Beiträge von Zoi

    Liebe Girasole,

    Du hast mich von anfang an auf meinem (bisher kurzen) Weg begleitet und hast mir stets gute Ratschläge gegeben... du hast mir so sehr geholfen, das kann ich dir garnicht sagen.
    Das Forum hier lebt von Menschen wie dir, deshalb sage auch ich:
    Gehe nicht, das ist es nicht wert! :)

    Was ich über Loreleis Kommentare denke, habe ich ihr nochmals in Toru´s Thread geschrieben, auch mit der Bitte, ab jetzt in ihrem eigenen weiterzuschreiben.
    Ich finde ihren Thread bei den Alkoholiker leider nicht, deshalb kann ich zu Hartmut´s Reaktion nicht so viel sagen.

    Das wichtige bei solchen Kommentaren finde ich:
    Reaktionen!
    Es wird immer Menschen geben, die noch nicht sehen wollen und dann evtl solche Dinge schreiben. Würden diese Sachen ohne Reaktion stehen bleiben, wäre das fatal. Deshalb finde ich es umso wichtiger, dass wir anderen die Werte des Forums aufzeigen und die Dinge wieder richtig rücken!
    Ja, mich hätte Lorelei´s Kommentar in Toru´s Thread extremst verunsichert und deshalb werden die Antworten auf ebensolchen noch wichtiger...

    Also lasst uns am Ball bleiben :)

    Liebe Girasole,

    Ach, das ist so erleichternd... Und deine Worte zeigen mir auch, wie sehr ich nach "Perfektionismus" strebe, aber nur bei mir. Ich will SOFORT ALLES schaffen, wenn nicht bin ich frustriert.
    Mann, was habe ich hohe Ansprüche an mich selbst. Denen kann und werde ich niemals gerecht werden! Und vorallem: An andere habe ich die nicht, da bin ich viel realistischer.

    Und dann sehe ich solche Dinge garnicht, die du mir sagst:
    Ich habe (trotz der Selbsthass-Aktion) einen wichtigen Schritt gemacht, weil ich es erkannt habe! Auf sowas komm ich von alleine irgendwie nicht, ich konzentriere mich wohl eher auf meine vermeintlichen Rückschläge. Ich danke dir :)

    Und diese ungesunden Ersatzhandlungen, die kenne ich auch. Ich bestrafe mich durch Essensentzug oder andere Dinge... zum Glück habe ich das schon seit ein paar Monaten durchblickt und versuche da, so früh wie möglich einzulenken, sogar mit ein paar kleinen Erfolgen! Das erleichtert mich, weil ich mir selbst Angst mache, wenn ich sowas tue.

    Also vielleicht... ganz vielleicht... erspare ich mir so einen Leidensweg wie deinen? Ich mags kaum aussprechen, aber ich habe das Gefühl, dass sich verdammt viel getan hat und sobald ich die Therapie habe... wird alles besser und ich wieder gesünder.

    Es ist schön, dass trotz kleiner Rückschläge und seelischem Auf-und-Ab immernoch an mich geglaubt wird :)
    Das tut so gut, dann glaube ich nämlich auch mehr an mich!

    (Jetzt schreib ich dir noch was in deinem Thread bei den Cos!)

    Liebe Grüße!

    Liebe Lorelei,

    Ich habe das auf deine jetzige Situation bezogen, weil ich mir gestern die Arbeit gemacht habe, mich durch deinen kompletten Thread im Co-Bereich zu lesen. Dabei habe ich (wie auch die anderen dort) festgestellt, dass du aktuell quasi immun gegen jegliche Hilfe bist und es sogar den Anschein macht, als wärest du sauer darüber, dass du hier keinen Zuspruch für deine Gedanken findest.
    Wir sind ja alle hier, weil wir etwas ändern wollen und dazu gehört vorallem auch, Hilfe anzunehmen und an sich zu arbeiten.
    Und da ich das bei dir bisher nicht gelesen habe, denke ich nicht, dass du in deiner Situation anderen in ihrer Lage Ratschläge geben solltest. Vorallem nicht hier einem EKA.

    Zu deinem konkreten Beispiel:
    Ich bin mir SICHER, dass hier niemand seinen geliebten Geschwistern die Hilfe verweigern würde, so wie es dein Bruder getan hat. Ich spreche mal für mich: Würde meine Schwester vor meiner Türe stehen, ich würde sie aufnehmen.
    Die Sache ist nur die: Hier geht es um uns! Wir sind nicht Verantwortungsträger für unsere gesamte Familie, inkl. Eltern und Geschwistern. Wir sind die Kinder, die Geschwister!

    Und dieses Forum ist sicher nicht dazu da, um "selbstsüchtig" zu werden. Es ist dafür da, um Menschen zu zeigen, dass sie noch existieren. Dass auch wir wichtig sind und ein Recht darauf haben, uns Glück zu schaffen: Aus uns selbst!
    Das hat nichts mit Selbstsucht zu tun, wenn man aufhört sich bis aufs letzte Hemd für andere zu opfern.

    Vielleicht bewirken meine Worte ja ein klitzekleines Umdenken bei dir?
    Ich wünsche es dir.

    Liebe Grüße!

    (PS: Vielleicht wäre es besser, wenn wir ab jetzt in deinem Thread weiterschreiben?)

    Hallo ihr alle!

