Beiträge von JUF2015

    Hallo zusammen,

    da hat Sunshine was Wahres geschrieben. Abschließen wund dabei nicht mehr gestört werden wollen.

    Diese Weisheit werde ich mir in mein "Habe-ich gelernt"-Schatzkästchen stecken und gut behüten.
    Ich glaube das kann ich für viele, viele Dinge in meinem Leben brauchen.
    Mir das Recht auf ungestörtes Abschließen und Weitergehen herausnehmen.

    Danke Sunshine, es war mal wieder eine Freude dich zu lesen.

    Ich habe in der letzten Zeit wenig geschrieben und gelesen, weil ich - erfreulicherweise - so mit Leben beschäftigt war :D .

    Ich habe ganz viel wieder-entdeckt und wieder-gefunden, dass ich mir vorkomme wie neu bei mir angekommen.
    Irgendwie habe ich so richtig meine Richtung im leben verloren gehabt und habe mich auf eine ganz anderen Kurs pusten lassen.
    Jetzt wo ich wieder auf mich gehört habe, merke ich wie viel wohler ich mich fühle, wenn ich wieder mein Leben lebe.

    Das macht mich traurig, weil es zeigt, wie viel ich mir habe nehmen lassen.
    Und froh, weil ich es mir zurück hole. Und etwas hinter mir lasse, was nie mein Leben war.
    Das macht vor allem innerlich frei und beschwingt.

    Ansonsten bin ich im Moment damit beschäftigt an mir und meinem Verhalten zu arbeiten.
    Ich möchte gerne auch weiterhin mitfühlend und gerne-helfend bleiben ohne mich dabei aufzugeben.
    Aber ich möchte diesen herzlichen, aufgeschlossenen und auch hilfsbereiten Teil in mir nicht verlieren, weil ich ihn an mir mag.
    Lieber möchte ich erkennen, wann ich mir damit selbst schade und dann in diesen Situationen die Reißleine ziehen.
    Das ist schwer, aber ich finde es ist die Mühe wert.

    Und es fühlt sich für mich richtig an.

    Ich habe noch einiges an bürokratischen Hürden vor mir, aber nachdem ich die innerlichen Hürden überwunden habe und den gefühlsmäßigen Ballast abgeworfen habe, bin ich optimistisch.
    Das wird sich alles klären lassen - wie auch immer.

    Ich habe mein Leben zurück. Endlich.

    Hallo Maggy,

    habe eben nach einiger Zeit mal wieder bei dir gelesen. Ich finde, dass du in einigen wichtigen Punkten für dich selbst gut weitergekommen bist. Das finde ich schön zu lesen.
    Dass es für uns Co's nicht so einfach ist alle unsere zwiespältigen und schrägen Denkweisen los zu werden wissen wir ja alle.
    Leider kommen die auch noch sehr lange ungebeten immer mal wieder zurück. Aber solange man die Schritte vorwärts merkt, geht es ja voran.

    Da ich deine Gedanken "vielleicht ist jetzt endlich ja doch was an seinen Absichten dran" auch kenne, möchte ich dir dazu etwas schreiben.
    Ich hoffe auch, dass er das doch irgendwann tatsächlich ernst meint und sein Leben ändert.
    Ich finde auch, dass man das ruhig weiter hoffen darf.

    Aber! Ich denke, diese Gedanken dürfen nur am Rande Raum in deinem Leben beanspruchen. Wenn du merkst, dass du dich jeden Tag vor allem damit beschäftigst, zu überleben, ob und wie und was er dazu vielleicht denkt und schon verwirklicht hat, dann ist dieser Gedanke nicht gesund.
    Denn das hat mit deinem Leben nichts zu tun und es ist vor allem nicht deine Aufgabe das passieren zu lassen.

    Wie gesagt, ich hoffe das auch. Aber wenn es nicht passiert, dann ändert das nichts an der Richtung oder dem Vorwärts in meinem Leben.
    Das habe ich von diesem Gedanken abgekoppelt.

