Beiträge von Syrinx

    Hallo!

    Hilflosigkeit entsteht dann, wenn man über eine Situation keine Kontrolle mehr hat. Über seine Situation hast du keine Kontrolle, aber die Kontrolle über dich kannst du wieder erlangen, das ist der Lichtblick in diesem Chaos! :)

    Und wie geht es dir alleine zu Hause? Haben sich deine Gedanken ein bisschen beruhigt? Konntest du mehr Klarheit gewinnen?

    Diese unheimliche Wut, die in dir steckt finde ich sehr ungewöhnlich. Bist du generell ein impulsiver Mensch? Was denkst du woher genau kommt diese Wut?

    Zitat

    Ich ziehe mich zurück und behandle ihn ungerecht …

    Ja und er behandelt dich ungerecht. Ihr seid beide in der Zwickmühle. Er weiß, dass dich das Trinken verrückt macht und unheimlich wütend und er hätte am liebsten seinen Frieden, damit er in Ruhe trinken kann. Du schreibst es ja, er fühlt sich nicht wohl, er hat Verzichtsgedanken. Ihr werft euch beide eure Vorwürfe vor die Füße, du ihm mit Worten, er dir mit Schweigen. Ihr befindet euch derzeit in einer ziemlichen Sackgasse und ich bin mir gerade nicht sicher, ob ihr da (wenn ihr es denn wirklich wollt) alleine heraus kommt. Vielleicht braucht ihr professionelle Hilfe? Wenn dir die Beziehung so viel bedeutet, solltest du darüber nachdenken.

    Zitat

    Ich habe ihn gebeten das er sich Gedanken macht, was er von einer Partnerschaft, Ehe erwartet. Was sind seine Wünsche, denn darüber gesprochen haben wir eigentlich nie. Alles wurde mit Stille belegt oder weggetrunken. Es wird schon irgendwie ohne Gerede klappen, tut es aber nicht! Ich möchte, das er es aufschreibt. 'Ist ein Schreibmuffel'

    Es liegt nicht mehr in meiner Hand. Entweder er tut es oder er tut es nicht.
    Was es bringen wird, ich weiß es nicht. Vielleicht will ich einfach nur wissen, ob er sich überhaupt mühe macht nachzudenken.
    Ob das überhaupt wichtig ist?

    Generell finde ich es gut, dass du ihm diese "Aufgabe" gegeben hast. Bei einem "normalen" Menschen kann es durchaus Sinn ergeben, weil sich derjenige ja mit der Beziehung gedanklich beschäftigen muss. Gerade weil ihr nicht mehr kommuniziert, besonders wichtig.

    Es liegt nicht mehr in deiner Hand... Das ist lustig, genau das gleiche habe ich auch sehr oft gedacht. Das Problem ist nur, dass ein Alkoholiker ab einem gewissen Stadium gar nicht mehr agieren kann. Er hat gar keinen Antrieb etwas zu tun. Warum sollte er das auch, weil ihr wohnt ja noch zusammen, du bist noch da.
    Ich kann ihn durch deine Erzählungen schwer einschätzen, auch wieviel er trinkt... Ich weiß nicht, ob er schon so apathisch ist.

    Mir hat bei meinen Problemen Sunshine sehr geholfen und ich muss gerade an sie denken. Sie hat eine erfrischend offene Art... Ich könnte mir gut vorstellen, was sie zu deinen Zeilen schreiben würde. Das könnte sich ungefähr so anhören:
    Meinst du wirklich er setzt sich in seinem Hotelzimmer hin und nimmt sich die Zeit an dich oder die Beziehung zu denken? Oder er schreibt da irgendwas? Ganz bestimmt ist sein erster Gang zu Tankstelle, dort deckt er sich ein und genießt die Zeit alleine, in der er sich endlich so richtig ohne schlechtes Gewissen zukippen kann.
    Ihre Wortwahl wäre vielleicht noch etwas härter gewesen. :lol: Ja... ich weiß nicht... vielleicht tut er das gerade. Aber das findest du ja vielleicht raus.

    Zitat

    Wieso tue ich es denn beim Alk und stelle so harte Forderungen?
    Oder sind sie gar nicht hart?

    Ich weiß nicht warum du dir diese Frage stellst! Du kannst es nicht ertragen, wenn er vor dir - in der Wohnung - trinkt. Punkt. Zudem ist da noch euer Kind... Sorry, aber in diesem Fall wäre es für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, dass die Wohnung alkoholfreie Zone ist und auch bleibt.

    Wenn dir Schreiben hilft, dann tue das unbedingt. Mir hat es sehr geholfen!! Eben auch um gewisse Dinge nicht zu vergessen oder 10 Tage später zu verharmlosen. Schreibe auf was für Träume du hast, was du noch erleben möchtest, was deine Ziele sind. Versuche einfach von dem Auflösen wieder zum Zusammenfügen zu kommen. Wer bist du? Und irgendwann, wenn du wieder stark genug bist, kannst du dir ein Ziel heraussuchen, dass du dann Schritt für Schritt verfolgst und erreichst.

    Ich müsste meinem Ex eigentlich danken. Ich habe durch diese Situation endlich wieder zu mir selbst gefunden, bin sehr daran gewachsen. Ich habe eine Stärke in mir entdeckt, die zwar schon immer da war, aber von mir selbst nie wahrgenommen wurde. Jetzt, da ich sie sehe, kann ich sie nutzen um alles zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe. Und durch die Selbstbestimmtheit spüre ich, wie ich mich von anderen Menschen (auch gerade Männern) abgrenze. In Situationen, in denen ich mich früher verrückt gemacht hätte (antwortet er jetzt nicht mehr, weil ich was falsches geschrieben habe usw.), denke ich heute ganz entspannt: Ich bin Ich und entweder mag man mich so wie ich bin oder man lässt es. Ich brauche in meinem Leben keine Menschen, die mich nur mögen weil ich so bin, wie sie es wollen.
    Habe vor paar Tagen auch was Lustiges darüber gelesen, worüber man eigentlich nie nachdenkt. Überleg mal... Wenn es Menschen gibt, die dich nur mögen, wenn du (blödes Beispiel :lol: ) Fußball magst... dann gibt es doch aber auch genauso viele Menschen, die dich dann mögen, wenn du Fußball hasst. Mit welchen Menschen möchtest du lieber Kontakt haben?? Natürlich mit denen, die die gleichen Interessen haben wie du selbst.
    Also... stecke nicht immer zurück, um gemocht zu werden... Es gibt genug Menschen, denen du so gefällst, wie du wirklich bist!

    LG Syrinx

    Hallo du!