    Ich fasse meine Antwort mal zusammen...
    Danke Toru für deine stärkenden Worte! Ich bin beruhigt, dass es anderen auch so geht. Ok, das klingt jetzt irgendwie blöd :D
    Ich meine, es tut gut zu wissen, dass man mit solchen Aktionen nicht alleine ist. Ich glaube, da ich jahrzehntelang in so einem Dauer-Konfliktzustand war, könnte der Grund dafür sein, dass ich manchmal noch Auseinandersetzungen suche... Und da kam mir meine Oma + Thema Alkohol natürlich gelegen.
    Aber ich glaube durch eure Tipps (innerlich vorbereiten, Zettelchen schreiben...) werde ich da in Zukunft besser drauf achten können, weil eigentlich will ich das ja auch garnicht!

    Wow, Girasole! So eindeutig hat mir das noch nie jemand gesagt. Und so hab ich das auch noch garnicht gesehen... Es ist irgendwie meine Normalität, so lieblos mit mir umzugehen. Und nein, mit anderen würde ich das sicher nicht tun. Ich glaube es sitzt soooo tief bei mir. Gestern war da wieder mein absoluter Tiefpunkt... Ich habe mich an ein paar Design-Sachen an den PC gesetzt und war unfassbar frustriert von meiner Arbeit, von mir! Dann ist es in Hass umgeschlagen und ich habe vor Wut auf mich geweint. Und ich habe wirklich versucht, genau in dieser Situation an deine Worte zu denken und da habe ich gemerkt: Es sitzt zu tief.
    Jetzt gerade in meinem Zustand, die Wut auf mich ist vorbei, da sehe ich das wieder komplett ein und verstehe was du meinst. Aber genau IN der Situation macht es mich noch wütender, wenn ich merke dass ich solche Techniken nicht anwenden kann bzw es nicht schaffe :(
    Das wird sicher die schwerste Arbeit in der Therapie werden. Aber immerhin weiß ich das jetzt, also einen Funken positive
    Erkenntnis habe ich aus meiner Hass-Attacke mitgenommen.
    Und vorallem: Ich will das nicht mehr. Ich habe ein Recht darauf, mich zu mögen... ich will mich nicht mehr so runtermachen! Puh.

    Jetzt ruh ich mich aus. Gestern das, das hat mich etwas aus der Bahn geworfen! Vorallem erschreckt es mich, wie ich in meinen Gedanken mit mir umgehe in solchen Situationen.
    Aber immerhin finde ich das traurig für mich, das ist etwas ganz Neues!

    Schönen Abend an euch!

    Liebe Toru,

    Ich finde es schön, dass du langsam erkennst wo deine "Verantwortung" anfängt und wo sie aufhört!
    Für deinen Bruder bist du die Schwester - und das ist gut so!
    Geschwister sind immer ein schwieriges Thema, für mich ja auch.
    So wie du schreibst, bist du eine ganz tolle Schwester :)
    Vorallem war ich froh zu lesen, dass du auch bei deinem (unnötig) schlechten Gewissen dich nicht vergisst, denn du sagtest ja: "Aber ich möchte mich nicht komplett für ihn
    aufopfern."
    Und da hast du Recht :)
    Deshalb stimme ich Zimttee und Girasole (wie immer) komplett zu: Tu das, was sich für dich gut anfühlt!

    Hallo Lorelei,

    Du hast Recht, es gibt nicht nur Alkoholiker und deren Angehörige. Aber in diesem Forum geht es ja genau um diese beiden "Gruppen" und hier um uns EKAs.
    Ich habe deinen Thread bei den COs ganz grob durchgelesen und finde auch, dass du in deiner aktuellen "Phase" andere mit solchen Aussagen verunsichern könntest. Mich hätten sie anfangs jedenfalls immens verunsichert!
    Denn hier geht es um uns, in diesem Thread um Toru.

    Liebe Grüße!

    Liebe Romila,

    Ich habe mir gerade mal deinen Thread durchgelesen.
    Ich kann dir nur DRINGEND raten, etwas für dich und dein Leben zu tun!
    Schaffe dir Freiräume und gönne dir mal etwas Ruhe... darum geht es ja auch hier im Forum: um uns, also hier um dich.

    Deshalb muss ich Lorelei leider ganz und garnicht zustimmen:
    Ich finde es sehr bedenklich, wie sehr du dich aufopferst für einen Menschen, für eine Alkoholikerin. Es scheint so, als wäre sie nur "trocken" aus Zwang, nicht weil sie es so möchte. Und da wirst du sicher Recht damit haben, dass sie die nächstbeste Gelegenheit nutzen wird um zu trinken. Du wirst sie davon nicht abhalten können und das ist auch nicht deine Aufgabe!

    Auch finde ich nicht, dass man suchtkranke Eltern mit "gesunden" vergleichen kann. (an Lorelei)

    Deshalb meine Frage an dich, liebe Romila:
    Wo bleibst denn du? Was tust du für dich?

    Liebe Grüße!
    Zoi

    Liebe Lisa,

    Das ist wirklich eine schlimme Erinnerung mit den Eltern deiner Klassenkameradin... Weißt du, wenn ich es so von außen betrachte finde ich, dass in der Geschichte eine Sache hätte anders laufen sollen: Diese Eltern hätten mal mit dir sprechen sollen, vielleicht mal fragen wie es dir da so geht...
    Aber das ist vorbei. Du hast keinen Stempel auf der Stirn, du bist nicht gebranntmarkt für die Dinge, die deine Mutter getan hat!
    Du bist deine eigene Person, vollkommen unabhängig von deiner Familie :)
    Lass dir Zeit, du kennst dein Tempo am besten.
    Mir hat das Buch "Familienkrankheit Alkoholismus" sehr geholfen, es war wie eine Kopie meiner Gefühle und Gedanken! Kann ich dir wärmstens empfehlen :)

    Es freut mich sehr, dass dir das Forum hilft! Mir hilft es auch unheimlich...
    Hier darfst du DU sein und du brauchst dich nicht zu schämen.