    Ich habe viel und lange mit mir gerungen, weil ich nicht alle "guten" Gedanken an und für ihn und nicht alle mitfühlenden Gedanken ausrotten wollte.
    Ich möchte diesen Teil von mir auch nicht verlieren, da ich mich so mag. Aber ich arbeite daran zu erkennen, wann diese Gedanken mich in meinem Leben und in meinem Vorwärts behindern - und sie dann abzuschalten.
    Ist nicht so einfach und oft tut dieser Blick in den Spiegel weh. Aber die Schritte ins eigene Leben werden beschwingter und leichter :D

    Vielleicht hilft es dir mal in diese Richtung zu denken.
    Weiterhin Kraft für das Vorwärts!

    Hallo Bianka,

    ich kenne die Gefühle von denen du sprichst. Ich lebe mit ihm noch in einem Haus und kann diese Situation im Moment auch noch nicht ändern. Insofern kann ich ihn auch nur durch innerliche Distanz ausschließen.

    Ich denke das ist einfach schwer. Insbesondere, da es sich so anhört, als ob du innerlich noch nicht über ihn hinweg bist. Ich merke zwar, dass ich mich von den Liebes-Gefühlen her völlig von ihm entfernt habe, aber ich kann offensichtlich nicht wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht. Da lasse ich mich immer wieder reinziehen.

    Wenn du es auch so siehst, dass du dich gefühlsmäßig noch nicht von ihm entfernt hast, dann kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es sehr gut tut auch in der Realität mit Menschen darüber zu sprechen und sich einfach regelmäßig zu diesen "verirrten" Gefühlen ein Feedback abzuholen. Ich habe mir im Internet eine Selbsthilfegruppe gesucht, die sowohl von Alkoholikern als auch von Angehörigen besucht wird und besuche dort jede Woche eine Gruppe. Es tut mir sehr gut jede Woche einmal über diesen Zwiespalt und diese Zerrissenheit sprechen zu können - mit Menschen die das verstehen. Und die mir sowohl Verständnis für MEINE Gefühle entgegenbringen als auch einen Spiegel vorhalten, wenn ich mich wieder dabei bin mich zu sehr in ihn hinein zu fühlen.....

    Ich weiß nicht, ob dir das auch helfen könnte. Mir tut es gut neben diesem Forum einen ganz regelmäßigen Termin zu haben. Zusätzlich habe ich das Glück, dass ich sehr schnell eine Therapeutin gefunden habe, die ebenfalls in einem unregelmäßigen Rhythmus Zeit für mich hat. Ich merke in diesen Terminen immer wieder wie sehr ich in manchen falschen und ungesunden Vorstellungen und Verhaltensweisen gefangen war und häufig immer noch bin.

    Und so wie ein Alkoholiker eine Veränderung wollen muss, so müssen auch wir eine Veränderung wollen. Und leider macht das eben niemand für uns, sondern wir selbst müssen anfangen zu handeln und uns zu verändern.

    Ich merke im Moment selbst jeden Tag, dass das leichter gesagt als getan ist und bin immer wieder frustriert, dass ich nicht schon weiter bin. Aber es wächst dadurch auch der Stolz auf jeden Schritt, den ich schon gegangen bin.

    Wir müssen Mut haben und vorwärts gehen. Uns nicht umdrehen.
    Das Leben lässt sich nur vorwärts leben, nicht zurück!

    Schicke dir Kraft und drücke die Daumen!

    Hallo Syrinx,
    dankeschön für deine Worte. Leider brauche ich gar keine Lösung für das Haus (das ist mir im Zweifel egal) sondern für den Kreditvertrag. Und ein gemeinsamer Kreditvertrag ist schwieriger zu lösen, als eine Ehe…mehr Einzelheiten würden hier zu weit führen. Wenn das geklärt ist, dann werde ich einfach ausziehen und nicht mehr zurück schauen. Wenn er dann dort bleiben will ist das für mich vollkommen in Ordnung.