    Oh je, das klingt wirklich gar nicht gut!! :cry: So wie du es beschreibst, fühlt es sich fast an, als hätte man es selbst erlebt. Man hat das Gefühl in einem Gefängnis zu sein, aus dem es kein Entkommen gibt. Fast wie Platzangst. Du steckst in dieser Situation fest und das macht dich krank, hm? Ich glaube das kennen viele hier.

    Du willst ihn nicht verlassen? Habe etwas davon in deinem ersten Beitrag gelesen... Ist das noch so? Auch wegen dem Kind? Du hast Angst es alleine nicht zu schaffen?
    Mein Sohn war 3 Jahre alt, als ich mich von seinem Vater trennte... es ging. Es wäre gelogen, wenn ich behaupte, dass es einfach war, aber es hat funktioniert. Es hat mich stärker gemacht.

    Für mich gibt es in den letzten Tagen ein sehr wichtiges Wort: Selbstbestimmung... Das kam mir einfach so in den Kopf und seitdem denke ich sehr viel darüber nach... Es ist ein sehr starkes Wort und beinhaltet unheimlich viel. Du bist zur Zeit fremdbestimmt und wenn du diese Regeln aufstellst, dann ist das so als würdest du deine Gefängniszelle mit Tapeten bekleben!!

    LG Syrinx

    Hallo Lillylolo!!

    Herzlich Willkommen im Forum! Es ist schön zu lesen, dass du auf einem guten Weg bist deine Vergangenheit zu verarbeiten :)

    Irgendwo habe ich mal darüber gelesen, dass es ja dieses "Sucht"-Gen gibt. Sprich wenn mal ein Trinker in der Familie war, sind die Nachkommen auch gefährdet. Mein Ex hat das immer sehr gerne als Ausrede benutzt, um die Verantwortung abzuwälzen, aus diesem Grund mag ich diesen Ansatz nicht. Jeder Mensch - so denke ich - hat es selbst in der Hand was er aus seinem Leben macht, Gen hin oder her. Genau das Gleiche denke ich auch über die Psycho-Schiene, schwere Kindheit und und...

    Ich hatte eine schwere Kindheit, nutze diese Erfahrung aber um es besser zu machen, sowohl bei meinem Kind, als auch für meine eigene Person. Ich habe auch einen Problem mit der Sucht im allgemeinen... Es gab Zeiten (nach der Trennung von dem Vater meines Kindes, ist schon 15 Jahre her), da habe ich am Abend eine Flasche Wein getrunken. Als mir bewusst wurde, was ich da tue, habe ich es sofort beendet (zum Glück). Und genauso ging es mir in der Vergangenheit auch mit anderen Dingen. Ich neige dazu alles über die Maße hinaus zu tun...
    Du hast Angst, dass du irgendwann auch zu trinken beginnst... Sicherlich ist das eine begründete Angst. Bei mir ist es so, dass ich am Abend schon mal einen Wein trinke und dann auch gern ein zweites Glas trinken würde, was ich mir aber nicht erlaube. Als es mir sehr schlecht ging, weil mein Ex Alkoholiker war bzw. ist und ich dadurch die letzten Monate die Hölle durchlebt habe, hätte ich mich am liebsten jeden Abend sinnlos betrunken. Ich spüre dann diesen Wunsch... gebe ihm aber nicht nach.
    Ich weiß nicht, ob du das auch kannst. Ich kann damit sehr gut umgehen.

    Zitat von lillylolo

    Eigenartigerweise habe ich mich noch nie damit beschäftigt, dass dies eine Option wäre, aber irgendwie gefällt mir der Gedanke.

    Wenn dir der Gedanke gefällt es ganz sein zu lassen, dann tue es!! Dann wäre es der richtige Weg. Dein Freund ist eingeweiht, also wird er deine Entscheidung verstehen, ja wahrscheinlich sogar begrüßen und unterstützen. Und was deine Freunde angeht... so werden die richtigen Freunde das ganz bestimmt aktzeptieren und diejenigen, die es nicht tun... bei denen würde ich überlegen, ob sie wirkliche Freunde sind. Und falls du Angst hast in Erklärungsnot zu kommen, dann sage einfach, dass du eine Alkoholallergie hast (die gibts tatsächlich :lol: ).

    Bestimmt ist es anfangs komisch, aber du wirst dich wundern wie schnell es völlig normal ist. Ich ernähre mich seit einem Jahr vegetarisch und ich tue das auch aus voller Überzeugung. Manche verstehen das zwar nicht, aber sie akzeptieren es alle. Und auch wenn ich Fleisch u. Fisch mag, fällt es mir nicht schwer, weil ich weiß warum ich es tue.

    Also wenn dir der Gedanken wirklich gefällt, dann tue es!!

    LG Syrinx

    Klar bist du verärgert und hast doch auch allen Grund dazu!! Verurteile dich deshalb bloss nicht. Verzweiflung, Verärgerung, eine große Wut... all das gehört wohl dazu, um das zu verarbeiten, was dir angetan wurde. Das ist gut! Irgendwann wirst du sicherlich merken, dass selbst diese Verärgerung zu viel des Guten ist. Denn selbst in deinem Stadium beschäftigst du dich noch viel zu oft mit ihm.

    Ja, das Leben ist so unglaublich schön und will gelebt werden. Manchmal ist es einfach Zeit loszulassen und sich selbst ins Leben fallen zu lassen.
    Was ist es, was dich noch hält? Die 30 gemeinsamen Jahre? Die Zeit, als noch alles so gut war? Die Angst vor dem Neuen? Egal welche Gründe du hast, sie haben eine Berechtigung. Oft erwarten wir viel zu viel von uns, weil wir einfach wissen was das Richtige wäre, aber wir können es noch nicht umsetzen. Es wäre auch falsch einen riesigen Sprung zu machen, denn dann versäumst du das Verarbeiten. Mache einfach einen Schritt nach dem anderen und gehe sorgsam mit dir um.

    Leere, Hoffnungslosigkeit... natürlich sind sie da. Du vergleichst das mit einer Sucht und genau den gleichen Gedanken hatte ich auch. Es ist wie eine Sucht! Hast du damals von einem auf den anderen Tag mit dem Rauchen aufgehört? Und wie machen das nasse Alkoholiker... schaffen sie es trocken zu werden, weil sie langsam den Alkoholkonsum reduzieren? Nein... wenn man eine Sucht beenden möchte, dann macht man einen ganz klaren Schnitt, das ist der erste Schritt.
    Ich glaube vom Kopf her bist du eigentlich soweit diesen Schritt zu gehen... Denke nicht dauernd an ihn, sondern an dich. Keiner von uns weiß wieviel Zeit ihm in diesem Leben noch bleibt. Du solltest deine wertvolle Zeit nutzen. Wer weiß was das Leben für dich noch alles Schönes bereit hält?! Jeder Tag, an dem du deinen Weg nicht beginnst, ist ein verschenkter Tag.