    Liebe Grüße!

    Wusste doch, dass ich was vergessen habe!

    Liebe Ina,

    Ich habe ein bisschen gemischte Gefühle zu dem, was du schreibst. Erstmal freu ich mich für dich, dass du es geschafft hast dich etwas abzuschotten!
    Ich habe auch viel bei den (trockenen) Alkoholikern hier im Forum gelesen und eines gelernt: Man ist trocken, wenn man KEINEN Alkohol mehr trinkt. Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken, auch keine kleinen Mengen. Vielleicht klingt das hart, aber ich habe nicht den Eindruck, dass deine Mutter wirklich trocken ist.
    Das spielt aber (denke ich) nicht so die Rolle, da sich durch ihr "trockensein" zwischen euch ja nichts geändert hat. Und das tut mir sehr leid für dich, auch dass dein Vater noch trinkt.

    Ich habe mich immer für sehr stark, fast schon unkaputtbar gehalten. Ich habe mich auch sehr tough gegeben. Vor ein paar Monaten bekam ich dann meine erste "innere Ohrfeige", die mir gezeigt hat: So bin ich nicht! Ich bin stark aber auch schwach. Nicht alles geht spurlos an mir vorbei, ohne Kratzer oder Narben... das war sehr hart für mich, weil ich mich so nicht kannte! Als jemanden der sogar weint!
    Ich sehe es als meine Stärke, dass mir das klargeworden ist und ich etwas ändern will. Ich breche den Familienfluch mit all den kaputten Systemen und scheinheiligem Getue - indem ich es anders machen werde.
    Ich finde es mittlerweile nicht verwunderlich, dass ich mich hasse. Ich wurde schwerst misshandelt, psychisch und physisch. Schuld daran war immer ich - es wäre ein Wunder, würde ich mich anders fühlen!
    Aber verdient habe ich all das nicht. Ich habe ein verdammtes Recht darauf, mich wertvoll zu fühlen :)
    Und da hast du Recht! Es ist so schade, dass wir uns so fühlen. Es ist reine Selbstgeißelung, die keiner von uns nötig hat.

    Liebe Grüße!

    Liebe Toru,

    Nochmal kurz ein Gedanke zu deinem kleinen Bruder:
    Du hast geschrieben, dass er am liebsten solange dort leben wollen würde, wie es geht. Vielleicht kommt das daher, dass er sich genauso verantwortlich für die Eltern fühlt wie du? Er sieht ja tagtäglich, was da los ist und wie (scheinbar) "hilflos" deine Mutter reagiert. Vielleicht hat er deshalb Angst, deine Eltern allein zu lassen...?

    Und Girasole, du hast vollkommen Recht! Es klingt so leicht, aber jeder sollte für sich selbst rausbekommen, was ihm gut tut :) Da merkt man ganz schnell, dass das auch neu ist und man vielleicht noch garnicht weiß, was man alles tun könnte!
    Es freut mich so sehr, dass dir das Forum hilft... mir auch :)

    Liebe Toru, vielleicht hilft dir das hier ein bisschen: Du musst dich nicht entscheiden. Du darfst deine Mutter lieben und gleichzeitig wütend auf sie sein. Auch Menschen, die man liebt machen Fehler... sogar schwerwiegende. Der Gedanke hat mir mit am meisten geholfen! Ich darf ambivalente Gefühle haben, ich darf gleichzeitig lieben und verachten.

    Ganz liebe Grüße!

    Huiuiui!
    Ich versuche mich mal nach und nach hier durchzuwurschteln! :D

    An sich versuche ich, ganz klare Regeln und Grenzen zu setzen bei meiner Oma... das klappt mal gut, mal garnicht. Da muss ich aber auch zugeben, dass ich da oft selbst schuld bin. Ich tappe dann bei irgendwelchen Kommentaren ihrerseits total in die Falle, erwidere etwas und dann führt ein Wort zum nächsten und ich rechtfertige mich, werde sauer/traurig und reibe mich auf... dumme Zoi =/
    Deshalb danke für eure Tipps, ich werde mir kleine Zettelchen schreiben um mich auch selbst in die Schranken zu weisen! Ich weiß auch nicht, warum ich das manchmal mache... In manchen Telefonaten setz ich mich durch, sage ganz klar "Ich möchte das nicht!" und es klappt. In anderen fang ich das Gespräch schon relativ unbedacht an und es wird ein einziges Chaos und danach bin ich fix und fertig und weine.
    Es klingt vielleicht seltsam, aber im Nachhinein frag ich mich, ob ich das eigentlich extra gemacht habe? Um diese Auseinandersetzung zu bekommen, um zu überzeugen? Ich weiß es selbst nicht so genau.
    Also Memo an mich: Nimm dich ernst, verdammt nochmal!