    Was du über Mitleid schreibst hat mich die letzten Tage beschäftigt. Ich merke, dass es genau dieses mitLeiden ist, was ich nicht mehr will aber nur ganz schwer abstellen kann. Ich finde es aber vor allem schwer für mich selbst die Grenze zwischen angemessenem und gutem Mitgefühl und vielleicht auch Mitleid und einem ungesunden mitLeiden zu erkennen. Ich weiß nicht wie ich das besser ausdrücken soll, aber ich habe festgestellt, dass es bestimmte Knöpfe bei mir gibt, die manche Menschen bewusst oder vielleicht auch unbewusst drücken und dann bin ich sofort dabei und mache und tue und gebe mein Bestes – egal ob das mit meinen eigenen Bedürfnissen und Kräften vereinbar ist oder nicht.

    Das ist in privaten Beziehungen und Freundschaften genauso wie bei der Arbeit, man kann mich sehr gut zu vollem Einsatz „hin-manipulieren“. Und es fällt mir sehr schwer, das abzustellen, obwohl mir das bewusst ist. Und irgendwie macht das auch meine Persönlichkeit aus und ist so sehr auch ein Teil von mir geworden, dass ich mir eben die Frage stelle, ob ich es schaffe zu merken an welchen Stellen dieses Verhalten ungesund wird.

    Und ich hoffe, dass nicht noch mehr Tal kommt, sondern dass mal langsam der Aufstieg beginnt. Gelernt habe ich aus dieser Sache auf jeden Fall einiges – so viel ist sicher.

    Dir weiter viel Kraft, Gedanken kann man nur langsam und allmählich abstellen. Ich glaube da muss man sich umgewöhnen. Und das fällt mir auch schwer, an manchen Tagen mehr und an anderen Tagen weniger. Aber Tagebuch führen hilft dabei sicher. Ich habe dabei immer gemerkt, wenn ich gedanklich auf der Stelle geschrieben habe. Wenn sich meine Einträge nicht wirklich weiterentwickelt haben, dann konnte ich mir selbst immer ganz gut in den Hintern treten um einen Schritt weiter zu kommen. Letztlich hat das Forum ja eine ähnliche Funktion, manchmal mit mehr Austausch, manchmal aber auch als eine Art öffentliches Tagebuch. Ich lenke mich im Moment von den ungebetenen Gedanken ab, indem ich viel mit Freunden unternehme oder lese. Das funktioniert eigentlich ganz gut.

    Ich drücke dir weiterhin die Daumen und schaue immer wieder mal bei dir vorbei :)

    Zitat von Syrinx

    Diese Trauer drängt sich mir Tag für Tag auch mehr auf und ich habe Angst vor ihr. Ich habe Angst vor ihr, weil ich fürchte, dass durch sie das Mitleid wächst und das darf nicht sein.

    Daran musste ich gestern denken. Und das halte ich mir gerade auch wieder vor Augen. Er hatte gestern Geburtstag und hat schon seit Tagen mehr oder weniger unkoordiniert vorbereitet.
    Und dann kamen gestern genau 4 Gäste und sonst niemand.

    Ich wäre auch nicht gekommen und habe mich auch nur kurz dazugesetzt und bin dann in meinen Bereich verschwunden, aber trotzdem war es hart das mitanzusehen.
    Und ich merke, wie mich das traurig macht.
    Und wie das Mitleid sich seinen Weg sucht.

    Und es ist so schwer die Distanz zu bewahren und mich rauszuhalten.
    Obwohl ich weiß, dass es mich nichts angeht und ich auch gar nichts machen kann.

    Im Moment fühle ich mich gar nicht stark, ganz im Gegenteil....

    Maggy, ja es ist sogar sehr traurig was er alles so denkt und sagt und glaubt (oder auch nicht).

    Aber viel trauriger ist es, dass du (und ich und viele andere hier) so lange an diesem Bändel "unerfüllte Hoffnung auf eine Besserung" festhängen.