    Sei gut zu dir, verwöhne dich, gönne dir etwas Gutes, tue Dinge, die du dich sonst nicht getraut hättest zu tun, sprenge deine selbst gesteckten Grenzen, denn sie existieren nur in deinen Gedanken. :) Du bist eine unheimlich taffe Frau!!

    LG Syrinx

    PS: Selbst wenn du Therapeutin wärst, würde es dir bei der Abgrenzung nicht helfen... Etwas zu wissen ist eine Sache, etwas zu tun, eine ganz andere. :wink:

    Tausche Mitleid einfach durch Aufmerksamkeit aus, kommt aus das gleiche raus... Ich glaube diese Beziehungen sind immer auf einer gegenseitigen Abhängigkeit begründet!

    Zitat

    Und natürlich weiß er inzwischen wie es um ihn steht, sein Bluthochdruck, Impotenz, Panikattacken, Schlafstörungen, schlafen wie bewusstlos, alles wird weg ignoriert.[\quote]

    Es geht ihm gut? Sagt er das und du glaubst es?

    Du wirst dich nicht rausschleichen können! Er wird dich nicht gehen lassen, es sei denn du bricht den Kontakt ab und stößt ihn vor den Kopf.

    Zitat von Polaris

    Ich denke er will mich als Anker, da ich die Einzige bin der er sein Alkoholproblem anvertraut hat, allen anderen gegenüber wird geleugnet,
    Er will, dass ich da bin wenn er soweit ist etwas zu ändern, oder wenn er untergeht oder was auch immer.

    ICH WILL das das aufhört und bin auf einem guten Weg :)

    Polaris

    Natürlich, er weiß ja auch, dass du "funktionierst", wie er es gerne hätte, schließlich hast du es jahrelang mitgemacht und wenn er sich nun brav und lieb verhält, dann erwacht doch da bestimmt wieder Mitleid (so denkt er wohl).
    Ich bin eigentlich auch kein Mensch, der mit jemandem (egal wer es ist) einfach so bricht und habe es auch bei meinem X versucht mit Freundschaft oder was auch immer, aber es war unmöglich. Mit ganz einfachen Sätzen hat er es bei mir immer wieder geschafft, dass das Gedankenkarussell sich drehte :? und durch unterschwellige Vorwürfe hat er versucht mir Schuldgefühle einzureden. Er konnte wohl nicht anders und ich schließlich auch nicht und habe jeden Kontakt abgebrochen. Ehrlich gesagt mag ich auch gar nicht miterleben wie er auf der Straße landet.

    LG Syrinx

    Hallo!

    Ich wollte hier mal einen Buchtipp los werden. Vor einiger Zeit (noch unabhängig von meiner Co-Abhängigkeit) habe ich mir ein Buch gekauft:

    Gefühle verstehen, Probleme bewältigen

    Es nennt sich selbst Gebrauchsanleitung für Gefühle. Es ist ein Selbsthilfebuch und macht einem verständlicher, warum man denkt, was man denkt. Das kennt ja wohl jeder, dass sich alle Gedanken immer im Kreis drehen und man dem sehr machtlos gegenüber steht. Dieses Buch kann einem dabei helfen aus diesem Teufelskreis auszubrechen und zu lernen was wirklich dahinter steckt. Vieles weiß man vielleicht schon, aber es schadet nichts sich noch mal genau vor Augen zu führen, was in einem passiert. Und der Preis ist verträglich, gibts aber leider nur als Taschenbuch und nicht als e-Book.

    LG Syrinx

    Das mit den Stimmungen kenne ich. :? Mir geht es zur Zeit noch ganz genauso. Einen Tag könnte ich tanzen, bin voller Energie und ohne jeden Grund bin ich am nächsten Tag depressiv und würde mich am liebsten alleine einschließen.

    Zitat von Polaris

    Ich würde mich gern stabilisieren, diese Gefühlsschwankungen eindämmen.
    Nicht verdrängen, sondern mich und mein Verhalten genau betrachten.

    Es gibt ein sehr gutes Buch, dass dir dabei vielleicht helfen könnte, es heißt Gefühle verstehen, Probleme bewältigen (Link ist von Karsten... wenn du es darüber bestellst, hilfst du sogar noch der Finazierung des Forums :wink: ). Es hilft dabei sich und seine Gedanken besser zu reflektieren und besser zu verstehen. Ich konnte mir da einige gute Sachen rauspicken. Es ist ein reines Selbsthilfebuch...

    Schönen Abend!
    Syrinx

    Herzlich Willkommen Polaris!!

    Diese Leere... ja! Mir hat es sehr geholfen Tagebuch zu schreiben und so meine Emotionen ohne Vorbehalte aussprechen/ niederschreiben zu können. So konnte ich auch immer wieder ein paar Tage zurück blättern und mein Geschriebenes noch mal reflektieren. Wenn ich schreibe, was ich denke, nimmt mir das unheimlich viel Druck von der Seele. Ich schreibe immer noch und ich glaube, ich werde das auch beibehalten. Einen besseren Therapeuten als mein Tagebuch gibt es für mich nicht. :wink: Aber das ist nicht jedermanns Sache!
    Wenn man sich selbst neu findet und eigene Interessen erst wieder entdecken möchte, kann es vielleicht helfen jeden Tag 3 Dinge aufzuschreiben, die man unbedingt mal erleben möchte. Es können ja auch ganz banale Dinge sein, wie Eis essen... und es werden sich dann bestimmt einige Wünsche herauskristallisieren, die du verwirklichen möchtest. Du musst dich mit dir selbst auseinander setzen, dich anstrengen und erfährst so nach und nach auch wieder mehr über dich.

    Ich hoffe sehr, dass du das, was du hier suchst, auch findest!!

    LG Syrinx

    Hallo Maggy :)

    Sicherlich ist es ein Zusammenspiel aus vielen Dingen, die zu deinen Gedanken beitragen. Ich kenne dich nicht... das kannst nur du aus deiner Situation am besten beurteilen.