    Und ja, dieses verfluchte Familiensystem...
    Da habe ich gestern mit gebrochen und das fühlt sich SO gut an.
    Erstmal das "Negative":
    Ich habe meine Oma angerufen wegen meinem Besuch im Mai. Es war ein schreckliches Gespräch und da hab ich auch einiges zu beigetragen... weil ich mich auf ihre Aussagen eingelassen habe. Das Ergebnis ist trotzdem, dass ich wohl keine Angst haben muss, dass mein Vater dort auftaucht. Ihr gegenüber fühl ich mich aber richtig unwohl.
    Daraufhin das Übliche: Ich habe mich aufgeregt, geweint und war fertig. Und dann hab ich etwas getan, dass in unserer Familie fast schon revolutionär rebellisch ist! Ich habe meinen Cousin angerufen (Sohn vom Bruder meines Vaters, also auch Enkelkind meiner Oma). Ich habe ihm alles erzählt und es tat SO GUT! Ich habe das für mich getan, ich musste einfach mit jemandem sprechen, der in demselben System lebt und der mich nicht für verrückt halten wird. Es war unglaublich befreiend und er hat mich darin bestärkt, dass es gut ist was ich tue und das ich mir die Dinge meiner Oma nicht zu Herzen nehmen soll. Die leben alle in ihrer eigenen Welt, da kann man nicht dran rütteln. Wir haben 2 Stunden telefoniert, er hat mich ernst genommen und wir haben festgestellt, dass in unserer Familie der "Schein" nach außen das Wichtigste ist. Über Probleme wird niemals gesprochen, er wusste genau wovon ich da spreche... Das erleichtert mich sooo :)

    So, zurück zu Girasole und Toru-Chan :)
    Haben wir irgendwie dieselben Eltern? Oder lest ihr heimlich mein Tagebuch? Das ist unglaublich! Mein Vater sieht alles immer nur negativ. In den Telefonaten mit ihm sind die Hauptthemen: Sein Stress auf der Arbeit, seine "Krankheiten", seine Probleme. Wenn er über etwas anderes spricht, dann auch nur negativ. zB dass er nicht glaubt, dass meine Schwester ihre Ausbildung schafft. Oder dass er sich Sorgen macht um irgendeinen ausgedachten Kram. Das hat mich jedes Mal so verrückt und wütend gemacht! Ich habe auch immer dagegengesteuert, das kostet nur Energie und bringt nichts.
    Er ist für sich der Nabel der Welt, da haben andere keinen Platz. Und in allen positiven Dingen vermutet er negative Konsequenzen. Er sagte einmal, dass sein schlimmster Albtraum wäre, wenn ich heirate, denn dann wäre ich ganz weg.
    GRAUENHAFT.

    Liebe Toru,

    Ich glaube, es ist ganz normal, dass du ein schlechtes Gewissen hast... deine Mutter verhält sich scheinbar schon lange so, verweilt in der hilflosen Opferrolle und du bekommst das alles ab. Ich finde es vollkommen klar, dass du sie nicht als starken, erwachsenen Menschen wahrnimmst - so verhält sie sich ja auch garnicht.
    Deshalb ist es umso wichtiger, dass du dir immer wieder sagst: Sie ist aber erwachsen und verantwortlich für ihr Leben. Niemand zwingt sie, so zu leben! Und du bist einfach nicht ihre persönliche Seelsorge, sondern ihre Tochter.
    Ich frage mich, wie sie wohl reagieren würde, wenn du mal sagen würdest: Weißt du Mama, wenn es dir so schlecht geht... dann geh! Du kannst alles tun, was du willst und scheinbar willst du dort verharren und jammern.

    Deine Mutter ist deshalb kein schlechter Mensch und du verrätst sie nicht, wenn du die Wahrheit schreibst oder sagst. Du liebst deine Mutter und sie liebt dich auch, aber auch solche Menschen sind nicht unfehlbar. Es gibt einen Mittelweg zwischen aufopfern und ignorieren...
    Du hast ein Recht auf dein Leben, auf Glück, Gesundheit und Frieden! Nimm dir das :)

    Achja, ich hatte noch etwas vergessen zu diesem Familiensystem:
    Wenn es jemand gewagt hat, ein Problem anzusprechen oder sogar zu streiten, dann ist immer dasselbe passiert. Diese Person wurde ausgestoßen und mind. 2 Personen haben jahrelang nicht mehr mit ihm/ihr gesprochen. Das gabs über die Jahre schon in den verschiedensten Konstellationen: Sohn 1 + Frau sprechen nicht mehr mit Mutter. Oder Sohn 1 + Frau sprechen nicht mehr mit Sohn 2. Und so weiter und so fort.
    Die haben super Problemlösestrategien, ich weiß! :) Daumen hoch.

    Hallo liebe Toru-Chan,

    erstmal ein kleiner Gedanke zu den Therapieformen: In der Verhaltenstherapie (bei meiner Erfahrung) wird auch die Vergangenheit aufgearbeitet, denn diese ist ja wesentlich bedeutend für deinen jetzigen Zustand. Zusätzlich geht es darum, das eigene Verhalten (vorallem auch Denken) so umzustrukturieren, dass du dir in zukünftigen Situationen besser selbst helfen kannst. Laut meinen "Recherchen" wird in der Tiefenpsychologie eher "minutiös" in die Vergangenheit geschaut. Das habe ich für mich selbst ausgeschlossen, weil ich nicht wüsste, was es mir bringen sollte mich an jede einzelne Erfahrung der Vergangenheit zu klammern. Ich lebe ja jetzt.
    Aber! Das ist nur meine persönliche Meinung! Und ich hoffe, es verunsichert dich nicht! Das allerwichtigste ist deine Beziehung zum Therapeuten :) Lass dich da einfach individuell beraten, welche Form zu dir am besten passt.