    Und dass wir uns so lange Gedanken darum machen, ob er das vielleicht ernst meint und ob man vielleicht diese Chance doch nochmal hätte geben können und ob vielleicht die Einsicht doch noch kommt.....kannst du beliebig weiterspinnen.

    Ich höre aus deinen Zeilen immer noch Zweifel durch, dass deine Entscheidung - wenn du sie denn schon getroffen hast - richtig ist. Ich weiß wie schwer es ist diese Entscheidung zu treffen und auch dahinter stehen zu können. Ich stelle es mir ähnlich schwer vor wie den Schalter umzulegen und als Alkoholiker mein Leben zu ändern. Und es gehört ganz viel dazu....unter anderem auch in Ruhe trauern zu können um das was man verliert.

    Aber das was am Anfang von jeder wirklichen Veränderung im Leben steht, ist die Erkenntnis, dass du NIE einen anderen Menschen ändern kannst. Immer nur dich selbst. Und dass du dann genau das tust, was du ja auch von ihm verlangst:

    Den Worten Taten folgen lassen.

    Bleib dran, es lohnt sich.

    Hallo Syrinx,

    Zitat

    Ich habe sonst immer das Gefühl funktionieren zu müssen. Ich bin immer stark. Ich bin immer für alle da. Und plötzlich habe ich auch nach außen Schwächen, Bedürfnisse und Forderungen.


    Krass oder? Ich knabbere im Moment an genau diesem Punkt. Warum habe ich dieses Gefühl denn? Warum muss ich immer für alle da sein und allen in meiner Umgebung alle Bedürfnisse erfüllen? Warum habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal meine eigenen Bedürfnisse über die von anderen stelle?

    Ich hab noch keine Antwort auf diese Frage gefunden. Aber ich habe schon gemerkt, dass viele Menschen in meiner Umgebung ziemlich verdutzt sind, wenn ich plötzlich auch mal nein sage oder mir erlaube auch mal was zu fordern. Das ist wirklich ein ziemlich gutes Gefühl. :D

    Und was deine Traurigkeit das ganze Drama mitanzusehen angeht kann ich das sehr gut verstehen. Ich sehe gerade wie 10 Jahre harte Arbeit im Aufbau einer Selbstständigkeit versoffen werden.

    Aber wir können tatsächlich nichts tun. Und wenn man sich mal zugesteht, dass man nicht nur nichts tun KANN sondern auch nichts tun MUSS solange der andere gar nicht WILL......dann ist man immer noch traurig...

    Aber dann kann man auch anfangen weiterzugehen.
    Denn das eigene Leben will ja gelebt werden :)

    So, kurze Bestandsaufnahme.

    - Beziehung für mich gesehen innerlich und äußerlich vorbei.
    - Trennung aber aktuell nur durch Abgrenzung und im Haus durch räumliche Trennung möglich - das wenigstens ist echt schön und "mein" Bereich fühlt sich sehr nach mir an.
    - Lösung fürs gemeinsame Haus wegen Alkohol-Uneinsichtigkeit nicht in Sicht.
    - Heimkommen macht keinen Spaß - ich merke, dass er mich ärgern will wo er kann.

    Und nun? Jetzt merke ich erst wie sehr ich mich anstrengen muss egoistisch zu denken.
    Die wenigen rechtlichen Wege, die mir offen stehen auch tatsächlich mal durchzudenken.
    Mir selbst erlauben vielleicht auch Wege zu gehen, die andere (???) unter Umständen als unfair oder unangemessen ansehen werden.

    Gefällt es mir so zu denken? Nein.
    Warum denke ich immer noch, dass ich ihm gegenüber fair bleiben muss?
    Er ist mir gegenüber schon so lange nicht mehr fair gewesen.

    Aber will ich tatsächlich auch so werden?
    Schafft man das, sich in diesem ganzen Schlamassel so was wie Fairness und Gerechtigkeit zu bewahren?