    Diese Phasen hatte ich auch... ich spürte, wie meine Gedanken an all den schönen Dingen hingen, vor allem an meinen eigenen Träumen und Wünschen, den Plänen, die ich mit ihm gemacht habe und die natürlich immer noch in meinem Kopf herumspukten. Hinzu kam dieses "Loch", das er hinterlassen hat. Ich glaube es war gar nicht so sehr er, der mir fehlte, sondern einfach nur die (vermeindliche) Aufmerksamkeit, die Liebe, die gemeinsamen Ziele. Wenn ein Partner geht, bleibt eine Leere zurück und ich habe immer die Angewohnheit diese so schnell wie möglich zu "stopfen". Und dann habe ich damit begonnen zu hinterfragen, ob es nicht doch irgendwie gehen kann... es war ja gar nicht so schlecht. Wir haben die gleichen Interessen, die gleichen Vorlieben, die gleichen Ziele. Aber hätte ich mich darauf eingelassen, dann hätte der (Teufels)Kreis wieder Futter bekommen und alles wäre von vorne los gegangen: die Zweifel, die Hoffnungen, die Ängste, die Enttäuschungen usw.
    Im Moment lebe ich ganz bewusst alleine für mich. Tatsächlich gibt es zwar in meinem weiteren Umfeld jemanden, der mich interessiert (ich gehe sogar heute mit ihm Essen und ins Kino), aber ich werde definitiv nichts mit ihm anfangen, mich nicht verlieben oder mich in irgendwelchen Hoffnungen verrennen. Für mich ist es zur Zeit ganz wichtig, dass ich bei mir bleibe. Die Erfahrungen der letzten Monate habe ich noch lange nicht abschließend verarbeitet und noch nicht alle Konsequenzen daraus gezogen. Zudem weiß ich im Moment noch gar nicht wie ich wieder Vertrauen zu jemandem aufbauen könnte. Das heute Abend lenkt mich ab, das weiß ich und das ist gut für mich, das will ich, aber mehr auch nicht. Ich habe für mich beschlossen diese Leerstelle in meinem Leben ganz bewusst zu durchleben und daraus zu lernen.

    Wie du mit deinen Zweifel umgehen kannst, weiß ich nicht. Es hat aber sicherlich auch seine Gründe, warum du solche Gedanken hast. Vielleicht solltest du die Gründe dafür finden und dann löst sich der Knoten von alleine und du wirst erkennen, dass deine Gedanken nur eine logische Konsequenz sind. Sie verlieren ihren Schrecken und ihre Bedeutung.
    Nicht die Zeit löst die Probleme, sondern deine Arbeit an dir... und deinen Problemen (hier hat XY mal wieder gar nichts zu suchen... all das hat nichts mit ihm zu tun, er ist nur eine austauschbare Spielfigur, mal böse ausgedrückt).

    LG Syrinx

    Zitat von portugalbaby

    ...., nur bin ich es Leid immer zu warten, einzustecken und nix zurück zu bekommen..

    Ganz genau! Das solltest du nicht tun, ständig warten, deine Bedürfnisse hinten anstellen und im Endeffekt diejenige zu sein, die rein gar nichts bekommt. Ich an deiner Stelle würde genau das ansprechen. Und nur weil man MAL an sich denkt, ist das KEIN Egoismus. Du kannst immer nur so viel geben, wie du an Energie ÜBRIG hast. Das ist ganz wichtig und ich glaube das haben wir verlernt. Es ist für uns zur Normalität geworden immer zu geben und zu geben und sobald man an sich denkt, hat man ein schlechtes Gewissen. Unsere Partner (oder Ex-Partner) unterstützen uns noch darin, indem sie uns ein schlechtes Gewissen machen mit Sätzen wie "du denkst doch immer nur an dich", "nie verlange ich etwas von dir, aber gerade jetzt brauche ich dich", "es ist in einer Partnerschaft doch normal, dass man füreinander da ist" und und... ich glaube jeder könnte diese Liste ergänzen.
    Auch in / für eine/r Partnerschaft ist es - glaube ich - sehr wichtig, dass man sein ICH abgrenzt, sich nicht auflöst, denn dein Partner hat sich in DICH verliebt, nicht in eine leere Hülle, die funktioniert. Und wenn ein Partner das wirklich verlangt, dass man sich selbst für ihn aufgibt... läuft etwas gewaltig schief... aber das weißt du ja selbst!

    Meine Beziehung zu X war super harmonisch, geradezu perfekt... und trotzdem hat er angefangen zu trinken. Soviel zur Harmonie :D

    LG Syrinx

    Hallo! :)

    Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast! Das ist auf jeden Fall schon mal ein großer Schritt für dich und ich weiß (aus eigener Erfahrung), dass man viel Klarheit bekommen kann, wenn man hier viele Beiträge der anderen liest. Damit wird für dich hoffentlich vieles klarer und gerade dieser Absatz:

    Zitat von Ratsuchende28

    Ich weiss nicht mehr ein noch aus, habe ihm mehrmals gesagt er solle eine Therapie machen, lernen endlich über seine Gefühle/Gedanken zu sprechen, denn sicher kommen noch andere Schicksalsschläge auf uns zu und er könne diese nicht immer mit Alkohol bekämpfen. Dies sieht er aber nicht ein er meinte er habe alles unter Kontrolle. Ich habe ihn jetzt so weit, dass er nächste Woche zur Suchtberatung geht.
    Glauben kann ich ihm aber nichts mehr...

    Weiss nicht weiter, was soll ich tun???
    Wer hat Erfahrungen damit und kann mit Ratschläge geben?

    Vielen Dank im Vorraus!!!

    ... hat es in sich. Wenn du die anderen Schicksale liest, wirst du schnell merken, dass wir alle gedacht haben, dass wir etwas ändern können. Sei es mit Druck, mit Liebe, mit Verständnis, mit guten Ratschlägen und und und. Die Erfahrung hat nur leider gezeigt - und das musste ich auch erfahren -, dass man damit nicht weit kommt.
    Scheinbar hat jeder nasser Alkoholiker die Meinung alles unter Kontrolle zu haben. Das meinte mein X auch immer... nun hat er keinen Job mehr, keine Freunde, kein Geld, bald keine Wohnung mehr... Seine Zukunft sieht düster aus... aber darauf möchte ich gar nicht tiefer eingehen.

    Solange dein Ehemann kein Einsehen hat, wirst du ihm nicht helfen können. Du kannst aber auf dich achten und dir helfen... Es tut mir unendlich leid, dass du solche Schicksalsschläge innerhalb kürzester Zeit erleben musst! Und ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass dein Ehemann so schnell wie möglich einsieht was er alles aufs Spiel setzt... unter anderem dich und eure Zukunft!

    Gehst du nicht mit zur Suchtberatung? Gerade wenn du ihm nichts glaubst, wäre es vielleicht besser?!

    LG Syrinx

    Hallo ihr!

    Es war lange ruhig um mich... und nun möchte ich mich mal wieder melden.

    @ Freya
    Ich denke an dich Freya!! Du bist so eine starke Person und irgendwann kommt der Moment, an dem dein Leben wieder vorgeht! Das ist ja auch kein leichter Schritt...

