Hallo!
Hilflosigkeit entsteht dann, wenn man über eine Situation keine Kontrolle mehr hat. Über seine Situation hast du keine Kontrolle, aber die Kontrolle über dich kannst du wieder erlangen, das ist der Lichtblick in diesem Chaos! ![]()
Und wie geht es dir alleine zu Hause? Haben sich deine Gedanken ein bisschen beruhigt? Konntest du mehr Klarheit gewinnen?
Diese unheimliche Wut, die in dir steckt finde ich sehr ungewöhnlich. Bist du generell ein impulsiver Mensch? Was denkst du woher genau kommt diese Wut?
ZitatIch ziehe mich zurück und behandle ihn ungerecht …
Ja und er behandelt dich ungerecht. Ihr seid beide in der Zwickmühle. Er weiß, dass dich das Trinken verrückt macht und unheimlich wütend und er hätte am liebsten seinen Frieden, damit er in Ruhe trinken kann. Du schreibst es ja, er fühlt sich nicht wohl, er hat Verzichtsgedanken. Ihr werft euch beide eure Vorwürfe vor die Füße, du ihm mit Worten, er dir mit Schweigen. Ihr befindet euch derzeit in einer ziemlichen Sackgasse und ich bin mir gerade nicht sicher, ob ihr da (wenn ihr es denn wirklich wollt) alleine heraus kommt. Vielleicht braucht ihr professionelle Hilfe? Wenn dir die Beziehung so viel bedeutet, solltest du darüber nachdenken.
ZitatIch habe ihn gebeten das er sich Gedanken macht, was er von einer Partnerschaft, Ehe erwartet. Was sind seine Wünsche, denn darüber gesprochen haben wir eigentlich nie. Alles wurde mit Stille belegt oder weggetrunken. Es wird schon irgendwie ohne Gerede klappen, tut es aber nicht! Ich möchte, das er es aufschreibt. 'Ist ein Schreibmuffel'
Es liegt nicht mehr in meiner Hand. Entweder er tut es oder er tut es nicht.
Was es bringen wird, ich weiß es nicht. Vielleicht will ich einfach nur wissen, ob er sich überhaupt mühe macht nachzudenken.
Ob das überhaupt wichtig ist?
Generell finde ich es gut, dass du ihm diese "Aufgabe" gegeben hast. Bei einem "normalen" Menschen kann es durchaus Sinn ergeben, weil sich derjenige ja mit der Beziehung gedanklich beschäftigen muss. Gerade weil ihr nicht mehr kommuniziert, besonders wichtig.
Es liegt nicht mehr in deiner Hand... Das ist lustig, genau das gleiche habe ich auch sehr oft gedacht. Das Problem ist nur, dass ein Alkoholiker ab einem gewissen Stadium gar nicht mehr agieren kann. Er hat gar keinen Antrieb etwas zu tun. Warum sollte er das auch, weil ihr wohnt ja noch zusammen, du bist noch da.
Ich kann ihn durch deine Erzählungen schwer einschätzen, auch wieviel er trinkt... Ich weiß nicht, ob er schon so apathisch ist.
Mir hat bei meinen Problemen Sunshine sehr geholfen und ich muss gerade an sie denken. Sie hat eine erfrischend offene Art... Ich könnte mir gut vorstellen, was sie zu deinen Zeilen schreiben würde. Das könnte sich ungefähr so anhören:
Meinst du wirklich er setzt sich in seinem Hotelzimmer hin und nimmt sich die Zeit an dich oder die Beziehung zu denken? Oder er schreibt da irgendwas? Ganz bestimmt ist sein erster Gang zu Tankstelle, dort deckt er sich ein und genießt die Zeit alleine, in der er sich endlich so richtig ohne schlechtes Gewissen zukippen kann.
Ihre Wortwahl wäre vielleicht noch etwas härter gewesen.
Ja... ich weiß nicht... vielleicht tut er das gerade. Aber das findest du ja vielleicht raus.
ZitatWieso tue ich es denn beim Alk und stelle so harte Forderungen?
Oder sind sie gar nicht hart?
Ich weiß nicht warum du dir diese Frage stellst! Du kannst es nicht ertragen, wenn er vor dir - in der Wohnung - trinkt. Punkt. Zudem ist da noch euer Kind... Sorry, aber in diesem Fall wäre es für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, dass die Wohnung alkoholfreie Zone ist und auch bleibt.
Wenn dir Schreiben hilft, dann tue das unbedingt. Mir hat es sehr geholfen!! Eben auch um gewisse Dinge nicht zu vergessen oder 10 Tage später zu verharmlosen. Schreibe auf was für Träume du hast, was du noch erleben möchtest, was deine Ziele sind. Versuche einfach von dem Auflösen wieder zum Zusammenfügen zu kommen. Wer bist du? Und irgendwann, wenn du wieder stark genug bist, kannst du dir ein Ziel heraussuchen, dass du dann Schritt für Schritt verfolgst und erreichst.
Ich müsste meinem Ex eigentlich danken. Ich habe durch diese Situation endlich wieder zu mir selbst gefunden, bin sehr daran gewachsen. Ich habe eine Stärke in mir entdeckt, die zwar schon immer da war, aber von mir selbst nie wahrgenommen wurde. Jetzt, da ich sie sehe, kann ich sie nutzen um alles zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe. Und durch die Selbstbestimmtheit spüre ich, wie ich mich von anderen Menschen (auch gerade Männern) abgrenze. In Situationen, in denen ich mich früher verrückt gemacht hätte (antwortet er jetzt nicht mehr, weil ich was falsches geschrieben habe usw.), denke ich heute ganz entspannt: Ich bin Ich und entweder mag man mich so wie ich bin oder man lässt es. Ich brauche in meinem Leben keine Menschen, die mich nur mögen weil ich so bin, wie sie es wollen.
Habe vor paar Tagen auch was Lustiges darüber gelesen, worüber man eigentlich nie nachdenkt. Überleg mal... Wenn es Menschen gibt, die dich nur mögen, wenn du (blödes Beispiel
) Fußball magst... dann gibt es doch aber auch genauso viele Menschen, die dich dann mögen, wenn du Fußball hasst. Mit welchen Menschen möchtest du lieber Kontakt haben?? Natürlich mit denen, die die gleichen Interessen haben wie du selbst.
Also... stecke nicht immer zurück, um gemocht zu werden... Es gibt genug Menschen, denen du so gefällst, wie du wirklich bist!
LG Syrinx