    Ich finds grad ganz schwer. Denn eigentlich will ich einfach nur noch weg von allem. Aber um jeden Preis?

    Hallo Bele,

    schön dass du hier her gefunden hast. Wenn du dich mit Lesen erst mal wohler fühlst, dann tu das doch erst mal. Daraus kann man viel ziehen. Der erste Schritt nach "draußen" mit der eigenen Geschichte ist ja auch schwer.
    Langsam dran gewöhnen und eine eigene Haltung dazu finden tut manchmal ganz gut.

    Und wenn du magst, dann lässt du uns einfach an deinen Gedanken teilnehmen, Teilnahme tut nämlich auch gut :) .

    Das wenige was du schreibst klingt danach, als könntest du die Unterstützung aus und in diesem Forum brauchen.

    Deshalb schön dass du da bist!

    Hallo Syrinx,

    wir kennen uns noch nicht, aber ich habe hier von Anfang an still mitgelesen und bin gerade über deinen Ausdruck "Galgenhumor" gestolpert. Ich habe auch immer gesagt, ich nehme das mit Galgenhumor.

    Bis ich nachgeschaut habe, was Galgenhumor eigentlich bedeutet.

    Da stand dann: Galgenhumor = (bitterer) Humor, den man sich bewahrt, obwohl man sich in einer unangenehmen oder verzweifelten Lage befindet.

    Da wurde mir klar, dass ich mich nicht mehr dauerhaft eine unangenehme und verzweifelte Situation mit Humor schönreden will.

    Ich habe auch lange gebraucht um den Schalter umzulegen. Und ich weiß was du meinst mit "die eine letzte Chance soll er noch haben". Manchmal braucht man diese letzte Gewissheit. Und es dauert so verdammt lang bis der sch... Schalter endlich umgelegt ist.

    Aber es ist neben all der Trauer und auch all dem Verlust (von Illusionen - nicht von realen Dingen!) eine große Befreiung, wenn man feststellt wie normal das Leben eigentlich sein kann.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für die nächsten Schritte, wohin sie dich auch immer führen.

    Hallo Maggy,

    was denkst und willst DU denn? Genauso wie ein Alkoholiker nicht aufhören und weitertrinken gleichzeitig kann, kannst du nicht getrennt leben und trotzdem eine Beziehung führen.

    Irgendwann musst du entscheiden, ob du das so willst wie es ist oder eben nicht. Wenn du noch nicht soweit bist - gut. Dann ist das so und dann ist das deine Entscheidung. Wer sind wir das dann schlecht zu reden.

    Aber wenn du das so nicht willst, dann hilft dir niemand dabei diese Entscheidung auch zu verkünden. Und wahrscheinlich wird das schwer. Und wahrscheinlich will er dich zurück und verspricht dir das Blaue vom Himmel herunter. Aber ob du das glaubst, ist auch wieder deine Entscheidung.

    Ich höre das im Moment täglich. Und 5 Minuten später verschwindet er in der Garage. Da weiß ich doch wie ernst das gemeint ist.

    Also frage DICH SELBST was du denkst und willst. Und dann steh zu dir.

    Ich schicke dir Kraft. denn obwohl ich im Moment ganz genau weiß wo ich stehe, weiß ich auch dass ich dafür sehr lange gebraucht habe. So einfach wie es klingt ist es nämlich nicht.

    Aber hab Mut! Es fühlt sich wirklich gut an.

    Zitat

    Nasse Alkoholiker haben wohl wirklich ein gutes Händchen für Manipulation...

    ...ich befürchte ich habe auch ein gutes Händchen für Selbstmanipulation :?

    Aber wie war das: Der erste Schritt ist immer die Erkenntnis.

    :D

    Liebe Grüße und Unterstützung beim Nachdenken

    Danke Clärchen.

    Ja ich nehme mir auch das Recht heraus zu trauern. Das habe ich am Ende von normalen Beziehungen auch machen müssen.
    Nur so kann man das ja abschließen.