    @ JUF
    Ja, das ist ein unheimlich gutes Gefühl. :D Ich versuche es mehr und mehr in mein Leben zu integrieren und fühle mich endlich selbstbestimmt. Ein schönes Gefühl.
    Weitergehen... immer vorwärts, ja! :arrow:

    Ich musste mir nun eingestehen, dass es tatsächlich unmöglich ist weiterhin mit X Kontakt zu halten, wie ich es ursprünglich vorhatte. Zum einen weil von ihm meist nur wirres Zeug kommt (manchmal nur Satzteile) und zum anderen beginnt er mehr und mehr von Selbstmord zu schreiben. Natürlich tut er das nicht ohne mir zu verdeutlichen, dass ich daran nicht so ganz unschuldig bin. Er versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen, schreibt Unwahrheiten, nur damit er mit mir in Kontakt bleiben kann. Und ich reibe mich immer und immer wieder auf, auch wenn ich fest vornehme es nicht zu tun.
    Seit nun einer Woche habe ich ihm kein einziges Wort mehr geschrieben. Zwischendrin kam von ihm natürlich wieder eine Selbstmorddrohung, aber auch darauf habe ich nicht reagiert. Und mein Plan ist, falls er sich noch mal meldet, ihn zu blockieren.

    Mein Urlaub alleine hat mir unheimlich gut getan. Es war natürlich schon komisch und anders, aber nicht unbedingt schlechter. Man ist irgendwie mehr nebendran als mittendrin, aber das ist/ war ok. Für mich war es genau das Richtige und ich konnte mich sehr gut erholen und ich habe die Zeit auch genutzt, um viel zu verarbeiten.
    Nun bin ich soweit, dass ich sagen kann, ich hab alles verarbeitet und für mich abgeschlossen. Es ist unheimlich traurig, dass er unser Leben einfach weg geworfen hat, aber so ist das eben, daran kann ich nichts ändern und ich blicke nach vorne. Meine Panik vor einem Leben alleine ist auch schon fast verschwunden, denn ich weiß, ich schaffe es auch wieder alleine... wie zuvor auch! Es gibt Schlimmeres... nämlich an der Seite eines Alkoholikers zu leben!
    Im Leben gibt es leider viele Rückschläge und das war einer davon, ein sehr harter, aber auch den werde ich überstehen und im Endeffekt lerne ich daraus hoffentlich viel.

    Was ich persönlich als am Schönsten empfinde ist die Ruhe in meinem Kopf... Mein Gedanken kreisen nicht mehr unentwegt um ein nicht zu lösendes Problem, sondern sie "schwingen" dahin.

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
    Syrinx

    Hallo :) Wir kennen uns noch nicht, aber ich habe deinen Beitrag bereits seit einiger Zeit gelesen!

    Ja, ich kenne diese Reizbarkeit, dieses Abgrenzen. Zwar nicht aus meiner Beziehung zu X, aber von früher. Und eigentlich schreibst du es selbst. Dir gefällt deine Freitheit, du magst es genau das zu tun, was dir gefällt. Du hast dich selbst wieder entdeckt, bzw. bist dabei. Und das ist sehr gut! Und dann ist er dort... und er möchte wissen was du tust, fragt ... usw... und je mehr du dich distanzierst, desto unsicherer und aufdringlicher wird er werden. Er merkt, dass du dich veränderst. Es macht ihm Angst. Vielleicht zurecht, weil er vielleicht etwas verliert, das er braucht.

    Wie du dich am besten der Therapeutin gegenüber verhältst, oder auch gegenüber deinem Freund, kann dir sicherlich keiner sagen. Aber ihr habt doch zur Zeit die Möglickeit es besser zu machen... er und auch du... was spricht also gegen die Wahrheit? Warum nicht einfach offen sagen was einen beschäftigt und auch Sorgen macht. Ich finde es nicht falsch oder verkehrt, wenn man eigene Bedürfnisse hat. Eher das Gegenteil... das ist gut. Ich kenne deinen Freund nicht, aber vielleicht könnte er damit auch besser umgehen, als wenn er das Gefühl hat du versteckst etwas vor ihm?

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass alles so wird, wie DU es dir wünscht!

    LG Syrinx

    Das klingt wirklich sehr traurig und ich kann dich gut verstehen. :( Unter einem Dach zu wohnen stelle ich mir sehr belastend vor! Immer wieder damit konfrontiert zu werden... Ist denn schon eine Lösung für das Haus in Sicht?

    Ich fühle mich im Moment auch gar nicht stark, sondern schwach und verwundbar. Ich habe seit ca. 1 Woche mit ihm gar keinen Kontakt mehr, was gut ist. Aber auch diese Funkstille hilft mir nicht dabei die Gedanken abzustellen. Wahrscheinlich müssen sie da sein, um alles verarbeiten zu können, aber es fühlt sich wie eine nicht heilende Wunde an (momentan noch). Wahrscheinlich wird es bei dir ähnlich sein. Immer wenn mich die Empfindungen überrollen, schreibe ich Tagebuch und ich bin unheimlich glücklich, dass ich das tue. Ich kann dadurch viel kompensieren und (wahrscheinlich ähnlich einer Therapie) auch reflektieren. Was dabei manchmal zu Tage kommt, hilft mir zwar nicht (weil es ältere Wunden wieder zum Vorschein bringt), aber mir werden einige Zusammenhänge klar.
    Es sind wohl nur kleine Schritte, die wir gehen können, aber wir tun es und das ist gut!

    MitLeid... wir leiden mit... und das haben wir doch eigentlich schon viel zu lange getan. Es ist ein aufzerrendes Gefühl und - vor allem in unserem Fall - völlig aussichtslos. Das Groteske ist ja auch, dass er wahrscheinlich in seinem Suff noch nicht mal leidet. Ich habe einen guten Freund, der psychisch krank ist und das chronisch. Wir tauschen uns sehr viel aus und er ist auch jemand, der ständig am Abgrund steht. Seine Denkmuster und -strukturen sind extrem "verformt", ähnlich stelle ich mir das auch bei einem Alkoholiker vor. Es gibt da kein Rankommen, kein Aufbrechen von außen. Wie du ja selbst schreibst.

    Ich bin überzeugt, dass du aus diesem "Tal" wieder herauskommst und letztendlich gestärkt daraus hervorgehen wirst. :)

    LG Syrinx

    Hey Maggy, natürlich bist du traurig!! Du hattest Hoffnungen, hättest mit diesem Mann gerne Kinder gehabt, hast dir in deinem Kopf alles mögliche ausgemalt und nun stehst du vor einem Scherbenhaufen!!! Es ist wichtig, dass diese Trauer da ist. Nehme sie an, wie ein Baby und kümmere dich um sie. Nur durch diese Trauer kannst du das eines Tages verarbeiten.

