Liebe Toru-Chan,
Ich freu mich sehr, dass du auch in meinem Thread schreibst ![]()
Mir fällt es auch sehr schwer darüber mit meiner Familie zu sprechen, auch weil ich mir oft vorkomme als würde ich "missionieren" und das möchte ich nicht. Die beiden Personen mit denen ich offen darüber sprechen kann sind meine Mutter und meine Schwester, das tut gut! Ich glaube ich bin in der Sache oft so defizitorientiert, dh ich sehe öfters die Menschen, die mir nicht glauben als die, die es tun... (Kommt auf meine innere Checkliste!) Vielleicht auch, weil mir zB die Negativreaktion meiner Oma sehr nachhängt und weh tut. Hm!
Nichts desto trotz bleibt natürlich der tiefe Wunsch, von allen verstanden und ernstgenommen zu werden.
In meiner Kindheit und Jugend war ich schon sehr auffällig, wenn ich so zurückblicke. Ich bin immens in der Schule abgerutscht, hatte offensichtliche Selbstverletzungen, generell ein eher verstörtes Verhalten. Und habe auch viele "Aufmerksamkeits-Aktionen" gestartet, hatte dauernd wechselnde Beziehungen (schon im frühen Jugendalter) und ich könnte es immer so weiterführen... Außerdem waren da noch offensichtlichere Dinge wie zB einer der vielen Selbstmordversuche meines Stiefvaters in unserem Keller. Von RTW bis Polizei waren alle da, es war ein riesiges Spektakel für die gesamte Nachbarschaft. Ich war 11 Jahre alt, wurde nach oben in mein Zimmer geschickt und dann dort vergessen. Ich saß dort stundenlang allein, alle waren weg und ich hatte panische Angst. Solche Situationen gab es einige, es war mehr als offensichtlich, dass bei uns etwas gewaltig nicht stimmt... Aber wem hilft es, wenn ich jetzt Schuld verteile? Ich glaube, niemandem. Ich möchte das aufarbeiten und lernen, damit zu leben!
Mit meinem Nackendings ist das so eine Sache... ich habe da solche Ablagerungen direkt im Muskel, die nicht mehr weggehen und den Muskel quasi daueranspannen. War im letzten Mal 25 Sitzungen bei der Physiotherapie inkl. Osteopathie, Wärmebehandlungen und anderem Schnickschnack. Das hats teilweise noch verschlimmert und vorallem die Massage tat unheimlich weh! Morgen geh ich zu meinem Arzt, der ist super und hat vielleicht noch eine Idee
Aber danke!
Deine Vorschläge mit dem inneren Kritiker umzugehen finde ich super! Ich werde damit anfangen
Momentan sprech ich meine "Erfolge" auch laut aus, das tut auch gut! Aber aufgeschrieben wirds sicher nochmal intensiviert, das find ich toll
Dank dir!
Ich denke auf die Therapie werd ich noch so 1 - 1 1/2 Monate warten müssen! Habe schon eine ängstlich-panische Vorfreude ![]()
Gestern habe ich mit meiner kleinen Schwester geskyped, die hat zum 1. Mal ein Gespräch mit meinem Vater über das Thema Alkohol geführt. Zusammenfassung: Er stempelt mich als verrückte, manipulative Lügnerin ab... Im ersten Moment hats mich schon fast kalt gelassen, ein paar Stunden später hab ich mich zutiefst verletzt gefühlt. Er hat ihr vorgeschlagen, dass sie sich öfters sehen, damit er ihr beweisen kann, dass ich nur versuche ihm ein Problem anzudichten. Bei dem Gedanken wird mir ganz schlecht. Mittlerweile kann ich nicht mehr glauben, dass dieser Mensch mich lieb haben könnte! Ich versuche mir einzureden, dass das nur die Krankheit ist aber ich kann mir das kaum mehr glauben
Und zack, zweifel ich selbst an meiner geistigen Gesundheit. Ich habe mich sogar gefragt, welche andere Erkrankung das sein könnte? Jemand, der alle Alkoholiker-Symptome hat und säuft... Was kann das nur sein?
Da merke ich, dass mich so etwas schon noch sehr hart trifft und ich noch nicht so weit emotional abgegrenzt bin, wie ich es gerne hätte... naja. Es fühlt sich an wie Verrat. Wir stehen vorm Hinrichtungskommando und mein Vater schreit: "Nehmt sie, nehmt sie!!!"
Jetzt versuche ich mich wieder aufzubauen und positiv zu stärken!
Liebe Grüße!