    Was mich in den letzten Tagen doch sehr beschäftigt hat ist die Frage warum ich mich in diese Beziehung überhaupt soweit habe hineinziehen lassen.

    Ich habe viel hier im Forum gelesen, auch in alten Beiträgen gestöbert und komme immer mehr an den Punkt, dass ich mich im Stillen mal fragen muss, was sich an meiner eigenen Einstellung zu einer Beziehung so geändert hat, dass ich in dieser Beziehung (und das auch schon bevor der Alkohol sich so in den Vordergrund gedrängt hat) so gar nicht mehr auf meine Grenzen geachtet habe.
    Ich habe viele Dinge, die mir wichtig waren, viele Einstellungen, die mich ausmachen und viele Kontakte, die mir gut getan haben einfach aufgegeben "für die Beziehung".

    Das ist nicht gesund und das ist vielleicht die Lektion, die ich dadurch lernen sollte....wer weiß.

    Bin im Moment sehr nachdenklich. Aber gut nachdenklich :)

    Ich werde jetzt nachdem ich verkündet habe, dass ich nicht keine Zukunft mehr mit ihm will, regelmäßig mit der Phase "Ich liebe dich doch so sehr, ich tue alles für dich, ich höre doch auch auf zu trinken, nur verlass mich nicht" und mit der Phase "ich habe kein Problem, aber wenn du eins hast, dann musst du halt schauen wie du damit klar kommst" konfrontiert.

    Zum Teil wechselt das wirklich innerhalb kurzer Zeit hin und her....warum ist mir das früher nicht aufgefallen?

    Ich bin so froh, dass ich egal was er sagt weiß, dass ich ihn nicht mehr liebe. Dass unsere Beziehung vorbei ist. Und dass das auch so ist, wenn er tatsächlich aufhören sollte zu trinken. Diese Beziehung hat mich so verändert und zu jemandem werden lassen, der ich nicht sein will, dass ich dahin nie wieder zurück will.

    Es ist einfach vorbei und das fühlt sich gut an. Das fühlt sich wieder an wie ICH - wenn das einen Sinn macht :D .

    Trotzdem ärgert es mich, dass die finanziellen Verstrickungen mich so festhalten....aber ich möchte einen wirklichen Neuanfang machen können, dazu gehört für mich auch dass ich nicht mehr in einem Kredit drinhänge.

    Mist, aber es gibt für alles eine Lösung - wenn man will.

    Hallo Maggy,

    wir kennen und noch nicht, aber ich fühle mich bei deinen Zweifeln an meine letzten 12 Monate erinnert. Auch ich hatte ein gemeinsames Leben und Kinder und alles geplant und habe gerade alle diese Pläne losgelassen - weil sie mit meinem trinkenden Partner nicht so zu verwirklichen sind, wie ICH mir das wünsche. Und darauf bezogen möchte ich aus deinen Beiträgen zwei Punkte herausgreifen, die auch für mich schwer zu knacken waren und die mich in deinen Beiträgen hier besonders berührt haben:

    Du schreibst:

    Zitat

    Also, dass ich nicht mit einem nassen Alkoholiker zusammenleben möchte, ist mir klar.

    Das war auch mir früh klar. Mir ist zu dieser Aussage aber auch klar geworden: Niemand hat in der Hand, ob der Partner nasser Alkoholiker, trockener Alkoholiker, alkoholgefährdet oder nix von alledem ist - und vor allem auch in Zukunft sein wird. ICH (und du) können darauf keinen Einfluss nehmen.