    Dieses plötzliche Gefühl... ja, das kenne ich sehr gut. In der Theorie sagt man, dass man seine Gefühle "unbewertet akzeptieren" lernen sollte. Kann ich jetzt auch noch nicht, aber vielleicht beruhigt es dich insofern, dass du dir wenigstens sagen kannst: Es fühlt sich blöd an, aber das ist normal.

    Ansonsten tu dir was Gutes :) Das versuche ich dann auch. Allein der Versuch ist schon positiv, selbst wenn du dich dadurch nicht plötzlich super fühlst. Ich nehme zB ein Bad, lese ein Buch und ganz oft leg ich mich auch einfach hin und schlafe. Diese Gefühle machen mich nämlich immer unheimlich erschöpft und müde, sodass ich nurnoch Ruhe will!
    Oder du schreibst ein bisschen hier bei uns anderen :)

    Liebe Lisa,

    es freut mich, dass dir meine Worte ein bisschen geholfen haben :)

    Ich sehe dich nicht als kaltherzig. Es klingt eher danach, als wäre deine Mutter nicht wirklich warmherzig mit dir umgegangen?
    Vielleicht ist es auch eine Art Schutzfunktion von dir, die dir hilft, dass sie dich nicht mehr runterziehen kann?
    Deshalb freut es mich für dich, dass du dich ohne miese Gefühle abkapseln konntest :)

    Ich finde auch, dass es gut tut mit vertrauten Menschen darüber zu sprechen! Zu deiner Aussage, dass du dir noch nicht vorstellen kannst, mit einer vollkommen fremden Person zu reden kann ich dir nur meine Erfahrung sagen:
    Der große Vorteil an diesem fremden Menschen ist u.a.: Er wird dich, EGAL was du sagst, niemals verurteilen oder beurteilen. Du hast dieser Person gegenüber nichts zu verlieren und brauchst dich selbst für deine geheimsten Gedanken nicht zu schämen. Du musst dein Selbstbild vor anderen dort nicht wahren. Das finde ich sehr positiv :)
    Vorraussetzung ist natürlich, dass die Chemie stimmt!

    Liebe Grüße!

    Liebe Toru-Chan,

    Ja, eigentlich weiß ich auch, dass diese Gespräche mit meiner Oma mir nicht gut tun.. auch weil ich in jedem Gespräch ängstlich hier sitze, denn jeder Zeit kann sie das Thema wechseln oder mir ein schlechtes Gewissen einreden!
    Die andere Seite: Meine Oma ist über 80. Und krank. Und ein sehr lieber Mensch. Ich weiß nicht, wielange ich sie noch haben werde... der Gedanke allein versetzt mich in Panik! Vielleicht verlangsamt das meinen Prozess, aber ich möchte sie in meinem Leben haben, solange sie noch da ist :(
    Das bring ich einfach nicht übers Herz...
    Die ganze Familienseite meines Vaters ist einfach so: Über Probleme wird NIEMALS gesprochen. Egal, wie sich die Familienmitglieder verhalten: Es wird beschönigt, ignoriert.

    Kleines Bsp.:
    Meine Oma wurde letztes Jahr operiert und lag danach im Delir. Das war scheinbar nur mir klar, denn ihre beiden Söhne gingen sofort davon aus, dass sie (quasi über Nacht) extrem dement geworden ist. Ich habe mit meinem Onkel (dem Bruder meines Vaters) deswegen telefoniert. Seine Worte waren, sie sei völlig bekloppt und dement und sie wollen ihre Wohnung auflösen und dann kommt sie ins Heim. Er war grausam.
    Mit VIEL Aufwand meinerseits konnte ich das verhindern.
    Meine Oma spricht aber so von ihm: Er tut alles für mich, ist soooo lieb und die besten Söhne und überhaupt alles wunderbar super-duper. Perfekt.
    Ekelhaft! Was eine Lüge. Ihre tollen, liebevollen Söhne hätten sie nach 1 Woche Delir entmündigt, ihre Konten aufgelöst und sie ins Heim gesteckt. Das mit dem Konto haben sie sogar geschafft, indem die arme Frau ahnungslos ihren Wisch unterschrieben hat. Geld abgezwackt haben sie sich natürlich auch.
    Was für eine heile, wunderbare Familie oder?
    Und jetzt kommt Zoi, der verlogene Störenfried und erzählt falsche Dinge in der Familie rum! "Unterstellt, der Vater wäre ein Säufer, wo er doch SO lieb ist!" -> Wortlaut.

    Puh, Wut :(

    Hallo Ina,

    Habe mir deine alten Threads jetzt auch mal durchgelesen - so rosig und selbstbewusst klang das jetzt auch nicht ;) Wie sieht denn deine Situation mittlerweile aus?