    Trauer ist für viele ein so schlechtes Gefühl, dabei ist es eines der aufrichtigsten Gefühle, die ich kenne. Nichts ist so unverfälscht wie die Trauer! Trauern ist gut, denn vielleicht wirst du einen Menschen in deinem Leben verlieren, der dir eigentlich viel bedeutet. :(

    Nicht er ist wichtig, sondern was du fühlst. Schau mal bei mir, mein X versucht wirklich ALLES, um den alten Zustand wiederherzustellen. Wenn es ihm wichtig wäre, konnte er es doch ändern... Nicht er hat das Recht auf Trauer, sondern du.

    Hallo Sun :)

    Zitat

    Das Saufen wird er wegen Dir nicht aufgeben.
    Das wird er nur tun, wenn er das so will.
    Und alles andere würde auch nix taugen, weil so eine Trockenheit nur auf Sand aufgebaut wäre.

    Über diesen Punkt bin ich schon hinaus, dass ich denke, er würde das Saufen wegen mir aufgeben. Das hätte er schon 1000x getan, bzw. hätte er gar nicht erst wieder damit angefangen, wenn ich auch nur den Hauch einer Chance hätte soviel Einfluss auszuüben. Diese Erkenntnis habe ich schon einige Tage. Soll heißen auch wirklich verinnerlicht.
    Was ich nur versuche - und da weiß ich auch nicht ob es wirklich Sinn macht - ist ihm gewisse Dinge aufzuzeigen, die ihn vielleicht einfach nur zum Nachdenken bringen. Und er denkt nach, es arbeitet in ihm. Was er nun allerdings daraus macht, das weiß ich nicht. Wenn ihn der eine oder andere Gedanke wenigstens ein Stück ins Leben zurückholt, hat es sich schon gelohnt.

    Zitat

    Was wäre, wenn Dein XY morgen eine neue Partnerin hätte?
    Könntest Du ihm dann von Herzen alles Gute wünschen und das auch genau so meinen?
    Wenn das der Fall ist, dann hat man wirklich losgelassen, denke ich
    Eher nicht.

    Mit diesem Gedanken habe ich mich ja schon beschäftigt. Es ist ja nun leider tatsächlich so, dass er nicht mehr viele Chance hat (die nächsten Tage wird sein Strom abgeschaltet, Wohnung ist gekündigt, seine Raten kann er schon seit Monaten nicht bezahlen und und) und natürlich wäre es für ihn das Einfachste, er findet eine Neue/Alte, die ihn da raus holt.
    Ja, das könnte ich tatsächlich! Ich wäre irgendwo sogar erleichtert, weil ich wüsste, dass er dadurch nicht auf der Straße landet.
    Einen Menschen - und ich sage hier bewusst Mensch und nicht Ex-Partner oder anderes - so sehr abrutschen zu sehen, zu sehen, wie er von einem Gut-Verdiener zu einem Fast-Obdachlosen abrutscht, in nur 6 Monaten ... das tut so verdammt weh und das hat nichts mit Gefühlen zu tun. Ich finde einfach das hat kein Mensch verdient... ob er säuft oder nicht.
    Aber - und das habe ich ja zwischenzeitlich verstanden - ich kann ihm nicht helfen!

    Zitat

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei Selbstverlieben
    Und vor allem beim Loslassen des XY.
    Alles andere ist eh nur verbrannte Zeit.

    Danke!! :P
    Und schau... die Hände und das Herz sind offen... ich halte nichts mehr! 8) Deine Beiträge haben dazu einen sehr großen Teil beigetragen. Nur durch deine ungeschönte Art habe ich verstanden, was in seinem Kopf und/ oder Unterbewusstsein so abläuft.

    Zitat von Maggy09

    Hallo Syrinx,

    ja, ich ertappe mich auch öfter bei dem Gedanken, wenn ich aus dem Ganzen was für mich lerne und mitnehmen kann, dann hatte es wirklich Sinn. Deine Idee, dich nun auf dich zu konzentrieren und dich in dich selber zu (ver)lieben, klingt wunderbar. Für mich selber hab ich Ähnliches vor, auch wenn ich nicht bis zum Verlieben gehen würde. Gut auch mich achten, meine Bedürfnisse wichtig nehmen und, das hat mir das Ganze auch gezeigt, verstärkt darauf achten, dass ich verfolge, was mir im Leben wichtig ist ...

    Liebe Grüße

    Das klingt doch sehr gut und ich bin mir sicher, dass du für dich und deine Zukunft auch die richtige Entscheidung fällst! :) Wir brauchen alle unsere Zeit, bis wir soweit sind... Ich hoffe bei dir geht es auch voran!?

    Zitat von Freya63

    Hallo Syrinx,

    ich finde Dein Vorhaben, Dich verstärkt um Dein Befinden zu kümmern sehr gut, auch wenn ich wie Maggy nicht vom "Verlieben" sprechen würde.
    Aber ich weiß, was Du meinst.

    Diesen Begriff habe ich extra gewählt. Ganz bewusst spreche ich vom Verlieben. Verlieben bedeutet ja auch sich selbst ganz neu zu entdecken. Was gibt es an mir, dass ich bis jetzt noch nicht erkannt habe (blinder Fleck). Wo liegen meine Stärken und im nächsten Schritt eben auch die Schwächen zu entdecken und vor allem anzunehmen. Wir sind doch oft viel zu selbstkritisch, jedenfalls mit uns selbst, anderen lassen wir viel mehr Fehler/ Schwächen durchgehen. Und genau darum geht es mir... und das kann ich nur, wenn ich von einem Verlieben spreche.

    Zitat von Freya63

    Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass man sich selbst wieder in den Mittelpunkt stellen muss; die längste Zeit hat man versucht zu helfen und wenn nichts funktioniert ist es vergeben Liebesmüh.