    Ich finde aber genau die Erkenntnis, die für mich wichtig war folgende: Klar kann man alle Zukunftspläne auch mit einem trinkenden Partner verwirklichen. Aber ICH WILL DAS SO NICHT. Das ist nicht MEINE Vorstellung davon wie meine Zukunft aussehen soll. ICH will nicht, dass Probleme mit Alkohol (unabhängig davon wie man das definieren will) ÜBERHAUPT eine Rolle in meinem Leben spielen. ICH will nicht Angst davor haben, dass bei jedem Windstoß im Leben die Gefahr eines Rückfalls da ist. ICH will nicht darüber nachdenken, was er macht, wenn ich nicht da bin. ICH will nicht immer diese endlos-Schleifen-Diskussionen ohne jeden logischen Bezug führen. ICH WILL DAS SO NICHT. Willst du das?

    Außerdem schreibst du weiter unten:

    Zitat

    Ein bisschen spielt da vielleicht auch rein, dass ich mir zwar durchaus zutraue, jemand anderen zu finden, aber ihn kenne ich eben...

    Wenn man als Frau Mitte/Ende 30 ist (ich bin 37) dann stellt man sich genau die Frage, ob man nochmal jemanden findet, mit dem man dann noch Kinder verwirklichen kann. Ich halte das für völlig normal und auch legitim, dass man Angst davor hat, ob man vielleicht gerade auch die letzte Chance auf Kinder aufgibt. Und ein Neuanfang ist immer schwer, aber mit diesem Wunsch im Hinterkopf wird er irgendwie nochmal schwerer. Ich hatte diese Angst auch.

    Und dann habe ich mir vorgestellt, wie es wäre in dieser furchtbaren Situation auch noch Kinder zu haben und habe mir sehr genau die Beiträge hier im Forum durchgelesen, in denen es um Ehen/Beziehungen mit Kindern ging. Und ich glaube, dass man auch mit einem trinkenden/trockenen/gefährdetem Partner Kinder bekommen und großziehen kann. Aber auch hier: ICH WILL DAS NICHT. Ich will lieber das Risiko eingehen, dass es vielleicht keine Kinder in meinem Leben gibt, als dass ich mir alle Fragen, die ich mir im Moment stelle irgendwann stellen muss in dem Bewusstsein, dass auch meine Kinder betroffen sind. Und ich will lieber auch alleine bleiben, als diese Beziehung zu dritt (ich, er und der Alkohol) weiterzuführen.

    Vielleicht helfen dir diese Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe dabei DEINE Entscheidung zu treffen, denn die kannst du nicht von anderen und deren Meinungen dazu abhängig machen. Nur DU lebst dein Leben und kannst entscheiden, WIE du es leben willst.

    Ich habe lange versucht rationale Erklärungen zu finden (oder auch zu konstruieren), um zu rechtfertigen, dass ich nicht auf mein schlechtes Bauchgefühl gehört habe. Und es hat lange gedauert, bis ich gesehen habe, dass ich mit ihm nicht das Leben bekomme was ICH leben will.

    Vielleicht brauchst du auch so lange. Vielleicht bringt dich das Lesen hier schneller an den Punkt. Vielleicht entscheidest du dich dafür, den Versuch nochmal zu machen. Vielleicht wirst du dann nochmal enttäuscht. Vielleicht rennst du so schnell weg wie dich deine Füße tragen. Das ist DEINE Entscheidung.

    Aber vielleicht hilft es dir, wenn du dich fragst, wie DU dir dein Leben vorstellst. Und ob es mit ihm so werden kann, auch wenn er sich dazu entscheidet, nichts gegen das trinken zu machen.

    Denn das kann passieren.

    Ich wünsche dir starke Nerven und Hilfe dabei herauszufinden wo DEIN Standpunkt und DEINE Haltung zu den Fragen ist. Wenn du das herausgefunden hast und erkennst, was DU willst, dann werden einige sehr schwere Entscheidungen viel leichter und du wirst nicht mehr so im Sturm der Gefühle „herumgeworfen“.