    Das verrückte an meinem nicht vorhandenen Selbstwertgefühl ist ja, dass ich mich immer für "selbstbewusst" gehalten habe, bis vor ein paar Monaten noch. Weil ich meine Meinung sage zB, nach außen hin sehr tough wirke. Und ich dachte, es wäre normal, sich selbst nicht leiden zu können... Es hat erst vor kurzem "klick" gemacht, ich habe begriffen, dass es eben nicht normal ist sich selbst zu hassen und nach außen so zu tun, als wäre es nicht so!
    Dazu kommt natürlich auch, dass ich schon mitbekomme, dass andere mich mögen/lieben. Aber was nutzt mir das, wenn ich mich selbst absolut ablehne? Leider wenig.
    Ich weiß ja, wo es herkommt. Ich wurde mein Leben lang abgelehnt, kleingemacht und mir wurde erzählt, ich sei verrückt, gehöre in die geschlossene Psychiatrie und geliebt werde ich sowieso nie. Von klein auf wurde mir all das eingetrichtert, außerdem auch dass ich immer an allem Schuld sein würde. Wie soll ich das von heute auf morgen wegzaubern können? Den meisten Menschen glaube ich kaum, wenn sie mir sagen, dass sie mich mögen. Ich vermute sogar eigennützige Ziele hinter solchen Aussagen.
    Und meine neuste Erkenntnis ist: Ich finde das schrecklich - für mich! Wer hat es verdient sich so zu fühlen? Ich habe das nicht verdient! Das sehe ich als Fortschritt :)

    Zum Glück habe ich die Hoffnung aufgegeben, meinem Vater helfen zu können. Das tut weh, aber es ist gut so und wirft eine Menge Last und (falsche) Verantwortung von mir ab!

    Mit meiner Oma ist das sehr schwierig, ja. Ich glaube auch kaum, dass sie in ihrem Alter noch in der Lage ist, die Dinge anders zu sehen... deshalb bin ich ihr auch nicht böse und habe aufgegeben, sie überzeugen zu wollen. Es tut mir nur weh, dass sie meine Bedürfnisse so ignoriert. Ich kann ihr 100mal sagen, dass ich nicht darüber reden will oder dass ich meinen Vater sicher nicht anrufen werde - sie fragt trotzdem fröhlich weiter. Sogar zuletzt mit der Aussage: "Tu es doch für mich!"
    Ich lasse mich nicht mehr erpressen, meine Meinung wird sich nicht ändern. Dass ich weniger mit ihr telefoniere... hm... an sich telefoniere ich so alle 1 1/2 - 2 Wochen mit ihr. Sie ist alt und nach dem letzten KH-Aufenthalt auch schwach. Ich möchte ihre letzten Jahre noch da sein! Deshalb möchte ich mich von ihr so ungern distanzieren.

    Hallo Girasole,

    Dass was du geschrieben hast stimmt absolut! Deshalb heißt mein Titel ja auch "Verstand und Gefühl"... die sind sich bei mir nämlich so uneinig. Und mit der Co-Falle hast du auch Recht... zusätzlich ist es so, dass wenn ich meinen "Wert" an äußeren Umständen festmache, dann fühl ich mich vllt 1 Tag ganz gut, trotzdem mag ich mich nicht. Und: Sollte ich dann nur die positiven äußeren Dinge berechnen? Zu meinem Selbstwert könnte ich auch die Ablehnung meines Vaters rechnen, dann sieht´s nochmal schlechter für mich aus.
    Das soll aus mir heraus kommen, ich möchte mit mir allein zufrieden sein können! Danke für deine Worte :)

    Mit meinem Oma-Konfrontations-Horrorszenario: Genau da triffst du den Punkt! Wenn es passieren würde, selbst wenn ich dann gehe, ich wäre fertig mit den Nerven. Das weggehen würde nur schlimmeres verhindern, schlimm wäre es trotzdem.
    Ja, ich habe auch überlegt es direkt bei ihr anzusprechen! Das werde ich tun... es wird ein kleiner Schutz sein, ob das dann respektiert wird? Das weiß ich einfach nicht :( Meine anderen Grenzen respektiert sie ja leider auch nicht.
    Ach, das ist so verzwickt und es macht mir Angst!

    Liebe Grüße!

    Liebe Toru-Chan,

    die miesesten Gefühle sind vorbei, das hat ein paar Tage gedauert aber jetzt geht es mir besser :)
    Ich finde es halt immer wieder blöd, wieviel Macht ich meinem Vater über meine Gefühle gebe... Ich denke, da muss ich geduldiger werden. Abkapseln geht leider nicht von heut auf morgen! Und vorallem da ich mich noch so leicht von ihm treffen lasse, ist es doppelt gut, den Kontakt erstmal komplett abzubrechen. Deshalb bleibe ich bei meinem Vorsatz: Schreibt er mir noch einmal, wird er gesperrt. Dann respektiert er meine Grenzen nicht, dann muss ich sie härter verteidigen!
    Immerhin bin ich dadurch nicht machtlos :)

    Schon seit einiger Zeit hab ich so ein Szenario im Kopf:
    Im Mai gehe ich meine Familie in Deutschland besuchen... und natürlich auch meine Oma (die in jedem Telefonat inständig bettelt, dass ich mich doch bei Papa melden soll). Und ich habe Angst, dass ich sie besuchen gehe und sie einfach heimlich meinen Vater einlädt. Ich werde dann gehen aber ich weiß jetzt schon, dass mich das sehr mitnehmen wird... weil sie meine Grenzen einfach nicht respektiert! Ahhh... ich denke zu viel nach :(
    Das macht mir etwas Angst! Drückt mir die Daumen, dass es nicht passieren wird.

    Liebe Grüße!

