich fühlt sich das aber an, als ob ich mich selber austricksen wollen würde. (Jeden Tag aufs neue entscheiden, anstatt einmal richtig). Aber vielleicht irre ich da auch...

    silberkralle : Du sprichst einen wunden Punkt an. Wie die leere Zeit auffüllen? Ich war schon immer gerne und viel alleine. Ich brauche viel körperliche Erholung, da ich mich den ganzen Tag auf Arbeit auspowere und abends dann nicht die Energie habe, noch Menschen zu treffen. Ich koche unheimlich gerne. Wenn ich gesoffen habe, dann wars mit der Motivation fürs Kochen aber nach dem 2. Glas hin. Ich werde mir heute abend was richtig schönes kochen und den Essensplan für den Rest der Woche machen ;)


    Heute bricht der 5. Tag ohne Alkohol bei mir an, aber ich beschäftige mich im Kopf die ganze Zeit mit dem Wochenende. Weihnachtsfeier und ich muss da als Vorgesetze von knapp 30 Leuten hin! Auf Arbeit weiß niemand von meiner Sucht. Das wird verdammt schwer...

    Aber erstmal starte ich ausgeschlafen und nüchtern in den neuen Tag!

    ahoi,

    panem

    Hallo zusammen!

    Nun habe auch ich den Weg in diesen Forum gefunden. Warum: Ich habe erkannt, dass ich Alkoholikerin bin und hoffe etwas Beistand und Hilfe auf dem Weg in mein alkoholfreies Leben zu bekommen. Ich schreibe einfach mal was zu mir und meiner aktuellen Situation...


    Ich habe vor einem Jahr einen ambulanten Entzug gemacht, nachdem ich damals täglich meine Flasche Wein geleert hatte. Den Weg dorthin empfand ich sehr komisch, denn ich fühlte mich nicht so richtig als Alkoholikerin wahrgenommen (viell. lag es auch daran, dass ich mir selber immer Hintertürchen offen gehalten habe). Aber der Arzt, bei dem ich den ambulanten Entzug gemacht habe, hat mir eigentlich die ganze Zeit signalisiert, dass alles nicht so schlimm sei. Nicht direkt, aber alle Untersuchungsergebnisse waren "gut". Das EKG war gut, die Schwester war sogar ganz irritiert über meine guten Werte...Die Blutuntersuchung war auch bestens: "keine Schäden an der Leber", keine geschwollenen Gelenke usw. Nicht der körperliche Entzug hat mich fertig gemacht, sondern die Medikamente haben mich so aus den Socken gehauen, dass ich sie in Absprache mit dem Arzt nur bei Bedarf nehmen sollte. Ich habe sie dann weggelassen und mir ging es besser damit.

    Bei mir stellte sich dadurch das Gefühl ein, dass ich ja gar nicht so richtig krank sein könnte, wenn doch alles eigentlich "ganz gut" sei.

    Schon 3 Monate später kam der erste Rückfall bzw. die Überrumpelung. Weihnachtsfeier mit den Vorgesetzten, die dann erstmal ne Runde Glühwein ausgegeben haben. Ich habe nicht geschafft "nein" zu sagen, als der Becher vor mir stand. Weitere 4 Monate später habe ich im Urlaub ein Glas Wein getrunken. Und weitere 3 Monate später bei einem Abendessen wieder eins. Dann kam im Herbst der nächste Urlaub und seitdem bin ich komplett in mein altes Trinkmuster zurückgefallen.

    Aber so ein richtiger körperlicher Entzug stellt sich bei mir nicht ein. Ich kann eine Woche lang durchtrinken und dann 3 Tage nix. Das macht es mir irgendwie so schwer.

    Als ich den ersten Entzug gemacht habe, habe ich immer gesagt, dass ich mal gucken muss. Ich hatte die Hoffnung, dass ich ein "normales" (gibts das überhaupt?) Trinkverhalten entwickeln könnte und habe im Hinterkopf immer gedacht: Ach, bei dir ist das doch noch nicht so schlimm, du bekommst das sicher wieder hin. Und nun: Ich bin eines besseren belehrt worden. Ich bin letzte Woche nach der Arbeit auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Ich habe 4 Glühwein mit Schuss getrunken. Ich habe nachts mit meinem Partner telefoniert und ihm im Suff alles gestanden. Dass ich wieder täglich trinke, dass ich die leeren Flaschen im Schrank verstecke, dass ich betrunken mit ihm telefoniere usw.

    Ich war die nächsten 2 Tage komplett außer Gefecht gesetzt. Ich konnte nicht arbeiten gehen und habe mich sehr schlecht deswegen gefühlt. In diesen 2 Tagen habe ich erkannt, dass ich Alkoholikerin bin und ich meine Sucht in den Griff bekommen muss, wenn ich wieder selbstbestimmt Leben führen möchte.

    Und genau diese Erkenntnis macht mich sehr wütend. Ich ärgere mich so über mich selber, dass ich nicht mitbekommen habe, dass ich süchtig geworden bin. Ich ärgere mich über die zahllosen Gelegenheiten in den letzten 20 Jahren, wo ich nicht hätte trinken müssen. Wo ich vielleicht einen anderen Weg hätte einschlagen können. Wo ich andere zum Trinken animiert habe, weil ich selber trinken wollte (oder musste?). Mich macht wütend, dass es "mich" getroffen hat, dass ich jetzt den Rest meines Lebens damit kämpfen muss und immer auf der Hut sein muss. Und mich macht traurig, dass ich wegen all dieser Dinge so wütend bin. Denn ich habe mir das selber eingebockt und kann mich auch nur selber daraus befreien...

    Nun ist das alles doch viel länger geworden, als gedacht, aber es tut gut, dass alles loszuwerden und ich fühle mich gleich besser....

    ahoi,

    panem