    Liebe Grüße von einer, die zumindest weiß, was sie NICHT mehr will 8)

    Hallo Lumih,

    ich kenne das Gefühl, dass der Kopf eigentlich weiß, was zu tun ist, aber das Herz einfach sagt "gib mir noch Zeit". Ich habe gerade (3 Jahre nachdem das alles angefangen hat, 1 Jahr nachdem wir ein Haus gekauft haben und nach 12 wirklich harten Monaten) gemerkt, dass ich jetzt soweit bin, dass es sich gut anfühlt loszulassen. Dafür musste ich mich aber sehr damit beschäftigen, was ich wirklich will, wo mein Weg ist und was ich mir für meine Zukunft vorstelle. Erst als ich immer wieder gemerkt habe, dass das leben mit einem Alkoholiker (sei er trocken oder und nachdem ich 2.5 Wochen mit völlig normalen Menschen in Urlaub war und festgestellt habe wie gut ein normales Leben tut (!!!) konnte ich sagen, die Entscheidung ist durch.

    Und dann wird die Umsetzung ja immer noch Zeit in Anspruch nehmen. Aber innerlich frei zu sein ist für mich der erste Schritt gewesen. Und das musst du SEIN, und nicht nur wissen, dass du es sein müsstest. Meine Erfahrung ist, dass man den Weg dahin nicht aus den Augen lassen darf und schauen muss, dass man seine eigene Linie nicht verliert, dass man sich aber auch die zeit geben muss wirklich an den Punkt zu kommen, wo man weiß: Jetzt. Jetzt kann ich und jetzt will ich.

    Ist sicher nicht so viel anders als bei einem Alkoholiker.....der muss ja auch selbst sagen jetzt will ich.

    Ich wünsche dir die Kraft deiner Linie zu folgen. Und es ist auch nicht schlimm, wenn du manchmal einen Schlenker nach rechts oder links machst. Die Richtung muss stimmen und du musst dich gut dabei fühlen. Naja, ich denke du weißt wie das "gut fühlen" hier gemeint ist :)

    Danke für eure Antworten. Ja die Trauer ist schon ganz schön groß....
    Irgendwie hatte man ja ein gemeinsames Leben geplant, Haus, Kinder usw....

    Und jetzt stehe ich vor den Scherben. Und vor einem Menschen, der mir immer noch viel bedeutet, der aber nicht mehr der Mensch ist, mit dem ich leben möchte. Das ist grad sehr hart.

    Wir haben gestern darüber gesprochen und ich habe ihm sehr deutlich gesagt, dass ich keine Liebe mehr für ihn übrig habe und es das Leben zu zweit, das wir geplant hatten nicht mehr geben wird. War ein schweres Gespräch mit tausend Beteuerungen und Bitten und Tränen auf beiden Seiten.....

    Aber ich war mir so klar, dass ich für mich das Richtige tue. Und es ist eine schwere Last von meinen Schultern gefallen, als ich das gespürt habe. Vielleicht waren diese langen Monate in denen ich ihm nochmal alle Chancen gegeben habe zumindest gut insofern, als ich darüber innerlich Abstand gewonnen habe und mir tatsächlich auch die Zeit gegeben habe, die ich brauchte um mich von der Beziehung zu lösen.

    Irgendwie verstehen das meine Freunde und Familie nicht so richtig, dass ich mich ja nicht nur von einem Alkoholiker trenne, sondern auch von einer Beziehung (mag sie auch noch so ungesund gewesen sein)....von Träumen und Hoffnungen...und irgendwie auch von einer Zukunft, die es so nicht mehr geben wird.

    Ich hoffe für ihn, dass das alles wenigstens für ihn etwas bewirkt und er vielleicht für sich selbst daraus etwas zieht. Für mich selbst hoffe ich nun, dass wir es schaffen einigermaßen zivilisiert zu regeln, was mit dem Haus passiert. Ich hasse Kämpfe mit Menschen, die mir etwas bedeuten.

    Vielleicht ist das das große Problem, dass ich mich scheue viel früher mit Menschen, die mir etwas bedeuten Klartext zu reden - und meine Bedenken und Bedürfnisse klar auszudrücken.

    So hart das war und ist, ich habe daraus eine Menge über mich gelernt.