    Liebe Lisa,

    Willkommen im Forum :)

    Ich verstehe deine Angst sehr gut, vorallem wo du diese ätzende "Therapie"-Erfahrung machen musstest!
    Meine erste Berührung mit dem Thema war auch schrecklich. Ich war etwa 13 Jahre alt und wurde zu dem besten Freund meines Stiefvaters geschickt, um "therapiert" zu werden. Das war leider zu Zeiten, in denen der Begriff Psychotherapeut noch nicht gänzlich geschützt war und deshalb durfte sich dieser Mensch so schimpfen. Also saß ich 3 (!) Stunden bei diesem Menschen, der mir erzählte wie schwer die Kindheit meines Stiefvaters gewesen wäre und dass ich doch deshalb Verständnis haben müsste etc.
    Es war wirklich die Hölle, es hatte mit Therapie und Hilfe garnichts zu tun und diente nur dazu, mir Informationen zu entlocken und mich noch weiter einzuschüchtern.
    Du kannst dir sicher vorstellen, dass das Thema danach für mich komplett abgeschlossen war!
    Irgendwann war aber mein Leidensdruck so groß, dass ich mit 15 einen neuen Versuch gestartet habe. Das war das Beste für mich und ich habe bis heute viel davon mitnehmen können! Meine Therapeutin war klasse, dort wurde nichts aus mir rausgequetscht, alles ging in meinem Tempo und es tat gut, mit jemandem zu sprechen, der nicht urteilt!

    Was ich dir damit sagen möchte ist: Manchmal lohnt es sich, eine schlechte Erfahrung dadurch abzuhaken, dass man sie durch eine gute ersetzt :)

    Du kannst hier offen reden, hier wird es niemanden geben, der dich verurteilt oder vor dem du dich schämen musst!

    Vielleicht magst du ja noch ein bisschen was von dir erzählen?

    Liebe Grüße,

    Zoi

    Liebe Toru-Chan,

    Ja, es war wirklich der Horror... und es sitzt noch sehr tief. Ein Grund mehr für die Therapie, denn ich möchte das so nicht mehr!
    Deine Selbstzweifel kenne ich... Ich habe ja schon in deinem Thread geschrieben: Du wirst immer jemanden finden, der Schlimmeres erlebt hat oder dem es schlechter geht. Ich finde auch, dass man Leid mit Leid nicht vergleicht. In Afrika verhungern Kinder, das finde ich zB sehr schlimm. Das macht aber andere Dinge nicht besser! Dir geht es verständlicherweise nicht gut mit der Situation und du wirst sicher niemanden finden, der das anders sehen würde.
    Wir müssen lernen, uns selbst ernst zu nehmen :)
    Ich musste in meiner Kindheit nicht hungern, mir wurden nicht die Hände abgeschlagen und trotzdem war es die Hölle. Daran kann ich auch nichts beschönigen, manchmal finde ich es sogar ein Wunder, dass ich trotz allem nicht daran zerbrochen bin! Darauf bin ich stolz, ich konnte überleben dank meiner Strategien, die ich schon als kleines Kind entwickelt habe. Und schon als Kind wusste ich auch, dass das nicht richtig und fair ist! Ich habe es zwar für normal gehalten aber richtig fand ich den Terror zu Hause nie.

    Von meinem Arzt habe ich Muskelrelaxan bekommen, dann sehen wir weiter! :)

    Ja, das mit meinem Vater ist jetzt so der Gipfel. Er war immer sehr Ich-orientiert, hat uns Kinder als Seelsorger und Putzfrauen benutzt. Seine "Probleme" standen immer an erster Stelle und wurden uns kleinen Kindern reingedrückt und wir haben zusehen können, ob und wie wir damit klarkommen. Die Spitze ist eigentlich die Situation jetzt... Er benutzt mich, verrät mich und spinnt Lügen. Er opfert seine Tochter für sich... Gott, klingt das theatralisch. Meine Gefühle dazu sind theatralisch! Es fühlt sich einfach so an und ich sehe dort keine Liebe mehr. Er tut es, um jeden Preis... auch wenn ich der Preis bin.
    Das absurdeste daran ist ja, dass er zu meiner Schwester sagte: Ich trinke nicht, ich würde doch nie meine Kinder aufs Spiel setzen!
    Dazu muss ich wohl nichts mehr sagen :D

    Ja, würde ich auf meinen Vater hören, hätte ich eine der extremsten psychischen Wahnerkrankungen, die sich erstaunlicherweise nur auf einen einzigen Lebensbereich bezieht: auf ihn. Ansonsten bin ich "normal". Seltsame Krankheit, die ich da habe. *ironie-off*

    Wenn das der Preis dafür ist, dass ich mein Leben habe und gesund bin, dann nehm ich ihn in Kauf. Dann bin ich für ihn irre und verrückt, dann werde ich nicht ernstgenommen. Davon hängt mein Leben NICHT ab! (Das schreibe ich auch als Appell an mich!)

    Liebe Grüße!

    Erstmal an Girasole:

    Ich sehe das genauso! Und ich denke, wenn man möchte findet man immer jemandem, dem es schlechter geht - das bedeutet nicht, dass es einem dadurch gut geht.