    Unbedingt! Gerade die vergebliche Liebesmüh wurde mir diese Woche wieder sehr bewusst vor Augen geführt. Ich bin nicht wieder "eingeknickt", aber ich habe versucht ihn zu rütteln und zu rütteln. Ja, ich weiß, ich sollte das nicht tun, er ist für sich selbst verantwortlich und und und... Ich ertrage einfach nicht den Gedanken, dass er bald auf der Straße sitzt. :?
    Ich bin mir selbst treu geblieben, wir haben auch gestern wieder telefoniert und natürlich hat er wieder versucht mein Herz zu erweichen (er weiß ja wie das immer gut funktionierte). Ich habe dazu aber gar nichts gesagt, aus Angst es könnte mir etwas Dummes raus rutschen und ich habe mir im Kopf immer wieder gesagt: NEIN, du sagst nichts, denn das bereust du später... Das hat mir sehr gut über die Situation hinweg geholfen. Er hat nun ein gebrochenes Herz (sagt er) und ertrinkt in Selbstmitleid.
    Es ist ja eigentlich sowieso egal was ich tue, es wird von ihm immer so gedreht, wie er es braucht. Wenigstens war er gestern einigermaßen klar im Kopf, er versucht gerade mit Tabeletten das Trinken in den Griff zu bekommen *kopfschüttel*. Aber egal... Ich denke, es diente nur dazu mich vielleicht doch wieder rumzubekommen. Ihm ist natürlich auch klar in was für einer Situation er ist...

    Zitat von Freya63

    Ich habe mir auch schon gesagt, dass es mir wohl noch nicht schlecht genug geht, erst in dem Moment wenn es "klick" macht und ich mir selbst sage" Du bist wichtig, Du und Deine Gefühle" dann werde ich mich wieder komplett in den Vordergrund stellen.

    Hm, wie schlecht ist "schlecht genug"?? :?

    Zitat von JUF2015

    Hallo Syrinx,

    sich in sich selbst verlieben - das sollte wirklich jeder und jede machen BEVOR er oder sie sich in jemanden anderen verliebt.
    Das würde wahrscheinlich vielen Kummer und viele Schwierigkeiten von vornherein nicht entstehen lassen.

    Danke für diesen schönen und heilsamen Gedanken!

    Schön, dass er dir auch gefällt... Mir geht es wirklich gut damit! Immer wenn ich in eine Situation komme, die kritisch wird, stelle ich mich nach "außen" und betrachte die Situation so, als wäre ich ein sehr wichtiger Mensch für mich. Das hilft mir die Situation objektiver zu betrachten und die Gefühle für X außen vor zu halten. Es fällt mir seitdem auch viel leichter meine eigenen Bedürfnisse gegenüber X zu äußern. Und es tut gut ihm zu sagen:
    "Ich kann und ich will das nicht mehr"
    "Du hast mir wehgetan"
    "Du hast mich unheimlich verletzt, als du..."
    "Ich habe alles getan, um..."
    "Ich muss nun auf mich achten und es ist mir wichtig, dass es MIR gut geht"
    Egal mit welchen Argumenten er kommt, er läuft bei mir gegen eine Wand aus Selbstliebe (natürlich im Moment noch ein bisschen insziniert, aber ich hoffe das ich das in meinen Alltag auch lernen kann, egal ob in der Beziehung oder der Arbeit). Die eigenen Empfindungen/ Verletzungen und Ängste offen zu äußern, ist mir unheimlich wichtig geworden. Ich fühle mich dadurch regelrecht befreit.
    Ich habe sonst immer das Gefühl funktionieren zu müssen. Ich bin immer stark. Ich bin immer für alle da. Und plötzlich habe ich auch nach außen Schwächen, Bedürfnisse und Forderungen. Und wisst ihr was... mein Umfeld reagiert darauf... Plötzlich fragt man vorsichtig nach, ob es vielleicht möglich wäre, dass... oder mein Sohn räumt ohne mit der Wimper zu zucken die Geschirrspülmaschine aus usw. Ich habe seit langer Zeit das Gefühl wieder als richtiger Mensch wahrgenommen zu werden. :shock: Schön! Wirklich ein schönes Gefühl.

    LG Syrinx

    Hallo Maggy :)

    Schau dir einfach meinen Beitrag an (was du ja wohl tust)... Schöne Worte sind leider nur leere Hüllen. Was würdest du tun, wenn du um eine Beziehung wirklich kämpfen möchtest?? Was wäre, wenn du ihn halten wolltest, eine Zukunft mit ihm aufbauen wolltest... Was würdest du tun, wenn das wirklich dein größter Herzenswunsch wäre? Ihm schöne Sachen erzählen, Luftschlösser bauen? Oder würdest du versuchen alles in die Wege zu leiten, damit es wirklich funktioniert?

    Also wenn ich es wäre, die um eine Beziehung kämpft und den Partner halten will, würde ich alles nur Mögliche tun, um wirklich für ihn zu kämpfen. Natürlich kann man nicht jeden Plan von heute auf morgen umsetzen, aber man kann doch schon die ersten Schritte tun. Das wäre in diesem Fall doch z.B. ein Besuch beim Arzt, ein Gesundheitscheck, eine Überweisung für eine Therapie (Entgiftung/ Entzug ist ja vielleicht nicht nötig?).

    Und - was ich ja leider selber nur zu gut kenne - dieses Kontrollierte-Trinken-Gelaber kann ich nicht mehr hören, wenn ich das hier wieder lese, könnte ich .... Wenn jemand vielleicht noch an der Schwelle steht, gerne trinkt, aber schon merkt, dass er dieses Trinken missbraucht und sich dann entschließt sein Trinken zu kontrollieren, mag das vielleicht noch funktionieren. Wenn einer allerdings schon mitten drin hängt, und das hört sich für mich als Außenstehende so an (denn wenn es nicht so wäre, würde das Thema Alkohol doch in eurer Beziehung nicht diese Wichtigkeit haben), sehe ich da keine Chance. Das sind (kann hier nur aus meinen Erfahrungen sprechen) alles nur Ausreden.

    Zitat

    Ein Grund, warum er nicht direkt sich Trinken ganz verboten hat, ist, dass wenn er jetzt (wenn wir gar keinen Kontakt mehr gehabt hätten) eine neue Partnerin hätte suchen müssen, dass ja auch zT abends und in Bars getan hätte. Und da wäre es angeblich schwer, wenn man schon vorher weiss, dass man nichts trinkt.

    Hast du darüber nicht selbst lächeln müssen?

    Zitat

    Was ich dann sehr unter der Gürtellinie fand, war seine Aussage, dann könne er ja fast froh sein, dass meine Einstellung so zutage getreten sei, weil, nur mal angenommen, er bekommt in 5 Jahren eine schwere Krankheit, würde ich ihn dann ja auch im Stich lassen und mich trennen. Seht ihr das auch so(wie ich es auch ausgeführt hab), dass das eben nicht vergleichbar ist?

    Ohne Worte... Das ist genau die Art der Argumentation, mit der sich von uns wohl viele konfrontiert sehen.
    Dazu mag ich dir etwas schreiben. Ich habe auch über so etwas nachgedacht. Kann man einen Menschen "einfach so fallenlassen", nur weil er ein Problem hat? Und genau das mit der Krankheit kam mir auch in den Sinn.
    Sind wir doch mal ehrlich... Wenn man in einer langjährigen Beziehung oder Ehe steckt, durch dick und dünn gegangen ist, dann lässt man seinen Partner sicherlich nicht fallen, wenn er krank wird. Man versucht alles, vielleicht sogar über Jahre, um ihm zu helfen (liest man hier ja immer wieder). Aber wenn man gerade am Beginn so einer Beziehung/ Ehe steht, alles nur Zukunftsbilder sind und dann wird der Partner krank... kann man von niemandem verlagen, dass er Jahre opfert, um so einen Kampf zu führen.

    Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen und ich lasse mir das auch nicht einreden. Ich glaube man muss sich da ganz klar abgrenzen, um nicht selbst vor die Hunde zu gehen. Alkoholiker werden als Kranke bezeichnet, das impliziert ja auch irgendwie, dass derjenige machtlos ist der Krankheit gegenüber. Das stimmt zum Teil auch, weil er von der Sucht so gefangen ist, dass sich nur ganz wenige davon wirklich selbst befreien können. ABER letztendlich haben sie einen freien Willen zu sagen "Halt!", ich nehme Hilfe in Anspruch und versuche nur alles Menschenmögliche, um aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Ein Krebskranker hat diese Wahl leider nicht, er kann nur alles tun, damit er es nicht schlimmer macht und er hat seine Hoffnung, die ihm Kraft geben kann. Was würdest du von einem Krebskranken halten, der weiterhin am Tag seine 2 Schachteln Zigaretten raucht?

    Lasse dich von solchen Worten nicht verunsichern. Höre in dich hinein und versuche es objektiv zu sehen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben :wink: er ist groß, er ist erwachsen, er ist der Lenker seines Lebens... und du musst das für dein Leben tun.

    Zitat

    Aber unterm Strich, trotz Zweifeln, gewinne ich viel und hab das Gefühl mich richtig und vor allem endlich entschieden zu haben, endgültig.

    Es ist für uns beide wohl noch ein sehr langer Weg... aber unsere Schritte werden schon sicherer. Das ist schön!

    LG Syrinx

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    Eigentlich hätte ich den Titel des Beitrags öfter umbennen müssen in folgender chronologischer Reihenfolge:

    - Mein Kampf -
    - Erstes Aufbäumen -
    - Erste Erkenntnisse -
    - Rückfall -
    - Mein Kampf II -
    - Einsicht -

    und nun beginnt das Kapitel:

    - Meine große Reise ins Ich -

    Zitat von Syrinx

    Er wird sich wieder melden, das weiß ich. :cry: Wie schafft ihr es / bzw. habt es geschafft nicht wieder einzuknicken? Kompletter Kontaktabbruch? Gott, ich bin nicht der Typ für so etwas! Ich habe zu meinen ganzen alten Beziehungen noch Kontakt. Ich mag die Menschen doch, immerhin habe ich viel Zeit mit ihnen verbracht... Tja, ich müsste innerlich so gefestigt sein, dass - egal was er tut - mich das nicht mehr von meinem Weg, in mein Leben zurück, abbringt... Vielleicht wäre mein Tagebuch nützlich, das ich seit kurzem führe, denn da steht alles ungeschönt, schwarz auf weiß!

    Es ist unerheblich, ob er sich wieder meldet und auch die Frage wie ich es schaffe nicht wieder einzuknicken. Das schaffe ich nur, wenn ich innerlich auch dazu bereit bin und dabei ist es eigentlich egal, ob ich weiterhin ab und zu Kontakt habe oder nicht.

    Ich war immer schon ein sehr hilfsbereiter Mensch. Wenn es jemand gab, der Hilfe brauchte, war ich da, um zu helfen. So richtig weh hat mir das auch noch nie getan, weil es immer eine Grenze gab zwischen "dem Hilfesuchenden" und mir. Also eigentlich ein natürlicher Zustand. Diese Grenzen habe ich die vergangenen Monate aufgehoben, habe mich aufgelöst, verloren in meiner Aufopferung.

    Ich war irgendwie immer in einer Beziehung oder es gab jemanden, der sich um mich bemühte oder ich hatte ein Auge auf jemanden geworfen. Ich dachte immer, ich finde all das, was ich suche, mit einem anderen Menschen zusammen. Geborgenheit, Sicherheit, Liebe, Zuversicht.
    Eine Sache habe ich aber immer vergessen... bei all meiner Betriebsamkeit und dem Blick nach außen... Ich habe mich noch nie in mich selbst verliebt. Klar, ich mag mich, finde mich auch nicht unattraktiv, komme mit mir selbst gut klar :wink: , aber richtig verliebt war ich nie in mich.
    Wenn ich zurückblicke und sehe wie groß und vor allem grenzenlos meine Liebe zu X war, der unperfekter gar nicht sein könnte, wie wäre es dann, wenn ich genau so eine Liebe für mich selbst empfinde?? Wenn ich mir alle kleinen und großen Fehler genauso vorbehaltslos verzeihe, mich für mein eigenes Seelenheil genauso aufopfere, wie für ihn! Wow - dachte ich mir heute Nacht so - ... Warum bin ich nicht früher darauf gekommen? Ich habe mein Gleichgewicht immer außerhalb gesucht, was ja schon ein Widerspruch an sich ist. Und wenn ich den Gedanken weiter spinne, wird mir klar, dass kein anderer Mensch auf Erden mir das geben kann, was ich mir selbst schenken könnte. Aber dafür muss ich mich erstmal in mich selbst verlieben und genau das wird mein Ziel sein. Ich möchte für mich selbst diese Liebe empfinden, die ich für X empfunden habe.
    Ihr werdet jetzt sicherlich schmunzeln und ja, das klingt ein bisschen abgedreht... :P

    So und nun noch mal zum Anfang... Wie gesagt, es ist völlig egal ob X sich noch einmal meldet oder nicht, denn meine ganze Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf ihm, sondern auf mir selbst. Vielleicht werde ich ihm auch noch mal helfen, ihn bei einem Behördengang unterstützen, das könnte sein, aber das wäre ein Freundschaftsdienst! Denn ich bin neu verliebt und habe nur noch Augen für mich.
    Dieser Vorsatz muss jetzt natürlich noch gelebt werden, bisher reine Theorie, aber ich glaube das ist für mich der richtige Weg. Mein Urlaub mit mir selbst 8) wird mir sicherlich dabei helfen und ich freue mich mehr den je darauf.

    Wenn ich das wirklich schaffe, dann hatten die ganzen schrecklichen Vorfälle der letzten Monate einen Sinn!! Das wäre wirklichs schön...

    LG Syrinx