    Liebe Toru-Chan,

    Ich verstehe dich sehr gut... Ich habe meine Mutter immer als sehr schwachen Menschen erlebt und habe mich haushoch überlegen gefühlt und dadurch auch verantwortlich. Bei meiner Mutter ist nach dem Tod meines Stiefvaters so etwas wie ein Wunder geschehen: Sie ist in Therapie und hat sich immens verändert, zurück zu dem Menschen, der sie mal war! Das hat es mir natürlich um einiges leichter gemacht, sie endlich als eigenständigen, erwachsenen Menschen zu sehen.
    Ich glaube, solange so etwas nicht bei deiner Mutter eintrifft, hilft nur dass du es dir immer wieder sagst und versuchst, es schrittweise umzusetzen. Vielleicht hilft es dir ja auch, dass du versuchst aufzuschreiben, was du dir wünscht, ob man das umsetzen kann und was du dafür tun musst...? Das versuche ich auch gerade und habe bei einigen Wünschen festgestellt, dass sie garnichts mit meinem Vater zu tun haben sondern mit meinem eigenen Leben :)

    Das mit deinem Bruder finde ich auch sehr schwierig... Es gibt sicher mehrere Möglichkeiten, was man da tun könnte, vorallem da er ja minderjährig ist. Ich glaube, die Linde kennt sich mit so etwas gut aus...? Vielleicht liest sie das ja!
    Ich sag dir einfach mal meine Gedanken dazu: Wie wärs, wenn du dir einen Tag Zeit nimmst - nur für dich und deinen Bruder. Nimm ihn mit an einen schönen, ruhigen Ort und frag ihn mal, was er denn möchte. Wie es ihm dort geht und ob er es vielleicht besser finden würde, wenn er ausziehen könnte? Was wünscht er sich? Vielleicht lässt sich ja da einiges rausbekommen... Es gibt zB solche Wohngruppen mit anderen Jugendlichen, vielleicht wäre das eine Option?
    Konzentriere dich da auf ihn, ich denke kaum einer wird ihn so gut verstehen können wie du. Deshalb wirst du sicher sehr wichtig für ihn sein, als große Schwester!
    Vielleicht hat da jemand anderes noch bessere Ideen?

    Ich verstehe auch, dass du so eine Art Vermittler für deinen kleinen Bruder bist. Spricht denn deine Mutter mit ihm auch darüber? Da sie ja selbst Co-abhängig ist, stelle ich es mir schwierig vor... Sie hilft ja weder sich noch deinem Bruder. Das macht mich etwas wütend, wenn es um Kinder/Jugendliche geht. Deine Mutter hilft mit, dass die Situation so bestehen bleibt und auch, dass sie für deinen Bruder so schlimm ist. Vielleicht hilft dir das ja auch beim Thema Grenzsetzung?
    Denn die Leidtragenden sind immer die Kinder - in dem Fall dein Bruder, nicht die erwachsene Mutter!

    Ich fühle mich auch oft hin- und hergerissen. Am einen Tag bin ich glücklich, dass sich schon einiges geändert hat und am nächsten könnte ich nur weinen... Ich glaube das gehört irgendwie dazu. Noch vor ein paar Monaten zB hätte ich nie gedacht, dass es Tage geben wird, an denen ich denken könnte, dass ich es schaffe. Jetzt sind diese Tage manchmal da :) Gestern zB war mein "Ich kann nicht mehr"-Tag, ich habe mich zu verletzt gefühlt und auch heute Nacht wieder einen Albtraum von meinem Vater gehabt. Dafür gönne ich mir heute Ruhe, vielleicht gehe ich mit einem Buch in die Badewanne!

    Die Hochs und Tiefs gehören wohl dazu, das müssen wir akzeptieren... auch wenn wir immer direkt alles wollen und denken, es sofort können zu müssen ;)

    Hallo Toru-Chan,

    dann schreibe ich dir hier direkt weiter :)

    Ich glaube der Clou bei der Grenzsetzung ist, sich selbst ernst zu nehmen... ich kenne das von mir. Man sagt "Ich möchte nichts darüber hören" und wenn die Person dann doch damit anfängt, nimmt man seine eigene Grenze nicht mehr ernst und lässt die Person reden. Ich denke genau da liegt das Problem ganz oft!
    Im Prinzip schreibst du es ja auch selbst:

    "Weil bei mir sind die Selbstzeifel und die Schuldgefühle noch so groß, dass ich dann doch immer mal wieder helfen will und dann doch wieder zuhöre und Tipps gebe..."

    Genau, bei DIR. Und aus diesem Gefühl und Gedanken heraus ignorierst du deine eigenen Grenzen. ;) Übrigens denke ich mir oft: Person XY (zB deine Mama) sucht sich jede Sekunde selbst aus, die er/sie in dieser Situation verweilt. Person XY steht es jederzeit frei, die Dinge selbst zu ändern, die stören!

    Wie alt ist denn dein Bruder? Dass er einen Psychologen hat ist doch schonmal toll!
    Meine "kleine" Schwester ist 22 und ich verstehe dich sehr gut... von ihr will ich mich nicht abgrenzen. Sie hängt da noch sehr tief drin und ich möchte sie nicht sitzenlassen. Aber ich habe mir selbst etwas auferlegt im Kontakt mit ihr: Ich höre ihr zu, für sie. Sie kann sich aus der Situation nur selbst retten, Hilfe hätte sie genug. Deshalb besteht meine Hilfe darin, für sie da zu sein indem ich ihr zuhöre und sie ernst nehme! Nicht, indem ich ihre Psychotherapeutin spiele, denn ich bin ihre Schwester :) Das ist meine Art von Grenzsetzung da, einfach eine innere Einstellung, die mich davor retten soll, dass es mich zu sehr fertig macht.
    Was für Gespräche sind denn das, die du mit deiner Mutter über deinen Bruder führst? Um ihr zu helfen?

    Mich freut es, dass auch du deine Ziele formuliert hast :) Man hat etwas vor Augen, dass man sich noch garnicht genau ausmalen kann aber es tut gut zu wissen, dass es machbar ist oder?

    Ganz liebe Grüße und einen schönen, ruhigen Abend!